Ausgabe 
17.5.1893 Zweites Blatt
 
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folgt. Folgende Turnlehrer in Turnschulen haben um Raum für Schauturnen nachgesucht: Karl Beth, Superintendent des Turnunterrichts von KansaS City, mit 300 Knaben und Mädchen; John Tönsseldt, St. LouiS, mit 100 oder mehr Schülern seines Instituts, Rudolf Braun, Turnlehrer von Joliet, JllS., mit zwei Klaffen der Hochschulen von Joliet; Georg Wittich, Turnlehrer deS Süd-St.Louiser Turnvereins und zwei Klaffen jener Turnschule; Turnlehrer D. M. Krogh von Wheeling, W.Va., mit 21 Mann seines Vereins; Turn- lehrer AltShauser von Duluth, Minn., mit verschiedenen Klassen der öffentlichen Schulen von Duluth; Turnlehrer Nürnberger von Fremont, Nebraska, mit mehreren Klaffen; Turnverein Humboldt aus Milwaukee. Für die Semina­risten des nach dem Ausstellungsplatz zu verlegenden Turn­lehrer-Seminars soll in dem Natatorium Gelegenheit zum Schwimm-Unterricht geschaffen werden. Die turnerischen Vor­führungen sollen aus Maffenschauturnen sämmtlicher 32 Ver­eine des Turnbezirks Chicago sowie aus Schauturnen aus­wärtiger Turnvereine und einer Wiederholung der BundeS- Turnübungen von Milwaukee bestehen. Die Schauturnen in derArena", die 20,000 Sitzplätze hat, beginnen am 17. Mai. Am 16. Juli findet eine Wiederholung der Massenvorführungen des BundeS-Turnfestes von Milwaukee durch ungefähr 2000 Turner statt und am 6. August ist der Schluß-Galatag, be­stehend in Volkswehr- und Preisturnen. Im Kunstgebäude soll die Ausstellung von Turngeräthen und Turnplatzeinrich­tungen alter und neuer Construction, welche zur Jllustrirung der Entwicklung der Turnapparate geeignet sind, Grundrissen sowie photographischen Aufnahmen von Turnhallen, freien Turnplätzen, Bezirks- und BundeSfestplätzen, Einzel- und Gruppenbilder von hervorragenden Turnern, Massenschau­turnen rc., statistische Berichte über die Entwicklung der Turnerei in diesem Lande, über Turnvereine, Turnschulen und Anstalten, in denen der Turnunterricht gepflegt wird, in Agitationsschriften in deutscher und englischer Sprache, Leistungstabellen und Uebungszusammenstellungen von den verschiedensten Turnfesten, ferner anthropometrische Tabellen, Ehrenpreise, ferner Sieges- und Vereinsdiplome, alten Turn­fahrten aus dem Rebellions-Krieg und Copien von Gedenk­tafeln der im Kriege gefallenen Turner. Zur Illustration der Zunahme des Turnerbundes, sowie der Betheiligung der Turner an den nationalen Turnfesten sollen Würfel in Pyramidenaufstellung angefertigt werden. Die vom Mil- waukeer Turnfest nach Chicago kommenden Turner, deren Zahl auf ungefähr 2000 geschätzt wird, werden am Morgen deS 26. Juli in Chicago per Bahn eintreffen und nach einem Umzug durch die Hauptstraßen per Dampsboot nach dem Ausstellungsplatz befördert werden, wo am Nachmittag die Maffenübungen wiederholt werden.

