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Geschichte der WlssenscbaHon
IM REICHE DES GEISTES
A. Hartleben’s Verlag in Wien.
oohl alle Merk- Idee" auf dem
gemeinverständlich dargeetellt
lllystrirte Geschichte der Wissenschaften
Karl Faulmann.
Mit 13 Tafeln, 30 Beilagen und über 200 Text- Abbildungen. Erscheint in 30 zehntägigen Lieferungen ä 50 Pf. = 30 Kr. -- 70 Cts. --- 3oKop.
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* Limburg, 11. September. Vielfach bewundert wird hier gegenwärtig der Neubau des Baumeisters Wagner an der Rohrstraße. Das Material zu dem Bau, selbst zu der Dachbedeckung, läßt Herr Wagner aus S t e i n k o h l e n a s che auf nur ihm bekannte Weise Herrichten. Von großem Interesse ist die Fabrikation von künstlichen Steinen aus dieser Steinkohlenasche.
* Braunschweig, 12. September. Ein kaum glaublicher Üeberfall mit Entführung durch Zigeuner ist in der Nähe von Halberstadt vorgekommen. Der Halberstadter Staatsanwalt erläßt nämlich folgende Bekanntmachung: In der Nacht vom 7. zum 8. September dieses Jahres ist der Artist Julius Heilig in der Nähe von Roclum durch die Trollmann'sche Zigeunergesellschast überfallen und seines Wohnwagens (grün mit Goldbronce verziert) beraubt worden. In dem Wagen befanden sich außer den Utensilien eines Puppentheaters zwei Kinder des Heilig: ein Mädchen, zwei Jahre I alt, von heller Gesichtsfarbe und hellblondem Haar, und ein | Knabe, 3</a Jahre alt, mit dunkelblondem Haar und schwarz- I braunen Augen. Die Kinder sind vou den Zigeunern mit I entführt worden. Die Spuren der Gesellschaft deuten auf die Gegend von Wolfenbüttel." Man sollte doch glauben, die Räuber eines großen Wagens mit Puppentheater und zwei Kindern könnten sich nicht lange der Verfolgung ent- ziehen, sondern müßten bald entdeckt werden.
* Berlin, 13. September. Geheimrath Professor Robert Koch, der vor Kurzem von seiner Gattin geschieden wurde, hat heute auf dem Moabiter Standesamt die Ehe mit Fräulein Hedwig Freiberg, früheren Schauspielerin am Berliner Theater, geschloffen.
• Berlin, 13. September. Der wegen Beleidigung des Finanzministers steckbrieflich verfolgte antisemitische Agitator Schwennhagen ist aus Rumänien hierher zurückgekehrt, angeblich weil er wünscht, daß gegen ihn verhandelt wird. — In Köslin zerstörte ein Großfeuer die Bautischlerei von Cohanke und vernichtete die großen Holzvorräthe sowie die fertigen Tischlerarbeiten für neun Bauten. Ein Tischlergeselle und ein Lehrling sind in den Flammen umgekommen. Zwei Gesellen sprangen in den Hof und erlitten Verletzungen. Der Schaden beträgt über 100,000 Mk.
* Berlin, 13. September. Eine Gedenktafel für Friedrich Ludwig Jahn, den deutschen Turnvater, ist an dem Neubau Wallstraße 21 angebracht worden. Die schwarze Marmortafel trägt die Inschrift: „Friedrich Ludwig Jahn wohnte hier 1817—1819." Zu beiden Seiten der Tafel sind zwei Krastgestalten angebracht, über denen sich ein Löwentopf befindet. Die Mitte eines aus dem Löwenrachen herab-
CUetaitvc unb Annst.
- Der Brieftauben-Wettflug Berlin-Wien hat von Neuem die Aufmerksamkeit des Publikums aus diesen interessanten
vrediate Herr Decan Pull mann in ergreifender Rede auf Grund von Math. 20, 8; er wies auf die vielen Verdienste des pflichttreuen, arbeitsfreudigen Beamten hin, der im wahren Sinne des Wortes ein ganzer Mann gewesen sei. Der Männergesangverein, sowie der gemischte Chor ehrten den Dahingeschiedenen durch erhebende Gesänge- krsterer Verein, dessen langjähriger Präsident er war, ließ einen Kranz am Grabe niederlegen. NamenS des StadtvorstandeS und der Stadt Grünberg legte Herr Beigeordneter Kullmann einen Kranz als letztes Zeichen dankbarer Verehrung und Anerkennung an der Grust nieder. D. Z g-
Friedberg, 13. September. Schon prangt die Stadt theilweise im Festschmucke, eine Ehrenpforte am AuSgange des Bahnhofes ist errichtet und längs des ganzen WegeS vom Bahnhofe bis zur Burg sind Tannenbäume gepflanzt, in der Burg aber werden Flaggenmasten aufgerichtet. Da Seme Königliche Hoheit der Großherzog em längeres Stehen noch nicht verträgt, so ist jeder osfizielle Empfang verbeten worden, nur Geh. RegierungSrath Dr. Braden, Oberstlieutenant Winter und Bürgermeister Steinhäußer werden zum Empfang auf dem Bahnhofe sein. Umsomehr aber beeilt sich jeder Einzelne, seiner Freude über den ersten Besuch des Landesherrn in unserer Stadt durch Schmücken der Hauser Ausdruck zu geben.
