Außerhalb des Lehrplans liegende
Wandfeuerzeugs.
In dieser Woche wird wieder eine
während gut besucht.
Es sind sämmtliche
Pracht-Serie von Holland geboten.
Arbeiten, die nur von einigen fortgeschrittenen Schülern her- gestellt wurden: 1) Achteckiges Körbchen, 2) Schreibheft, 3) Kästchen, geschlossen, 4) Schreibzeug, 5) Serviettenring. Zum Schlüsse führen wir noch an, daß auch die von Herrn Lehrer Schmidt in der Lehrerbildungsanstalt zu Leipzig sowohl in Pappe als auch in Stahl sehr präcis ausgeführten Arbeiten ausgelegt waren. Auch sei noch bemerkt, daß im nächsten Unterrichts-Curfus auch Holzarbeiten gefertigt werden.
♦* DaS Kaiser Panorama in der Bahnhofstraße ist fort-
Hauptstädte von Holland mit ihrem geschäftigen Treiben zu Lande und Wasser vertreten. Die Ansichten imponiren durch ihre Farbenpracht sowohl, wie durch ihre Schärfe und Naturwahrheit. Bei diesen Sraßenbildern, diesem Leben und Treiben auf den Märkten, den mannigfachen, vermittelst aller denklichen Fahrzeuge stattfindenden Verkehr auf den Eanälen glaubt man, es müsse jeden Augenblick Bewegung in die Scenerie kommen. Andere Bilder stellen Scrnen auS dem Badeort Scheveningen dar: „SonntagSvcrgnügcn" und „Eine Strandpartie". Ganz wunderbar ist der Effect und die optische Täuschung bei diesen gelungenen Aufnahmen. Im Vordergrund das geschäftige Treiben der Menge, ein Promeniren von Alt und Jung, Groß und Klein. Bade- karren und Zelte im Hintergrund und dann das Meer. Ganz vorne sehen wir seine Wellen sich lieblich kräuseln, bis das Wasser immer glatter erscheint, der Fernblick geht verloren: daS ist die weite unendliche See.
♦♦ Betreffs des Verbots deS Besuchs der Wirthshauser und Tanzbelustigungen Seitens der Schüler der Volks- und Fortbildungsschule, wie solches von Herrn Landtagsabgeordneten Jöckel beantragt wurde, hat sich die Regierung dahin gc- äußert, daß nach ihrer Ansicht der vom Antragsteller beab- sichtige Zweck in gerechter und wirksamer Weise nur dadurch wird erreicht werden können, daß allen jungen Leuten bis zu einem gewissen Alter der Besuch solcher Locale untersagt, dezw. Zulassung in solchen Localen ohne Aussicht mit Strafe belegt wird, wie dies in dem Entwurf deS Reichsgesetzes, betr. die Bekämpfung des MißbrauchS geistiger Getränke, bezüglich der Gast- und Schankwirthe in Aussicht genommen war. Sollte dieser Gesetzentwurf nicht wieder zur Vorlage und bezw. Annahme bei dem Reichstage gelangen, und sollten die Stände sich im Sinne des Abg. Jöckel aussprechen, so werde die Regierung nicht anstehen, eine entsprechende Vorlage an die Kammer gelangen zu lassen. Der vierte Ausschuß beantragt nun : 1. an die Regierung daS Ersuchen zu richten, über daS Vorhandensein deS Bedürfnisses zu dem Erlaß deS beantragten allgemeinen Verbots vorerst noch weitere Erhebungen eintreten zu lassen, insbesondere auch die Großh. KreiSschulcontmissionen hierüber mit Bericht zu hören und von dem Ergebniß der stattgehabten Ermittelungen dem-
und wurde dieselbe auf stürmisches Verlangen wiederholt. Die drei Lieder auS Scheffels „Trompeter von SSttmgen" wurden von Herrn H. mit bekannter Meisterschaft vorzüglich vor- getragen und, ebenfalls reichen Beifall erntend, wurde dem Publikum durch eine Zugabe gedankt. Ein vielversprechendes Talent lernten wir in dem jungen Herrn H., Sohn eines hiesigen Fabrikanten, kennen. Derselbe trug zwei Stücke für Pianoforte: Widmung von Schumann-LiSzt und Weber- Aufforderung zum Tanz, mit einer für feine Jugend großen Virtuosität vor. Wir wünschen dem jungen Manne Glück zu seinem Talent. Den Schluß der Vortrage bildete ein prächtig wiedergegebenes Lustspiel, „Müller und Miller" und zeigten die hier Mitwirkenden auch auf diesem Gebiete viele Begabung in ihrem Spiel, so daß sie wiederholten Hervorrufen stattgeben mußten. Alles in Allem genommen, legte der Abend bestes Zeugniß von dem Können des Vereins ab und gebührt Allen, Vortragenden sowohl als ihrem unermüdlichen tüchtigen Dirigenten, Herrn F. Dauer, ungetheiltes Lob.
