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Ausland

Wien, 17. Mai. Ein seltsamer akademischer Strike ist von den Innsbrucker Studenten in Scene gesetzt worden. Infolge eines Erlasses der Militärbehörde, welcher Reserve-Offizieren und Einjahrig-Freiwilligen J die Mitgliedschaft bei studentischen Verbindungen untersagt, be­schlossen die Innsbrucker Studenten, einstweilen die akademischen Vorlesungen nicht zu besuchen- in der That ist der Beschluß zur Ausführung gelangt. Dom Senat der Innsbrucker Uni­versität wurden die ftrikenden Musensöhne zum Wiedererscheinen in den Vorlesungen aufgeforderr, im Falle die Studenten der Aufforderung nachkommen sollten, will der Senat sich ihrer Sache annehmen. Bereits macht die Studentenschaft anderer österreichischer Hochschulen, wie z. B. der deutschen Universität zu Prag, der technischen Hochschule zu Brünn usw. Miene, sich dem Vorgehen der Innsbrucker Studenten anzuschließen. Im Innsbrucker Landtage ist eine von fast allen Abgeordneten unterzeichnete, den Studenten günstige Interpellation in der Angelegenheit eingebracht worden.

Lissabon, 17. Mai. Don der portugiesischen Finanz-Calamität verlautet nach längerer Zeit wieder etwas. Die Deputirtenkammer nahm am Dienstag endgiltig das Gesetz über die auswärtige Schuld mit den vom Finanz­ministerium festgestellten Abänderungen an. Demnach werden die auswärtigen Staatsgläubiger Portugals 1/3 ihrer fälligen Zinsen in Gold ausgezahlt erhalten. S'ist doch'wenigstenS etwas, sagt Schnabel!

Hcucfk Nachrichten.

WolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau.

Berlin, 17. Mai. Der Kaiser begibt sich morgen früh 8 Uhr 40 Min. nebst Gefolge nach Görlitz, wo derselbe 12 Uhr Mittags eintrifft und bis 5 Uhr Nachmittags ver- j bleibt. Alsdann begibt sich der Kaiser nach Muskau, von i wo er am 19. d. M., Abends, nach Potsdam zurückkehrt.

Wien, 17. Mai. Der Grobherzog* von Hessen wohnte heute Nachmittag mit dem Herzog und der Herzogin Johann Albrecht von Mecklenburg, dem bisherigen englischen Botschafter Sir A. B. Paget und dem Militärattache der deutschen Botschaft Oberst v. Deines einer ihm zu Ehren veranstalteten Festlichkeit in der spanischen Reitschule bei. An dem heutigen Galadiner bei dem Kaiser zu Ehren des Großherzogs nahmen die in Wien anwesenden Erzherzöge und Erzherzoginnen, der Prinz von Schaumburg-Lippe, der Sultan von Johore, der deutsche Botschafter Prinz Reuß mit Gemahlin und dem Botschaftspersonale, die Reichsminister, der Ministerpräsident Graf v. Taaffe mit den österreichischen Ministern, das Gefolge der Höchsten und Allerhöchsten Herr­schaften und der Ehrendienst Theil.

Wien, 17. Mai. Der zu Ehren des Großherzogs von Hessen auf der Schmelz angeordneten Truppen­revue wohnten außer dem Großherzog der Kaiser, die in Wien anwesenden Erzherzoge und der Sultan von Johore mit Gefolge bei. In der Suite des Kaisers befanden sich der Krtegsminister und sämmtliche Militärattaches. Der Großherzog von Hessen hat seine Abreise verschoben und wird sich am Freitag nach Linz begeben, um das ihm verliehene Regiment zu inspiztren.

Prag, 17. Mai. Ein Trupp junger Bursche warf heute Nacht unter dem Geschrei:Schgnde dem historischen Adel! Schande dem Schwarzenberger!" die Fenster der adeli.gen Ressource ein, woselbst der Oberstlandmarschall Lobkowitz, Fürst Schwarzenberg und Graf Emerich - Chotez weilten. Letzterer wurde leicht verletzt. Die herbeigeeilte Polizei fand keine Spur von den Attentätern.

