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wegen Verdachts der ist auf telegrap^iii
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sammlung mit einem begeisterten Hoch auf daS gejammte deutsche Volk und das deutsche Vaterland geschlossen.
Mainz. 12. Juni. Generallieutenant von der Armee p. Holleben ist zum Gouverneur von Mainz ernonnnt worden.
vermachtes.
* Marburg, 13. Juni. Heute Morgen wurde unterhalb der Weidenhäuserbrücke die Leiche eines Mannes gelandet. Dieselbe hat anscheinend nur kurze Zeit im Wasser gelegen. Der Todte Namens Rambach aus Weidenhausen bei Gladenbach fiel in angetrunkenem Zustande ins Wasser und ertrank.
* Graudenz, 12. Juni. Zwei große Geschäftshäuser und das Rathhaus sind niedergebrannt. Ein Mann blieb tobt.
* Wien, 13. Juni. Da mehrfache Einwendungen gegen die Verwendung des Rothschild'schen Schlosses bei Reichenau für ein Tuberculosenheim erhoben wurden, zog Baron Nathaniel Rothschild die Schenkung zurück und annullirte die geschaffene Stiftung.
«leben, 14. Juni 1893.
An die Behörde eraeht die Anfrage und Bitte, ob sie die Ab- lagerungsstätte der Fäcalien nicht an einen anderen als den seither dafür bestimmten Ort verlegen könne. Wenn es einerseits dem Spaziergänger angesichts des pestilenzartigen Geruches unmöglich gemacht ist, den Weg über den Rodbrrg oder am Ufer der Lahn tenseits des Vtaducts in der Schwarzlach zu verfolgen, so ist andererseits das dem Eisenbahndamm immer näher ruckende Nordoiertel unserer Stadt durch die Fäcalienablagerung in so kurzer Entfernung gesundheitlich aufS empfindlichste bedroht. So lange Gießen noch nicht die Wohlthat eines Eloakensystems genießt, dürste es lvenigstens dringend angebracht sein, die Fäcalien dem Weichbild der Stadt entfernter und an einem Ort abladen zu lassen, der chte nächst Anwobnenden vor den Gerüchen und ihren schädlichen ^Folgen sicher stellt Die zuständige Behörde erwirbt sich den Dank .aller dabet tnteresstrten Einwohner, wenn sie dem gerügten Mißstand 'sofort entgegentritt. —c—
Was ist in diesem Jahre gegen die Futternoth zu thurr?
Don Oeconomierath Müller in Darmstadt.
(AuS der Landw. Zeitung für das Großherzogthum Hessen.) (Schluß.)
Einige für den Stoppelfutterbau geeignete Gemenge seien hier angeführt,:i) ohne daß dadurch ihre Zahl erschöpft wird.
Buchweizengemenge, bestehend aus drei Theilen Buch, ureizen, einem Theil Erbsen, einem Theil Hafer und einem Theil lGerste oder Raps, resp. Mais. Dieses Gemenge kann sowohl auf lleichtem Sand, wie auf besserem Boden gesäet werden. Saatmenge ‘^20 bis 260 Kilo pro Heclar.
JohanntSroggen, Hafer, Erbsen und Gerste, zur einen Hälfte aus Johannisroggen, zur anderen aus Hafer, Gerste umb Erbsen bestehend. Kann man dies Gemenge noch im September mähen, so schlägt der Johannisroggen aufs Neue aus, bestockt sich tim Herbst und liefert im Frühjahr nochmals einen frühen Schnitt LArünfutter oder mindestens eine gute Weide. Man säet 100 Kilo Johannisroggen, 40 Kilo kleine Gerste, 40 Kilo Hafer und 20 Kilo Erbsen.
Weißer Senf, Hafer und Buchweizen; der weiße Senf ist besonders wegen seiner Schnellwüchsigkett ein passendes Stoppelfutter, der auch allein gesäet werden kann. Bester nock ist ein Gemenge mit Hafer und Buchweizen; von ersterem allein sind 80 Kilo pro Hectar an Saat erforderlich, im Gemenge 32KiloISenf, 32 Kilo Buchweizen und 100 Kilo Hafer. Die Derfütterung des Senfes allein wie des Gemenges muß mit Beginn der Blüthe des Senfes beginnen, indem derselbe nach der Blüthe bald hartstengelich amb bitter wird. Wie die Zusammensetzung schon zeigt, ist dieses ademenge namentlich für die trockeneren Sandbodenarten geeignet, ssobald es denselben nicht an der erforderlichen Kraft fehlt. Natürlich paßt es aber ebenso gut für bessere Böden.
