Alsfeld ist ein interessantes altes Städtchen, das mit seinen hohen, spitzen Giebeldächern, mit der merkwürdigen Balken- conftruction und den Wandmalereien an vielen seiner Häuser oft einen ganz mittelalterlichen Eindruck macht. Nachdem im vorigen Jahre die Zeitschrift „Ueber Land und Meer" Ansichten auS Alsfeld gebracht hat, ist das Städtchen das Ziel vieler Wanderer geworden, darunter eine große Anzahl Künstler, die dort Studien machen und Skizzen mit nach Hanfe nehmen wollen. Wir glauben, daß der „Ober- hessische Geschichtsverein" den Wünschen Vieler entgegengekommen ist, indem er einen Ausflug nach Alsfeld auf sein Programm gesetzt hat. Für einen guten Empfang, interessante Borträge und Alles in Allem einen glücklichen Verlauf des Tages ist bestens gesorgt, es bleibt zu wünschen, daß Jupiter PluviuS einer zahlreichen Betheiligung nicht im Wege sein, sondern für diesmal sein grämlich Antlitz verbergen möge.
* • Domchor Concert. Das am Mittwoch den 26. Juli stattfindende Concert deS Berliner DomchoreS verspricht in jeder Beziehung ein hochinteresiantes zu werden, nicht allein, daß die AuSsührenden ein Ensemble bilden, wie eS schöner kaum gedacht werden kann, so ist auch daS Programm selbst in würdigster Weise zusammengestellt. Der erste Theil enthält, der Tendenz deS Chores entsprechend, geistliche Chöre- chronologisch geordnet birgt derselbe auS jedem Jahrhundert eine Perle deS Kirchengesanges. 1500, Palestrina: „0 bone Jesu“, 1600, PrätoriuS: „Es ist ein RoS' entsprungen",- 1700, Haydn: „Arie aus der Schöpfung" (Sologesang)- 1800, Grell: Motette (8stimm.). Der zweite größere Theil des Programmes besteht auS weltlichen Gesängen, aber auch hier ist, wenn auch oaS Moderne Überwiegt, das Bestreben, nur Gediegenes aufzunehmen, deutlich erkennbar. Componisten, wie Donati, Henschel, Hegar, Jsenmann, Perfall und Bruch, die alle durch edle Gaben die Männergesangliteratur bereichert haben, finden wir mit ihren schönste., Liedern vertreten.
-sä. Tyroler - Concert. DaS gestern Abend im „Cafö Leib" stattgefundene Tyroler-Concert war recht schwach besucht, woran daS schöne Wetter wohl größtentheils schuld war. Die Leistungen der Gesellschaft sind vorzügliche zu nennen und wurde der Humor derselben durch den schwachen Besuch nur wenig beeinträchtigt. Sehr wirkungsvoll vorgetragen wurde von Herrn Berger der Baß-Solo „AndreaSHofer" mit Echo und zum Schluß der TyrolerNattonal- tanz (Schuhplattler). Das Publikum spendete den Künstlern nach jeder Nummer des Programms reichen Beifall und wünschen wir der Gesellschaft, daß das heute Abend stattfindende letzte Concert im Hinblick auf ihre guten Leistungen recht zahlreich besucht wird.
* * Unfall. Vor einigen Tagen spielten Kinder an einem in der Licherstraße ausgestellten Weißbindergerüst, bei welcher Gelegenheit ein fünfzehnjähriger Junge das sogen. Rollseil löste, um daran einen siebenjährigen Jungen in die Höhe auf das Gerüst zu ziehen. Auf der ersten Etage angekommen, fiel der Hinaufgezogene herunter und verletzte sich derart, daß er an Gehirnerschütterung schwer erkrankt darnieder liegt.
* * Verhaftet. Eine frühere Dienstmagd wurde gestern wegen verschiedener Diebstähle zur Haft gebracht.
• * Charakter-Verleihungen. Dem Ministerialsecretär im StaatSministerium Dr. Georg Freiherrn von Wedekind wurde der Character als „LegationSrath", — dem ersten Assistenten am electrischen Institut der Technischen Hochschule zu Darmstadt Dr. Carl Wirtz der Character als „Professor", — dem Lehrer an der ersten Knabenlehrerstelle in Schotten Theodor Wiegel der Character als „Mitprediger", — dem ersten Pfarrer zu WormS, Decan Carl Sigismund Müller der Character als „Kirchenrath" verliehen.
