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nölhig machen und gleichzeitig die Leistung der in erfreu­lichem Aufblühen begriffenen Volksschule in hohem Grade gefährden würden. Bezüglich einiger in der Petition ent­haltenen Punkte seien bereits im Jntereffe der Landwirth- schaft Erleichterungen geschaffen worden, andere Punkte seien viel zu weitgehend. Der Ausschuß beantragt, der Petition keine Folge zu geben. Für die Petition sprechen die Herren Abgeordneten Frank, Wolz und Muth- gegen dieselbe Abg. Ullrich und Abg. Friedrich als Berichterstatter. Die Petition wird sodann gegen vier Stimmen von der Kammer verworfen. Eine Petition des deutschen Frauen­vereinsReform" zu Weimar um Errichtung eines M ä d ch e n- -Gymnasiums in Hessen oder Zulassung des weiblichen Geschlechts zur Ablegung der an den Gymnasien eingeführten Maturitätsprüfung gelangt nunmehr zur Berathung. Die 'Großh. Regierung kann sich zur Zeit nicht für Genehmigung der in der Eingabe enthaltenen Ersuchen aussprechen, weil diese Frage nicht von einem einzelnen deutschen Staate gelöst werden könne. Der Ausschuß ist der Ansicht, daß in An­betracht der großen Anzahl unbemittelter unverheiratheter Frauen das Verlangen nach Erweiterung der Erwerbsfähig­keit der Frauen gerechtfertigt sei und daß die Erschließung geeigneter wissenschaftlicher Berufe wünschenswerth erscheine. -Die Frage der Errichtung von Mädchengym- nasien erscheine zur Zeit sehr schwierig zu lösen, weil augenblicklich die ganze Gymnasialsrage im Flusse sei. Von diesem Gesichtspunkt ausgehend, beantragt der Ausschuß, die Petition der Regierung zur Erwägung und geeigneter Be­rücksichtigung zu empfehlen. Gegen die Petition sprechen die Abgeordneten Wolz und Frank- für dieselbe die Abge­ordneten Ullrich, Heinzerling, Bergsträßer, Schröder und wird der Antrag des Ausschusses mit 25 gegen 8 Stimmen angenommen. Morgen früh Sitzung.

A Mainz, 16. Februar. Einer der berühmtesten Söhne unserer Stadt, der in der ganzen gebildeten Welt als Alter- thumsforscher bekannte und hochgeschätzte Professor Dr. Ludwig Lindenschmitt ist gestern nach längerem Leiden im hohen Alter von 84 Jahren gestorben. Lindenschmitt, der am 4. September 1809 hier geboren, wurde bei der im Jahre 1851 durch den Gesammtverein der deutschen Geschichts- und Alter- thumsvereine erfolgten Gründung des römisch-germanischen .Centralmuseums hier mit dessen Leitung betraut, welches Amt der Verblichene mit großer Hingebung bis zu seinem Tode verwaltete. Infolge der aufopfernden Thätigkeit Linden- schmitt's hat das römisch-germanische Centralmuseum eine solche Bedeutung erlangt, daß dasselbe eine jährliche Bei­steuer aus deutschen Reichsmitteln erhält.

Vermischtes

* Frankfurt, 13. Februar. Am Sonntag Morgen kehrten zwei bezechte junge Leute vom Maskenball heim und sprangen in ihrem Uebermuth auf einen daher kommenden Pritschenwagen auf der Zeil auf. Sie richteten sich empor, der eine tanzte, gestikulirte, kippte um, stürzte ab, wälzte sich einmal um und blieb tobt mit gebrochenem Genick liegen.

* Koblenz, 14. Februar. Gestern Abend gingen zwei Pioniere vom hiesigen Pionier-Bataillon Nr. 8 am Mosel­ufer vorbei. Das hohe Werft ist ohne Geländer. Die Pio­niere fielen in die hochgehende Mosel- der eine ertrank, der andere rettete sich durch Schwimmen.

* Hamburg, 12. Februar. Durch die Cholera- Epidemie des vorigen Jahres sind in unserer Stadt nicht weniger als rund 4800 Kin der verwaist, von denen 500 Ganzwaise sind. Man ist seitens der Behörden damit beschäftigt, den Grad der Bedürftigkeit dieser Waisen fest­zustellen und Beschluß zu fassen über die Art der den einzelnen Waisen zuzuwendenden Unterstützungen. Es be­tragen die für solche Unterstützungszwecke eingegangenen Gaben 124,095 Mark, einschließlich der Gaben des Kaisers in Höhe von 50000 Mark. In der Hauptsache wird man darauf bedacht fein, den Waisen nach beendeter Schulzeit eine Stütze zu ihrer ferneren Ausbildung zu bieten, indem man ihren Antheil an dem in Frage stehenden Fonds für sie auf der Sparkasse anlegt. Die Kosten für Unterricht und Unterhalt der Waisen während der Schul- und Lehrzeit trägt selbst­verständlich die Hamburgische Staatskasse.

