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Nr. 217 Erstes Blatt. Freitag den 15. September
1893
Der GKtzemer An»eigrr erfdfnnt täglich, «tt LuSnahmk de» Montags.
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Amtlicher Theil.
Bekanntmachung,
betr. den Viehmarkt zu Hungen am 18. September d. I.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Hungen er- ' loschen ist, haben wir unter Aufhebung unserer Bekanntmachung vom 5. l. M. die Abhaltung des aus den 18. Sep- • tcmber anberaumten Bichmarkts gestattet; mit dem- 1 selben wird eine öffentliche Fasclschau durch die Kör-Com- < Mission verbunden werden. Die Schau beginnt Vormittags 8V2 Uhr; zur Ankörung kommen nur Fasel der ' Vogelsberger und Berner, speciell Simmenthaler Raffe, auch muffen die Thiere bereits sprungfähig sein. Zugleich wird bekannt gemacht, daß kein Vieh aus der Gemarkung Langd aufgetrieben werden darf.
Gießen, den 12. September 1893. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
Bekanntmachung,
die landwirthschaftliche Winterschule in Alsfeld betr.
Die landwirthschaftliche Winterschule Alsfeld beginnt ihren 22. Winter-Cursus Montag den 30. October. Indem wir hiermit zum Besuch desselben einladen, bemerken wir, daß die Schule das Ziel verfolgt, jungen Landwirthen diejenigen Fachkenntniffe, welche heute mr rationellen Be- wirthschaftung bäuerlicher Güter nothwendig sind, in 2 fünf* monatlichen WiMer-Cursen zu vermitteln. Zur Erreichung dieses Zieles lehren an der Schule 2 Landwirthfchaftslehrer und 5 Hilfslehrer, außerdem ist sie mit einer reichen Lehrmittelsammlung zweckentsprechend ausgerüstet.
Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren, welche das Unterrichtsziel der Volksschule erreicht haben; in den oberen Cursus nur solche, welche schon den unteren Cursus mit Erfolg besucht haben oder welche nachweisen, daß sie die Kenntnisse, welche der untere Cursus vermitteln soll, bereits besitzen. Aeltere Landwirthe können als Hospitanten ausgenommen werden.
Die jungen Leute stehen während ihres Hierseins unter Aufsicht der Lehrer und müffen sich der Schulordnung unbedingt unterwerfen. Sie nehmen Wohnung in bürgerlichen Familien und können Pensionen zu 30--40 JL pro Monat von dem Vorsteher der Schule, Herrn Landwirthfchaftslehrer Leit Higer, nachgewiesen werden. Das Schulgeld beträgt für das Wintersemester 25 JL
Anmeldungen sind an den Aufsichtsrath oder an Herrn Landwirthfchaftslehrer Leithiger zu richten, welcher auch bereit ist, fpeciellere Anfragen zu beantworten.
Alsfeld, den 2. September 1893.
Der Aufsichtsrath der landwirthschaftl. Winterschule Alsfeld: v. Grolman.
Deutscher Reich.
Darmstadt, 12. September. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog und Ihre Grobherzogliche Hoheit Prinzessin Alix besuchten heute Vormittag 11 Uhr, von Wolfsgarten kommend, das Mausoleum aus der Rosenhöhe, fuhren von dort nach dem Grobherzoglichen Schloß und dem Neuen Palais und kehrten später mitII. HH. den Prinzessinnen Aribert von Anhalt und Victoria zu Schleswig-Hol st ein, Höchstwelche gleichfalls das Mausoleum besucht hatten, nebst Gefolge wieder nach Jagdschlotz Wolfsgarten zurück.
Darmstadt, 12. September. Seine Königliche Hoheit der Grohherzog und die Höchsten Herrschaften werden Sich nebst Gefolge morgen Vormittag 11 Uhr von Jagdschloß Wolssgarten nach Friedberg begeben und für die Dauer der Manöver im dortigen Schlosse residiren.
