ötrbe von allen Silber producenim schwer empfunden. Man übersehe nicht, daß Deutschland tin Silber probuctrcnbt» Land sei. (*4 sei in der That wegen seine- StlberbergbauS stark In der Frage der Silber - entwerlhung tnteresfirt. Als Vertreter eines Bergbau treibenden Wahlkreise- sei deshalb auch der frühere socialdcmokrat sche Reichstagsabgeordnete Kayser Bimetalist gewesen; erst spül er habe er seine llrber- ,eugung geändert. Für den Bergmann sei die Silbersrage eine Frage von Sein oder Richtsein. Seit Etnsührung der Goldwährung haben auch die sächsischen Bergbaubejirke erhebliche Einbuße erl-tten. Bei Fortdauer der sinkenden Preißbewegunp des SUberS würde gerade Deutschland zuerst gcnölhigt sein, seine Silberprodnction einzustellen. DaS wäre der Anfang zum Ruin deS deutschen Bergbaues überhaupt. Viele Tausende würden arbeitslos, Millionen aufgewendeten Eapltals gingen verloren. Er treibe keine Schwarzmalerei. DaS deutsche Reich müffe nach Ansicht deS Bergmanns eine andere Stellung in der WährungSsrage einnehmen. Es dürfe kein Mittel unversucht bleiben, um eine Aenderung herbeizuführen. DaS sei keine bimetalltsttsche Agitation, die man mit dem Antisemitismus in eine Parallele stellen könne, eS fei der Hilferuf einer dem Untergange entgegengehenden Industrie. Möchte dieser Hilferuf nicht ungehört verhallen. (Beifall rechts).
Abg. Graf Mirbach (cons) führt aus, daß die WährungS- frage auch ohne England gelöst werden könne, mit England freilich würde die Lösung ohne alle Schwierigkeiten vor sich gehen können. Die Regierung sollte jedenfalls auch ohne England vorgrhcn. ES liege in der geschichtlichen Entwickelung, daß unsere jüdischen Mitbürger ft(6 mehr der distributiven Thättgkeir hingegeben hätten und mehr im Besitze deS mobtl.n Kapitals seien. Damit hänge eS wohl auch zusammen, daß Bamberger stets so entschieden für die Goldwährung etngetreten sei. Die dauernde Aufrechterhaltung der Gold« Währung werde einfach zur EonssiScation von Grund und Boden führen. Der internationale CapltaliSmnS fei der größte Feind des nationalen Besitzes und die internationale Goldwährung fei die schneidigste Waffe gegen die vaterländische Production Diese werde am wirksamsten durch .einen autonomen Zolltarif und die Doppelwährung geschützt. (Beifall rechts.)
Avg. Büsing (nl.): Die Preise seien infolge der Goldwährung nicht herabgedrückt worden. Waarenpreise steigen und fallen international ohne Rücksicht auf die Währung. Än Umlaufsmitteln sei kein Mangel. Deutschland sei an der SUberentwerthung nicht schuld. Die Entwerthung sei ja auch in Ländern eingetreten, in denen daS Derhältniß deS Silbers zu Go d 15'/» : 1 ausrecht erhalten blieb. Die Währung aus zwei Metalle stellen, helße sie größeren Schwankungen auSsetzen. Auf dem Weltmarkt werde auch immer nur ein Metall alS Werthmesser in Betracht kommen. Mit der Doppelwährung würden wir allmälia zu einer unterwerthtgen Silberentwerthung kommen. DaS Gold mürbe auch aus dem Lanbe gehen. Die Schwankungen ber russischen Valuta würden zudem nicht beseitigt, denn der RubelcourS richte sich nach ber Handelsbilanz. Der Handelsvertrag mit Rußland werde den RubelcourS steigern. Man möge bei untrer bewährten Währung bleiben. (Beifall links).
Abg. o. Kardorff (Rp.): Der Preisdruck fei eingetreten, und -war nicht infolge gesteigerter Production, sondern verminderter Consumtion. Mit dem Moment, da wir die Goldwährung einfühlten, habe der lateinische Münzbund seine Silber Währung eingestellt, daher der große PretSdruck Zn England sei die Landwirthschast unter der Goldwährung ruintrt worden. Bei unS würde dasselbe eintreten, wenn wir bei ber Golbwährung beharren.