* Das Haus der Zukunft bildet einen der hervorragendsten Gegenstände der Chicago-Ausstellung. Die Aussteller deS Hauses haben sich bemüht, den Besuchern ein Bild der, Bequemlichkeiten und Vortheile vorzuführen, welche die aus-' gedehnte Verwendung der Electricität hoffentlich schon dem Heranwachsenden Geschlechte gewähren wird. Natürlich ist das Haus der Zukunft vom Keller bis zum Boden electrisch beleuchtet, jedoch mit wesentlichen Verbesserungen der jetzigen Beleuchtungsweise gegenüber. Es versteht sich von selbst, daß die Bewohner durch das Aufmachen der Hausthüre oder einer Zimmerthür den Flur oder das betreffende Zimmer selbstthätig beleuchten; neu sind aber folgende Einrichtungen: Oeffnest Du einen Schrank, so zündest Du damit zugleich ein Lämpchen, welches das Innere beleuchtet und wieder erlischt, wenn die Thür geschloffen wird. Ferner braucht der Hausherr nur auf einen an seinem Bette angeordneten Um­schalter zu drücken, um sämmtliche Lampen des Hauses zum Glühen zu bringen. Etwaige Einbrecher halten dieser plötz­lichen Lichtfülle gegenüber schwerlich Stand. Selbstverständlich vermittelt ein electrischer Aufzug den Verkehr zwischen den Geschaffen und treibt der Strom die im Hausstande benöthigten Kraftwerke, wie Nähmaschine, Waschmaschine, Wringmaschine. Auch bethätigt er sich an Fächern, welche Kühlung verbreiten und erzeugt täglich zwei Centner Eis für den Hausbedarf. Am schönstcn ist jedoch die electrische Heizung, besonders die­jenige der Küche. Der Kochherd ist durch eine Marmorplatte ersetzt. Die Köchin hat weiter nichts zn thun, als die Töpfe mit den Gerichten auf die Platte zu setzen und diese mit der Leitung zu verbinden. Das Wettere besorgt der Strom, der auch die Plätteisen, daS Wasch- und das Badewaffrr heizt. Wie theuer der Spaß zu stehen kommt, wird leider nicht gesagt.

* Bon einerfashiouablen" Trauung wird aus Newyork berichtet: William George Robert Carl von Craven hat sich am 18. April in der Gracekirche in Newyork mit Fräulein Cornelia Martin vermählt. Carl von Craven hat ein Ein­kommen von 400000 Dollars jährlich, seine junge Gattin ist die einzige Tochter eines vielfachen Millionärs, des Mr. Bradley Martin Grund genug, daß die Hochzeit in New­york von sich reden machte. Zum Gegenstände besonderen JntereffeS wurde sie aber dadurch, daß man von der Braut behauptete, sie werde ein bereits getragenes Kleid bei der Trauung tragen. Als nämlich vor mehreren Wochen die Familie Martin von England zurückkehrte, brachte sie eine Menge eleganter Toiletten mit, auf die sie keinen Zoll bezahle, weil Papa und Mama in der Douane erklärten, daß fämmt- liche Kleider schon getragen seien. Und da sich auch daS Brautkleid darunter befand, so war die Gesellschaft entsetzt darüber, daß Fräulein Martin sich in einem Kleid trauen laffen werde, daS, nach ihrer Ansicht wenigstens, schon be­schmutzt war. Infolge dieses Umstandes fand sich zur Trauung eine große Menschenmenge ein, die versessen darauf schien, die Braut oder vielmehr daS Brautkleid zu sehen. Auf dem Platze vor der Kirche hatte eine Abtheilung Polizei die größte Mühe, die vielen Frauen zurückzudrängen, die sich mit Gewalt Eingang in die Kirche verschaffen wollten. Als die Braut ankam, wurde sie oder vielmehr ihr Kleid mit der größten Neugierde betrachtet, so daß die iunge Dame

froh war, als sie auS der zudringlichen Menge heraus und in die Kirche gelangt war. AIS aber endlich die Trauung vorüber war und die Gäste im Begriffe standen, sich wieder in ihre Kutschen zu begeben, gab es kein Halten mehr. Die Menge, fast nur auS Frauen bestehend, war durch eine Seiten- thüre in die Kirche eingedrungen und kämpfte im wahren Sinne des Wortes um Plätze in der Kirche. Eine Anzahl Frauen verlor ihre Hüte und anderen wurden in dem wilden Kampfe die Kleider zerrissen. Die Polizisten waren gänzlich machtlos. Die HochzeitSgäfte riefen den Eindringlingen Schande, Schande?" zu, dies Alles schien aber die Frauen nicht zu irritiren, welche in der Kirche blieben, bis die letzten HochzeitSgäfte verschwunden waren.

