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(eine Französin, die sich stark dem Alkoholgenuß ergehn haben soll) verführt hatte. Wie nun bekannt wird, hat Schockmehl selbst (ine schlimmere That begangen als die, deren Opfer er jetzt geworden ist. Schockmehl war im deutsch französischen Kriege zur Mobilgarde herangezogen worden und lag in Longwy. Bei einem Au-fall, den er mit mehreren anderen Soldaten nach einem benachbarten Dörfchen machte, stießen die Plänkler bei ihrer Rückkehr auf einen schwerverwundeten deutschen Soldaten. Schockmchl trat barsch auf den hülflos daliegenden verhaßtenPrüssien" hinzu und forderte, da er allein von der Truppe der deutschen Sprache mächtig war, denselben auf, ihm als Gefangener nach Longwy zu folgen. Der Schwerverwundete konnte seiner Schwäche und der Wun­den wegen der Aufforderung nicht nachkommen und bat um Erbarmen Doch Schockmehl blieb ungerührt und schlug mit dem Gewehrkolben denPrüssien" tobt. . . . Der Mosel- unb Nied-Bote fügt dem hinzu: Seine feige, fluchwürdige That ist jetzt furchtbar gerächt. Der betrogene Ehegatte schlug den hülf« und wehrlosen Schockmehl mit einem kolben- ariigen Feuerbläser den Schädel ein, gerade wie Schockmehl dem armen hülflosenPrüssien" mit dem Gewehrkolben den Schädel zertümmert hatte.

In eine peinliche Situation kamen kürzlich zwei Be­sucher der Berliner Messe, die Herren W. und L. aus Posen. Dieselben hatten gemeinschaftlich in einem Hause der Dresdener Straße für die Zeit ihres Aufenthaltes ein möblirtes Zimmer gcmiethet und hatten wirklich alle Ursache, mit ihrerSchlaf­stelle" zufrieden zu sein. So fein, elegant und bequem hatten sie es auch daheim nicht in ihrem kleinstädtischen Neste. Hier waren die Möbel funkelnagelneu, die Betten weich und mollig, unb wenn sie sich des Morgens erhoben, trat ihr Fuß den weichen, schwellenden Teppich. Dabei war die Sache ver- hältnißmäßig sehr billig. So ließen sichs die Beiden in dem behaglichen Raume äußerst wohl sein und schliefen auch gestern Nacht den süßen unb festen Schlaf ber Müben unb Gerechten, als sie in Folge eineß durchbringenben Schreckensschreies aus ihren Träumen geweckt wurden und ber Eine von ihnen sich von einer kräftigen Mannesfaust angepackt fühlte.Diebe!" Räuber" schallte es durch ben Raum, gerufen von zwei Menschenpaaren, die sich beim Scheine einer Kerze mißtrauisch anblickten. Da aber weder die Eindringlinge ein Herr unb eine junge Dame, bie außer sich waren, noch bie fremben Kaufleute, wie Diebe unb Räuber aussahen, so be­gann man zu parlamentiren, unb stellte sich heraus, baß bas Dienstmädchen in ber Abwesenheit ber Herrschaft, bie sich aus der Hochzeitsreise befand, das Schlafzimmer auf eigene Faust an bie Fremben vermiethet hatte, bie jetzt wohl ober übel in aller Hast sich ankleiden und bie Stätte ihrer Träume verlassen mußten. . . . Nicht einmal bie Genugthuung hatten sie, baß bie schuldigeAnna" ihre Angaben bestätigen konnte, dennAnna" war ausgeflogen und kehrte erst am nächsten Morgen vorn Balle heim, wo sie sich für dasMiethgeld" flott amüsirt hatte.

