Ausgabe 
17.8.1893 Erstes Blatt
 
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len Privardocenten Dr. Karl Heimburger zu Heidelberg zum ordentlichen Professor in der juristischen FacultLt der Landes - Universität mir Wirkung vom 1. October dieses JahreS an zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen.

* * Son der Universität. Wie auS Jena gemeldet wird, hat der außerordentliche Professor Gundermann einen Ruf als ordentlicher Professor der klassischen Philologie nach hier erhalten und angenommen. Er wird hier Nachfolger deS nach Straßburg berufenen Professors Reihen- stein.

Militärisches. Nach der im Armee-VerordnungSblatt erschienenen kaiserlichen CabinetSordre sind die neuen vierten Bataillone am 1. October d. I. zu formiren. Standorte der neuen Bataillone find die Stäbe der betreffenden Regi­menter, ihre beiden Compagnien erhalten die Nummern 13 und 14.

* Selbstmord Versuch. Heute Bormittag gegen r/,11 Uhr versuchte ein junger, sauber gekleideter Mann in der Nordanlage seinem Leben durch zwei Revolverschüsse ein Ende zu machen. Dem ersten Schuß, welcher fehlte, folgte sofort ein zweiter, bei welchem die Kugel oberhalb des rechten Auge« ein­drang und festsitzt. Bei Verbringung nach der Klinik gab der junge Mann noch Lebenszeichen. Soviel wir bis jetzt erfahren, soll derselbe ein Müller aus Habitzheim, Kreis Dieburg, fein und das Motiv feiner That unglückliche Liebe.

* * Tod infolge eines Duells. Der kürzlich auf der Säbelmensur schwer verletzte Student K. aus Wetzlar ist gestern in der hiesigen Klinik gestorben.

* Viehseuche. Unter dem zum gestrigen Biehmarkt dahier aufgetriebenen Vieh eines Handelsmanns auS Hermannstein wurde die Maul- und Klauenseuche constatirt. Das erkrankte Vieh wurde einstweilen polizeilich sestgehalten.

** Verhaftung. Ein Taglöhner auS Frankenbach wurde wegen Diebstahls gestern hier verhaftet. Derselbe hatte vor längerer Zeit in einer hiesigen Wirtschaft Kleidungsstücke entwendet.

** Die Einnahmen der Oberhesfischeu Staatseifen- bahnen einschließlich der Nebenbahnen Nidda-Schotten, Stock- Heim-Gedern und Hungen-Laubach weisen auch für 1891/92 mit 1,477,497 Mk. 9 Pf. gegen das Vorjahr 1890/91 mit 1,435,928 Mk. 12 Pf. eine mäßige, etwas über 40,000 Mk. betragende Erhöhung auf. Für 1891/92 hat sich hiernach ein Betriebsüberschuß von 282,416 Mk. 67 Pf. ergeben, der sich durch Ausgaben für Erweiterungsbauten und Beschaffung neuer Betriebsmittel im Betrage von 62,510 Mk. 61 Pf. auf 219,906 Mk. 6 Pf. reduziert. Diesem bescheidenen Ueberschuß steht allerdings ein Baucapital gegenüber, das allein für die beiden Hauptbahnen nahezu 40,000,000 Mk. beträgt und einen Zinsenaufwand von rund 1,600,000 Mk. erfordert, abgesehen von dem Zinsenbedars für daS noch nicht festgestellte Baucapital der drei genannten Neben­bahnen.

** Es sollen noch einige Lazarethgehilfeu deS Beurlaubten­standes bei der Kaiserlichen Schutztruppe in Ostafrika angenommen werden. Lazarethgehilfeu der genannten Categorie, welche vollständig gesund und felddienstfähig sein müssen und die Luft haben, in den Dienst der Schutztruppe zu treten, können sich sofort bei ihrem Bezirksfeldwebel melden, wo sie weitere Auskunft erhalten.

8. Hungen, 13. August. Das hiesige bekannte Gasthaus Solmser Hof" wurde von Herrn Kaufmann Louis Buch dahier käuflich erworben.