* • Kirchliche Dianstnachrichten. Am 30. Juni wurde dem Pfarrer Christoph Löw in Ober-Abtsteinach die kathol. Psarrstelle zu Lorsch, — am 18. Juli dem Pfarrer Dr. Richard Weitbrecht in Mähringen im Königreich Württemberg die erste evangelische Psarrstelle zu Wimpfen übertragen.
* * Für die am 3. August angesetzte Generalversammlung deS LandeS-GewerbevereinS, die bekanntlich in Langen abge- haltcn wird, sind u. A. folgende Gegenstände auf die Tagesordnung gesetzt worden: Berichterstattung über den derzeitigen Stand der Frage der Gewerbekammern im Großherzogthum Hessen, sowie Erhebungen bezüglich der §§ 119a ff. (Lohn- zahlung der minderjährigen Arbeiter an deren Eltern oder Vormünder betreffend) und 120 (Verbot der Abhaltung des SonntagSunterrichtS während des Hauptgottesdienstes). Das nächste Jahr findet die Generalversammlung an einem noch zu wählenden Orte der Provinz Rheinheffen statt.
Sine Lebensfrage für da8 Handwerk berührt daS „Bayr. Vaterland", indem eS schreibt: In verschiedenen Blättern wird über daS späte Zahlen der Rechnungen geklagt. Der Handwerker muß seine Lieferanten in der Regel in 1 b'S 3 Monaten, den Arbeitslohn alle 8 bis 14 Tage baar bezahlen und auch die Auslagen für Küche und Haus sind größtentheils gleich zahlbar, seine Forderungen aber für gelieferte Arbeit oder Waare kommen inS Buch. Die Kundschaft zahlt nicht baar- vor einem halben Jahr zu zahlen, gtlt vielerorts für nicht anständig und bei Manchen geht- ein Jahr und länger. Mit Einklagen von Forderungen verliert man die Kunden und soll ein Wechsel bei leerer Kaffe und vollem Hauptbuch eingelöst werden, so muß mancher Geschäftsmann sich dazu bequemen, „bitten und betteln" au geben, da, wo er zu fordern das Recht hot. Wäre es die Regel, daß alle Käufe sofort baar beglichen würden, so wäre alle Wett in der Lage, baar zu zahlen. ES würde viel Zeit mit Buchhalterei gespart, man würde allgemein billiger kaufen können, mancher überflüssige Kauf, aber auch mancher VeAust würde vermieden, andererseits würde durch eine volle Kaffe wieder manche Anschaffung erleichtert.
t Sich, 20. Juli. Die in jüngsten Tagen niedergegangenen starken Regengüsse machen bereits in verschiedenster Weise ihre Wirkungen geltend. So ist z. B. daS Rindfleisch in hiesiger Stadt von 40 Psg. auf 50 Pfg. gestiegen. — Die Fischereiberechtigung der Stadt Lich in der Wetter, beginnend an der Nieder Bessinger Grenze und führend bis zur hiesigen Untermühle, hat bei der jüngst stattgefundenen Verpachtung den Preis von 101 Mk. erreicht. Früher kostete dieselbe 3 Mk.