Folgende Mauö'veranecdote von den Manövern bei Metz erzählt ein französisches Blatt:Am letzten Donnerstag hatte Kaiser Wilhelm, welcher bei ben Manövern be­kanntlich häufig selbst baß Commanbo über bie Cavallerie« bivisionen übernehmen pflegte, bem Grasen Haeseler, dem commandirenden General des 16. Armeeeorps, eine Wette vorgeschlagen, daß er, ber Kaiser, ihn, ben Grafen Haeseler, am nächsten Tage bei Colligny mit bem ganzen linken Flügel seines Corps gefangen nehmen würbe. Gras Haeseler ver­beugte sich und erwiderte ruhig, als guter Hofmann, daß sei nicht unmöglich, da Seine Majestät als ein gefährlicher Gegner bekannt sei. In ber Nacht zum Freitag änderte aber Graf Haeseler plötzlich die Ausstellung seines linken Flügels. Als nun am nächsten Tage daß Manöver begann, und der Kaiser seinen Angriff unternahm, umfaßte Graf Haeseler unvermuthet die Division des Kaisers von allen Seiten mit solcher Wucht, daß im Ernstfälle nicht Graf Haeseler, sondern die Abtheilung Sr. Majestät gefangen genommen wäre. Der alte Graf Haeseler, der ein ächter Schalk ist, hatte also bie Wette gewonnen. Selbstverstänblich ließ er sich eine Freude darüber in Gegenwart seines Souveräns nicht merken, machte vielmehr ein ganz betrübtes Gesicht. Aber als er nach beendigter Kritik mit seinem Generalstabschef nach Hause ritt, rieb er sich vergnügt die Hände..... Se

non d vero, ö ben trovato."

* Radfahrersport. Ein Deutscher, Emil Kerbs in Mailand, hat einen Apparat conftruirt, welcher auf den Rennbahnen für Radfahrer selbsttätig die Ankunft eines jeden Concurrenten am Ziel genau verzeichnet. Es werden durch denselben für bie Folge die Streitigkeiten vermieden, welche häufig dadurch entstehen, daß es den Preisrichtern absolut nicht möglich ist, bie zuweilen sehr geringen Differenzen in ber Distanz ber einzelnen Rabsahrer, welche manchmal in großen unb dicht- gebrängten Gruppen am Ziele anlangten, genau zu bestimmen. Der selbstthätige electrische Registrirapparat KerbS gibt auf einem längs und quer tiniirten Papierstreifen ein vollständiges und genaues Bild ber Gruppen ber Rabsahrer, wie sie im kritischen Moment am Ziele vorbeifahren. Der Platz eineß jeben nach ber Richtung hin ist genau ersichtlich, sowie bie einzelnen Distanzen bis auf ein hunbertstel einer Secunbe. Italienische Blätter berichten sehr günftig über bie Thätigkeit dieses neuen Apparates.

Daß Extrablatt und der Champagner. Einen kreuz« fidelen Schelmenstreich haben dieser Tage die Stammgäste eines wegen seiner Knickerigkeit bekannten Wirthes im württem- bergischen Unterland auSgeführt. Die Gattin des Wirthes war nach Kissingen in die Kur abgereift und diese Gelegenheit glaubte man benützen zu müssen. Nun traf es sich, dckß die betreffenden Stammgäste meist Angestellte einer Druckerei waren. Was konnte es also Einfacheres geben, als ein Extra­blatt herzustellen des Inhalts:Extrablatt. Frau Restau­rateur L, die heute in Kissingen ankam, hatte wenige Stunden nach ihrer Ankunft eine längere Audienz beim Fürsten Bißmarck. Die Audienz soll sich namentlich um die neue Weinsteuer gedreht haben. Der Fürst äußerte sich Höch befriedigt über

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bie gefunben Ansichten ber Frau X. Man erwartet große Wirkung von ber Aubienz." Dieses Telegramm, baß man selbstverstänblich am Bahnhof gekauft, präfentirte man dem Wirth. Der Alte schmunzelte Ansangß verständnißinnig, aber nach und nach schwanden seine Zweifel und zuletzt meinte er sogar, er habe nie geglaubt, daß er noch einmaleine be­rühmte Frau kriegen" werde. Selbstverständlich floß nun der Champagner in Strömen und die schelmischen Stammgäste waren unbändig luftig, ben alten Knauser so hübschbran- gekriegt" zu haben. Der Schwindel stellte sich natürlicher Weise durch einen Privatbrief derberühmten Frau" anläßlich eines Glückwunsches des Gemahls bald heraus. Doch machte der biedere Gastwirth schließlich gute Miene zum bösen Spiel und meinte:Es sind halt scho' Malefizkaiba, die Stammtischler."

