Issue 
22/01/1893 Zweites Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

geblieben. Im dänischen Folkething (Reichstag) forderte der Berichterstatter der Finanzcommission den Minister deS Aus- wärttgen, Reetz-Thott, aus sich über die Aeußerungen Caprivis auszusprechen. Der Minister erwiderte, daß Dänemark nach wie vor daran festhalte, daß bei einem Rrieg zwischen den Großmächten unzweifelhaft allein eine durchaus neutrale Haltung die Existenz des Landes gewährleisten könne. Der Abg. Brandes sprach sodann geradezu die Ansicht aus, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark eine Lebensbedingung für letzteres bildeten. Schon in der Militärcommission hatte der Abgeordnete Eugen Richter darauf hingewiesen, daß Oesterreich-Ungarn und Italien an dem Fortbestehen des Dreibundes naturgemäß ein viel größeres Interesse haben als Deutschland, und daß, wenn ja einmal eine Entfremdung Oesterreichs von Deutschland eintreten sollte, das letztere sodann sogleich in ein freund­schaftlicheres Verhältniß zu Rußland kommen werde. Im Plenum des Reichstags ist die erste Lesung der Brannt­weinsteuernovelle in wenigen Sitzungen zu Ende ge­führt und die Berathung der Dörsensteuernovelle be­gonnen worden. Ein klares Urtheil über die endgültige Stellungnahme zu diesen Steuerprojecten der Regierung ist bislang noch nicht möglich. Wie bei der Brausteuernovelle, so ist überdies auch hier die letzte Entscheidung von dem Schicksal der Militärvorlage abhängig. Die Verhandlungen des Reichstags über den Antrag der Centrumspartei, den Befähigungsnachweis für das Handwerk, also eine Art Handwerkerexamen, einzuführen, boten kein einziges Moment, welches nicht schon bei den zahlreichen früheren Discussionen des Reichstags über den gleichen Gegenstand vorgebracht worden wäre.

In Preußen haben die Berathungen über den Etat für 1893/94 begonnen. Wie der Finanzminister bei der Ein­bringung des Etats ausfllhrte, hat das Etatsjahr 1891/92 mit einem Defizit von 43 Millionen abgeschlossen. Einen mindestens ebenso hohen Fehlbetrag wird voraussichtlich das laufende Rechnungsjahr 1892/93 aufweisen. Für das neue EtatSjahr 1893/94 ist das Defizit sogar aus 59 Millionen veranschlagt, und zwar ergiebt sich voranssichtlich bei den Staatseisenbahnen eine Mindereinnahme im Betrage von 29 Millionen und in Folge der höheren Ansprüche des Reiches an die Einzelstaaten eine Erhöhung der Matrikular- beittäge um 23 Millionen.

In England hat Gladstone bekanntlich schon vor längerer Zeit seine Homerulebill dem Cabinet vorgelegt. Neuerdings verlautet, daß auch bereits eine Einigung über die Haupt­punkte derselben erfolgt sei. Es wird demnach nicht mehr lange dauern, bis der Entwurf der Oeffentlichkeir übergeben wird. Iw Frankreich hatte derFigaro" behauptet, daß der französische Gesandte in Wien bei einer Hoffestlichkeit vom Kaiser absichtlich übersehen worden sei. Es hat sich aber herauSgestellt, daß an dieser Meldung kein wahres Wort ist. In Egypten hatte der Khedive sich erlaubt, ohne Befragen Englands einen neuen Ministerpräsidenten zu ernennen. Durch das energische Vorgehen Englands sah er sich indeffen alsbald genöthigt, die Ernennung rückgängig zu machen und einen anderen, England genehmeren Politiker mit dem Portefeuille zu betrauen.

Localer und j)rovinzieller.

Gießen, 21. Januar 1893.

