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16.6.1893 Erstes Blatt
 
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Legislaturperioden den Anfang gemacht habe- die erste der­artige Legislaturperiode habe zwar nicht geschadet, denn sie habe auf die Stunde doch nur drei Jahre gedauert, aber es seien weitere Angriffe auf das allgemeine Wahlrecht zu er­warten, die von der Hand gewiesen werden müßten Redner kam hierbei auf das preußische Wahlrecht zu sprechen. Es müsse also durch die Wahl stets dafür gesorgt werden, daß sich Männer im Reichstag befinden, die nicht rütteln und rütteln lassen an den Volksrechten, auch den Bestrebungen auf Einführung von Ausnahmegesetzen entschieden entgegen­treten, ebenso müffe den auf Beseitigung der Freizügigkeit gerichteten Bestrebungen entgegengearbeitet werden. Ferner sei manches auf dem Justizgebiet zu verbessern, besonders hätten sich Mängel im Strafverfahren gezeigt, denen gegen­über er eine Vorlage über Entschädigung unschuldig Ver­hafteter und Verurtheilter erwarte. Bedauerlicher Weise seien wichtige politische Fragen hinter der Militärvorlage zurück­getreten - es müsse entschieden gegen die Jnteressenpolitik auf­getreten werden. Was seinen politischen Standpunkt betreffe, so erkläre er, auf dem Boden der Partei von 1884 zu stehen, ohne nach links oder rechts zu gehen- er werde das Pro­gramm der Partei von damals stets hochhalten. Wie auch der Wahlkampf ausfallen möge, er hoffe, daß nichts geschehe, was dem Wohle des Vaterlandes, der Freiheit des Volkes entgegenstehe. (Lebhaftes Bravo.)

Herr Dove wendete sich ebenfalls gegen die wider ihn erhobenen Vorwürfe- vorläufig könne er nur Worte haben, die Thaten folgten später- ein Vorwurf, daß er sich nicht klar über die Militärvorlage geäußert, könne ihn nicht treffen, nachdem er erklärt, daß das Volk neue Lasten nicht mehr tragen könne.

Auch Herr Metz stellt die von Seiten der beiden so- cialistischen Redner erhobenen Vorwürfe in Beziehung auf internationale Friedensbestrebungen richtig, bedauert ferner, daß die nationalliberalen Flugblätter in ihren alten Ton zurück verfallen seien, constatirt, daß die Herren Dove und Dr. Gutflersch bestimmte Stellung zur Militärvorlage ge« nommen und empfiehlt am Schluffe seiner Ausführungen, lm Interesse des Vaterlandes und des Wahlkreises, die Wahl des Herrn Dove. Mit einem Hoch auf das Vaterland und das freisinnige Volk wurde die Versammlung geschloffen.

** Antisemitische Volksversammlung. Nachdem eine erst geplante Versammlung der antisemitischen Partei inRöhrles Bierhalle" polizeilich verboten wurde (in Begründung, daß politische Versammlungen nur in geschloffenen Räumlichkeiten statthaben dürfen), wurde in allerletzter Stunde durch An­schlag eine Versammlung auf gesteril Nachmittag im Gasthaus

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 15. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 17, Lust 22 Grad.

Rübsamen'sche Badeanstalt.

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sowie des Alters- und Jnvaliditätsgesetzes hätten gerade die freisinnige Partei mit verschuldet. Redner bedauert, daß Herr Dove nicht klipp und klar seine Stellung zur Militär­vorlage dargelegt habe, es scheine Mode zu werden, daß man alswild" in den Reichstag einziehe, ehe man Stellung zu brennenden Fragen nehme. Er bezweifle die Dortheile der zweijährigen Dienstzeit, so lange noch die Söhne reicher Leute das Vorrecht hätten, als Einjährige zu dienen und forderte schließlich zur Wahl des Herrn Orbig auf, der die Forder­ungen des Volkes zum Ausdruck zu bringen willens sei.

