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Neueste Nachrichten.

Wolff« tdegraphlscht» Lorresvonben»-Bur«Uu.

Kiel. 16. Juli. Der Kaiser ist heute früh hier ein« getroffen und hat sich von der Iensenbrücke an Bord der kaiserlichen HachtHohenzollem" begeben.

Deveschen bei Bureau .Herold^.

Berlin, 17. Juli. Außer Frh. v. Stumm ist auch der polnische Abg. v. Ko-ciel-ki vom Kaiser durch die Verleihung des Kronenordens zweiter Klasie au-gezeichnet worden. Der Kaiser lobte die patriotische Haltung der Polen, die unvergessen bleiben solle.

daß die Franzosen sehr srtcbUch srten und daß der Boutangtömus ganz harmlos gewesen, sei doch auf die amtlich veröffentlichten «cttn« stück« zu verweisen, auS denen zur Evidenz hervorgehe, daß wir 1887 vor einem Kriege standen. Es sei schade, daß Bebel nicht im französischen Parlament sitze, um seine friedlichen Anschauungen den Franzosen einzuflößm. Was Bebel heute über Rußland gesagt, sei etwa da» Gegentheil dessen, was er in der Commission gesagt habe. Beb«l behaupte immer, daß die Lasten auf die Arbeiter adgewalzt würden; die Socialdemokratte lege ihrer Anhängerschaft eine Steuer aus, die viel höher sei al» die, welche der Staat fordere. Die militärische Belastung sei bet uns pro Kopf der Bevölkerung ntedrtaer als in olden anderen europäischen Ländern. Er stimme für die MUitärvorlage mit der zweijährigen Dienstzeit, nachdem die dreijährige Dienstzeit thatsächltch nicht mehr durchgeführt sei. Bezüglich der Deckungsfrage habe er volle» Vertrauen zumFtnanzmintsterDr. Miquel, der die landwirthschaftltchen Verhältntffe besser kenne, al» mancher hohe Staatsbeamte, auch wenn er mit Grundbesitz selbst behaftet sei. Die Regierung müffe im Jntereffe unserer Wehrkraft Maßnahmen gegen die Entvölkerung des platten Lande» ergreifen, denn in dem Maße, in dem sich das platte Land entvölkert, nimmt die Wehrkraft ab. Da» Hauptergebntß der Wahlen sei die Wiederbelebung des nationalen Gedankens; welche Partei mehr oder weniger gewonnen oder verloren hat, das kommt dem gegenüber nicht in Betracht. Es heiße: e» fei leichter, ein Vermögen zu erwerben, als eins zu erhalten; wir haben die schwere Pflicht, ein große« Vermögen zu erhalten.

(Beifall.)

Abg. Dr. Schaedler ((Str.) erklärt, daß da» Centrum auch heute gegen die Vorlage stimmen werde, da neue Momente zu Gunsten derselben nicht hervorgetreten seien. Die Versuche, daS Centrum zu trennen, hätten da» aegentheilige Ergebniß gehabt. Das Centrum könne einer Vorlage nicht zusttmmen, die Deutschland zu einem Heer­lager in Friedenvzeiten machen müsse und welche dem Volke uner­trägliche Lasten zumuthe. Man möge sich nur vorsehen; bald werde versucht werden, neue große Forderungen für die Marine unter einer gewissen Flagge in den sicheren Hafen htnetnzubugsiren. ES gebe jetzt andere, wichtigere Ausgaben. Man möge dem Kletnbauernstande zu Hülse kommen; die Millionen, die dafür verwendet werden, sind die best angelegten. (Beifall im Centrum.)

Abg. Rickert (frs. Ver.): Von entscheidender Bedeutung ist für un» die zweijährige Dienstzeit und die DeckungSirage. Zu be­dauern ist die Ablehnung des Antrags Carolath; nachdem diese Ablehnung erfolgt ist, müssen wir uns mit der bindenden Erklärung deS RetchskanzlrrS begnügen, daß innerhalb der leitenden Kreise an eine Wiederaufgabe der zweijährigen Dienstzeit nicht gedacht wird, wenn nicht ganz unvorhergefehene und unübersteiabare Schwierigkeiten eintreten. Bezüglich der DeckungSfrage hat der Reichskanzler erklärt, daß dieselbe nicht durch Steuern aus nothwendige LebenSartikel gelöst werden solle. Wir nehmen an, daß der RetchSkanzler zu diesen Er­klärungen von entscheidender Stelle ermächtigt worden ist.