8. Trais-Horloff, 14. August. Die hiesige Bürger­meisterwahl, welche wegen Stimmengleichheit nochmals vorgenommen werden muß, ist auf nächsten Samstag den 19. August vorbestimmt worden.

x Ulrichstein, 14. August. Vor einiger Zeit hat sich in unserem Städtchen auf Anregung deS Herrn Dr. Röschen von Laubach ein Comitv gebildet behufs Erhaltung der Ueberreste der altehrwürdigen Schloßruine auf dem malerisch gelegenen Schloßberg. Durch eifrige Sammlung ist nun eine nicht unbeträchtliche Summe von Geldmitteln zusammengebracht worden, hauptsächlich durch die verdienstvollen Bemühungen der Herren Postverwalter MeiSkt und Dr. Schmidt. Ebenso hat der historische Verein für das Großherzogthum Hessen mit dankenswerthem Entgegenkommen die Summe von 50 Mark als Beitrag gespendet. Die vor- handenen Geldmittel belaufen sich auf gegen 300 Mark, sodaß nunmehr mit der Ausbesserung der schadhaften Stellen be­gonnen werden kann. Durch Herrn Professor Adamy von Darmstadt, Herrn Dr/ Röschen von Laubach und Herrn Oberförster Hallwachs von Nidda hat inzwischen eine eingehende Besichtigung der Schloßruine stattgefunden, um die noch- wendigsten Ausbesserungen und näheren Angaben betreffs der Ausführung der Restauration festzustellen. Vor Allem wurde für dringend geboten befunden, endlich der Benutzung der Ruine als Steinbruch ein Ende zu machen, wodurch gerade außer den Unbilden der Witterung die Ueberreste am meisten gelitten hatten. Auch sollen zur Bezeichnung der einzelnen Schloßtheile, des Pallas, der Thürme, Umfassungsmauern, Bastionen usw. Täfelchen mit Inschrift zur genaueren Orien- tirung angebracht werden.

Altenstadt, 14. August. Zwei Knaben eines hiesigen Landwirths, von denen der eine 13, der andere 11 Jahre zählt, waren vorgestern mit Häckselschneiden beschäftigt. Wahrend der jüngere mit der linken Hand einen Strohhalm auS dem Getriebe entfernen wollte, setzte der ältere, der dies nicht bemerkte, das Schwungrad der Maschine mit den Messern in Bewegung, wodurch jenem die vorderen Glieder der beiden letzten Finger abgeschnitten wurden.

Gebern, 14. August. Die Veteranen deS Kreises Schotten und Büdingen wollen den diesjährigen Gedenktag an die Schlacht bei Gravelotte am 20. d. Mts. hier feiern. Die Vereine beabsichtigen um 11 Uhr Vormittags

hier zu gemeinsamem Mittagsmahl und darauffolgender ge­selliger Bereinigung bei Musik zusammenzutreffen. D. Z.

A IRainj, 15. August. Die internationale Bäckerei- Ausstellung erfreut sich, von dem Wetter ungemein be­günstigt, eines ständig steigenden Zuspruches. Gestern und noch mehr an dem heutigen Feiertag war der Zudrang von dem frühen Morgen bis zu dem späten Abend ein derartiger, daß die Circulation in der Ausstellung kaum möglich war. Heute Nachmittag fand das o f ficielle Fest- b a n k e 11 statt, welches die geräumige, luftige Banketthalle bis auf den letzten Platz mit Feftgästen füllte und einen sehr animirten Verlauf nahm. Die Zahl der Banketttheilnehmer betrug zwischen 700 und 800, darunter die Spitzen der Civil- und Militärbehörden. Den Reigen der schier endlosen Zahl der Toaste eröffnete der Vorsitzende derGermania" in Berlin, Oberbäckermeister Kunze, der, dem Versprechen Kaiser Wilhelm I., daß dem Handwerke geholfen werden müsse, gedenkend, auf den Kaiser, den Großherzog und die Großh. Familie toastirte. Den zweiten Toast brachte Herr Provinzialdirector Rothe auS, der für die dem Großherzogl. Hause gebrachten Ovationen dankte und auf das Blühen und Gedeihen des Bäckergewerbes und insbesondere auf daS Wohl des Centralverbandes derGermania" trank. DaS folgende von Herrn JnnungSmeistcr Köberich-Mainz auSgebrachte Hoch galt den städtifchen, staatlichen und Militärbehörden, deren thatkräftiger Unterstützung das Zustandekommen der Ausstellung wesentlich zu danken fei. Oberbürgermeister Dr. OechSner dankte im Namen der Behörden und widm« seinerseits den verschiedenen AusstellungScommissionen, die eine riesige Arbeit bewerkstelligt, ein Hoch. Namens der Commissionen dankte Lireisamtmann Braun und brachte wiederum den inländischen und ausländischen Gästen und Ausstellern sein Hoch. Weiter toastirten noch der Präsident des holländischen BäckerverbandeS Herr Simonis, Herr Schlatteres-Stuttgart, Herr Bouffog-Breslau, Meyer-Bernburg u. A.