Der Getreidemarkt. Die seit dem Jahreswechsel auf dem deutschen Getreidemarkt eingetretene leichte Preis- steigerung behauptet sich noch immer, obwohl an manchen tonangebenden Plätzen inzwischen allerdings kleine Rückschläge eingetreten sind. Vielleicht kann man nun die schlimmste Zeit der im deutschen Getreidegeschäft schon so lange ob­waltende Stockung als endlich überwunden betrachten, vor­ausgesetzt, daß die günstigen Stimmungsberichte vom aus­ländischen Markte andauern. Im Allgemeinen wog auch m der abgelausenen Berichtswoche die Haussebewegung für Weizen und Roggen vor, nur waren die Umsätze verhältniß- mäßig geringe, vermuthlich infolge der reservirten Haltung der Abgcber. Dieselben speculiren darauf, daß das Frost- wetter andauern und den Getreideconsum begünstigen, also noch bessere Preise bringen werde. Hafer hat sich an den meisten Plätzen nur wenig verändert, für Gerste war an süddeutschen Punkten lebhaftere Nachfrage. ES notirten an der Berliner Produetenborse: Weizen von 145162 Mark pro 1000 Kilo, Roggen von 132189 Mark, Hafer von, 135155 Mark und Gerste von 115165 Mark.

nn. Darmstadt, 20. Januar 1893. (23. Mittelrheinisches Turnfest zu Darmstadt.) Nachdem am verfloffenen Sonntag auf ergangene Einladung des vorbereitenden Ausschusses für das diesjährige mrttelrheinische Turnfest im Rathhaussaale dahier eine größere Anzahl Herren sich ver­sammelt hatten, u. A. die Herren Ehrenvorsitzenden General­lieutenant von Bülow, Staatsminister Finger, Geh. Staats­rath Knorr von Rosenroth, Geh. Rath von Marquard und Bürgermeister Morneweg, um über die Bildung des Fest- auSschuffcS für das Turnfest zu berathen, fand gestern Abend im oberen Saale des TurnhaufeS der Turngemeinde Darm­stadt unter dem Vorsitz des ersten Sprechers Profeffor Dr. L. Büchner eine große Versammlung von hiesigen Bürgern sowie von Mitgliedern der drei beteiligten Turnvereine statt. In dieser Versammlung fand zunächst die Wahl der durch die Satzungen für die Geschäftsführung des 21. Turnfestes nöthigen Einzelausfchüsse statt. Die sämmtlichen Gewählten haben ihre Bereitwilligkeit, zum Gelingen deS Turnfestes beizutragen, ausgesprochen und ist damit eine sichere Gewähr für einen guten Ausfall des Turnfestes gegeben. Die ein­zelnen Ausschüsse beginnen sofort ihre Thätigkeit. Die nächste Aufgabe wird dem Bau-AuSfchuß zufallen, der über die be­reits cingelaufenen fünf Entwürfe zum Festhallenbau feinen1 Entscheid treffen muß.

AnS Rheinhessen, 19. Januar. AuS allen Theilen der Provinz Rhetnheffen treffen Nachrichten ein, daß die herrschende

Kälte, die bis auf 20 Grad stieg, einen nicht unbedeutenden Schaden in den Weinbergen angerichtet bat.

Die neueste amtliche Statistik der Tchule Gabclsbergers.

