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♦ Greifswald, 17. October. Gestern Nachmittag ver- bte (wie wir bereits meldeten) in Wietzow der Schloßgärtner auf das gräflich Blücher'sche Ehepaar ein Schußattentat. Es liegt ein Racheact vor. Der Gärtner, der zugleich Jäger des Grafen Blücher und als äußerst tüchtiger Schütze bekannt war, unterhielt mit einer Magd im Schlöffe schon seit längerer Zeit ein Liebesverhältniß. Um demselben ein Ende zu machen, wurde gestern Vormittag daö Paar seines Dienstes enthoben. Lls am Nachmittag Graf und Gräfin Blücher vom Fenster ouS in den Schloßpark sahen, schoß der Jäger aus einem Hinterhalle aus den Grafen, welcher sofort tobt war. Die zweite Kugel traf die Gräfin in den Hals und verwundete sie schwer. Sodann drückte der Attentäter die Waffe aus sich selbst ab; er verstarb sofort.
* Folgen schlechter Lektüre. Ein 17jähriges Mädchen, die Tochter deS Maschinenmeisters W. in Berlin, hatte mit großem Eifer zwei Colportage-Romane „Marie Stuart" und ’ Marie Antoinette" gelesen. Als sie am Mittwoch mit ihrer Familie beim Abendessen saß, warf sie, wie die „Germania" erVib(t, plötzlich Messer und Gabel weg und verlangte von ihren Eliern, daß sie den Scharfrichter Reindel holen sollten, tumit er ihr den Kops abschlage. Sie wollte für die unschuldig Hingerichtete Königin sterben. Aus ärztliche Anordnung mußte das arme Mädchen am Samstag einer Irrenanstalt Übergeben werden.
* Amsterdam, 16. October. Im hiesigen Thiergarten wußte der braune Bär während der Nacht in den abge- ithloffenen Käfig seines Nachbarn, des Eisbären, zu dringen umb stattete diesem einen so bärbeißigen Besuch ab, daß die Wächter, als sie am nächsten Morgen auf der Bildfläche er- svuenen, den Eisbären tobt und den anderen dem Verenden mahe zerfleischt vorfanden.
* Die Kraft des Neuen. Von der Wirkung, Annehmlichkeit und Kraft des „Neuen" wird dem Oberbadischen Volks- blatt folgendes Stücklein erzählt: Wurde da in der Graben- praße zu Lörrach ein Mann von der Kraft des Neuen überwältigt und „gebodigt", wie man in der Schweiz sagt. Die Umstände brachten es mit sich, daß der Weinselige die Straße , f«r die heimische Lagerstatt hielt und alsdann derart zu schnarchen anfing, daß die Passanten aufmerksam wurden. I Oben wollte ein Herr sich des Schläfers annehmen, als ein i Gendarm hinzukam, dem es nach kräftigen Rüttelungsversucheu aetang, den Mann auf die Beine bringen. Nachdem letzterer fwd) die Augen gerieben hatte und sich über die Situation I ei nigermaßen klar geworden, suchte er dem Gendarmen in . vciterlich rathenden Worten begreiflich zu machen, daß es das s vernünftigste sei, was er thun könne: seine Patrontasche und | ftiiien Rock zu verkaufen und „Neuen zu trinken!"
einer nochmaligen freiwillige« Versteigerung mit dem Bemerken ausgesetzt werden, daß bei einem annehmbaren Ge- bot der Zuschlag alsbald ertheilt werden
Iollen auf dem hiesigen Ortsgertcht die zum Nachlaß der Frau Dr. «atzn-r in Gau- Aig7sheim gehörigen in der Gemarkung Gießen gelegenen Grundstücke:
15 Nr. 162 — 4650 qm Wiese am WolsSfort bei der kleinen Weide,
15 Nr. 251 — 1488 qm Wiese das , 24 Nr- 99 — 4225 qm Acker am halben Zehnten,
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der Schwarzlach auf dieChaussee, Flur 40 Nr. 53 — 1713 qm Wiese das.,
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Die Fuhr- 11. Planirarbeiten zir Herstellung eines minder - Spiel- pLatzes in der Nordanlage, ferner die Maurerarbeiten zur Anlage eines Nohr - Canals von der Friedel'schen Arauerei bis zum Sladt-Ringgraben sollen l8764
Dirnslsg den 24. d. Mts ,
Vormittags 11 Uhr, ui Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Plan, Arbeits-Beschreibung und Bedingungen liegen von heute ab auf dem Stadtbauamte osffen. Angebote, auf vorgefchriebenem ormular, sind bis zum Eröffnungs- ttrmin daselbst einzureichen.