* In Leipzig ist dem leichtsinnigen Streiche des Wein­händlers Kretzschmar das 7. Menschenleben zum Opfer gefallen- der 22jährige Handlungsgehilfe Bach, der schwer­verletzt im Hospitale lag, ist seinen Wunden erlegen. Sonntag Nachmittag wurden vier der Verunglückten auf dem Süd­friedhofe beerdigt, der fünfte auf dem Johannisfriedhofe und die Leiche des sechsten ist nach Bayern übergeführt worden. Alle Straßen, die der Zug bis zum Südfriedhofe zu passiren hatte, waren dicht mit Menschen besetzt und Tausende hatten sich auf dem Friedhöfe selbst eingefunden. Pastor Teichgräber hielt eine ergreifende Trauerrede und der GesangvereinPhönix", der durch das Unglück 4 Mitglieder verloren hat, trug weihe­volle Grabgesänge vor.

* Leipzig, 13. Februar. Aufregung und kein Ende! In der Augustenstraße der Vorstadt Gohlis machte, wie f bereits kurz gemeldet, der 25jährige Sohn unseres geachteten Mitbürgers, des Fabrikbesitzers Friedrich, auf feinen Vater einen Mordversuch. Der Herr Sohn, Reserveoffizier, der in der chemischen Fabrik des Vaters beschäftigt war, kam

mit dem ihm monatlich gewährten Taschengeld von 200 Mk. nicht aus, wie er auch sein Einjährigenjahr, das er in Wies­baden abbiente, gut genossen hat, denn er verbrauchte dafür nicht weniger als 17,000 Mk. Wie gewöhnlich, kamder Sohn seines Vaters" auch Sonntag und Montag Abend erst gegen 3 Uhr nach Hause und wurde vom Vater, einem Millionär, gerade nicht sanft empfangen. Darüber ergrimmt, nahm er die Gelegenheit wahr, seinem Vater Vorwürfe über das zugeringe Taschengeld" zu machen, und als er ent­schiedener Ablehnung einer Erhöhung begegnete, zog er den Revolver. Infolge einer raschen Wendung des Vaterö ging der Schuß in das Bein, der Herr Sohn aber wurde auf Antrag des Vaters noch in der Nacht verhaftet.

* Wien, 15. Februar. Bei einem am Rosenmontag in Deutschberg abgehaltenen Balle explodirte infolge der Unvorsichtigkeit eines Kindes ein Petroleum enthaltendes Faß. Das betreffende Wirthshaus brannte vollständig ab. Fünf­zehn Personen sind verbrannt, zwölf wurden schwer, elf leicht verletzt.

* Wien, 15. Februar. Die 67 Jahre alte Gräfin Anna Hahn, geborene Hedemann, welche in Holstein begütert ist, eine Schwägerin der bekannten Schriftstellerin Ida Hahn, wurde in Meran als Nonne eingekleidet.

Gottesdienst in der Syiurgoge.

Samstag den 18. Februar:

Vorabend 4" Uhr, Morgens 880 Uhr, Nachmittags 300 Uhr, Sabbathausgang 610 Uhr

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Holzversteigerung

in der Jürstlichen Oberförstern Kch.

Es sollen versteigert werden:

Montag den 27. Februar, Vormittags von O1/» Uhr an im District Riedw ald.

42 rm Buchen - Scheiter (dabei 24 rm Hainbuchen - Rundscheitholz von 1524 cm Durchmesser), 130 rm Buchen-Knüppel, 35 rm Kiefern - Knüppel, 30 rm Buchen - Stöcke, 5000 Buchen - Forst­wellen, 2000 Buchen-Astwellen, 400 Kiefern-Wellen,

26 Sluck Eichen-Vau- und Wagnerholz, ca. .14 km,

7 Fichten-Bauholz, ca. 3 km,

Kiefern - Stammholz von 1520 cm Durchmesser, ca. 10 km, 2590 Fichten-Stangen zu Leiterbäumen und Spalierholz, ca. 41 km.

Zusammenkunft ist auf der sogenannten Laubacherstraße, wo dieselbe vom Fußpfad von Lich nach Harbach gekreuzt wird.

Dienstag den 28. Februar, Vormittags von 91/» Uhr an im District Schwarzwald und nahe gelegenen Theilen des Districts Höler.

254 rm Buchen-, 45 rm Eichen - Knüppel, 36 rm Buchen-, 4 rm Eichen-Stöcke, 3150 Buchen-, 450 Eichen-, 50 Nadelholz-Wellen, 7'7 Stück Eichen-Wagnerholz, Stamm- und Stangenholz, zusammen 9,43 km,

8 Stück Fichten-Bauholz 2,27 km, 12 Buchen - Stangen 0.48 km,

48 Fichten-Stangen 2,73 km.

Die Zusammenkunft ist am District Schwarzwald auf dem neuen Weg nahe der Chaussee Lich-Gießen.