P.A. Darmstadt, 17. Juli. Die Anmeldungen zur Theil- nahrne am 21. Mittelrheinischen Kretsturnfeste auS den Kreisvereinen lausen zahlreich ein, so daß schon jetzt auf eine außerordentlich starke Betheiligung gerechnet werden darf. Bereits 2100 Turner - Festkarten sind bestellt und theilweise versandt worden. AuS 61 Vereinen sind 102 Musterriegen zum Wettturnen angemeldet, und auch die Betheiligung am Einzel-Wettturnen verspricht eine überaus zahlreiche zu werden. In einem dieser Tage an die Turnvereine ergangenen Rundschreiben sind die Geräkhe-Pflichtübungen für das Einzel- Wetturnen bekannt gegeben worden. Zugleich wurde die Festordnung mitgetheilt, welche sich wie folgt gestaltet. Vorfeier:- Sonntag, 23 Juli, Nachmittags 3 Uhr: Zug der Vereine und Schüler nach dem Festplatz. Um 4 Uhr: Turnen der Schüler und der Darmstädter Turnerschaft: Freiübungen, Vorführung der am Wettbewerb teilnehmenden Musterriegen, Fechten, Turnspiele, Kürturnen. Concert auf dem Festplatz. Abends 8 Uhr in der Festhalle: Concert, Probeaufführung der turnerischen Vorführungen (Pyramiden, Marmorgruppen), sowie der GesangS-Chöre. Hauptfeier: Sonnabend, 29. Juli, Nachmittags: Empfang der ankommenden Turner und Kampfrichter. Abends 6 Uhr: Sitzung des Kampfgerichts im Kampfrichter - Gebäude auf dem Festplatz. Abends 8 Uhr: in der Festhalle: Eröffnung des Festes und Begrüßungsfeier. Aufführungen der Turnmannschaften, Liedervorträge der Turner Singmannschaften, Concert. — Concert auf dem Festplatz. Sonntag, 30. Juli, Morgens 6 Uhr: Weckruf. Vormittags von 7 Uhr an: Empfang der eintreffenden Turner an den Bahnhöfen und Geleitung derselben nach dem Fesiplatz. Vormittags 11 Uhr: Aufstellung des Festzuges. 111/2 Uhr: Festzug durch die Stadt nach dem Festplatz. Nachmittags 2 Uhr: Festrede, Freiübungen, Musterriegen Turnen. — Concert auf dem Festplatz. Abends: Vertheilung der Ehrentafeln an die Musterriegen. — Concert in der Festhalle und Tanz - Vergnügen auf dem Festplatz. Montag, 31. Juli, Morgens 6 Uhr: Weckruf. Sitzung des Kampfgerichts. Vormittags 7 Uhr: Beginn des Einzel-Wett- turnens. 9 Uhr: Concert auf dem Festplatz. Nachmittags 2l/2 Uhr: Festbankett in der Festhalle. 5 Uhr: Schauturnen der Schüler der hiesigen Schulanstalten. — Concert auf dem Festplatz. 6 Uhr: Kürturnen der geübteren Turner des Mittelrhein - Kreises unter Leitung des KreiSturnwartes. Abends 8 Uhr: Verkündigung der Sieger beim Einzel-Wett- turnen. Aufführungen der Turnmannschaften in der Festhalle. — Concert und Tanz-Vergnügen auf dem Festplatz. Bon 5 Uhr an: Concert in der Festhalle. Dienstag, 1. August, Vormittags 7 Uhr: Sitzung des Kampfgerichts. 8 Uhr: Beginn deS WettfechtenS. Von 11 bis 1 Uhr: Frühschoppen- Concert vor den Wein- und Bierhallen. Nachmittags 3 Uhr: Beginn des Wettringens. 4 Uhr: Turnspiele der Vereine. — Concert auf dem Festplatz. Abends 6 Uhr: Verkündigung der Sieger beim Wettsechten und Wettringen. 8 Uhr: Concert der Darmstädter Männergesangvereine in der Festhalle. — Concert und Tanz-Vergnügen auf dem Festplatz. Mittwoch, 2. August, Vormittags: Turnfahrten in die Umgebung Darmstadts. Nachmittags von 3 Uhr ab: Volksfest auf dem Festplatz. Concerte, Volksbelustigungen aller Art, Tanz Vergnügen. Von Abends 8 Uhr an: Concert in der Festhalle und auf dem Festplatz, Illumination des Festplatzes. — Seitens der Eisenbahn-Verwaltungen sind in entgegenkommender Weife Fahrvergünstigungen gewährt worden, fei es durch Preisermäßigungen oder durch verlängerte Gültigkeitsdauer der Fahrkarten. — Die Eintrittspreise sind wie folgt festgesetzt worden: 1. Familienkarten, gültig für drei Personen, 4 Mk., jede weitere Person 1 Mk. mehr. 2. Solche für Mitglieder der hiesigen Turnvereine und der Ausschüsse, gültig für vier Personen, 4 Mk., jede weitere Person 1 Mk. mehr. 3. Dauerkarten für eine Person 3 Mk. 4. Tumer-Festkarten 2 Mk. 5. Festkarten für hiesige Turn- Zöglinge 1 Mk. Sämmtlich gültig für die Vorfeier und Hauptfeier einschließlich Mittwoch. 6. Turner - Tageskarten für Sonntag, 30. Juli, 1 Mk. 7. Karten für diejenigen Zugstheilnehmer, welche nicht im Besitze einer Familienkarte sind, für den ganzen Sonntag, 30. Juli gültig, 1 Mark. 8. Eintrittskarten: für Sonntag, 30. Juli, 1 Mk., für die Borfeier am 23. Juli, Sonnabend, 29. Juli, Montag, 31. Juli und Dienstag, 1. August je 50 Psg., für Mittwoch, 2. August 20 Pfg., zum Festplatz vor Beginn des Festes 20 Pfg. Kinder unter 10 Jahren zahlen die Hälfte.