Die vom Königlichen stenographischen Institut in Dresden in dem soeben erschienenen 36. Jahrgang desJahrbuchs der Schule Gabelsbergers" veröffentlichte Statistik über daS Rechnungsjahr vom 1. Juli 1891 bis 30. Juni 1892 weist in jeder Beziehung bemerkenswerthe Fortschritte in der Ausbreitung des Gabelsberger schen Systems nach. Die Zahl der Vereine der gesammten Gabelsberger Schule hat sich von 752 mit 20 899 ordentlichen Mitgliedern auf 800 mit 22 704 ordentlichen Mitgliedern gehoben. Der stärkste Zuwachs mit 23 Vereinen und 979 ordentlichen Mitgliedern ist in Preußen eingetreten, welches nunmehr 262 Vereine mit 5106 ordentlichen Mitgliedern aufweift. Die 734 Lehranstalten (65 mehr als im Vorjahre), an welchen Gabelsbergers System durch Unterricht Pflege fand (abgesehen von den Lehranstalten, wo es nur durch Schüler­vereine gepflegt wurde), vertheilen sich mit 49 auf Preußen, 167 auf Bayern, 92 auf Sachsen, 36 auf die übrigen deutschen Staaten, 347 auf Oesterreich-Ungarn und 43 auf das übrige Europa und auf Amerika. An diesen Lehr­anstalten wurden unterrichtet 33 364 Schüler (3066 mehr als im Vorjahre). An Vereins- und Privatcursen nahmen Theil inSgesammt 18 151 Personen. Die Gesammtzahl aller Unterrichteten stellt sich also auf 51 515, d. i. 5836 mehr als im Vorjahre, und zwar sind darunter 36 777 Theil- nehmer an Anfänger- und 14 738 an Fortbildungscurscn. Auf Preußen entfallen davon 5729 Unterrichtete, d. i. 1075 Zuwachs gegen das Vorjahr. Man beobachtet somit nicht nur ein außerordentliches Vorschreiten deS Gabelsbsrger'schen Systems hinsichtlich deS Vereinswesens wie deS Unterrichts im Allgemeinen, sondern in ganz besonders starkem Maße in Preußen, demjenigen Lande, wo das System sich nicht einer staatlichen Förderung zu erfreuen hat, wie in eiligen anderen Ländern deS In- und Auslandes. Die fremdsprachlichen Schulen Gabelsbergers vertheilen sich auf 14 verschiedene Länder, unter denen Italien, Ungarn, Böhmen und Schweden mit zusammen 70 Vereinen, insgesammt 7678 Unterrichteten und 158 Lehranstalten obenan stehen. Im Dienste der betr. Parlamente wurde, wie früher, Gebrauch von Uebertragungen des Gabelsberger'schen Systems gemacht in Böhmen, Ungarn, Croatien, Bulgarien, Serbien, Griechen­land, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. Das deutsche Originalsystem Gabelsbergers findet Anwendung in folgenden parlamentarischen Körperschaften: im deutschen Reichstage (6 Gabtlsbergerianer und 6 Stolzeaner), im österreichischen Reichstage und den Delegationen, in den Provinziallandtagei von Schlesien und Rheinland, den Land­tagen von Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Weimar, Coburg-Gotha, in der Bremer Bürgerschaft, im Landes-Ausschuß für Elsaß-Lothringcn, endlich in den Land­tagen der sämmtlichen österreichischen Kronländer. Um für die angeführten Zahlen einen Maßstab zu geben, sei noch bemerkt, daß die GabelSberger'fche Schule für sich allein zu den elf anderen deutschen Systemen von nennensmerther Ver­breitung (Alt-, Mittel- und Neustolze, Arends, Roller, Faulmann, Stenotachygraphie, Velten, Merkes, Schrey und Brauns), wenn man sie alle zusammenrechnet, auch ganz davon absieht, daß die wenig zuverlässige Statistik dieser Schulen eher zu hoch als zu niedrig gegriffene Angaben macht, sich hinsichtlich der Zahl der Vereine fast wie 2 :3, nach der Zahl der ordentlichen Mitglieder wie 4:5 und nach der Zahl der Unterrichteten sogar wie 2:1 verhält.

- - - '

" Vermischtes.

* Frankfurt a. M., 20. Januar. Der Steindrucker Wollmann, der vor einer Woche im Stadtwalde feine Geliebte erschoß und einen Selbstmordversuch unternommen zu haben angab, ist nach rasch erfolgter Heilung der leichten Verwundung, die er sich mit einer Platzpatrone zugefügt haben soll, ins Unterfuchungsgefängniß verbracht worden. Er steht, wie derFrkf. Genr.-Anz." mittheilt, unter dem Verdacht, sich deS Mädchens, dessen Einwilligung zu gemeinschaftlicher Selbsttödtung er nach dieser Lesart nicht besessen hätte, vorsätzlich durch Mord entledigt zu haben.

* Bieber, 18. Januar. Heute tagte eine, von Interessenten geladene Serjammlung auf der Kronenmühle im Bieberthal. Es handelte sich um die seit Jahren geplante Eisenbahn durch das Bieber- und Aarthal. Dem Wafferlauf nach gehen die Sympathien der Bevölkerung. Trotz der großen Kälte war der Besuch ein ungemein zahlreicher. Abgesandte der Stadt Gießen waren anwesend und sämmtliche Ortschaften bis hinauf nach Niederweibach. Es wurde von der Ver­sammlung, in der alle Stände vertreten waren, ein Aus- führungscomitö gewählt und eine Petition an daS hohe Haus der Abgeordneten beschloffen, in der die Nothwendig feit und Rentabilität der zu erbauenden Bahn dargethan werden soll. Der Verlauf der Eifenbahn würde fein. Gießen-Kinzenbach Rodheim Bieber-Königsberg, Strupbach Erda Niederweibach Bischoffen. Die anwesenden Gemeindevertreter erklärten, die Gemeinden würden bereit fein, das zum Bahnbau nöthige Gelände, soweit es Ge- meindeeigenthum betrifft, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Wir wünschen dem Unternehmen den besten Erfolg, der bei der Opferwilligkeit der Betheiligten nicht aus bleiben wird.