Friedberg, 12. September. Für die Zuckt der Kürbis scheint ein besonders gutes Jahr zu sein. Auf dem Bahnhofe und in dem Graulich'schen Garten sind wahre Riefen- exemplare gezogen worden, in Schwalheim ebenfalls einer von 28 Pfund - einer der Graulich'schen wiegt sogar 60 Psund.
Heppenheim a. d. B., 11. September. Infolge der in den letzten Tagen stark auftretenden Edelfäule in unseren Weinbergen hat der hiesige Stadtvorstand beschloffen, daß die allgemeine Traubenlese bis Donnerstag den 14. September in unserer Gemarkung beginnen soll. Auch im benachbarten Hambach beginnt an gleichem Tage der Herbst. In Bensheim nimmt die Traubenlese Ansangs nächster Woche ihren Anfang- man verspricht sich einen vorzüglichen Stoff.
Worms, 13. September. In der Heyl'schen Fabrik wurde heute Morgen ein Arbeiter von einem Trans- mifsionSriemen erfaßt und mehrmals in dem Maschinenraum herum und gegen die Decke geschleudert- der Unglückliche wurde furchtbar verletzt nach dem Hospital verbracht, woselbst er alsbald verstarb.
AuS Rheinhessen, 12. September. Dem „Rhein. Cour." wird geschrieben: Die Freude der Winzer wird immer größer, da sie, je näher der Herbst rückt, sicherer ^ud, nach einer Reihe von Jahren wieder einmal für die gehabte Muhe den Lohn einhetmsen zu können. Es ist auch wirklich eine Freude, die Weinberge in kraftstrotzendem Aussehen von dunkelgrüner Farbe zu sehen- die großen, dickperligen Fruchte sind trotz ihrer Masse von Laub noch vollständig bedeckt, so daß sie nur bet dem Wegbiegen der Blätter zu sehen sind. Bemerkenswerth ist, daß gerade diejenigen Weinbergslagen ersten Ranges, welche seit langer Zeit immer nur minimale Ernten lieferten, in diesem Herbst am besten auSsehen.
senden." .
* Der einzige Deutsche, der frei auf den deutschen Eisen- bahnen fährt, ist F ü r st B i s m a r ck. In den siebziger Jahren verlieh der Verein der deutschen Eisenbahnverwaltungen dem Fürsten unter Darbringung eines Salonwagens diese Vergünstigung, die auch heute noch aufrecht erhalten wird. Der Kaiser und die deutschen Fürsten zahlen überall, auch aus Staatsbahnen, die für Jedermann geltenden Extrazugpreise.
