Ausgabe 
14.12.1893 Erstes Blatt
 
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Der Pariser

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Tööfe ?CJ genehmigten Lotterien stets oorräthig. Prompt. Heber, & send.d.Gewinn!. Albm Greif cher,Gießen.Wallthorstr-2.

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krankungen der Ath- mungs-Organe

Angeborene Lebens­schwäche

Sonstige benannte Krankheiten

ekluten der Artillerir, cevoltirten gestern t großen Schaden an. 'bin. S)it URtuttrtt cht gestellt.

Weil die Steuer nicht vom Hunde

Woraus schließen

Sie das?" Candtdat direct erhoben wird."

1.Lebensjahr: 2.15.Iah,: 2 (2)

nehmung des Steuerraths Dittel und räumte auf nächsten Freitag neuen Verhandlungstermin an.

Nieder-Ingelheim, 8. December. Im Jahre 1890 be- drohte ein Metzgerlehrling in der hiesigen Fortbildungsschule einen Lehrer und den Schuldiener mit Todtstechen. Der Bestrafung entzog er sich damals durch die Flucht nach Amerika. Am verflossenen Donnerstag in seine Heimath zurückgekehrt, wurde er heute wegen Bedrohung verhaftet.

didat:Eine indirecte." Examinator:

Ruppertenrod, 12. December. Die Angelegenheit der hiesigen Holzmacher mit der hiesigen Ortskrankenkasse hat nun ihre befriedigende Lösung gefunden, indem die be­treffenden Holzmacher Aufnahme in die hiesige Ortskranken, kaffe erhalten. Dieses geschah, nachdem die auf hiesiger Gemarkung arbeitenden Holzmacher von OberOhmen, welche sich in hiesiger Ortskrankenkaffe befanden, in diejenige ihres Wohnorts angenommen worden sind. Die Leute können nun ungehindert ihrer Arbeit wieder nachgehen. Die Regelung auf diese Art muß als eine gerechtfertigte erscheinen.

Nieder - Ohmen, 12. December. Der Hund des Försters zu Elpenrod, welcher sich gestern im Walde, District Zwilling, auf der Jagd befand, stöberte plötzlich ein Menschen­bein auf, das fast ganz verwest war und an dem nur noch Kleidcrfetzen hingen. Alsbald entdeckte man auch noch andere Reste eines menschlichen Körpers und oben an einem Baume eine zerrissene Schlinge, in welcher der Leichnam gehängt haben mußte. Derselbe wurde als derjenige eines seit einem Jahre vermißten hiesigen alten Mannes agnoscirt. Was den Greis in den Tod getrieben, ist nicht bekannt geworden. Der Umstand, daß er sich im Walde an einer sehr abgelegenen Stelle aufgehängt, ließ sein Auffinden so lange verzögern. Der Thatbestand wurde gerichtlich ausgenommen.

Hopfmannsfeld, 9. December. Bei der gestern statt­gefundenen Bürgermeisterwahl wurde Heinrich Greb V. mit 34 Stimmen gewählt, auf den Gegencandidat entfielen 29 Stimmen.

Bad Nauheim, 12. December. Ein trostloses Bild ist es, welches sich zudem bereits gemeldeten Kindesmorde darbietet. Eine Wittwe im Alter von ca. 45 Jahren, Mutter von drei erwachsenen Kindern, sieht sich aus Nahrungssorgen veranlaßt, ihr l'/z Jahre altes Kind zu ertränken. Sie hatte dasselbe bei einer hiesigen Familie für 15 Mark monatlich in Kost gegeben. Im Sommer war es ihr möglich, diese Summe pünktlich zu entrichten. Mit dem beginnenden Winter aber verringerte sich der Verdienst der Wittwe, welche sich als Magd vermiethet hatte, auf 11 Mark monat­lich, wovon sie natürlich das Kostgeld für ihr Kind nicht bezahlen konnte. Die Pflegeeltern desselben weigerten sich, das Kind unter solchen Umständen noch länger zu behalten, und so nahm denn die unglückliche Mutter ihr Kind zurück. In einem Anfall von Verzweiflung faßte sie den unseligen Entschluß, sich ihres Kindes zu entledigen und führte denselben am 12. Nov. auch aus. Sie band dem armen Geschöpfchen ein Tuch um den Kopf und warf es in den Teich. Dort hat dasselbe bis gestern gelegen. Heute wurde die Mutter mit ihrem tobten Kinde confrontiert und gestand alles ohne Weiteres ein.

