Nicht daS klingende Metall solle man als entscheidend gelten
Sitzung frcr Stadtverordneten
am 9. Februar 1893.
(Schluß.)
Staats, der Post, der Eisenbahn, der Justiz, des Militär», der Stadt u. s. w. bertreten können, beabsichtigt, nach dem Muster des GesellschaftSoereinS seinen Mitgliedern durch Einrichtung von Gesellschafts- und Leseräumen Gelegenheit zu zwanglosen Zusammenkünften, Unterhaltungen u. s. w. zu bieten. In der Versammlung am SamStag wurde der Vorstand und die VergnüqungS-Commission gewählt.
— Hermann Vortrag. Wir verfehlen nicht, auch an dieser Stelle auf den hohen Genuß aufmerksam zu machen, den der nächste Donnerstag dem Kunstliebhaber bringt. Herr Karl Hermann auS Frankfurt veranstaltet an diesem Tage — wie aus dem Annoncentheil ersichtlich — eine Recitation, die schon im Voraus geeignet ist, höchste Spannung zu erregen. Der Künstler, dessen glänzende Begabung schon so oft unS von der Bühne herab entzückt hat, der auch durch sein aufopferndes Mühewalten bei Gelegenheit des Lutherfestspicls in bestem Andenken steht, hat vollsten Anspruch auf unsere allseitigen Sympathien. Ein schöner Erfolg wird seinem Unternehmen schon um deswillen sicher sein, weil gerade seine eminenten declamatorischen Fähigkeiten ihm viele Freunde geschaffen haben. Ein feinsinnig auSgewähiteS abwechslungsreiches Programm wird ihm Gelegenheit bieten, diese seine Kunst ausS Herrlichste zu entfalten und wir freuen uns über seine Stoffwahl um so mehr, als diese und Gelegenheit bietet, eines hoch begabten jungen LandSrnannS Schöpfungen kennen zu lernen.
— Die Mitglieder des Vogelsberger Hohenclnb werden hierdurch wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß im Lesezimmer der Großh. Universitäts-Bibliothek aufgelegt sind: 1) der Tourist, illustr. Zeitschrift für Touristik und Schneeschuhsport. Berlin. 2) Touristische Mittheilungen aus Hessen Nassau und Waldeck. Cassel. DaS Lesezimmer ist von 9—1 und von 3—4 Uhr geöffnet. Beide Blätter enthalten in jeder Nummer zahlreiche allgemein interessante Mittheilungen.
— Hochwasser. In den letzten Tagen mit ihren warmen Niederschlägen sind nun auch die letzten Schneemassen zum Schmelzen gebracht, dadurch aber auch ein starkes Steigen aller Wasserläufe herbeigcsührt worden. Besonders L a h n und Wieseck hatten in diesen Tagen einen hohen Stand, ja die Lahn ging noch etwas über ihren letzthin gehabten Höchststand hinaus. Das eingetretene kühlere Welter wird dem weiteren Steigen bald Einhalt thun. Die städtische Pumpstation hat während einiger Tage flott gearbeitet, um daS Wasser aus der Stadt zu entfernen.
— Vorsicht bei Ankauf von Staatsloosen. Der Lehrer Keim in Rimbach begann im letzten Sommer im Auftrage der Brüsseler Volksbank den Vertrieb von Antheilscheinen auf Staatsloose, Braunschweiger, Finnländer, Freiburger, Köln Mindener Loose auf Ratenzahlungen. Inzwischen wurde constgtirt, daß sämmtliche Scheine werthlos sind. Die Großh. Staatsanwaltschaft zu Darmstadt ist gegenwärtig mit näherer Untersuchung dieses Loosschwindcls beschäftigt.
— Warnung. Ein Müller in der Nähe von Gelnhausen hatte eS. unterlassen, seinen Müllerknecht zur Krankenkaffe anzumelden unb muß nun, da der Knecht verunglückte, an Arzt, Apotheker rc. Kosten über 200 Mk. aus seiner Tasche zahlen.
— Der Turnverein hielt am SamStag Abend in der Turnhalle einen stark besuchten Maskenball und gestern Nachmittag und Abend ein ebenso gut besuchtes Carne- valistischeS Concert.
— Hahrplan-Aenderung. Aus die in vorliegender Nummer befindliche Bekanntmachung der Kgl. Eisenbahn-Dircction Hannover, bctr. einige am 1. März d. I. cintretcnde Aenderun- gen in der Fahrzeit der Personen-Züge 407, 408, 402, 412, 270 machen wir hiermit aufmerksam.
