'893
Dienstag den 19. September
und Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen
Hratisbeilage: Gießener Kamikienökätter.
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Ranahmt von Anzeigen zu bn Nachmittag» für den folgenden Tag erichemenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr.
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vierteljLhrigcr A»onn,m,ntsprei», 2 Mark 20 Pfg. mit Brmgerlohn. Durch die Poft bezog«, 2 Mark 50 Pfg.
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Fernlprechnr 51.
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Der Anzeiger «fchem, täglich. Wt lusnabme de» IReniog»,
Di« Gießen er >e*tn<*irett<r «erden dem Anzeiger «»chentlich dreimal deigelegl.
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Bekanntmachung,
betreffend die Nothlage der Landwirthfchaft.
Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß die Intendantur des 15. Armee-CorpS zu Sttaßburg i. E. be- l'chloffen hat, im Großherzogthum folgende Märkte für den Ankauf von Schlachtvieh abzuhalten:
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Gießen, den 16. September 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.__
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mbbt.
Zum Bezug des „Giehener Anzeiger" für dcs 4. Vierteljahr 1893 laden wir hiermit ergebens! em. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur'Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten N ach richten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Lau- jmden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen anjäffige23erid)terftatter,iftber„®ie6ener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeittg wie möglich s«r" Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthjchaft wird der | Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch bie Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Hanbel, Gewerbe unb Jnbustric in ben Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wirb neben besonbercn Artikeln ernsteren unb heiteren Inhaltes ben erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Außerbem werben bie „Gietzener Familienblätter", welche bem Anzeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werben, unb bie I stets ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise ber Familien eine beliebte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei ber Post balbgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretenbe erhalten vom Tage ber Bestellung bis 1. Octoberben Anzeiger kostenfrei zugestellt, 'wie wir auch gerne bereit sinb, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenben. Den Lesern in hiesiger Stabt werben wir, wie seither, den Anzeiger weitersenben unb ben Abonnementsbetrag burch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch).
All« Annvnckn-Burraux bt» In- unb Auslandes nehm« Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mzeiger.
Bekanntmachung, betreffend Maul- und Klauenseuche zu Odenhaufen. Nachdem seit dem Erlöschen der Maul- und Klauen, seuche in Odenhausen und Münster neue Seuchenfälle daselbst nicht mehr aufgetreten sind, haben wir den Großh. Bürgermeistereien daselbst die Erlaubniß zur Ausstellung von Gesundheitsscheinen für Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine, die von Händlern ausgeführt werden, wieder ertheut.
Insoweit die bezeichneten Thiere von anderen Personen ausgeführt werden, bedarf es der Ausstellung von Gesundheitsscheinen nicht.
Gießen, den 16. September 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
zugestellt werden. _
Berlin, 16. September. Behufs Vorbereitung der Con- ferenz über den deutsch-russischen Handelsvertrag ist heute eine aus Reichsbeamlen der verschiedenen Ressorts zusammengesetzte Commission zusammengetreten. Die Commission wurde befugt, von den Sachverständigen em Gutachten abzunehmen. , .
Berlin, 16. September. Gleich nach der Wiederaufnahme der Berathungen des Bundesraths wird demselben ein Antrag Preußens vorgelegt, betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung. ES handelt sich um Abänderung
^Stuttgart, 16. September. Die heutigen Manöver sind glänzend verlausen. Der Kaiser führte persönlich mit zwei Cavallerie-Regimentern der Süddivision einen Angriff gegen den feindlichen Artillerieflügel unter den Augen der Kaiserin und Königin aus, die auf dem Römerhügel hielten. Der Kaiser sprach nach Schluß der Manöver seine höchste Anerkennung bezüglich derselben aus. Um IJ/s Uhr kehrte der Kaiser mit dem Kronprinzen von Italien aus dem Manövergelände zurück. Gestern empfing der Kronprinz von Italien den hiesigen deutsch-italienifchen Cousul Bankier I Federer. .
Ausland.
