4. Zweiter Vierer:
„Hamm", Hamm i. W.
1. Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania", 2. Ruder- Verein Kassel, 3. Gießener Ruder-Gesellschaft, 4. Mainzer Ruder-Verein. — 5. Junior-Vierer: 1. Mainzer Ruder- Verein, 2. Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania", 3. Kölner Ruder Verein 1877, 4. Frankfurter Ruder-Club, 5. Gießener Ruder-Gesellschaft. — 6. Einser, Lahn- Pokal, Verbandspreis: 1. Ruder - Club „Hamm", Hamm i. W., 2. Gießener Ruder-Gesellschaft. — ^Anfänger-Vierer: 1. Ruder - Gesellschaft „Sachsenhausen", 2. Kölner Ruder-Verein 1877, 3. Ruder-Verein Kassel. — 8. ZweiterEinser: 1. Ruder-Gesellschaft „Sachsenhausen", 2. Ruder-Verein „Brema", Bremen, 3. Kölner Ruder-Verein 1877. — 9. Dollenvierer für Juniors: 1. Schweinfurter Ruder-Club „Franken", 2. Gießener Ruder-Gesellschaft. — 10. Achter, Großherzogspreis: 1. Frankfurter Ruder-Club, 2. Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania", 3. Gießener Ruder Gesellschaft.
** Die Tyroler Concertsauger Gesellschaft Seb. Auer aus Salzburg, welche Mitte vorigen Monats in „Steins Garten" und „Lenz' Felsenkeller" hier mit großem Beifall gastirte, gibt heute und morgen Abend im „CafL Leib" je ein Concert, auf welches wir hierdurch aufmerksam machen. (S. Inserat.)
** Eine Asfevjagd. Vor 14 Tagen entwichen dem Sorger'schen Thterpark (Schöne Aussicht) hier die beiden Affen Joko und Minka. Rach achttägiger Abwesenheit glückte es Joko, welcher sich auf der „Schönen Aussicht" freiwillig wieder etngefunden hatte, einzufangen, doch die schlaue Minka verstand es, sich seither allen Nachstellungen zu entziehen. Das Thier treibt seit 14 Tagen sein Wesen in den Gärten nächst der katholischen Kirche und übernachtet in dem Rosenthal- schen Kornspeicher in der Wilhelmstraße. Den benachbarten Bewohnern stattet Minka durch die offenstehenden Fenster regelmäßige Visiten ab und wird hauptsächlich von der Ktnder- welt mit Milch, Weck und Zucker tractirt. Nur wenn der Besitzer der „Schönen Aussicht" auf die Jagd nach Minka sich in der Nähe des Rosenthal'schen Speichers aufhält, läßt sich der schlaue Affe nicht blicken. Gestern wurde eine förmliche Razzia nach dem Thier abgehalten. Zehn Mann gaben sich alle erdenkliche Mühe, dasselbe aufzusinden, aber vergeblich, Minka war und blieb in Freiheit und wurde überhaupt nicht gesehen, trotzdem man seinen Gefährten Joko in einem Käfig
früher schlafen- um halb zwölf Uhr Nachts wird z. B. das elektrische Licht in den Speisesälen, im Musik-, Damen- und Rauchsalon abgedreht. Zu Tisch wird gewöhnlich Wein getrunken. Gegen Abend gibt eS wieder kalten Aufschnitt mit Thee, Kaffee, frisches Brod und allerhand Näschereien. Dann bleiben die Paffagieren im Speisesaale oder im Rauchzimmer zusammen oder sie halten sich im Musikzimmer auf. Die Damen, die allein sein wollen, finden in einem mit außerordentlichem LuxuS auSgestatreten Damenzimmer Gesellschaft von Geschlechtsgenossinnen, da hier nie der Fuß eines Mannes die Schwelle überschreiten darf.