Die Frühjahrsfutterproduction für 1894 zu vermehren, wird um deswillen sehr wichtig sein, weil die Wintervorräthe »oraussichtlich knapp ausfallen werden. Als Mittel hierzu ist der Änbau von Jocarnatklee und Futterroggen längst bekannt, und in
*) Nach Hildebrand, landw. Pflanzenbau, Berlin, Paul Parey.
neuerer Zeit ist ein Gemenge von Futterroggen mit Zottelwicke sehr empfohlen worden.
Obwohl die sorgfältige Bereitung und Aufbewahrung des Winterfutters selbst in futterretchen Jahren eine öconomische Pflicht ist, fo dürfte doch in diesem Jahre besonders darauf aufmerksam zu machen sein, wieviel gerade hiervon abhängt. Dom rechtm Zeitpunkt und der sorgfältigen Ausführung der Heugewtnnung hängt nicht nur die Menge, sondern vorzüglich auch die Güte des Futters ab.
DaS Wiesengras, der Klee (einschl. Luzerne und Esparsette) werden in diesem Jahre früher hart und uberständig. Rechtzeitiges Abmähen ist daher wichtiger als sonst. Auch ist es für den Nach« wuchs, der sich im Falle demnächstiger Niederschläge einstellen wird, entschieden bester, wenn die alten harten Pflanzentheile fort sind. Daß es unter den im nächsten Winter zu erroartenben Verhältnissen unverantwortlich wäre, wenn Futter infolge schlechter Aufbewahrung zu Grunde ginge, bedarf wohl keiner näheren Erörterung. Aber es wird sich auch als unbedingt nothwendig erweisen, daß die verfügbaren Futtermittel recht sparsam eingetheill werden, ohne daß die Ernährung des Viehes Noth leidet In dieser Beziehung dürfte mehr als in anderen Jahren die Aufstellung eines F u 11 e r - V o r - anschlagS erforderlich sein. Mit der Verwendung der in der Wirthschaft selbst erzeugten Futtermittel wird man trachten, die Mägen der Thtere zu füllen, also ben Bedarf der Thiere an Trockensubstanz zu decken. Hierbei werden die Stroharten sehr werthvolle Dienste zu leisten haben. Ihre Verwendung zu anderen Zwecken als zur Fütterung ist daher umsomehr auszuschließen, je ungünstiger in einer Gegend die Aussichten auf die Futterernte sind. Ja vielleicht wird es sich in manchen Landwirthschaften empfehlen, die Fütterung von Stroh in Form von Häcksel und im Gemenge mit anderem Futter schon den Sommer über durchzuführen, damit umsomehr Futter für den Winter erspart werde.
Hieraus ergibt sich aber die Nothwendigkeit des Ersatzes des Streustrohes. Die Landwtrthschaft wendet sich in Fällen der Streunoth an die Forstwirthschaft und es ist letztere ja in den meisten Fällen in der Lage, helfend einzugreifen. Insbesondere glauben wir darauf aufmerksam machen zu sollen, daß die Großh. Ministerialabthellung für Forst- und Cameralverwaltung schon im vorigen Herbste mit Rücksicht auf die Futter- und Streunoth die Großh. Forstämter und Oberförstereien beauftragt hat, Streu- nutzungen in einem dem Bedürfnisse enlsprechenven Umfange rechtzeitig vorzunehmen und wegen Ausdehnung der Streunuhung die erforderlichen Anträge baldigst zu stellen, falls die in den Wirthschafts- plänen zur Nutzung vorgesehenen Streuquantitäten zur Deckung deS Bedürfnisses nicht hinreichen.
In diesem Jahre liegt die Befürchtung nahe, daß dem Walde ohne empfindlichen Schaden nicht wird so viel Streu entnommen werden können, als nothwendig ist, den vollen Bedarf zu decken. Aber abgesehen davon muß auch noch berücksichtigt werden, daß die Waldstreu noch lange nicht das beste und billigste Stroh-Ersatzmittel ist. Weit vortheilhafter stellt sich die Anwendung der Torfstreu, denn diese ist in den meisten Fällen nicht nur billiger als die Waldstreu, sondern ihre Wirkung als Streumittel und Dungmaterial ist wesentlich vollkommener. Mit Hilfe der seitens der Stände bewilligten Mittel ist es der Großh. Negierung möglich, beim Bezüge von Tors-. streu Erleichterungen zu gewähren, worüber demnächst weitere Mittheilung erfolgen wird.
