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18.6.1893 Erstes Blatt
 
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Nr. 14t Erstes Blatt.

Sonntag den 18. Juni

1893

Ter Gießener Anzeiger erscheint täglich, »it Ausnahme de- Monkaqs.

Die Gießener Aa«ikienvtLlter u ibtit dem Anzeiger üdmitlirf) dreimal deigelegt.

Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

Vierteljähriger Av»nne«eatsprei«r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.

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------ . .... I < A » I» /-v *r I Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- ür dm Ataft jMuttt: ÄaMllleN0latter. Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

folgenden Tag erjcheinmden Nummer b,S Borm. 10 Uhr. V ° _J L

I.

II.

Deutsches Reich.

in.

IV.

Gemarkung Inheiden.

203 Grundbesitzer mit 228,7626 ha; für die Entwässerung von Theilen der Fluren III.

Nachdem begründete Klagen über die durch den Dachs in der Gemarkung Großen-Buseck angerichteten Beschädigungen bei uns vorgebracht worden sind, heben wir mit Ermächtigung

bis einschließlich September d. I. hierdurch auf. Gießen, den 16. Juni 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Coupon, 1 Halskette, 1 Maßstab, 3 Ketten, 1 Kinderstrohhut, 2 La­ternen, eine Anzahl Rechen und mehrere Schlüssel.

^»geflogen: 1 Kanarienvogel.

Gießen, den 17. Juni 1893.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Fresenius.

Kriege vor 1870/71 Theil genommen haben, oder seit diesem Kriege durch eine militärische Action oder auf Seereisen invalide geworden sind (Marine) und sich nicht im Genusie einer Verstümmelungszulage gemäß §72 des Gesetzes vom 27. Juni 1871 befinden, oder 3) auf Grund der §§ 84 und 85 des Gesetzes vom 27. Juni 1871 einer Pensionsbeschränkung unter- liegen, m

haben sich bis spätestens 1. Juli d. Js. unter Vor- legung ihrer Militärpapiere sowie des PensionLquittungs- buches bei dem Hauptmeldeamte Gießen Seltersweg 55 persönlich oder schriftlich zu melden.

Gießen, den 15. Juni 1893.

Caspary, Oberstlieutenant z. D. und Commandeur des Landmehr­bezirks Gießen.

Berlin, 16. Juni. Noch ist daö Bild der am 15. Juni vollzogenen Reichstagswahlen kraus und wirr, dennoch treten schon einige characteristische Züge bestimmt hervor- tyiupu. v» Vor Allem sind die überaus zahlreichen Stichwahlen bemerkens.

Wildes für die bezeichnete Gemarkung für die Monate Juni I werth, die allerdings zu erwarten waren, daneben machen sich ~ c * r. I namhafte Erfolge der Antisemiten, resp. Deutsch-Socialen

bemerklich. Die Socialdemokraten haben sich, soweit dies bis jetzt sich übersehen läßt, in den meisten ihrer Hochburgen glattweg behauptet, so z. B. in Hamburg, Berlin IV und

Berlin VI, Chemnitz, Leipzig-Land, Magdeburg, Nürnberg u. s. w.; in zahlreichen anderen Wahlkreisen stehen die foaab demokratischen Candidaten zur engeren Wahl. Was das Centrum anbelangt, so scheint es, als ob desien Seceisionisten zum mindesten in Rheinland und Westfalenaufgesahren" wären, denn in Trier, Aachen, Bonn u. s. w. sind die offi­ziellen Centrumscandidaten wiedergewählt worden. In Berlin sind die socialdemokratischen Führer Singer und Liebknecht in ihren bisherigen Wahlkreisen natürlich schlankweg und mit großen Mehrheiten gewählt worden- in den übrigen Wahl­kreisen kommt es allenthalben zur Stichwahl zwischen dem freisinnigen und dem socialdemokratischen Candidaten. Von

bedeutenden Eroberungen der Socialdemokratie läßt sich vor­läufig nicht reden- zu erwähnen ist da nur, daß sie zu dem einen der beiden Breslauer Wahlkreise, der schon bislang in ihrem Besitze war, nun auch den anderen hinzuerobert haben- im Uebrigen müssen die Socialdemokraten eine ganze Anzahl ihrer seitherigen Mandate in der Stichwahl vertheidigen, so diejenigen für Halle, München I, Elberfeld-Barmen, Königs­berg i. Pr., Frankfurt a. M., Lübeck, Mannheim, Mainz.

Bekanntmachung.

betreffend Maul- und Klauenseuche in Harbach.