Herr Krämer (Soc.) bedauert ebenfalls, daß Herr Dove sich nicht über seine Stellung zur Militärvorlage ge­äußert- dies mache die Socialdemokraten, die doch bei einer eventuellen Sttchwahl in Frage kämen, mißtrauisch- es scheine ihm, daß Doves Widerstand gegen die Militärvorlage nur ein platonischer sei. Im heutigen Militärsystem seien alle Vortheile nur auf Seiten der Wohlhabenden. Mit dem WortePatriotismus" werde großer Mißbrauch getrieben- die herrschenden Parteien hätten Hand an die Grundrechte des deutschen Volkes durch Bewilligung der fünfjährigen Legrslatorperioden gelegt, diese Parteien hätten eine Interesse an der politischen Versumpfung des Volkes. Auch das Wort Freiheit" werde mißbraucht, denn wer für Freiheit des Volkes sei, dürfe nicht die Socialdemokratie bekämpfen. Redner kritisirte die Gesetzgebung im Allgemeinen und bemerkte, daß die Rechtsanschauungen im. Volke andere seien, als die der Juristen. Was in Flugblättern an Beschlmpfungen geleistet würde, daran sei die Socialdemokratic gewöhnt, auch die freisinnige Partei habe in ihren Flugblättern die Social­demokratie verdächtigt. Die freisinnige Partei und mit ihr Dr. Gutfleisch, habe ein Interesse an der Erhaltung der heutigen Gesellschaft- wenn man auf dem Lande die Theorien der Freisinnigen kennte, so würden sie nicht eine Stimme erhalten- auch die freisinnige Partei verweigere den breiten Schichten des Volkes den Schutz. Herr Krämer unterzog hieraufdieThätigkeitdesHerrnDr.Gutfleisch inderArbeiterschutz- gesetzgebung seinen Betrachtungen, ging dann auf die anzu­strebenden Besserungen der socialen Verhältnisse über, durch welche allein dem Wucher entgegengetreten werden könne und bemerkte bezüglich der Militärvorlage, daß diese abgelehnt werden müsse, weil das Volk die Lasten nicht mehr tragen könne, auch die Freisinnigen müßten die auf Abrüstung gerichteten Friedensbeftrebungen unterstützen. Er constatire mit Freuden, daß Herr Dr. Gutfleisch in Bekämpfung der Socialdemokratie nicht in den Ton Eugen Richters gefallen, Dr. Gutfleisch irre indeß, wenn er glaube, daß sich die socialdemokratische Partei mit den bürgerlichen Parteien verschmelze, dafür gingen die beiderseitigen Bestrebungen doch zu sehr aus­einander. Redner schließt, unter Beifall der zahlreich ver­tretenen Anhänger seiner Partei, mit der Aufforderung, am : morgigen Tage den Candidaten der Arbeiterpartei, Herrn Orbig, zu wählen. ,

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Herr Dr, Gutfleisch trat, indem er zunächst erklärte, daß eine Verständigung mit den Socialdemokraten nicht zu erwarten sei, den Ausführungen der beiden socialiftischen Vorredner entgegen. Er halte an der gegenwärtigen Gesell­schaftsordnung, weil sie von den Socialdemokraten nicht ver­bessert werden könne, fest- er habe viel mit Arbeitern verkehrt und deren Einverständniß mit der Socialgesetzgebung ge­funden. Wenn die sociale Gesetzgebung Fehler habe, so könne dies nicht einer Partei zum Vorwurfe gemacht werden, denn Gesetze kämen nicht durch eine Partei zu Stande, son­dern durch Verständigung. Wenn man vom Capitalismus spreche und ihn mit als Vertreter desselben bezeichne, so müsse er betonen, daß er nicht als Capitalist auf die Welt gekommen sei, sondern sich das, was er besitze, erarbeitet habe, er lasse es sich nicht ausreden, daß die Wohlfahrt des Volkes und besonders der Arbeiter das Leitmotiv seiner Thätigkeit gewesen. Zu dem Vorwurf, daß Herr Dove seine Stellung zur Militärvorlage nicht darlegte, übergehend, be­merkte er, daß Herr Dove sich auf das Programm der frei­sinnigen Partei verpflichtet habe, das genüge- den Antrag Hucne würde Herr Dove ablehnen, bezüglich dessen, was darunter ge­fordert werde, werde er seine Entschließung Vorbehalten - er werde bewilligen, was zur Erhaltung der Wehrkraft nöthig sei, nach­dem er sich von der Nothwendigkeit überzeugt und auch davon, daß sich die Forderungen mit der Kraft des Volkes decken. Alles dürfe man aber nicht vom Staat erwarten, wie die Socialdemokraten- darüber gingen die Ansichten zwischen ihnen und der freisinnigen Partei auseinander. Redner drückte schließlich die Ueberzeugung aus, daß in unserem Wahlkreis die Ansicht Aller darin vertreten ist, daß dem Wahlkreis wieder eine ehrenvolle und achtunggebietende Stellung ver­schafft werden müsse, er bitte deshalb die Anwesenden, an der Wiederherstellung der politischen Ehre des Wahlkreises mitzuarbeiten. (Beifall.)

