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Hin a. Frankfurt a.M. Mhuhj 1893, ebenda 8 Uhr, 9 Gesellschaft». Vereint >rogramm; itieler.

ectgedichte. Winter-Idyll, E-GeilfM(G?. Edward).

sprochne Worte.

letzte Gebet.

Jude.

8 tianghoter.

war einmal . , .

vier heiligen drei Könige.

in der Musikalienhandlung lallier (Rudolphs Nach- in der J. Bickersche; g, sowie an der Abendkawi: 1.50, Eintrittskarte Mk. 1.- te Mk. I.-. [1281

nger ftovltttitt tflb egen g. Belohnung abjugefa KaplanSgafle 10.

6, um bie Augen schmr, fte fdmanti jfledäen Wxt lem^tmannmlttlntoc st Gelegenheit geboten, sis zu machen. Daju wtrbr otre junge jugfefie Pffr-t, wagt». sowie ritt Stoll' Higem Preis abgeaeben.

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Nr. 41

Freitag den 17. Februar

1893

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Gieß,«er A«,el-er erlchkint täglich, Mit Ausnahme de» Montags.

Die Gießener Wamtklentkitler »erben bein Anzeiger wöchentlich dreimal dergelegt.

Gießener Anzeiger

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Deutscher Reichstag.

44. Sitzung. Mittwoch, 15. Februar 1893.

Dor Eintritt in die Tagesordnung wttst Präsident v. Levetzow darauf hin, daß die Debatten zum ersten Titel des Sp.cialetats des Innern bereits elf Sitzungen in Anspruch genommen haben. Wenn daS so fortgehe, werde es nicht möglich sein, den Etat bis zum 1. April zu erledigen. Ec bitte, dies zu berücksichtigen.

Die Berathung des Etats des Innern wird fortgesetzt.

Reichskanzler Graf Caprivi weist den gestern vom Grafen Kanitz aegen ihn erhobenen Vorwurf, der Landwirthschaft gegenüber eine unfreundliche Haltung eingenommen zu haben, zurück, ebenso daß seine vorjährigen Reden zu den Handelsverträgen in den Kreisen der Landwirthschaft Mißstimmung beroorzurufen geeignet gewesen wären. Er habe die Bedeutung und Unentbehrlichkeit der Landwirth- fchaft in vollstem Umfange anerkannt. Graf Kanitz habe s. Z. angesichts der hohen Getreidepreise einer Suspendtrung der Getreide- zölle das Wort geredet. Er (Redner) rechne es sich zum Verdienste an, daß es zu einem solchen Schritte nicht gekommen sei. Er glaube, sich damit um die Landwirthschaft verdient gemacht zu haben. Bei den Verhandlungen mit Oesterreich sei auf eine weitere Herabsetzung der Getreidezölle hingedrängt worden; er habe dies verhindert. Die landwirthschaftltchen Zölle in der vertragsmäßigen Höhe seien für 12 Jahre festgesetzt, was doch für die Landwttthschaft von großer Wichtigkeit sei. Er habe ja gewußt, daß ihm dafür kein Dank werde zu Theil werden. Ganz ungerechtfertigt sei aber nach alledem der Vorwurf, daß die Regierung die Nothlage der Landwirthschaft ver­schuldet habe. Selbst bei den heutigen Getreidepreisen könne die Zollherabsetzung nur einen geringen Einfluß gehabt haben. Das Sinken der Preise sei auf andere Ursachen zurückzuführen. Die Nothlage der Landwirthschaft sei die Folge universeller Verhältnisse, die mit kleinen Mitteln, wie Preisgebung der Freizügigkeit und Ab­änderung des UnterstühungswohnsißgesetzeS, nicht aus der Welt zu schaffen seien, mit denen vielmehr gerechnet werden muffe. Wir haben es eben mit Naturgesetzen zu thun, die sich unserer Einwirkung entziehen. Man möge deshalb vorsichtiger mit Anklagen gegen die Regierung sein. Die Regierung habe immer gleiches Recht und gleiches Maß, auch für die Landwirthschaft, im Auge. Die Landwirthschaft sollte doch auch bedenken, daß die Getreidezölle eine Last für das Land seien. Anstatt von Opfern der Landwirthschaft könnte man eher von Opfern für die Landwirthschaft reden (Sehr richtig! links), von Opfern freilich, die im allgemeinen Interesse gebracht werden müssen.