♦♦ Kaabenhandfertigkeitsnaterricht. Die Ausstellung der in der Schule für Knabenhandarbeitsunterricht im Lause verflossenen Wintersemesters hergestelllen Papparbeiten erfreute sich eines sehr regen Besuche- und fand ungeteilten Anklang. Unter den mit dem Namen deS betreffenden Schülers versehenen Karten bemerkten wir zu unserer lebhaften Genugthuung auch einige, welche die höheren Lehranstalten besuchen. (Es nahmen am Unterricht Theil 25 Stadtschüler und drei Gymnasiasten. Red.) Wir glauben hiernach annehmen zu dürfen, daß die Zahl der Schüler der bemittelteren Stände noch in der Zunahme begriffen ist und daß hierdurch daS Interesse zur Förderung des Handarbeits- Unterrichts in immer wettere Kreise getragen werden wird. Zur besseren Uebersicht laffen wir den Lehrplan, der dem Unterricht zur Grundlage dient und der zugleich eine Aufzählung der ausgestellten Gegenstände enthält, nachstehend folgen: 1) Erklärungen über Werkzeuge und Materialien, 2) Abstechen gleicher Strecken mit dem Zirkel, 3) Linienziehen, 4) Schneiden des Papiers und der Pappe, 5) Schneiden eines gleichschenkligen und gleichseitigen Dreiecks, 6) Schneiden rechtwinkliger Pappen, 7) Ausschneiden eines Quadrats aus einem Rechteck, 8) Belehrung über Herstellung und Verwendung des Kleisters, 9) Ausziehen eines Stundenplans, 10) Fertigen einer Merktasel, 11) Fertigen einer Zaubertasche mit zwei Bändern, 12) Fertigen einer Zaubertasche mit Kreuzbändern, 13) Fertigen eines Mineralienkästchens, 14) Fertigen eines KastenS mit Deckel, 15) Fertigen eines Schiebekastens, 16) Fertigen eines Würfels, 17) Herstellen einer geschlossenen Sparbüchse, 18) Herstellen eines sechseckigen Körbchens, 19) Herstellen einer Sammelmappe, einfach, 20) Herstellen einer Sammelmappe mit Rücken und Bändern, 21) Herstellen einer Büchermappe, 22) Herstellen einer Büchermappe mit Klappe, 23) Herstellen einer Wandmappe, 24) Herstellen eines offenen Cubikdecimeters mit Cubikcentirnetereintheilung, 25) Herstellen eines Häuschens, 26) Herstellen eines Buchfutterals, 27) Herstellen eines
Heticfie Nachrichten.
Depeschen be« Bureau „Herold".
Stuttgart, 19. März. Eine Versammlung der schwäbischen Landwirt he beschloß einstimmig den Beitritt zu dem Bund deutscher Landwirthe, und nahm in der Hauptsache das Berliner Progamm an. Die Beschlußfassung in Sachen der Einführung der Doppelwährung, der schärferen Beaufsichtigung der Productenbörse und der Heimstättengesetzgebung wurde vorbehalten. Verlangt wird die Aufhebung deS Staffeltarifs auf den preußischen Staatsbahnen, die Beibehaltung des Identitätsnachweises bei Getreide, auch sollen die seitherigen landwirthschaftlichen Vereinigungen fortbestehen. Gutsbesitzer Presiche-GörSdorf überbrachte die Grüße seiner deutschen Bauern und versprach volle Berücksichtigung der süddeutschen Interessen im Bunde. Fürst Hohenlohe Langenburg forderte zur thatkräftigen Organisation auf. Der Württemberger Bezirk wurde in vier Kreise eingekeilt.
Lissabon, 20. März. Der Eisenbahnzug, worin daS KönigSpaar zur Einweihung des Hospitals in Caldas fuhr, entgleiste unterwegs bei Campolide. Der Salonwagen wurde beschädigt, Personen nicht verletzt. — In St. Sebastian sind durch Feuer in einem Spirituslager drei Häuser zerstört worden- zehn Personen sind umgekommen.
