Matricularbeitrage schon in dem laufenden Budgetjahre den Betrag der Ueberweisungen des Reichs an die Bundesstaaten namhaft überschreiten und die Besorgnis, daß ohne die ange» strebte Verständigung der verbündeten Regierungen mit dem Reichstage über neue oder erhöhte Einnahmequellen eine schwere Ueberlastung der Einzelstaaten eintreten müßte, haben die Aufstellung eines Voranschlags, welcher daS Gleichgewicht zwischen Einnahme und Ausgabe wahrt, zu einer schwierigen Aufgabe gemacht und die größte Vorsicht in Ausgaben noth- wendig erscheinen lassen. Die Lösung jener Aufgabe würde trotz der einstweiligen Zurückstellung mancher sehr gerechtfertigter Anforderungen nicht möglich gewesen sein, wenn nicht die aus früheren Budgetperioden vorhandenen lieber* fdjflffe der HauptsiaatSkasse gestattet hätten, zur Deckung einer Anzahl von Ausgabeposten, welche streng genommen in daS ordentliche und nicht in das außerordentliche Budget gehört hätten, einen Theil jener Ueberschüffe heranzuziehen.
Für Handel, Industrie und Gewerbe sind leider die Verhältnisse immer noch nicht viel günstiger geworden, wenn sich auch hier und da ein Anfang zur Besserung zeigt. Zu Meiner besonderen Genugthuung war es übrigens möglich, zur Förderung dieser Berufszweige nicht bloS die seitherigen, sondern selbst etwas erhöhte Beiträge in den Hauptvoranschlag einzustellen. DaS Gleiche konnte auch in Betreff der Land* wirthschaft geschehen, welcher Meine Regierung fortdauernd thre ganze Aufmerksamkeit zuwenden wird.
Die Vorarbeiten für die zu erbauenden Nebenbahnen sind derart gefördert, daß die Entwürfe für die Hälfte dieser Linien fertig gestellt sind. Leider ist aber mir Ausnahme einer einzigen Linie die Inangriffnahme des Baues noch nicht möglich gewesen, weil die gesetzlich vorgeschriebene Geländestellung Seitens der Betheiligten nicht zum Abschlüsse gelangen will. Ich hoffe indessen, daß doch bei einem Theile jener Limen die Geländestellung in nächster Zeit gesichert wird, so daß sich dann eine lebhafte Bauthätigkeit entwickeln kann. , In dieser Erwartung ist die Verwendung von 13 Millionen Mark zu Nebenbahnbauten in dem Haupt-Voranschlage vorgesehen.
Nachdem der auf dem 27. Landtag gemachte Versuch einer allgemeinen Revision der Gesetze über die innere Ver* waltung zu keinem Ergebnisse geführt hat, wird Meine Regierung sich nunmehr die Aufgabe stellen, nach einzelnen Richtungen hin Verbesserungen in Anregung zu bringen und wird Ihnen zu dem Ende baldthunlichft eine und die andere Vorlage zugehen.
Außerdem wird Ihnen, und zwar alsbald, der schon früher zur Verhandlung gestandene Gesetzentwurf, betreffend die Organisation des Forstschutzes, sowie ein Gesetzentwurf, betreffend die Versorgung der Waisen der Volksschullehrer, zur Berathung und Beschlußfassung vorgelegt werden.
JA gebe. Mich der angenehmen Hoffnung hin, daß Ihre Thatigkeit während des bevorstehenden Landtags Meinem geliebten Land und Volk zum Wohle gereichen und dazu bei* ^°gen wird, Frieden und Eintracht im Lande zu mehren, Zwietracht und Unzufriedenheit zu mindern. Das gebe Gott!
Darmft. Ztg.
Neueste Nachr^chteir.
Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau.
Berlin, 13. December. Der „Reichsanzeiger" erklärte, die Besprechungen der Blätter betreffs der weiteren Be* loh nun g im Betrage von 100 Mk. an die bei der preußischen Staatseisenbahnverwaltung beschäftigten Ar* beiter nach fünfzigjähriger Dienstzeit, namentlich die Behauptung, daß eine erhebliche Ersparniß für den Eisenbahnfiscus damit verknüpft sei, beruhten auf einer irrthümlichen Annahme. Bei kürzerer als fünfzigjähriger Dienstzeit würden die bisher gewährten Belohnungen nicht wegfallen, es treten daher nicht Ersparnisse, sondern Mehrausgaben ein.