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Herr Rechtsanwalt Dr.Gutfleisch (stürmisch begrüßt) bemerkte zunächst, daß er leider durch Krankheit verhindert gewesen sei, mit in den Wahlkampf einzugreifen. Es sei ihm angelegen, nicht nur die Thatsache zu conjtatircn, daß Herr Dove ein freisinniger Mann geblieben sei, sondern daß er auch in Bezug auf die Militärvorlage die unmäßigen Pläne der Regierung verwerfe. Man habe in den letzten Tagen geglaubt, der diesmalige Wahlkampf bewege sich in besseren Formen, allein er müsse bekennen, daß die Lärm­macher von früher dieselben geblieben. HerrDr. Gutfleisch verweist hierbei auf den nationalliberalen, mit der freisinnigen Partei sich beschäftigenden Wahlaufruf, der in letzter Stunde erschienen sei, um der freisinnigen Partei die Gelegenheit zu nehmen, sich zu vertheidigen. Die in dem Flugblatte gegen ihn erhobenen Vorwürfe müsse er, indem er Punkt für Punkt auf dieselben eingehe, entschieden, als nicht der Wahrheit entsprechend, zurückweisen. Wenn ihm der Vorwurf gemacht werde, daß er 1884 zur freisinnigen Partei Über­getreten sei, so wolle er nur bemerken, daß er sich damals in voller Uebereivstimmung befunden habe mit den Vertretern der heutigen nationalliberalen Partei, aus einem damals ver­öffentlichten Protokoll über eine Sitzung derselben sei dieses Ein­verständniß ersichtlich. Die nationalliberale Partei aber habe sich geändert, indem sie dem Bunde der Landwirthe beige­treten sei, diese Partei bediene sich einer Polemik, die nicht das Prädicat ruhi- und sachlich verdiene. Herr Dr. Gut- fletjdf ging hierauf auf nähere Beleuchtung des Flugblattes ein, widerlegte das in Bezug auf Börsensteuer, Rum und Chartreuse- steuer, auf den Wucher, die Militärvorlage, die Kornzölle, den Bund der Landwirthe u. f. w. behauptete und kam schließlich auf die neben der nationalliberalen Partei für den hiesigen Wahlkreis noch in Betracht kommenden Parteien, die antisemitische und die socialdemokratische, zu sprechen. Dem Antisemitismus habe insbesondere die Uneinigkeit der anderen Parteien den Boden bereitet; Erfolge werde der Antisemitismus nicht haben- selten sei ein Abgeordneter so spurlos verschwunden, wie Pickenbach. Herr Dr. Gutfleisch bemerkte weiter, daß seine Besorgniß darin beruhe, es möchte bei der bevorstehenden Wahl leicht Übersehen werden, daß der neue Reichstag nicht nur Über die Militärvorlage, sondern auch Über sonstige folgeschweren Fragen zu entscheiden habe. Bedauerlich sei es, daß man an den Volksrechten mäkeln wolle- namentlich bei fünfjährigen Legislaturperioden könne großes Unheil gebracht werden durch einen auf falsche Bahnen ge­brachten Reichstag. Er fordere deshalb zur Wahl eines Mannes auf, der, wenn er Mitglied des Reichstages werde, auch einen starken Rücken der Regierung gegenüber habe, der .Qiele verfolge, die auch den Wünschen der Bevölkerung Gießens entsprechen- wenn die Wähler eine Präsenzziffer erhöhen wollten, so sollen sie diejenige der freisinnigen Partei erhöhen, sie würden damit für das Reich etwas Gutes leisten. Herr Oberst Spohr kam, nachdem er zunächst seine Befriedigung über die Ansichten bezüglich der Militärvorlage ausgedrückt und besonders die in derselben enthaltene Verjüngung der Armee und Entlastung der Landwehr betont hatte, auf die bereits in der nationalliberalen Versammlung von ihm berührte Imp ff rage zu sprechen. Er brachte dieselbe in Beziehung zu unserem Militärwesen, indem er durch Ziffern nachzuweisen suchte, daß ein hoher Procentsatz alljährlich wieder entlassener Rekruten infolge der Impfung erkrankt und zum Siechthum gebracht seien. Der Impfzwang müsse beseitigt und jedem Menschen gestattet werden, nicht nur nach seinem Fa-on selig zu werden, sondern auch nack seiner Fayon zu leben. Er richtete nach feinen, vielfach durch Beifall, aber auch durch Zwischenrufe unterbrochenen Ausführungen an Herrn Dove ote Unfrage, wie er sich dem Jmpfgesetz sowie dem in Aus­sicht stehenden Reichsseuchengesetz gegenüber zu verhalten ge­denke, event. ob er einen Initiativantrag auf Abschaffung des Impfzwanges stellen würde. Herr Dove erklärte, diesen netr9 stellen zu können, da ihm die Überzeugung für baß Für und Wider des Jmpfgesetzes fehle- bezüglich des Seuchengesetzes müsse er abwarten, in welcher Form dasselbe vorgelegt werde, danach werde er seine Entscheidung treffen.

