, ?Ee Vngletchung iclflt daß daS Ersatzfutter bei gleichem Ge- tortffFrSü o1 Nährstoffen (verdaulichen Rohprotein) und (verdaulichen Extractftoffen und verdaulicher
Holzfaser) bei Verwendung von Baumwollsaatmehl wesentlich billiger zu stehen kommt, alS das zu ersetzende Kleeheu für die Wirthschaft zu veranschlagen ist, bet Verwendung von Roggenklete aber und noch nff 7tO0flen ungeachtet deS angenommenen niedrigsten Preise« i 4r,i?tCUrT M1?an<mne6t »"gleich, daß bet Roggenklete und Roggen recht erhebliche Mengen stickstofffreie Nährstoffe (zumeist Me in $ünflcr Sehen, wenn man den Thteren
ö,c "I^verltchen Mengen Protein geben will.
Welchen Einfluß e« auf die Einnahmen au« der Wirthschaft flnftnH ben 9to90eKn' ""4 soweit er marktfähig ist, verfüttert, m * Um au8 bcm (5rIod Baumwollsaatwehl anzukausen, »"gl eine Berechnung aus nachstehmden Zahlen. Der Einfachheit £°? Anspiel V (Ersah von Kleeheu lediglich durch Roggen und Haferstroh) der Berechnung zu Grunde gelegt. ES sollen 100 Doppelcentner Kleeheu ersetzt werden; dazu bedarf man 75 Doppel- würd!n w^™n’°JaUM beSt58et<Iauf »" J250 Mk. erlöst werden w M L llm biejen JRo00en durch Baumwollsaatmehl mnÄ Tnt na<S) Beispiel II 14 Doppelcentner 90 kg, macftt j“ 16.10 Mark einen Aufwand von 180.29 Mark. ES gibt dies eine Ersparntß von 757.21 Mark, die durch den Verkauf seine« >
dieselbe Menge von verdaulichen Nährstoffen zu geben, als in dem zu ersetzenden Heu enthalten sind; daS zu ersetzende Heu ist mittleres Kleeheu. AlS Krastfutterstoffe sollen einerseits Baumwollsaalmehl, anderseits Roggenklete oder geschroteoer Roggen verwendet werden; al« Preise werden der vergleichenden Berechnung zu Grunde gelegt: Baumwollsaatmehl 16.10 Mark, Roggen *22.50 Mark, Roggenkleie 10.40 Mark, Haferstroh 4 Mark für den Doppelcentner — 100 kg. Hiernach kann der Doppelcmtner Kleeheu durch nachstehende Futter- Mischungen ersetzt werden, für welche sich die Herstellungskosten in der beigesetzten Höhe berechnen:
Menge
kg
Darin tn verdaulichen Zustand enthalten
Roh- Pro- tiin
kg
Rohfell
kg
Stickstofffreie
Stoffe kg
Trocken - ” Substanz
Kossen
JC
I. Mittleres Kteeheu
100,0
7,5
1,2
37,0
84 0
7,00
II. Baumwollsaatmehl
14,9
6,36
1,63
2,9
13,5
1,80
Haferstroh
81,5
1,14
057
33.7
71.1
3,26
7,50
2,20
36,6
84,6
5,06
III. Roggenklete
61,0
7,01
134
288
53,4
6 35
Haferstroh
35,0
0,49
0,24
14.0
30,0
1.40
7,50
1 58
42.8
83,4
7,75
IV. Roggenklete
35,0
4,02
0.77
16,5
30,7
3,64
Roggen
34,0
3,10
0,54
22 2
294
4,25
Haferstroh
28,0
0,41
0,18
11,2
24,0
1.12
7,53
1,49
49.9
84,1
9 01
V. Roggen
75,0
7,23
1,20
49,0
64,5
9,37
Haferstroh
22,5
0,31
0,21
9.0 |
19,4
0.90
7,54 |
1,41 I
58,0 1
83,9
10,27
Roggms trotz des niedrigen Preise« erzielt wurde. Rechnet man nun auch noch den Mehrverbrauch von 59 Doppelcentner Haserstrob zu 4 Mark an mit 236 Mark, so verbleibt immer noch ein Uebrr- schuß von 521.29 Mark. Die Anrechnung des Stroh« ist aber nur soweit angezeigt, al« daffelbe bei der Ewstrea durch ein anderes hinzugekauiteS Ltreomittel ersetzt worden wäre, da es in der Regel eine andere Verwendung doch nicht finden kann, al« zur Versütteruog oder zur Einstreu. Wird Roggen in geringerem Maße verfüttert, so wird der Verlust auch entsprechend geringer sein, aber die Der- iütterung von marktfähigem Roggen bleibt auch btt den niedrigsten Preisen immer ein verlustbringendes Gefchäst.