Hamburg, 13. December. Der Schnelldampfer „Auguste Victoria", der zwecks Reparatur nach der Werft Blohm Voß gehen sollte, gerieth heute Vormittag auf der Elbe infolge durch Ostwind hervorgerufenen niedrigen Wasserstandes auf den Grund. Die Versuche, heute Abend den Dampfer bei eingetretenem Hochwasser durch neun Schlepper abzubringen, mißlangen. Eine Gefahr für den Dampfer liegt nicht vor.
Straßburg, 13. December. Eine Ministerialverordnung von heute verbietet die Einfuhr und Durchfuhr von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen aus Italien. Die Verordnung tritt am 18. d. M. in Kraft.
Wien, 13. December. In Fiume fiel gestern Abend der katholische Bischof von Banjaluka, der sich nach Zara einschiffen wollte, am Molo Szapary infolge eines Fehltritts ins Meer. Er wurde zwar sofort gerettet, verschied jedoch wenige Minuten später.
Loudoa, 13 December. Bei der Hafenvertiefung in Plymouth explodirte heute Nachmittag eine Dynamitpatrone, als man sie, da sie unter Wasser nicht gleich losging, wieder herauszog. Zwei Mann wurden getödtet, einer schwer verletzt.
Depeschen des Bureau „öerolb".
Berlin, 13. December. Auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung deö Bundesraths steht die Berathung des vom Reichstage gefaßten Beschlusses, betreffend die Eisenbahn Freifahrkarten für Abgeordnete, ferner der Entwurf des Nachtrages zum Arzneibuch für das Deutsche Reich und der Entwurf, betreffend Bestimmungen über den Nachrichtendienst in Viehseuchen Angelegenheiten.
Berlin, 13. December. Die „Voss. Ztg." führt in einem Leitartikel auS, mit Aushebung deS Jesuitengesetze- werden im Reichsgebiete Ungleichheiten in Betreff der Ordens- frage entstehen, deshalb dürfte für die Stellung des Bundesraths zur Frage der Aufhebung des JesuitengeietzeS auch der gesetzliche Zustand vor dem Erlaß des Gesetzes, namentlich in den größeren Bundesstaaten, in Betracht kommen.
Berlin, 13. December. Die Novelle zum Unterstütz- ungswohnsitzgesetz ist heute in der Commission mit einer 1
Aenderung, welche den Erwerb des UoterftützungswohnfitzeS ! auf das 18. Lebensjahr herabsetzt, angenommen worden. Die ! Berathung der Novelle zum Viehseuchengesetz ist in der j Commission heute bis Artikel 3 gefördert worden. Morgen erfolgt die Fortsetzung der Berathungen.
Berlin, 13. December. In militärischen Kreisen wird auf das Bestimmteste versichert, daß im September nächsten JahreS ein dreitägiges Kaisermanöver des wünrember* gischen ArmeecorpS statlfioden wird. In Marinekreisen wird wiederum der Plan eines Danziger KriegShafens erwogen.
Berlin, 13. December. DaS gestern Abend im Neuen Palais vor dem Kaiserpaar und vielen hohen Gästen ver* anftaltete Concert des Männergesangvereins auS Hannover nahm einen prächtigen Verlauf. Nach einem Vortrag niederländischer Volkslieder, welche der Verein meisterhaft sang, äußerte der Kaiser seine hohe Befriedigung über die vollendeten Leistungen der Sänger. Der Vorsitzende und der Musikdirlgenr des Vereins erhielten Orden.
Berlin, 13. December. In der gestrigen Sitzung der Centrumsfraction des Reichstags behufs Stellungnahme zu den Handelsverträgen erklärte sich die Majorität der Anwesenden gegen den rumänischen Handelsvertrag. Die Annahme des letztem im Reichstag ist daher sehr fraglich.