Lich, am 13. Februar 1893.

1476 Dr. Dieffenbach.

Holzversteigerimg in der Mrstiichen Obersinflerei Hungen Schutzbezirk Langsdorf

Dienstag den 21. dieses Monats, Morgens 10 Uhr: Eichenstammholz: 5,01 fm, Knüppel 14 rm, Reifer 36 rm, Buchenstammholz: 3,01 fm, Scheit 128 rm, Knüppel 259,5 rm, Reifer 730 rm, Stöcke 98 rm, Birkenstammholz: 0,31 fm, Lindenstammholz: 1,61 fm, Fichtenderbstangen: 23,82 fm, Reisstangen 8,56 fm, Nutz reifer 23 rm. Zusammenkunft bei Nr. 1 District Klafterschlag.

Hungen, den 15. Februar 1893.

1477 Ziegler - Stege.

Maus bürg.

1498]

Gerichtsvollzieher.

Wirthstischr unb -Stühle, Cigarren, Regulateure unb Wanbuhren,

3 Betten, 1 Garnitur Polstermöbel,

2 Secretäre, 1 Pianino re. rc.

Versteigerung vorauss. theilw. bestimmt.

Engel

dauert bis Samstag Abend.

Jean Häuser,

Keßler, Pferbehändler. 1467

Mehrere gute

Arbeitspferde (zu jebem Zwecke ge« eignet), ftnb zu verkaufen. (1481

Mein Ausverkauf

in der Bieker'schen Hofraithe sollen gegen Baarzablung öffentlich versteigert werben:

1 Pferb, 1 Kuh, 1 Anzahl Ferkel, 1 Wagen, 1 Hanbwagen, 1 Cassa- schrank, 1 Velocipeb, 1 Parthie

Holz -Versteigerung

in den

Waldungen der Stadt Lich.

Versteigert werden in der Forst­wartei Hinterwald, District Eisenkaute, nächst der Grenze des Fürstl. Lich- schen Districts Grauedorn und des Albacher Gemeindewaldes:

Mittwoch, 22. Februar l. I.,

Vormittags 9 Uhr:

32 Buchenstämme von 3854 cm mittlerem Durchmesser bis 8 m Länge 34,57 fm,

280 Fichten-Reisstangen, znBohnen- ftangen geeignet,

200 rm Buchen-Scheiter,

4,4 Eichen-Scheiter,

150 Buchen-Knüppel,

3178 Wellen Buchen-, Eichen-, Nadel- und Weichholz-Reisig,

114 rm Buchen-Stöcke.

Donnerstag, 23. Februar l.J., Vormittags 9 Uhr:

228 rm Buchen-Scheiter,

157 Buchen-Knüppel, 3300 Wellen Buchen-Reisig,

114 rm Buchen-Stöcke.

Zusammenkunft an beiden Tagen an der Nieder-Bessingener Schneise im Kreppelwäldchen.

Anfang in der Eisenkaute.

Lich, 15. Februar 1893.

Großherzogliche Bürgermeisterei Lich.

Walz.1474

Versteigerung

Wegen Aufgabe der Oeconomie läßt Johannes Diehl I. Wwe. in Münzenberg Montag den 20. d. M. öffentlich meistbietend versteigern:

1. 15 Stück Rindvieh (7 Kühe, davon

4 frischmelkend), Ackerpferde, 1 Mutterschwein und 3 Ferkel, 6 Springer und Schafe,

2. größere Mengen Rau- und Pro- ductionsfuttcr,

3. alle Geräthe, die zum Oeconomie« betrieb gehören.

Die Versteigerung beginnt nach Bekanntmachung der Bedingungen 91/2 Uhr Vormittags. Die Ver­steigerungsobjecte können von heute lab eingefchen werden. [1411

Holzversteigerung.

Samstag den 18. Februar 1893, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Lang - Gönfer Gemeindewald Wehrholz nachverzeichnetes Holz ver- steigert werden:

830 Fichtenderbstangen m. 37,23 fm,

580 Fichtenreisstangen 11,08

4 rm Bnchenfcheiter,

56 Buchen- u. Eichenknüppel, 3800 Buchen-, Eichen-, und Nadel- Wellen,

21 rm Buchen-, Eichen- und Nadel- Stöcke.

Die Zusammenkunft ist auf der Kreuzschneise im Mandlerweg.

Lang-Göns, 13. Februar 1893. Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns.

Brückel. 1423

JeUgeöolenes.

SM. SchlMhaus.

Freibank. [1468

Heute und morgen:

Kuhfleisch,

nicht ladenrein, ver Pft>. 40 Pfg.

Stadt. Schlachthaus.

Freibank. [1459

Heute und morgen:

Ochsensieisch,

nicht ladenrein, per Pfd. SO Pfg.

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