Oppenheim. 18. Juli. Herr Banralh Paul Wallot, der Erbauer des Reichstagsgebäudes in Berlin, feierte heute hier das silberne Hochzeitsfest.
• Gaffel, 17. Juli. Gellern waren hier einige Hunden Taubstumme au» unserer Provinz, sowie Westfalen und dem Großherzogthum Heffen zusammengekommen zur Feier eines K i r ch e n f e st e S. Letzteres fand in der Hof- und Garnisonskirche statt, wobei auch daS heilige Abendmahl ge- spendet wurde. Heuie unternahmen die Festtheilnehmer einen Ausflug nach WilhelmShöhe.
Afchaffenburg. 19. Juli. EintraurigeSFamilien- b i ld aus dem Spessart entrollt die „Asch. Ztg.": In Bischbrunn sollte kürzlich die alte Großmutter deS SternwirthS beerdigt werden. ES waren auch bereits auswärtige Verwandte zur Beerdigung geladen- sie mußten aber gleich nach Ankunft erfahren, daß der Enkel der verstorbenen, ein
20jähriger roher Bursche, seine Großmutter erschlagerr habe. Schon einmal, acht Tage früher, war die Großmutter von dem Enkel wider die Wand geschleudert worden, sodaß sie mehrere blaue Flecken davontrug. Die Sache kam zur Anzeige und das Untersuchungsgericht von Aschaffenburg traf bereits in Bischbrunn ein. Noch ehe die Commission am Thatone erschien, ging der junge Mensch in den Keller und gab sich drei Schüffe in die Brust und einen Schuß in den Mund. Der alte Sternwirth war dem Trunk ergeben, ebenso deffen Sohn, beide sind schon langer tobt - der Dritte ist ebenfalls ein Trunkenbold. Die Wirthschaft ist den Leuten wegen ihres Lebenswandels entzogen worden. Die Mutter des erst 20 Jahre alten Unmenschen liegt schon fünf Jahre krank darnieder.
* Bruustadl, 19. Juli. In einer Steingrube wurden nach der „St. P." vier Arbeiter verschüttet- drei wurden als Leichen herausgezogen. An dem Aufkommen des vierten, der im Spirale zu Mülhausen liegt, wird gezweifelt.
* Hamburg, 20. Juli. Werner Kümmel, Director der Altonaer GaS- und Wafferwerke, eine anerkannte Autorität des Wasserfaches, verstarb nach zweitägiger Krankheit am Brechdurchfall in Chicago, wohin er als Delegirter deS Architekten- und Ingenieur-Vereins Hamburg gereift war.
* Karlsruhe, 16. Juli. Wie die „Bad. Gewerbeztg." mittheilt, kam in diesem Jahre bei der PrüfungS-Commtssion in Karlsruhe, soweit bekannt, in unserm Großherzogthum zum ersten Mal der Fall vor, daß ein Handwerker (Klempner) auf Grund einer von ihm gefertigten praktischen Arbeit zur Einjährig-Freiwilligen-Prüfung zuge- laffen wurde. DeS Betreffenden Arbeit stellte eine Petroleumlampe bar, an der die Technik des Treibens und Drücken- vornehmlich zum Ausdruck kam und die von der PrüfungS- Commission nach zuvor eingeholtem Urtheil der Sachverständigen als eine hervorragende Leistung in seinem Gewerbe anerkannt wurde. Hierdurch war der junge Handwerker von der Prüfung in fremden Sprachen befreit, und er erlangte, da er die Prüfung in den Elementarfächern bestand, die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst.
