Wien, 13. Januar. Wie das „Wiener Tagebl." schreibt, besteht zwischen Rußland und Frankreich seit November 1892 folgende Convention: Im Falle eines Angriffs der« pflichtet sich der direct Angegriffene, 600,000 Mann binnen sechs Wochen aufzustellen und innerhalb weiterer drei Wochen wieder 600,000 Mann. Beide Mächte verpflichten sich, nicht einseitig den Frieden zu schließen.
Wien, 13. Januar. Die socialistischen Vertrauensmänner der neuen österreichischen Provinzen beschlossen hier, angesichts der politischen Rechtlougkeit der Arbeiter in Oesterreich, die Beibehaltung der Maifeier.
Paris, 13. Januar. Caprivis Erklärungen in der Militärcommission machten hier den tiefsten Eindruck. Die Morgenblätter proteftirten größtentheils gegen die An- spielungen über die Möglichkeit einer Dictatur in Frankreich.
Paris, 14. Januar. Die Umgebung Carnots erklärt, bevor dieser zurückirete, werde die Auflösung der Kammer versucht.
Paris, 14. Januar. In den Couloirs der Kammer wird offen behauptet, der frühere italienische Botschafter Menabrea habe durch Frehcinet die bekannten 500,000 Francs Panamagelder erhalten.
Pari», 14. Januar. In der gestrigen Verhandlung des Panama-Prozesses sagte Charles de Leffeps aus, Arthur Meyer vom „Gaulois" habe persönlich 10,000 Francs Panamagelder erhalten, Reinach empfing 30 Millionen zur Bestechungs-Campagne. — Der Prozeß hat mit den Vernehmungen abgeschlossen. Die Reden des Staatsanwalts und der Verthcidiger dürften in den nächsten Tagen beendet sein.
Cocalt* ttttfc provinzieller.
Gietzen, 14. Janüar 1893.
-r. DaS 16. Stiftungsfest der Ruder Gesellschaft am vergangenen Donnerstag nahm einen in jeder Hinsicht gelungenen, theilweise glänzenden Verlauf. Schon geraumer Zeit vor Beginn war der mit Tannenbäumen, Guirlanden, Wappen und Sportemblemen decorirte Stein'sche Saalbau dicht besetzt und für die nach 8 Uhr eintreffenden Gäste war die „Platzfrage" eine überaus schwierige. Die Concertstücke, unter persönlicher Leitung des Herrn Musikdirector Krauße, waren vorzüglich gewählt und aufs feinste vorgetragen. Frau Mimi Balser Land mann, bei ihrem Auftreten schon aufs lebhafteste begrüßt, erntete reichen und wohlverdienten Applaus für den durch ihre herrlichen Liedervorträge gebotenen Kunstgenuß. Den „Glanzpunkt" des Abends im wahren Sinne des Wortes bot jedoch das Festspiel „Im Reiche des Wassers", eine herrliche Dichtung von Johanna Baltz, mit seiner ans Wunderbare grenzenden Jnscenirung durch den altbewährten Meister Herrn Louis Petri III. Es ist kaum erklärlich, wie Herr Petri es fertig bringen konnte, in dem beschränkten Rahmen der Stein'schen Bühne derartig farbenprächtige, ideenreiche und effectvolle Bilder in überraschender Abwechslung zu Stande zu bringen. Die mitwirkenden Damen trugen durch ihre lieblichen Erscheinungen in prächtigen Costümen allerdings viel zum Gelingen der Bilder bei. Eine eingehende Beschreibung der Aufführungen würde an dieser Stelle viel zu weit führen- nur der Frankfurter Künstlerin Fräulein Hartwig, durch ihre mehrmalige Mitwirkung bei den Aufführungen des hiesigen Theater-Vereins bereits aufs vortheilhafteste bekannt, gebührt für ihre wahrhaft künstlerische Durchführung der Rolle der „Undine" das höchste Lob, und zwar dcßhalb um so meljr, weil die Dame erst wenige Tage vor dem Feste als Ersatz für ihre erkrankte Collegin, Fräulein Wendorf, die betr. Rolle übernommen hatte. — Der nach Erledigung des Programms beginnende und am frühen Morgen noch eine den Saal füllende Tanzcolonne aufweisende Ball beschloß in schönster Weise das 16. Stiftungsfest der Ruder Gesellschaft.