* Abbe Bauziu beim Kaiser. Se. Majestät der Kaiser hatte am DienStag voriger Woche Nachmittag die Herren Abbes Jacot Föves und Bauzin aus St. Privat-la-Montagne zum Erscheinen auf dem Bahnhofsperronin Metz befehlen lassen. Auf Ersuchen Seitens der „Gaz. de Lorr." giebt der zwett- genannte Herr folgende Einzelheiten über die Unterhaltung, welche der Monarch mit ihm führte: Se. Majestät richtete an uns aufs Freundlichste, ich möchte sagen: mit einer auserlesenen Liebenswürdigkeit das Wort. In Erwiderung auf die verschiedenen von Sr. Majestät an mich gerichteten Fragen sagte ich dem Kaller, daß ich während der ganzen Dauer der Schlacht am 18. August 1870 in St. Privat bei dem Feldlazareth verblieben sei, und daß ich seit bald 25 Jahren die Pfarrei von . St. Privat als Pfarrer verwalte. Der Kaiser erinnerte daran, daß der Marschall Canrobert in St. Privat befehligte, und daß der Commandeur des 8. deutschen Corps General v. Loe sich vor einigen Jahren in dem südlichen Frankreich aufgehalten und mit dem Marschall lange Unterhaltungen geführt habe. Der Souverän erkundigte sich sodann über den Gesundheitszustand eines alten Soldaten Namens Crompin, der vor etwa 13 Jahren unter seinem Befehle gestanden habe. Se. Majestät wußte schon, daß Crompin in den Steinbrüchen von Jaumont, die auf dem Gebiet meiner Pfarrei liegen, beschäftigt sei, daß er ver- heirathet sei und Kinder habe. Auf meine Antwort, daß Crompin gegenwärtig sich einer trefflichen Gesundheit erfreue
I (er litt einmal an der Lunge), beauftragte mich der Herrscher, dem Manne seine Grüße zu überbringen und ihm zu sagen, daß sich Majestät seiner sehr gut erinnere. Am Schluffe dankte ich, ein wenig gerührt und mit wett weniger wohl gedrechselten Worten, als ich sie mir zurecht gelegt hatte, I Sr. Majestät für die mir verliehene Ordensauszeichnung. I Die Personen aus St. Privat und Amanweiler, die sich mir I jm Waggon bei der Rückkehr augenscheinlich näherten, hatten I schon während der vom Kaiser mit mir gepflogenen Unter« I Haltung Gelegenheit gehabt, die Huld Sr. Majestät zu beob- I achten - ganz bewegt waren sie aber bei der Wiedergabe der I Worte, die unser liebenswürdiger Kaiser über den Crompin I au mich zu richten geruhte.
* Cobleuz, 13. September. Die Generalversammlung ! und Ausstellung des landwirthschaftlicheu Vereins I für Rheinpreußen wird 1894 in Mvrs abgehalten werden.
• Durch ganz besondere Klarheit und Kurze zeichnet sich I der Geschäftsbericht des Consumverems in Mylau i. S. I /e G. m. b. H. in Liq.) aus. Die Bilanz per 1. Juli 1893 I (Qutet: „Einnahme: nichts. — Ausgabe: nichts. — Ver- I mögen nichts. — Etwaige Ansprüche an die Genossenschaft I sind bis spätestens den 1. October dss. IS. geltend zu
machen." „ ,
♦ Fertige Knopflöcher. Eme Firma in Dessau hat eine wirkliche Neuheit herausgebracht: „fertige Knopflöcher" Gebrauchsmuster 16221. Ohne jeglichen Einschnitt in den Stoff werden die „fertigen Knopflöcher" auf den Stoff genäht, während durch die Ausbauschung der Knopf zur Erfüllung seines Zweckes festgehalten wird.
* Ei« sonderbarer Strafantrag ist aus Anlaß der Reichstagswahl gegen das „Neurode-Reichenbacher Volksblatt" gerichtet worden. Das Blatt hatte das Treiben der Socialdemokraten am Wahltage in Rothwaltersdorf geschildert, das Verhalten der anderen Parteien und der Regierung gelobt und schließlich gesagt: „Wir möchten einmal den Scandal seben wenn von Seiten des Landrathes etwas Aehnliches geschehen wäre. Welches Geschrei über Wahlbeeinfluffung würde bann erhoben werden!" Durch diese Sätze fühlte sich der Landrath des Kreises Neurode beleidigt und stellte Strafantrag Die Staatsanwaltschaft erhob auch Anklage; es sei I eine Beleidigung, es auch nur als möglich hinzustellen, der I Landrath könne etwas „Aehnliches" treiben. Die Strafkammer zu Glatz hat jedoch die Eröffnung des Hauptverfahrens
abgelehnt.
• Der geschwommene Cotillou. Man schreibt dem N. W. Tgbl." aus Lilienseld: „Da sagt man, daß es nichts Neues giebt! Am nächsten Sonntag wird im hiesigen Schwimmbad ein von mehreren jungen Herren der Gesellschaft arran- girtes Fest gegeben, oder vielmehr geschwommen werden, das denn doch noch nicht dagewesen ist und male an sich trägt, um für eine verttable Gebiete des sportlichen Vergnügungswesens zu gelten. Wer der Erfinder des sublimen Gedankens ist, wissen wir, aufrtchttg gesagt, nicht, aber das muß gemeldet werden, daß er - lünbete als er ausgesprochen würbe, unb baß Einszweibrei die Verwirklichung auch schon beschlossene Sache war. Es wirb nämlich ein Cotillon arrangirt werden, aber tm Wasser, und die einzelnen Touren werden mit aller Accurateffe im feuchten Naß ausgeführt- den Schluß des Festes cber narb eine ebenfalls gesckwommene Pantomime bilden, bte ben Xitel
Ein böser Traum" führt._______________
hängenden Fließes schmückt Daß Wahrzeichen der Turner, daS vierfache „F".
