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Freitag deu 18. August

Nr. 193

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Amts- und Anzeigeblutt für den Äveis <6ie^zen

| Hratisöeitage: Gießener Jamilienblätter.

Amtlichev Theil

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für dm folgmdrn Tag erscheinendm Nummer bi» Borm. 10 Uf)t.

tor nranz-Tocietät.

geihan.

Wenn schließlich auch Aerzte an die diagnostische Kunst der Hellseherin geglaubt haben, besonders in Fällen, wo die letztere ein eigenes inneres Leiden richtig erkannte, so ist ihnen wohl nur das interessante Faktum nicht bekannt ge­wesen, daß hysterische Zustände (und die Somnambulen waren zum großen Theile hysterisch) sehr oft durch leichte Reizungen von sämmtlichen Theilen des Nervensystems ausgehen können, welche Reizungen sich aber gewöhnlich nicht durch locale Symp­tome kundgeben und den Arzt oft vergeblich nach dem Sitze des Leidens suchen lassen. Die Hellseherin aber hat eine

liste voraussichtlich von den diesjährigen Truppenübungen berührt werden, wollen Sie diese Bekanntmachung alsbald und sodann mit Zwischenräumen von 8 Tagen zweimal auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß bringen.

Zugleich beauftragen wir Sie, Ihren Polizeibediensteten und Feldschützen ganz besonders die Ueberwachung de« Publikum- auf den Uebungsseldern und bei den Biwaks zur Pflicht zu machen, damit Flurbeschädigungen durch dasselbe möglichst vermieden werden. Durch Zuschauer verursachte Schäden werden aus der Militärkaffe bekanntlich nicht ersetzt.

des Leidens suchen laffen. Die Hellseherin aber hat eine . oen normalen v«u|Ch, Z" rt*un,nnnn,n

erhöhte Empfindlichkeit ihrer Körpertheile, besonders der hängende Acte, die wahrend jener Zustande vor sich fl«Ö 9 / inneren Organe, und sie fühlt gleichsam den Ausgangspunkt | dem Bewußtsein ganz entgehen können und daß höchste s

satte ich michM M, über bunbet mpiofylfit und jin

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Alle Annonem-Vureaux de» In- und Auslände» nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgegen.

86.

tf. 320,000,000.

rch zur öffentlich-- esellschafl für hin

Giessen

vierteljähriger AvonnemeatspreiL i 2 Mark 20 Pfg. erii vringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.

«edaetion, Lrpeditto» und Druckerei:

Fernsprecher 51.

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neu llen durch Fraakfurt o. M.

1 tüchtiges fitnfb Je Stellung gesucht 10ßt wo.

Bekanntmachung, betr. die Herbstübungen der Großh. (25.) Division; hier dre Flurschäden.

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Feuilleton.

Somnambulismus und Hellseheu.

Von Dr. med. Schrrbel-Lissa.

(Schluß.)

Wenn nun aber das innere Erinnerungsvermögen hoch­gradig gesteigert, wenn die Aufmerksamkeit des Individuums von der Außenwelt abgeschloffen ist, dann tauchen diese Er­innerungen in vollem Glanze und in vollen Farben auf, dann zeigt dies innere Bild eine Fülle von Details und eine Lebendigkeit,, wie es im normalen Zustande nie der Fall ist, weil eben dann andere Bilder gleichzeitig in Sicht sind. .

Aus dieser krankhaften Steigerung des Gedächtnisses werden viele Wunder klar. Eine Somnambule hat z. B. eine Apotheke gesehen und die Photographie derselben steht nun in allen Details vor ihrem geistigen Blicke. Da sie das Er­innerungsbild, das sie von außen erhalten, nach einem psycho­logischen Gesetze auch wieder nach außen hin verlegt, so glaubt sie in der That in die Ferne zu sehen und in der Ferne zu hören. Und weil sie nun in der Apotheke vollkommen bekannt ist und genau weiß, wie jener Tiegel gefärbt ist und was jene Büchse enthält, so haben somnambulisttsche Schwärmer geglaubt, sie könne auch Krankheiten erkennen und zur Heilung bringen. Und das haben auch die Somnambulen recht fleißig

ihrer Krankheit und gibt gewöhnlich eine einfache, bekannte Heilmethode für sich an, die dann oft von Erfolg ge­krönt ist. ,

