Ausgabe 
17.11.1893 Erstes Blatt
 
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Dieb sandte von dem gestohlenen Gelde 500 Mark an seinen in München in dürftigen Verhältnissen lebenden Vater, einen Taglöhner. Dieser wußte nichts besseres zu thun, als in den WirthShäusern, u. a. auch im Hofbräuhaus,aufzudrahn". Befragt, wo er denn auf einmal daS viele Geld her habe, gab er stolz zur Antwort:Mein Sohn, der Artillerist, commandirt bet Herrn Hauptmann 3c in Metz, ja, das ist ein Mann, der verdient sich dort so viel, daß er mir das Geld schicken kann !" Da diese Angabe natürlich wenig Glauben fand, gelangte man auf diesem Wege auf die Spur des Diebstahls.

* Schirmeck, 13. November. Infolge der Erschießung der Wilderer durch den Förster Reiß sind sämmtliche deutschen Arbeiter entlassen worden, die in den in der Nähe der Grenze gelegenen französischen Fabriken be­schäftigt waren. Dies Verfahren verdient die schärfste Ver- nrtheilung und erscheint um so unbegreiflicher, als jene Arbeiter säst ausschließlich Altelsäsier sind, die in jener Gegend sich ridjt gerade durchs Deutschfreundlichkeit auszuzeichnen pflegen.

* Schueidemühl, 15. November. Die Zuschüttungs­trbeiten am Unglücksbrunnen sind soweit vorgeschritten, rQ6 derselbe heute noch ganz bedeckt werden wird. Bei der '.uschüttung muß nothwendiger Weise aus eine gute Filter- anlage Rücksicht genommen werden, bei der nur reiner Kies jur Verwendung kommen darf. Von den Sachverständigen niird eine sofortige Stopfung des Brunnens als nicht em- pfehlenSwerth gehalten.

* Landung eines Ballons. Der am 10. d. MtS., früh 5.35 in Charlottenburg bei Berlin aufgestiegene Ballon ^Phönix" landete Nachmittags 4.17 bei Lauenförde a. d. W. im durchaus glatter Weiie. An Bord befanden sich Premier- ieutenanr Groß als Führer des Ballons und Herr Berson l>om Meteorologischen Institut zur Ausführung der wissen- ichaftlichen Beobachtungen, denen bekanntlich dieser Ballon l ient. Zur Beobachtung der zahlreichen Instrumente während ier Stunde vor Sonnenaufgang führte man von Aceumu- latoren gespeistes electrischeS Licht mit. Die die Erde zu­rächst völlig verdeckende Nebelschicht war schon in 200 m Überwunden und m voller Reinheit strahlten den Luftschiffern die Sterne und später die Sonne, die glühend, durch die Refraction riesenhaft vergrößert und verzerrt, kurz nach 7 Uhr ülber dem Wolkenmeer auftauchte. Interessante Ergebnisse hntten die Temperatur- und Fenchtigkeitsmessungen, erstere vuhui stark zu, über der Nebelschicht zunächst letztere ungemein s.-ark ab. Der Ballon, dessen Stellung durch Peilung nach <LM schon um 8 Uhr sichtbaren Brocken im Allgemeinen dauernd brstimmt werden konnte, erreichte um 3 Uhr über Einbeck schwebend seine größte Höhe von 4100 m. Die Temperatur nar hier bis auf 13° gesunken, die Feuchtigkeit auf 0. Die die Erde verhüllende Nebelschicht verschwand dicht vor ÜLM Harze, der in prachtvoller Klarheit Tausende von Metern 4unter den Füßen der Luftschiffer lag. Gegen Sonnenunter­gang beschloß man, vor dem Solling zu landen, indessen täten dem Führer des Ballons die Gegend zu unwirthlich, er entschied sich daher, nachdem der Ballon schon fast die Qrbe erreicht hatte, noch einmal zu steigen, um das bereits sichtbare Weferthal zu erreichen. Das Manöver gelang, der Ballon ging tadellos sicher dicht vor der Weser bei Lauen- fi rbe vor Anker unb war balb mit Hülfe zahlreicher Menschen entleert, verpackt unb ans ber Station aufgegeben. Die Größe bt?8 Ballons beträgt 2600 cbm, sein Gewicht 16 Gentner. ! Die Luftschiffer übernachteten im nahen Beverungen unb kehrten am folgenben Tage nach Berlin zurück.