jz * DaS Testament eines Gekränkten. Wie amerikanische Blätter melden, vermachte ein kürzlich in Newhork ver­storbener Italiener, welcher ein Vermögen von Dollar 500,000 hinterließ, feinen beiden ältesten Söhnen je einen Dollar. Die Wittwe erhält nach dem Lermächtniffe Doll. 15,000 per Jahr und außerdem Doll. 200 per Monat

für den Unterhalt der übrigen fünf noch unmündigen Kinder, unter welche das Vermögen nach ihrer Majorenmtät gleicb- mäßig zur Dertheilung kommt. In dem Testamente heißr es u. A. wörtlich:Meine ältesten Söhne waren unge­horsam von Kindesbeinen an, brachten erschreckliche Summen durch und achteten meine väterliche Autorität gleich Nichts. Ich habe nichts für die Burschen übrig". Sarkastisch meint der Erblasser in feiner letzten Willenserklärung noch, feine beiden ältesten Sohne könnten den Dollar in geistigen oder sonstigen Genüssen anlegen.

Die größte Schlange Als im Jahre 476 Constantinopel unter der Regierung des Kaisers Basilius durch Mißver gnügte in Brand gesteckt wurde und dadurch auch die herrliche, 100000 Bände enthaltende Bibliothek zu Grunde ging, verzehrte die Flamme auch eine außerordentliche, dort wohlverwahrte Seltenheit, nämlich eine 120 Schuh messende Schlangenhaut, auf welcher die gesummten Werke deS Dichters Homer mit goldenen Buchstaben geschrieben waren.

Die Geschichte eine« LotteriegewinneS beschäftigt gegen­wärtig das Berliner AmtSgcrtcht I. Dor etwa acht Wochen kaufte ein Arbeiter P. bei einem Berliner Cigarren- händler zwei Cigarren, die ihm der Verkäufer vermeintlich in Zeitungspapier einwickelte. Aus Versehen aber hatte der Cigarrenhändler die Cigarren in ein auf dem Ladentisch liegendes LooS der Weseler Lotterie eingewickelt, daS P. später, als er eine der Cigarren rauchte, entdeckte und für sich behielt. Er hob sich das LooS auf, und eS fiel ein namhafter Gewinn auf dasselbe, den P. einkassirte und für sich behielt. Er machte aus feinem Glück kein Hehl, und so erfuhr dies auch der Cigarrenhändler, der den langjährigen Kunden aufforderte, ihm den Betrag, der auf daS LooS ge­fallen war, auSzuhändigen. P. jedoch verweigerte die Herausgabe mit der Erklärung, daß er daS Einwickelpapier mit den Cigarren gekauft habe und er für den Jrrthum deS Verkäufers nicht verantwortlich gemacht werden könne. Der Ausgang des anhängig gemachten Prozesses ist abzuwarten.

* Zwillinge mit verschiedenen Geburtsjahren. AuS Goldap, 11. Januar, wird berichtet: In einer hiesigen Familie ist der gewiß sehr seltene Fall vorgekommen, daß von einem Zwillingspaare daS eine Kind am 31. Decbr. 1892 und der Zwillingsbruder desselben am 1. Januar 1893 ge­boren wurde. Demgemäß ist auch die Eintragung in daS Gebnrts Register durch den betreffenden Standesbeamten bewirkt worden.

Derfcbr, Land- unb Volkswirthschaft.