Nachdem die in einem Gehöfte zu Harbach ausgebrochene Maul- und Klauenseuche erloschen ist, haben wir die Auf­hebung der Gehöstsperre verfügt. Das Ausführen von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen aus der genannten Gemarkung darf indeffen, sofern die Thiere nicht sofort ab­geschlachtet werden, bis auf Weiteres nur auf Grund thier- ärztlicher Gesundheitsscheine erfolgen. Zur Ausführung von Thieren zur sofortigen Abschlachtung bedarf es eines Gesund- heitszeugniffes der Großh. Bürgermeisterei.

Gießen, den 17. Juni 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Bekanntmachung,

betreffend Aufhebung der Heegzeit des Dachses.

Amtliche»- Theil.

Bekanntmachung, bett. Bildung einer öffentlichen Waffergenossenschaft für die Gemarkung Inheiden und einen Theil der Fluren III u. IV der Gemarkung Feldheim.

An der für die Gemarkung Inheiden und für Theile Ler Fluren III u. IV der Gemarkung Feldheim beantragten Bildung einer öffentlichen Waffergenossenschaft sind nach den

Bekanntmachung.

Alle im Bereiche des Kreises Gießen ansässigen Invaliden vom Feldwebel rc. abwärts, welche auf Grund des Militär-Pensions-Gesetzes vom 27. Juni 1871 anerkannt f 1) die *Kriegszulage gemäß § 71 des Gesetzes vom 27. Juni 1871 beziehen, oder

2) die Zulage für Nichtbenutzung des Civilversorgungs- fcheins gemäß §76 des Gesetzes vom 27. Juni 1871 berw. § 12 des Gesetzes vom 4. April 1874 be­ziehen, soferne sie am Kriege 1870/71 oder an einem

Acten beteiligt:

für die Entwäfferung von naffem Ackergelände in der

Bekanntmachung.

Bei Gelegenheit des Radfahrfestes ist der Verbindungs­weg zwischen Grünbergerstraße und Licherstraße um die Infanterie-Kaserne herum an der nördlichen Seite der Ka­sernenhofsmauer am 18. und 19. l. Mts. für den Verkehr

u. IV der Gemarkung Feldheim:

31 Grundbesitzer mit 3,4210 ha;

für Ent- und Bewäffernng der Wiesen in den Fluren IVI der Gemarkung Inheiden:

116 Grundbesitzer mit 62,0865 ha und

verfahren.

Vorstehende Entscheidung wird unter dem Anfugen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß innerhalb 14 Tagen nach der Verkündiguug bei Meidung des Ausschluffes hier­gegen Beschwerde bei Großh. Ministerium des Innern und der Justiz erhoben werden kann.

Gleichzeitig geben wir öffentlich bekannt, daß das mit hen Bevollmächtigten berathene Statut für die zu gründende Genoffeuschaft vom 20. Juni bis 3. Juli L I. ein­schließlich auf dem Bureau der Großh. Bürgermersterer Inheiden zur Einsicht der Betheiligten offengelegt und daß Einwendungen gegen dasselbe innerhalb dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei uns vorzubringen sind.

Gießen, den 15. Juni 1893.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Bekamitmachung,

betreffend die Unterhaltung der Kreisstraßen.

Fuhrwerksbesitzern wird hierdurch zur Kenntniß gebracht, daß von . cts

Dienstag den 20. Juni d. Js.

ab aui der Kreisstraße Großen-BuseckReiskirchen

Line Dampfwalze in Thätigkeit ist.

Gießen, den 16. Juni 1893.

Großherzogliches KreiSaml Gießen.

v. Gagern.

fallen wird.

Neueste Nachrichten.

Depeschen be8 Bureau .Herold*.

Berlin, 16. Juni. Wegen Aufreizung zur Ge­walt, begangen durch einen in demSocialist" enthaltenen Artikel über rohe Gewalt und in einem Sprechsaalartikel über die Londoner Autonomie, wurde gegen Nedacteur Landauer Anklage erhoben. ,,

Berlin, 16. Juni. DieNordd. Allgem. Zeitung schreibt, aus den bisherigen Wahlergebnissen sei zu ersehen, daß die Freunde der Militärvorlage an Boden nicht verloren, sondern gewonnen hätten.

Berlin, 17. Juni. Es ist ein Kaiserliches Hand­schreiben an den Magistrat gelangt, worin der Kaiser mittheilt, daß er der Stadt Berlin zur Ausschmückung deS Rathhauses das Bild Kaiser Friedrichs zu schenken beabsich­tigt. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung brachte der Vorsteher das Schreiben zur Kenntniß.