* Folgende Diebesgeschichte hat -sich derOberschi. Grenzztg." zufolge jüngst in Jakobsdorf bei Falkenberg zugetragen. Vor einigen Tagen stahlen unbekannte Diebe einem Bauern eine schwarze Kuh, die einen weißen Fleck auf dem Rücken hatte, deS Nachts aus dem Stalle. Um den verrälherischen weißen Fleck zu verbergen, bedeckten die Spitz­buben die Kuh mit einem schwarzen Pelz. Die Kuh verspürte aber trotz deS Pelzes durchaus keine Lust, die kalte Nachtluft mit dem warmen Stalle zu vertauschen. Schließlich weckten die Diebe den Besitzer und ersuchten ihn, gegen eine Beloh­nung von 3 Mk. ihnen bei dem Transport einer Kuh behilf­lich zu sein, die krank wäre und zum Thierarzt/geschafft werden sollte. Der Bauer führte nun seine eigene Kuh, welche willig folgte, am Strick bis hinter das Dorf, woselbst er die versprochenen drei Mark erhielt. Als der Bestohlene dann nach Hause gekommen war und sich eben ins Bett ge­legt hatten wurde er sowohl wie seine Frau durch Brüllen auf dem Hofe geweckt, und siehe da, die mit dem Pelz bedeckte Kuh hatte sich wieder im Gehöft eingesunden. Wahrscheinlich war sie den Dieben ausgerissen. Jetzt erst wußte der Bauer, daß er seine eigene Kuh hatte stehlen helfen. Für seinen Gang aber hatte er nicht nur die drei Mark erhalten, sondern auch den guten Pelz, in dessen einer Tasche außerdem noch 90 Thaler vorgesunden wurden. Die Diebe dürsten ihren Pelz mit Inhalt kaum wieder zurückholen.

* Beim Rennen verspielt. Um zu erfahren, was auf den Rennbahnen in. Berlin verspielt wird, hat sich der Konf." Einsicht von den Einnahmen des Totalisators ver­schafft. In etwa drei Wochen betrugen bei sechs Rennen die Umsätze am 17. April 207,140 Mark, am 22. April 308,330 Mark, am 29. April 217,740 Mark, am 1. Mai 218,430 Mark, am 2. Mai 182,680 Mark, am 6. Mai 262,890 Mark, zusammen 1,397,210 Mark. Bei den Buch­machern und Wettbureaux dürfte mindestens die gleiche Summe verspielt worden sein, so daß in sechs Rennen etwa 2,800,000 Mark verwettet worden sind. Wenn man annimmt, daß die Rennzeit sechs Monate dauert, so dürften demnach in dieser Zeit allein in Berlin rund 15 16 Millionen als auf den Rennplätzen verwettet oder verspielt in Anrechnung gebracht werden können.

* Altenkirchen, 12. Mai. Für die Abgebrannten sind bis jetzt etwa 13 000 Mark eingegangen. Frau Simon wurde aus der Untersuchungshaft wieder entlaffen.

* Finsternthal, 11. Mai. Herr Gastwirth Lehr und seine Frau feiern am 1. Pfingstfeiertag das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ladet imUsinger Anzeiger" zu dieser Feier folgendermaßen ein:Am 21. Mai ds. Js. sind es 50 Jahre, daß ich und mein liebes Katharinchen Hochzeit gehalten. Wir wollen am 21. Mai ds. IS. daS fröhliche Familienfest der goldenen Hochzeit feiern. ES sind alle gute Freunde freundlichst eingeladen und wir geben Alles zum Besten, was Küche und Keller vermag."

* Ein Reinfall. Ein junger Kaufmann rettet mit eigener Lebensgefahr ein Mädchen vom Tode des Ertrinkens. Edler Lebensretter", sagt der Vater des Mädchens,Dir dank ich alles. 100000 Mark oder die Hand meiner Tochter wähle?" Der Lebensretter aber denkt,wenn ich die Tochter nehme, bekomme ich das Geld ohnedies" und antwortet: Ich wähle Eure Tochter!"Da hast Du gut gewählt", spricht daraus der Vater,die 100 000 Mark hätt' ich Dir ohnedies nicht geben können, denn ich bin ein armer Schuster; aber meine Tochter, die sollst Du haben! Gebt Euch die Hände, Kinder!"

* Ein Musterweib. A.:Sie haben sich also verhei- rathel? Sie sollen ja eine ausgezeichnete Partie gemacht haben." B.:Ja, meine Frau ist ein vollkommenes Wesen. Sie ist in allem zu Hause. In der Literatur ist sie zu Hause, in der Musik ist sie zu Hause, in der Kunst ist sie zu Hause, nur in einem ist sie nicht zu Hause." 21.:Und daS ist?" B.:Zu Hause ist sie nie."