Damit man nun aber nicht etwa glaube, die luxuriöse Verpflegung beziehe sich nur auf die Cajütenpassagiere, während sie für die Zwischendecker eine recht bescheidene sei, geben wir hier daS tägliche Menu für die Zwischendecker, denen zum Effen abgesonderte, gut ventilirte und mit elektrischem Licht versehene Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, wie folgt: Morgens Kaffee mit Milch und Zucker und frisch gebackenes Weißbrod mit Butter- Mittags um 12 Uhr abwechselnd Suppe mit frischem Rindfleisch und Kartoffeln, Erbsensuppe mit Speck und Kartoffeln, Bohnensuppe mit Pökelfleisch, Pflaumensuppe mit Klößen, Fleisch und Kartoffeln. Neben frischem Fleisch werden abwechselnd Mehlspeisen, Reis, Graupen, Sauerkohl und gesalzene Häringe verabfolgt, Abends gibt es Thee mit Zucker oder Suppe, reichlich Weißbrod, Schwarzbrod und Butter. Schwächliche Personen, Kranke, Frauen und Kinder erhalten auf Anord- nung des Arztes noch besondere Vergünstigungen, wie Milch, »em, Käse u. s. w. Der weitaus größte Theil der Zwischendecker lebt also bester als viele Familien des Mittel- nandes an Land und sehr viele der Zwischendecker haben in ihrem ganzen Leben noch nicht eine so gute Verpflegung ge- habt wie an Bord de» Schiffes.
diesem Jahre ein für diesen Zweck geeignetes Terrain findet? Der Landwirth ist in diesem Jahre ganz besonders genöthigr, alle abgeernteten Aecker alsbald wieder für Grünfutter ein- zusäen und hofft, gerade wenn daS seitherige Wetter um- schlägt, damit im Spätherbst, womöglich b's in den Winter hinein, sein Vieh füttern zn können und dadurch an dem überaus spärlich ausgefallenen Dürrfutter zu sparen. Wenn nun in diesen Gemarkungen Manöver abgehalten würden, so könnte es nicht auSbleiben, daß diese frisch eingesäeten Flächen vielfach beschädigt würden, der Staat für diese Schädigung nach den jetzigen Futterpreisen ganz enorme Entschädigungen bezahlen müßte und der Landwirth trotz dieser Entschädigung sich genöthigt sähe, seinen Viehstand zu reduciren, weil eine noch so hohe Entschädigung ihm LraS zu erhoffende Grünfutter, daS er nach Bedürfniß abernten könnte, nicht ersetzt. Nach den Berichten über jene Verhandlung scheint mir dieser Umstand für den Ausfall der Manöver in unserer Gegend nicht genug geltend gemacht worden zu sein.
Für die dritte Ruder-Regatta auf der Lahn zu Gießen am 30. Juli 1893 liegen folgende Nennungen vor: 1. Einser für JuniorS: 1. Kölner Ruderverein 1877, 2. Ruder-Verein „Brema", Bremen, 3. Frankfurter Ruder- Gesellschaft „Sachsenhausen", 4. Ruder - Club „Hamm", Hamm i. W. — 2. Vierer, Wanderpreis der Stadt Gießen: 1. Frankfurter Ruder-Gesellschaft „Germania", 2. Gießener Ruder-Gesellschaft, 3. Mainzer Ruder-Verein. — 3. Dollenzweier für Juniors: 1. Ludwigshafener Ruder-Verein, 2. Ruder-Gesellschaft Speyer, 3. Ruder-Club
Berlin, 19. Juli. Der Reichstag wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des MonatS November wieder zusammenberufen.
Berlin, 19. Juli. Der erste Choleraverdächtigc wurde heute Vormittag aus dem Hause Steinstraße 11 nach dem Barackenlazareth überfuhrt. DaS Krankenzimmer wurde desinfizirt und verschlossen.
Berlin, 19. Juli. Wegen Beleidigung deS Finanz- minifterS Miquel wurde gegen Ahlwardt das Strafverfahren eingeleitet. Die Beleidigung wurde gesunden in einem Vortrag AhlwardtS, welchen er in einer Volksversammlung über sein dem Reichstage vorgelegtes und noch vorzulegendes Acten- material hielt.
Berlin, 19. Juli. Nach Annahme der Militärvorlage beginnt unter den Sattlern Deutschland» von Berlin auS eine eifrige Agitation zur Erlangung und besterer Bezahlung von Militärarbeiten. In einer gestrigen Versammlung wurde beschlossen, die neunstündige Arbeitszeit, einen Stundenlohn von 40 Pfennig und für Accordarbeit die Preise von 1887 einzusühren.
Berlin, 19. Juli. Nach den letzten Meldungen auS
Neustettin wurde Förster mit großer Mehrheit gewählt.
Berlin, 20. Juli. Von der Reichsmarineverwaltung wurde vor längerer Zeit ein Plan zur Befestigung der Elbemündung, sowie Errichtung einer Marinestation entworfen, welchem jetzt nähergetteten werden soll. |
Berlin, 20. Juli. Der russische Staatsrath Tini- vosegew trifft in den nächsten Tagen hier ein, um die Verhandlungen über den deutsch-russischen Handelsvertrag weiterzuführen.