Reichskanzler Graf Caprivi: Diese Auffassung ist richtig.

Abg. Ploetz (cons.) bedauert, daß die Anträge aus Linderung der Futternoth nicht mehr zur Berathung gekommen und bittet die Regierung, die Anträge trotzdem noch zu berücksichtigen.

Die Debatte wird geschlossen.

Nachdem die Vorlage in ihren einzelnen Theilen angenommen worden, wird sie in der Gesammtabstimmung mit 201 gegen 185Stimmen endgültig angenommen. Dafür stimmen die Cooseroativen, die Reichüpartet, die Nationalltberalen, die frei­sinnige Vereinigung, die Antisemiten und die Polen, sowie von den Wilden die Abgg. Gras BiSmarck - Schönhausm, Prinz Carolath, Röficke, Frhr. v. Hornstein u. s. w., im Ganzen 7.

Hierauf werden der NachtragSetat und das Anleihegesetz In dritter Berathung angenommen.

Zu Mitgliedern der RetchSschuldencommission werden gewählt Abgg. Dr. Hammacher, Prinz Arenberg und Frhr. v. Hammerstetn und zur Verstärkung der Commission Abgg. v. Kehler, Kropatschek, Pachnicke

Abg. Graf Hompesch spricht dem Präsidenten v. Levetzow 9lamen» de» Hauses den Dank für die Leitung der Geschäfte au». Präsident v. Levetzow bittet diesen Dank auf die Dicepräsidenten und Schriftführer au»dehnen zu dürfen.

Reichskanzler Gras Caprivi verlas daraus eine kaiserliche Bot­schaft, mittelst wdcher die Session de» Reichstag« für geschlossen er­klärt wird. Der Reichskanzler fügte hinzu, daß da» Ergebniß der Berathunaen die verbündeten Regierungen mit hoher Befriedigung erfülle. Unerschütterlich stehe bei denselben die Ueberzeugung fest, das die Vorlage nur da» Rothwendigste verlangte. Er sei vom Kaiser beauftragt, besten Dank dem Reichstage für seine patriotische Mit­wirkung auszusprechen.

Unter einem vom Präsidenten auSgebrachten und von dem Reichstag begeistert aufamommenen dreifachen Hoch auf Se. Maj. den Kaiser (dis Soctalvemokratm hatten wie üblich schon vorher den Saal verlassen) ging die Versammlung auseinander.

nur et«äiS&SXS«

mmtSgelegenheit für Offiziere gefchanm ""dm. Forderungen für Sinter würfe für die meisten ^°''»,en dn Regternns überd-unt nnrmiMMh Reicben ein Ioteresse, mögen sie auch die Lasten tragen8 Führe man doch eine pro^stoe Reich» Etnkommmfteuer luf «Wommen von über 6000 bi» 8000 Ml. ein; mit der Börsen- steuer wnde nur ein kleiner Theil der reichen Leute getroffen. Man rede von LuruSsteuern. Dieselben bringen nichts ein. England, da» noch einmal so reich sei al» Deutschland, ziehe 15 Millionen Mark au? den LuruSsteuern. Durch die preußische Steuerreform> snen die Besitzenden entlastet worden. Die Agrarier zahlen zu den Kosten des Deutschen Reiche» keinen Pfennig, sie bezögen noch Zehntausende und versorgten ihre Söhne in der Armee. Redner rotrb zur Ordnung gerufen, weil er behauptet, die Vorlage sei nur zur Ausbeutung der Arbeiter gemacht. Unter den hohen Ausgaben für Militärzwecke leiden alle Culturausgeben; zur Ausbildung von je Soldaten werde ein Unteroffizier eingestellt, während in Preußen durchschnittlich auf je 70 Schulkinder ein Lehrer kommt. ES fehle ferner an Richtern. Nieder mit dem Militarismus!

Abg. v. Kardorff (Rp.): Gegenüber der Behauptung Bebels, ' - sie Franzosen sehr friedlich seien und daß der BoulangismuS

Berlin, 17. Juli. Die Telephonverbindung Beritn- Nordhausen-Cassel-Frankfurt ist nunmehr auf der Strecke Berlin-Nordhausen fertiggestellt und rotrb letztere am 20. Juli eröffnet.

Paris, 17. Juli. Großes Aufsehen erregt ein vom schweizerischen Gesandten verfaßtes Buch zu Gunsten der politischen Gleichstellung beider Geschlechter.