Berlin, 13. September. Der Manöverbesuch Kaiser Wilhelms in Baden hat mit dem Trinkspruche des kaiserlichen Herrn an der Paradetafel in Karlsruhe eine abermalige hochbedeutsame Kundgebung des er« lauchten Monarchen gezeitigt, welche sich seinen bedeutungsvollen Reden in Coblenz, Metz und Straßburg würdig anreiht. Hochpatriotische und zugleich hochpoetische Töne sind von ihm in dieser seiner Karlsruher Rede angeschlagen worden, sie hat deßhalb weithin in deutschen Landen ein ganz besonders lebhaftes und sympathisches Echo gefunden. Der Kaiser gedachte zunächst der wichtigen historischen Stätten, über die chn seine Manöverreif.e durch den Aufenthalt in Lothringen geführt und erinnerte er weiter in Hinblick auf seinen nunmehrigen Manöverbesuch in Karlsruhe in bewegten Worten an die unvergeßlichen Heldengestalten der Kaiser Wilhem I.
und Friedrich III. Dann feierte der hohe Redner den Großherzog von Baden als Landesvatcr wie als verdienten Militär, zugleich seine unumschränkte Zufriedenheit mit den , Leistungen des 14. (badischen) Armeecorps zu erkennen gebend, auch verfehlte der Kaiser hierbei nicht, die mannigfachen Beziehungen hervorzuheben, die ihn gerade mit dem badischen Corps verbinden. Dann jedoch erreichte die kaiserliche Rede ihren eigentlichen Höhepunkt. Der Kaiser warf einen Rückblick auf die innere Lage in Deutschland im letzten Frühjahre, als man allseitig in der Nation mit größter Spannung der Entscheidung in der Militärfrage harrte, und betonte er das Verdienst des Großherzogs Friedrich, in jener schicksalsschweren Zeit zuerst die Saite berührt zu haben, die im deutschen Volke immer durchklinge, denn eS sei die militärische Ader der Deutschen durch das Auftreten des Großherzogs wieder geweckt worden und das deutsche Volk habe sich wieder auf dem richtigen Wege zusammengefunden. Rühmend gedachte der Kaiser auch der patriotischen Haltung aller anderen Bundessürsten, Dank ihnen stehe nun das deutsche Volk, gleich dem alten Götterhelden Heimdall, von Neuem zum Schirm und Schutz des Friedens da, welcher hohen Culturaufgabe es nie untreu werden möge. Die Rede klang in einem Hoch auf den Großherzog, auf sein Haus und die badischen Krieger aus. Vorher hatte Großherzog Friedrich bereits eine warme patriotische Ansprache an den Kaiser gerichtet, und nach Beendigung der Rede des letzteren ergriff der Großherzog nochmals das Wort, um dem kaiserlichen Kriegsherrn für seine gnädigen Gesinnungen gegenüber dem badischen Armeecorps zu danken. Schließlich trank er auf das Wohl der bei der Parade des 14. Armeecorps vertreten gewesenen Souveraine, wie der zugegen gewesenen Fürstlichkeiten.
— Der preußische Finanzminister Dr. Miquel weilte dieser Tage in Osnabrück, wo er früher als Oberbürgermeister gewirkt, und hat er aus diesem Anlaß, daselbst zwei Reden von allgemeinerem Interesse gehalten. In der einen Rede besprach der gefeierte Gast die günstige communale Entwickelung Osnabrücks und knüpfte er hieran bemerkens- werthe Betrachtungen über die Communalsteuerreform und über die Notwendigkeit für die beiden Collegien in den städtischeu Gemeindewesen Preußens, sich in Betreff der practischen Durchführung dieser Reform zu verständigen. Die zweite Osnabrücker Rede Dr. Miquels characterisirte sich vorwiegend als ein Rückblick auf seine. Thätigkeit als Oberbürgermeister und betonte hierbei Dr. Miquel namentlich die Wichtigkeit des mittleren Bürgerstandes, dessen Hebung und Pflege sich der Minister nach seiner Versicherung zur besonderen Aufgabe gemacht hat.
