bedeutender anschwillt. Neben den älteren Parteien zeigen sich auch ganz neue Parteien auf dem Plane, diejenigen deS Bundes der Landwirthe, der Handwerkerpanei und eine sogenannte Mittelstandspartei, welch letztere namentlich in der bayerischen Pfalz Propaganda macht. Mit den Wahlaufrufen war bis Ende der abgelaufenen Woche nur noch das Centrum im Rückstände, welche auffällige Verzögerung vielleicht mit den in genannter Partei herrschenden Meinungsverschiedenheiten zusammenhängt- inzwischen dürste aber die osficielle Wahlkundgebung des CentrumS zur Veröffentlichung gelangt sein.
— Stimmungsberichte von allen Seiten melden, daß man das Ergebnis der bevorstehenden Wahlen noch niemals mit so wenig Sicherheit habe voraussehen können, wie dieses Mal. Die allerwärtS herrschende Zersetzung und Zerfahrenheit, die Verwirrung der Begriffe unter so vielen, mächtig auf daS Volk einstürmenden Aufregungen und Leidenschaften, drohen ein gährendeS Chaos zu erzeugen, aus welchem noch Niemand zu erkennen vermag, welches Gebilde sich gestalten wird.
— Es ist gut, sich di- Stimmenzahl vor Augen zu halten, welche bei den letzten 1890er ReichstagSwahlen auf die verschiedenen Parteien entfielen. ES ergiebt sich daraus, daß die Nati o nal l ib era l en, die in den meisten Fragen mit den Freiconservativen einträchtig zusammengehen, selbst unter ungünstigen Verhältnissen die dritt stärkste Partei darstellen, selbst wenn man den Anhang im Lande nur nach der Zahl und nicht nach dem Gewicht der Stimmen beurtheilt. Stimmen wurden bei der Wabl von 1890 im ersten Wahlgange abgegeben: für die Socialdemokraten 1,427,298, Centrum 1,342,113, Nationalliberale 1,177,807, Freisinn 1,159,915, Conservative 895,103, Reichspartei 482,314, Polen 246,773, Volkspartei 147,570, Welfen 112,675, Elsässer 101,156, Antisemiten 47,536.
Berlin, 13. Mai. In Berliner Börsenkretsen hat sich ein Comito gebildet, welches Beiträge sammelt zur Unterstützung der Wahl derjenigen Candidaten aller Schattir- ungen, welche die Ansicht theilen und vertreten, die Verstärkung der Wehrkraft Deutschlands fei eine unabweisbare Nothwendigkei'.
Berlin, 13. Mai. Die gestrige Antisemitenversammlung war sehr zahlreich besucht. Es sprachen Witte, Förster, Pickenbach, Bachler und Ahlwardt und kennzeichneten die Stellung der Antisemiten zur Militärvorlage.
_ Hamburg. 13. Mai. In der Eisenbahnbillet- Schwindelaffaire erfolgten bereits 40 Verhaftungen.
Nürnberg, 13. Mai. Freiherr v. Stauffenberg nimmt kein Mandat für den Reichstag mehr an, wohl aber für den bayerischen Landtag. Er bleibt indeß Vorsitzender des freisinnigen LandeSauSschuffes.
Ausland.
London, 13. Mai. Das Unterhaus verhandelte gestern Uber einen Antrag zur Aufhebung des Impfzwanges, Foster bekämpfte denselben und versprach bald durch statistische Daten zu beweisen, daß die Impfung ein wirksames Mittel zur Rettung von Menschenleben und zur Milderung der Seuche sei. Der Antrag wurde schließlich mit 136 gegen 170 Stimmen verworfen.
Stockholm, 13. Mai. AuS CarlScrona wird gemeldet: Von drei deutschen Torpedobooten, welche in der Ostsee Uebungsfahrten machen, stießen in der vergangenen Nacht bei Jnlängan zwei auf Grund. Irgend welche Gefahr für die beiden Torpedoboote besteht nicht, da das Wetter günstig ist und daS dritte Torpedoboot zur Hilfeleistung sofort zur Stelle war- außerdem sind von CarlScrona zwei schwedische Kanonenboote alsbald nach der Unfallstätte abgegangen.