Mainz, 14. August. Der am Samstag verstorbene Herr August Mayer, Inhaber der Firma E. M. Mayer, Buch- und Steindruckerei hier, hat, demM. T." zufolge, laut Testament nachstehende Vermächtnisse gemacht: 10 000 Mk. dem Arbeitspersonal des Geschäfts, 1000 Mk. dem israelitischen Hilfsverein, 300 Mark den Stadtarmen und 100 Mk. dem Männergefangverein. Das Geschäft wird in seitheriger Weise unter derselben Firma fortgesetzt.

Alzey, 15. August. Wieder eine Millionen­erbschaft. Von den periodisch wiederkehrenden Erbschafts­gerüchten hat eines mehrere Einwohner unserer Stadt und Nachbarorte überrascht. Ihnen wurde die Mittheilung, daß ein natürlich in England verstorbener Herr Mendel die ganz respectable Summe von fünf Millionen Pfund Sterling hinterlassen habe. Hoffentlich haben die Betheiligten bei Geltendmachung ihrer Erbschaftsrechte mehr Erfolg, wie dies gewöhnlich der Fall zu fein pflegt, wo die Betreffenden gar oftnicht auf ihre Kosten" kommen.

Vermischtes.

* Frankfurt a. M., 15. August. Heber einen Leichen- fund, der seinerzeit wenig beachtet wurde, enthält der heutige Oeffentliche Anzeiger" die folgende Bekanntmachung deS Polizeipräsidiums:Am 12. Juli d. I., NachmtitagS 4 Uhr, ist im hiesigen Stadtwalde, in der Nähe der Schillerruhe, die Leiche eines unbekannten Mannes aufgefunden worden. Der Kopf war durch Fäulniß aus seiner Verbindung mit der Wirbelsäule ausgelöst und fehlte. Durch das Fehlen des Kopfes ist das Alter deS Verstorbenen schwer zu schätzen, eS kann nach den Körperformen nur als einmittleres" be­zeichnet werden. Der Zeitpunkt des Todes läßt sich genau nicht angeben, jedenfalls waren jedoch seitdem bis zur Auf- findllng mehrere Wochen vergangen. Die Leiche war bekleidet mit dunklem Sackanzug von Stoff, schwarzem steifen Filzhut und Zugstiefeln. Bei der Leiche wurden vorgefunden: Ein Zigarrenetui, ein Paar Manschettenknöpfe, ein Fläschchen mit Tropfen, ein schwarzes Notizbüchelchen, in dem geschrieben fleht:Nach meiner Person zu forschen, wäre zwecklos. Im Interesse der Wissenschaft dagegen die Untersuchung der Lungen." Werthgegenstände wurden bei der Leiche nicht ge­funden. Neben der Leiche lag ein Revolver, der noch mit 3 scharfen Patronen geladen war. Um Anzeige wird ersucht, falls die Persönlichkeit des Verstorbenen bekannt fein sollte." Gestern Abend wurden unter starker polizeilicher Bedeckung 20 junge Back st einarbeite r, zum Theil gefesselt, ins Ge- fängniß eingeliefert. Sie hatten wegen Lohndifferenzen auf der Fabrik alles zertrümmert und verwüstet. Der Polizei bericht erzählt die Vorgeschichte folgendermaßen: In der Nacht vom 13. zum 14. August suchten Backsteinarbeiter auf der Ortsstraße zu Rödelheim mit anderen Arbeitern aus Rödel­heim Händel. Der Aufforderung der beiden einschreitenden Gendarmen und eineö Nachtwächters, auseinander zu gehen, leisteten die Siebenten keine Folge, so daß die Beamten sich genöthigt sahen, sie mit Gewalt auseinander und nach ihrer Fabrik zu drängen. Hierbei bewarfen die Epcedenten von der Straße und von der Backsteinfabrik aus die Beamten mit Backsteinen, so daß sich die Gendarmen zurückziehen mußten. Die Arbeiter, 14 an der Zahl, sind dann aber ermittelt und festgenommen worden.