K. Theater. Das „Schützens? st" schien verschneit am gestrigen Abend, machte sich doch eine gähnende Leere im Zuschauerraume bemerkbar. Eigentlich ganz mit Unrecht und zwar in zweierlei Hinsicht. Denn die Derfaffer Misch und Jakoby führen unö in ihrem Schwanke ein Stück aus dem Leben vor, wie es humorvoller kaum gedacht werden kann. Mit glücklicher Hand zeichnen sie, wie die beiden Ehemänner Sonnenfeld und Engelbert, die sonst immer gebunden sind durch die engen Verhältnisse der Kleinstadt, sich freuen, um bei Gelegenheit des Schützenfestes einmal tüchtig über die Stränge schlagen zu können. Doch die Strafe folgt der verbotenen Freude auf dem Fuße, denn beiden vergnügungssüchtigen Gatten heften sich ihre Frauen als Rächerinnen an die Sohlen und während die eine durch ihr liebliches Schmollen den untreuen Gemahl zur Pflicht zurückführt, weiß die andere durch ihr energisches Auftreten den '„Casanova von einem Manne" sich wiederum unterthänig zu machen. — Schon des lustigen Stückes halber also hätten wir ein besserbesetztes Hauö erwartet, umsomehr jedoch war dies unser Wunsch, als Herr Stückel sein Benefiz gestern Abend hatte. Kein Wunder, wenn unter diesen Umständen der Benefiziant nicht in die rechte Situation kam. Wenn gleich Herr Stückel sich die größte Mühe gab, dies zu verbergen, eine gewisse Verstimmung machte sich bei ihm immer bemerkbar, und fürwahr, wir sind die letzten, die ihm daS am gestrigen Abend übel nahmen. Von den übrigen Mitwirkenden erwähnen wir nur Herrn Martiensen, der alS Sommerfeld vorzüglich war, sowie Herrn Director Reinerö „Lämmel" und Herrn Rupp „Krause", die sehr gefielen. Die Damen Frau Director Reinerö „Clara", Fräulein und Frau Copp 4 „Charlotte" und „Ernestine", Frl. Märker „Bertha" und Frl. Kroll „Grcthchen" boten ebenfalls ihr Bestes, so daß die Kritik mit der Wiedergabe des Stückes wenigstens ganz zufrieden sein kann.
— Verhaftet wurde gestern ein fremder Reisender wegen Vergehens gegen § 175 des Str. G.-B.
— Das Panorama in der Bahnhofstraße 23 wird von heute ab wieder eine ganz neu angefertigte Serie,
welche überhaupt erst zum ersten Mal zur Ausstellung gelangt, zur Ansicht bringen, nämlich eine romantische Reise durch das herrliche Moselthal, mit seinen Städten, Dörfern, Burgen, Kirchen und Klöstern rc. Diese Serie soll, wie uns versichert wird, wieder einen wunderbaren Anblick bieten.
— Eine neue Erfindung zur vollständigen Ausnutzung der Heilkraft der Steinkohle. Bekanntlich befinden sich unsere sämmtlichen Heizungsanlagen noch in einem sehr unvollkommenen Zustande, denn eS entweicht bei denselben nicht nur zur Unzeit durch den Schlot ein großer Theil der erzeugten Wärme, sondern, zumal bei der Kohlenfeuerung auch ein großer Theil des Heizungsmaterials iu Form von Rauch. An der Berliner Börse waren nun neulich Gerüchte über ein Patent zur Verwerthung des Kohlenrauches in Umlauf. Es handelt sich nach der „N. Z." um ein Patent nicht zur Verwerthung des Rauches, sondern um ein solches auf eine neue Keffel- seuerungsmethode, wodurch angeblich eine erheblich höhere Ausnutzung der Heizkraft der Steinkohle erzielt wird. Bei den befferen Kohlensorten soll sich eine Ersparniß bis zu 70 pCt., bei minderwerthigen eine solche bis zu 50 pCt. ergeben haben. Die Kohle soll annähernd rauchfrei verbrennen. Die Bestätigung der neuen Erfindung muß natürlich abgewartet werden.