Zum Schlüsse möchte noch darauf hinzuweisen sein, daß die umfangreiche Strohfütterung sowohl, als auch im Herbste die Fütterung von Mais rc. die Anwendung von Kraftfutter erfordert. Außerdem kann es unter Umständen räthlich ober nothwendig erscheinen, Futtermittel zum Ersatz des in diesem Jahre mangelnden Wirthschafts- futters zuzukaufen. Hierher gehören beispielsweise die Rübenschnitzel im frischen und getrockneten Zustande, die Erdnußkleie ?c. Jedenfalls wird die Nachfrage nach allen Handelsfuttermitteln sehr stark werden. Es ist deshalb anzurathen, den Bedarf fürs ganze Jahr frühzeitig zu decken. Allerdings ist die beste (Sonjunctur bereits verstrichen, da die Handelsfuttermtttel im Preise seit einigen Wochen steigen. Indessen spricht die Wahrscheinlichkeit mehr dafür, daß später theuerer, als billiger gekauft werden wird. Gemeinsamer bezw. ge- nossenschaftlicher Ankauf ist unter den vorliegenden Verhältnissen sehr zu empsehlen. Unter den Kraftfuttermitteln werden bet den zur Verfügung stehenden proteinarmen Wirthschaftsfuttermitteln die Abfälle der Oelfabrication zur Ergänzung des Nährstoffgehalts besonders nothwendig sein.
Die vorliegenden Ausführungen haben die Maßregeln zur Bekämpfung der Futternoth keineswegs erschöpft. ES ist sicher, daß mancher Leser in der Lage ist, auf Grund seiner Erfahrung wettere Vorschläge zu machen. Möchte dies recht ausgiebig geschehen, bamit der wichtige Gegenstand erschöpfend besprochen und der drohmden Gefahr allerseits recht wirksam entgegengetreten wird.
Außer den In dem vorstehenden Artikel zur Anpflanzung empfohlenen Gewächsen hat der Ausschuß des landwirthschaft- lichen Bezirksvereins Gießen noch den Anbau folgender Herbstfuttermittel empfohlen:
1. von unterirdischen Kohlraben,
2. von weißen Rüben,
3. der Sand- oder Zottelwicke (vicia vilosa), welche von der Saatstelle der Deutschen Landwirthschafts Gesellschaft zu
Berlin und von Wtssinger & Gomp. daselbst angeboten wurde,
4. der turnipe whitc (von der genannten Saatstelle zu 64 JL pro 50 Kilo angeboten) auf 1 Morgen 1 Kilo zur Aussaat erforderlich.
Nniversitäts - Nachrichten.
Marburg. DerEultuSminister hat die Anordnung getroffen, daß an den Universitäten Hygienische Kurse abgehalten werden. Den ersten dieser Kurse hält in Marburg Pros. K. Fränkel ab.
In den bayerischen Universitäten: München, Erlangen, Würzburg wurden zu Beginn des SommersemesterS Kurse über bacterivlogische Diagnostik der Cholera asiatica abgebalten, an denen sich amtliche und practische Aerzte rege behelligten.
Dorpat. Die Russiflclrung der Universität schreitet rasch vorwärts. Ihre definitive Umbenamsung ist erfolgt; sie heißt jetzt: „Jurjewsche Universität", und der bisherige „Dorpater Lehrbezirk", welcher die 3 Ostseeprovinzen umgreift, heißt in Zukunft: „Rigaischer Lehrbezirk." An der theologischen Faculiäl wird indessen die deutsche Sprache als Unterrichtssprache beibehalten. — Der Tag der Jmma- triculation des ersten academtschen Bürgers durfte in diesem Semester nicht durch den bisher üblichen studentischen Auszug der Korporationen gefeiert werden, da der Rector Prof. Budilowitsch ben Aufzug untersagte. — Vom nächsten Semester ab soll analog ben übrigen russischen Universitäten an Stelle bes jetzigen Protectorats bas Amt eines Stubenteninspectors geschaffen werben.