Dermifcbtcs.
• Solingen, 13. November. Hier ist ein besonderer Standesbeamter angestellt- infolgedessen verliert sowohl der Bürgermelfter wie auch der ihn vertretende Beigeordnete die Besugniß zur Stellvertretung tn den standesamtlichen Geschäften. Trotzdem ist es wahrend einer längeren Krank' heit des Standesbeamten, der hier unbegreiflicherweise keinen gesetzlichen Stellvertreter hat, vorgekommen, daß der Oberbürgermeister und der Beigeordnete Wippermann sowohl Eheschließungen wie auch die Anzeigen von Geburten und Todesfällen als Vertreter des Standesbeamten beurkundet haben. Bei einer Revision der Standesamtssachen wurde dieses ungesetzliche Verfahren entdeckt und daraufhin schleunigst Schritte zur Abstellung des Mißstandes eingeleitet. Jetzt stehen nun an 70 junge Ehepärchen, die da geglaubt, ganz sicher in den Ehestandshafen eingelaufen zu sein, vor der unangenehmen Thatsache, sich sagen zu müssen, daß sie die Flitterwochen in „ungesetzlicher" Weise verlebt haben, und außerdem erblüht ihnen die Aussicht, daS Ehegelöbniß wahrscheinlich noch einmal, diesmal aber in gesetzlich bindender Form wiederholen zu müssen. Zwischen manchen Ehepärchen soll es infolgedessen schon zu sehr ergötzlichen Auftritten gekommen sein. Vielleicht findet sich ein Lustspieldichter, der dieses Dorkommniß ausschlachtet.
* Spielwuth auf hoher See. Aus ihrem Leserkreis wird der „Köln. Volksztg." geschrieben: „Ihr Berliner Mitarbeiter berichtet über Hazardspiel von Buchmachern, die zu einem Rennen nach Hannover fuhren, im Eisenbahnwagen, wobei er tn kurzer Zeit den Verlust eines Spieles bis zu 1000 Mk. beobachtete. Da wird es Ihre Leser interessiren, zu hören, daß auch der Ocean, besonders der atlantische, zwischen Hamburg oder Bremen und New-York, ein ergiebiges Feld sür Berufs- oder Gelegenheitsspieler bildet. Schreiber dieses hat, wie so viele Andere in diesem Jahre, die Chicago besuchten, zum ersten Mal den Ocean gekreuzt, und zwar auf der Hamburger Linie. Beide Male konnte ich beobachten, wie im Rauchsalon der ersten Cajüte dem Spiel stundenlang, ja tagelang, in einer Weise gefröhnl wurde, die auffallen mußte. Ich gebe ja zu, daß die Langweiligkeit des Oceans
für solche, welche öfter bin und herfahren müssen, letcht ei«, Anreiz giebt, ein Spielchen r* machen- gegen einen Kaffee':« würde auch Niemand etwas etnzuwenden haben. Die ich aber bei der Rückfahrt von einem .Wissenden", der schon »st den Atlantifchen Ocean befahren und dabei auf dem Dainp.'^ vieles erlebt hatte, belehrt wurde, giebt es aus allen t'icica eine gewisse Klasse von Reisenden, die im Sommer rege., mäßige Fahrgäste find und die Gelegenheit benutzen, durch gewerbmäßigeS Spiel unter harmlosem Aeußern Mirrrvenk in formvollendeter Weise zu rupfen. Meist wird da« amerikanische Spiel „Poker" gespielt. Um eS aber wem«: auffallend zu machen, bedient man fich farbiger Marken Hz, verschiedener Form, wie sie als Kinderspielzeug bekannt si,z. Denselben wird je nach Vereinbarung ein mehr oder wemzrr höherer Werth von 10 bis 100 Mark beigelegt. Auf Ntt Weise geht das Spiel ganz harmlos. Wie mein Gewähr«, mann mir versicherte, wird oft ungeheuer hoch gespielt, st daß eS vorgekommen sei, daß Siner, der drüben reich p worden und mit einem großen Vermögen beimkehrte, gänzs't auf dem Trockenen fitzend, in Hamburg oder Brrwr, landete. Unter den Gelegenheitsspielern zeichnen sich ht reichen Amerikaner durch sehr hohe Einsätze beim.Poker" q«?