* Berlin, 15. August. Don den Personen, die gestern in Moabit bei der Kaserne des 4. Garde-RegimentS durch den Einbruch des Gitters deS AuSstellungSparkes zu Schaden gefommen sind, wurden neun mit schweren oder leichten Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Ein achtjähriges Mädchen hatte einen schweren Schädelbruch und einen Doppel- bruch deö rechten Unterschenkels, ein sechsjähriges Mädchen einen doppelten Schenkelbruch, eine Frau schwere Verletzungen am Kops und Unterleib erlitten. Uebcr die Entstehung deS UngluckSfalleS wird noch berichtet: DaS da- AuSstellungS- gebäude umgebende Eisengitter ruht auf einer etwa </4 Meter Hoden Mauer, auf der sich in Entfernung von fünf zu fünf

Metern gemauerte Pfeiler erheben. In diesen Pfeilern ift das Effengitter verankert - der emgeftürgte Theil von etwa 50 m Länge wird von neun Pfeilern gehalten. ES hatten ! ettoa 150 Personen in halbschwebender Stellung sich an dal Gitter geklammert, als wenige Minuten vor Vs12 Uhr, kurz ehe das Regiment vorübermarfchitte, sich der Pfeiler an der Ecke der Jnvalldenstraße lockerte und daS Gitter auf der Mauer sich löste. Der hierdurch verstärkte Druck auf de, andern Theil deS Gitters hatte zur Folge, daß die Pfeiler auf der ganzen Länge bis zur Straße Alimoabit barsten und mit dem Gitter auf das Straßenpflafter stürzten. Die auf der Mauer Stehenden konnten sich größtentheiis dadurch retten, daß sie über die Köpfe der dicht gedrängt stehenden Menge heruntersprangen.

* Spanbau, 15. August. Ein Festung-gefangener, welcher heute Vormittag auS dem Gefängniß einen Flucht­versuch machte, erhielt von dem aufsichtführenden Gefreite, einen Schuß durch die Lunge- die Verwundung ist lebens­gefährlich.

* Thüringen, 9. August. Eine grausige Tbat wird auS dem Dorf SckardSleben gemeldet. Don hat eia Einwohner seinen Vater, mit dem er in Wortwechsel geraten war, mit der Axt erschlagen. Der Verbrecher ist verhaftet. In einer Gefängnißzelle zu Auma laS vor einigen lagen ein Gefangener feinem Mitgefangenen au« der Bibel vor. Hierin vertieft, merkte er nicht, daß fein Zellengenosse sich inzwischen aufgehängt hatte. Au« Wasungen wird mitgetheilt, daß dort ein junger Mann, der erhitzt in einen kalten Keller eingetreten war, plötzlich erblindet war.

* Aus Kurheffen, 11. August. Roggen- Ernte. Von allen Seiten laufen Nachrichten vom Lande ein, daß die diesjährige Roggenernte viel besser ausfällt als man erwartet hatte. Selbst die pessimistischen Landwirthe gestehen ein, daß ihre kühnsten Hoffnungen weit übertroffen worden find. Namentlich daS Srtragniß an Römern ist ein sehr gute«. Zumeist zwölf dis fünfzehnfach und mehr.

* Metz, 11. August. Bei der heute früh auf dem DivisionS - Exercierplatze in FreScaty abgehaltenen Parade- Übung fiel plötzlich Hauptmann R ö m e r vom 145. Infanterie- Regiment, von einem Herzschlage getroffen, vor feiner Compagnie um und starb kurze Zeit nachher in dem Offizierskasino auf Fort Württemberg, wohin man ihn rasch gebracht hatte.

* Budapest, 13. August. Im Saroser und Bereger Cornitat find furchtbare Wolkenbrüche niedergegangen. Die ganze Landschaft ist überschwemmt. Viele Häuser sind niedergerissen, mehrere Sisenbahndämme durchbrochen. Bon einem Kaschauer Personenzuge stürzten die Locomotive und der Tender in die Fluth. Die Passagiere mußten in den Waggons übernachten. .Bi« jetzt sind 40 Todesfälle durch Ertrinken gemeldet.

* Memel, 15. August. Große Stürme auf der Ostsee haben dort mehrfache Unglücksfälle zur Folge gehabt- bis jetzt sind über 20 Fischer als ertrunken gemeldet; ein Boot mit 5 Mann Besatzung ist noch abgängig.

Lemberg, 14. August. Im öurorte Romano«'» wurde von der Hochfl ut h Alles zerstört. Den Curgästen wurde die Rückkehr vom Curhause abgeschnitten- Frauen und Kinder warteten im Wald. Da« Wasser drang in die Salz- quellen und schwemmte die Vorräthe weg. Die auSwän« weilenden Curgäste konnten nicht in ihre Wohnungen gelangen. Im Umkreise ertranken Menschen und Vieh. In Turka schwemmte da« Hochwasser 22 Häuser fort; mehr al« 200 find unterwaschen, und viele wurden durch Blitzschläge ange- zündet. ES ist bisher noch unbestimmbar, wie viel Menschen­leben zu Grunde gingen. Der Schaden wird auf Millionen beziffert. Die Acten aller Behörden von Turka wurden be­schädigt. In der Theatergasse dahier'erkrankten gestern eine Frau und zwei Kinder unter verdächtigen Umständen-, sie wurden im Krankenhause isolirt.

e Unverhofft kommt oft! Im Juni d. I. brachte eine ältere Dame in Berlin ein in der Serie gezogene« Köln- Mindener 300 Mark LooS zu einem dortigen Bankier, um dasselbe zu verkaufen. Ein solches in der Serie gezogene» Loo« würde ihr beim Verkauf 700900 Mark eingebracht haben. Der Bankier rieth der Dame jedoch, nur die Hälfte zu verkaufen und die andere Hälfte zu spielen. Die Kundin war mit diesem Vorschlag einverstanden und beauftragte den Bankier mit dem Verkauf der einen Looshälfte. Es sand sich jedoch kein Käufer und so mußte die Dame da« ganze Loos allein spielen. Und dies geschah nicht zu ihrem Schaden, denn am 1. d. Mts. wurde ihr Loo« mit dem Hauptgewinn von 165,000 Mark gezogen.

* Die gestatte Hochzeitsreise. Am 8. d. gab e«, wie der Neuen Freien Presse" geschrieben wird, wieder einmal ernt Scene" im Spielfaale zu Monte-Carlo, welche so heftig war, daß die Musik auf der Terrasse verstummte. Al« man nachforschte, war esnichts",eine ohnmächtige Frau", eine Hysterische", und die ThÜren wurden abgesperrt. (£» war aber ein junges Ehepaar auf die Idee gekommen, heimlich zu spielen - die Frau hatte schon keinen Sou« mehr, als sie ihren Gatten amgroßen Tische" erblickte, wie er ein Fünshundert-FrancS-Billet nach dem anderen hinwarf und verlor.Paul!" schrie sie (aut, aber der Croupier hatte schon wieder Alles eingeheimst- der Mann glaubte sich be­trogen, stürzte sich auf die Roulette, die Croupier« auf ihn, die nie fehlenden Taschendiebe auf die Bank kur; eine Rauferei und Balgerei entstand wie in einer Dorfspelunke. Die Diener und Hussier« schafften bald Ordnung, indem sie etwa zwanzig Personen durch kleine ThÜren abführten, darunter da« junge Ehepaar, welche« nun seine Flitterwochen in den Kellern von Monte-Carlo dicht neben dem erträumten Golde zubringen kann.

°»lere schmackhaften Aale gefährlich werden können, wer hatte da« je geglaubt? Nach den neuesten Unterfuchungen, veröffentlicht imItalienischen Archiv für Biologie", wirkt nämlich daS Blut deS Aal«, sowie daS einiger verwandter aalgattungen^töbtlid), wenn e« in den Darm ober die Blut- gefäße von Säugethieren oder Fröschen eingespritzt wird^

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