Odessa, 19. März. Die „Odessaer gegenseitige Credit- gesellschaft" ergab im Jahre 1892 einen Gewinn von 92053 Rubel = 14,24pCt. Reinertrag. Die Gesellschaft gewährt Handwerkern und kleinen Kaufleuten, Beamten Credite gegen zwei Bürgschaftsunterschristen.
Locales rrnd ^provinzieller.
Gießen, 20. März 1893.
♦♦ Der Charakter des kommenden Sommers wird in der „Frkft. Ztg." in wenig empfehlender Form dargestellt: er dürfte einen ähnlichen Verlauf nehmen, wie der naßkalte Sommer 1891, der bekanntlich auch auf einen strengen Winter folgte: Juni und größter Theil des Juli kühl und regnerisch- letztes Drittel des Juli normal; August warm- Mai und besonders September wenig oder gar nicht beeinflußt. Diese Prognose ist mit Rücksicht auf den verflossenen Winter auf- gestellt. Hoffen wir, daß sie falsch ist.
** Patent • Anmeldungen. Beweglicher Kegelrost für Dauerbrandöfen mit Braunkohlenseuerung, Zusatz zum Patente Nr. 59,040, BuderuS'sche Eisenwerke in Hirzenhain, 17. September 1892. — Getriebeverriegelung, Augu st MontannS jr. in Gießen, 9. December 1892.
** Der öffentliche Schluß des Realgymnasiums und der Realschule fand Samstag den 18. März Vormittags 10 Uhr statt. Nach einem einleitenden Gesang sprach Herr Director Dr. Rausch einige Worte deö Abschieds und verkündigte sodann die Namen derjenigen Schüler, die durch gutes Betragen und Fleiß eines PrämiumS für würdig befunden waren. Elf Schüler aus verschiedenen Klassen konnten nach einem Schlußgesang die wohlverdiente Belohnung in Empfang nehmen.
** Einjährigen Prüfung. Bei der Frühjahrs-Prüfung der Einjährig-Freiwilligen zu Darmstadt bestanden von 23 Can- didaten 16, darunter auch die Schüler deö Herrn Dr. Kübel dahier.
♦♦ In Amerika verstorbene Heffeu. Newyork: Konrad Geib, 23 Jahre, Sohn des verstorbenen Konrad Geib auS Gensingen- Willi Hornberger, Sohn von George und Louise Hornberger auS Gießen, 14 Jahre. — Brooklyn: Robert Otto, 34Jahre, auö Butzbach. — Rockfort: Georg SckW^z, 53 Jahre, aus Dalheim. — Detroit: Georg'^MöbS, 58 Jahre, auS Echzell.
*• Der Gesangverein Sängerkranj bot in der am Samstag Abend in Stein- Garten stattgefundenen Unterhaltung seinen sehr zahlreich erschienenen Mitgliedern ein herrliche- Programm. Die beiden Männerchöre: Priesterchor au- der „Zauberflöte" von Mozart und Wiegenlied von BrahmS wurden mit großer Präcision und gutem Verständniß gesungen und durch reichen Beifall belohnt. Wahren Jubel aber erntete die muntere Walzer Idylle für gemischten Chor und Orchester: „Eine Bauernhochzeit in Kärnthen" von Koschat,
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Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antisemit): Richter habe mit seinen finanziellen Ausführungen nur eine Wahlrede halten wollen, um mit einem Rattenfängerlitd die alten Offiziere mit Pensionsversprechunaen auf Kosten der Retchsficherheit zu ssch herüber; zuttehen. Diese würden aber dem Rattenfänger von Hagen nicht folgen.
«bg. Richter (bfr.): Die Declamation be8 VorrebnerS pane auf ihn umsoweniger, als er bie erste Anregung zur Besserstellung b r Jnvaltben gegeben habe. Ein gute- Herz hier zu bekunben, 'et l icht; man müsse aber auch bie Börse hab-n, um bie Versprechungen zu erfüllen. ES fehle jetzt sogar an Mitteln zu ben ncthwenbigsten Eulturausgaben.
Abg. Ahlwardt (Antisemit): Der Jnvalibenfonb- sei nicht doch genug bemeffm worben. Man könne aber bie Mittel leicht durch die progressive Einkommensteuer schassen. Auch bie Lage der unteren Beamten, namentlich der Gefängnitzbeamten, fei zu bessern.