* Frankfurt a. M., 16. November. Einem Gericht Vollzieher, der gestern tn der Metzgergasse eine Psäudtwz vornehmen wollte, widerfuhr der heitere Streich, daß ht PfändungScandidaten ihn in ein Hinterstübchen lockten e* dort einsperrten, während daS saubere Ehepaar „rückte*. Der Gefangene rief durch daS Fenster einen vorübergehend«, Schlosser an, der die Befreiung in« Werk setzte. Der E«. culor hat natürlich sofort Anzeige wegen Freiheitsberauburtz erstattet.
Pertcbr, Land- und Polfsu>irtbfcbaft.
— Die deutsche Industrie auf der Welt-AuSstrllung tn 6htcW hat, wie wir bereits mehrfach zu constattren Gelegenheit Han», den Wettbewerb mit Ehren bestanden. Als einen ferneren Bewm dafür können wir heute unseren geehrten Lesern mtitodlm, daß in Erzeugnisse der durch ihre Haushaltung« -Artikel (tilaniMrfr. Putzseife, Putze?traet re.) auch in unserer Stadl sehr deka»« Firma »tritt Schul, jun, Leipzig (Inhaber Herr Schul, aa» Herr Philipp) auf obiger AuSfttUuna mit dem ersten Prn^t. der goldenen Medaille, prämiirt worden sind. Da eS in dieser Branche an Wettbewerb seilen« anerkannt leistungsfähiger .ftrmev von Amerika und verschiedenen anderen Ländern nicht aesr-!t 6«:, ist es um so erfreulicher, daß durch die technischen Leiftunaen ter Firma Fritz Schulz jun., deren Fabrikate schon auf d.r lm Februar 1892 in Leipzig stattgesundenen Internationalen Au^'irllun- mit der großen silbernen Medaille prämtirt wurden, un-it deutsche Industrie auf der Welt-AuSstellung zu Chicago auch aus diesem Gebiete den Sieg davon getragen hat.
Am Montag den 20. d. M., Vormittag« 9 Uhr, sollen die an der Böschung de« Rodberg - Einschnittes befindlichen Korbweiden öffentlich meistbietend verkauft werden. [9608
Verkaufs-Bedingungen werden vor Beginn des Termins an Ort und Stelle bekannt gemacht werden.
Gießen, den 16. Novbr. 1893.
Kgl. Eifenb.-Bahnmeisterei 14.
Mittwoch, 22. November,
Nachmittag« 3 Uhr, fAWLbem hiesigen OrtSgericht die zum Nachlaß des Heinrich ktzrech ersten tn Gießen gehörigen Immobilien:
Flur 1 Nr. 814 — 7b qm Hofratthe bei der Kaplanei,
Flur 26 Nr. 146 - 4C0 qm Acker auf der Weiberde
öffentlich freiwillig meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 15. November 1893.
Grohh. OrtSgericht Gießen.
_________I A-: Vogt._______9555
Montag, 20. November,
Mittag« 2 Uhr, sollen im Pfandlocale SelterSweg Nr. 11 ju Gießen gegen Baarzahlung versteigert werden:
drei vollständige Betten, zwei Wagen, ein Pferd, zwei Kühe, sowie Hau«, geräthe oller Art.
Die Versteigerung findet theilweise bestimmt statt. (9517
Kemmer, Pfandmeister.
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