Berlin, 13. December. Der ehemalige langjährige Bürger- , meister von Berlin, Geheimer Regierungsrath Duncker, ist im Alter von 82 Jahren verstorben.
Wien, 13. December. Wie die „Polit. Corresp." aus Petersburg mittheilt, finden im Jahre 1894 in her Nähe Don Smo lensk große Manöver statt, an welchen sich drei Armeecorps betheiligen werden.
Budapest, 13. December. Offiziös wird gemeldet, die hiesige Regierung sei bereit, sich den Maßnahmen gegen die Anarchisten anzuschließen, falls solche nothwendig werden sollten. Allerdings würde man die größte Vorsicht beobachten, weil in Ungarn nicht eine solche Eile wie in Frank- reich für nöthig erachtet werde.
Paris, 13. December. Der Just'zminister Dubos besuchte gestern V a i l l a n t und fragte denselben, welche Beweggründe er denn eigentlich zu dem Attentat gehabt habe. Vaillant antwortete : „Es ist unnütz, Ihnen dies zu erklären, Sie sind Bourgeois und würden mich doch nicht verstehen."
Paris, 13. December. Die Haussuchungen, besonders in den Vororten von Paris, wurden gestern eifrigst fortgesetzt. Man glaubt jetzt allgemein, daß Vaillant einem größeren Complott angehört habe. Wie es heißt, werden dieser Tage alle ausländischen Arbeiter, wovon festgestellt wird, daß sic mit den Anarchisten in irgend einer Verbindung gestanden haben, ausgewiesen.
Paris, 13. December. Der österreichische Anarchist Leopold StabE wurde heute ausgewiesen. Man sand bei ihm zahlreiche Correspondenzen, welche mehrere Personen compromitlirten. Auch bei dem Ingenieur Paul Recluß wurden viele revolutionäre Schriften entdeckt.
Paris, 13. December. Weitere eingebrachte Gesetzentwürfe gegen die Anarchisten bezwecken, die Dynamit- alten tat er vor eine andere Gerichtsbarkeit als die des Assisenhofes zu stellen. Gegen diese Absicht soll von vielen Abgeordneten energisch protestirt werden.
Paris, 13. December. Von Seiten der Polizei sind anarchistische Plakate, welche an den Triumphbogen angeschlagen waren, entfernt worden. In denselben wird Vaillant zugerufen: „Sei ohne Furcht, man wird Dich rächen!"
London, 13. December. Die durch den gestrigen Krawall in Dover geschädigten Restaurateure und Schiffseigner haben Klage auf Schadenersatz eingereicht. Die Kaserne, in welcher der Tumult stattfand, ist einer Brandstätte gleich.
Brüssel, 13. December. Infolge zweier an den hiesigen Untersuchungsrichter gesandten Briefe, in denen demselben der Tod angedroht wird, wurden gestern Abend und heuteNacht noch umfassende H a u s s u ch u n g e n vorgenommen. Nach den neuesten Ermittelungen glaubt man, daß die Urheber dieser Briefe hierher geflüchtete Pariser Anarchisten seien.
Brüffel, 13. December. Heute eonferkte der französische Gesandte Bouräe im Auftrage seiner Regierung mit dem belgischen Minister des Auswärtigen Merode-Westerloo über die Ergreifung internationaler Maßregeln gegen die Anarchisten.
Brüffel, 13 December. An die CorpScommandanten erging heute ein Erlaß des KriegsmtnisterS, in welchem die Einführung revolutionärer Broschüren und Zeitungen in die Kasernen, ferner jede politische Propaganda in der Armee auf das Energischste verb oten wird.
Cocales rrnd provinzielle».
Hießen, den 14. December 1893.
