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18.10.1893 Erstes Blatt
 
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i^gtrung hergestellt, als das übrige Nickelgeld, und am Rande gerippt. Diese neue Münze ist wohl ein guter Ersatz für bie zu kleinen Silber- und die zu großen Nickel- Zvanzigpfennigstücke.

** Die Jahresversammlung des Deutschen Vereins gegen Sbett Mißbrauch geistiger Getränke wurde in diesem Jahre am I! 12, und 13. October in Düsseldorf abgehalten. Sie war ;^y erfolgreich und stark besucht. Zum ersten Male war wch die katholische Confession unter Rednern und Zuhörern ervorragend betheiligt. Von den Rednern nennen wir den Präsidenten Oberbürgermeister Struckmann, Landesrath -llausener, Weihbischof Dr. Schmitz, Pastor Cronemeyer, ; sDirector Ochs, Oberstlieutenant von Knobelsdorf und Pastor jr von Koblinsky. Der Congreß wurde mit einer Volks­versammlung eröffnet, die glänzend verlief, fast die Hälfte I ^der Zuhörer konnte keinen Sitz finden und die Reden machten ! crüchtlich großen Eindruck auf die Anwesenden. In der I Hauptversammlung vertrat der Präsident mit großem Nack- K-ick die Forderung, daß der Entwurf des Trunksuchtgesetzes nicht weiter verschleppt und aufgeschoben werde und daß dieser I (fittwurf im Sinne der früher vom Verein gestellten Forde« » riuigen verbessert werde. Die Versammlung stimmte ihm ein- müthig zu. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildete die Frage: Was können die einzelnen Stände in der Mäßig- keiitSsache thun und was haben sie gethan? Es sprachen dazu Werkmeister Zander, Pastor Dr. Meister, Pastor Grün« eisen, Prof. Binz, Oberlehrer Wytzes, Dr. Meinen und Richter Raben. Außerdem sprach Oberpsarrer Martius über dir bisher angewandten Ersatzgetränke für den Branntwein. ^Lebhafte Discussion folgte. Interessant ist eine Mittheilung, roentvf) der Norddeutsche Lloyd, bekanntlich die größte Rhederei ber Welt, von diesem Monat an den Seeleuten an Bord allen Branntwein entziehen und ihnen statt dessen höhere Bezahlung gewähren wird.

** Zunahme der Juristen. Nach dem jetzt erschienenen Decker schen Terminkalender für Justizbeamte, der die amt-- litten Personallisten für die preußischen Juristen enthält, hat

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die Zahl der Affessoren seit dem Vorjahre um 48 abgenommen infolge der starken Vermehrung der Richterstellen. Die Zahl der Referendare, die vier Jahre fast ganz gleich geblieben iöot, ist um 87 gestiegen und es ist anzunehmen, daß sie bald noch einen weiteren Zuwachs erfahren wird, da die Studenten ;bei Jurisprudenz auf den deutschen Universitäten in letzter Zelt erheblich zugenommen haben.

B. Betzenrod, 15. October. Auch in unserer Gegend, in der Nähe der Feldkrücker Höhe, werden bedeutende Drai- niruugsarbeiten vorgenommen, welche in doppelter Be­gebung wohlthätig wirken, einmal indem sie unserer Bevölkerung, welche nur langsam das bessere Neue annimmt, durch practische Beispiele den Werth der Meliorationen vorführt, sodann daß die Leute lohnende Beschäftigungen finden. Die Fläche, welche breinirt werden soll, gehört dem Staate, es sind 140 Morgen Wirsen; etwa 2500 Meter Drainirungs- und Eutwässerungs- 'grüben werden hergestellt. Das Legen der Drainröhren, die Herrichtung von Bewäfferungseinrichtungen, die Planirungs- arbeiten lassen gute Verdienste erhoffen. Vor mehreren Wachen schon machte derGießener Anzeiger" darauf auf­merksam, daß die diesjährigen Kartoffeln, besonders diejenigen, .welche wegen der übergroßen Dürre noch einmal gepflanzt wurden und erst in der zweiten Hälfte des Juni aufgingen, leicht in Fäulniß gerathen könnten. Dies hat sich wirklich bestätigt, denn jene Kartoffeln hatten eine zu kurze Vege- latöonszeit und sind, obgleich sie sich als recht stärkemchlhaltig berocifcn, doch nicht so widerstandsfähig, wie jene Knollen, welche einen Monat länger im Erdboden ausreiften. Wir möchten daher die sorglichen Hausfrauen darauf aufmerksam machen, daß sie ihre Wintervorräthe in Zwischenräumen von einigen Wochen umlesen und die angekränkelten Knollen be- (eilügen lassen, sonst kann ihnen der ganze Vorrath inficirt und empfindlicher Verlust zugefügt werden.