Abg. Gras Kanitz (cons.) dankt dem Reichskanzler für die Anerkennung der Gleichberechttgung der Landwirthschaft mit der Industrie. Bei den vorjährigen Handelsvertragsverhandlungen seien jedenfalls die Vertreter der Landwirthschaft weniger gehört worden wie die der Industrie. In einer zeitweiligen Sutzpendirung der Getreidezölle habe er keine Gefahr sehen können. Er gebe zu, daß für das Sinken des Kornpreises um 100 Mark die Zollherabsetzung von 1.50 Mark nicht allein maßgebend gewesen sei; es hätten da andere Factoren, so die Währung, mitgespielt. Nicht anerkennen

könne er, daß die Getreidezölle eine Last für da« Land seien, iberir sie kämen indtrect auch der Industrie zu Gute. (Sehr richtig! rechts.) Ohne eine consumkrästtge ländliche- Bevölkerung könne die Industrie nicht bestehen.

Abg. Dr. Buhl (natl.): Zu dem Abschluß der neuen Handels­verträge seien wir durch den Ablauf der alten Verträge genöthigt gewesen. Beim Abschluß der Verträge mit Oesterreich rc. sei nicht genügend Fühlung mit den Interessenten genommen worden; bei dem Vertrage mit Rußland werde dieser Fehler wohl vermieden werden. Nöthig sei genügende Vorbeugung gegen das Einschleppen von Vieh­seuchen. An den Getreidezöllen habe die gesammte Landwirthschaft, nicht blos der Großgrundbesitz, Interesse. Durch diese Zölle sei einer großen socialen Umwälzung vorgebeugt worden. Aber sie waren zu hoch, sodaß die Gefahr einer Suspension nahe lag. Nun seien sie ermäßigt, zugleich aber auf 12 Jahre festgelegt. Selbst die englische Landwirthschaft erfahre Schutz und zwar durch die weitgehenden Vtehsperren. Bei der Entvölkerung des platten Landes spiele die gesteigerte Vergnügungssucht eine Rolle. (Sehr richtig! rechts.) An der Freizügigkeit dürfe indetz nicht gerüttelt werden. Der Groß­grundbesitz könnte der Entvölkerung des platten Landes vielleicht dadurch entgegenwirken, daß er den Arbeitern Gelegenheit zur Eigen- thumserwerbung böte.

Abg. Dr. Baumbach (dsr.) befürwortet den Abschluß eines Handelsvertrags mit Rußland im Interesse des Ostens, wo nur die wenigen, aber sehr einflußreichen Großgrundbesitzer gegen den Vertrag agitirten. Auch aus politischen Rücksichten sei das Zustandekommen des Vertrags zu wünschen. Die Behauptung der Agrarier, daß nur eine Anzahl Großbandelssirmen am Zustandekommen des Vertrags interesstrt seien, sei hinfällig angesichts des höheren Preises des russischen Roggens, dem gegenüber ttne Zollermäßigung um 1.50 Mk. nicht ins Gewicht falle. Wichtiger sei nach dieser Richtung die Auf­hebung des Identitätsnachweises, die freilich noch in weite Ferne gerückt zu sein scheine. Seine Partei sei weit davon entfernt, den Ruin der Landwirthschaft zu wollen, sie wolle nur keine Bevorrechtung. Wünschenswerth wäre eine bestimmte Erklärung der Regierung darüber, wie sie sich zu dem Verlangen der Conservativen auf Be­schränkung der Freizügigkeit stelle. Die Freizügigkeit sei ein nationales Grundrecht, an dem nicht gerüttelt werden dürfe. (Beifall links.)