Project:

22 Grundbesitzer mit 1,7369 ha.

Bei der am 20. Januar d. I. vorgenommenen Ver­handlungstagfahrt hat sich Niemand gegen das Unternehmen erklärt.

Die Großh. Obere landwirthschaftlicho Behörde hat darauf-I Gießen, den 16. Juni 1893.

^t^Ä»^ufä8eno"en Bestimmungen ertherlt I 1 '

1) Die beteiligten Grundeigentümer, welche in den Das Großherzogliche Meisaml Gieyen beiden offengelegten Verzeichniffen vom la. Septbr. I M Kreises.

1891 (Anlage B u. BI) aufgeführt sind, werden I « die »rstzh. Bür-ermemerein« w

Mitalieder der Wasseraenossenschaft. I Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom

,2) Das Unternehmen wird nach den vorliegenden, von I 13. Mai l. Js. Anzeiger Nr. 114 - en mit

Wiesenbaumeister Greb gefertigten Vorarbeiten unter I gekommen sind, erinnern wir an Erledigung derselben mit Beachtung nachstehender besonderer Bestimmungen aus- I Frist von 5 Tagen.

geführt: lagern.

3) Für diejenigen Abteilungen des Ent- und Be- wäfferungSprojects, welche in den beiden Gutachten des Großh. CnlturingenieurS Wißmann als unvoll­ständig oder ergänzungöbedürftig b^eichnet wurden, sind diese Ergänzungspläne nebst zugehörigen Kosten- anschlägen rc. vor der Inangriffnahme der Aus- führung der Großh. Oberen landwirtschaftlichen Be­hörde zur Genehmigung vorzulegen.

4) Die Verfügungen des Kreisamtes, sowie die An­ordnungen des mit der allgemeinen Leitung der Aus­führung beauftragten Großh. Culturingenieurs Wiß­mann sind bezüglich der Ausführung des Unter»

gesperrt. . berg i. Pr., Frankfurt a. M., r-uvecr, iwunngcim, --"ui«s-

Zu gleicher Zeit wird darauf aufmerksam gemacht, daß I Z^lich schlechte Geschäfte scheinen die freisinnige VolkSpartei

die dem deutschen Radfahr-Bund angehörenden Radfahrer, unb bic Nationalliberalen gemacht zu haben, wenigstens werden

wozu auch die beiden hiesigen Radfahrvereine gehören, an- I big^cr nur wenige Candidaten beider politischen Richtungen

gewiesen sind, während der zwei Festtage den 18. und I Q(g gewählt gemeldet. Im Großen und Ganzen kann man

. . 19. l. Mts. als Zugang zu dem Festplatze nur die Grün- I fQQen/ ba& erst die Stichwahlen über die Zusammensetzung

nebmmS genau zu beachten. I bergerstraße und als Abgang von dem Festplatze nur die I be§ neucn Reichstages Definitives bringen werden, da, so-

5) Die in der Verhandlungstagfahrt vom 20. Januar d.J. I zu benutzen. Es dürfte sich daher für Fuß- weit bie§ zur Stunde übersehen läßt, annähernd an

beschlossenen Abänderungen des Projectes sollen zur I - empfehlen, den Zugang zum Festplatze nur auf der I 2oo Stichwahlen zu vollziehen sind. Auch die Helgo- Ausführung gebracht werden?' I Grünbergerstraße zu nehmen und nur die Bankets für Fuß- I (^nber haben, zum ersten Male, gewählt. ES wurden bei

6) Bezüglich der Verteilung der Meliorationskosten wird I benutzen. c der Reichstagswahl auf Helgoland 460 Stimmen abgegeben,

nach Art. 53 u. 68 des Gesetzes vom 30. Juli 1887 | » ber voraussichtlich sehr starken Benutzung der beiden Don benen bcr Freisinnige Thomsen 441, ein zoctalistischer genannten Straßen durch die Fußgänger werden die Rad- Z^hloandidat 19 Stimmen erhielt.

fahret angewiesen, bei Benutzung dieser Straßen, insbesondere I $ n ben Kreisen des bisherigen Reichstags glaubt von dem Festplatze nach der Stadt, die größte Vorsicht zu I man daß es im neuen Reichstage nicht erst zu einer com- beobachten. miffarischen Vorberathung der Militärvorlage kommen

Gießen, den 17. Juni 1893. werde. Demnach ist anzunehmen, daß die Entscheidung über

Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I die Vorlage und hiermit über die gelammte sckwebende KrisiS

Fresenius. I bald nach demZusammentritt der neugewählten Volksvertretung