Chicago, 13. Mai. Das AuSstellungS-Directorium hat
sene Geschwister heranwachsen und ihn immer mehr überflügeln, und zeigt er sich auf der Straße, so verfolgen ihn wohl die Kinder und auch auS dem Munde der ihm begegnenden Erwachsenen klingt ihm daS häßliche Wort „Zwerg" leise in- Ohr. Da ist es kein Wunder, wenn unedlere Züge allzuhäufig daß Characterbild der Zwerge entstellen.
Fragen wir nach den Ursachen des Zwergwuchses. Wohl in der Mehrzahl der Fälle werden die Zwerge schon abnorm klein geboren, des Oefteren aber tritt erst im Verlause der ersten Kinderjahre eine WachSthumShemmung ein - daß Zwergen- thum nicht selten mit krankhaften Anlagen, wie Kretinismus, Hand in Hand geht, wurde schon oben angedeutet. Fast stets stammen die Zwerge, denen wir bei uns begegnen, von normalen Eltern; der Vater deS „General Mite" z. B. hat, wie Ranke angibt, eine Größe von 170 Zentimeter; meist sind auch die Geschwister von normaler Größe und Beschaffenheit, und nur ein Kind trifft daS LooS, klein zu bleiben. Eigentliche Zwergfamilien, bei denen beide Eltern und sämmt- liche SHnber Zwergenwuchs zeigen, finden sich in Europa nicht nnb sehr selten ftnb auch bie Fälle, baß auS einer Ehe, beren einer Theil wenigstens Zwergenwuchs zeigt, Kinder stammen. Erst jüngst jedoch ging durch die Preffe einer dieser seltenen gut beglaubigten Fälle, bei welchem sogar der Zwergenwuchs sich durch zwei Generationen vererbte, und den wir auf die Autorität der „9?. Zürich. Ztg." hin hier wiedergeben: AuS ber Ehe eines als „Admiral Piccolomini" wohlbekannten Zwerge- mit einer normal gebauten, kräftigen Frau stammten neben fünf normalen Kini ern auch zwei Zwerge; eines dieser Zwergkinder ist verheirathet und die heute im Alter von 26 Jahren stehende Frau, bie eine Größe von 80 Ctm. mißt, schenkte kürzlich in der Frauenklinik in Zürich einem Kinde daS Leben, welches sich auch derart durch geringes Gewicht und geringe Größe auSzeichnet; ber Vater des Kinde» ist ein normal gebauter Mann von 172 Ctm. Größe.
Unsere Plauderei über Zwerge würde unvollständig sein, gedächten wir nicht ihrer Bedeutung, die sie in ber Mythologie besitzen. Wir brauchen ja, wie Eingang» schon an-
beschloffen, am Sonntag den AuSstellungSplatz geöffnet, bie Gebäude jedoch geschloffen zu halten.
Neueste Nachrichten.
T erreichen de» Bureau „Herold-.
Berlin, 14. Mai. Die große Berliner Kunstausstellung wurde heute Vormittag ID/, Uhr in Anwesenheit deS Prinzen Friedrich Leopold als Vertreter deS Kaisers durch den Cultusminister von Söffe und Professor Becker eröffnet. Der Eröffnung wohnten ferner bei Minister-Präsident Gras Eulenburg, KriegLminister von Kaltenborn Stachau und Staats- secretär von Maltzahn, außerdem die Spitzen der Staatß- und Communalbehörden. Die größte Anziehungskraft übten bie Bilder der Münchener Sezessionisten au».
Berlin, 14. Mai. Der Strike der Filzschuh arbeitet ist beendigt. Der Lohntarif wurde von allen Fabrikanten mit Ausnahme von zweien bewilligt.
Berlin, 14. Mai. Oberbürgermeister Baumbach sprach heute Mittag in einer freiwilligen Versammlung deS fünften Berliner Wahlkreises, in welcher er al» Candidat wieder aufgestellt wird. Redner beklagt bie Trennung ber Partei und den Rücktritt mancher politischen Freunde, z. B. Bambergers.