Hamburg, 19. Juli. Fürst Bismarck tritt seine Reise nach ttisfingen bestimmt in der letzten Woche deS Juli an.
Breslau, 19. Juli. Gegenüber der Meldung der Blätter, der Dragoman Mariano von Bagamoyo habe die in Neisse lebende Schwester Emin Paschas benachrichtigt, Emin Pascha sei Ryangtoe angekommen, ermächtigt die Schwester Emins den „Breslauer Generalanzeiger" zu der Erklärung, diese oder eine ähnliche Nachricht sei ihr nicht zugegangen, vielmehr habe sie von dem Schicksale ihres Bruders keine Ahnung.
Wien, 19. Juli. Der „Polit. Corresp." zufolge wird auch in Italien die Frage eines Futterausfuhr- verboteS erörtert. Die Regierung zeigt sich einer solchen Maßregel jedoch nicht geneigt.
Mailand, 20. Juli. Ein heftiger Sturmwind zerstörte in Mangliano verschiedene Häuser, wobei drei Personen umkamen- ein Theil der Kathedrale stürzte ein, sechzig Personen wurden dabei verwundet.
Petersburg, 19. Juli. Von zuverlässiger Seite verlautet, die Aussichten für das Zustandekommen deS österreichisch-russischen Handelsvertrages seien sehr günstig.
Konstantinopel, 19. Juli. Eine ärztliche Untersuchung für alle auS Europa kommenden Fremden wurde angeordnet- dieselbe tritt sofort in Kraft.
Bewegung deS Schiffe» nicht aneinanderstoßen können. Die Teller sind in besonderen Regalen aufgestapelt und durch breite Leisten vor dem HcrauSfallen auS den Regalen geschützt. Trotz dieser Vorsichtsmaßregel gehen bei schweren Stürmen hunderte von Porzellan- und GlaSgefäßen zu Grunde. In jedes Tischtuch und in jede Serviette ist das Wappen der Gesellschaft eingewebt. Man braucht für die Cajütenpaffagiere innerhalb acht Tagen ungefähr 2000 Ser- vielten, 5000 Handtücher und 8000 Tischtücher, abgesehen von der Bettwäsche, den Handtüchern und Putztüchern für die »lichen, Kammern re. All diese Wäsche muß bei jeder Ankunst in kürzester Frist gereinigt werden.
In den höchst luxuriös auSgestatreten Speisesälen versammeln sich täglich die Cajütenpaffagiere zu den offiziellen Mahlzeiten,zu welchen gewöhnlich eine kleine Trommel daS Zeichen giebt. Der Unterschied in dem LuxuS und der Verpflegung in der ersten Cajütr und der zweiten ist nicht besonders groß, aber er ist natürlich vorhanden, da der Paffagierpreis in der zweiten Cajüte bekanntlich billiger ist als in der ersten. DaS Frühstück ist für die Passagiere der beiden Cajüten gleichmäßig und besteht nach Wunsch auS Thee, Kaffee oder Chocolade, auS frischem Gebäck mit Butter, Honig u. s. w. Für da» zweite Frühstück wird der Speisesaal vollständig gedeckt und ebenso wie für da» Diner arrangirt. Zur freien Verfügung der Paffagiere stehen auf den Tischen und Buffet» zehn bis zwölf verschiedene Sorten kalten Fleische», Zunge, Wurst, kalter Braten u. s. w., da- zwischen Mixed P k(eS, Sardellen und Anchovi», Oelsardinen, kurz, alle jene Kleinigkeiten, die zu einem sogenannten „kalten Buffet" gehören. Außerdem aber gibt e» zum Frühstück noch mehrere wanne Gänge.
Großartig ist da» Menu de» Diner», welche» gewöhnlich erst in später Nachmittagßstunde eingenommen wird, da man aus den Schiffen ziemlich die englische Zeiteintheilung hat. Man steht früher auf al» an Land, gehr aber auch
toeales und prooittslettes.
Gießen, 20. Juli 1893.
** Herr Provinzialdirector Freiherr v. Gagen» hat einen mehrwöchigen Urlaub angetreten und wird durch Herrn Re- gierungSrath Dr. Melior vertreten.