A Mainz, 12. December. Zwischen der Staatsregierung und der Verwaltung der hessischen Ludwigsbahn schweben, wie verlautet, gegenwärtig ihrem Abschluß nahe Verhandlungen über die Ausführung des von den beiden Kammern im ver­flossenen Jahr beschlossenen Baues einer Eisenbahnbrücke über den Rhein bei Worms. Die Verhandlungen laufen, wie man vernimmt, darauf hinaus, daß die Ludwigsbahn den Bau der Brücke auf ihre Rechnung aussührt, sich die Regie­rung aber verpflichtet, im Falle einer Verstaatlichung der Ludwigsbahn das noch nicht amortisirte Baucapital zurllckzu- erstatten. Die Grundlage dieser Vereinbarung läßt erkennen, daß es mit der Verstaatlichung der hessischen Ludwigsbahn immer noch gute Weile hat. Die heute Morgen vor dem hiesigen Schwurgericht begonnene Verhandlung gegen den Millionär Wemhändler Heinrich Arens von hier, der des wissentlichen Meineids beschuldigt ist, wurde, als eben mit der Ausloosung begonnen werden sollte, wiederum vertagt, weil der von der Staatsanwaltschaft als Belastungszeuge geladene Obersteuerrath Bittel in Darmstadt wegen Erkrankung am Erscheinen verhindert war. Um indeß eine abermalige Ver­tagung bis zur nächsten Schwurgerichtsverhandlung zu ver­hindern, beschloß der Gerichtshof eine commissarische Ver- '

BezeichnungFrauenzimmer" übel, es kam zu einem heftigen Auftritt, wobei W. den erwähnten Ausdruck noch mehrmals wiederholte. In Folge dessen klagte die Garde­robiere. Im Termine vor dem Schöffengericht handelte es sich nun um die Frage, ob der AusdruckFrauenzimmer" unter den erwähnten Umständen als eine Beleidigung anzusehen sei. Der Gerichtshof hielt dies für zweifellos und verurtheilte den Beklagten zu einer Geldstrafe von 80 Mark.

* Aus einer der letzten Refereudarprüfungen in Berlin wird folgender Scherz erzählt: Der Examinator, der be­kannte Professor H., fragt einen Candidaten:Ist die Hundesteuer eine directe oder indirecte Steuer?" Can-

eine Dame von sehr guter Repräsentation gesucht, womöglich von amerikanischer Herkunft, welche eine bedeutende Mitgift, entsprechend dem Range eines prinzlichen Prätendenten, mit« bringen könnte. Diejenigen Vertrauenspersonen, welche mit einer solchen Dame in Verbindung stehen, werden gebeten, sich an (folgt die Adresse eines Annoncen Bureaus in Wien) zu wenden. Ausführliche Informationen ertheilt der Freund und einzige direct Bevollmächtigte des Prinzen. Anonyme Briefe werden nicht beantwortet.