Pari», 15. Mai. Der vorbereitende Ausschuß für bie Ausstellung im Jahre 1900 hielt gestern eine Sitzung ab und verhandelte über den AuSstellungSplatz auf dem MarS- feld, welchen die Meisten vorschlugen. Einige Architekten reichten einen Plan für Arrangirung ber Ausstellung im Zentrum ber Stabt ein.
Locales und provinzielles.
Gießen, 15. Mai 1893.
** Ter Berein ber deutschen sreifinnigen Partei hielt am SamStag in ber Restauration Feidel eine Generalversammlung ab. Es würbe nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten beschloffen, dem Verein künftig die Bezeichnung : „Freisinniger Verein für den ersten Hessischen Wahlkreis" bei- zulegcn. In Betreff ber Stellungnahme bei ber bevorstehenben Reichstagswahl nahm bie Generalversammlung einstimmig folgenbe Resolution an: Die Generalversammlung be» Vereins der deutschen sreisinnigen Partei zu Gießen erkärt sich mit ber von ber Mehrheit ber nunmehr ausgelösten Reichstagsfraction ber Partei bei der Abstimmung über bie Militärvorlage eingenommenen Haltung einverstanben unb erwartet von ihrem für bie Neuwahl aufzustellenden Candibaten, daß derselbe bezüglich der Militärvorlage der Reichsregierung zu einer Erhöhung des Militäretats nur insoweit seine Zustimmung ertheilt, als dies mit Rücksicht auf die Einführung der zweijährigen Dienstzeit unbedingt nothwendig erscheint, unb auch dies nur unter der Bedingung, daß gleichzeitig bie zweijährige Dienstzeit für bie Fußtruppen gesetzlich eingeführt und für die Beschaffung der Mittel zu dieser Erhöhung unter genügender Berücksichtigung der dermaligen wirthschastlichen Lage und insbesondere ohne Belastung der weniger bemittelten Volksklassen durch Gesetz Sorge getragen wird. Dagegen hält es der Verein nicht für angezeigt, die in ber Reichö- tagsfraction eingetretene Spaltung auch auf die Wähler ber Partei zu übertragen unb berngemäß, namentlich zur Zeit Angesichts ber Neuwahlen zum Reichstag, irgend Stellung zu den beiden neu entstandenen freisinnigen ReichStagsfractionen zu nehmen. Der Verein stellt sich vielmehr lediglich auf den Boden des Programms der feitherigen freisinnigen Partei und wird lediglich von diesem Standpunkt auS in den Wahlkampf eintreten.
* * Neues Theater. „D e r W a f f e n f ch m i e b", komische Oper in 3 Acten von A. Lortzing. Zwei Dinge ftnb eS, bie diesem Stücke, einem der bekanntesten des Autors, immer eine außerordentliche Beliebtheit sichern werden, ein ungemein
gebeutet, kaum zu erinnern an die Zwerge unserer Märchen, von früher Jugenb an ftnb sie und alte liebe Bekannte. In der deutschen Sage vor allen nehmen die Zwerge eine wichtige Stelle ein; die Höhlen und Klüfte der Berge bewohnend, sind sie die natürlichen Hüter der Schätze ber Erbe; gleißenbes Golb unb blitzende Steine bilden ihren Reichthum und wohlerfahren in der Gewinnung unb Verarbeitung befonbers ber Ebelmetalle erscheinen sie uns als Meister ber Feinschmiebe- fünft. Wie sie Obin, bem Haupt ber Götter, ben sieg- verleihenben Speer-Gungnir, bem Donnergott Thor ben zer- schmetternben Hammer Miölnir schmieden, so entsteht unter ihrer kunstfertigen Hand für die Sonnengöttin Lif, die von Loki heimtückisch ihres Haares beraubt worden, neues Haar von Gold, gleich dem natürlichen Haare wachsend. Auch ben Menschen ftnb unsere Zwerge wohl gewogen, so jene an ihre geheimnißvolle Existenz glauben ; währenb baS alte Mütterchen ermüdet bie Hände in ben Schoß sinken läßt, besorgen bie Wichtelmännchen in geschäftigem Thun die Arbeit, unb dem Grafen in Goethes prächtigem „Hochzeitslieb", ber bie Säle feines Schlosses bem kleinen Volk für feine nächtlichen Lustbarkeiten überläßt, erscheint in der prunkvollen Zwerghochzeit das Spiegelbild feines eigenen ihn erwartenden Glückes, das er ben kleinen Gesellen oerbanft.