** Zum Herbstmanöver. Wir erhielten nachstehende Zuschrift: In der Sitzung deS deutschen Reichstags, in welcher die Interpellation deS Reichstagsabgeordneten Dr. Osann verhandelt wurde, hat der Kriegsminister zwar erklärt, daß den Truppen Wasser nachgesahren und für die Pferde Fourage Beliefert werden solle. Aber wir Bewohner der Ortschaften südlich von Gießen (in welcher Gegend, wie mitgetheilt wurde, auch Manöver stattfinden sollen) möchten wiffen, wo sich in
mit zur Stelle hatte und dadurch glaubte Minka heranzulocken» Die Affenjagd endete gestern resulratlo». Heute in aller Frühe wollte man aufs Neue die Gegend nach Minka absuchen, um das Thier endlich wieder einzufangen. Joko ist ganz traurig und niedergeschlagen - derselbe sitzt einsam in seinem Käfig und denkt wehmuthig an |ttne Genossin Minka, welche sich in der goldenen Freiheit herumtretbt.
_** WaS das BereiuSleben der hessischen Bolksschnllehrer betrifft, so ist den neuesten statistischen Minheilungen Folgende- zu entnehmen: Die im Jahre 1862 anläßlich der Vermählung des nunmehr verstorbenen GroßherzogS Ludwig IV. gegründete „Ludwig- und Alice-Stiftung" (Sterbekaffe für Hess. Volksschullehrer und UnterftützungSkassc für bedürftige Lehrer- wittwen und Waisen) zählt 1922 Mitglieder. Die einmalige Sterberate beträgt 180 Mark, daS StiftungScapital 132.982 85 Mk. Auch der 1868 gegründete „Hessische LandeSlehrerverein" steht in erfreulicher Blüthe. Die Zahl seiner Mitglieder beträgt 2527, die mehr al» 100 BezirkSvereine bilden.
** Die Einnahme an Wechselstempelsteuer in Lberpost- directionSbezirk Tarmstadt betrug im Monat Juni 10 636.30 Mk., hierzu die Einnahme im Vormonat mit 24 538.80 Mk., giebt zusammen 35175.10Mk. Die Einnahme in demselben Zeiträume deS Vorjahre» betrug 36035.90 Mk., mithin in 1893 weniger 860.30 Mk.
** Elfter internationaler medicinifcher Eongreß in Rom 1893. DaS Executiv-Comitv hat an alle europäischen Universitäten einen Aufruf an die Studirenden der Medicin übermittelt, womit letztere eingeladen werden, auf Grund des Art. 18 der Congreßstatuten bei der Präsidenz um taxfre en Zutritt zu den Arbeiten des CongreffeS anzusuchen. — Studtrende der Medicin, die infolge solchen Ansuchens al» Hörer eingeschrieben sind, erhalten die zum Genuffe der Fahr- prtisermäßigungen erforderlichen LegitimationSpapiere durch das General-Secretariat deS CongreffeS. Die russischen Eisenbahnen haben den Congressisten kostenfreie Rückreise von der russischen Grenze zur ursprünglichen AusgangSstation zu- gestanden. Die russische Regierung hat, auf Ansuchen deS Präsidenten des russischen National-ComitäS, des Herrn Prof. Victor Pachoutine, die medicinischen Prüsungstermine auf November verlegt, um den Professoren den Besuch deS Con- gresseS zu ermöglichen. In Plenarsitzungen werden unter Anderen Herr Prof. Rudolf Virchow (Berlin) über „Morgagni und dessen Einfluß auf die medicinische Wissenschaft" und Herr Prof. Brouardel (Paris) über den „Kampf gegen Epidemien" Vortrag halten.
*♦ Schwindel! Der OrtsgesundheitSrath in Karlsruhe warnt vor dem Ankauf einer sogenannten Heilkette, welche unter der Bezeichnung „Der Talisman" von einer Londoner „Talisman Electrichygiean Chain Company—London W. C." in den Handel gerächt wird. Die Kette soll gegen alle» Mögliche, vorzüglich abri gegen Gicht gut fein, ist aber in Wahrheit keinen Pfifferling nutz und wer daher 8 Mk. für dieselbe zahlt, hat dieses Geld einfach zum Fenster hinaus- geworfen.