Berlin, 12. September. Ein Gesetzentwurf zur Regelung der Gemeindeverhältnisse der Provinz Hessen-Nassau wird, wie verlautet, dem preußischen Landtage vorgelegt werden, welcher sich der neuen Gemeinde- Ordnung für die östlichen Provinzen eng anschließen dürfte. Ehe der Gesetzentwurf dem Landtage zugeht, wird derselbe jedoch dem Provinzial-Landtage der Provinz Hessen-Nassau zur Begutachtung vorgelegt werden. In dem früheren Kur- fürstenthum Hessen besteht allerdings eine vortreffliche Landgemeinde-Ordnung, welche durch den vielgeschmähten Minister Hassenpflug eingeführt worden ist. Die Grundsätze dieser Landgemeinde-Ordnung werden bei der neuen Regelung der Verhältnisse nicht unberücksichtigt bleiben.
— Entwurf eines Auswanderungsgesetzes. Gegenüber den Meldungen einiger Blätter, daß der Entwurf eines Gesetzes über das Auswanderungswesen, welcher dem neuen Reichstage bereits in der kommenden Session als dringlich zugehen wird, umfassenden Abänderungen unterworfen, daß insbesondere der am heftigsten angeseindete § 21 des Entwurfs aus ihm entfernt worden sei, ist die „B. B.- Ztg." in der Lage mitzutheilen, daß diese Abänderungen nur unwesentlicher Natur, die Grundzüge des Entwurfs aber fast unverändert beibehalten worden sind. Aus dem § 21 ist lediglich der Zwang zur öffentlichen Bekanntmachung der Auswanderung Seitens der Ortspolizeibehörde beseitigt worden. Dagegen ist die Bestimmung geblieben, daß jeder Auswanderungslustige von seiner Absicht der Ortsbehörde innerhalb eines bestimmten Zeitraumes Mittheilung zu machen und um einen Erlaubnißschein von dieser Behörde einzukommen hat. Nur gegen Vorzeigen dieses Scheines darf vom Hafen aus die Beförderung erfolgen. Die Bescheinigung wird ertheilt, „wenn kein Grund zu der Annahme vorliegt, daß der Auswandernde sich durch die Auswanderung bestehenden privatrechtlichen oder öffentlichen Verpflichtungen entziehen will". Auswanderer ohne die vorgeschriebene Bescheinigung werden mit Geldstrafe oder Haft bestraft und können außerdem von der Polizei am Verlassen des Reichsgebiets verhindert werden. Eine Anzahl weiterer Vorschriften regelt die Verhältnisse der
Auswanderungs-Unternehmer und -Agenten. Diese Personen, sowie die SchiffsahrtSgesellschaften werden einer strengen polizeilichen Aufsicht unterstellt, ihr Gewerbebetrieb von der Bedingung einer, in vielen Fällen lediglich in daS Ermessen des Reichskanzlers gestellten Concession abhängig gemacht. Die Centralisirung der Aufsicht in den Händen des Reiches ist streng durchgeführt.
Ausland.
