nngen aus allen Greifen bestätigt wurden. Ein Verehrer .bei Instruments sagte von demselben mit vollem Recht: „Klein und nur wenig verheißend, doch Hohes leistend."
Der Erfinder und Fabrikant des Polymeters, Herr Wllh. Lambrecht in Göttingen gibt auf alle Anfragen bereitwilligst jede gewünschte und wissenSwerthe Auskunft.
Coeafc* rrn- provinzieller.
Gieren, den 16. December 1893.
•• Au8 dem Staatsbudget für 1894/97. Die LandeS- Umverfität erfordert einen Mehrzufchuß von rd. 74,000 Mk. Der Betrieb der neuen Kliniken und die Weiterentwicke- lung einzelner Institute veranlaffen einen Mehraufwand von 95,000 Mk., dem eine Mehreinnahme von 21,000 Mk. gegen« übersteht. Dieselbe wird daraus erwartet, daß vom 1. April 1894 ab —versuchsweise — eine Erhöhung der im Vergleich mit der Nachbar-Universität Marburg und im Ver- hältniß zum effectiven Kostenaufwand sehr mäßigen Pflegegeldsätze eintreten soll, sie ist zu 37,000 Mk. veranschlagt und wird durch Wegfall deS bisher aus dem Mainzer Uni» verfitätsfond mit 16,000 Mk. per Jahr geleisteten ZuschusieS zu den Kosten der Universität auf den Betrag von 21,000 Mk. reduzirt. — Um der durch Mehrzuschuß von 32,000 Mk. zu den Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen entstehenden Steigerung der Ausgaben eine einigermaßen entsprechende Steigerung der Einnahmen entgegenstellen zu können, soll eine Erhöhung des Schulgeldes um je 8 Mk. für den Schüler an allen Anstalten eintreten. — Für Volksschulzwecke sind 1,191,000 Mk. angefordert. — An außerordentlichen Ausgaben werden u. A. gefordert: 310,000 Mk. für Erbauung eines physikalischen Instituts zu Gießen, 86,500 Mk. für Ergänzungs- und Umbauten bei der alten und neuen Klinik in Gießen, 130,000 Mk. für den Neubau eines hygienischen Instituts in Gießen, 53,700 Mk. für Errichtung eines Dienstgebäudes in Gießen, für den Baufonds der Ober« hessischen Eisenbahnen 252,000 Mk., für Staatsstraßen (hohe Straße bei Melbach und Abfindungssumme für Abtretung von Straßenunterhaltung an die Stadt Gießen) 100,000 Mk. (Bei dieser Gelegenheit sei die in vor. Nr. in dem Referat über die Sitzung der Zweiten Kammer veröffentlichte Angabe der zur Zeit bestehenden Staatsschuld dahin berichtigt, daß es anstatt 7,800,000 Mk. heißen muß 37,800,000 Mk. Red.)
** Die WeihuachtSeiukäufe vom wirthfchaftlichen Standpunkte. Von Alters her ist die Geschäftswelt darauf angewiesen gewesen, in den Weihnachtseinkäufen zu Geschenkzwecken eine ihrer wichtigsten Leistungen zu erblicken, ja ganze Geschäftszweige sind vorzugsweise auf das Weihnachtsgeschäft angewiesen, deshalb ist auch zur Weihnachtszeit der Industrie und dem Handel ein entsprechender Umsatz zu gönnen und in diesem Jahre, wo die allgemeine wirthschaftliche Lage als eine gedrückte bezeichnet wird, wäre ein gutes Weihnachtsgeschäft erst recht allen Interessenten zu wünschen. Aber nicht nur die Verkäufer haben Jntereffen bei dem Weihnachtsgeschäft, sondern auch die Käufer, und mit den KlugheitS- regeln, welche die letzteren bei den WeihnachtSeinkäufen zu beobachten haben, wenn sie ihren Vortheil wahrnehmen wollen, möchten wir und einmal beschäftigen. Die meisten Weihnachtseinkäufe bienen nicht dem eigenen Bedarfe, sondern sic sind Geschenkzwecken gewidmet. Bei dieser Sachlage sind sehr viele Käufer zu Weihnachten geneigt, theils wirkliche gute Luxuswaaren, echte Gold- und Silbersachen u. s. w., theils aber auch geringwertige Flitterwaare zu kaufen, und in dieser Hinsicht entstehen dann leicht wirthschaftliche Schäden. Gewiß wird kein Verständiger etwas dagegen einzuwenden haben, wenn Jemand seinen Verhältniffen entsprechend seiner Braut, seiner Frau, seiner Mutter ober Schwester ober Tochter einen echten Schmuck ober ein kostbares anderes Geschenk zu Weihnachten verehrt, aber die Überschreitung der eigenen finanziellen Verhältniffe dabei ist wirthschaftlich sehr schädlich, denn es wird durch die übertriebenen und bann, einmal an« gefangen, auch wieberkehrenben Luxusausgaben ber Kasse bes Betreffenden ein oft ziemlich großer Betrag entzogen, welcher viel besser für praktische und wirthschaftliche Zwecke angelegt worden wäre, aber dazu gewöhnlich dann nicht aufgewandt wird. Ganz entschieden ist es aber, abgesehen von gewisser Flitterwaare für die Kinder und leichten Schmucksachen für den Weihnachtsbaum, zu verwerfen, zu Weihnachten geringwertige Waare zu kaufen, denn sie macht dem Geschenkgeber keine Ehre und dem Empfänger keine Freude, ist auch wirth« schaftlich weggeworfeneS Geld. Einen goldenen Ausweg bietet für daS diesjährige Weihnachten die Industrie aber dadurch, daß man in fast allen Zweigen auch die gute und mittelgute Waare billiger als sonst kaufen kann, also für die WeihnachtS» einkäufer eine sehr günstige Gelegenheit vorhanden ist, gute und billige, zweckmäßige und wirthschaftlich nützliche Gegenstände zu kaufen.