Aus welchen Berufskreisen stammen bie beutschen ©tubtrenben? Diese Frage beantwortet Prof. Conrab in Halle durch eine Zusammenstellung der vom Wintersemester 1887/88 bis Sommersemester 1890 aus preußischen Universitäten immatriculirten Studenten. Ihre Zahl beträgt 12 709; die meisten, nämlich 2198, hatten Kaufleute, die nächstmeisten, 1981, hatten Industrielle und Handwerker zu Vätern; die übrigen vertheilen sich mehr oder weniger zahlreich auf die verschiedenen Berufsklassen; bei den einzelnen Facultäten stellt sich das Verhältniß folgendermaßen: Bei den evangelischen Theologen sind 20% Söhne von Theologen (58% der Söhne von Theologen widmen sich dem Beruf ihrer Väter), 6% von höheren Beamten, über ein Drittel von Beamten und Lehrern ohne akademische Bildung. 14% von Bauern, 13% von Handwerkern und Industriellen. Bei Den katholischen Theologen: 29% sind Söhne von Bauern, 29% von Beamten und Lehrern niedern Grads, 26,6% von Handwerkern und Industriellen. — Bei den Juristen sind 18,5% Söhne höherer Beamten; (fast die Hälfte der Sohne dieser Beamten studirt Jura). 29% sind Söhne von academtsch gebildeten Vätern, 10% von Subalternbeamten und Volksschul- lehrern, 9,5% sind Bauernsöhne, 6% die von größeren Gutsbesitzern, 18,5 % von Kaufleuten. Bet der medicinischen Facultät sind: 7,5% Söhne von Aerztcn, (55,2% der Aerztesöhne folgen dem Beruf ihrer Väter), 20% sind Söhne von academtsch Gebtldelen, 20% von kleineren Beamten und Lehrern, 38% von Kaufleuten, Handwerkern und Industriellen. — Bet der philosophischen Facultät sind: 13% Söhne von academtsch gebildeten Vätern, 23,5 % von kleineren Beamten und Lehrern; ungefähr 38% von Kaufleuten, Industriellen und Handwerkern.
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.
23. Woche. Vom 4. Juni bis 10. Juni 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 32,03°/« bezw. 27,10 nach Ausschl. der Ortsfremden.
Kinder
A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießm gebrachte Kranke kommen.
Es starben an: Zusammen: Erwachsene
im
1. Lebensjahr:
vom
2.-15. Jahr:
Diphtherie 3
(1)
—
—
3 (1)
Lungentuberkulose
Tuberculose anderer
1
1
—
Organe
1
—
—
1
Lungenentzündung Sonstige Erkrankungen
1
1
—
d. Athmungsorgane
3
2
1
—
Organ. Herzkrankheit 1
(1)
1 (1)
—
—
Neubildung
Andere bekannte
1
1
Lkrankhetten
2
—
1
1
Summa: 13 (2)
6 (1)
2
5 (1)
Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 14. Juni, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16%, Luft 21 Grad.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
Montag den 19. Juni,
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werden in der K och'schen Wirthschaft, Grünbergerstraße 30, 1 Tisch, 1 vollständiges Bett, 1 wenig gebrauchte Nähmaschine, Araueukleider, Weißzeug, neue Schürzen und Zeugreste, sowie ferner sonstige Haus- und Küchengeräthe, sowie 1 Bertieow, 1 Cylinderbureau (Mahagoni), 1 Waschkommode mit Marmor, 1 Schirmständer, 1 Küchenwaage, IO blaue Küchentöpse, Krüge und Fässer, sowie Gewürzständer, iBlumeuftänder, 1 Makartstrauß, 1 Regulator, 1 Ampel (Nachtlicht) u. s. w. verweigert. [5308
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Bekanntmachung,
betreffend die Löber'sche Stiftung.
Aus obiger Stiftung ist eine Pfründe von 260 Mark jährlich an eine in Gießen geborene Handwerker - Wittwe zu vergeben, welche einen guten Ruf besitzt, fortwährend einen gesitteten Lebenswandel geführt hat und wahrhaft dürftig sein muß. Anmeldungen werden von heute an binnen 14 Tagen in dem Bürgermeistereigebäude — Zimmer Nr. 3 — entgegengenommen.
Gießen, 13. Juni 1893.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 5325
Bilanz
des Spar- n.Vorschassvereins Lollar E.G.m.u.H.
pro 1892.
Activa.
1. Ausgeliehene Kapitalien 87235.—
2. Kaffevorrath Ende 1892 4732.93
3. Ausstände Ende 1892 2478.13
4. Stückzinsen bis Ende
1892 1801.38
96247.44
Passiva.
1. AufgenommeneKapitalien91316.20
2. Geschäftsguthaben der
Mitglieder 3750.—
3. Reservefond 731.54
4. Reingewinn 449.70
96247.44
Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1891 . . 41
Während des Jahres 1892 gingen ab . . . _■____2
Stand der Mitglieder Ende 1892 ..... 39
Lollar, am 10. Juni 1893. [5305
C Geißler. G. Schwalm. H. Rohrbach IV.
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