— Unter den für die südwestafrikanische Schuhtruppe angeworbenen activen Militärs, die heute Abend in der Stärke von 203 Mann Berlin verlassen, um mit einem Dampser dcS Norddeutschen Lloyd eingeschifft zu werden, befinden sich auch ein Unteroffizier und ein Gefreiter des hiesigen Regiments.
— Nach dem soeben veröffentlichten Geschäftsbericht des Reichsgerichts für das Jahr 1892 wurden in Civilsachen auS dem Großh crzogthum Hessen 34, in Ehe- nnd Entmündigungssachen 2 Prozeffe anhängig. In Strafsachen waren anhängig Revisionen überjährigc 2, dieöjäh rige 53. Beschwerden in bürgerlichen RechtSstreitigkeitcn, Strafsachen und ConcurSversahren wurden anhängig aus Hessen 16, Berusuugen in ehrengerichtlichen Sachen gegen Rechtsanwälte 1.
- Wegen Entziehung von der Wehrpflicht werden 52 in den Jahren 1866—1870 in Obcrhessen geborene Personen, deren Aufenthalt unbekannt ist, dnrch die Großh. Staatsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Oberhessen auf den 25. April d. I. vor die hiesige Strafkammer geladen.
— Vorsicht beim Gebrauch von Petroleumlampen ist eine gar nicht oft genug einzuschärfende Mahnung. Erst dieser Tage sand eine ältere Dame in Moskau ihren Tod auf schreckliche Weise dadurch, daß ihr die Lampe aus der Hand fiel, wodurch die Kleider der Dame in Brand gesetzt wurden. Unsere Hausfrauen thun gut, ihre Dienstboten, die Kinder u. s. w. beim Umgang mit Lampen zu überwachen.
— Im Bezirke der 25. (Srohh. Hess.) Division offene Militärauwärterftellen. Zwei Weichensteller in Mainz, Stations- wärtcr in HechtSheim und Finthen, Weichenwärter in Offstein, zwei Schaffner in HechtSheim und einer in Finthen- sämmtliche Stellen mit 720 Mk. Gehalt.
— Einheitliche Sonntagsruhe. Die Stadtverordneten zu Alzey haben beschloffen, den RetchStagSabgeordneten Bamberger zu ersuchen, daß er aus einheitliche Regelung der Sonntagsruhe dringe.
sich auSsöhnen würden - dies sei leider nicht der gewesen, im Dordertreffen stünden wieder die Manusacturinen, die als Stimmsührer deS Rückschrittes daS Arbeitszchutzgeietz zu beschneiden suchten unter dem Borgeben, dag der Schlug der Geschäfte um 2 Uhr gleich fei mit dem Verlust von Tausenden. Schließlich verlange jede Branche ihre be,andere Zeit und sei es zu beklagen, daß die Behörden durch ehr Eingehen auf die Petition den Wirrwarr noch vergrößerten. Um diesem ein Ende zu machen, um deS lieben Friedens und einheitlichen SchluffeS aller Geschäfte willen schlage er vor, die Geschäftszeit bis auf 3 Uhr auSzudehr-en und darauf hinzuwirkcn, daß diese Zeit auch den Cigarrenhandlern, denen daS Offenhalten bis 7 Uhr gestattet sei, vorgeichricben werde. — Herr EmmcliuS bemerkt, daß bei den von Herrn Scheel rnitgetheilten Einnahme-Ausfällen auch die allgemeinen geschäftlichen Mißstände mitgesprochen, dieS hätten auch die empfunden, die von dem Sonntagsruhegesetz nicht berührt wordeli. In anderen Städten habe sich die Sonn- tagSeinnahme auf die Wochentage verlegt. Wenn daS Orts- statut geändert werde, was er bedauern würde, so empfehle er nicht über eine Stunde Verlängerung hinauszugehen, und gleichmäßige Festsetzung der VerkausSftunden herbeizuführen. — Herr Vogt erklärt, auf die von Herrn Beigeordneten Georgi geäußerte Verwunderung, daß er den Antrag auf Absetzung von der heutigen Tagesordnung gestellt, weil sicher noch Hunderte von Peientcu kommen würden, die sich mit dem bestehenden Statut zufrieden erklärten- man möge es unterlaffen, ein so schönes Stück VerkausSzeit auS dem Vormittag herauszuschneiden, diejenigen, denen der ganze Vormittag zum Spaziergehen srei stehe, seien müde, wenn sie um 11 Uhr antreteu müßten. Weiter habe er zu erklären, daß er bedauere, daß die Beschlüsse der Commission im Gießener Tageblatt veröffentlicht worden, und daß ihm in Wirthschaften nachgeredet werde, ihm sei es gleich, ob die Manufacturisten verhungerten oder nicht. Derartige Ausdrücke habe er nicht gebraucht, er bitte die CommifsionS- Mitglieder, zu