Abg. Dr. Bamberger (bfr.): Der lateinische Münzbund habe die Sllbervrägungen erst 187b eingestellt. Die Unterstellung, baß er für bie Goldwährung sei, weil er Jude sei, halte er für geschmacklos. Seine Wähler hätten ihn nicht als Juden, sondern als Deutscher gewählt. Gerade von den reichen Juden seien bie meisten Bimetallisten; er erinnere an daS Hau« Rothschiib und an Bleichröder. Und ber Mann, ber auf ber Brüsseler Conserenz ein Eintreten DeutschlanbS für bie Dopp-lwährung befürwortete, hieß Levy, Fürst Bismarck sei gewiß Agrarier gewesen, aber auf ben bimetallistischen Leim sei er nicht gegangen. Erst mit ber Colonialpolitik seien die Agrarier für bie Doppelwährung eingefangen worben. Mit bem Uebergange zur Doppelwährung würden wir freiwillig in den Bankerott gehen. (Beifall links).
Abg. Dr. Frege (conf): DaS Haus Rothschild habe sich noch nicht mit Bankerottgeschäften abgegeben, was ein gutes Omen für den BlmeialllSmuS fei. Die Landwirthschast könne nur in der Doppelwährung Hülse sehen. Ein Grund für die Remonetisirung des Silbers liege in bem Goldmangel. Nur bie internationale baute financo befürworte noch die Golbwährung. Die SilberwährungS- lander führten ihren Export In immer steigendem Maße nach ben GoldwährungSIänbern.
Der Xitel GtaatSsecretär wird bewilligt.
Weite, berathung morgen.
Neueste Nachrichten.
ÄotffS teiegraobisches Csrcespondenz-Bureau.
Hannover, 14. März. Der Regierungspräsident von Lüneburg hat d,e E i n f u h r von Wiederkäuern und Schweinen auS Dänemark und Schweden verboten.
Rom, 14. März. „Opinione" und „Diritto" melden: In En trag u e bei Cuneo starb ein in der Vorwoche dort«
Die Morgenröthe einer neuen Zeit brach an.
Vom sechsten Jahrhundert an durchzogen schottische und irische Missionare die wüsten Gegenden Deutschlands, verkündeten die Lehre von Christus imb bauten Kirchen und Kapellen zu feiner Verehrung, die Schottenkirchen genannt wurden.
Die irisch-schottische Kirche stand in ausgesprochenem Gegensatz zur römischen. Die Schotten erkannten die römischkirchliche Lehre von der'Verfaffung der Kirche nicht an. Ihre zahlreichen Klöster waren Niederlassungen ohne Umsassungs- mauern, in denen die oft beweibten Mönche in besonderen Zellen wohnten. Der an der Spitze der Klostergemeinde stehende Abt regierte unter dem Beirath der Mönche. Ihre Hauptaufgabe war die Mission. War irgendwo eine Gemeinde gegründet, so wurde an deren Spitze ein Bischof gestellt, der aber dem Abt des Klosters tuuerworfen war. Der schroffe Gegensatz von Klerikern und Laien war der irisch-schottischen Kirche fremd. Auch hatten erstere keine besondere geistliche Kleidung, Geistliche und Klosterleute beschäftigten sich fleißig mit der heiligen Schrift und gebrauchten im Gottesdienst nur die Landessprache. Zwar kannten auch sie Heilige, verehrten 7ic aber nicht, kannten auch keinen Bilderdienst, kein Feg- feuer, also auch keine Seelcnmcffcn. Dabei waren sie, wo sie hinkamen, die Bringer der Cultur. Sie waren treffliche Bücherabschreiber, bewunderte Saitcnspieler, gelehrte Sprach kundige und in allen Wiffenschastcn bewandert, dabei aber auch praktische Anroder, Pflanzer, Fischer, Jäger und Vogelfänger. Alle ihre Kräfte und Kenntnisse verwendeten sie im Dienste deö Evangeliums.
Doch damals fanden sic ihren Weg in den weiten und gefürchteten buchonischen Wald, zu dem der Vogelsberg gc hörte, noch nicht. Nicht unmöglich aber ist, daß im siebenten Jahrhundert der Schotte Kilian auf seinen Mission»-
selbst angekommener französischer Arbeiter plötzlich unter Cholera-Symptomen. Der Leichenbefund bestätigte, daß die Todesursache Cholera war. Der Präfect ordnete strenge Vorsichtsmaßregeln an.