* ZarleS Gewissen. Richter (zur Zeugin):Sind Sie schon bestraft." Zeugin verschämt:Ach ja einmal." Richter: ,,Jn welcher Weise?" Zeugin :Wegen Post- vergehens." Richter:Mit Gefängniß?" Zeugin. DaS weniger, mit einer Geldstrafe." Richter:In welcher Höhe?" Zeugin:Zwanzig Pfennig Strafporto."

* Zwölf Personen, die sich vornehmen, immer zusammen zu essen, abe^ dabei niemals in derselben Ordnung sitzen wollen, würden dies bei einer Mahlzeit am Tage 13 Mill. Jahre lang thun können, ohne daß sie einziges Mal wieder in derselben Reihenfolge zu Tisch sitzen würden, wie an einem früheren Tage. Zwei Menschen können natürlich nur auf zwei verschiedene Weisen nebeneinander sitzen, drei bereits auf sechs Weisen, vier auf 24, fünf auf 120, sechs auf 720, sieben auf 5040, acht auf 40,320, neun auf 362,880, zehn auf 3,628,000, elf auf 39,908,000 und zwölf auf 478,896,000 Weifen.

* Folgendes klaffifche Gesuch wurde von einer ziemlich wohlhabenden Mutter an einen Lehrer des Kreises Rössel gerichtet:Lieber Herr Lehrer! Ich bitte dem Franz noch in die Unterklaffe zurückzugeben, indem daß ich nid) die viele Teure Bücher kaufen will, er wird auch fo noch flud) genug."

Literatur und Kunst.

Tie Königliche Eiienbahn Tir.clion In Frankfurt a M tat im Verlag der Buchdruckerei von Baier 4 vewalter daselbst etoe kleine SuSga be ihre» längst bekannten Süddeutscher» Eisen- dohu-Sursduches erscheinen lassen, welche in äußerst comder Ausführung und sinnreicher Zusammenstellung die Eisenbahn- und TampsschiffFahrpläne in dem von ben l'taien Köln Eaffel Rord- Hausen-Erfun-Rürnberg-Stuttaarr-S.raßbure-Trier-Köln begrenzten Gebiete von Mittel- und Südveutschland mit Frankiurt a. M. al» Mittelpunkt enthält. Tas Büchlein ist überall käustich und wird zu dem billigen Preis von 25 Psg. gewiß der ständige Begleiter vieler Reisenden werden.

In Waffen starrend präimttrt sich «Zentral-Europa aus der soeben im Berlage von Earl Flemming in Glogau erschienenen Tilloeationltatte bei deutsche« Heerei und seiner Grenz- uochdorn. HerauSgegeben von Dr. Hermann Müller, Mitglied bei Reichstags Bearbeitet von A. Herrsch. Im Maßstabe von 1 : 3250000 nach den zuverlässigsten Quellen bearbeitet, viert ar bio in sauberstem lithographischen Truck auSgefühtt, veranschaulicht diese große, von Le Havre diS Moskau, von Gra, Cbefl Mi Stockholm- <5t. Petersburg reichende Karle auf» lleberüchllichste die verthellung der Heere Mitteleuropas nach ihren Standquartieren. Alle Truppen- Bettungen, Infanterie, Eaoallerie, Feld- und Fußartillerie rc. in ihren Sondereinkheilungen nach Bataillonen, EScadronS rc. stnd durch scharf ausgeprägte Signaturen gekennzeichnet. Tie General, DivisionS- unb Brigade-EommandoS, die Festungen mit detachirlen Forti, die beteiligten Städte ohne SußeniortS. die isolirtm Forti, Sperrscut». die Küftenbefefttqungen, die Eisenbahnlinien letztere unter Sonder- bezeichnung der doppelgleisigen kurz alle für den Zweck der Karte in Betracht kommenden Detail» haben gewissen halte Berücksichtigung gefunden. Trotz der Fülle bei Gebotenen gewählt diese höchst zeit­gemäße statistische Karte ein rd nso lebendige» wie streng sachliche» Bild der deutschen Heer, smacht im Vergleich zu ihren Grenznachbarn. Preis der Karte 1 Mark.

Verkehr, Land- und Volkrwirthschaft.

Die Zucker Hirse al» ein vorzügliche» Futtermittel. Da bei dem Fuller der Zucker- und ErweiSgehall desselben .«ne Hauptrolle spielt, so rathen wir _ftrebfamen Venbivirtben, flntai;- versuche mit der jetzt von vielen Seilen empfohlenen Zuck.rh'rse zu machen, und zwar gilt die Zuckerhirse mit hellbraunen Körnern al ­bte beste zu solchem Zwecke. Dieselbe Hal einen sehr hohen Rährwerih und wird zumal wegen ihre» bebeutenben Zuckergehalte» o.n allem Vieh sehr gern gefressen. Besonders gierig ist da» Rind da, aut; für Milchkühe ist dieses Fuller zu empfehlen, da e» von gutem Eir stuß auf Menge und Güte der Milch ist. Die Enltur der Zuckethirse gleicht berjenigen unserer Sommergetreidearten. Man kann buir würfig säen oder drillen. Saatfeinde Hal diese Hirsefotte nlfft. Bei zeitigem Abernten ist die Zuckerhirse eine gute Vorfrucht für Roggen; heroorzuheben ist, daß ihre zahlreiche, feine Bewurzelung den Boden gut lockert. AIS Nachbestellung für eingegangenen Klee ist die Zuckerhirse, welche alS Specialstöt von verschiedenen Samen­handlungen geliefert wird, ebenfalls sehr geeignet, da sie bi» in den Juni hinein auSgesäet werden kann.

Aufruf

zur Hilfe für die Braudbeschadigten zu Zell bei Alsfeld (^berhesscn).

Ein gewaltiger Brand verwandelte am 5. Mai (. I» einen großen Thetl unserer Gemeinde in einen Schutt- und Trümmerhaufen. Nicht weniger als 42 Hofrailhen , unge­fähr 130 Gebäude) sind von den Flammen verzehrt worden. Namenlose» Elend ist bei uns eingezogen. Viele Familien sind obdachlos und haben ihr ganzes Eigenthum verloren. Von diesen sind einige gar nicht, viele nur schlecht versichert. Wir bedürfen daher der schleunigsten Hilfe und fordern Ihre Nächstenliebe auf, der armen, so schwer heungesuchten Ge­meinde Zell freundlichst beistehen zu wollen.

Gaben aller Art, wie Nahrungsmittel, Kleidunasstücke, Wäsche,HauSgeräthe und dergl., insbesondere auch (Heldgaben werden mit herzlichem Dank von Großherzoglicher Bürgermeisterei Zell in Empfang genommen; ebenso ist da» unterzeichnete HilfScomitö zur Empfangnahme von Gaben gerne bereit. Auch die Expedition desGieftener Anzeiger" ist bereit, Geldspenden für die Abgebrannten in t-mpfang zu nehmen und darüber in diesem Blatte zu quittieren.

Zell, 7. Mai 1893.

Da» HilsScomitö:

Sippell, Bürgermeister in Zell, Simon, Gastwirth in Zell, Lepper, Landwiith in Zell, Andr. Köhler, Landwtrtd in Zell, Konr. Krausmüller, Landwirth in Zell, Konr. Bambey, Landwirth in Zell, Bausch. Lehrer in Zell, Carra, Lehrer in Zell, Jäger, Pfarrer zu Billertshausen.

NB. Um BZeiterverbreitung dieses Ausrufes in anderen Zettungen wird gebeten.

vet'offene« Hautwunde« ist 'stets die größte Borsicht bei Anwendung von Salben rc geboten, da schon sehr oft (besonder» bei Karbol) nachtheilige Folgen, ja DergistungSerscheinungen beobachtet wurden. Ein Mittel, welche» die Earbol-. Bor-, Zink' und Jodoform­salben wegen seiner antiseptischen neubilbenben und heilenden Eigen­schaften übertrifft und fast ausschließlich bei entzündeter, pe- rölheter und wunder Haut, offenen' Wunden, Ge­schwüren rc. von ärztticher Seite empfohlen und angewandt wird, ist Apotheker A. Flügge« Myrrhen-i^r^me (Deutsche» Reichspatent 9hr. 63592). Derselbe ist nebst einer auSiühiUchrn t'^ratiSbroschÜre Die Behandlung der Hautkrankheiten- A Dose Mk. 1. inUftM in allen Apotheker» erhältlich. Apotheker ». Flügae» Mvrrhen- (SrAme ist der patentirte ölige und verdickte Au»zug de» Myrrhe- Harzes(4519

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