Was nun die erwähnteVersetzung der Sinne anlangt, so ist, wenn die Hellseherin angab, daß sie mit den Fingern zu sehen vermag, indem sie z. B. durch Betasten Schriften lesen könne, dies dahin gedeutet worden, als ob die überempfindlichen Hautnerven die Eigenschaften der Netzhaut (Sehnervenhaut) im Auge angenommen hätten. Das Un­sinnige dieser Meinung liegt für jeden Kundigen klar zu Tage. Die Hellseherin verhält sich eben nur analog wie die Blinden, deren geschärfter Tastsinn ihnen als Gesichtssinn dient, Unb wenn man berücksichtigt, daß bei der Hellseherin die Gesichts­erinnerung der Buchstaben beim Betasten derselben mit voller Helligkeit auftaucht, so 'ist es erklärlich, warum sie in allem Ernste zu sehen glaubt.

Für Laien, welche eine Somnambule beobachtet haben, war noch eine andere Erscheinung sehr auffallend. Während nämlich diese Kranken in ihren Anfällen besonders durch ihr Reden den Eindruck erweckten, als ob sie ein lebhaftes und zusammenhängendes Bewußtsein besäßen, hatten sie von jenen Vorgängen in den gesunden Pausen keine oder nur eine schwer zu erweckende Erinnerung. Dies wird jedoch leicht begreiflich, wenn wir entsprechende Vorgänge aus dem gewöhnlichen Leben

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Zeigen.

Daß Grotzherzogliche Kmsamt Gießen;

<m die «roßh. vürgermeiftereie« des Kreises.

Soweit Ihre Gemarkungen nach vorstehender Bekannt- ) machung und der Ihnen mit unserem Ausschreiben vom

künstliche Anregung dazu die Bilder aus dem Traumleben wieder aufwachen.

Wenn, wie schon gesagt, dasFernsehen" unb dasFern- hören" hauptsächlich darauf beruht, daß die Bilder, die in der Erinnerung aufleben, dorthin verlegt werden, woher sie ur- sprünglich angeregt worden sind, d. h. nach außen, und daß die Somnambulen, weil diese Bilder mit der vollen Helligkeit einer Hallucination in ihnen austreten, wirklich zu sehen und zu hören glauben, so ist noch Folgendes zu bemerken :

Die gesteigerte Feinheit der Sinne macht nämlich diese Personen zu wirklichen, außerordentlichen Wahrnehmungen ver­mögend, die uns verblüffen, weil wir uns in eine solche Perceptionsweise nicht hineinbenken können. Es geht uns aber ebenso dem normalen Thiere gegenüber, da wir uns von dessen Feinheit des Geruchs und von der hervorragenden Rolle, welche die Geruchswahrnehmungen in seinem psychischen Leben spielen, keine Vorstellung machen können.

Was nun die Gabe der Prophezeiung betrifft, die man den Somnambulen zvgeschrieben hat, so liegt hierin eben auch nichts Wunderbares. Manche Vorhersagungen dieser Personen in nebensächlichen Dingen bewahrheiten sich, weil sie auf richtiger Combination beruhen, andere, weil jene aus Er­fahrung wissen, daß es nach einem Naturgesetze so und nicht anders eintreten müsse, und endlich ein großer Theil auch nach dem Gesetze, nach dem selbst daöTraumbüchlein" manchmal recht behält. Wenn eine Somnambule Wochen-, monate- und jahrelang fortschwatzt und prophezeit, so kann zufällig etwas eintreffen, und dieses zusällige Eintreffen macht dann auf un­geschulte Geister den Eindruck eines wirklichen Zusammen­hanges zwischen der prophetischen Kraft der Hellseherin und dem Ereignisse. _