♦* Theaterverein. Charley 'S Tante, Schwank in 3 Acten von Brandon Thomas. Jack CheSney (Herr Bolz) und Charley Whykeham (Herr A. Meyer), flotte Oxforder Studenten, sind in zwei reizende Püppchen Anny (Fräulein Landori) und Slitty (Fräulein Mühlbach) bis über die Ohren verliebt. Obgleich die feurigen Liebhaber leidenschaftliche Gegenliebe sinden, sind tausend Hindernisse zu überwinden, ehe die schmucken Pärchen daran denken dürfen, die ambrosischen Freuden ihrer glücklichen Vereinigung zu genießen. Das verhindert freilich die Herren Studenten nicht, ihren Angebeteten ein kleines Champagnerfrübstück zu geben. Damit die Damen sans gene in der Wohnung der Jung* gesellen erscheinen können, meldet Charley'S Tante, Donna Lucia d'Alvadorez (Frau Keller*Frauenthal) ganz zufällig für den Sect-Dormittag ihren Besuch an. Angesichts dieser würdigen Ehrenpräsidentin sagen Anny und Kitty zu. Aber zuguterletzt telegraphirt die Tante, sie weide einige Tage später kommen. Allgemeine Verzweiflung! WaS thun? In der Noth gerathen die Gastgeber auf die famose Idee, ihren Comilttonen Lotd Francourt Babberley (Herr Stritt) in Frauenkleider zu stecken und ohne Weitere- als Charley'S
I Tante zu präfentiren. Der Streich gelingt vollkommen, Anny und Slitty frnb von dieser charmanten Tante hingerissen, und während die schmachtenden Seladons ihre Flammen umschwärmen, schnappt ihnen die Tante die besten Küsse vor der Nase weg. Indessen ist aus der Bildfläche der Colonel Francis CheSney (Herr Roll) erschienen, der sich in einer fatalen Geldverlegenheit befindet und sofort der Millionen* Tante auf Leben und Tod den Hof macht. Selbstverständlich findet er in dem Advocaten Spittigue (Herr Grün) einen heftigen Rivalen. Die Beiden galoppiren nun um die Wette, ben kostbaren Preis zu erringen. Nach einer ganzen Serie toller Seen en tritt natürlich die echte Tante auf, die Gefoppten geben großmüthig Pardon, der Colonel entdeckt in 2ucia d Alvadorez eine alte Jugendliebe, Lord Francourt in iSfla Delahay (Fräulein Eichenberg) einen Engel, den er bis dahin vergeblich in allen Erdtheilen gesucht hatte und alles stürzt sich liebeselig und hochzeitfroh in die Arme. — Die Darstellung war eine ganz ausgezeichnete. Die Palme des Abends gebührt Herrn stritt, der in Damcntoilette und tadelloser Attitüde als „falsche Tante" das HauS ins Wanken brachte. Die Herren Meyer und Bolz gaben etn so an» irfjaulidjeß Bild vom Oxforder College, daß jedem deutschen Studenten, der neben seinem Fach für Champagner, junge Damen und andere angenehme Dinge schwärmt, daS Herz aufgehen mußte. Herr Strohecker schloß sich als Factotum des College, zu deutsch Stieselfuchö, der lustigen TriaS in feiner unübertrefflichen Komik an. Die Kategorie „heirathS- lustige Backfische" fand in den Damen Eichenberg, Landori und Mühlbach drei reizende Vertreterinnen. So oft Frau Keller-Frauenthal zu uns wiederkehrt, entdecken wtr neue weiten ihrer feindurchdachten Darstellungskunst. Wir haben an dieser Stelle bereits den Wunsch ausgesprochen, die verehrte Dame möge den zahlreichen Freunden, die sie hier gewonnen, recht bald einmal zeigen, was sie in einer ausgiebigeren, ihrer künstlerischen Individualität angemesseneren Rolle zu leisten vermag. Die Herren Roll und Grün trugen zum Gelingen des Ganzen sehr wesentlich bei. Herr Grün erschien zum ersten Male auf der Bühne des Theatervereins. Der jubelnde Beifall, den et ge
funden, . beweist, daß man auch bei uns die heitere Vielseitigkeit und erstaunliche Beweglichkeit seiner Begabung zu schätzen weiß. Die Jnscenirung des Stückes war Herrn Roll gar^ vortrefflich gelungen. — SteinS heilige Hallen haben solche HeiterkeitSstürme noch nicht erlebt. Der Recen- l'ent legt an den leichtgeschürzten Schwank nicht die kritische Sonde, er conftatirt, daß daS Publikum sich kostbar amüsirt und alle Ursache hat, den wackeren Frankfurter Künstlern für diese Stunden fröhlichsten Genusses dankbar zu fein!