Bad Nauheim, 14. October. Die hiesigen Gensdarmen Heimbrecht und Vogel haben am Montag einen höchst sicher« hmSgefährlichen Verbrecher verhaftet, den 58jährigen Fabrik­arbeiter Sommer von Haibach, der in Bayern wegen Dieb­stahls zu 9 Jahren Zuchthaus verurtheilt und am 2. October I. Js. aus dem Landgerichtsgefängniß in Aschaffenburg ent* * i' Ipvimgen war.

Friedberg, 15. October. Die Einlaßkarten zu den Fest­lichkeiten gelegentlich der Jubiläumsfeier der hiesigen 1k Realschule sind in. Folge sehr reger Betheiligung schon seit i; ^eitag Abend auSverkaust, so daß viele Nachfragen nicht Nsriedigt werden konnten. Wie wir nun von zuständiger Seite erfahren, wird in Folge dankenswerthen Entgegen* lammens der hiesigen Realschule am Donnerstag eine weitere Asführung des Festspieles im Saalbau stattfinden, um den Bewohnern Friedbergs und seiner Umgebung, die diesmal eine Fenkarte nicht mehr erhalten konnten, Gelegenheit zu geben, fch das Festspiel anzusehen. Gleichzeitig wurde uns rnit- cttheilt, daß im Interesse des Unterrichts weitere Wieder- joüingcn nicht möglich seien. Oberh. Änz.

Friedberg, 14. October. Durch die hiesige Gensdarmerie minbe ein Verbrecher verhaftet, der in dem benach- lirten Butzbach unter der Vorspiegelung, er sei Obersteiger mes Silberbergwerks, größere Abschlüsse auf Kartoffel» litf erungen machen wollte. Derselbe erschwindelte außerdem In einem Hause, wo er sich einlogiren wollte, eine Summe tzeldes und ging unter Mitnahme einer goldenen Damenuhr nebst Kette flüchtig In hiesiger Stadt, wo derselbe offen­er ähnlich operiren wollte, wurde er gesaßt und dem zu- ftinbigen Gericht, nebst den erschwindelten und gestohlenen Sachen, die von den Gensdarmen ihm abgenommen wurden, cbg (liefert.

Darmstadt, 16. October. Dem bekannten Mikroskopiker, Pr»f. Dr. Dippel, ist ein Unglücksfall zugestoßen. Er dikam infolge unvorsichtigen Umgehens mit einem Revolver

einen nicht unbedenklichen Schuß in die Lunge. DaS Geschoß konnte bis jetzt nicht entfernt werden.

Darmstadt, 12. October. Es liegt nunmehr die Ab­rechnung vor über ba? 2 Mittelrheinische Kreis- Turnfest. Es vcrl r- *e rechnungsmäßiger Ueberschuß von 12,594,93 Mk ' - < die Schlußablieferung des WirthschaftS-Ausschussts . i e nach zu erwartende Einnahmen und etwaige Ausgabe'E.ipu issc - auf mehr als 13,000 Mk. erhöhen wird. Um feinrr Sctrieagung über das Ergebniß bleibenden Ausdruck zu verleihen, hat er geschäftsführende Ausschuß folgende Verwilliguugen beschlossen: Schutzmannschaft, Verein gegen Verarmung und Bettelei, Verein der Freunde in der Noth, Comits für Abgabe eines warmen Frühstücks an arme Kinder je 200 Mk., Vcrkehrs-Vercin, Verschönerung«. Verein, Gomite zur Verschönerung des Martinspsades, Stif­tung zur Errichtung deutscher Turnstätten je 100 Mk., zu­sammen 1200 Mk.