Pest, 17. Mai. Im Abgeordnetenhause brachte heute der CultuSminister unter lebhaften Ovationen des ganzen Hauses einen Gesetzentwurf über diefreieReligionSübung ein. Die Hauptbestimmungen desselben sind: Jede Religion darf frei bekannt und geübt werden innerhalb der durch die Sittengesetze gezogenen Schranken. Zu einer religiösen Hand­lung darf Niemand gezwungen werden. Die Beschränkungen in der Amtöbefähigung durch die Religion werden abgeschafft. Kirchliche Strafen dürfen wegen Befolgung gesetzlicher Be­stimmungen nicht verhängt werden. Jede Confession kann unter Einreichung detaillirter Vorschriften um die gesetzliche Rccipirung einkommen, worauf dieselbe mit den anderen Religionen gleichberechtigt ist.

Rom, 17. Mai. Am 28. Mai wird in Palestro die Einweihung eines zu Ehren der in den Gefechten vom 31. Mai 1859 dort gefallenen Krieger errichteten Bein- hauseS stattfinden. Auf Anregung des DenkmalcomiteS werden an die Vertreter derjenigen CorpS, welche an den Gefechten theilnahmcn, Einladungen ergehen. Der König wird der Feier ebenfalls beiwohnen.

Paris, 17. Mai. Die Polizei hat in der Petroleum- Raffinerie zu AubervilierS 20 Dynamitpatronen entdeckt. Die Fabrikbesitzer stellen jede Wissenschaft darüber in Abrede.

Paris, 17. Mai. AuS zahlreichen Ortschaften Algiers, besonders in den Departements Algier und Oran, wird der Einfall von Heuschreckenschwärmen gemeldet.

Depeschen deS Bureau$<roft-.

Berlin, 17. Mai. Die für den Monat Juni angesetzten Hebungen der Reserve und Landwehr wurden bis Anfangs Juli verschoben.

Berlin, 17. Mai. In der gestrigen Sitzung des StaatSminifteriumS wurde beschlossen, die Militär­vorlage in der Huene jchen Fassung dem neuen Reichstage vorzulegcn und bezüglich der Kostendeckung aus Erhöhung der Branntwein- und Brausteuer zu verzichten.

Berlin, 17. Mai. DieNordd. Allgem. Zig." meldet auS Paris: DaSEcho de Paris" schreibt: In Bel- fort, Epinal, Nancy und anderen Grenzstädten befinden sich gegenwärttg zahlreiche Elsaß-Lothringer, welche nach sünsjähriger Campagne in Algerien, Tonking und

Dahomey zurückgekehrr find, von allem entblößt im größten Elend.

Berlin, 18. Mai. Der Bundesrath stimmte in seiner gestrigen Sitzung dem Gesetzentwurf betr. einiger Abänder­ungen und Ergänzungen deS MilitärpenfionSgesetzeS nach den Beschlüssen des Reichstags, sowie dem Gesetzentwurf berr. Ergänzung der Bestimmungen über den Wucher zu.

Berlin, 18. Mai. Neueren Meldungen 'zufolge handelt eS sich bei der Mannschaft deS aus Ealcutta in Hamburg eingelaufenen Dampfer- um einen pockenarttgen HautauSschlag, nicht um Cholera.

Hamburg, 18. Mai. DemCorrespondent" zufolge hat die nunmehr beendete Untersuchung ergeben, daß bei dem Arbeiter Schiffbeck nicht Cholera constattrt wurde.

Bremen, 18. Mai. DaS deutsche SchiffSina", auS Stralsund nach Danzig unterwegs, ging auf hoher See unter. Alle an Bord befindlichen Personen wurden gerettet.

München, 17. Mai. Abgeordneter Dr. v. Schauß, der Führer der bayerischen Nationalliberalen, ist schwer erkrankt und völlig gelähmt aus Italien, wo er sich zur Erholung befand, hierher zurückgekehrt.

Cotalt* unb Provinzieller.

Siehe», 18. Mai 1893.