*Fraueozimmerchen, Frauenzimmerchen", redet der Wachtmeister Werner inMinna von Barnhelm" die niedliche Zofe Franziska an und glaubt damit in seinem ehrlichen Ge- müth den höchsten Grad seiner Bewunderung auszudrücken. In wesentlich anderer Form gebrauchte vor Kurzem in Berlin ein Kaufmann den AusdruckFrauenzimmer" und mußte dafür am Samstag auf der Anklagebank erscheinen. Im Deutschen Theater warMan sagt" gegegeben worden. Die Zuschauer drängten nach Schluß der Vorstellung in die Garderobe. Es entstand ein heftiges Gedränge, Jeder wollte schnell seine Kleidungsstücke haben. Auch ein Herr W. hielt der Garderoben-Pächterin seine Marke entgegen. Diese beeilte sich nach Kräften, die Andrängenden zu befriedigen, aber sie setzte die Geduld derselben auf eine harte Probe, Herr W. glaubte zu beobachten, daß später Gekommene bevorzugt wurden- er machte seinem Aerger darüber durch die Worte Luft:Sie Frauenzimmer, wollen Sie mir nun mein Zeug geben ober nicht ?" Die Garberoben-Pächterin nahm bie

vermischter.

* Berlin, 9. December. Eine Anzahl Damen ber be- sitzenben Stäube, an ber Spitze bie Frau des Bürgermeisters Kirschner, hatte gestern nach dem Bürgersaal des Rath­hauses eine Versammlung einberufen, um eine größere Or­ganisation von Frauen und Mädchen ber besitzenben Klassen für sociale Hülfsarbeit -zu schaffen. Die Versammlung war recht gut besucht. Im Allgemeinen gehen bie Vorschläge bahin, in lebenbigen Verkehr mit ben Frauen unb Kindern ber ärmeren, hülfsbebürstigen Klassen zu treten unb im Anschluß an die bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen zu wirken.

* Tangermünde, 8. December. Ein Ehrenhanbel zwischen zwei hiesigen Aerzten bildet feit vorgestern bas ausschließliche Tagesgespräch ber Bevölkerung. Nach einem Festessen war es zwischen ben beiben Herren zu Verbal- unb Realinjurien gekommen, bie eine Forberung auf Pistolen zur Folge hatten. In einem nahe bei ber Stabt gelegenen Wäldchen sollte am Mittwoch früh bas Duell stattfinben. Durch ein anonymes Schreiben von Damenhanb erhielt am Dienstag Abend unser Herr Magistratsdirigent Kenntniß von dem beabsichtigten Zweikampf und von dem Ort des Stell­dicheins, und so konnte die Polizei, die sich durch einige Mann­schaften der Feuer-wehr (!) verstärkt hatte, den Zweikampf verhindern. Die Heranziehung der Feuerwehr zur Ver- Hinderung eines Zweikampfes, die in der Geschichte des Duell- wesens wohl einzig dasteht, gibt natürlich dem Humor zu den mannigfachsten Glossen Veranlassung, ist aber gar nicht so unpractisch, vorausgesetzt, daß sie mit der Spritze ausrücki. Wer je die Wirkung eines kräftigen Wasserstrahles an sich verspürt hat, denkt an alles andere, nur nicht ans Schießen.

* Militsch (Schlesien), 7. December. Die Gattin eines Majors sollte hier begraben werden. Die Leiche war in einem besonderen Zimmer ausgebahrt. Da die Herstellung der Gruft sich verzögerte, blieb bie Leiche länger, als an­fänglich beabsichtigt war, im Zimmer. Als nun am Vor­mittag bes vierten Tages ein Dienstmäbchen bas im Blumen- unb Kränzeschmuck prangenbe Trauerzimmer betritt, gewahrt es, starr vor Schrecken, daß sich die als tobt betrauerte Herrin aus bem Sarge erhebt. Die Dame war, wie basHirschb. Tagebl." mittheilt, trotz vorheriger Untersuchung bes Regimentsarztes und zweier anderer Aerzte nicht tobt, sondern nur in einen Starrkrampf verfallen und wäre, wenn nicht zufällig bie Beisetzung eine Verzögerung erfahren hätte, in ber Gruft erwacht unb bort entroeber vor Schreck ober vor Hunger umgekommen.