Abg. Graf Mirbach (conf.): Einflußlos sei die Zollherab­setzung auf das Sinken der Getreidepleise nicht gewesen. Den Haupt­ausschlag gäben allerdings die Producttonsverhältnisse, die Valuta und die Verkehrsverhältnisse. Die Kornzölle seien ein wichtiger Bestandtheil unseres Budgets. Die Landwirthschaft sei durch die Doppelbesteuerung und du'ch hohe Stempelsteuern belastet. Bei Erb- theilungen werde sie durch das geltende Recht zur Verschuldung ge­zwungen. Stünde heute ein Staatsmann auf, der mit dem geltenden Erbrecht und Verschuldung bräche, so würde sich die Unzufriedenheit in der Landwirthschaft in das Gegentheil verkehren. Gegen das Vrinclp der Freizügigkeit stimmten feine Freunde nicht; sie wollten nur die Beseitigung der daraus entstandenen Mißstände Er er­kenne die Bedeutung des Exports an, aber man dürfe nicht unter allen Umständen auch dann exporttren wollen, wenn ohne Nutzen producirt werde. Auch um den Preis der Aufhebung des Identitäts­

nachweises könne er dem russischen Handelsvertrag nicht zustimmm. (Beifall rechts.)

StaatSsecretär Frhr. v. Marschall: Rußland verlange von unS nur den Conventionaltarif. Man solle die Schwierigkeiten nicht ver­kennen, welche die Auswahl von Sachverständigen zur Anhörung über die Handelsverträge habe. Daß mit den abgeschlossenen Handels­verträgen der Industrie gedient sei, ergebe ein Hinweis auf die Schweiz, wo uns ein Absatzgebiet von mehreren hundert Millionen Mark ge­sichert sei. Der Landwirthschaft fei mit den Verträgen kein besonderes Opfer auferlegt, da die IVt Mk. Zollermäßigung bei dm jetzigen Preisen nicht in Betracht kämen.

Reichskanzler Graf Caprivi weist die im preußischen Abge- ordnetenhause gegen die deutschen Unterhändler bei den Handels­vertragsverhandlungen, namentlich gegen Geh.-Rath Huber, erhobenen Angriffe zurück. (Beifall links.)

Abg. Schultz (Soc.) spricht gegen eine Beschränkung der Freizügigkeit, womit nur ein Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter ge­schaffen würde. Die Großgrundbesitzer hätten die Bevölkerung seit Jahrhunderten expropriirt; sie vertrieben die ihnen verbliebenen Arbeiter durch schlechte Behandlung und wollten sie nun durch Zwangs- gesetze fesseln. Von Vergnügungssucht könne bei den ostpreuhtschcn Arbeitern keine Rede sein. Von den Getreidezöllen hätten die ländlichen Arbeiter gar keinen Stutzen.

Abg. Rickert (dsr.) befürwortet den russischen Handelsvertrag. Die Handelsvertragspoliltk habe Preußen groß gemacht, während die Bismarck'iche Zollpolitik gar nichts genützt habe, wie die Klagen der Landwirthschaft beweisen.

Staatssecretär v. Böttichcr macht Mittheilungen über bie- mit ben Handelsvertragsverhanblungen betraut gewesenen Beamten, woraus sich ergiebt, baß ein einzelner Commissar einzelne Jnbustrie- zweige gar nicht bevoizug-n konnte, wie bas behauptet worben. Der ungarische Hanbelsminister sei bei seinen Forberungen für bie ungarische Lanbwirthschast auf ben mtschiebenen Wiberstanb unseres Commiffars gestoßen unb habe erregt ausgerufen: Herr, sie schnüren mir ja die Kehle zu. Darauf habe der deutsche Commissar ruhig erwidert: Dahin gehen meine Instructionen. An Energie habe es also ben beutfdjen Vertretern nicht gsehlt.

