Ausgabe 
14.4.1893 Erstes Blatt
 
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In der letzten Sitzung der iz wurde auf Antrag des Regierung zu ersuchen, der ichtung von Anstalten ter und Geisteskranke übt deö MrnMerd staden ir Teistedkranlen in der dird' ommen, daß die bestehenden zung bei Weitem nicht mehr mehrmg solcher Anstalten als erscheint. Nach Ilnter- i Summ ist der Gehilfe eines ijtis gtjtmgen. - M hi-s'«e tainiti Bierbrauer bei Grotz- in räuberischer Absicht übet« Raubversuch mißglülkt. _

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an einer ans Anlaß der Feuerbestattung veranlaßten Feier­lichkeit stattfinden könne. 7) Es ist ein Widerspruch, wenn eine Staatsbehörde im eigenen Lande eine Feuerbestattung verbietet, zu gleicher Zeit aber die ausdrückliche Erlaubnis ertheilt, daß die Leiche eines Unterthanen desselben Lundes zur Feuerbestattung in einen Nachbarstaat übergesührt wird. 8) Die Entscheidung, ob Begraben oder Feuerbestattung, kann endgültig nur vom juristischen Standpunkte oder von dem der Hygiene getroffen werden." Der Borfitzende der Eonferenz, Herr Rechtsanwalt Curtman-Gießen, hatte zur fünften These folgenden Zusatz beantragt:Demnach steht dem ernst­lich ausgesprochenen Willen einer Person, nach dem Tode verbrannt zu werden, Seitens der Kirche kein Hinderniß ent­gegen." Verschiedene der anwesenden Geistlichen sprachen sich gegen den Zusatz aus- die christliche Kirche theilte den Grund- satz der Juristen nicht, daß jeder Eigenthümer mit seinem Besitz, hier also mit seinem Körper, machen könne, waS er wolle. Wie wir derFranks. Ztg." entnehmen, bekannten sich ohne Ausnahme die sämmtlichen Redner, der Referent und die Herren Prof. Dr. Wetffenbach-Friedberg, Dr. Littmann-Friedberg, Pfarrer Wiener-Alzey, Pfarrer Eise nm eng er-Ober- Roßbach, Pfarrer Grünewald- Offenbach u. A., zu entschiedener Gegnerschaft der Feuerbe- stattung, für deren Nothwendigkeit die Naturwiffenschaft noch feine Beweise erbracht habe. Am Schluß der fast drei­stündigen Berathung wurde einstimmig folgende Resolution angenommen:Die Eonferenz billigt in allen wesentlichen Punkten die Sahl'schen Thesen über die Feuerbestattung. Sie muß die gegenwärtige Bewegung für Leichenverbrenn­ung, deren Nothwendigkeit weder auö nationalöconomischen, noch aus hygienischen, noch aus ästhetischen Gründen erwiesen ifL im Interesse der christlichen Sitteentschieden mißbilligen, kann aber die Leichenverbrennung im Falle besonderen Verlangens des Verstorbenen weder fiq antikirch­lich, noch antichristlich erklären."

Vermischtes.

* Bietigheim (Amt Rastatt), 11. April. Ein po li- tifcher Mord wurde gestern Nacht hier begangen. In einem WirthShausgespräch machte der Bürger Essig dem Ge­meinderath GanS gegenüber die Bemerkung:Du kommst daS nächste Mal auch nicht mehr aufs Rathhaus!" Gans wurde wegen der Androhung eines Wahldurchfalls in hohem Grade aufgebracht, entfernte sich aus der Gesellschaft und lauerte dem Bürger Essig in der Nähe auf. Als Essig, nichts ahnend, nach Hause ging, wurde er von Gans überfallen und mit einem Messer in die Brust gestochen, so daß er nach weniger Zeit starb. Essig hinterläßt eine Frau und sieben, theils noch kleine Kinder. Der Thäter wurde derN. Bad. L.-Ztg." zufolge nach Rastatt gebracht.