* Ein Gerücht. Nach ber Pariser ZeitschriftNature" soll Kaiser Wilhelm wegen Ankaufs bes in ber Kap-Colonie gefundenen DiamantenExcelsior" unterhandeln lassen. Der Diamant soll der größte der Welt sein und 205 Gramm wiegen. Die englische Regierung habe bereits 12 Millionen geboten.

* Antwerpen, 10. December. In der vorigen Nacht brannte das alte hanseatische Haus dahier, das im Jahre 1564 errichtet unb eine ber Sehenswürbigkeiten ber alten Stabt ist, vollständig nieder. Die Baulichkeiten nahmen eine Fläche von ca. 80,000 Quadratmeter ein. Seit 1881 biente es als Waarenlager, speciell für Betreibe. Durch den Brand soll für ca. 3y3 Millionen Getreide vernichtet fein. Von dem stattlichen Gebäude blieben nur vier Mauern stehen, der Braud dauerte die ganze Nacht und konnte erst heute Nachmittag gelöscht werden. Die zahlreichen Schiffe, die dem Hause gegenüber lagen, haben glücklicher Weise zeitig entfernt werden können. Von Personen ist Niemand verunglückt. Der Verlust wird auf ca. 5 Millionen geschätzt. Man vermuthet vorsätzliche Brandstiftukig.

* Der Heirathsautrag eines Prinzen. Figaro" veröffentlicht folgende Annonce:

Ein junger, deutscher Prinz, vermögend und schuldenfrei, von sehr sym­pathischem Aeußeren und einer alten, sehr angesehenen, noch mit regierenden Häusern verwandten Familie angehörend, wünscht sich zu verheirathen. Es wird für ihn als Gemahlin

her Übrig gebliebenen Krankheitskeimen sich entwickelt oder ob aus dem Auslände eine Neueinschleppung ftattgefunben hat, läßt sich nicht entscheiben. Besonbers scheinen Frank­reich, Englanb, Italien unb Dänemark bereits vor einigen Monaten ber Sitz einer größeren Jnfluenzaverbreitung ge­wesen zu sein. So würben in Italien vom April bis Juli dss. Js. 4527, 3552, 751 unb 115 Krankheitsfälle angezeigt. Für bie Woche vom 19. bis 25. October würben in Altona 12 Sterbefälle an Influenza stanbesamtlich gemelbet, Braunschweig 4, Danzig 3, Magdeburg 1, Mainz 5, Rix- borf 1, außerdem an Erkrankungen aus Frankfurt a. d. O. 240, ben Regierungsbezirken: Marienwerber 21, Posen 25, Düssel­ers 31 (mit 1 Sterbefall), ber Stabt Nürnberg 99, aus Hamburg mit Vororten 751 Fälle mitgetheilt. In ben Krankenhäusern zu Berlin gingen, soweit bie Mittheilungen reichen, 31 Jnfluenzakranke zu, in ber Vorwoche 33. Im AuSlanbe würben für bie Zeit vom 19. bis 25. November aus Amsterdam 1, London 36 Todesfälle, Prag 2 Erkrank- unb 7 Tobesfälle, vom 12. bis 18. November aus Moskau 3 Tobesfälle berichtet.

** Eiseubahureformen. Vom 15. December ab werben auf ben württembergifchen Eisenbahnen Zeitkarten zu beliebiger Benutzung sämmtlicher Bahnen Württembergs auf fünfzehntägige Dauer für alle brei Wagenklaffen zu 45, resp. 30 unb 20 Mk. ausgegeben. Ferner werben eingeführt Fahr- bücher für 30 Fahrten innerhalb eines Jahres zwischen zwei Stationen mit einem Drittel Preisermäßigung.