Dem provisorischen Universitätsgärtner Friedrich Rehnelt hier wurde mit Wirkung vom 1. December die Stelle auf Widerruf übertragen.
** Am vergangenen Sonntag sand in der Restauration Böhm die diesjährige (vierte) Generalversammlung der seit dem Jahre 1889 bestehenden „Allgemeinen bterbekaffe Gießen" statt. Dieselbe nahm einen sehr befriedigenden Ler- laus, indem der vom Vorstand gestellte Antrag auf Erhöhung des Sterbegeldes auf 120 Mk. angenommen wurde. Bei Gründung der Kasse im Jahre 1889 betrug die Mitglieder- zahl 454 und wurde ein Sterbegeld von 75 Mk. gezahlt bei einem Beitrage von 25 Pfg. pro Sterbefall- vom I. Januar 1894 ab ist die Kasse in der Lage, bei gleichem Beitrag obengenannte Summe von 120 Mk. zu zahlen, da die Mit- gliederzahl 600 überschritten hat. Die Eintrittsgelder oartiren l wischen 50 Psg. und 4 Mk. bei einem Eintrittsalter von 16 bis 45 Jahren und können wir dieses so überaus wohl- thätige Institut intereffirten Kreisen nur angelegentlichst empfehlen. Anmeldungen nimmt entgegen Herr Schneidermeister Pfaff, SelterSweg 1, sowie alle Vorstandsmitglieder.
* * Zimmerbrand. Gestern Mittag brach in einem Hanfe der Neustadt ein Zimmerbrand aus. Derselbe konnte, ehe er größere Dimensionen annahm, von der Nachbarschaft gelöscht werden.
* * In Gemäßheit deS § 27 der Verordnung vom 24. September 1887, die Ausführung deS Gesetze- über die Bache und die nicht ständig fließenden Sewaffer betreffend, und des Artikels 13 deö Gesetzes vom 28. September 1887, die Feldbereinigung betreffend, sind von den Provinzialausschüssen zu nichtständige Mitgliedern der „Fachlichen Centralbehörde* und der LandeScommission für die „Feldbereinigung", bezw. zu Stellvertretern derselben, folgende Personen gewählt worden: Nichtständige Mitglieder: Landwirth Jakob Walter XVI. zu Lengfeld. Landwirth Friedrich Keil zu Melbach. Karl Römer zu ErbeS-BüdeSheim. Stellvertreter: Or. August Heidenreich, Director des Verbandes der hessischen landwirth* schaftlichen Consumvereine zu Darmstadt. Landwirth Schiente auf Hardthof bei Gießen. Bürgermeister Heinrich Link II. zu Wahlheim.
• • Die am 1. December d. I. höherer Anordnung zufolge vorgenommene außerordentliche Zahlung bei Biehstaadeß (Rindvieh und Schweine) im Kreise Gießen ergab einen Bestand von 28611 Stück Rindvieh (gegen 3161h am 1. December v. IS.) und 20153 Stück Schweine (gegen 22 784 am 1. December v. Js.).
N. Nidda, 13. December. Auf der großen Straße GießenGelnhaufen, fpecicll im hiesigen Baubezirke, räumt die Baubehörde energisch mit allen Bäumen auf, die keinen sonderlichen Werth haben und daher besser durch werth- vollere Bäume ersetzt werden. Dieser Tage sind die Snecken nach Ranstadt, SelterS, Bleichenbach und Schwalheim aus* gemustert worden. Die Bäume an den großen Staatsstraßen brauchen nicht bloS Zierbäume und Schattenspender zu sein, sondern können dabei auch wohl recht treffliche Fruchte tragen. Man kann sich nicht leicht etwas Schöneres denken, als einen wohlgepflegten, richtig geschnittenen, blühenden Obstbaum im Frühjahre, oder einen solchen, mit reichen Früchten beladenen