Ci» Kenner. Aus Bentheim wird berBerliner Volkszeitung" berichtet: Der Finanzminister Miquel passirte vor einigen Tagen auf feiner Reife von Scheveningen nach Osnabrück ben Babnhof Bentheim unb war ber Zollrevision wegen genötigt, feinen Wagen zu verlassen. Unter ben Neugierigen, bie ben großen Steuerkünstler zu sehen wünschten, befanb sich auch ein dortiger Kaufmann, der nach längerer, scharfer Beobachtung der Excellenz zu den Umstehenden ge­wendet in die denkwürdigen Worte ausbrach:Trägt einen Shlips für vierzig Pfennig!" DieVolks­zeitung" bemerkt dazu: Wenn der feine Kenner der Cravatten- branche mit feiner Schätzung Recht hat, so beweist der preußische Finanzminister, daß er mit der von ihm seinen Collegen im Ministerium empfohlenen Sparsamkeit wenigstens bei sich selbst in vorbildlicher Weise ansäpgt.

* Von einem seltsamen HeirathSausgebot wird in ber K. Volksztg." vom Nieberrhein berichtet, mit dem Bemerken, baß es eine wahre Geschichte sei. Vor Jahren begegnet ein alter Pfarrer, eines jener Originale, bie selten werben, einem Burschen aus seiner Gemeinbe unb fragt ihn, ob er benn immer noch nicht heirathe, auf fein Anwesen gehöre boch eine Frau. Der Bursche meinte, mit bem Heirathen habe es seine Schwie­rigkeit, bazu gehörten Zwei. Der Pfarrer fragt, ob er benn keine Paffenbe gefunben habe.O," meint ber Bursche,bas wohl, aber ich kann so recht nicht vorwärts kommen bamit, bie Tochter bcs unb des Bauern hätte ich gern."Die wäre auch ganz gut für Dich," entgegnete ber Pfarrer,laß mich nur sorgen." Am nächsten Sonntag verkünbigt ber Pfarrer bie beiden jungen Leute als Braut unb Bräutigam. Nach bem Hochamt kommt ber Vater ber Braut zum Pfarrer unb sagt: Aber Herr Pastor, was sangen Sie an?"Was benn?" fragt ber Pastor.Ja, meine Tochter mit bem unb bem aufzubieten!"Ist bas benn nicht gut?" entgegnet ber Pastor. Unb als ber Bauer sagt:Ja, ba wissen wir ja Alle nichts von, auch meine Tochter nicht," ba sagt ber alte Herr ganz ruhig:Ja, wenn Ihr nicht wollt, bann hören wir auf." Das schien bem Bauer auch toieber bedenklich, unb er meinte, ber Herr Pastor solle Enbe ber Woche Be­scheid haben, und der Bescheid lautete:Fortfahren, die Sache sei in Ordnung." Die Beiden wurden ein glückliches Paar. Das würde jetzt wohl so glatt nicht ablaufen.

* Der Zudrang von jungen Aerzten, welche auf über­seeischen Dampfern angestellt zu werden wünschen, ist, wie demHann. Cour." aus Hamburg berichtet wird, gegen­wärtig so stark, daß verschiedene Rhedereien in der Lage sind, solche ohne jegliche Vergütung bekommen zu können. Eine überseeische Linie, die unter solchen Bedingungen, lediglich gegen Verpflegung, eine Stellung ausschrieb, erhielt einund­fünfzig Meldungen.

* 3m Zeitalter der Automaten. Die kleine Frieda ist mit ihrer Mama zum ersten Mal in der Kirche. Als sie nach Beendigung des Gottesdienstes hinausgehen, gibt ihr die Mutter ein Zehnpfennigstück mit der Weisung, dieses in die Sammelbüchse zu stecken. Die Kleine thut es, dabei sieht sie die Mutter wißbegierig an und fragt dann:M ama, was kommt denn da raus?"

* Berlin, 13. September. Nach einem dieser Tage ver­öffentlichten Telegramm aus Chicago sollte bei der Pr eis - vertheilung für landwirthscha stliche Gegen­stände auf der Welt-Ausstellung Deutschland nur 21 Preise erhalten haben. Diese Nachricht bedarf der Richtig­stellung insofern, als sie sich lediglich auf die Liqueur-Aus- stellung bezieht und als auf die 38 ausstellenden deutschen Firmen im Ganzen 27 und nicht 21 Preise entfallen sind. Auch hier ist das Ergebmß ber Preisvertheilung für bie deutsche Industrie ein außerordentlich günstiges.