Gießen, den 18. October 1893. Großh. Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth.
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Gießen, den 16. October 1893. 8763________Großherzogliche Direktion.
Amtliche Manntmchmg.
Die im Gießener Anzeiger vom 1- October d. I. abgedruckte Bekanntmachung, wonach die Brücke über die Eisenbahn Dorlar-Wetzlar, nahe Dorlar, gesperrt ist, wird dahin geändert, daß diese Sperre zwar für alles Last- und gewerbliche Fuhrwerk bestehen bleibt, der Verkehr für bäuerliches Fuhrwerk aber frei gegeben wird.
Krofdorf, den 17. October 1893.
Die Polizeiverwaltung.
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— Herr Dr Erwin Kayser, vereideter Chemiker und Sachverständiger bei den König!. Gerichts- und
Dresdens, hat soeben eine Analyse von Pfunds Milchsetf» Dorge- nomtnen, welche ihm zu folgender Auslassung Veranlastung gieltt. „Dieses Fabrikat, in der Setsenindustrie einzig dastehmd, eweist sich nach den UntersuchungSbeiunden, sowie durch seine beim Gebrauch zur Geltung kommenden höchst angenehmen Eigenschaften nach ieb-r Richtung hin als eine ganz vorzügliche Toilette - «elfe. Besonde' s characteristisch für die Seife und zugleich die Hauttuttache ihrer angenehmen Milde, ist der große Gehalt an reinem Milchfett, xtc Seife enthält 17,5 pEt. unverseiftes neutrales Fett, das bei der Untersuchung als reines Milchfett sich erwies. Die Seife ist thal- sächlich frei von allen unangenehmen und schädlichen Ingredienzen und enthält keine scharfen ätzenden Zusätze. Ihr hoher Gebalt an für Milch characterlsttschen Bestandlhellen, als Milchzucker, Aldum'n, Pdosphorsäure, beweisen, daß zu ihrer Bereitung eine sehr große Menge guter Milch verwendet worden sein muß. Die Angaben der mir vorgelegten Vorschrift für die Herstellung der Seife, nach denen nur vorzügliche Materialien und eine überraschend große Menge Mi ch zur Verwendung kommen, h-be ich durch die Analyse voll^bcstätigt gefunden. Das zu der Analyse benutzte Stücke Pfunds Mllchsttfe ist von einem der neuesten Sude der Dresdener Molkerei Gebrüder Pfund, welcher es gelungen ist, im Gegensätze zu den Erlttrngs- oersuchen, die Seife anstatt braun, weiß und in vollkommenster Gestalt herzustellen. _______________________
Literatur und
— »Der Lahrer hinkende Bote* ist wieder da. In seinem 94. Jahrganae stehend, präsentirt er sich diesmal in einem farbigen Umschläge, ist also auch hier, wie allezeit und überall, mit der Zett fortgeschritten. Der Inhalt zeichnet sich in diesem 3°dre wieder besonders durch einen Reichihum an kleineren Erzählungen aus, die immer die Speclalität des Hinkenden waren; er scheint aber letzt noch ganz eigene Leute aufgetrieben zu haben, die in der FaduUe,- kunst des alten Hebel wie zu £>aufe sind (vergl. „Wunderba e Rettung"), und so ist denn eine VolkSlhümlichkett erreicht, die tu Deutschland ihresgleichen sucht.__________,
- Im Verlage von Paul Beirich in Groitzsch ist erschienen . .BiSmarck-Abreiß-Kalender für 1894', Vorzüge dieses B s- marck-Adre.ßkalenders sind: 1) Das Kalenderbild ist b stem Farbendruck von der renommirten Leipziger Kunstdruck-und Verlags- Anstalt hergestellt und bietet in dem wohlgetronmen Bilde d.S Altreichskanzlers mit seinem treuen Tiras, dem Wappen Bismarcks, dem Niederwalddenkmal im Hintergrund und dem mitl Blumen um- ? schlungenen AuSspruche „Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nich s in der Welt" einen Wandschmuck ganz eigener Art; 2) bringt Der Kalenderblock zu Anfang eines jeden Monats die bedeutungsvollsten Aussprüche des großen Kanzlers, 3) finden fich auf der Vorder tt e der Tasesblätter nicht nut alle wichtigen astronomischen und ge'chichO Itchen Notizen, sondern auch auf der Rückseite für jeden ^rg ein Küchenzettel und von berufener Hand zusammengestellte Sinn- und Denksprüche. Der Preis des Kalenders ist 50 Pfg.