Der Verband deutscher Gewerbefchulmäuuer wirb seine nächste Generalversammlung in Darm stabt abhalten. Die Großh. Centralstelle für bie Gewerbe hat ben Darmstäbter OriSgewerbeverein um seine Mitwirkung bei bem Arrangement derselben ersucht unb hat ber Vorstand, biescs Vereins sich einstimmig hierzu bereit erklärt. Mit ber Generalversamm­lung wird voraussichtlich eine größere Ausstellung von Arbeiten gewerblicher Schulen verbunden sein.

Summa: 13 (7) 9 (4) 2 (1) 2 (2)

Anm. Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Tobesfälle in ber betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Diphtheritis 2 (2)

Lungenentzündung wovon 2 an Influenza 4 (1)

Andere entzündliche Er -

nzieller.

3. December 1893.

eiche des nach kurzn itnen Professors Dr. :ftattung in Tübingen, a der Wohnung des oft. Im ÄichenM ifitat, die SchAr der itrnM. Die Leichen, i, den Nachruf Nmenl Professor Dr. Palt, rDecanHerrProfchl luftrag der Tübioc- ssor Dr. Himstedt- ch. Die nachsteheni! wiüaüung, welche den il/ntn bei Eintritt lsormalitäten zu Teste zum Abdruck- Frankreich bei W Umständen Freiha^

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mitzuempfinden. M npathien ausdrücken/ iiällig aus und fiQnl stdent Bernaert, somit längeren Reden eben. Frankreich Ausdruck,; larchisten verdammten.

Literatur und Aunft.

, Einen guten Freund sieht man immer wieder gern er­scheinen und heißt ihn herzlich willkommen, sobald er sich einstellt. Ein solch guter Bekannter ber deutschen Leserwelt ist schon seit langer Zeit Georg EberS/ ber gefeierte Romanschriftsteller, dessen Werke bekanntlich jetzt in einer Gesammtausgabe in ber Deutschen Verlags- Anstalt in Stuttgart erscheinen. Die uns soeben zugekommenen Lieferungen 712 enthalten den Schluß des ersten Romans, ber den 2ßeltruf bes Autors begrünbete,Eine egyptische Königstochter", sowie ben Anfang bes zweitenUarba". In biesen beiben Romanen whrt ber berühmte Gelehrte ben Leser in das alte Wunderland der Pyramiden mit allen seinen Geheimnissen und versteht es, ihn durch sein bedeutendes Erzählertalent mit diesen weitentlegenen Zeiten und fremdartigen Sitten rasch vertraut zu machen. Mit Recht gilt Georg Ebers für einen ber Lieblingsautoren bes deutschen Volkes, und soweit die deutsche Zunge klingt und Landsleute deutsche Bildung und deutsches Wissen getragen haben, überallhin sind seine herrlichen Romane mitgewandert. Georg Ebers gesammelte Werke sind auf 105 Lieferungen k 60 Pfg. oder 25 Bände ä 2 Mk. 50 Pfg., elegant gebunden ä 3 Mk. 50 Pfg. berechnet, von welchen jetzt 12 Lieferungen ober 2 Bände in brillanter innerer und äußerer Ausstattung zu haben sind; für bas kommende Weihnachtsfest bilden sie ein herr­liches Geschenk, dem ein Platz auf dem Festgabentisch jedes deutschen Hauses gebührt.