♦♦ Zur ReichStagSwahl. Wie bereit- bekannt gegeben wurde, liegt seit heute die Wählerliste auf dem Bürger- meisterei-Bureau zur Einsicht jedeS Wahlberechtigten offen. Die Großh. Bürgermeisterei hat auch in diesem Jahre die Liste drucken und der vorliegenden Nr. deSGießener An­zeiger" beilegen lassen. Wer demnach verhindert ist, sich persönlich nach dem Bürgermeisterei-Bureau zu begeben, kann sich den Weg sparen und einfach die mit der officiellen Wählerliste übereinstimmende gedruckte Liste zur Hand nehmen, um sich zu überzeugen, ob sein Name darin verzeichnet ist. Wer seinen Namen in der Liste vermißt oder dieselbe sonst für unrichtig oder unvollständig hält, muß spätestens inner­halb acht Tagen nach Beginn der Ausstellung die Berichtigung beantragen. Später vorgebrachte Reclamationen finden keine Berücksichtigung. Wahlberechtigt ist jeder Reich-angehörige, welcher das 25. Lebensjahr zurückgelegt hat. Don der Be­rechtigung zum Wählen sind ausgeschlossen: 1. Personen, welche unter Vormundschaft und Curatel stehen; 2. Personen, über deren Vermögen der Concurs oder Fallitzustand gericht­lich eröffnet worden ist, und zwar während der Dauer dieses Concurs- und Fallitverfahrens- 3. Personen, welche Armen­unterstützung aus öffentlichen oder Gemeindemitteln beziehen oder im letzten vorhergegangenen Jahre bezogen haben- 4. Personen, denen in Folge rechtSkrästtgen Erkenntnisses der Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte entzogen ist, für die Zeit der Entziehung, sofern sie nicht in die Rechte wieder eingesetzt sind. Ist der Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte wegen politischer Vergehen oder Verbrechen entzogen, so tritt die Berechtigung zum Wählen wieder ein, sobald die außerdem erkannte Strafe vollstreckt oder durch Begnadigung erlassen ist. Für die Personen des Soldatenftandes, des Heeres und der Marine, mit Ausnahme der Militärbeamtcn, ruht die Berechtigung zum Wählen so lange, als dieselben sich 5ei der Fahne befinden. Wer das Wahlrecht in einem Ort ausüben will, muß zur Zeit der Wahl dort seinen Wohn­sitz haben. Jeder darf nur an einem Orte wählen.

♦♦ Zur ReichStagSwahl wird derKöln. Ztg." von hier geschrieben: Zuerst erscheinen mit ihren Candidaten im Felde die Antisemiten und Socialdemokraten. Antisemitischer Candidat ist der Landwirth Köhler-Lugge (Bettenhausen), der schon zweimal vergebliche Anstrengungen gemacht hat, einen Landtagssitz zu erobern- für die Socialdcmokraten candidirt der Schreiner und Wirth Orb ig, der einzige social­demokratische Stadtverordnete Gießens. Der Vorstand de- hiesigen nationalliberalen Vereins hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, den GutSpächter C. Meincrt auf Koradsdorf, einen in weiten landwirthschaftlichen Kreisen sehr angesehenen Mann von entschieden liberaler Gesinnung, der Parteiversammlung als Candidaten vorzuschlagen. Da Meinert auch im Bunde der Landwirthe an erster Stelle steht und ein schlagfertiger Redner ist, so dürfte die Wahl eine glückliche sein. Sollte es gelingen, die zahlreichen Frei­sinnigen, die für die Militärvorlage eintrcten und den Ruck nach links mit Eugen Richter nicht mitmachen, für den nationalliberalen Candidaten zu gewinnen, so ist nicht daran zu zweifeln, daß der Wahlkreis den Antisemiten enttissen werden wird. Leider können die Freisinnigen zu einem unzweideutigen, entschiedenen Entschlüsse nicht kommen, und so wird die günstige Gelegenheit, alle liberalen Elemente, die für den Huene'schcn Antrag kämpfen, zu gemeinsamen Vorgehen gegen den Antisemitismus zu vereinigen und dauernd zusammenzufassen, wieder unbenutzt vorübergehen. Einen Candidaten haben die Freisinnigen noch nicht gefunden, ebensowenig die Conservativen. Für den nationalliberalen Candidaten sind die Aussichten keineswegs ungünstig, doch ist es bei der Zerfahrenheit der Verhältnisse unmöglich, da- Er- gebniß der Wahl auch nur annähernd vorauSzusagen.