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7693] Jeden Donnerstag treffen frische Schellfische, Cabliau und Backfische ein bei
EmU Sommerlad, Grünbergerstr. 47.
♦ tziue Zeituug für Dienstmädchen — das ist wohl daS Neueste auf dem Gebiete der periodischen Literatur. Während alle Stände und Bernssklaffen schon lange ihre speciellen Fachorgane haben — giebt es doch sogar eine Zeitung für Kahlköpfe — war der so viel Mitglieder zählende Stand der Dienstmädchen ohne eine besondere publizistische Vertretung. Diese klaffende Lücke auf dem deutschen ZeitungSmarkte mußte natürlich attSgesüllt werden, und so fand sich denn ein unternehmender Verleger, der von nun an Deutschlands dienende Mädchen mit der von ihnen zweifellos so heiß ersehnten geistigen Nahrung versorgt. Das Blatt nennt sich „Deutsche Dienstmädchen-Zeitung" und bringt, wie jede ordentliche Zeitung, an der Spitze einen Leitartikel, der die Stellung der Köchin und des Mädchens für alles m socialer und rechtlicher Hinsicht behandelt. Eine Mitarbeiterin, die als „Tante Pienchen" zeichnet und das Geständniß ablegt, selbst Jahre lang den Küchenbesen geschwungen zu haben, wendet sich an Deutschlands Dienstmädchen mit weisen Rathschlägen. Ein Roman „Die Diamantenfee" schildert die Schicksale eines an Schönheit und Tugend reichen Dienstmädchens, das natürltd) mit allen möglichen Widerwärtig- feiten zu kämpfen hat, dann aber wohl einen großen Triumph davontragen wird. Die „Dienstmädchen Zeitung" giebt der Zuversicht Ausdruck, einem wirklichen dringenden Bedürfniß abzuhelfen. ____________
Schisisnachrichten.
(Mitgetheilt durch den Agenten des Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos in Gießen.)
Bremen, 17. October. [Per transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Ems, Capt. W. Reimkasten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. October von Bremen und am 8. October von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Haprburg-Amerikanische Packetsahrt-Actten-Gesellschaft.
Dampfer „Pickhuben", von Montreal nach Hamburg zurückkehrend, bat am 15. October, 8 Uhr Abends, Stornoway passirt. Postdampfer „Moravia" ist am 15. October, 12 Uhr Mittags, von Newyork btrect nach Hamburg abgegangen. Dampfer „Bohemia", von Newyork nach Stettin zurückkehrend, ist am 15. October, 12 Uhr Mittags in Gothenburg angekommen. Postdampfer „Gothta", von Newyork nach Hamburg zurückkehrend, hat am 16. October, 4 Uhr 40 Min. Nachmittags, Beachy Head passirt._______________________
verkehr, Land. r»nd VoU»n>irth,'cha-t.
— Amerikanische Prodncten * Verschiffungen nach vnrova. In der am 7. October beendeten Woche wurden aus attanttschen 5)äsen nach Europa verschifft: 796 000 Bushels Weizen lin der Vorwoche 1 319 000), 950 000 BushelS Mais (68o 000), 310 000 Sack Mehl (372 000), 15 500 Kisten Speck (19 600),
Köln.______________. _________
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r Veilchen gepM, bitir bt Obstbäume kann war. m ebenso sind blüheck ck fni Üußergewöhnliches.
sgei der diesjährigen W caelit aus dem Ebsdörjci , der Garnison in Stxar>/ auet aus derselben ®t:- de gleichfalls ausgehobec Israelit machte nun h in der Weise emzuge- rt und der Bauer nwfc" chundert Mark und * war hiermit tinttrfW er diente- nur M « J t Nt 1
M unb btt Israelit Tjudjtn vorgebracht W >8(11*81 Mddie^-
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