Abg. Richter: Die Ausführungen Ahlwardt- zeigten, daß bi fer von dem Entstehen de- JnvaltdenfondS gar nicht- wisse. iWegtn des Vorschlag- einer progreffioen Einkommensteuer möge sich Ahlwardt mit seinen hohen Gönnern auseinanderfetzen.
Abg. Ahlwardt: Wenn seiner Zeit 500 Millionen aus der französischen Kriegsentschädigung genommen worden wären, dann würde beute für große sociale Zwecke eine Milliarde verfügbar sein. (Gelächter link-.) Ja, da kommen Sie wieder mit Ihrem widerwärtigem Lachen. DaS ist bei Ihnen wohl da- Vorgefühl der Be- 'chneioungSschmerzen. (Der Präsident ruft den Redner wegen dieser Bemerkung zur Ordnung.) Die Regierungen hätten damals auch mehr gefordert, aber die Börsenjuden hallen nicht mehr zur Verfügung stellen wollen, um die Eontrole nicht zu verlieren.
Abg. Richter: Eine Erhöhung deS Invalidenfonds würde nur zu einer Vermehrung der Schulden geführt haben; die Last wäre aber dieselbe wie heute.
Der Entwurf wird an die Budgetcommission verwiesen.
Die Verlängerung deS ZollprooisoriumS mit Spanien und Rumänien wird in erster und zweiter Lesung angenommen.
Montag: Dritte Berathung des Etats. Interpellation Menzer betr. Rückgang des Tabakbaues.
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nächst den Landständen Mitt^rilung zu machen- 2. den Antrag deS Abg. Jöckel und eine diesen defürwonende Eingabe de- Vorstand- deS evang. PfarrvereinS ,n Hessen zur Zeit für erledigt zu erklären.
Wegweiser. Eine, besonder- von den hier verkehrenden Fremden zu begrüßende Neuerung sind die eben in verschiedenen Stodttheilen an den Straßenlaternen angebrachten Pfeile. Dieselben sind von weißer Farbe mit schwarzer Aufschrift und bezeichnen die Richtung, in welcher man nach den Bahnhöfen gelangen kann.
** Wegen Sittlichkeitsverbreche» wurde am Samstag ein hiesiger Kellner durch die Gendarmerie verhaftet.
— DaS (Sonnte für Gründung des Bunde- der Land- wirthe in Süedeutschland, welche- ein Bureau in Frankfurt a. M., ttaiferstraße 101., errichtet hat, erläßt einen Ausruf an die Landwirthe von Baden, Hessen, Hessen- Kassel, Hessen-Nassau, Bayern, Württemberg uni Elsaß- Lothringen und labet olle Landwirthe. landwirthschaftliche und Bauern'Vereine, Kränzchen, Easino- und Elub- zu einer Versammlung ein aus SamStag den 25. März, Nachmittags 3 Uhr nach Mainz in die Stadthalle.
§ An- dem Kreise Alsfeld, 17. Marz. Der Bericht Großh. Krei-gesundheitSamteö «ISfeld schließt mit folgenden beherzigenSwerthen Mahnworten: „ES ist bereits im vorjährigen Berichte hervorgehoben worden, daß die ansteckenden Krankheiten im Kreise Al-seld im Vergleich zu anderen hessischen Verwaltungsbezirken unverhältnißmäßig viel Opfer fordern. Der Grund für diese beklagen-werthe Erscheinung ist darin zu finden, daß die ländltche Bevölkerung auch die einfachsten Maßregeln, welche gegen die Weiterverbreitung einer ansteckenden Rankheit zu ergreifen sind, grundsätzlich vernachlässigt: leicht verlaufende Krankheitsfälle, die so häufig die Epidemie cmleitcn, werden nicht beachtet, die Kranken verkehren ungehindert mit den Gesunden, aber auch schwere Kranke werben ntcht von der übrigen Familie abgesondert, der Verkehr mit dem verseuchten Hau- wird nicht beschränkt, die betroffene Femilie nimmt eS im Gegentheil übel, wenn ihr Haus gemieden wird. Daß nach Ablauf der Krankheit eine gründliche DeSinfection vorgenommen wird, gehört zu den seltenen Ausnahmen. Da ist eS nicht zu verwundern, daß, wenn in einer Familie ein Kind an Diphtherie erkrankt ist, fast regelmäßig die Geschwister der Reihe nach befallen werden und daß leider nur zu häufig Familien durch den Verlust