Ganz ins Bereich der Einbildung gehört endlich das Gedankenlesen, das Mitfühlen u. L w. ES ist bekannt, daß die Taschenspieler die Ausgabe stellen, sich eine Karie zu denken und daß sie dann die gedachte Karte sofort angeben. Selbst wissenschaftlich gebildete Männer sind geneigt, diese Macht des Taschenspielers für eine mystische zu halten, und doch ist sie wesentlich darauf zurückzuführen, daß, wenn man rasch an etwas denkt, man unwillkürlich die mimischen Be-

Unfälle

Twe:6!* - Actien-GeseUschL

1,016,250.-

njtnienzablung

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Zeitdauer. ..

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Deutsche» Reich.

Jagdschloß WolfSgarteu, 16. August. Die Aller- höchsten Herrschaften musicirten gestern Nachmittag mit dem Hoscapellmeister de Haan. Derselbe hatte dann die Ehre, zu der Abendtafel zugezogen zu werden. Heute Vormittag nahmen Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog die Vorträge des FinanzministerS Weber und des Jägermeisters MtnisterialrathS Muhl entgegen.

Berlin, 16. August. Reichskanzler Graf Caprivi hielt dem Kaiser am Montag Abend einen Jmmebiat- Vortrag. Ueber den Gegenstand desselben ist noch nichts Näheres bekannt.

Berlin, 16. August. Zu den Versicherungs­gesetz kn. Eine Versammlung selbstständiger Handwerks­meister' und Gewerbetreibender, welche am Montag Abend tagte, nahm nach längerer Debatte folgende Resolution an: Die Staatsregierung wird ersucht, die Beiträge für Kranken-, Unfall- und Altersversicherung von jedem Deutschen und eine Staatssteuer zu erheben und eine allgemeine Renten- Versorgung vom 60. Jahre an eintreten zu lassen." Zur Ausarbeitung einer Petition im Sinne dieser Resolution wurde eine Commission von 15 Personen eingesetzt. Die Petition wird einer weiteren Versammlung zur Begutachtung vorgelegt werden. r r .

Der Bund der Landwirthe veranstaltet m den Reihen seiner Mitglieder gegenwärtig Erhebungen darüber, welche Verluste sie in den letzten fünf Jahren durch die Er­krankung des' in ihrem Besitz befindlichen Viehes an Maul- ; und Klauenseuche erlitten haben. Diese Ermittelungen hängen I anscheinend mit dem vom preußischen Ministerium sür Land- I Wirtschaft seit einiger Zeit verfolgten Plane einer obligato­rischen Viehversicherung zusammen. .

Bezüglich der Wirkungen des Zollkrieges erhält diePost" aus Südrußland folgende Zuschrift: Die Stlnmung der Gutsbesitzer in Südrußland ist entschieden gegen die erfolgte Erhöhung der russischen Zölle, soweit sie Deutschland betreffen, da deren nachtheilige Wirkung durch den Zollaufschlag, den Deutschland begreiflicher Weise auf russisches Getreide gelegt hat, sich schon jetzt sehr fühlbar i macht. Dem Finanzminister wird kein Loblied gesungen. ; Durch die Mißernte im vorigen Jahre ist die Mehrzahl der . Gutsbesitzer in ihren Geldmitteln sehr beschränkt, die Preise sämmtlicher Getreidearten sind augenblicklich stark gefallen, Vorschüsse sind schwer zu erhalten und zu Abschlüssen von

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! ins Auge fassen. . ,

Es ist jedem jungen Manne schon geschehen, datz ihm eine Dame, die er im Ballsaale und in Balltoilette^ kennen gelernt hatte, aus der Straße fremd vorkam und daß er sie nicht wieder erkannte. Die geänderte Umgebung und ge­änderten Merkzeichen können eben verhindern, daß ein Ermne- i rungsbild prompt austaucht. Ebenso verkennen wir ja oftmals Gutbekannte, wenn wir sie zum ersten Male in Uniform oder an einem fremden Orte oder unter ganz anderen Verhältnissen antreffen. Es ist nun kein Zweifel, daß die Gesetze der Art, der Stärke und der Association der Erregungen m somnam- bulischen Zuständen durchaus verschieden sind von jenen m ; den normalen Pausen, daß mehr oder minder zusammen-

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Ter Gieße«rr -azkiger trntmit täglich, r. Ausnahme dr» Montag».