„So ging es und geht eS noch heute" — unb bist Du, fretmblicher Leser, ein Sonntagskind, bem sich die Brust weitet unb baS Herz höher schlägt bei einem Gang durch den dämmerigen Wald, bem eß vergönnt ist, der Natur manche Geheimnisse abzulauschen, die sie vor blödem Auge verbirgt, so magst Du sie wohl erschauen, die kleinen Wichte mit klugem Gesicht unb langem Bart, mit denen der Glaube Deiner Vorfahren die Heimath bevölken hat. Sie Haden die Tarnkappe abgenommen, die sie ben Augen deS Menschen verbirgt. AuS ben Kelchen ber Blumen lugen sie hervor, im schwellenden MooS haben sie sich gelagert unb fast verborgen unter bem fchützenben dreitkrämpigen Hot eines Pilzes nicken vertraut sie Dir zu.
volkSthümlicheS Libretto und dazu eine ganze Fülle heiterer und lebendiger Melodieen. Alle auftietenben Personen sind fo durchaus wmpathisch gezeichnet, ja oft mit so ubermüthigem Humor unb auSgelanener Komik dargestellt, daß die Aufführung des Werkes gewöhnlich eine Zugkraft ersten Ranges wird. Ei geruh L m idjer Weise traf dies am gestrigen Abend nicht zu. Das Hau» war recht schwach besetzt, sollte vielleicht daS herrliche Wetter hier mügenmft haben? Leider litt nur auch die Wiedergabe der Oper unter dieser spärlichen Besetzung. Man merkte deutlich, eß wollte die rechte Stimmung nur schwer in bie Darsteller kommen, einzelne Leistungen zeigtet» ja recht tüchtiges Stubium, aber ber Totaleindruck ließ doch manches zu wünschen übrig. So waren zum Beispiel bie Chöre durchweg, besonders aber im ersten Acte recht mittelmäßig. Dem Träger der Titelrolle, Herrn Kieker, war eine gewisse Attraction nach dem Souffleurkasten hin unverkennbar, auch beeinträchtigte eine gegen Ende beß Stückes zunehmenbe Heiserkeit den Künstler bei ber Lösung feiner Aufgabe. Herr Neufch (Liebenau) dagegen unb besonberS Herr Beermann ^Georg) standen auf ber Höhe ihre» Könnens, hauptsächlich letzterer entzückte die Anwesenden durch die Frische, mit der er den derbkomischen Knappen überhaupt verkörperte, besonders aber durch bie prächtig vorgetragene Brie im zweiten Acte. Die anmuthige Rolle der .Marte" war bei Fräulein Kronegolb in den besten Händen. Fräulein Ma ran o (Jrmeniraut) zeigte Anfangs eine gewisse Befangenheit, die jedoch mit ber Zeit wich unb nach und nach dem Uebermuth Platz machte, mit bem diese Parthie gespielt werden muß. Herr Thiemann traf inMaSke und Sprache den Charakter beß dicken Schwanenritters „Sbelhof" vorzüglich, wenngleich der Dialect manchmal einen gewissen semitischen Beigeschmack merken ließ.
* * Wie man einen Sigarren Marder greift, hat ein Wirth in dem benachbarten Kl.-L. bewiesen; demselben gingen wiederholt seine zum Verkaufe in bem Buffet befinblichen Cigarren aus dem jeweilig angebrochenen Kistchen auffallend rasch ab, sodaß er Verdacht gegen einen seiner Gäste schöpfte. Um der Sache auf ben Grund zu gehen, stellte der Wirth an einem Tage der verflossenen Woche daß angebrochene Kistchen wieder an seinen gewöhnlichen Platz und entfernte sich aus bem Wirthßzimmer. AIS er gleich darauf zurückkehrte, war er nicht wenig überrascht, wie ein Gast, der Übrigenß in sehr' guten Verhältnissen leben soll, im Zimmer stand unb sich bemühte, den bickflüssigen Inhalt auß btm Kuhstall, mit welchem das angebrochene Kistchen gefüllt war, von feiner Hand ab- zuschütteln. Trotzdem der so Ertappte dem Wirth 6 Mk. geboten haben soll, bie Sache zu verschweigen, ist sie doch bekannt geworden.
* • Blinder Feuerlarm. Gestern Abend zwischen 7 und 8 Uhr wurden die Bewohner beß Markt- unb KirchenplatzeS durch „Feuer"'Rufe erschreckt. Glücklicherweise war eß nur durch Verbrennen von Papier rc. erzeugter starker Rauch in dem Hause Markt 1, welcher keinen richtigen Abzug hatte und durch sein Entweichen durch die geöffneten Fenster einen Auflaus verursachte.
• * * 3n Amerika verstorbene Hessen. New .York, Wilhelmine M. Guntrum, geb. Süß, 21 Jahre, au« Bessungen. Brooklin, Louise Amman, geb. Grätsch, 47 Jahre, auß Meisenheim. Andreas Steinmüller, 69 Jahre, aus Gießen. Cincinnati, Ehefrau von H. Kohl geb. Keller, auß Ober - Ramstadt. Wheeling, Louis Pracht, 59 Jahre, auß Grünberg.
♦ ♦ LebenSmittelPreise Ende März 1899. Nach einet Zusammenstellung der Großh. Ccntralstette für die Landesstatistik kosteten:
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Offenbach
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Worms
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60
60
68 52
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11
98-108
17
7-9
Gießen
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58
55
69 58
12
11
102-112
17
5-6
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Bingen
75
60
60
70 70
12
11,5
116-132
19
5-71
Bensheim
68
60
60
60 80
12,5
11
111-120
17
7 6
60
50
70
70 70
16
11
111-122
17
7-6-
Friedberg
68
60
60
60 60
15,5
15
95—110
1'.
5— 8
Alsfeld
60
45
50
60 -
12,5
10
96-100
14
6-7
Lauterbach
56
56
50
60 50
13
10
100
14
5
E. Echzell, 14. Mai. Seit einiger Zeit schleicht der Kinderwürgengel, die Diphtheritis, wieder bet uns herum. Diesmal ist sie in dem Hause unseres verehrten ArzteS, beß Herrn Dr. B., eingekehrt und hat den einen Sohn desselben in so heftiger Weise (faulige DiphthertnS) angegriffen, wie sie selten erscheint. Herr Dr. B. hat sich sofort einen Vertreter kommen lassen, um selbst nicht mit dem Publikum verkehren zu müssen. Auch in bem hiesigen Staaten- Institute war bie Seuche erschienen, ist aber sofort energisch bekämpft worden. Die Meldung beß „G. Anz." auS Cem Wetterthale bei Lich unb Umgegend, daß dort influenzaartißk KrankheitSerscheinungen aufgetreten seien, kann von hier auS ergänzt werben, denn bei unß finden sich gleiche Erscheinungen. Auch in ber Umgegend treten DiphtheritiSerscheinungen auf unb Herr Dr. B. hat die Krankheit wohl selber nach Haufe gebracht.
Tarmstadt, 13. Mai. Nationalliberaler Candidat rür Offenbach-Dieburg ist KreiSrath HaaS-Offenbach.
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• Boppard 12. Mai. AIS bie Mainzer Schützende ell- schaft gestern Nachmittag hier eintraf, wurden am Rbei» Böllerschüsse abgefeuert. Ein Böller platzte; ber Soho