London, 17. Juli. DiePresse" tadelt tie Direktoren der Chicagoer Weltausstellung wegen der 24 gegen 4 Stimmen getroffenen Entscheidung, die Ausstellung an Sonntagen geschlossen zu halten. In Paris, London und Wten sei die Einnahme am Sonntag die stärkste gewesen.

Liffaboa, 17. Juli. Der portugiesische Gesandte telegra- phierte der Regierung, der Sturz deS Präsidenten von Brasilien stehe bevor.

tocaki und ^provinzieller.

Gießen, 17. Juli 1893.

*» Oeffentliche Sitzung des Provinzialausfchuffes bet Provinz Oberhesseu vom 15. Juli 1893. 1. Beanstanbung der Bürgermeisterwahl zu Hattenrob. Heute wirb die am 1. Juli begonnene Verhandlung fortgesetzt und zu­nächst wieder eine Reihe von Zeugen vernommen, welche sich in der Hauptsache über eine Bedrohung, welche der Ehefrau des Schweinehirten Stein gegenüber von dem Candidaten H. Mengel ausgesprochen worden sein soll, zu äußern harten. Die Aussagen der Zeugen, welche zum Theile auch unter Eid stattfanden, stehen sich oft direct entgegen. Rechtsanwalt Katz vertheidigte den Gewählten H. Mengel. Der Provinzial­ausschuß erkannte, daß dem p. Mengel die Bestätigung nicht zu ertheilen sei und setzte ihm die Kosten des Verfahrens zur Last. 2. Beschwerde der Louise Krüger und Genossen zu Bad-Nauheim gegen den Betrieb der Schweinemetzgerei des Heinrich Seid da­selbst. Dem p. Seib, dessen Hofraithe in der Neustadt sich befindet, ist vom Kreisausschuffe Friedberg unter gewisien Bedingungen die Concession zur Anlage der Schlächterei ertheilt worden, wogegen Frl. Louise Krüger und zwei Ge­nossinnen Recurs verfolgten mit der Begründung, daß durch das Schreien der Schweine die bei ihnen wohnenden Kur­gäste sehr belästigt würden. Der ProvinzialauSschuß gab dem Recurse statt und versagte dem p. Seib die Concession zum Betrieb der Schlächterei- die entstandenen Kosten wurden demselben gleichfalls auferlegt. 3. Klage des Orts- armenverbandesRuppertenrod gegen denOrts- armenverband Nieder-Eschbach wegen Unter­stützung des Konrad Kratz von Ruppertenrod. Der hülfsbedürftige Konrad Kratz mußte in seinem Geburts- orte Ruppertenrod verpflegt werden und wird nun die Er­stattung der dadurch entstandenen Kosten Seitens des dortigen Armenverbandes von der Gemeinde Nieder-Eschbach, in welcher Kratz lange Jahre als Knecht und Taglöhner beschäftigt ge­wesen sein soll, verlangt. Die Gemeinde Nieder-Eschbach lehnte die Kostenübernahme ab und bestritt den Erwerb des Unterstützungswohnsitzes, worauf Klage Seitens der Gemeinde Ruppertenrod erhoben worden ist. Die vernommenen Zeugen aus Nieder-Eschbach bekundeten, daß Kratz als landwirth- schaftlicher Arbeiter in längeren Zeiträumen dort Beschäftigung gehabt hat- eine Tochter des Kratz bestätigt, daß derselbe im Herbst fast jeden Jahres zwar nach Ruppertenrod gekommen, jedoch immer wieder nach Nieder Eschbach zurückgekehrt sei. Die Verhandlung wurde vertagt, da zunächst noch weitere Zeugen vernommen werden sollen. 4. Klage des Ortsarmenverbandes Bönstadt gegen den Ortsarmenverband Nidda wegen Unter* stützung der Familie des Lehrers Thöt. Der Lehrer Thöt ist aus dem Schuldienst entlassen und war dessen Familie, mangels eines anderweiten Einkommens, hülfsbedürftig geworden. Die Gemeinde Bönstadt verlangt von Geiß-Nidda Ersatz der aufgewendeten Kosten. Die be­klagte Gemeinde bestreitet nicht den Unterstützungswohnsitz, wohl aber die Hilfsbedürstigkeit, da sowohl Thöt als auch seine Frau junge und gesunde Leute seien, welche sich und ihre Familie zu ernähren recht wohl in der Lage seien. Durch verschiedene Zeugen wurde festgestellt, daß Unter­stützungsbedürftigkeit vorgelegen habe, da es dem Thöt trotz seiner und den Bemühungen anderer Personen nicht gelungen sei, entsprechende Beschäftigung und Verdienst zu finden. Die Gemeinde Geiß-Nidda wurde nach dem Klaganspruch verurtheilt und ihr auch die Kosten deS Verfahrens auferlegt.

