da man befürchtete, daß das Schiff untergehen könne, wurde eS wieder entladen und nach Brooklyn behufs Reparatur gebracht.
Newyork, 15. Februar. Der erwählte Präsident Cleve- land hat nunmehr selbst über die Zusammensetzung deS zukünftigen LabinetS einige Mittheilungen gemachr. Er bestätigt, daß Walter Gresham zum StaatSsecretär, John Carlisle zum Schatzfecretär und Daniel Lamont zum Secretär des Krieges ernannt werden wird. Zum Generalpoftmeister ist Wilson Bissel bestimmt.
Depeschen deS Bureau „Herold*.
Berlin, 15. Februar. In der heutigen Sitzung der Militär-Commission erklärte Abg. Lieber (Centrum) nach längerer Ausführung, daS Centrum stehe so, daß das Gesetz, solle die Vorlage angenommen werden, umgearbeitet werden müsie. DaS Centrum werde gegen die Vorlage und alle Anträge stimmen und behalte sich vor, selbstständige Anträge zu stellen. Abg. Hammer stein (cons.) erklärt, die Conseroativen könnten eine gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit nicht annehmen. — Die nächste Sitzung findet morgen statt.
Berlin, 16. Februar. Der Kaiser richtete ein Schreiben an den Magistrat, worin er demselben als Zeichen seines Wohlwollens das Bildniß des Kaisers in Lebensgröße verleiht.
Halle, 16. Februar. In der Irrenanstalt zu Niet- leben wurde bet einer Wärterin die Cholera sestgestellt und zwar ist sie durch Ansteckung übertragen worden.
Essen, 15. Februar. Heute gelangte die Strafkammer- klage der Kölnischen Eisenbahn-Direction (rechtsrheinisch) gegen die Redacteure FuSangel und Lünemann zur Entscheidung. Beide Angeklagten wurden von der Beleidigung der Abnahmebeamten freigesprochen. Hiermit ist der Bochumer Prozeß beendigt.
Essen, 15. Februar. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, die Gesammtzahl der im rheinisch-westfälischen Kohlenbczirk abgelegten Bergleute betrage 828.
Bremen, 16. Februar. Ein nach Car dis s bestimmtes Bremer Schiff scheiterte an der Westküste Schottlands. Laut „Weserzeitung" sind dabei acht Mann ertrunken.
Dresden, 15. Februar. Ein Congreß deutscher und österreichischer Aerzte findet hier am 24., 25. und 26. Mai statt behufs Berathung der Maßnahmen zur Bekämpfung von Seuchen, namentlich der drohenden Cholera- Epidemie.
Wien, 15. Februar. Nach polnischen Blättern herrscht in dem Gouvernement Cherson in diesem Jahre die HungerSnoth ärger als im Vorjahre.
Wien, 15. Februar. Zur Verhinderung von Exzessen wurde in daS Brüx er Strikegebiet eine Schwadron Cavallerie entsendet.
Wien, 16. Februar. DaS „Wiener Tageblatt" erfährt auS Berlin von einer Annäherung zwischen Caprivi und den Freisinnigen. Caprivi hätte durch einen Vertrauensmann Bamberger sagen lassen, falls die Militärvorlage mit Hilfe der Freisinnigen vollständig votirt würde, wäre er bereit, die zweijährige Dienstzeit gesetzlich festzulegen und die Oeffentlichkeit des Militärgerichtsversahrens einzuführen, ferner daS Ministerium durch den Eintritt eines Liberalen oder Freisinnigen zu reorganisiren. Das neue Regie- rungSprogramm würde besonders die Punkte über die Bekämpfung des Antisemitismus hcrvorheben. Die Auflösung des Reichs- und Landtags und die Neuwahlen in Aussicht nehmend, hätte Kaiser Wilhelm diesbezüglich seinen Standpunkt folgendermaßen präcisirt: Ich will die Militärvorlage für ein Menschenalter auS der Welt schaffen und eine große starke Regierung inauguriren, ob diese conservativ oder liberal, ist mir ganz gleichgiltig. Ich will nichts mehr von der Existenz der Militärfrage wissen; wer mir diese aus der Welt schaffen hilft, ist mir willkommen, mit dem regiere ich.
Paris, 15. Februar. Die Delegirten der Untersuchungs- Commission sanden in den Papieren Reinachs eine Cor re- spondenz, die er mit CrtSpi unterhalten hat. Abschriften davon wurden dem Ministerium deS Auswärtigen zugestellt.
Localer utt6 Provinzieller.
Kietzen, 16. Februar 1893.
Z von der Universität. Anläßlich der Feier der Wiederkehr deS Geburtstages MelanchthonS hat die theologische Facultät dem Professor an dem Friedberger Seminar Lio. Julius Smend und dem außerordentlichen Profeffor an der Universität Leipzig Lic. Hermann Guthe die Doctor Würde, dem Pastor in Worms Wilhelm Wiener die Licentiaten-Würde „Honoris causa“ verliehen.
Eoncert Verein. Wir sind heute in der angenehmen Lage, den Mitgliedern deS Concert-VereinS, sowie dem musikalischen Publikum überhaupt zwei hochbedeutsame Concerte zu melden. ES ist dem Vorstand deS Concert-VereinS gelungen, Fran Wittich für den 26. Februar zu gewinnen. Die hochbegabte Künstlerin, wie bekannt ein Kind unserer Stadt, nimmt alS Opernsängerin einen hohen Rang ein und wird, wenn man von Bühnenkünstlerinnen spricht, in allererster Reihe genannt werden. Im Dresdener Hoftheater strahlt sie alS gefeierter Stern- erst kürzlich hat sie der deutsche Kaiser, anläßlich eines Besuches in Dresden, ehren- vollst ausgezeichnet. Ganz besonders interessant dürfte sich daS Eoncert am 26. ds. gestalten, da sich die Künstlerin nicht nur in ihrem Hauptfeld, als Opernsängerin, sondern and) alS Licdersängerin hören lassen wird, einen Kunstzweig, den sic mit gleicher Liebe und gleichem Können pflegt. Nichtmitglicdern deS Concert-VereinS möchten wir schon heute empfehlen, sich Plätze bei Herrn Challier vormerkcu zu laffcn, daS leidige Fehlen eines größeren ConcertsaaleS wird sich bei Gelegenheit dieses, seltenen Genuß bielenden ConcertcS besonders fühlbar machen. DaS zweite Eoncert, welches für den 12. März bestimmt ist, bringt uns die fünf
Meininger Künstler, welche durch ihre echt musikalischen Leistungen schon im vorigen Jahre alle Hörer entzückten. DaS Meininger Streichquartett gehört zu den vornehmucn Körperschaften dieser Kunstrichtung, und es dürste wenige geben, die mit dieser gleichzeitig genannt werden. AlS Fünftes gesellt sich zu diesen der Kammervirtuos MÜhlfeld, ein wahrer Meister auf seinem Jnsttument, weiß er doch den Ton der Clarinette in einer Weise zu veredeln, daß man zweifeln muß, ob derselbe dem so spröden Instrument entstammt. In der Virtuosität mag der Künstler Nebenbuhler haben, in der Tonbildung nicht, da steht er auf einsamer Höhe. Altmeister Johannes Brahms hat eS sich nicht nehmen laffen, sein Quartett mit Clarinette, welches er dem Virtuosen Mühlfeld so quasi auf dem Leib geschrieben, iu Gemeinsam mit diesem und anderen erlauchten Künstlern der Berliner Kunstwelt vorzusühren. So dürften denn die beiden geplanten Concerte wohl den Beweis liefern, daß der Vorstand des ConcertvereinS daS ernsteste Bestreben hat, seinen Mitgliedern und allen, die sich an der edlen Musik erfreuen, wirklich Vollendetes zu bieten.
— Neues Theater. Auf die heute Freitag Abend statt' findende letzte Vorstellung in dieser Saison wollen wir nicht verfehlen ganz besonders aufmerksam zu machen, umsomehr, alS eines der eifrigsten Bühnenmitglieder, Frau Clara Copps, ihr Benefiz damit verbindet. Die Künstlerin hat es verstanden, sich stets die Gunst des theaterbesuchenden Publikums zu erwerben und glauben wir versichert zu sein, daß auch an ihrem Ehrenabend ein recht zahlreicher Besuch dies bezeugen wird. DaS gewählte Lustspiel von L'Arronge „Wo hlthätige Frauen" bietet Frau Coppö in der Rolle der „Clementine" nochmals Gelegenheit, ihre stets künstlerische Auffassung, ihr ansprechendes gutes Spiel zu zeigen.
— Falbs kritischer Tag mit Schneefall, wie er für heute angekündigt gewesen, scheint sich, wenn man nach dem hier herrschenden Wetter auf die Witterungsverhältniffe im übrigen Deutschland schließen kann, weder in erster noch in zweiter Ordnung eingestellt zu haben. Es ist mit Wetterprophezeiungen überhaupt eine eigene Sache, sie sind zwei Möglichkeiten unterworfen, entweder sie treffen ein oder sie treffen nicht ein. Eine zuverlässige Wetterregel ist die: „GibtS im Februar viel Sonnenschein, so wird es auch oft Helle sein!"
— Verhaftet wurde gestern Morgen der Bretzel junge eines hiesigen Bäckermeisters, weil er beß Guten etwas zu viel gethan hatte. — Außerdem wurden verhaftet ein Handwerksbursche, der seinen Zechgenoffen bestohlen, ein Dienstmädchen, daS seiner Dienstherrschaft einen Geldbetrag von ca. 30Mk. entwendet, unb ein Maurergeselle wegen totaler Trunkenheit. — Am Fastnachts Abend wurde auf dem Neuenweg ein Student ohne jeden Grund von einigen MaSkcn und einem nicht maSkirten Herrn überfallen und blutig geschlagen.
— Obligatorische staatliche Viehverficherung. Der deutsche Fleischerverband ließ dem Bundesrath eine Eingabe zugehen, worin um die Einführung einer obligatorischen staatlichen Viehverficherung gebeten wird.
— Zur Nachachtung. Das Großh.Kreisamt Friedberg weist in einer besonderen Bekanntmachung auf die Einreichung von Anzeigen ohne Nennung der Namen ihrer Absender hin. Da die Erfahrung gelehrt, daß solche Anzeigen — meist Beschwerden gegen die Nachgeordneten Organe der Verwaltung und Polizei — in den weitaus meisten Fällen grundlose Anklagen enthalten, so erachtet das Kreisamt dieselben zu einem amtlichen Einschreiten nicht geeignet. Wer nicht den Muth habe, seine Sache persönlich zu vertreten, könne eine Berücksichtigung umsoweniger erwarten, als Jedermann »ür seine Anliegen ein offenes Gehör finde, er gegebenen Falles auch auf Wahrung seiner Anonymität rechnen könne.
— Im „Deutschen Reichsanzeiger" wird vor verlockenden Verdienst Anzeigen gewarnt, die Pariser Zeitungen in deutsche Journale einrücken laffen. ES werden vorherige Erkundigungen beim deutschen Consulat in Paris empfohlen.
— Polizeiliche Beaufsichtigung der Miethwohnuugeu. lieber die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz in obigem Betreff haben die Herren Abgeordneten Dr. Gutfleisch und Reinhardt NamenS des zweiten AusschuffeS der Kammer Bericht erstattet. Das behufs Verhütung der auS der miethweisen Benutzung ungesunder Wohnungen oder ungeeigneter Schlafstellen hervorgehenden Nachtheile für Gesundheit und Sittlichkeit zu erlassende Gesetz würde in folgende Abschnitte zerfallen: I. Polizeiliches Recht derControle; II. Polizeiliches Recht der Aufstellung von Normativbestimmungen- III. Anzeigepflicht der Vermiether- IV. Polizeiliche Beschlüsse gegen schädliche Wohnungen und Schlafstellen; V. Schutz der Neubauten und Umbauten und Beschwerdever- fahren- VI. Ausnahme für kleine Gemeinden; VII. Strafen; VIII. Haftung der Vertreter- IX. Ausweisung der Miether; X. Umschreibung der Begriffs-Vermiethung- XL UebergangS- bestimmungen- XII. Gesetzeskraft.
— Erben werden gesucht. Nach einer der Bürgermeisterei Mainz auS Amerika zugegangenen Mittheilung starb am 30. December 1892 in Columbus ein Deutscher NamenS Johann Jacoby mit Hinterlaffung eineß Vermögens von 16—18 000 Dollar. Jacoby, der ledig war unb keine Leibeserben hinterließ, wanberte Ende ber 40er ober Anfangs der 50er Jahre im Alter von ca. 20 Jahren nach Amerika aus. Er war ein Sonderling, seinen Bekannten gab er nie Aufschluß darüber, auS welcher Gegend Deutschlands er sei, er sprach auch nie von Eltern, Geschwistern oder Verwandten. Seineß Zeichens war er Schuhmacher ober betrieb in Columbus zuerst ein Schuhgeschäft unb später eine Wirthschast. Die Schusterei soll er in Mainz gelernt haben, und eß wirb ver- muthet, baß er in biefer Stabt ober in ber Umgebung (auf Hessischem ober Nassauischem Gebiete) geboren war. Wenn die Erben beß Genannten nicht ermittelt werben, fällt fein nicht unbedeutender Nachlaß dem Staate Mississippi anheim.
— Rach der im ReichSeisenbahnamt oufgefteQten Nachweisung über die im December v. IS. auf deutschen Bahnen (auSschl. Bayern) bei Zügen mit Personenbeförderung vorgekommenen Verspätungen haben auf 36 größeren Bahnen mit einer Betriebslänge von 37,053,38 Kilometer sich verspätet: 1801 Schnellzuge, 2846 Personenzüge und 699 gemischte 3üge. In Bezug auf diese Verspätungen nehmen die Srefelder Bahn, die Bahnen im Directionsbezirk BreSlau und die Main - Neckar - Bahn die ungünstigsten Stellen ein. Infolge von Schneeverwehungen fielen 90 Züge ganz, 19 streckenweise auß.
— Zur Unfallstatistik. Bei der Hessen-Nassauischen Baugcwerkß-Berusßgenossenschast wurden im Jahre 1892 im Ganzen 1789 Unfälle angemeldet, gegen 1654 im Vorjahre. In 350 Fällen wurden Entschädigungen festgestellt-. 18 Fälle mit vorübergehender Erwerbsunfähigkeit von mehr als 13 Wochen biß zu 6 Monaten - 174 Fälle mit länger als 6 Monate dauernder theilweifer Erwerbsunfähigkeit- HO Fälle mit länger alS 6 Monate dauernder völliger Erwerbsunfähigkeit und 48 Todesfälle. Im Jahre 1891 waren dies 311 Fälle.
el. Grüuingeu, 14. Februar. Am verflossenen Sonntag hielt Herr Obstbau-Techniker Metz in ber vollständig ge- füllten Wirthschaft beß Herrn Arnold, unter Vorsitz beß Großherzoglichen Bürgermeisters Herrn Gilbert, einen sehr anregenden und feffelnden Vortrag über „daS Leben und die Behandlung, sowie die Pflanzung und den Schnitt der jungen Ob ft bäume" Sehr anschaulich zeigte er an einem mitgebrachren starken Ast, wie eine Krone geschnitten unb behanbelt werden muß. Er betonte sehr scharf, daß man nicht bei jedem Händler junge Bäume kaufen solle, sondern nur in guten Baumschulen, wie man ferner auf einen guten Wurzelansatz, einen schönen, geraden Stamm unb auf die Bildung der Krone beim Kausen zu sehen habe. Später empfahl er noch dringend baß Anlegen ber Klebgürtel im Herbst, von bereit Nutzrn immer noch viele Baumzüchter nichts wissen wollten, unb legte zum Schluffe allen Anwesenben das Reinigen unb Kalken ber Bäume sehr an baß Herz. Die nachfolgenbe gegenseitige Aussprache war eine sehr rege. Herr Lehrer Eckel erbat mehrmals bas Wort unb wünschte Auskunft darüber, ob baS Pflanzen ber Obstbäume im Herbst ober Frühjahr vorgehen solle, unb ob daS Beschneiben gleich ober später geschehen solle - benn hierüber herrsche noch vielfach Unklarheit. Später nahm derselbe nochmals baß Wort unb fragte Herrn Metz, woher es denn komme, baß unsere Reinettenbäume so wenige Früchte brächten, warum gerade bei ihnen ber KrcbS so häufig sei unb warum an biesen Bäumen so gerne alle Spitzen bürr würben. Alle biese Fragen wurden eingehend von Herrn Metz beantwortet. Nachdem Herr Bürger» meister Gilbert Herrn Metz den üblichen Dank ausgesprochen, wurde die Versammlung geschloffen. Am Montag Morgen fanden dann noch practische Unterweisungen unb Belehrungen an den Bäumen selbst statt. Wiederholt sprach Herr Metz auß, daß gerade baß Großherzoglichc KreiSamt Gießen ber Obstbaumpflege stete Aufmerksamkeit unb Sorgfalt zuwende, wie bieß bic letzten Verfügungen wieder bekundeten. Grüningen aber habe durch feinen Reichthum an Obstbäumen, sowie durch feine hohe geschützte Lage, besonders aber durch seinen im vorigen Jahr erzielten überreichen Obstsegen alle Ursache, den Obstbäumen alle mögliche Pflege und Sorgfalt zu Theil werden zu lassen.
K. Nieder Mockstadt, 15. Februar. Heute starb dahier ber Lehrer Herr Bechtolb, in seinem 91. Lebensjahr, wohl einer von ben ältesten ber hessischen Lehrervctcranen. Seit bem Abgänge von bem Seminare hat er in hiesiger Gemeinbe zugebracht. Schon ungefähr 18 Jahre hat er die wohlverdiente Pension bezogen.
nn. Darmstadt, 15. Februar. Zweite Kammer der Stände. Die Kammer setzte ihre Verhandlungen fort. Nach ber Verkünbigung einer Reihe von neuen Einläufen, barunter ber Antrag ber Abgeordneten Scherer, Erk und Schönfeld auf Wiederherstellung b e r Kreise Neu > stabt,Nidda und Grünberg, erfolgt zunächst Beantwortung der Interpellation des Abgeordneten Schröder über daß Vergebungß (Submissionß.)Wesen von öffentlichen Arbeiten. — Staatßminister Finger erklärt, daß daß Vergebungswesen beß Staates burch neue festgelegte Vertragsbestimmungen geregelt sei unb baß biese den betreffenden Kreißbau- ämtern u. s. w. zugestellt worben seien. Der Interpellant erklärt sich mit biefer Antwort zufrieden. Ein-, weitere Interpellation deffelben Abgeordneten, eine höhere Besteuerung beß Hausirhandelß unb beß Gewerbes ber sog. Detailreisenden betr., beantwortet Staatßminister Finger dahin, daß Prüfung der Sache stattfinden ond Berücksichtigung bei bem Gewerbesteuergesetz finden werde. — Es folgt die Beantwortung ber Interpellation beß Abg. Pennrich über die Unterrich t ßzei t bei den Fortbildungsschulen. Staatsminister Finger erklärt, daß die Festsetzung der Schulzeit für die Fortbildungsschulen auch der Kreißschul-Commission anheimgeftellt sei. Nach Prüfung der hier fraglichen Sache findet die Regierung keine Veranlassung, im Sinne beß Interpellanten einen Eingriff in bie Rechte ber KreiSschul-Commission zu machen. — Die bekannte Petition beß Hessischen Bauernvereins wegen Regelung ber Schulverhältnisse aus dem Lande, insbesondere Aufhebung der Verpflichtung zum Besuch ber obligatorischen Fortbildungsschule, Entbindung ber Schüler vom 11. Jahre ab, in den Monaten Aprtl biß September vom Nachmittagsschulunterricht, Vermeidung beß Wechsels in ben Lehrmitteln, Aushebung deS Turnunterrichts in den ländlichen Schulen u. f. w. veranlaßte eine außge» dehnte Debatte. Die Großh. Staatsregierung erklärt, sie könne dieser Petition keine Berücksichtigung zu Theil werden laffen, weil zunächst die m ber Petition ausgesprochenen Wünsche eine bunftgretfenbe Abänberung beß Schulgesetzes