** Der Setreidemarkt. Matte PreiStendenz und Leblosigkeit im Umsatz bildeten in besonderer Weise die Charakteristika deS Getreidemarktes während ber abgelaufenen Berichtswoche. Dabei zeigten Roggen wie Weizen noch starke Neigung zum weiteren Nachgeben, die an manchen Plätzen auch bereits zum Durchbruche kam. Hafer erwies sich ebenfalls vorwiegenb als flau, er litt namentlich unter ben nicht un» bebeutenben Realisationen deS laufenben Monats. In letzterer Beziehung scheint hauptsächlich bie In weiteren Kreisen sich immer mehr befeftlgcnbe Ueberzeugung eingewirkt zu haben, baß ber beutsch-russische HanbelSvertrag wahrscheinlich boch noch zu Staube kommen werbe, möglicher Weise noch zwischen Weihnachten unb Neujahr. Aussichten auf baldige Besserung deS GetreibcgeschäfteS können unter ben obroaltenben Verhältnissen auch schwerlich als vorhanden bezeichnet werden. PreiSnotirungen an ber Berliner Probuctenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm von 137—148 Mk., Roggen von 124 bis 127 Mk., Hafer von 145—182 Mk., Gerste von 118 bis 185 Mk.
Verruchtes
• Zustande in Amerika. Ein Pfälzer, der soeben zum Besuche seiner Angehörigen auS Amerika gekommen ist, schildert dem „M. Anz." die dortigen Verhältnisse, namentlich bie von New-Fork, solgenbermaßen: „Es ist zur Zeit in Amerika viel schlechter als in Deutschland Zehntausend arbeiteten gern, wenn sie nur Beschäftigung finden könnten, unb Taufenbe und Tausenbe würden gern wieder in ihr geliebtes Deutschland zurückkehren, wenn sie nur daS Geld zur Uebersahrt aufbringen könnten. Auf dem Dampfer „Aller", mit dem ich von New-Fork nach Bremen reifte, waren 500 Deutsche, die wieder in ihre alte Heimath zurück- kehren, weil fie in Amerika nicht bestehen können. Wohl ist in Amerika der geringste Tagelohn 11/2 Dollar und die Arbeitszeit beträgt mit Ausnahme in Fabriken nicht mehr als 8 Stunden täglich. Auch bekommt man für etwa 5 Cent ein Gläschen Bier unb dazu kalte Aufschnitte nach Belieben unentgeltlich. Aber all' dies ist gleißenbeS Metall und kein lauteres Gold. Der Dollar hat in Amerika nicht mehr Werth als in Deutschland die Mark und darum kann man bei P/i Dollar täglichem Verdienst Hunger leiden und im Freien übernachten. Allerdings sind für den Arbeitstag nur 8 Stunden festgesetzt, aber es wird dem Arbeiter ein bestimmtes Arbeitsquantum auferlegt, daS er innerhalb dieser Stunden bewältigen muß. Dabei muß er sich aber an- ftrengen und plagen unb eS wäre ihm viel lieber, wenn bie Arbeitszeit länger unb bie Arbeitslast weniger drückend wären. Die Miethe wirb unbarmherzig allmonatlich eingetrieben, unb wer nicht zahlen kann, wirb vor bie Thür gesetzt. Mitleib kennt man nicht. New-Fork ist nicht, was man sagt, eine glänzende Stadt. Sie hat ja viele prachtvolle Straßen und monumentale Bauten, doch sind die Straßen im Allgemeinen düster unb unreinlich, baß Cadaver unserer Vierfüßler mitunter tagelang im Koth liegen, ist nichts seltenes- bie Polizei kümmert sich aber nichts barum.