* Langen, 13. October. Eine neue Anordnung für unsere Stadt ist nunmehr in Kraft getreten. Es dürfen von nun an Mädchen ohne Begleitung ihrer Eltern nach 8 Uhr- Abends Wirthschaften nicht mehr besuchen, und sind die Wirthe verpflichtet, streng darauf zu achten und eventuell Mädchen ohne Elternbegleitung aus der Wirthschaft auszu- weisen. Bei Wirthen, welche dieser Anordnung nicht Folge leisten, kann die Fe'erabendstunde auf Abends 8 Uhr festge­setzt werden.

Mainz, 16. October. Der Sohn des Brauereibesitzers Pittinger aus Wörth a. d. D. wurde heute Morgen in der Nähe des Friedhofs tobt ausgefunden- er hatte sich mittelst eines Revolvers erschossen.

Frankfurt a. M, 16. October. Gestern constituirte sich im Saal der Handelskammer derVerein deutscher Im­mobilienmakler" ; Vertreter von 65 Städten aus ganz Deutsch­land waren anwesend. Nach Annahme der Satzungen wurde eine Denkschrift genehmigt, welche ein Neichsgesetz zur Regelung der Stellung der Immobilien-Makler erstrebt. Ein Ausschuß von 30 Personen wurde gewählt, um die Geschäfte zu leiten.

* Würzburg, 10. October. Ueber den Fall des Lieute­nants Hofmeister vom 18. bairischen Infanterie-Regiment und dessen Prozeß vor dem Militärbezirksgericht bringt die Pfälz. Presse" folgende Einzelheiten: Hofmeister stammt aus einem altberühmten Geschlecht. Em berühmter Träger dieses Namens war der gelehrte Augustinermönch Johannes Hof­meister, welcher mit Luther gleichzeitig für eine Reform der Kirche und gegen die Mißbräuche im kirchlichen wie im öffentlichen und socialen Leben auftrat und eine historisch denkwürdige Rolle Im Zeitalter der Reformation spielte, aber habet durch sein kindliches Gemüth und seine seelenvolle Güte von dem stürmischer auftretenden Ordensgenofsen Luther sich unterschied. Der Vater des Angeklagten wohnt in München als Major a. D. Der Angeklagte, ein 26jähriger Mann, hat in München die Cadettenschule besucht und ist vor etwa sechs Jahren als Portepee-Fähnrich in die Armee eingetreten. Seine Führung soll eine musterhafte gewesen sein. Ostern dieses Jahres war der Soldat Schuppert, der eine zeitlang Bursche des Angeklagten war, bei seinen Eltern auf Urlaub. Dem Vater, Waldhüter Schuppert, fiel es auf, daß fein Sohn einige secialdemokratische Redensarten führte. Auf Befragen sagte ihm sein Sohn, daß er diese Redensarten von seinem Lieutenant gehört habe. Schuppert sen., ein sehr frommer Katholik, theilte dies seinem Forstmeister mit, und letzterer machte dem Militärbezirkscommando Anzeige. Dies veranlaßte eine eingehende Untersuchung und schließlich die Verhaftung des Angeklagten, da dieser auch zu andern Soldaten seiner Abtheilung über focialdemokratische und atheistische Dinge gesprochen haben soll. Die Anklage ist auf Grund deS § 102 des Militär-Strafgesetzbuches für das deutsche Reich erhoben wordcn. Der Paragraph lautet: Wer es unternimmt, Mißvergnügen in Beziehung auf den Dienst unter feinen Kameraden zu erregen, wird, wenn dies durch mündliche Weiterungen geschieht, mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren bestraft. Ist die Handlung durch Ver­breitung von Schriften, Darstellungen ober Abbilbungen, ober ist sie im gelbe begangen, so ist auf Mittlern ober strengen Arrest nicht unter 14 Tagen ober auf Gefängniß ober auf Festungshaft bis zu 5 Jahren zn erkennen." Der Angeklagte ist seit einem halben Jahre in Untersuchungshaft, zuerst in Lanbau, bann hier. Ende Juli machte er einen Fluchtversuch­er würbe jedoch noch auf dem hiesigen Bahnhof angehalten. Diese That hat ihm noch die Anklage wegen Fahnenflucht eingebracht. Er wurde bann in eine Irrenanstalt zur Unter­suchung seines geistigen Zustandes verbracht, aber nach einiger Zeit als vollständig zurechnungsfähig entlaffen. Der Ange­klagte wurde von einem Offizier vorgeführt. Er erschien in voller Uniform mit Helm und Säbel und durfte neben seinem Verteidiger, Rechtsanwalt Sauer Platz nehmen. Als Sach­verständige waren erschienen Generalarzt Dr. Port, Professor Dr. Rieger und zwei Stabsärzte. Der Staatsanwalt bean­tragte, daß die Oeffentlichkeit wegen der Standeswürde und der militärdienstlichen Interessen völlig ausgeschlossen werde. Der Gerichtshof erkannte in diesem Sinne. Die Verhandlung währte von Vormittags 9 bis Nachts 11 Uhr und endete mit der Freisprechung Hofmeisters. In der hiesigen Stadt sprach man nur von der Verhandlung. Die Stimmung des Volkes war für den Offizier. Die Socialdemokraten nutzten natürlich die allgemeine Stimmung aus. Schon vor Tages­anbruch wurden Zettel in den Häusern niedergelegt mit der In­schrift :Hoch lebe Hofmeister!" Auch waren geschriebene Placate