Gedichte von D. Saul. Elegant gebunden. Preis Mk. 3. (Deutsche Verlags - Anstalt in Stuttgart.) Schon seit Jahren sind wir in den bedeutendsten Zeitschriften einzelnen Gedichten unseres hessischen Landsmannes D. Saul begegnet. Wir freuen uns, unseren Lesern heute mittheilen zu können, daß soeben eine Samm­lung ber Poesien bes Genannten in schmuckem äußerem Gewände unter obigem Titel erschienen ist. Man darf das uns vorliegende Buch mit einer reifen Aehre vergleichen: bringt man in das Innere, so erstaunt man über bie Fülle golbener Körner. Muß man von ben meisten Gedichtsammlungen, die in unseren Tagen erscheinen, leiber rrrtheilen, daß sie neben manchem Guten vieles Mittelmäßige und ulcht wenig Schlechtes enthalten, so gewinnt man beim Genießen der Gedichte von D. Saul bald das wohlthuende Gefühl, daß hier das Unreife, das Minderwerthige durchaus fehlt. In der Thal buben wir einen echten Lyriker in ihm zu begrüßen, der nur bas Tiefgefühlte, das, was sich mit Macht aus der Seele emporringt, gefialtet, und der ein Feind des Gemachten und Gekünstelten, gleichwie alles Phrasenhaften und Schablonenmäßlgen ist. Das Büchlein scheidet sich in zwei Hauptabthellungen, deren erste wieder in folgende Rubriken zerfällt:Aus der Jugendzeit", ^Wandern und Rasten", Vermischtes",Stachelreime und Sprüche". Das Schwergewicht der Sammlung ruht in der zweiten Hauptabtheilung, worin das Beste aus der Reifezeit des Mannes vereinigt ist. Was allen Liedern gemeinsam ist, den frühsten wie den letzten, das ist ein wunderbar tiefes Mitleben des Dichters mit der stummen Schöpfung, eine Ralur- befeelung, wie sie in gleich geheimnißvollem Zauber nur etwa bet Lenau zu finden ist. Sollen wir einige ganz besonders gelungene Gedichte der ernsten Art hervorheben, so seien genannt:Schnee- 0!MCIO J "Astern",Pfingsten", dannDaheim",

Mutterliebe",Der Blinde", vor Allem aberVaterhaus", ein Ge. dicht, das seinen Platz in jeder guten lyrischen Anthologie verdient. Habent eua fata libelli möge dasFatum" dieses Büchleins ein recht glückliches sein! In der prächtigen Ausstattung, welche der rühmlichst bekannte Verlag ihm gegeben hat, eignet es sich dazu, als willkommenes Festgeschenk unter dem Weihnachtsbaum ein Plätzchen zu finden. Insbesondere in der hessischen Heimath des Dichters möge seinem Erstlingswerke eine freundliche Ausnahme beschicken sein!

Wöchentliche Ueberficht der Todessalle in Gieße».

49. Woche. Vom 3. December bis 9. December 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 32,03o/«bezw. 14,78 nach Ausschl. der Ortsfremden. _ _ , Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

kirchliche Anzeigen der errang. Gemeinde.

Heute Mittwoch Abend 8 Uhr: Adventsandacht im Gonftrmanbenfaale der Johanneskirche. Pfarrer Dingeldey

Der Actten Gesellschaft »PoldihÜtte^, Tiegelguk« stahl'Aabrik in Wien l General-Vertreter: Paul Baus m Mannheim) ist auf der Weltausstellung in Chicago für ihren .Poldistahl* Seitens der Jury die höchste Auszeichnung zu­erkannt. Es ist dies um io bemerkenswerther, als nur sehr wenige Fabrikanten von Werkzeugstahl eine Auszeichnung erhielten, obwohl eine große Zahl rühmlichst bekannter Tiegelgußstahl-Fabriken sich an dem Wettkampfe betb-iligen._________________________

Btt Influenza. Epidemien erweisen sich vorzugsweise Aays ächte Sodener-Mtneral Pastille« als ein ausgezeichnetes Linderungsmittel. Aufgelöst in süßer Milch wird durch sie die Heftigkeit der catarrhalischen Affectionen abgeschwächt, bie Schleim- absonderung sehr begünstigt und dem Leidenden dadurch wohlihälige Erleichterung gewährt. Fays ächte Sodener Mineral- Pastillen sind in allen Apotheken, Drogerien- und Mineralwasser- Handlungen ä 85 Ps per Swachtel zu haben. [9195

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