HerrG. Schmidt (Socialdemokrat) trat hieraus den Ausführungen der Herren Dove und Dr. Gutfleisch entgegen, und wies die Unterstellunng zurück, daß die socialdemokratische Parte. Sonderintereffen verfolge, jede Partei gehe auf Stimm- fang, die deutschfreisinnige so gut wie die socialdemokratische, nicht nur ideale Ziele, sondern auch praktische Ziele verfolge die Socialdemokratie, sie stehe aber besonders auf dem Gebiete der socialen Gesetzgebung im Gegensatz zu der freisinnigen Partei, die capitalistische Interessen verfolge- die Verweigerung des Normalarbeitstags, die Unwirksamkeit der Arbeiterschutzgesetze

,,Zum Löwen" verkündet. Schon geraume Zeit vor dem 6 Uhr angesetzten Beginn war bad Local mit seinen gangen überfüllt von Anhängern dieser und Angehött, sonstiger Parteien. Die Landbevölkeriing war ziemlich -rf vertreten. Um 3 Uhr erschien Herr Dr. Böckel, eröfinar alSbann die Versammlung und ertheilte Herrn Kr'Nci dem Landidaten der Antisemitenpartei, das Wort. In kurm Rede legte derselbe feinen Standpunkt dar: er sei für Bewilligung der Militärvorlage, er erachte sie als nöthig den ungeschwächten Bestand des deutschen Reiches fena trete er ein für die volle Wahrung der Rechte des Bauer» und Mittelstandes. Seine Partei sei eine Sauenwarn, mastig und stark, eine Partei, welche das Heft in Hände, babe und die Regierung zwinge, nach ihrer Pfeife zu tanzc«. Er überlasse es der geraden openen Ansicht der Männer a.;< bem Bauern- unb bürgerlichen Mittelstände, einzusehen, daß sc , Partei für die Interessen eintrete unb er solche stets ver.

tocrbC1 . H^r Dr. Böckel führte alsdann in nabe;: 1 /3)tünbiger, sehr sachlich gehaltener, oft mit Beifall unten brochener Rebe bie angeführten Bestrebungen seiner Partei weiter und eingehend and. Er betonte die staatserhaltend« straft des deutschen Bauernstandes, berührte die Gegensätze und Dortheile der confumircnben Stände mit dem arbeitenden 53olte, machte Front gegen den verderblichen jüdischen Einfluß wie er beispielsweise in Börsen- unb Wuchergeschäften sich zeigt, und ging alsdann zu seiner Stellungnahme in Bezug auf Die Militärvorlage über. Dieselbe sei als Forderung obrechtigt, aber die Aufbringung der Mittel für dieselbe feine Geldfrage, sondern eine Steuerfrage. Seine Partei trete deshalb entschieden für progressive Einkommensteuer, für ge« lefclirfje Reichseinkommensteuer, ferner für eine Börsensteuer ein und verwerfe bie Gonfumfteuern, welche nur eine Belastung öed Volkes bilden. Deö Weiteren trete er für Verbesserung unb Vereinfachung ber Gesetzgebung, sowie für Bekämpfung bed ausbeutenben Judenthums ein. Redner ging alßbann auf oen Inhalt eines gegen ihn gerichteten Flugblattes näher ein, Die in demselben gemachten Beschuldigungen in längerer AuS. emandersetzung zu widerlegen suchend, hierauf die Qanbibatur Ded Herrn Köhler, nach nochmaliger übersichtlicher Darlegung feines Programms empfehlend. Auf ergangene Aufforderung öed Herrn Dr. Böckel, wer baß Wort wünsche, meldete sich Herr K a tz e n st e i n. Derselbe vertritt in seinen Au-, fübrungen den sozialdemokratischen Standpunkt und kritisine das haltlose Truggebilde, die Wetterfahnenbeweglichkcil der anttfemittf^en Partei. Alsdann ergriff Namens der nationai. liberalen Partei Herr Dr. Fuhr das Wart, bekenn, sich al« -öerfaifer des angeführten Flugblattes und sucht die darin gemachten Angaben zu begründen. Nach diesen Auseinander, etzungen ergreift nochmals Herrr Dr. Böckel zur Wider legung das Wort und schließt alsdann mit einem Hoch aus Öen Antisemitismus die Versammlung. Weiteren Entg-g- uungen war hierdurch das Wort entzogen, waS auch in 21 n» betragt der überaus großen Hitze und UeberfüQung des Vo caled geboten erschien. Außer stellenweise erregten Zwischen- rufen verlies die Versammlung ohne jede weitere AnSschrci. tungen.