** Zur Laubtagswahl. Daß bei der bevorstehenden Landtagswahl jeder Partei das Recht zusteht, auf gesetz­lichem Wege für ihre Candidaten zu werben, ist hinreichend bekannt. Daß man aber in der Wahl der Mittel nicht allenthalben sich auf dem Boden der Sachlichkeit zu bewegen vermag, dafür liefert ein in Nr. 624 deSReichs-Herold" enthaltener Aufruf den Beweis. Es heißt nämlich am Schluffe desselben:

Wähler! Besonders, ihr Ortsgruppen, tretet sofort zusammen und werdet über die Wahlmänner schlüssig! Verpflichtet jeden Wahlmauu durch Haudschlag uud Ehren­wort, nur dem Candidaten unserer Partei seine Stimme zu geben! Kein Bürgermeister, kein Lehrer ober Pfarrer, und wer sonst noch von der Regierung ab­hängig ist, darf als Wahlmann von Euch aufgestellt werden! Traut keinem Regieruagsmanu! Nur unab­hängige Bauersleute, die ehrenfest sind, dürfen ange­nommen werden! Dann ist es möglich, daß wir siegen. Tretet Alle mit Feuer ein für unsere gemeinsame Sache'. DerUnterbrückungdeSVolkeSvon Darm stabt aus muß ein Enbe gemacht werben!"

DaS hier Fettgebruckte ist auch in dem Auftuf mit fetten Buchstaben hervorgehoben, der Schlußsatz ebenfalls in gesperrter Schrift. Nun, Ihr Bürgermeister, Pfarrer und Lehrer, ober wer sonst nach Ansicht der Antisemitenführer

so unvorsichtig war, Regierungsbeamter zu werden, Euch spricht man die Ehrenfestigkeit ab, als Wahlmänner zu fun- giren. Wollt Ihr, daß fernerhin Euere Gemeindeangehörigen in so gehässiger Weise gegen Euch aufgebracht werden, wollt Ihr, daß einzelne, nur ihr eigenes Jntereffe im Auge habende Personen in gewissenloser Weise Eueren Gemeinde- angehörigen vorreden, daß nur sie daS Wohl deS Volkes zu fördern im Stande seien und Euere in ehrlicher Pflichterfüllung geführten Amtsgeschäfte nur auf Unterdrückung deS Volkes hinauSlaufen, so laßt diese Leute schalten und walten. Wollt Ihr aber, daß in Eueren Gemeinden Ruhe und Frieden waltet, daß die besonders in der letzten Zeit in erhebender Weise zu Tage getretene Fürsorge der Regierung daS Ver­trauen zu ihr und mit ihr zu Euch weiter befestigt, so tretet mit aller Entschiedenheit gegen solch gewissenloses Gebühren Einzelner auf, gegen ein Gebühren, daS, Gott sei Dank, nur von einer kleinen Minderheit des hessischen Volkes ge­billigt wird.

♦♦ Das gestrige Concert der Meyder Capelle inStein» Garten" hatte künstlerisch wie finanziell gleich guten Erfolg. Der Ruf, den die auch früher hier zum öfteren anwesende Capelle Bilse genossen, ist auf die unter dem Namen Berliner ConcerthauS-Capelle" auftretende Vereinigung von 70 Künstlern unter Direktion des CappellmeisterS Karl M e y d e r übergegangen. DaS Programm wie- folgende Nummern auf: C. M. Weber: Ouvertüre zuOberon" - R. Wagner: Einzug der Götter in Walhall auS dem Musik­dramaDas Rheingold"- Gervais:O Cara memoria (Violoncello Solo)- LiSzt: Ungarische Rhapsodie Nr. I F-dur.; Beethoven: OuvertüreLeonore III."; R. Wagner: WotanS Abschied und Feuerzauber auS dem MusikdramaDie Walkure"- Vieuxtemps: Air varie f. d. Violine - Verdi: Große Fantasie a.d. Oper ,11 Travatore - R. Wagner: Ouvertüre z.OperTann­häuser"-drei Streichquartette von Schumann, Hartog, Gillet- Hoch: Klänge auS Steyermark, Fantasie für Cornet ä piaton; Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr. 2. DaS im Garten be­gonnene Concert mußte infolge eintretenden RcgenS in der Mitte des zweiten TheilS in den Saal verlegt werden. Dieser Umstand that indeß dem Ganzen nicht den geringsten Abbruch, ja er wurde sogar von Freunden von Solopartien begrüßt, weil dadurch letztere entschieden an Wirkung gewannen. Violoncello, Violine und Cornet ä piston wurden meisterhaft gespielt. Die Vorträge verschafften den Zuhörern durch deren da capo-SRufe hübsche Einlagen, wie denn auch der sonst gespendete Beifall bewies, baß bie Ausführung der übrigen Nummern eine vorzügliche war. Das zweite Concert findet heute Nachmittag 5 Uhr statt- es ist nach dem Erfolge des gestrigen zu hoffen und zu wünschen, daß eS ebenso zahlreich besucht wird.

** Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Schiffs- knecht Friedrich Baumgärtner zu WormS in Anerkennung der von demselben am 3. Juni dsS. IS. mit Muth und, Entschloffenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Franz Heinrich Philippi von da vom Tode deS Ertrinken» die Rettungsmedaille zu verleihen geruht.

** An der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt treten mit Beginn deS Wintersemester» 1 8 9 3/94 (im October b. I.) einige Neuerungen von bejonberer Wichtigkeit in Kraft. ES wirb nämlich ein besonderer Studienplan für die Ausbildung von Electrotechnikern in daS Programm der Hochschule ein­geführt werden. Auch finden nunmehr Hebungen im Untersuchen von Nahrung-- und Genußmitteln, sowie von Gebrauchsgegenständen unter Leitung des Vorstände» deS Untersuchungsamtes Herrn Dr. H. Weller statt, denen sich mikroskopische und bacteriologische Untersuchungen von NahrungS- und Genußmitteln unter Leitung deS Herrn Ober- medicinalrath» Dr. Uloth anfchließen. Da von Seiten der Reichsbehörden eine Staatsprüfung für Chemiker beabsichtigt ist, deren Bestehen die betreffenden Chemiker be­rechtigt, als Sachverständige vor Gericht zu fungtren, so werden die genannten Hebungen Seitens der Candidaten der Chemie mit besonderem Nutzen für ihre künftige Laufbahn besucht werden.

Patente uud Gebrauchsmuster von im Großherzogthum Hessen lebenden Erfindern. Kl. 36, E. 3761. Füllklappe für Preßkohlen - Füllöfen- Eisenwerke Hirzenhain, H. R. Buderus in Hirzenhain, 8. März 1893. Kl. 51, D. 5445. Pneumatische Windlade für Orgeln - H. Dietz und C. Nicolaus in Lich, 15. Nov. 1892. Kl. 75, M. 8815. Electrolyse von Alkalisalzen - Juliu» Marx in Bad-Nauheim, 2. April 1892.

Patent Ertheiluagen. Kl. 36, Nr. 70073. Beweg- licher Kegelrost für Dauerbrandöfen mit Braunkohlen­feuerung - Zusatz zum Patente Nr. 59040, B u d e r u-'sche Eisenwerke in Hirzenhain- vom 18. September 1892 ab.

Obsterute AvSstchteu. Derpraktische Rathgeber im Obst- und Gartenbau" giebt in seiner letzten Nummer (29) eine Zusammenstellung der Aussichten für die O b st e r n t e 1893 in 23 verschiedenen Ländern bezw. Provinzen. Danach ge­staltet sich für Hessen die Obsternte-AuSsicht auf Grund von 17 eingegangenen Berichten folgendermaßen: Aepsel: gut, Birnen: gut bis mittel, Zwetschen: gut, Pflaumen, Süßkirschen, Sauerkirschen: gut bis mittel, Pfirsiche: mittel bis gering, Aprikosen: gut bis mittel, Stachelbeeren und Johannisbeeren : gut, Himbeeren: gut bi» mittel, Erdbeeren: mittel, Heidelbeeren und Wallnüffe: mittel bi» gering, Hasel- nüffe: gut bis mittel.

0 Reiskirche». 16. Juli. Seither wurde an der Er­weiterung des GeleiieS an der hiesigen Haltestelle rüstig ge­arbeitet und ist nun dieselbe soweit vorgeschritten, daß hoffent- lich in den nächsten Tagen schon der Arbeiterzug von hier abgelaffen wird.