Der Hunderttausendste Einwohner Charlottenburgs wurde, > wie dieCharl. Ztg." in einer besonderen Beilage verkündigt, am 6. d. MtS. geboren. Es ist ein Mädchen, Tochter deS Packetbriefträgers Werner, Kleiststraße 16. Dem Mädchen fällt eine von dem Stadtrarh Töbelmann ausgesetzte Präm ie von 300 Mark zu.

Recht erbauliche Zustände werden durch nach- folgendes lakonisches Telegramm aus Sansibar in grelle Beleuchtung gerückt: Eine am Sonntag unter französischer Flagge segelnde Dhau wurde von dem englischen Kanonen­boot Philomele angehalten. Die Dhau halte 60 Kinder an Bord, die in Sansibar durch Araber geraubt waren. In letzter Zeit wurden wiederholt Sklaven-Schiffe durch Beamte deS Sultans angehalten.

* lieber ein Berkehrseuriosum wird aus einem thüringischen Ort berichtet: Eine Getreidereinigungsmaschine, ganz aus Eisen gebaut (Trieur), wird von der königl. Eisen- bahndirection Köln zum Ausnahmetarif befördert- dagegen ist laut Verfügung der kgl. Eisenbahndirection Erfurt dieselbe Maschine als Sperrgut zu behandeln. Eine Folge davon ist, daß ein und dieselbe Maschine von der Station Kalk (Köln) nach Station Wutha (Erfurt) aufgegeben, ungefähr halb so viel Fracht kostet wie umgekehrt von Wutha nach Köln.

Für den Dauermarsch Berlin Wien haben sich u. A. acht Offiziere gemeldet- auch das österreichische Militär bringt der Sache Interesse entgegen. Für die Oesterreicher ist der Nennungsschluß auf den 20. April festgesetzt, der Termin für die deutschen Meldungen lief am 10. April ab. Der Einsatz ist auf 10 Mark festgesetzt. Viele der Gemeldeten haben mit den Vorbereitungen bereits begonnen und es liegen Meldungen über Tagesleistungen bis zu 75 Kilometer vor.

Schiffsnachrichteir.

Der PostdampferFriesland" derRed Star Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 11. April wohlbehalten in Newyork angekommen.

Der PostdampferPennland" derRed Star Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 11. April wohlbehalten in Neayork angekommen.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag den 15. April:

Vorabend 6« Uhr. Morgens 8« Uhr. Nachmittags 4« Uhr, Sabbathausgang 8°° Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschaft.

«Abend 6" Uhr, Samstag Vormittag 8«J Uhr, Samstag _ oo nhr, Samstag Abend 6 Uhr.

Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen.

14. Woche. Vom 2. April bis 8. April 1893.

Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (incl. 1600 Mann Militär).

Sterbltchkettsziffer: 17,25°/« bezw. 7,39 nach AuSsckl. der Ortsfremden.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene:

im

vom

1. Lebensjahr:

2.15.J«hr

Diphtherie 2 (1) -

2 (1)

Lungentuberkulose 2 (1) 2 (1)

Lungenentzündung 1 (1) 1 (1)

Andere bekannte

Krankheiten 2 (1) 1 (1)

1

Summa: 7 (4) 4 (3) 1 2 (1)

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommm.

- .......

Verkehr, Cattfc- unb Volkswirchfchaft.

Limburg, 12. April. Frachtmarkt. Rother Wei,en X 13.75, weißer Wetzen 13 50, Korn 10.65, Gerste JL 9 60, Hafer 7.70, Erbsen JL.

Literatur und Ttunst.

Journal für moderne Möbel. Herausgegeben von practtschen Fachmännern. VIII. Adtheilung, 5. Heft. Pretö 1.50 Mk. Verlag von W. Kohlhammer in Stuttgart. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Dieses neueste Heft, welches sich den voraus- gegangenen nicht nur würdig anretht, sondern das fortgesetzte Be­streben der Verlagshandlung,um wenig Geld Vorzügliches zu bieten", deutlich e,kennen läßt, enthält: Büffet, Stlberschrank, Stuhl, Wandschlänkchen, Bücherschrank, Sopha, Tellerbrelt und Tisch nebst Details in natürlicher Größe, sowie Preisberechnung und einen interessanten AussatzDie Bildneret der Renaissance".