* Ans dem Studentenleben erzählt bie „Leipz. Gerichtsztg." folgende für unseren Leserkreis interessante Episode: Ein alter Herr kommt zu Besuch nach Jena und kneipt mit seinen Bundesbrüdern. Unter ben Füchsen fallen ihm zwei auf, von benen ber eine ben anberen alle Augenblicke spinnen läßt. Das ärgert ihn, ba ihm bas Spinnenlassen gleichsemestriger Füchse untereinander mißfällt. „Was seid Ihr für Landsleute ?" fragt er. „Wir sind Reußer." „Ihr seid Beide in demselben Semester?" „Jawohl!" „Na, mit welchem Recht läßt Du denn Deinen ConfuchS immer spinnen, Ihr seid doch in demselben Semester?" „Ja", sagte ber eine, „mein Confuchs ist aus Reuß jüngerer Linie, ich aber — bin ans Reuß älterer."
* Am 9. b. M. jagte ber Kaiser bei dem Amtsrath Dietze in Barby. Einem ausführlichen Berichte ber „Magbeb. Zeitung" entnehmen wir, baß ber kaiserliche Sonberzug um 9 Uhr 40 Minuten Vormittags auf bem Bahnhofe einfuhr. Nach bem Empfang und der Vorstellung des Gefolges fuhr ber Kaiser ins Jagbgebiet. Er jagte ganz allein unb kehrte kurz vor 12 Uhr zurück. Somit kann biese erste Streife, bei ber Solbateu vom 26. Regiment trieben, noch keine zwei Stunben gebauert haben. In biefer Zeit schoß der Kaiser 385 Hasen, also drei bis vier Hasen in ber Minute. Leiber wirb nicht gesagt, wie viel Büchsenspanner unb Patronenträger nöthig waren, um ein so ununterbrochenes Schießen zu ermöglichen.
* Frankfurt, 13. December. Ein Angestellter bes Roth- schilb'schen Bankhauses, ber Kaufmann Willy Grünewalb, erhielt dieser Tage seine Entlassung, weil ihm Unredlichkeiten nachgewiesen werben konnten. Das Bankhaus nahm jeboch Rücksicht auf G.'s Familienverhältnisse unb stanb deshalb von einem Antrag auf strafrechtliche Ahndung ab unb legte ben Verlust von — wie es heißt — 4 bis 5000 Mk. zu bem Uebrtgen. Gestern würbe Grünewalb nichtSbestoweniger verhaftet unb zwar in feiner Eigenschaft al« Vorsitzenber ber Kranken- unb Sterbekaffe „Zur verbrüberten Freundschaft", welcher Kaffe er einen Betrag von etwa 700 Mk. unterschlagen hat. Er zog als Vertreter des erkrankten KassirerS Mitglieder-Beiträge in dieser Höhe ein unb verwendete daS Gelb für sich.
* Schueidemühl, 14. December. Nachbem ber gestern hier eingetroffene Brunnenmacher Beyer ben Freund'fchen Sandhügel einer eingehenben Untersuchung unterzogen hat, ergab sich bas Resultat, baß bie Sandaufschüttung ziemlich li/3 Meter über bie Höhe ber Straße mit Wasser gefüllt war. Auch bas Grunbwasfer ist gestiegen. Die Haus- eigenthümer, welche burch baS Brunnenunglück geschäbigt würben, erhielten von bem HülfScomitee 7835 Mk. auS- gezahlt, um ben burch die kommenden MiethSauSfälle entstandenen Schaden zu decken.