Riga, 14. März. An der kurländischen Stufte, unweit Li bau, stecken 32 Dampfer in Eisschollen- die Lage der Dampfer ist theilweise bedenklich. Rettungsversuche blieben bisher erfolglos.
Konstantinopel, 14. März. Auf Befehl des Sultans begibt sich der Leibchemiker BonkowSki in Begleitung von drei höheren Sanitätsbeamten als Delegitte zur Cholera- Conferenz nach Dresden.
Rewyork, 14. März. In den nördlichen Staaten sind durch Ueberschwemmungen arge Verwüstungen verursacht worden. Die EtabliffementS der ElectricitätSgesellschasr und dasjenige EdisonS stehen unter Waffer. Der Schaden wird auf eine halbe Million Dollar geschätzt. Viertausend Arbeiter sind beschäftigungslos geworden.
Washington, 14. März. (Reutermeldung.) Der Schatz- secretär Carlisle erließ neue Bestimmungen über den Eintritt von Einwanderern in die Vereinigten Staaten.
Depeschen deS Bureau »Herold*.
Berlin, 14. März. Die „Nationalzeitung" constatirt aus angeblich zuverlässiger Quelle, die in freisinnigen Blättern enthaltene Behauptung, der Handelsvertrag mit Rußland fei auf Grund der dieffeits aufgestellten maßlosen For- derungen als abgelehnt zu betrachten, entbehre umsomehr der Begründung, als die deutschen Forderungen zur Zeit noch nicht in Petersburg eingetroffen seien.
Kiel, 14. März. Der hiesige conservative Verein nahm gestern ein Vertrauensvotum an zum Kaiser und der Regie- rung, daß die Militärvorlage im ganzen Umfange angenommen werden möchte.
London, 14. März. Gladstone ist an der Influenza leicht erkrankt.
Madrid, 14. März. Der deutsch-spanischeHandels- vertrag wurde der Königin Regentin zur Unterzeichnung bereits unterbreitet. Derselbe gelangt Anfangs April in den Cortes zur Verhandlung.
Madrid, 14. März. Eine Dynamitpatrone verursachte einen großen Schaden in dem Socialistenlocal Leffa. Das Attentat forderte keine Opfer. Daffelbe wird den Anarchisten zugeschrieben.
Berlin, 15. März. Wie das „Tageblatt" hört, werden zu der Donnerstag stattfindenden zweiten Lesung der Militärvorlage in der Commission formulirte Anträge seitens der Nationalliberalen und des Centrums eingebracht.
totales und provinzielles.
Gießen, 15. März 1893.
*♦ Höhere und erweiterte Mädchenschule. Die Prüfungen finden am Donnerstag den 16. und Freitag den 17. März, von Vormittags 9 Uhr ab, statt. DaS neue Schuljahr beginnt am 10. April, Morgens 8 Uhr. — Der Anfangsbestand im laufenden Schuljahre zeigte in den 10 Klaffen der höheren Mädchenschule I—X 306 Schülerinnen, in den 8 Klaffen der erweiterten Schule 1b—8b 244 Schülerinnen, zusammen 550 gegen 535 im Vorjahre.
** Im Kaiser-Panorama gelangt von morgen ab eine ganz neue Pracht-Serie, eine Reise durch Holland, zur Ansicht, wo wir das Leben und Treiben in sämmtlichen größeren Städten Hollands bewundern können zu Wasser und zu Land, ferner den Badeort Scheveningen rc. Diese Serie soll wieder den vorangegangenen nichts nachstehen. Da keine Abonemcnts bis 15. April mehr auSgegeben werden, ist das Entree von jetzt ab auf 20 Pf., für Kinder auf 10 Pf. festgesetzt.
** Gestern Vormittag wurde auf dem Thurm der neuen Zohaoneskirche das Kreuz mit dem Hahn aus gefetzt. Die schwierige Arbeit, zu deren Ausführung die letzten stürmischen Tage hinderlich waren, ging glücklich von statten.
ivanderungcn von Würzburg nach Thüringen auch in unsere Gegend kam und es hat einige Wahrscheinlichkeit für sich, daß die uralte KilianSherberge bei Schotten in irgend einer geschichtlichen Verbindung mit dem 688 ermordeten Heiligen steht. Führte doch schon von römischer Zeit her eine der drei hohen Straßen des Vogelsbergs nach Germanien hier vorüber- eö war die wichtige Handelsstraße, welche zur Verbindung des Südens von Deutschland mit dem Norden von Hungen an der Kiliansherberge vorüber nach Götzen und über die Feldrückcr Höhe führte.