Wien, 15. September. Im Prager P olizeibezirk wurden 17 Vereine unterdrückt. 213 Vereine sollen ihre Versammlungen drei Tage vorher, die übrigen Vereine 48 Stunden vorher unter Vorlegung des Programms anzeigen. Sämmtliche Druckereien müssen von allen Drucksachen mindestens 48 Stunden vor der Ausgabe Pflichtexemplare vorlegen. Aus Pilsen wird berichtet, daß, als am Samstag das deutsch- böhmische Infanterie Regiment Wilhelm von Württemberg in die Kaserne einrückte, die Menschenmenge gejohlt und gepfiffen kQbe. — Gestern sprachen Bebel und Engels in einer großen Versammlung hiesiger Socialdemokraten. Engels rühmte die hiesige Wahlrechtsbewegung. Bebel sagte, die Socialdemokratie besitze heute nicht die Möglichkeit, die Bajonelte in die Hand zu bekommen, darum müffe sie trachten, jene zu gewinnen, welche die Bajonette zu tragen haben. Unter großem Jubel wurde folgende Zuschrift verlesen: Sämmtliche Reservisten, etwa 300, des Infanterie-Regiments Kaiser Alexander Nr. 2, welche von dieser Versammlung ausgeschlossen sind, begrüßen Euch und stimmen mit Euch m den Ruf ein: Hoch die internationale Socialdemokratie Hoch der Achtstundentag! Hoch das allgemeine Wahlrecht!
I — Graf Taafse zieht jetzt endlich dem widerborstigen Czechenthume gegenüber straffere Saiten auf, wie die Verhängung des Ausnahmezustandes über Prag beweist. Ob
I diese Maßregelung die jungczechifchen Fanatiker zur Vernunft
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Burg Friedberg, 15. September. Seine Königliche Hoheit I der Großherzog begaben sich heute früh über Butzbach I nach dem Manöverfelde der 49. Infanterie-Brigade bei Eber- I stadt-Gambach und kamen gegen 1 Uhr hierher zurück. Aller- I höchstderselbe und I. K. H. die Herzogin von Connaught I wohnten der Uebung im Wagen bei, während die Großherzog- I liehen Prinzessinnen mit I. H. ber Prinzessin Victoria zu I Schleswig Holstein und Sr. Durchlaucht dem Prinzen Ludwig I von Battenberg den Bewegungen der Truppen zu Pferde I folgten. In dem festlich geschmückten Butzbach und auf dem I Manöverfelde wurde Seine Königliche Hoheit von der Be- I völkerung auf das Herzlichste begrüßt. Bei der Rückfahrt I besichtigten die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften die Kirche in Butzbach und in derselben die dem 16. Jahrhundert I angehörige Gruft, in welcher mehrere Mitglieder des Butz- bacher Zweiges der Landgrafen von Hessen ruhen.
Berlin, 16. September. Kaiser Wilhelm hat fernen Manöveraufenthalt in Süddeutschland mit dem Besuche in Stuttgart beendigt. Auch in der württembergischen Hauptstadt ist der kaiserliche Herr mit brausender Begeisterung empfangen worden, auch die Stuttgarter Kaisertage haben sich zu einem glanzvollen Gesammtbilde gestaltet. Am Frei- I I tag Vormittag fand bei Cannstatt die Parade des 13. Armeecorps vor dem Kaiser, dem württembergischen Königspaare, dem Kronprinzen von Italien und den übrigen Fürstlichkeiten statt das imposante militärische Schauspiel nahm einen Münzenden Verlauf. Bei der Paradetafel im Stuttgarter Restdenzschlosse wurden zwischen dem König Wilhelm und dem Kaiser Trinksprüche gewechselt. Ersterer dankte für die dem 13 Armeeeorps gezollte kaiserliche Anerkennung, der Kaiser seinerseits verlieh dem Dankgefühl für den ihm und der I Kaiserin in Württemberg bereiteten Empfang Ausdruck und betonte weiter die Treue und Anhänglichkeit des württem- I bergischen Volkes zu seinem Königshaufe und zum Reiche. I Der Kaiser beglückwünschte dann den württembergischen Monarchen zu den Leistungen des 13. Armeecorps, welches qlänzend im Reiche der deutschen ArmeecorpS dastehe. Mit I der bemerkenswerthen politischen Wendung, daß die deutschen Armeecorps des Schutzes deS Deutschen Reiches und des europäischen Friedens stets gewärtig seien, schloß der dem I Könige von Württemberg, seinem Hause und seiner Armee geltende Trinkspruch des Kaisers. Abends wohnten die ge- sammten hochfürstlichen Herrschaften der Festvorstellung des „Tannhäuler" im Stuttgarter Hostheater bei.