** Gerade ober krumme Straße«. Dieses Thema behandelt der Illustrator der „Fliegenden Blätter", der Maler «.Oberländer in München. Wir drucken nachstehend seine Ausführungen ab, weil nach denselben unser Gießen, daS fast lauter krumme Straßen hat, al» Musterstadt gelten könnte. Oberländer schreibt: „DaS ganze leere, öde, nichtssagende Wesen unserer modernen Welt drückt sich in diesen endlosen, schnurgeraden Straßen aus. Die krumme Linie ist die Linie deS Lebens, sie weckt die Phantasie, die gerade ist die des Todes, sie erzeugt Gehirnverödung. Nicht malerische Schrullen, die ja den Laien nichts angehen, sondern ba» einfache menschliche Gefühl ist's, das unS auf die abwechselungsvolle Linie hinweist. Würde einmal daS Menschengeschlecht vollständig auSsterben und andere Lebewesen fänden die schachbrettartigen Ueberrefie Chicagos z. B., sie würden dieselben für Zellen halten, welche ein niedrig organtsirteS Thier, z. B. Bienen, hergestellt haben, nimmermehr für Wohnstätten denkender, fühlender Menschen! Selbst dem Fuhrmann vergangener Jahrhunderte war die ganz gerade, glatte endlose Straße so unerträglich, daß man sie absichtlich in Windungen anlegte. „Ja, diese schließlich langweiligen geraden Straßen sind eben praktisch", hört man hundertmal sagen - warum denn aber immer und immer wieder practisch und scheußlich? Unsere Alten hatten den Grundsatz „praktisch und schön!" Selbst der Schönheitssinn ändert sich in unserem Jahrhundert in bedenklicher Weise - in manchen Romanen lieft man von den „häßlichen krummen" Straßen der alten Stadt im Gegensatz zu den „schönen kerzengeraden" der neuen Stadt. Jeder Architekt hätte Ursache, gegen diese ewig langen Straßen $u protestieren, denn auch da» schönste Gebäude kommt dann nie zur Geltung. Man stelle sämmtliche Paläste Venedig» in eine unserer trostlosen geraden Straßen und das Ganze ist nur eine endlose Fadheit, von allen jenen Schönheiten kommt nichts zur Geltung! Unsere drei ältesten Hauptstraßen Münchens haben einen herrlichen, abwechselung». vollen Grundriß und sind zugleich die lebhaftesten Verkehrsstraßen- sie liefern den Beweis, daß auch eine lebhafte DerkehrSstraße nicht so fad wie ein Eisenbahndamm sein muß."
B. Bersrod, 18. Juli. In vergangener Nacht ver- starben einem hiesigen Manne zwei Kinder an der Diph- theriti». Diese KmdeSmörderin hat in einem Zeitraum von ungefähr einer Woche hier fünf Opfer gefordert. Die Krankheit überfällt rasch und sehr heftig die Kinder.
D Ruppertenrod, 18. Juli. Da» außer allem Zweifel stehende Auftreten eine» Kugelblitzes in dem Hofe bezw. Haufe deS hiesigen Schmiedemeisters Schmidt bei dem neulichen Gewitter gibt uns zur folgenden Mittheilung Beran- laffung. Unter allen Blitzerscheinungen: Zickzack-, Flächen- und Kugelblitze treten die^räthselhasten Kugelblitze am seltensten auf. Oft vergehen Jahre, ehe eine derartige Erscheinung.
hin foI,n
WelD1
stev «civegung D ki W S LV 9 ntd-t«. u ©teilten
an einem ‘ -irrer?oD
m swlill£ »ä 1 S'LßS Ä'S
SÄ*ta6 f >* '’S * iittitn ehrt l‘ Fsug «■iS
;
M M M “ to »einer« N6«h Vufrrnotn mit M
®'!'” ob*t. U” /• ’® fcratl ein S-u-ti-ll LcitMßsdröhit unjerer roit tr ^nb iranttrtt tr zieM mlttrbltchn auf unb 1 rm Tange war. Var fridjretften Arbeiter lonamo auf ble Stiti zerplatzte m Dielt S während feiner ffianb WeW bilbcten abei an btn btitn Supferp! zigr Spur btr Tischri
4 Wtwj, 19.3 ichiäge m btr Rhein in l io datz sich für bie Schi Mtn
an btr Zunahm bt6 S hier circulirtnbt Gnu M-Regim. wegen Militargenchte bereit! zur Tegrebation Derur L-calpreffe heute Abe> h Soruyterfuchung ti lammt hiefigt Prcht au», bafc bit fltyn C dich bti btr Unttrjut 3” einem hiesigen j fitrbtl/äiibler ai ttrjittbtntfuf) versuche
gesetztes werihl, Abgaben. An mehrerer Mtrtm btt Versuche g Letietihti», 18.
etttnbtder hat fa m 30,000 Mark zu wr Ml ba» Btnnil . flDi dihtnchtfft «tkierrt günstigen °s □ ebtr ditSseiti Die Tra> 11,4 vorwärts, so b tmm w h» überall |t|
™ IS
1 $Mntt in ljt
Sm?5!
Sronm, d-K»
Inhalt Z 6 test«»'
;tr rrvej Lf1 ^etzge