* liebet die Reichstagsküche bringt bieBerl. Ztg." FvlgenbeS: Die ReichStagSküche wirb gewöhnlich einige Tage fnüher eröffnet, als ber Reichstag selbst, bie Verpflegung ber Riichstagsabgeorbneten währenb ber Sitzungen liegt bereits timige Sessionen hinburch in berselden Hanb. Die Preise b( r Portionen, welche an bie Abgeorbneten verabfolgt werben, smd burch eontractliche Abmachung mit bem Reichstagsbureau sefftgestellt. Es werben zum Mittag im Foyer bes Reichstags zwei Suppen zur Auswahl, beSgleichen zwei Zwischenspeisen, zwei Braten, zwei Gemüse, Compot unb Dessert für ben Preis von 1,50 Mark servirt. Aus Rücksicht auf bie katholischen Abgeorbneten muß am Freitag zum Frühstück, sowie am Mittag ein Fischgericht vorbereitet sein. Der Koch des Reichstags erhält ein Monatsgehalt von 300 Mk. Auch die Mitglieber bes Bunbesrathes lassen burch ihre Diener in ihre Separatzimmer sich belegte Bröbchen zum Imbiß holen; ein Lachsbröbchen kostet 50, ein Bröbchen mit Braten 30 Pfg. ^flrft Bismarck setzte das Buffet des Reichstags nur mit ber Gelauntengelben Flüssigkeit", bem Glas Cognac, in Nahrung, daS er währenb seiner fließen zu sich zu nehmen pflegte. Naturgemäß steht an ben Buffets bie heitere Seite bes parlamentarischen Lebens im Vorbergrunbe. Da giebt es ttbgeorbnete, für bie bie Sitzungen stets mit einem feinen Cognac ober einemKrokodil" (Cognac mit Nordhäuser) beginnen; die sog.Sectcommission" ist natürlich viel außerhalb des Sitzungssaales, sie wird wegen ihres hervor­ragenden gesetzgeberischen Berufes auch die FractionSchulze" genannt.

Eine traurige Weiuprobe. Kürzlich ereignete sich auf dem Bahnhofe Götzendorf an der Raaber Bahn ein Unfall- der schon ein Menschenleben kostete und zwei weitere Personen iir Gefahr brachte. In einem Waggon eines Lastzuges be- (fambcn sich mehrere Fässer Rothwein. Plötzlich sah ber Nachtwächter Josef Hetgl Wein aus bem Wagen rinnen. Kasch holte er ein Gefäß unb sammelte ben Wein, worauf er einen kräftigen Schluck that. Die Arbeiter Rubolf Schieber un'd Josef Ackerl tranken ebenfalls aus bem Gefäß. Balb stürzten sie jeboch unter heftigen Schmerzen zusammen. Der Vmhnarzt constatirte, daß bie brei von Cholera befallen ttwrben seien, denn Niemanb hatte eine Ahnung von bem wahren Sachverhalte. Die Frau Fürstin von Moutenuovo in Margarethen am Moos, bie mit bemselben Zuge nach Wien fahren wollte, ließ, als sie von bem Unfälle hörte, ihnen Hausarzt telegraphisch aus Wien herbeiholen. Diesem zelllang es balb, bas Räthsel zu lösen. Heigl hatSe, als er

den Wein aus dem mit Garbol deSinficirten Wagen fließen sah, ein Gefäß herbeigeholt, in dem die Gläser der electrischen Batterie ausgewaschen werben. In dem Gefäße waren Reste von Vitriol, Kupfer unb Zinn zurückgeblieben. Die Leute hatten den Wein trotz seines wiberwärrigen Ge­schmackes aus bem unreinen Gefäße getrunken. Heigl ist gestorben, auch für Schieber unb Ackerl bürste es keine Hilfe mehr geben.

Versammlung der Hülfsgewerbe der Tabakindustrie.