mehrerer Kinder in tiefe Trauer versetzt werden. Daß durch geeignete Maßregeln die Ausbreitung ansteckender Krankheiten verhütet werden kann und daß viele t-crartige Krankheitsfälle zu vermeiden wären, beweist die Thatfache, daß in den Städten die Sterblichkeit an Infektionskrankheiten trotz des dichteren ZusammenwohnettS eine geringere ist al» auf dem Lande, Dank dem viel vorsichtigeren Verhalten der städtischen Bevölketnng. Aber auch unsere Landbevölkerung sollte endlich die schmerzlichen Lehren der letzten Jahre beherzigen und den Aberglauben ablegen wer die Krankheit kriegen soll, kriegt sie doch, statt nut der albet tun, nichts beweisenden Frage: woher tft denn der erste Fall gekommen- das bequeme NichtSthun zu entschuldigen, gilt eS, n plan- voller und überlegter Weise die Schutzmaßregeln auSzufÜhren, welche vom Arzt oder der Behörde angeordnet sind. Em« sichtigen Männern bietet sich hier ein dankbare- Feld, durch Belehrung der Bevölkerung und Förderung der empfohlenen Maßnahmen gemeinnützig zu wirken.
Freiensteinau, 16. März. Dem Besitzer der hiesigen Wcichkäserei, Herrn H. Prinz, sind in kurzer Zeit zwet große Ehrungen zu Theil geworden. Nachd m er bereit» am 3. Februar das Prüdicat „Hoflieferant Seiner Majestät deS Königs von Sachfen" erhalten hat, ist ihm auch am 1. März der Titel „Hoflieferant Seiner Königlichen Hoheit deS GroßherzogS von Hessen" beigelegt worden
Crainfeld, 14. Mürz. Heute Mittag spielten drei kleine Buben an dem in nächster Nähe vorbeislicßenden Liederbach. AIS sie in der Nähe dcS Flusses Gänse sahen, machte e» ihnen ein Vergnügen, diese in daS Wasser zu treiben. Dabei fiel das 31/zjährige Söhnchen deS Fuhrmanns Hein rich Möller in den ziemlich hochgehenden Bach und wäre sicher ertrunken, wenn eS nicht noch rechtzeitig der vorbei gehende PosthülfSbote Ganß von Grebenhain bemerkt hätte, welcher herbeieilte und rettete. — Gestern starb hier die älteste Frau unseres Kirchspiels im Alter von 92 Jahren.
nn. Darmstadt, is. . . Die zweite Kammer der Stände hielt heute ihre letzte Sitzung vor Dfteni ab. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Vorlage der Großh. Regierung betr. die Zustimmung zur In- angriffnah me von Nebenbahn-Theil ft recken bet Ausführung be» Gesetzes vom 15. November 1890. Der anlaßt wurde die Großh. Regierung zu dieser Vorlage dadurch, daß nach dem Gesetz die Inangriffnahme de» Baue- längerer Linien vor der Fertigstellung deS Entwurfs für die ganze Linie nicht möglich ist, weil erst dann beurtbeilt werden kann, ob für diese Linien auch bie bewilligten Bausummen auärtidien, und ebenso die kostenfreie Gestellung deö Grund und Boden» Seiten- der Gemeinden zur Voraussetzung hat. Ohne die in der Vorlage gewünscht Ermächtigung würde daher in dem Bau der in dem 1890er Gesetz vorgesehenen längeren Linien eine erhebliche Verzögerung eintreten müssen. Der so- fertige Bau aller Linien sei einfach unausführbar. Dte Mehrheit de» Ausschusses schlägt daher der Kammer vor, der Regierung die Ermächtigung zu ertheilen, daß der Bau der Nebenbahnen WormS—Bodenheim und Osthofen—Guntersblum in Angriff genommen werden kann, sobald der Entwiirf für eine Theili'trecke fertig ist, die Kostensumme, welche für den Kilometer der Theilstrecke erforderlich tft, den für den Kilometer der ganzen Linie bewilligten Betrag umjiidii mehr als 30 % Übersteigt und die Geländestellung im eänne de» Art. 2 de» Gesetze- von 1884, wie der den Interessenten etwa anzusinnende Baarbetrog entweder für die ganze Linie oder mindestens für die in Angriff zu nehmende Theilstrecke
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