* Ein lothringisches Geschenk an die Tochter bei Kaisers. Die „Straßb. Corresp." schreibt: „Seiner Majestät ist cm Wickelkind, geschmückt mit Blumen und enthaltend Bonbons, in den Wagen geworfen worden mit der Abschrift: „A Son Altesee notre Princesse Imperiale“. Seine Majestät beabsichtigt daffelbe sofort Seiner Kaiserlichen Tochter zu über»
Es starben an: Zusammen: Erwachsene:
Sport gelenkt, der ja nicht nur Liebhaberei ist, sondern für "^itärische und andere Zwecke practische Bedeutung hat. Sehr öur rechten Zeit kommt daher eine reich illustrirte Darstellung übn Brieftauben, die das uns vorliegende neueste Heft von
(Berlin W. 57, Deutsche« VerlagshauS Bong L Co.), Deronentltät. Der bekannte Thiermaler R. Weihe hat sowohl den Text wie die Illustrationen geliefert und entwirft eine ebenso fesselnde al« belehrende Schilderung von der Aufzucht wie den Leistungen der Brieftauben. Da die Zucht nicht größere Mühe verurfacht al« die jeder anderen Taubenart, so empfiehlt Weihe die größere Ausdehnug der Zucht von Brieftauben. Die interefianlen, farbigen Bilder Weihe« geben bi^,Taube in ihren verfchiebenen Thätigkeiten wieder, sie werden alle Thter- freunde durch die Correctheit der Zeichnung wie die Pracht de« Colorits erfreuen. Dasselbe Heft enthält einen zweiten, sehr zeitge- mäßen Aufsatz „Der Pilatus" mit amüsantem Text von I- C.Heer und fesselnden Illustrationen von P. Hey. DeS Weiteren werden in dem Hefte die interefianlen Mittheilungen über „Gaunerpracttren unb Polizeikniffe" von Paul Dobert fortgesetzt und barm der Einbruchsbiebstahl behandelt und duich Illustrationen erläutert. Prächtige Kunstbeilagen, darunter ein auSgeze'chnete« Farbenblatt Tod im Beruf, eine Brieftaube von einem yab »t überfaUcn, schmücken da« reiche Heft. Eine willkommene Gabe ist die Gratis' beilage von „Zur Guten Stunde", die Illustrirte Classiker-Bibliothek, die j%t L. UhlandS Dichtungen mit Bildern von Otto Herrfurth und Carl Storch veröstentlicht. Der Preis des Dterzehntagsheftes von „Zur Guten Stunde" beträgt
Verkehr, Land- und VoU»wirth?chaft.
Simtmr«, 13. September. Fruchtmarkt. Rother Weizm (alter) JL 13.70, neuer X 12.85, weißer Weizen
X 10.60, Gerste X 9.40, Hafer (alter) X 9.00, neuer X 7.öö, Erbsen X — —.
- LebenöverstchernngS • Gesellschaft z« aus
Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). ES find vom Januar bis Ende August 1893 3876 Versicherungen über 26 ^34 V50 Mk. beantragt worden. Als gestorben wurden in derselben Zeit augeweldet 512 Mitglieder, die mit 2 978 900 Mk. versichert waren. Der Ver- sicherungsbestand stellte sich Ende August 1893 auf ^,000 Personen mit 399 Millionen Mark Persicherungssumme, ^et der alten Lewjiger Gesellschast, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt [P, JlteJen «1le Uebcr- schüsse bin Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden.Versicherungen im^laufenden Jahre 42pCl. der ordentlichen JahreSpramie und bei abgekur ten Versicherungen außerdem l'/epCt. der Summe der SesahUm Zusatz- Prämien, was mit Rücksicht auf anberroette Auslastungen ^"diesen Punkt hier auSbrücklich hervorgehoben werden mag. Wurde eme Dividende auf die ZusatzprSmie nW flejablt, f° ware feer 3)lob dendensatz auf die ordentliche Jahresprämie noch wesentlich höher alS 42 pCt. -
Wöchentliche Ueberfichi der TodeSsAle in Gießen.
56. Woche. Dom 3. September biS 9. September 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (incl. 1600 Sterblichkeitsziffer: 17,25°/« bezw.9,83 nach Ausschl. der OrtSfremdm.
jt t n D C T
Summa: 7 (3) 4 (2) 1 2 (1)
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke fommen.
Gottesdienst der israelittschen Keligionsgestllschastj
Freitag Abend 6« Uhr, Samstag Vormittag 8» Uhr, SamStag Nachmittag 4°° Uhr, SamStag Abend 7M Uhr.