□ Vom Vogelsberg, 13. Januar. Die Kälte erreichte in der verflossenen Nacht einen ganz ungewöhnlichen hohen Grad, das Thermometer sank auf minus 16 Grad R. Diese sibirische Kälte hält auch heute am Tage an, daS Thermometer zeigt noch um 12 Uhr Mittags 11 Grad unter Null nach R. Die Fenster in den Wohnstuben sind trotz des verdoppelten Einheizens der Oefen bis oben hin mit Eis bedeckt. Die Ohm ist zugefroren und in den Mühlgräben ist der Wasserstand ein sehr schwacher. Die Arbeit im Freie« ist theilweise eingestellt, die nicht eingestellte, wie das Holzmachen im Walde, sehr erschwert. Auch letztere dürfte bei der heutigen Kälte eingestellt werde«. Viele Brunnen sind unbrauchbar geworden, indem die Pumpen eingefroren sind. Auch werden vielfache Sprünge und Risse gußeisener Pumpen gemeldet. Die Vögel befinden sich in größter Noth, da neben der grimmigen Kälte noch 1 Fuß hoher Schnee ihnen alle Nahrung verstopft. Die Raben und Krähen kommen in die Ortschaften und spazieren auf den Ortftraßen umher oder sitzen auf den Miststätten, überall nach dem mangelnden Futter suchend. Die kleinen Standvögel, wie Meisen, Buch-, Tannenfinken, Goldammern und Sperlinge sind so kirr und zutraulich, daß sie vor den Fenstern sitzen und sich in nächste Nähe der Menschen wagen. Das sind die Zeichen des Hungers, der die armen Vöglein plagt. Man errichte darum überall Futterplätze und suche die Vögel vor Hunger und Tod zu schützen. Auch das Wild, namentlich die Rebhühner, befinden sich in einem Noth- stand bei solcher Witterung. Den Rebhühnern sind ihre Futterstellen, die Waffergräben, zugefroren. Vom Hunger ermattet, fallen sie jetzt sehr leicht dem Raubzeug zur Beute. Der einsichtsvolle Jäger wird darum die Mühe jetzt nicht scheuen, an geeigneten Stellen im Felde die Rebhühner zu füttern. Der Lohn bleibt nicht aus. — Für die Saat ist es von größtem Nutzen, daß sie eine ausreichende Schnee decke schützt, andernfalls würde ihr durch die gegenwärtige Kälte zweifellos großer Schaden zugefiigt werden.
Engelrod, 10. Januar. Von hier wurde als Seltenheit mitgetheilt, daß jn Ilbeshausen ein 3jähriges Mutterschwein von 474 Pfund geschlachtet worden sei. Der hiesige Landwirth K. Ludwig schlachtete heute ein gleichalteriges Mutterschwein, welches lebend 6 53 Pfund wog. Es erreichte ein Schlachtgewicht von 521 Pfund und maß vom Rüssel bis zur Schwanzwurzel 2 m 16 cm. Gewiß ein Curiosum, das seines Gleichen sucht.
Darmstadt, 12. Januar. Der Abg. Jöckel hat bei der Zweiten Kammer einen Antrag betr. das Verbot des Besuchs der Wirthshäuser und Tanzbelustigungen seitens der Schüler der Volks- und Fortbildungsschulen eingebracht. Zur Begründung des Antrags wird ausgesührt, daß die zunehmende Verrohung der Jugend hauptsächlich ihren Grund in dem allzu frühen Besuch der Wirthshäuser und Tanzbelustigungen seitens derselben habe. Dieser traurigen Erscheinung mit ihren beklagenswerthen Folgen in religiöser, sittlicher und socialer Beziehung müsse die Regierung nach dem Vorgänge anderer Staaten z. B. Württembergs und Bayerns, mit geeigneten Maßnahmen entgegentreten. Die seither bestehenden Bestimmungen hätten sich nach allgemeiner Erfahrung als vollständig unzureichend erwiesen. Der Antragsteller beantragt hiernach, die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, für das ganze Land eine gleichheitliche Bestimmung und bezw. Regelung des Verbots des Besuchs von Wirthshäusern und Tanzbelustigungen seitens der Schüler der Volks- und Fortbildungsschule, sei eS auf dem Wege des Gesetzes oder der Verordnung, herbeizuführen.