Abg. Dr. Bamberger (bfr.): Die Socialbemokraten unb bie Agrarier wollten in ber Tendenz basselbe; bie Letzteren seien aber gefährlicher, weil sie Einfluß auf die Gesetzgebung hätten. Zufrieden würden die Agrarier nicht gestellt, auch wenn man ihnen Alles ge­währe, was sie heute forderten. Wer den russischen Handelsvertrag in die Luft zu sprengen versuche, handle nicht im nationalen Interesse. Das Zustandekommen des Vertrags fei eine Armee werth.

Weiterberathung morgen.

Hcwcftc Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correspondmz-Bureau.

Newyork, 15. Februar. Der Dampfer der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt - GesellschaftBohemia" erhielt gestern in Hoboken während des Landens ein Leck und

Feuilleton.

Eine Wette.

Fastnachts-Erzählung von S. tom Have.

(2. Fortsetzung.)

Bei diesen Worten machte Gretchen eine so verdrießliche Miene, daß Ada sie erstaunt anblickte und nach der Veran­lassung fragen wollte, in diesem Augenblicke brachte ihr aber ein Kammerdiener auf silbernem Tablet einen Brief, der Diener des Herrn v. Saldern habe ihn soeben gebracht.

Wartet er auf Antwort?" fragte Ada.

Nein, gnädige Gräfin, er war sehr eilig und sagte, sein Herr müsse sofort verreisen."

Hastig erbrach Ada das Schreiben und während sie es mit den Blicken überflog, wechselte sie die Farbe - dann steckte sie den Brief in die Tasche und auf Gretchens fragenden Blick antwortete sie mit sichtlich erzwungener Gleichgiltigkeit: Nur eine Absage von Saldern."

O, wie schade," sagte Gretchen unbedacht und erröthete, als Ada sie bei dieser Aeußerung fast erschrocken ansah.

Die soeben beginnende Quadrille unterbrach zu Gretchens Erleichterung das Gespräch.

Beim Souper hatte Ada als Wirthin selbstverständlich ihren Platz zwischen zwei vornehmen älteren Herren, die sich eifrig, aber vergeblich bemühten, sie zu unterhalten,- warum war sie nur heute so still und so zerstreut in ihren Ant­worten? Die Erklärung war vielleicht in Salderns Brief zu finden. Er lautete:

Verehrte Gräfin! Im Begriffe, zu Ihnen zu fahren, erhielt ich ein Telegramm aus der Residenz, durch welches der Minister mich sofort zu sich beruft, und ich muß noch den Abendzug benutzen, um seinem Wunsche, resp. Befehl, Folge zu leisten. Daß es mir unendlich schwer wird, da ich mich so sehr darauf gefreut, mit Ihnen tanzen und plaudern zu dürfen, bedarf wohl nicht meiner Versicherung, aber dennoch zögere ich keinen Augenblick, den Wunsch des Ministers zu erfüllen, denn ich ahne, daß derselbe einen entscheidenden Ein­fluß auf meine fernere Stellung hat und von dieser hängt

ja mein Lebensglück ab. Ich hoffe, in einigen Tagen zu Ihnen zu kommen und Ihnen mehr sagen zu dürfen."

Dieser Brief ließ allerdings zwischen den Zeilen le,en und die Gräfin that' es auch, daher ihr ernstes, zerstreutes Wesen, dabei strahlten aber ihre schönen, dunklen Augen so glücklich. Diese Stimmung hielt an bis zum Ende des Balles. Ihre Tischnachbarn schoben sie auf die Sorge und Aengst- lichkeit der jungen Wirthin, der Graf während des Cotillons auf seine eigene Unwiderstehlichkeit. Schon ganz siegessicher, erbat er sich für den folgenden Tag die Erlaubniß, sich er­kundigen zu dürfen, wie ihr der Ball bekommen. Sie dachte an etwas ganz anderes oder richtiger gesagt an einen Anderen und gab mechanisch ihre Zusage.

Als die Gäste sich entfernt, fragte die Gräfin:Nun, Gretchen, hast Du Dich amüsirt? Ich dächte, es wäre recht animirt gewesen?"