I __ Der Kaiser reifte am Samstag Abend von Stutt
gart weiter nach Güns in Ungarn zur Theilnahme an den I dortigen großen Manövern. Auch der Kronprinz von Italien, der sich in Stuttgart besonderer Aufmerksamkeiten seitens der kaiserlichen wie der württembergischen Majestäten zu «freuen hatte, reifte im Laufe des Samstag ab, um in
I seine Heimath zurückzukehren.
_ Daß Erscheinen des Deutschen Kaisers auf | unaarNch-m Boden wird, wie der „Dvfl. Ztg." aus I Pest berichtet wird, von der gelammten öffentlichen Meinung begeistert begrüßt. Zwar wurde urlprünglich gehasst, daß der Kaiser auch Pest besuchen werd-, wo sür I-'N-N Empsang bereits bielsache Vorkehrungen getroffen waren, doch erblickt man auch in seiner bloßen Theilnahme an bin ungar,ichen Manövern ein Ereigniß von potitiicfjer Bedeutung. Di- Blatter bringen aus GünS groß- B-richt- über di- Bor- bereitungen zum Empsang. Einem B-richt-rsta,ter gegenüber sag« der Ob-rg-span des Comita.S, -S werde wahrend des Aus-Nthalt-S des Monarchen nicht cm einziger Polizist, noch weniger -in Geheimpolizist in der Stadt anwesend s-m, das sei eine Ehrensache sür Sie Güns-r Burgerschast. Jetzt se, noch G-nsdarmeri- anwesend, um bei der Militareinguarnerung
behilflich zu sein, vor dem Einzug des Monarchen werde der letzte Gensdarm den Ort verlaffen. .
— MitdemrussischenFlottenbesuch inToulou beschäftigt sich die Londoner Preffe eingehend. Dem „Bert. Tagebl." wird hierüber aus London gemeldet: Die „Daily NewS" weisen in einem im Tone der Reden Roseberys gehaltenen Artikel spöttisch darauf hin, daß sich die Ruffen und Franzosen schon öfters besucht haben- die Ruffen hatten mit den Preußen der Hauptstadt Paris im Anfänge dieses Jahrhunderts einen Besuch abgestattet, dann wieder hätten die Franzosen mit den Engländern die Raffen in Sebastopol besucht. Auch Toulon sei sehr gut gewählt. Hier sei Napoleons glänzender Stern ausgestiegen, der bis Moskau ging, lieber Frankreichs Freude dürfe man sich nicht wundern- es fei so lange kaltgestellt gewesen, daß sein Wunsch, "ist seinem neuen Freunde zu paradiren, begreiflich sei, namentlich da Deutschland soeben auf der anderen Seite paradirt habe. Für die übrigen Völker habe die Begegnung rein historisches Jlitereffe. „Wir können," sagt daS Blatt wörtlich, „ganz ruhig sein, Rußland denkt jetzt ganz und gar nicht daran, sich Frankreich gegenüber zur Theilnahme an einem eventuellen Kriege zu verpflichten." Ebenso wenig habe Frankreich die leiseste Absicht, einen Krieg hervorzurufen, da als Frucht der bisherigen Friedenspolitik die Beseitigung aller inneren revolutionären Bestrebungen in Frankreich anzusehen sei.
— Zu den Steuerconfer enzen meldet em Berichterstatter: Die Conferenz zur Vorberathung der Weinsteuer, welche am 5. d. Mts. ihre Arbeit begonnen, hat eingehende Berathungen bis zum 14. ds. Mts. abgehalten. Wie man I hört, ist die Flaschensteuer verworfen worden. Ueber die I Werthgrenze, von der ab das Getränk der Reichssteuer unter- I liegen soll, ist schließlich eine Einigung herbeigeführt worden. I Sie soll ziemlich hoch gegriffen sein. Die Vorschläge der I Conferenz werden nunmehr den einzelnen Bundesregierungen
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in Beerfelden,
„ Reichelsheim i. O-, Ortenberg,
„ Schotten, Gießen.
Gießen, den 16. September 1893.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
<m die «Srotzh. vürgermeifterete» bei RtdUi»
Obige Bekanntmachung wollen Sie sofort und zwar mehrmals auf ortsübliche Weise verkündigen.
v. Gagern.
Deutsches Reich.