angeschlagen folgenden Inhalts:Freie Männer Würzburgs! Auf zur Maffendemonstration vors Militärgericht! Hoch lebe Hofmeister!"

* Berlin, 16.October. Der Distanzmarsch, welcher für gestern geplant war, um auf der 66^/2-Kilometer-Strecke Berlin - Zoffen - Königswusterhausen - Grünau einen besseren

Rekord zu erzielen, hat nicht stattgefunden. Von den sechs Concurrenten waren zwar vier, zwei Vegetarier und zwei Fleischeffer, am Start, dem Steuerhaus auf dem Tempelhofer Felde, erschienen, in Anbetracht des schlechten Wetters aber nahm man von dem Marsche Abstand, da ein besserer Rekord bei den aufgeweichten Wegen doch nicht zu erhoffen war. Man wird nunmehr für dieses Jahr überhaupt von weiteren Märschen absehen, will aber im nächsten Jahre zunächst einen kürzeren und dann einen längeren Marsch, vielleicht nach Dresden ober Halle, für Vegetarier unb Fleischeffer ver­anstalten.

* Berlin, 16. October. 550 auf 45 Bauten beschäftigte Töpfer haben heute die Arbeit niedergelegt. Eine weitere Ausdehnung des Strikes steht bevor.

Berlin, 12. October. DaS Berliner Frauen«Gym­nasium oder, wie es offiziell heißt, die Gymnasialcurse für Frauen sind heute Nachmittag mit 16 Schülerinnen eröffnet worden. Alle Gymnasiastinnen waren pünktlich zur Stelle- sie stehen im Alter von 16 bis 20 Jahren. Die erste Unterrichts­stunde war Griechisch.

Stuttgart, 13. October. Der große Buchdrucker- strike im Herbst 1891 hat, wie aus den jetzt abge­schloffenen Abrechnungen hervorgeht, msgesammt 2288551 Mk. gekostet.

* Paris, 16. October. Eine Feuersbrunst zerstörte diese Nacht die Werkstätten der Schlafwagengesellschaft in St. Denis. 1200 Arbeiter sind brodlos. Der Schaden beträgt über zwei Millionen Francs.

* Meutoue, 14. October. In der Nähe der hiesigen Jägerkaserne wurde die Leiche einer jungen deutschen Dame gefunden, die sich, wie aus einem bei ihr Vor­gefundenen Briefe ersichtlich ist, erschossen hat, weil sie ihr ganzes, sehr bedeutendes Vermögen in Monte Carlo ver­spielt hat.