Am 2. unb 3. November waren in Eisenach im Hotel Rautenkranz auf Einladung des Herrn Wei gang (Bautzen) zahlreiche Vertreter der Hülfsgewerbe der Tabakindustrie auS allen Gegenden Deutschlands versammelt, um ben Wiberstanb dieser Branche gegen bie geplante Tabakfabrikatsteuer ;in bie Wege zu leiten. Es würbe zunächst beschlossen, bie im Jahre 1882 zur Bekämpfung |beß MonopolprojectS geschaffene Or­ganisation, welche in ,ben letzten Jahren geruht hat, wieber ins Leben treten zu lassen unb es wurden zum Vorstand dieses Vereins gewählt: Herr Weigang (Bautzen) als'Vor- sitzender, Herr Commerzienrath Klingenberg (Detmold) als stellvertretender Vorsitzender, Herr Coquiot (Hanau) als Schriftführer und Herr Deines (Hanau) als Schatz­meister. Zunächst wurde dann die Zusammenstellung der von Herrn Weigang in Vorbereitung der Versammlung angestellten Ermittelungen über die Bedeutung der Hülfsgewerbe einer Prüfung unterzogen und, insoweit Angaben über einzelne betriebe fehlten, eine Ergänzung nach sorgfältigen Schätzungen vorgenommen. Es kommen dabei in Betracht die Kisten- und Wickelformenfabrikation, die Lithographischen Anstalten, Stein- und Buchdruckereien, bie Papierfabrikation, bie Cigarren- banbfabrikatton, bie Eisengießereien unb Maschinenfabrikation. Nach gewissenhaften Ermittelungen sinb in ben gedachten Hülfsgewerben ausschließlich für bie Tabakindustrie beschäftigt ca. 13 000 Angestellte unb Arbeiter mit ca. 11'/, Millionen Gehälter unb Löhnen. Der Werth bes verwenbeten Materials stellt sich auf 15 700000 Mk. Die vorhanbenen Vorräthe, welche zum großen Theil infolge ber Tabakfabrikatsteuer werthlos werben würben, betragen 10 700000 Mk.- an Lithographien, Prägeplatten unb Mobellen sinb Werthe in Höhe von 4'/4 Millionen vorhanben, welche gleichfalls zum größten Theil entwerthet würben. Der Werth ber Maschinen befragt 10 600000 Mk. und der Werth der Betriebsgebäube und Grundstücke 15'/, Millionen. An Portis unb Frachten werben jährlich über 900000 Mk. ausgegeben. Von tiefer Bebeutung ber Hülfsgewerbe ber Tabakindustrie wird durch die Tabakfabrikatsteuer außerordentlich Vieles in Frage gestellt, ba bie Hülfsgewerbe ber Tabakinbustrie nicht nur von dem drohenben Consurnrückgang betroffen, sonbcrn babnrch einen hoppelten Schlag erleiben werben, baß bie Cigarrensabrikanten Ersparnisse an Packung unb Ausstattung zu machen suchen werben, um einen Theil ber Steuer wieber hereinzubringen. Zu berücksichtigen ist auch, baß bie Etiquettenfabrikalion für die großen Herstellungskosten ber Lithographie eines gemein­samen großen Absatzgebiets in Deutschland unb im Auslanb bebarf, unb baß deshalb durch bie Vernichtung eines Theiles unseres Absatzes ihre ganze Leistungsfähigkeit unb somit auch ihr Export gefährdet wirb. Die Versammlung beschloß ein­stimmig eine diese Gefahren für bie Hülfsgewerbe ber Tabak- tnbuftrie zusammenfassenbe Erklärung unb genehmigte eine biese Erklärung eingchenb begrünbenbe Kunbgebung an ben Reichstag, welche von einem Ausschuß ausgearbeitet worben war unb in ber Schlußsitzung vorgelegt würbe. Die Er­klärung hat folgenben Wortlaut:

//Die Vertreter unb Interessenten ber Hilfsgewerbe ber Tabakinbustrie sehen mit großer Besorgniß ber Ent­scheidung in ber Tabaksteuerfrage entgegen.