Aus Paris wird geschrieben: Noch bevor die Mode ihren Anfang nimmt, erlauben wir uns, den Damen einen wohlgemeinten Rath zu geben, den möglichst rasch zu wachsen, so dies noch die Mutter Natur gestattet. Die neuert Stoffe, bie für bie Herbsttoiletten vorbereitet werben, haben nämlich bie Eigenschaft, bie Personen, welche sie erwählen, beträchtlich kleiner erscheinen zu lassen. Sie sind ber Breite^nach gestreift, werben auch so verarbeitet, so baß bie neueste Toilette bie Besitzerin in eine Anzahl kleiner, nach unten zu sich vergrö- fjernber Ringe tbeilt, was sie natürlich nicht so schlank er« scheinen läßt. Diese runb um Rock unb Taille laufenden Streifen sollen die bis zum Ueberdruffe gesehenen Biais, Vo­lants unb Entrebeux im neuen Modejahr ersetzen. Als weitere Nouveaut« nennt man schwarzseidene, im Genre Directoire arrangirte Roben, mit mächtigen weißen, hellrosa, hellgrünen unb hellblauen Fracklappen. Grellroth unb grün in allen Schattierungen werben, wie eS scheint, Heuer dem Herzen der Göttin der Mode am nächsten stehen, und unter den Stoffen sind schwere Seidengewebe, in erster Linie Damaste, als Fa- vorits genannt. Natürlich pflegen auch im Modewettrennen häufigOutsiders zu siegen, vor der Hand beschäftigt man sich aber nur mit ben vorerwähnten, offiziell proklamierten Mobeneuheiten.

* Ei« liebenswürdiger Hauswirth ist der Eigenthümer G. in Berlin. In seinem Hause wohnen 63 Familien mit mehr als 100 Kindern. Für die Kleinen veranstaltete Herr G. unlängst ein Fest in dem hinter dem Grundstück

belegen en Garten, wobei Kaffee unb Kuchen unb Abends auch Feuerwerk gab.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemeßen em.Septbr, Mittags zwischen 11 und 12Uhr;

Wasser 11, Luft 15 Grad.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

Schiffsnachrichten.

(Mitaetheilt durch den Agenten deß Norddeutschen Lloyd, Herrn Carl Loos in Gießen).

Bremen, 14.September. sPertransallantischenTelegraph.j Der Schnelldampfer Lahn, Cavitän H. Hellmers vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. September von Bremen unb am 6. Septbr. von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. 9

Niederländisch - Amerikanische Dampfschiff fahrtS - Gesellschaft.

Der DampferObbatn" von Rotterbam ist am 12. September in Newyork angekommen. ________'

Der PostbampferRhynland" berRed Star Line" in Ant- werpm ist laut Telegramm am 13 September wohlbehalten in Newyork angenommen.

Literatur und Aunst.

Daß Lesepublikum machen wir auf das soeben erschienene reizende 1. Heft des neuen (10.) Jahrganges der bekannten illustrirten Famtllenzeftschrift Uni»etfnm ganz besonders auimeilmm. diir können, mit Hinblick auf daß vorliegende reichhaltige Programm, ein Abonnement auf das vortreffliche Blatt nur aufß Wärmste empfehlen. Nur erste, beliebteste Erzähler sind vertreten. Auch der Bilderschmuck des Universum ist ganz hervorragend. Die farbigen Bilder, Lichtdrucke und Holzschnitte sind daß Ergcdniß sorgfältigster Wahl unb mustergültig in der technischen Ausführung. Die Hefte zum Preise von nur 50 Pf. erscheinen alle 14 Tage und sind zu be- ziehen durch alle Buchhandlungen unb Postanstalten.

Der Stein der Weisen." Don dieser weitverbreiteten populär-wissenschaftlichen Halbmonatsschrift (A. Hartlebens Ver­lag, Wien), kommt uns das 18. Heft zu, dessen JndaltSoerzelchniß nicht weniger als 15 Abhandlungen naturwissenschaftlicher, technischer, erdkundlicher, geschichtswissenschasllicher unb prähistorischer Richtung ausweist. Wir finben die Anatomie, Medicin, die Eisenbahntechnik, die Amateur-Photographie, Naturgeschichte, Qceanographie, Land- wirthschaft, Urgeschichte unb noch mehrere andere Fächer durch ebenso geistvoll geschriebene, als wirkungsvoll illustrirte Aufsätze vertreten. Die Zahl der Abbildungen beträgt weit über 40.

Verkehr, Canö- und VoLkswirthschaft.