... oJ Verhaftungen. Der Thäter, welcher bad Wasser bauddjen an ber Liebigstraße in ber Nacht vom 13. aus 14. b. Mts. geöffnet unb verschiedene Gegenstände daraus enttoenbete, wurde gestern Abend in der Person c.nes schon

Brandstiftung und Diebstahls vorbestraften jungen Jicetwn aus Langenhain ermittelt und verhaftet. Gestern abenl) mußte ein junger Mann von hier, der wegen Ruhe­störung und Unfug betroffen wurde und den Schutzleuten seinen Namen anzugeben verweigerte, verhaftet werden.

6. Geiß-Nidda bei Salzhausen, den 14. Juni. Die Futter- noth hat bei uns einen so hohen Grad erreicht, daß die Leute Nachts hinaus auf bie herrschaftlichen Wiesen brangen und öraö abmähten. Zwischen Öen Frevlern und dem Schutz- personale kam cs zum Kampfe, wobei Blut floß. E» fand Haussuchung statt- gegen die Excedenten ist gerichtliche Unter mchung eingeleitet. Unsere Fluren sind bis jetzt sehr sties mütterlich mit Regen bedacht worden, denn während zu Ansang Juni dlL ganze Provinz Oberhessen mehr ober weniger durch Gewitterregen erfrischt wurde, bekamen wir nichts, bie Regen- Wolfen zogen über uns weg, spendeten aber keine Feuchtig- fett. Aehnliche Erscheinungen finden sich in anderen Gemar­kungen des Niddathales. Die Wiesen sind dürr unb aud- gebrannt. Die Halmfrüchte legen sich, wenn bie Mittagdhitzc fteigt, auf ben Bobcn. Den Futter- und Streubedürftigen wird von Seiten ber Cameralverwaltung auch dadurch eine Wohlthat erwiesen, daß Zahlungsfrist bis 11. November l. I. gewährt wird, wenn die Ortsvorstände sich verpflichten, die ganze Summe der den Ortdeinwohnern crebitirten Beträge auf einmal an die Rentämter zu entrichten. Bon Seiten der standeSherrlichen Forstverwaltungen kommt man den schwerbedrängten Landwirthen ebenfalls sehr entgegen, was unerkannt werden muß. Vielfach fragen sich die kleinen Bauern heute schon: Wie sollen wir unser Vieh durch den Winter bringen? Und weiter: WaS fangen wir an, wenn imr es abschaffen müssen, da wir ohne Vieh eine ordentliche Wirthschaft nicht führen können? WaS soll es denn im nächsten Jahre mit uns werden?

- - - - HHB

Vorkehr, Land- mtfc Volkswirt!? rchaft.

' 14 2unt. Fruchtmarkt. Rother Wet^n Sk« L Äfc-t00'Rom*1M°-* 'M.

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«otbeiiran 6er israelitischen Seligionsgesellschast.

Freitag Abend 7* Uhr. Samstag Dormittag 8 Uhr, Samstag Nachmittag 4« Uhr, Samstag Abend 9* Uhr.