Darmstadt, 12. Januar. Ein seltenes Jagd-Abcn- teuer begegnete l. „D. T." vor Kurzem einem in der Nähe stationierten Förster. Derselbe fand früh Morgens bei seinem Rundgang im Walde die Fährte eines fremden großen ThiereS und kam bei genauerer Untersuchung zu dem Resultat, daß eS die Fährte eines irgendwo entsprungenen Bären sein müffle. Bei der sofort mit größter Vorsicht und entsprechender Bewaffnung aufgenommenen Verfolgung stellte der Förster das Wild in Gestalt eines in tiefem Schnee barfuß spazierenden — KneippianerS.
Darmstadt, 14. Januar. (Privatdepesche.) Im Jagdschloß Kranich stein ist heute Vormittag 9 Uhr Feuer auSgebrochen. Die Garnison und die Feuerwehr wurden alarmirt. Der Großherzog mit Prinzeß Alix eilten zur Brandstelle. DaS Feuer wurde auf seinen Herd beschränkt.
Erbach, 11. Januar. Der bei dem jüngsten Brande im gräflichen Schlosse verunglückte Feuerwehrmann, welcher bei den Rettungsarbeiten durch Einsturz der Decke in die Flammen fiel, ans denen er nur mit größter Mühe und auf eindringliche Bitten deS Grasen unter Aussetzung einer hohen
Belohnung herausgeschafft wurde, ist seinen fürchterliche» Wunden heute erlegen.
△ Mainz, 13. Januar. Die zum Schluß deS vergangenen Jahres stattgehabtcn ErgänzungSwahlen zu der hiesigen Stadtverordnetenversammlung haben jetzt endlich ihre Gültigkeit gesunden, indem der bei dem ProvinzialauSschuß gegen die Wahlen erhobene Protest heute von demselben ab« schläglich beschieden wurde. — Seit gestern Abend geht der Rshein wieder sehr mit EiS. Platten von der halben Strombreite, um welche sich die Trajectboote mühsam einen Weg suchen, treiben ununterbrochen vorüber. An zwei Durchlässen der Eisenbahnbrücke hatte sich, in verflossener Nacht das Eis feftgestellt, gegen Morgen wurde dasselbe aber wieder von der Strömung fortgerifflen. Die scharfen Eisbrecher an den Strompfeilern der Straßenbrücke zertrümmern zum großen Theil die riesigen EiSplatten, ansonst sie sich in dem rechtseitigen Stromarme, zwischen der Pettröaue und dem Kasteler Ufer schon lange festgesetzt hätten. Gegen 6 Uhr heute Morgen waren an dem Rhein hier zwischen 13 und 14 Grade (R.) Kälte. Gegen Abend hatte die Kälte etwas nachgelassen und trat leichter Schneefall ein.
Mainz, 13. Januar. Die Sonntagsruhe beschäftigte dieser Tage daS hiesige Schöffengericht. Ein Barbier hatte nach 2 Uhr noch eine Anzahl Kunden bei verschossener Thür rafirt und deshalb einen Strafbefehl zugestellt erhalten. Aus feinen Einspruch fällte das Gericht ein freisprechendes Er kenntniß, da die vor 2 Uhr anwesenden Kunden Anspruch darauf hatten, rafirt zu werden.
Mainz, 13. Januar. ES machen sich Bestrebungen geltend, mit Rücksicht auf daS mögliche Wicdererscheinen der Cholera das deutsche BundeSschießen in diesem Jahre hier nicht stattfinden zu lassen.
WormS, 13. Januar. Der Eisgang auf dem Rhein hat so zugenommen, daß von heute Nachmittag 5 Uhr ab bis auf Weiteres jeder Verkehr auf dem linken und rechten Rheinufer unterbrochen fein wird. Bis dahin fährt nur noch daS Personen befördernde Trajektboot. Die Kälte nimmt immer mehr zu.