In ber Erwägung, daß bie Einführung ber in Form einer Facturwerthsteuer auf Tabakfabrikate geplanten Mehr­belastung der Tabakinbustrie mit großen Störungen in ber Entwickelung biefer Branche verknüpft sein unb zweifellos einen sehr erheblichen Consumrückgang zur Folge haben wirb, ist ein schwerer Rückschlag auf bie Hilfsgewerbe der Tabakindustrie zu befürchten, welcher dieselben um so nach­haltiger treffen wirb, als bie Cigarrenfabrikanten voraus­sichtlich einen Theil ber Steuer burch Ersparnisse in ber Packung unb Ausstattung einzubringen suchen werben. Dies bebeutet eine hoppelte Schäbigung sowohl ber Unter­nehmer als vor Allem auch ber Arbeiter unb Angestellten in ben Hilfsgewerben ber Tabakindustrie unb bies in einer Zeit, in welcher bie wirthschaftlichen Verhältnisse unb bas gejammte Erwerbsleben schon so unter schwerem Drucke leiben.

Die Vertreter unb Interessenten ber Hilfsgewerbe ber Tabakindustrie proteftiren deshalb mit aller Entschiedenheit gegen bie geplante Steuermaßnahme unb erwarten vom beutschen Reichstage, baß berselde, falls bie verbünbeten Regierungen nicht schon vorher von ihren Absichten Abstand nehmen, her Gesetzesvorlage über eine Facturenwerthsteuer auf Tabak feine verfassungsmäßige Zustimmung versagen wirb."

Schiffsnachpichten.

(Mttgethellt durch den Agenten bes Norddeutschen Lloyd, Herrn Carl Loos in Gießen).

Bremen, 15. November. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Weimar, Capt. Ad. Meier, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. November von Bremen abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Vormittags wohlbehalten In Newyork angekommen.

Hamburg. 12.Novbr. DaS Hamburg-Newyorker Postdamps- schiffRugta", Capttän Leithäuser, von der Hamburg-Amerikanischen Packetsahrt-Aclien-Gesellschaft, ist am 11. November, 2 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen.

Hamburg, 14. November. Der Hamburger DampferPick­huben", Capttän Spliedt, von der Hamburg-Amerikanischen Packet-

sahrt-Aclien-Gesellschasl, ist am 12. November, 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Montreal angekommen.

Literatur und Aunft.

. _ ~ . »HauSschatz vcS Wissens*, dieses groß angelegte,

aus 17 Funfzig-Bogenbände veian cblagte Unternehme t der DcrlagS- Danblunp W. Paulitz Nachf. (H Jerosch) in Berlin, welcher nach Vollendung eine vollständige Bibliothek des WtstenSwerthesten aus Natur- und MenschbeitSkunde darst.llen wird, ist jetzt bis zur 1 O : <n0 vorgeschritten. Jede Lieserung enthalt 2 bis 3 Bogen in Lexiconsormat gediegenster Ausstattung mit reichem Bilderschmucke uno foftet nur 30 Piennige. Die unS zur Zeit vorliegenden Hefte 31 bis 45 enthalten die Fortsetzung der geistvoll und anziehend ge- sch!iebenenEntwickelungogeichichte der Natur" von Wilhelm lsche

7 diS 9); das Bild des WeltenanfangS wird unS an den Nebelslecken, der weitere Entwickelungsgang des Komos an unserem Planetensystem bemonftnrt, und zugleich werden uns die Forscher und ihre Forschungsmulel in Wort unb Bild dargestellt, denen wir die Geheimnisse des Himmels veidanken. Neben der Ansicht ber indischen Sternwarte zu Delhi und einer zeitgenössischen Darstellung eines langen Fernrohres aus dem vorigen Jahrhundert feben wir den großen Refractor derUrania" in Berlin, neben Wilhelm Herschel, Fr. W. Bessel und Laplace die modernen Himmeltzforscher Zöllner und Helmholtz, und immer ist der Verfasser bestrebt, die Ansmauung im engsten Zusammenhang mit der Belehrung zu bringen und sie ausklarend und belebend auf diese wirken zu lassen. DasThicrreich", von Dr. Heck u. a. bearbeitet, behandelt in den letzt erschiemnen vier Heften (7 vis 10) weitere Klassen der Jnsectenwelt und zeichnet sich in seinem bildlichen Theile durch besonders schöne Original- zeichnungen von E. Krieghosf, dem Vorsitzmden deS entomologischen Vereins für Thüringen und Verfasser der entomologischen Abtheilung des vorliegenden Werkes, auS, von denen namentlich eine die schäd­lichen Schmetterlinge darstellende Farbendrucktafel hervorzuheben ist. M. Neymonds Weltgeschichte" ist in den vorliegenden Hesten 10 bis 14 bis an den Schluß ber Geschichte des alten Rom durchgesührt und behandelt in besonders interessanter Weile ben die Herrschaft ber julisch-klaudischen Kaiser-Dynastie umfassenden Zeitraum. Endlich liegen untz von Julius HartsGeschichte der Weltliteratur" brei weitere Hefte (8 bis 10) vor, in benen die Geschichte der griechischen und römischen Literatur zum tAbschlusse gebracht und der Verfall des antiken Geisteslebens in interessanter Weise dargestellt wird.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag den 18. November:

Vorabend 415 Uhr, Morgens 900 Uhr, Nachmittags 3°° Uhr, Sabbathausgavg 5M Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschafl.

Freitag Abend 4° Uhr, Samstag Vormittag S33 Uhr, Samsta- Nachmittag 3<* Uhr, Samstag Abend 5'» Uhr.

Eingesandt.

Oietzen, 16. November 1893.

Am vergangenen Freitag hatte unsere Stadt nach langer Zeit wieder einmal Gelegenheit, einen imposanten Auszug der Studenien- schaft zu leben in dem ffackelzuge, welcher dem seitherigen Rector der Universität, Herrn Prof. Dr. Jörs dargebracht wurde. Prof. Dr. Jörs hatte sich bekanntlich während seines Rectorats sehr ver­dient gemacht um eine Einigung ber Gießener Studentenschaft und vor allen Dingen das Zustandekommen eines allgemeinen Commerses gelegentlich des Universitätsstiftungsfestes am 1. Juli durchgcsetzt. Dafür wollte ihm die Studentenschaft ihre Anerkennung und ihren Dank zum Ausdruck bringen. Der Fackelzug selbst nahm ohne irgend welche Störung den programmmäßigen Verlauf. Vor dem Hause deS Gefeierten hielt der erste Chargirte ber Studentenverbindung Markomannia", welcher Corporation bei ber Auslassung der Reihen­folge ber erste Platz zugefallen war, eine kurze Ansprache, in ber bie großen Verbimste des seitherigen Rectors um die Studentenschaft heroorgehoben wurdm. Prof. Dr. Jörs sprach in bewegten und von Herzen kommenden Worten feinen Dank au8 für die ihm dar- gebrachte glänzende Ovation und entbot die sämmtlichen Chargirtm der 11 theilnehmenden (Korporationen in feine Wohnung. Dann schlängelten sich wieder die endlosen Reihen der Fackelträger unter ben Klängen der Regimentsmusik hin durch bie Straßen ber Stadt nachOswaldsgarten", wo unter dem üblichenGaudeamus die Fackeln zusammengeworfen wurden. Auffallen mußte es, daß nur 8. C. unb D. C. sich bei bem Fackelzuge von der Allgemeinheit aus­geschlossen hatten. Der glänzende Verlauf des ganzen Auszuges hat jedoch gezeigt, daß die Studentenschaft auch ohne jene beiden, auf ihr historisches Vorrecht pochendm Factorm etwas zu Stande bringm kann, wenn sie einig unb geschlossen vorgeht. Der Gedanke Der Gleichberechtigung aller Studirenden" ist eben unter der modernen Studentenschaft schon allzu mächtig geworden, als daß diese noch eine Bevormundung von Seiten gewisser studentischer Kreise stillschweigmd über sich ergehen lassen würde. -r

Nach Mittheilungen von Dr. Schillings Gasjournal (Organ des deutschen Vereins der Gas- unb Wasserfachmänner) haben im Laboratorium der städtischenlGasanstall in Köln vergleichende Versuche mit Gasöfen verschiedener Systeme stattgesunden. Laut diesm Mittheilungen hat ein Ofen der bekannten Firma I. 8. Houben Sohn Carl, Aachen, von allen Reflector-Oefm ben größten Nutzeffect mit 91,9% ergeben. Auch ber Durchschnitts- Nutzeffet von verschieben en Oesm desselbm Fabrikantm ergab für die Offen obiger Firma das günstige Resultat mit 88,7 % der Ge- sarnrnt - Wärme - Erzeugung. Der Bericht hebt ferner ausdrücklich hervor, daß die Oesm keine VerbrennungSproducte in ben Raum austreten ließen.

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