— Gerade in die Tage der geräuschvollen Vorbereitungen, welche in Frankreich zum glanzvollen Empfange des erwarteten russischen Geschwaders getroffen werden, ist die Kunde vom Tode des französischen General st abschefsMiribel hineingefallen, desjenigen Militärs, in welchem die französischen Chauvinisten den eigentlichen Führer ihres Heeres in dem geträumten Zukunftsrevanchekriege Frankreichs gegen Deutschland erblickten. General Miribel erlag während seines Sommerurlaubes in Schloß Chatelard im Departement Dröme einem Schlaganfalle, der ihn bei einem Spazierritte traf, und fast wie ein nationales Unglück empfindet man in Frankreich das plötzliche Ableben dieses Mannes. Denn Miribel galt als der bet Weitem hervorragendste und befähigste Offizier der französischen Armee, auf welchen die Armee selbst wie die ganze Nation in Hinblick auf den seit langen Jahren geplanten und vorbereiteten Rachekrieg gegen Deutschland die größten Hoffnungen setzten; um so größer ist jetzt deßhalb jenseits der Vogesen die Niedergeschlagenheit über den uner- erwarteten Tod Miribels, des „französischen Moltke". Die gesammte Pariser wie auch die provinziale Presse beklagt darum den schweren Verlust, den Frankreich durch das Hinscheiden Miribels erleidet, und erklärt hierbei der „Figaro" offen, vorläufig sei Niemand vorhanden, der den Todten zu ersetzen vermöge. — Joseph de Miribel wurde am 14. September 1831 in Montbonnot im Departement Jsörc geboren und trat frühzeitig in die Artillerie- und Ingenieurschule zu Metz ein; die französischen Feldzüge in der Krim, in Italien und Mexiko machte er mit Auszeichnung mit; im deutsch-französischen Kriege bekleidete er verschiedene Commandos bei der Pariser Armee. Schon unter dem Ministerium Gambetta bekleidete Miribel die Stelle eines Generalstabschefs, zum zweiten Mal übernahm er dieselbe dann am 6. Mai 1890, aber mit außerordentlich erweiterten Befugnissen, die ihm gegenüber dem Kriegsminister eine ganz selbständige Stellung gaben. — Das Leichenbegängniß des Generals Miribel findet am Freitag in Grenoble statt.
— Mit der Chicagoer Meltaus stelung wird es allmälich „alle". Der Besuch derselben beginnt zusehends nachzulassen, das sich ergebende Deficit schätzt man auf weit über eine Million Dollars.
— Den Engländern droht in Südafrika ein neuer Colonialkrieg. Der König der streitbaren Matabele, Lobengula, ist wegen der Besetzung des von ihm beanspruchten Maschonaland seitens der britisch-südafrikanischen Gesellschaft gegen die Engländer sehr aufgebracht, und zieht er mit einem Heere gegen das Maschonaland heran. Die englische Regierung wird da der Gesellschaft wohl beispringen müssen, da letztere schwerlich genug Streitkräfte besitzt, um den Matabele, welche 8000 Krieger stellen sollen, die Spitze bieten zu können.
Nerieste
Wolffs telegraphisches Korrespondenz - Bureau.
Berlin, 13. September. Dem kaiserlichen Gesundheitsamt sind seit dem 11. September sieben weitere Cholerafälle aus dem Rheingebiet gemeldet. In Köln ist ein Pfleger des daselbst der Cholera erlegenen italienischen Hafenarbeiters an Cholera gestorben; in Papiermühle bei Solingen erkrankten weitere fünf Personen; außerdem ist bei einer zu Sudberg im Kreise Mettmann verstorbenen Arbeiterin auS Papiermühle Cholera als Todesursache festgestellt. — AuS anderen Theilen des Deutschen Reiches liegen Nachrichten über Cholerafälle nicht vor.
Lauterburg, 13. September. Der Kaiser ist um 7 Uhr 50 Min. hier eingetroffen, er stieg zu Pferd und zog in die festlich geschmückte Stadt ein. Vereine und die Schuljugend waren aufgestellt. Am Stadtthore hatten sich Prinz Alexander von Hohenlohe, als Reichstagsabgeordneter des Kreises, Kreis- inspector Sengenwald und Bürgermeister Adam eingefunden. Letzterer hieß den Kaiser willkommen. Der Kaiser dankte für den herzlichen Empfang und ritt, von lautem Jubel begleitet, durch die Stadt nach Neuweiler, woselbst dem Kaiser ebenfalls festlicher Empfang bereitet ward. Der Kaiser führte heute daS Commando des 14. Corps, dessen Vortruppen vom 15. Corps angegriffen wurden, aber der Kaiser ließ die