Du Gießener

iwrHn dem Anzeiger « 3>c ixntfid) dreimal deigelegt.

Gießener Anzeiger

Kenerat-Wnzeiger.

WetzlarButzbach statt. 5

Zur thunlichsten Vermeidung von Flurschäden in Folge' der Hebungen ergeht hierdurch an die Grundbesitzer die Auf-r forderung, ihre Grundstücke noch vor Beginn der tzxercitieN bezw. Manöver, soweit dies überhaupt möglich ist, abzuernten und diejenigen Grundstücke, welche während detz Hebungen noch mit Früchten bestanden sind, sowie die vor­zugsweise zu schonenden Ländereien, wozu in diesem Jahre besonders die mit Futterpflanzen bestellten gehören, durch Anbringen von etwa zwei Meter hohen Stäben mit Strohwischen schon von Weitem erkenntlich zu machen.

Zur rechtzeitigen Wahrung ihrer Interessen machen wir Die Kreisangehörigen noch auf folgende gesetzliche Bestimmun­gen aufmerksam:

1) Grundstücke, deren Benutzung bei Truppenübungen gänzlich ausgeschlossen ist (Gärten, Parkanlagen, Holz­schonungen, Pflanzgärten ic.) müssen, insofern deren Eigenschaft als solche nicht ohne Weiteres erkennbar ist, an den Enden durch hochstehende Tafeln mit Auf­schrift bemerklich gemacht werden.

'2) Beschädigungen, welche nicht durch die Truppenübungen, sondern auf andere Weise, besonders dadurch entstanden sind, daß die Betheiligten das rechtzeitige Abernten unterlassen haben, begründen keinen Anspruch aus Ver­gütung.

3) Arbeiten und Aufwendungen, von welchen die Inter­essenten gewußt haben, daß sie durch die Truppen­

übungen der nächsten Tage zerstört werden mußten, begründen einen Anspruch auf Schadloshaltung gleich­falls nicht.

Gießen, den 16. August 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. Melior.

Gießen, den 16. August 1893.

etr.: Wie oben.

I. V.: Dr. Melior.

Bekanntmachung, betreffend Maul- und Klauenseuche zu Grünberg und Allen- dorf a. d. Lda.

Nachdem seit dem Erlöschen der Maul- und Klauenseuche in den Gemarkungen Grünberg und Allendorf a. d. Lda. Seuchensälle daselbst nicht mehr vorgekommen sind, haben wir den Gr. Bürgermeistereien Grünberg und Allendorf a. d. Lda. die Erlaubniß zur Ausstellung von Gesundheitsscheinen für Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine, die von Händlern ausgeführt werden, wieder ertheilt. Insoweit die bezeichneten Thiere von anderen Personen ausgeführt werden, bedarf es der Ausstellung von Gesundheitsscheinen nicht.

Gießen, den 16. August 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Dr. Melior.

Im Laufe dieses Monat« werden auf einem noch aus­zuwählenden Gelände bei Gießen die Hebungen der Infanterie- Regimenter Nr. 115 und 116 (verstärkt durch das Jäger- Bataillon 11) ihren Anfang nehmen und es wird sodann die 49. Infanterie - Brigade bis zum 10. September auf dem betr. Felde exerciren. Sodann finden in der Zeit vom 11. bi« 15. September die Brigade - Manöver der verstärkten 49. und 50. Infanterie-Brigaden in dem Dreieck Lich 177b.9)1. (Kreisblatt Nr. 190) mitgetheilten Unterkunfts- WetzlarButzbach und m dem Bezirk Butzbach Ufingen r;na nnrAlia^(^ nnn h?n diesiäbriaen Truvveuübungen FriedbergHungenMünzenberg und im Anschluß hieran die Divisions-Manöver in dem Landstrich HungenGießen'