Citeratar unb Itanft
— In A. HartledenS Verlag in Wien, Pest unb Leipzig erschien: Peter Mayr, der Wirth an der Mahr. Eine Geschichte aus deutscher Heldenzeit von P. K. Rosegger. 27 Bogen. Octao. — Gebeftet. — Preis 4 Mk., in Originalband 5 Mk. 50 Pf. Rosegger verläßt In seinem neuesten Werke die Grenzen seiner engeren Heimath 'und führt uns nach Tirol, mitten in die sturmbewegte Seit deS Jahres 1809. Jenseits deS Brenners, dort wo die schäumende Eisack die Schatten endloser Schluchten zurückläßt und den Wanderer zuerst die Lüste deS Südens grüßen, in der Nähe der alten Bischossstadt Brixen liegt die Ortschasl An der Mahr. Hier spielten sich einst jene hochdramatischen Ereignisse ab, die der Verfasser in seiner Erzählung verwerthet. DeS Volkes alte Sitten und Rechte wollte man brechen, seine Eigenart ihm zerstören. Dagegen haben die Tiroler sich empört. Peter Mayr, der Wirth an der Mahr, ist einer der Führer in diesem Heldenkampfe: sein wahrhaft tragisches Schicksal ist in ergreifender Weise geschildert. Nach den blutigen Kämpfen bei Sterzing und Mühlbach wird Friede geschlossen, das Volk will nichts davon wißen — es setzt den helligrn Kampf lur Vertheidigung deS Vaterlandes fort. Eine künstliche Muhr, die unter Peter aJlaorS Anleitung von den Tftolern aufaetührl wird, borniert in bie Eisackschlucht herunter unb vernichtet zahlreiche Feinbe. Mayr wirb verhaftet unb vor ein Kriegsgericht gestellt. Der fran- zöstsche General Baraguav will Mavr retten, wenn er jugiebt, von Dem erfolgten Friedensschlüsse nicht» gewußt zu haben, allein dieser
will sein Leben nicht durch eine Lüge verkaufen unb geht in den Lad. Hinter der Stadt Bozen, dort wo au» bem Engthal der I elfer bi« breite Schutthalde niedergeht, fällt unser Held unter den Kugeln der Franzosen, ohne mehr ben SiegeSrut seines befreiten Volke» vernehmen zu können. Die Erzählung ist bis zur lebten Zelle fesselnd und spannend geschrieben, die Gestalten treten unS markant und lebenSftisch entgegen, Sprache und Schilderung $ eigen auf» Neue die bekannte Meisterschaft des berühmten Dichter» und Kenner» bet Volke» wie ber Natur ber Alpenwelt.
— tlo» dar Jugendzeit. 60 Lieber für unsere Jugend von G. Ehr. Dteffenbach (Oderpfarrer in Schlitz), compomrt von C. A. Kern. op. 286 2 Hefte, jebes zu 1 Mk. 50 Pfz Gotha. Fr. Anbr. Perthes. 1894. Der Name de» Dichter» ist feit lange burch bie Lesebücher unb die PettheS'ichen Bilderbücher auch der Jugend wohl bekannt. E» wird ben gesanglustigev. musikalisch beanlagten Kinbern eine Freube sein, biese herziger, auch humoristischen Lieber, im Geiste unserer Jugenb gedacht, zwei- stimmig zu singen. So machen sie sich selber eine Freude wie auch den Eltern, denen Gott bie bdonbere Gnabe belcheert hat, Kinder voll Lust unb Liede zu Gesang unb Musik ihr Eigen zu nennen. Welch eine köstlich klingenbe unb fingenbe Erholung, wenn bie Schularbeiten glücklich zu Ende geführt find'. Die Mehrzahl der vorliegenden, ansprechenden, leicht zweistimmig auSzuiührenden Liedchen ist reich an originellen Etniällen und melodiösen 'IBenbungen; einzelne enthalten, dem Texte sich anschmiegend, sehr nette Klein- malerei, die Alt und Jung gefallen wird, fo recht gedacht gerade auch für den jugendlichen Sinn. Frisch, wohlklingend, leicht singbar: das ist durchweg der Eharacter der „Lieder für unsere Juaend. Dichter unb Eomponist haben an Knaben unb Mädchen gedacht „Jedem das Passende", so z. B. im: Auszug zum Kriea, Kleine Soldaten, das Schästein, am Wiegenkorb deS Brüderchen», das arme Mäuslein unb HäSlein. Weiterhin: Gockelhahn» Begräbniß, ber Kuckuck, Gänschen muß barfuß geben, Spatzenfreundschaft, Gedenke ber Vöglein u. s. w. Jebes Heft umfaßt 32 Seiten: die Noten (meist ’/i, lad) sind klar gestochen, jedes Lied ist mit einer hübschen Vignette ausgestattet.