Geschichtlich nachweisbar kam erst zu Ende des achten Jahrhunderts ein unbekannter schottischer Missionar auch in das Thal des niederen Waffers und erbaute im oberen Theil desselben eine kleine Kirche, die nach ihrem Gründer auch Schottenkirche genannt wurde. Wir wissen nicht genau, wo sie gestanden hat, doch ist wahrscheinlich, daß cs die erste Kapelle von Schotten war. Erwähnt wird sie in einer Schenkungsurkunde des Schottenabtes Beatus an die Schotten- abtei auf der Rheininsel Hohenau bei Straßburg im Jahre 810 gleichzeitig mit anderen Schottenkirchen, von denen unS besonders die im Markwald von Lich, vielleicht der erste Anfang des nachmaligen Klosters Arnsburg, dann zu Kirchberg au der Lahn, nahe dem Staufenberg, die zu Sternbad) bei Affenheim und die zu Trais-Horloff oder Hornuffa, beide in der Wetterau, von Jntereffe sind. Alle diese Kirchen waren mit beträchtlichen Gütern auSgestattet und wurden von 810 an von dem Schottenabt zu Houau administrirt.
Aber schon damals war auch von anderer Seite dem Heidenthum bei der Bevölkerung des buchonischen Waldes der Krieg erklärt und der Angriff begonnen worden, wenn auch fein Kampf mit den Waffen in der Hand.
(Fortsetzung folgt.)
Nach Beendigung derselben gab eS für die AuSführenden bea üblichen Gesellentrunk.
*• Gestohlen wurden in der vorigen Woche auf dem NahrungSderg an verschiedenen Gartenhäusern die Dachkandeln. Sestern wurden die Thäter in Gestalt zweier schon vielfach bestrafter Individuen ermittelt und in Haft gebracht. Dieselben hatten daS Zinkblech hier verkauf und den Erlös in SchnapS vertrunken.
* Z>r Beachtung. Gegenwärtig durchziehen Händler mit Obstbaumen die Provinz, sie verkausen das Stück von 5 bis 70 Psg. Daß diese Bäume nicht veredelt finbr ist handgreiflich, denn wer schon in einer ordentlichen Baumschule war, der weiß, daß für solche Preise kein veredelter Baum zu züchten ist. Die Leute aber gehen nur darauf au», billig kaufen zu können, später haben sie aber doch den Schaden davon, daß sie anstatt eine gute Frucht sogen. Holzäpfel ernten, wie dteS die Erfahrung schon oft gelehrt hat. ES wird deshalb vor dem Ankauf solcher Bäume gewarnt, weil sie oft wochenlang umhergetragen werden, wodurch die Saugpmrzeln vertrocknen und deshalb die Bäumchen sehr schwer angehen. Man kaufe nur starke Baume auS einer guten Baumschule, welche dann auch frühzeitig tragen und wo man weiß, daß sic veredelt sind und welche Sorten man hat. Dor allem werde man Mitglied deS Oberhessischen Obstbauvereins (Beitrag jährlich 1.50 Mk., wofür man den monatlich erscheinenden „Rathgeber für Obst- und Gartenbau" erhält, sowie Preisermäßigung beim Bezug von Obstbäumen und GratiSabgabe von Edelreisern u. s. w.) Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß Diejenigen, welche Obstbäume pflanzen wollen, nicht geschädigt werden.
** Anpflanzung von Preißelbeeten. NamenS des ersten Ausschusses der Zweiten Kammer erstattete über den Antrag deS Abg. Breimer, die Anpflanzung von Preißel- beeren in (Sommunal- und fiScalifchen Waldungen bett., der Abg. Theobald Bericht, der in dem Antrag gipfelt, die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, Versuche mit der Anpflanzung von Preißelbceren auf geeigneten Standorten in den Domanialwaldungen machen zu (affen und in den Communalwaldungen daS Gleiche zu veranlaffen.