* Neues Theater.Das Käthchen von Heil­bronn" v. Kleist, welches im Laufe der Jahre manche durch unsere Bühnenschriststcller bühnengerechte Umarbeitung erfuhr, wird hier nach der Bearbeitung von Holbein gegeben. ES ist diese dieselbe, welche an den Hoftheatern von Berlin, Wien, München, Stuttgart u. s. w. benutzt wird.

Gestern wurde unter zahlreicher Betheiligung feiner Freunde Herr Brauercibefitzer Wilhelm Friedel, beerdigt. Der Verstorbene, ftüher Mitinhaber der Firma Saum L Friedel in Aschaffenburg, war erst 39 Jahre alt. Der allzufrüh Heimgegangene, als Sohn eine- Königl. Oberförster- in Trippstadt (Pfalz) geboren, war während der Zeit seine­

hiesigen Aufenthalts al- vortrefflicher Characrer. al- lieben--' würdiger Mensch und Gesellschafter bekannt. Möge ihm die Erde leicht sein!

£ Unfug. Vergangene Nacht veranstaltete in den Eich» gärten und Umgebung der Unftlgteufel einen wahren Hexen- Sabbatb. Viele Fensterscheiben, darunter eine größere, gingen dabei in Trümmer.

t ArnSburg, 17. Mai. Mittwoch, den 6. Juni, Nach­mittag- 3 Uhr, findet dahier eine Lehrerversammluug -er Bezirksvereine Lich und Wetterthal statt, in welcher von Lehrer Wagner in Lich ein Vortrag über ..Streiflichter über den gegenwärtigen Stand de- naturgeschichtlichen Unter­richt- in der Volksschule" gehalten werden wird.

t Lich, 17. Mai. Heute fand dahier unter dem Vorsitze deS Herrn Schulratb Büchner aus Gießen eine amtliche Lehrerconfereuz des Bezirks Lich-Hungen statt. Da- dies­jährige JahreSfest für die hier untergebrachten Frankfurter Waisenkinder findet am 26. d. MtS. auf dem Schiffenberge statt.

H AuS dem Horloffthale, «17. Mai. Ihre vor Kurzem auS Echzell gebrachte Meldung über den Kinderwürgengel DiphtheritiS muß leider dahin erweitert werden, daß sich die Seuche immer mehr auSbreitet, denn seit einigen Tagen sind im Pfarrhause zu Bingenheim, welches etwa 20 Minuten von Echzell entfernt liegt, drei Fälle vorgekommen und heute früh mußte die Schule daselbst geschloffen werden, weil die Kinder deS ersten Lehrer- von der Seuche ergriffen »erben sind. Heute früh hatten wir in unserem Thale einen so dichten Nebel, daß man nur auf eine kurze Entfernung hin sehen konnte. Ein Nebel in der zweiten Maihälfte, so dicht wie im November, ist eine Seltenheit in unserer Gegend. Die Pssanzen wurden stark bcthaut, aber die Dürre dauert fort, keine Wolke zeigt sich am Himmel, der Erdboden ist stellenweise zerrissen, da- Futter wird immer seltener und theurer. Man sieht eS dem Vieh an, cS wird mager, weil die Ernährung eine sehr mangelhaste ist. Die Candidatur Meinert'KonradSdors findet unter den hiesigen Landwirthen lebhaften Beifall, da der Genannte ein tüchtiger Oekonom ist, welcher auch Redegewandtheit besitzt.

f RodgeS bei Laubach, 17. Mai. Herrn Lehrer Heinrich Weihel auS Muschenheim, dermalen Schulverwalter in Gambach, ist die hiesige erledigte Schulstelle definitiv über­tragen worden.