___________ A. Lindenborn.
— Hundert Jahre au» der Beschichte der Reformation in de« Rieder laude« 1518—1619 von Professor Hofztede de Groot, aus dem Holländischen von O. Greeven (früher Pfarrer in Klein-Rechtenbach bei Langgön», jetzt Superintendent in Büderich bei Wesel.) Gütersloh bei Bertelsmann. 1893. 420 Seiten. 4 Mk. Ein Buch, klar, übersichtlich, lebendig geschriebm, wie gemacht auch für deutsche Protestanten, welche sich an der Hilden Geschichte der benachbarten holländischen Brüder in diesem für Holland so bedeutungsvollen Jahrhundert erbauen und ersrischen wollen. Diese tapferen, muthigen glaubensfreudigen Männer: wie standen sie ein mit Leib und Leben aus vollster Ueberzeugung für ihren protestanttscheo Glauben, an ihrer Spitze Wilhelm ber Cranier, bet am 10. Juli 1584 so schmählich bem Dolche beS meuchlerischen Balthasar Görardt erlag. Der Mötbet, so melbet bie Geschichte, war ein Gemisch von Ehrgeiz, Golddurst unb Fanatismus, ein Zögling ber Jesuiten In jeber Weise suchte Atba die „Geusen" (Protestanten) yi quälen unb zu vernichten, unb wollte man Milbe (!) zeigen, so setzte man an die Stelle von Feuer ben Strick. Zu „Heckenpredigten/ Predigten in GotteSbiensten im Freien, strömten bie derfolgten! Geusen zu jammen, und ihre Loosung lautete trotz aller Quälereien: Dem Könige treu biS zum Bettelsäckl! Wer alS guter evangelischer Christ sich an der Geschichte jener Zeit in seiner Gesinnung stärken lassen will, der greife in den kommenden Festtagen zu dem genannten Buche.
Verkehr, Canb* unb Volksrvirthschaft.
— Schutzmittel für Holz gegen Dampf und kochende» Wasser. Da es in vielen Fabriken und Etabliss-mentS mit Dampf betrieb nvthwendig erscheint, ein Schutzmittel für Holz gegen Dampf und kochendes Wasser zu haben, so sei daraus aufmerksam gemacht, daß ein solches in einem Anstrich mit einem Teig von 2 Theilen gebranntem GypS und 1 Thelle pulverförmigen A»best, beide gut vermischt und mit Blut angerührt, besteht. Da» zuvor scharf getrocknete Holz wird mit dieser Mafse einmal und nach dem Trocknen noch einmal bestrichen unb zwar das letzte Mat unter Zusatz von etwas Leinölfirntß. Dann läßt man Alle» durch einige Tage scharf trocknen und seht daS Holz ber Einwirkung von heißem Dampf au», um bas Blut ganz zum Coaguliren zu bringen. Nach bem Trocknen bilbet bann ber Anstrich einen festen unb zusarnrnenhängenben Ueberzug, welcher baS Holz vor bem Einbringen von Dampf und ftebenoem Wasser schützt.
Brodpreise
vom 17. December bi» 31. December 1893.
Der hiesigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) lafelbrob......26 Pfg.
2 Kg. (4 Pfd.) „ ......52 „
1 Kg. (2 Pfb.) Weißbrob 24 ,
'bei S. Stern (Schlüchterner u.Easseler Brod) L> ,
2 Kg. (4 Pfb.) Weißbrob......48 ,
bei S.Stern (Schlüchterner u.EasselerBrod) 50 „
1 Kg. (2 Pfb.) Schwarzbrot»......22 „
2 Kg. (4 Pfb.) „ 44 -
3 Kg. (6 Pfb.) „ 86 ,
Der au»wärtigen Bäcker.
2 Kg. (4 Pfb.) Weißbrob bei Gg. Ant. Heuser v. Gr.-Linden 40 „
1 Kg. (2 Pfb.) Schwarzbrot» b. W Steinmüller v.Lana-Gön»21 , 2 Kg. (4 Pfb.) „ bei Gg. A. Heuser v. Gr.-Linden 38 „
„ Gg. Kb. «eiten v. Kirch Göns 40 , „ W. Steinmüller v. L -Gön»
u.F. Schön o. Rutter-hausen 42 , „ Gust. Jacobi v. Alten-Buseck 44 „ „ Wilh. Amenb o. Lang-Gön» 44 „
3 Kg. (6 Pfb.) Schwarzbrot» bet W. Amenb von Lang-Gön» 66 „ „ Balth. ChristWwe. o. Wicsvck 68 ,
HrühTncKe Drucken*.
1
2
1
2
1
26 Pf».
52 ,
24 .
48 ,
22 ,
44 ,
66 ,
Kg. (2 Pst»/
Kg. (4 Pfd.'
Kg. (2 Pfd.
Kg. (4 Pfb.
Der Brodverkäufer.
lafelbrob .
Zafelbrob .
Weißbrob .
Weißbrob Schwarzbrob . . . .
Brief- und
Packet- Siegelmarken hk
Gießen, ben 16. December 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
______________Fresenius.
Kg. (2 Pfd. , .
2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrob .
3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrob .