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Annahme and Musterlager in Siehe« bei

L. Mühlhausen, Bismarckstraffe 10.

Bekanntmachung.

Betr: das Einhalten der Tauben zur Saatzeit.

Die Besitzer von Tauben werden aufgesordert, während der Saatzeit vom 15. April bis 15. Mai ihre Tauben in den Schlägen einzu­halten. Uebertretungen dieser Vorschrift muffen nach Art. 79 des Feld­strafgesetzes zur Anzeige und zur Bestrafung gebracht werden.

Gießen, den 11. April 1893.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

3362 Gnauth.

Holzversteigerung.

Dienstag den 18. ds. Mts. werden in hiesigem Gemeindewald versteigert:

7 Eichen-Stämme von 15 bis 46 cm Durchmesser und 3 bis 8 m Länge,

1 Kiefern-Stamm mit 40 cm Durchmesser und 6 m Länge, 4 Birken-Stämme, zu Schieb­karren geeignet,

41 Eichen-Derbftangen,

17 rm Eichen-Scheit,

142 Eichen-Knüppel, hierunter 26 rm 2x/2 m lang, 86 Birken - Knüppel, hiervon 12 rm 3 m lang,

13 Nadel Knüppel,

60 Eichen-Stöcke, 4670 Eichen- und Birken-Wellen.

Der Anfang ist Vormittags 9 Uhr auf der Jägerschneise an Adtheilung Birkenstock.

Großen-Linden, 11. April 1893. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. ___________Leun.________3533 Dienstag den 18. April,

Nachmittags 2f/t Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die den (Earl Jughardt II und Christian Aug- Hardt IV. gehörigen Grundstücke: Flur 4,97 4231 qm Acker, stößt auf den Wismarer Weg, Flur 4,98 = 4219 qm Acker daselbst nochmals freiwillig meistbietend versteigert werden.

Es wird bemerkt, daß Feldbereinigungs­kosten nicht mehr auf den Grundstücken haften.

Gießen, 13. April 1893.

Großh. Ortsgericht Gießen.

I. V.: Bogt. 3558

Versteigerung

Samstag den 15.. MtS., Nach­mittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz Nr. 20 dahier:

1. ca. 3000 Cigaretten, 1 Drehbank, 1 großen Thermometer, 2 Metall­barometer, 1 silberne Taschenuhr, 1 Standuhr in Goldoerzierung, 1 Gerätbeschrank, 2 Tische und einiges Küchengeschirr,

2. 1 Pianino, 1 Ladeneinrichtung, 1 Parthie Uhrenfedern, 16 Mille Cigarren, mehrere Sophas, Verti- cows, Tische, Stühle, Bilder, Spiegel und anderes Möbel, sowie 1 Schwein.

Versteigerung ad 1 sicher, ad 2 theU- weise.

Born,

3553 Gerichtsvollzieher.

Aeikgeöoienes.

Stadt. Sdjlfldilljm.

Freibank. [3546

Heute und morgen: Ochfenfleifch, nicht ladenrein, per Psd. 30 Pfg. Erhielt einen Transport gute Acker Pferde, sowie auch für Bäcker und Metzger geeignete Laufpferde. 3548] Kessler, Pferdehändler. Pr.sr. Angel-Schellfische per Pfund 25 Pfg., la. Hecht, Zander, Cabliau, lebende Karpfen und Mastgeflügel bei [3565 _____________C G. Kleinhen«. Daat Kartoffelu: Arühroseu, Blaue Riesen, Magoam bonum. prima Waare, 50 Kilo mit Sack, ab Friedberg JL 2.25, versendet gegen Nachnahme

Jacob Stern-Simon, 3535] Friedberg (Hessen).

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