** In der Behandlung ber Postanweisungen bei den Postämtern treten vom 1. April ab einige sehr vortheilhafte Veränderungen in Kraft. Diese bezwecken, durch Der- einfachung der Eintragung rc. in die Postbücher Seitens der Beamten eine vermehrte Beschleunigung deS Geldverkehrs. So werden in den Annahmebüchern für Postanweisungen dann nicht mehr die Namen der betr. Empfänger vermerkt, auch einige weitere Bezeichnungen fortgelaffen und bei mehreren nothwendigen Angaben daS Niederschretben durch Vordrucke erspart werden. DeS Weiteren sollen im Postvermetk der Postanweisungen Ausgabe-Bezirk und -Ort nicht mehr handschriftlich, sondern mittelst Stempels angegeben werden. Vorstehende Aenderungen beziehen sich vor Allem auf eine beschleunigtere Abfertigung deS Publikums bei Geldeinzahlungen am Schalter. Alle weiteren Punkte der Verfügung hingegen betreffen die schnellere Beförderung der aufgegebenen Postanweisungen und sind nicht für da» Publikum bestimmt.
** Tn Tabak im Jahre 1891/92. lieber den Tabak im deutschen Zollgebiet im Erntejahr 1891/92 enthält daS soeben herauSgegebene Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs Nachweisungen, worin die Besteuerung deS Tabaks, die Ein- und Ausfuhr von Tabak und Tabakfabrikaten, sowie der Erttag ber Tabakabgaben für daS genannte und die vorangegangenen Jahre dargestellt sind. Mit Tabak bepflanzt waren im ganzen deutschen Zollgebiet 1891 18533 ba (1890 20114), davon 6086 (1890 6699) in der Pfalz, 1485 (1890 1722) in Elsaß Lothringen, 4793 (1890 4897) im badischen Oberland, 549 (1890 896) in der Gegend von Nürnberg und Fürth, 3083 (1890 2923) in der Ukermark und an der Odermündung. Die Abnahme deS Tabakbau« im Jahre 1891 wird darauf zurückgeführt, daß der 1890 geerntete Tabak in den meisten Bezirken nur geringe Preise erzielt und langsamen Absatz gefunden hatte, ferner die kleinen Anpflanzungen von Tabak zum eigenen Gebrauch ber Pflanzer ständig zurückgehen. Geerntet wurden 1891 34 774 t trockene (dachreife) Tabakblätter (1890 42372 t), auf 1 ha ber an* gepflanzten Fläche durchschnittlich 1,88 t (1890 2,11 t). Die anhaltend nasse und kühle Witterung deS Sommer» 1891 bat die Entwicklung ber Tabakpflanzen fast überall zurückgehalten und einen nur mittleren Ernteertrag zur Folge gehabt. Dagegen ist die Beschaffenheit deS 1891 geernteten Tabaks tn der Regel gut gewesen, waS bem milben, beftänbigen Wetter im Spätsommer unb Herbst verdankt wird. Trotzdem konnten von ben Pflanzern für baS 1891er Erzeugniß nur verhältniß- mäßig niebrige Preise erzielt werben. Als mittlerer Preis für 100 kg trockener Tabakblätter (einschließlich der Steuer) sind ermittelt 74,5 Mk. gegen 75,8 Mk. im Jahre 1890 und 81,9 Mk. im Jahre 1889. Der Geldertrag der Tabakernte überhaupt ist (nach Abzug der Steuer) für 1891 zu 13,5 Millionen Mark, 1890 zu 17 Millionen Mark und 1889 zu 18 Millionen Mark berechnet. Der Wetth ber Einfuhr von Tabak und Tabakfabrikaten betrug im Ernteiadr (1. Juli bis 30. Juni) 1891/92 84,3 Millionen Mark, ter Ausfuhr 5,8 Millionen Mark. Die Tabak-Abgaben baden im Ganzen nach Abzug ber Steuererlasse unb Vergütungen 1891/92 54,4 Millionen Mark, wovon etwa 43 Mill onen Mark auf bie Eingangszölle vom ausländischen Tabak entfallen, ergeben, auf ben Kopf ber Bevölkerung 1,08 Mk. Als Verbrauch im beutschen Zollgebiet sind für ben Durchschnitt der letzten sechs Jahre (bie Berechnung für einzelne Jahre ergibt wegen ber wechselnben Lagervorräthe, beren Höhe unbekannt ist, kein richtige» Bild) auf ben Kops ber Bevölkerung 1,51 kg sabrikationSreisen Rohtabaks berechnet.
-r. Lindheim. 14. März. Der oberhessische Vo'kS- bildungSverein veranstaltet nächsten Sonntag, Adenb» 7 Uhr anfangerib, in bem Saale be» Herrn Voß bobier,
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