Schafe, Schweine, Rinder und andere Thier« vor «rkLltnng und Krankheit tu schützen und bet zu mästende« Thteren die Mast zu erteichter«. Em aus den alten Buck zwar befremdlicher, aber nicht übler Rath taucht in englisch«n Fach- blältern auf, Schafe, Rinder, Pferde, Schweine u. s. w. vor.Erkältung zu schützen. DaS Mittel ist ein sehr einfache« und billige«, dteThiere werden nämlich mit einem nicht oxydirenden Oel mäßig, aber gründ­lich eingefettd. Die dünne Oelschicht hält al« schlechter Wärmeleiter nicht nur Waffe und Kälte von den Thieren ab, sondern veintchtet gleichzeilig alle Parasiten, ohne die Ausdünstung zu verhindern. Aber weiter! Die durch Kälte und naßkalten Sprühregen dem Thier- körper entzogene Wärme muß natürlich durch da« Futter ersetzt werden, ehe an eine Verbesserung de« Zustande« hinsichtlich deS Fleisch-, Fettansatzes u. s. w. zu denken ist. Durch das Einölen der Thiere wird die Abaabe an Wärme verhindert, weil Nässe und Kälte keinen birecten Einfluß auf den Körper haben; somit kommt ein höherer Procentsatzes deS verbauten Futter« bem Körper zu gute und die Thiere benöthigen etwas weniger Futter und zwar um so viel weniger, um die Körperwärme, die vom Regen und Frost entzogen worden »st, zu ersetzen. In heuarmen Jahren, wie das vergangene, könnte das große Erfparniß bedeuten, und das Gedeihen, zumal die Mast der Rinder, Schafe und Schweine unterstützen.

Citeratur und ICnnft

Da» neue «eichsgesetz über die Krankenverstche«,«» vom 10. April 1892. (Sine Darlegung in Gesprächsform für Zedermann. Verfaßt von Max Hallbauer, K. S. LandaerichiS- birector. 46. Tausend. Leipzig 1893. Verlag von Albert Berger. Preis 80 Pf. Wir nahmen s. Z. Gelegenheit, die von demselben Verfasser in gleicher Weise bearbeitete Ausgabe de« Invalidität« und Attersversicherunasgesetzes zu empfehlen. Der große Anklang, welchen dieselbe gefunden, hat jetzt Anlaß gegeben, auch daS Gesetz über die Krankenversicherung ebenso zu erläutern. Wir finden hier die gleichen Vorzüge, übersichtliche Anordnung deS Stosse« bei einer auch dem einfachsten Manne verständlichen Sprache, dazuBerechnung«- tabelfen zur praktischen Erklärung. Auch bietet ein sorgfältig ge­arbeitete« Register in jedem einzelnen Falle von Unklarheit Gelegenheit zum raschen und bequemen Nachschlagen, so daß wir diese Butgabt besonders Demjenigen bestens empfehlen können, der in dem Durch suchen der reinen TextauSgaben de« Gesetze« weniger Hebung hat.

Bei der Redaction eingegangenc Bücher rc.:

Henry George. Zur Erlösung au« socialer Roth. (The condition of labor). Deutsch von B. E ulen st ein. Lffener Bries an Seine Heiligkeit Papst Leo XIII. Einzige autorisirte ttebersetzung. Nebst bem Runbschreiben de« Papste« über bie Arbeiterfrage. Prei« eleg. geb. 1 Mk. 50 Pf. Die dem Verfasser vonFortschritt und Armuth" allseitig nachgerühmten Vorzüge: Gchankenfrische, klare Darstellung, kräftige Beweisführung kommen auch in dem vorliegenden Merkchen in oortheithaftester und überzeugendster Weise zum Ausdruck. In England, Amerika und Australien wurden bereit« über 100 000 Exemplare abgesetzt.

Verfälschte schwarze Seide.

Man Derbrenne eht Müsterchen be« Stoffes, von bem man kaufen will, und bie etwaige Verfälfchung tritt sofort zu Zage: Aechte, rein gefärbte Seibe kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von aanz hellbräunlicher Farbe. ver­fälschte Seide (bie leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen bieSchußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht fräufelt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, bie Ber verfälschten nicht. Die Seideufabrik ti. Henneberg, (Ä. u. Ä. Hoflieferant Zürich versendet gern Muster von ihren echten ©eibenfloffen an Zebermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei in« Hau«. 844 9

(gedeutet der hungernden Vögel.'