Zur Verbesserung deß Brodeß. In den letzten Jahren wurde oiel über die Beschaffenheit deS Roggenmehls Klage geführt, indem es fein wohlgegohrenes und gebackenes Brod gab. In den meisten Fällen wurde das Brod teigig oder es hatte Wasser st reif en am unteren Rande. Der Grund hierfür liegt darin, daß diesem Stöbe tdeils Kleber mangelt, b. h. daß es zu arm an Kleber iit, lheils daß der Kleber eine Veränderung erlitten hat, die beim Brod- backen nachtheilig wirkte. Die Roggenmehle verschiedener Jahrgänge unterscheiden sich hauptsächlich durch verschiedenen Wasser- und ProteMgehalt. Um nun aus einem solchen Mehle schlechteren Jahr­gangs auch gutes Brod bereiten zu können, muß man entweder den Klebergebalt des Mehle« erhöhen ober bie veränderten Eigen­schaften deS Klebers so verbessern, daß er die natürliche Elastizität erhält. Ersteres geschieht durch Zusatz von Weizenmehl »um Roggen­mehl, letzteres durch Zusatz von Substanzen, welche die wasserlöslich gewordenen Theile des Klebers wieder unlöslich machen. Hierzu wandte man in durchaus verwerflicher Weise Alaun oder Kupfervitriol an. Ein unschädliches, aber vortreffliches Mittel, den gleichen Zweck zu erreichen, bietet das Kochsalz, wenn auf 1 kg Brod beim Anmachen des Teiges zum Wasser 13,5 g Kochsalz gesetzt werden. Eine andere Art, die Qualität des Roggenbrodes zu verbessern, ist der Zusatz von abgerahmter Milch, an Stelle des Wassers. Es ist dies zwar nicht neu, aber es dürste bisher beim Roggenbrot» sehr selten An­wendung gefunden haben. Man verfährt wie gewöhnlich, nur ver­braucht man etwas Milch mehr (etwa 5 Procent) als Wasser. Das ist natürlich je nach der Qualität des Mehles verschieden. So brauchte man für 1 kg 1890er Mehl 640 g Milch, für 1 kg 1891er Mehl jedoch nur 500 g Milch. Durch den Milchzusatz wird daß Brod entschieden Derbeffert, indem alle als Nährstoffe wichtigen Bestand- theile vermehrt werden. Das im Roggenmehle unb Wasserbrod un­günstige Derhältnitz zwischen stickstoffhaltigen unb stickstofffreien Nahrungsstoffen (1 : 9,6) ist entschieden verbessert worden (1 - 7,6). Der Geschmack eines solchen BrodeS ist voller unbkräftiger, dasBrov ist nahrhafter unb leichter verdaulich. Auch hält sich solches Milch- brob länger frisch als mit Wasser angemachtes Brod.

kirchliche Anzeigen der Stadt Giehen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst.

16. Sonntag nach Trinitatis, den 17. September:

In ber Stabtkirche:

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrverwalter D r. Grein.

Nachmittags 2V» Uhr: Pfarrer Schlosser.

Zugleich Christenlehre für bie Neuconfirmtrten auS der Matthäusgemeinde.

Kinderkirche: fällt aus.

In ber Friebhofscapelle:

Vormittags 8'/, Uhr: Pfarrer Dingelbey.

Vormittags 11 Uhr in ber Friebhofscapelle: Versammlung ber neuconffrmirten Mäbchen aus der Lucas gemeinde. Pfarrer Dingeldey m

Nachmittags 2Ve Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten auS der Johannesgemeinde.

Katholische Gemeinde.

Sonntag den 17. September, 17. Sonntag nach d^Sam'stag: Nachmittags um 4/t Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheft zur hl. Beichte.

Sonntag: VormfttagS von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6>/i Uhr erste hl. Messe; um 7«/r Uhr Austheilung der hl. Com- munion; um 8 Uhr zweite hl. Messe; um 9Vt Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 2 Uhr sacramentalische Bruderschaftsandacht.

Anmerkung: Bon heute alt wird an Sonn« nnd Feiertagen die zweite hi. Messe nm 8 Uhr, daß Hochamt nm SV» Uhr beginnen.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag ben 16. September:

Vorabenb 616 Uhr, Morgens 880 Uhr, Nachmittags 4°» Uhr, Sabbathausgang 7« Uhr. m r,e

Mittwoch ben 20. September: VersöhnungStag:

Vorabenb 6» Uhr, Morgens 7*> Uhr, Festesausgang 7" Uhr.

~ 5788] Tausendsacheß Lob, notariell bestätigt, über -End. Tobar von B. Becker in Seesen a. Harz. 10 Pst), sco. 8 Mk. hat b. Txp. b. Bl. eingesehen.