———.
Gedenket bet Soglein im Schnee! Der Frost und Hunger thun »eh.
Bewahret Fener und Licht, Tamil fein Schaben geschieht!
Beim Ei» vergeht baS Sirenen nicht. Sonst kommt Ihr vor bas Strafgericht!
' Vermißtes.
♦ Wie uns mitgetheilt wird, wurde der Nähmaschinen- und Fahrräber-Fabrik von Adam Opel, Rüsselsheim a. Main auf der Internationalen Ausstellung der Acadtimio Universelle für Wissenschaften und Industrie in Brüfflel-St.-GilleS für ausgestellte Fahrräder die große goldene Medaille nebst Ehren di plom, die höchste Auszeichnung, die überhaupt ertheilt wurde, zuerkannt, was gewiß der beste Beweis für die Vorzüglichkeit dieses Fabrikats sein dürfte.
* München, 13. Januar. Heule Morgen wurde in der Sendlingerstraße ein älterer Mann erstarrt und bewußtlos ausgefunden und verstarb im Krankenhause ohne Wiedererlangung deS Bewußtseins.
* Amberg. 13. Januar. Der „Ambg. VolkSztg." zufolge herrschte heute Morgen 9 Uhr im Weichbilde von Amberg eine Kälte von 34 Grad Celsius. Einige Handwerksburschen sollen erfroren sein.
* Neustadt a. H., 13. Januar. Gestern Nacht gegen lll/z Uhr ereignete sich in der Schreinerei des Striebinger- scheu MöbellagerS eine Explosion, deren Ursache bis jetzt noch nicht bekannt ist. Die beiden Brüder Striebinger befanden sich in dem Gebäude, welches vollständig zusammenstürzte und im Augenblick in Flammen stand. Der eine der Brüder vermochte sich, wenn auch schwer verletzt, zu retten, der andere wurde unter den Trümmern begraben und heute früh, vollständig verkohlt, von der Feuerwehr aufgefunden. Die hier herrschende Kälte erschwerte sehr die Rettungsarbeiten.
* Frankfurt a. b. O., 11. Januar. Auf eigenartige Weise kam der hiesige verheirathete Kaufmann Meysohn umö Leben. Derselbe befand sich auf einer Treibjagd und wollte einen Graben überschreiten. Er reichte sein Gewehr, die Läufe gegen sich gerichtet, einem jenseits beS Grabens stehenden Treiber, damit dieser ihm dehülflich sei. Dabei entlud sich daS Gewehr, die volle Schrotladung ging dem Unglücklichen in die Brust und verletzte ihn so schwer, daß er nach wenigen Stunden seinen Geist aufgab.
♦ Duren, 12. Januar. Die Stadtverordneten bewilligten für Beschäftigung von Arbeitslosen, deren wir hier über 100 haben, die Summe von 6000 Mark.
♦ Magdeburg, 11. Januar. DaS hiesige Schwurgericht hatte am 29. September v. I. den 22jährigcn, wiederholt bestraften Kaufmann Hermann Knabe von hier zum Tode verurtheilt, weil er am 3. Juni 1892 den Conditor Otto Witte Hierselbst mit Beilhieben erschlagen und dann beraubt hatte. Der Serurtbeilte legte hieraus Revision ein, bas Reichsgericht hob daS Unheil wegen eines Formfehlers auf und wies bie Sache an bas hiesige Schwurgericht zurück. Nach auS gebehnter Vcrhanblung ist nun Knabe gestern wieder wegen Mordes zum Tobe unb wegen Diebstahls zu zwei Jahren Gefängniß veruNheilt worben.
* Karlsruhe, 13. Januar. Wegen Eisganges wurde heute die Eifenbahnfchiffbrückc bei Maxau abgefahren. Der Verkehr mit der Pfalz wirb durch eine Fähre aufrecht erhalten. Desgleichen wurden die Rheinschiffbrücken bei Freisten unb PlittcrSbors abgefahren; ber Verkehr wirb durch Nothfährcn vermittelt.
* Wiesbaden, 13. Januar. 90,000 Mk. wurden für