Ja, Dein Ball war wunderhübsch und ich hätte mich auch sehr gut amüsirt, wenn nur"

Dir hat doch am Ende nicht Jemand gefehlt?" unter­brach sie plötzlich sehr ernst die Gräfin.

Ach nein," rief Gretchen,eher war Jemand zu viel da. Mama," wandte sie sich dann mit bittendem Blick an diese,darf ich?"

Nun, meinetwegen," sagte Frau v. Richthofen,es ist auch vielleicht besser, Ada erfährt es, ich fürchte nur, Du wirst ihr die ohnehin kurze Nachtruhe noch verkümmern."

Zögernd und unschlüssig blickte Gretchen auf die Freundin.

Diese aber meinte immer noch ernst:Nein, Kleine, um meine Nachtruhe wäre es doch geschehen, dazu hast Du mir nun schon zu viel gesagt, mich zu neugierig gemacht, und Neugier ist das beste Mittel gegen den Schlaf. Also setzen wir uns gemüthlich in mein Boudoir unb halte uns Deinen Vortrag," schloß sie etwas überlegen lächelnd.

Nun, langweilen wird er Dich wenigstens nicht," er­widerte Gretchen halb traurig, halb empfindlich, und sie und ihre Mutter erzählten jetzt, einander ergänzend und letztere möglichst mildernd, die Wette. Gretchen war erstaunt über die Ruhe Adas bei der fatalen, für sie so kränkenden Ge­schichte. Allein Frau v. Richthosen, die mehr Menschenkenntniß hatte, ließ sich durch diese Ruhe nicht täuschen.

Sie müssen die Sache nicht so ernst nehmen, liebste Ada," meinte sie beruhigend,bedenken Sie, die Herren waren sicher etwas angeheitert und nicht ganz zurechnungs­fähig."

In vino Veritas, erwiderte Ada anscheinend gelassen, nur ihre Augen funkelten zornig.

Du mußt Dich anderseits aber doch freuen," tröstete Grerchen,über das zartfühlende Benehmen Salderns, er hat mit wahrem Herzenstaet Deine Partei genommen und deßhalb that es mir auch so leid, daß er heute absagte, nur Deinetwegen," versicherte sie treuherzig.Aber nun wirst Du den abscheulichen Grafen hoffentlich nie wieder empfangen," fügte sie hinzu.

Warum denn nicht, liebes Herz?" sagte Ada, deren Züge, als von Saldern die Rede war, ein sonniges Lächeln verklärt hatte.Lembergs Anmaßung ist so lächerlich, daß man sich nicht einmal darüber ärgern sollte."

Aber, Ada, ich verstehe Dich nicht," rief Gretchen,ich glaube zu träumen"

Halb im Schlaf sind wir alle drei wohl schon," meinte Frau von Richthosen mit einem besorgten Blick auf Ada und einem mahnenden auf ihre Tochter,- damit trennten sich die Damen.

Als aber die Gräfin ihr Schlasgemach betrat, war eS mit ihrer erkünstelten Ruhe zu Ende- sie warf sich in einen Lehnstuhl, stützte den Kopf in die Hände und das Gefühl schutzloser Verlassenheit gegenüber der unverschämten Anmaßung Lembergs entlockte ihr bittere Thränen. Da fühlte sie plötz­lich einen Kuß auf ihrer Hand und eine leise Stimme sagte bittend:Nicht weinen, theure Gräfin!"

Als Ada ausblickte, sah sie in das theilnehmende Gesicht ihrer früheren Zofe Jeanette, welche beim Feste geholfen unb nun gekommen war, der immer noch geliebten Herrin beim AuSkleiden behilflich zu sein.

Bist Du noch da, Jeanette, es ist ja schon so spät, oder richtiger gesagt früh, wird Dein Mann nicht ungehalten werden?"

Das darf er nicht, muß zufrieden sein mit allem, Wa­ich thue, und ist es auch," sagte die kleine Frau selbstbewußt.

(Fortsetzung folgt.)