* München, 17. Juli. Der Secondelieutenant und vormalige BataillonSadjutant im 2. Jnf.-Regirnent, Hans May, hatte, nachdem er bei fast fämmtlichen Feldwebeln des Regiments und beim Musikmeister namhafte Beträge gepumpt, zahlreiche, ihm als Adjutanten übergebene Gelder unterschlagen. Schließlich stahl er noch mittels Einbruchs ander Bataillonskaffe 1000 Mk. in Pfandbriefen und 192 Mk. baar, wurde dann am 5. Februar fahnenflüchtig und prellte in Neapel den Rentner Höß um 200 Lire. May wurde vom Militärgericht nach den „M. N. N " deshalb in contumaciam zu 374 Jahren Gefängniß, 5 Jahren Ehrverlust und Entfernung aus dem Heere verurtheilt.
* Brieftauben auf hoher See. Bei der letzten Flotten* Revue vor New-Aor k hat baß Gefchwaber von hoher See aus Brieftauben an Präsident Cleoeland, Admiral Gherardi :c. nach Richmond, Philadelphia rc. abgefanbt. Nach Mittheilung der „Geflügelbörfe" sind die Thiere alle richtig an ihren Bestimmungsorten eingetroffen und haben damit den Beweis erbracht, daß man flugtüchtigen Tauben recht wohl Botschaften vom Meere nach der Küste anvertrauen kann. Es soll daher auch bei der Marine der Verein. Staaten (wie jüngst von der englischen Marine gemeldet wurde) die Verwendung von Brieftauben zum Depeschendienst eingeführt werden.
* Leistung einer Brieftaube. AuS Solingen wird der „Berl. Ztg." geschrieben: Ein hiesiger Gasthofbesitzer reiste vor Kurzem nach Chicago. Bei seiner Landung in New Uork ließ er eine Brieftaube, welche zu dieser Rrafileiftung mitgenommen war, auffliegen. Vor einigen Tagen langte die Taube mit der Nachricht: „Glücklich gelandet. Fritz," hier an. Das Thier hat den Weg von New-Fork nach hier in zwei Tagen zurückgelegt.
* Geräucherte Fischwurst ist bas neueste Product, da- Norwegen auf den deutschen Markt schickt. In Altona ist eine Probesendung solcher Würste eingetroffen.
* Nichts borgen? Jrn „Oberhessifchen Anz." findet sich als Annonce folgender Erguß: Ich habe eine Tochter von Peter Josef Wagner Cigarrenmacher zu Reichelsheim zur Frau genommen. Der Name Emma Mogk (geb. Wagner) melde mir durchgegangen ist mit mehrere Sache 'ohne Grund kann auf meinen Namen nichts mehr leihen oder borgen ich nichts mehr hafte und für gar nichts mehr von (Emma Wagner). Frau Mogk noch Geld zu bekommen hat und Sie nicht bezahlen will kann mein Ring Wurst Fleisch ein geborgtes Kleid Stroh Scherre Teller Schüffel Hemd u. f. w. Pfände. Georg Mogk X. Samenhändler.
* In Magdeburg ist am Dienstag der Handlungsgehilfe Herrn. Knabe aus Uthleben, der vom dortigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt worden war, weil er im Juni o. I. den Chocoladefabrikanten O. Witte ermordet und beraubt hatte, hingerichtct worden.
* Loudon, 19. Juli. Der Feuerschaden der Ctty wird auf 1,350,000 biß 2 Millionen Pfund geschätzt. Unter den Betroffenen sind verschiedene deutsche Firmen, wie Singer, Fellheimer, Schweder u. Co., Meyer u. Co., Lazarn- und Rosenfeld.
* London, 19. Juli. Die in Queenstown eingetroffene letzte Post meldet, daß in ©anton Tausende von Personen am Gelben Fieber gestorben sind. ES herrsche allgemeine GeschästSstockung- 45 Schiffe im Hafen seien ohne Besatzung, 20 ohne Copitän. Während deS Monat- Juni belief sich die tägliche Durchschnittsziffer der am Gelben Fieber Gestorbenen auf 200. Hunderte von verwesenden Leichen schwimmen den Fluß hinab.
• Auf dem Zweirad durch Europa. AuS LangenloiS wird der Deutschen Zeitung unterm 19. dS. MtS. gemeldet: Gestern hat der bekannte Tourenfahrer Lehrer Kurz, welcher alljährlich die Ferien zu einer größeren Reise per Zweirad benützt, eine auf vier Wochen berechnete Radtour
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