Alsfeld, 16. Mai. Von liberaler Seite ist Herr Professor Dr. Backhaus in Göttingen, ein geborener Ober­hesse, als Candidat für die bevorstehende ReichStagSwahl im Wahlkreise Alsfeld-Lauterbach aufgestellt worden. Herr Dr. Backhaus ist praktischer Landwirth und seine Candidatur wird in den Kreisen der Landwirthe besonder- freudig be­grüßt. Herr Landtagsabgeordneter Schade gab in einer am Sonntag in Al-feld abgehaltenen Wählerversammlung die Erklärung ab, daß die Candidatur de- Herrn Dr. Backdao- auch von dem Bunde der Landwirthe unterstützt werde. Man hofft, bei der bevorstehenden Wahl über den antisemitischen Candidaten Zimmermann den Sieg davonzutragen.

nn. Darmstadt, 16. Mai. Die fünfte allgemeine Gesellenprüfung d e S O r t S g e w e r b e v e r e i n - Darmstadt, welche im April d. I. ihren Anfang nahm, ist nunmehr Dank der aufopfernden Thätigkeit der Gciellen- prüfungscommission, der Herren Prüfungömeister, sowie de- Vorsitzenden der Commission, Herrn Stadtverordneten Kinkel mit der vorgestern stattgehabten Schlußprüfung in Fachsragen beendigt worden. Zur Gesellenprüfung halten sich 54 Lehr­linge angemeldet, welche sämmtlich eine dreijährige Lehrzeit hinter sich haben. ES darf diese- al- ein erfreuliches Zeichen dafür angesehen werden, daß man im Gewerbestand sowohl wie in den Streifen der Eltern immer mehr den Wert', und Nutzen dieser Prüfungen anerkennt, zumal auch von Leiten der Großherzogl. Regierung für Abhaltung solcher P-.- 'ungen im ganzen Lande ein namhafter Betrag in daS Staatsbudget eingestellt wurde. Den Gewerben nach nahmen an dieser Prüfung Theil: 14 Maschinenschlosser, 15 Schlosser, 7 2 treiner, 4 Weißbinder und Lackirer,2 Maurer, 1 Zimmermann, 1 Hainer, 1 Glaser, 1 Sattler, 1 Tapezier, 1 Feinmechaniker. 28Prüfung-, meister auö diesen Gewerben stellten sich mit Lust unter Auf» Opferung von Zeit in den Dienst der Prüflings-Commwwn, um sowohl die Handfertigkeit der Lehrlinge in der Werkstatt zu prüfen, als auch die eingelieferten Gesellenstücke in sorg­fältiger Weise zu beurteilen. Die in der Handwerkerschule abgehaltene Prüfung in Fachfragen, an welcher 48 Lehrlinge theilnahmen, gab ein glänzendes Zengniß, daß die Lehrlinge nicht nur im Practischen, sondern auch im Theoretischen sich die für da- Handwerk nötigen Kenntnisse angeeignet Haden. Nach dem Unheil der Prüfung-meister, welche ihr Amt mit peinlichster Genauigkeit durchgeführt haben, erlangten Taft sämmtliche Prüflinge die Notegut", insbesondere bezüglich derGesellenstücke", welche durchweg in vorzüglicher Arbeit eingeliefert wurden. Die Feier der Uebergabe der Gesellen­briefe an die Geprüften erfolgt am dritten Pfingstseienage im Beisein der städtischen und staatlichen Behörden, sowie der Eltern und Lehrherrn, Vormittag-11 Uhr in der Handwerker* schule.

Mainz, 17. Mai. Auf dem hiesigen Stande-amte wurde- heute ein nach kurzer Ehe geschiedene- junge- Paar zum zweiten Male getraut. Nach dem code ciril war die Wiederverheirathung geschiedener Gatten unzulässig- durch da» Reichsgesetz über die Eheschließung wurde diese- Ehedinderniß beseitigt. Hoffentlich verstehen sich die jungen Leute letze besser.

WormS, 16. Mai. Degen Mordversuchs wurde gestern eine 16jShrige Dienstmagd auS Ober FlörSbeim hier verhaftet. Dieselbe, welche erst feit wenigen Tagen bet einem diesigen Metzgermeister in Diensten steht, brachte gestern Vor­mittag em Ouantum Kupfervitriol, da- in der Küche zum Putzen de- Geschirre- verwendet wurde, dem für die Dienst- Herrschaft bestimmten Kaffee und der Suppe bei, in der Ad-