* Ein guter Anfang. Einen Witzbold, der nebenbei ein ausgezeichneter Redner ist, besitzt jetzt auch die bayerische Kammer. Der Witzbold, der sich hoffentlich za einemkleinen Meyer" auswachsen wird, ist ein neugewählter liberaler Doctor aus dem Algäu. Vielleicht hören wir von ihm recht bald etwas Lustiges. Vielleicht irgend so eine Bier-, Hunde­steuer- oder Amselfang-Rede, wie sie der Reichstag mit Stolz in seinen Annalen verzeichnet. Eingeführt hat er sich wenigstens gut: als er nämlich sich in die Nähe der Social- bemoEraten gewagt hat, und allein auf der feparirten äußersten Bankreihe Platz genommen, wurde er von einem Social- bemoEraten nach bem Grunbe gefragt:Wisse Sc was, laffe Se Ihne sage," antwortete treffenb ber Doctor,wenn i a m a l über bie Schnur hau, Eann i sage: Schlechte Gesellschaft verbirbt gute Si11e." Da mußte ber Frager selbst lachen.

* Kurz gefaßt. Englänber (betritt einen Laden unb bemerEt hier eine hübsche VerEäuferin):Wer ist bie schöne Dame?" Kaufmann:Meine Tochter." Englänber: Ich bitte, geben Sie mir Tinte, Papier, Feber unb bie Hanb Ihrer Tochter!"

*Trockene" Zahlen. Im letzten Jahre wurden in London 30657 Personen wegen TrunEenheit eingesperrt. Davon waren 9359 Frauen.

Verehr, Land- «nd VoLkswirthschaft.

«tetze», 17. October. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. <X 1,001,10, Hühnereier per Stück 7 4. 2 Stück - Käse pr. St. 5-8 X KLsematte pr. 6t. 3 X Erbsen pr. Liter 19 Linsen pr. Liter 32 4, Tauben pr. Paar X 0,590,60, Hühner pr. Stück X 0,901.00, Hahne, pr. 6t X 0,50- 0,80, Enten pr. St- X 1,40 bis 1,60, Ochsevfletsch pr. Pfd 6268 X Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfd. 5056 Schweine­fleisch pr. Pfd. 6070 X Kalbfleisch pr. Pfd. 4852 X Hammel­fleisch pr. Md. 40-60 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,20-5,20 X, Weißkrmi! pr Stück 815 Zwiebeln pr- Eentner 7,008,00 X, Milch pr. Ater 16-20 X Enteneier pr. St. 5», Gänse pr- Pfd. 44-55 H

Die deutsche Handelsmarine hat wiederum einen be- deutsamm Zuwachs zu verzeichnen. Der Norddeutsche Lloyd in Bremen hat vor kurzem abermals eine neue Linie nach Amerika eingerichtet. Die (Roland-) Linie geht Mittwochs von Bremen ab unb ist vor­wiegend auf den Zwischendecks- unb Frachtverkehr eingerichtet. Die Schiffe für die Linie finb neu erbaut, mit ganz vorzüglichen Zwischen- becktzeinrtchtungen versehen unb "nehmen gar keine Cajütspassaaiere, sodaß ben Zwischenbeckern bas ganz mächtige Promenabendeck zur Verfügung steht. Der Norbdeutfche Lloyb ist gegenwärtig bie größte Schiffsahrtsgefellschaft ber Weit unb verfügt über 22 Linien, von benen allein 6 nach Norb-Amtrika gehen.

«ine gnte grane Holzbeize wirb nach Angabe von Dr. Stockmeier mit Gallussäure erhalten. Das Holz wirb mit einer warmen lprocentigen Gallussäure-Lösung bestrichen, bann getrocknet unb in einer 2procentigen Eisenvttriollöfung behandelt. Das er­haltene Grau hält sich am ^!icht unveränderl.

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Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, unb bie etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seibe kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinter­läßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. Verfälschte Seide (bie leicht speckig wirb unb bricht) brennt langsam fort, nament­lich glimmen dieSchußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff er» schwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegen­satz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt fie, die der verfälschten nicht. Die Leidensabrik G. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant) Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann unb liefert einzelne Roben und ganze Stücke oorto- und zollfrei ins Haus.[8282

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