erklären, daß er diese Ausdrücke nicht gebraucht. — Herr Beigeordneter Georgi bedauert ebenfalls, daß die Beschlüsse der Commission veröffentlicht worden, es sei dies bei früheren Commissionsbeschlüssen nie der Fall gewesen- daß einer von den Commissionsmitgliedern auS der Stadt- verordnctcn-Versammlung die Beschlüsse veröffentlicht habe, sei nicht anzunehmen, er glaube vielmehr, daß Jemand von den übrigen Commissiousmitgliedern im jugendlichen Uebereifer die Veröffentlichung bewirkt. — Herr Wallenfels: Dem Landmann sei, besonders zur Erntezeit, der Sonntag zur Vornahme seiner Einkäufe der genehmste Tag. Den in den Geschäften thätigen jungen Leuten könne es nur recht sein, wenn die Geschäfte besser gingen, denn dann könnten mehr Leute eingestellt und ihnen ein besseres Einkommnn gesichert werden, den Leuten bliebe nach 4 Uhr noch Zeit genug, sich zu amüsiren. — Herr J ug Hardt tritt dafür ein, daß man den Geschäften, weil sie offenbar Nachtheil hätten, entgegen kommen solle. — Herr Scheel macht darauf aufmerksam, daß die geschäftlichen Verhältnisse in Bezug aus Kundschaft nicht überall die (gleichen seien, in einer Stadt habe man vorwiegend mit Landkundschaft, in einer anderen mit großer Arbeiter-Bevölkerung zu rechnen. Rücksicht aus die gemischten Geschäfte könne man, da hier nur zwei in Betracht kämen (Frau Montanus Wwe. und R. Stuhl) nicht nehmen. Wenn Herr Vogt sage, man solle sich daS schöne Stück nicht aus dem Vormittag herausschneiden, so würden sie es gewiß nicht thun, wenn sie die offenbaren Nachtheile nicht dazu zwängen, die Manufacturwaarenbranche verlange eine zusammenhängende Verkaufszeit. — Herr Petri hält den Einnahme-Ausfall in den Manufacturwaarengeschäften nicht so groß, wenn der Geschäftsgang im Allgemeinen nicht schwächer gewesen sei- er sei nicht dagegen, die VerkausSftunden auf kurze Zeit zu verlängern, da er auch die Ueberzeugang habe, daß die Geschäfte doch etwas auseinander gehalten werden müßten. — Herr Grünewald bestätigt zunächst, daß Herr Vogt die ihm in den Mund gelegte Aeußerung nicht gethan habe. Er halte eine Controlle der gemischten Geschäfte für möglich, wenn festgesetzt werde, was diese verkaufen dürften; so lange nicht andere Gründe von Seiten der Colonialwaarenhändlcr vorgebracht würden, als die ihnen angeblich durch die gemischten Geschäfte drohendeConcurrenz, könne er nur für bie verlangte zusammenhängende Zeit stimmen. Er müsse sich sowohl gegen den aus Aushebung des Ortsstatuts lautenden Antrag des Herrn Scheel wie gegen den Antrag des Herrn Löber aussprechen, der Antrag der Minoritätscommission bewege sich innerhalb des Gesetzes. — Herr Oberbürger- meister Guauth schaltet ein, daß cs gegen das Gesetz verstoße, wenn den gemischten Geschästen der Verkauf von Artikeln der Colouialwaarenbranche am Vormittag, von Artikeln der Manufacturwaarenbranche in der für diese bestimmten verlängerten Zeit am Nachmittag gestattet werde, weil dadurch mehr als fünf Stunden herauskämen. — Herr Orbig: Dem vom Unternehmer-Standpunkt aus geäußerten Bedauern über den Beschluß der Commission könne er sich nicht anschließen, er bedauere den Beschluß nicht. Nicht ein einziger der Herren, welche gegen den CommissionSantrag stimmten, habe auch nur ein Wort zum Schutze der Gehilfen gesprochen- er erkläre, daß ein erst um 4 Uhr beginnender Sonntag kein Sonntag mehr sei- er müsse für die Hand- iungsgehilfen verlangen, daß die Geschäfte schon um 12 Uhr geschlossen würden, die Handlungsgehilfen seien bei der auS- gedehnten Beschäftigungszeit schlimmer daran, wie die Handwerksgesellen- der Zweck deö Gesetzes, den Gehilfen die nothweudige freie Zeit zu sichern, müsse vor Allem festgehalten worden. Ein größerer Theil der Petenten um Verlängerung der sonntäglichen DerkaufSzelt seien Kleiderhändler und Consectionisten, einige wenige also, die sich gegen die bisherigen Bestimmungen gewandt, mit Unrecht, denn wer einen Rock oder eine Hose brauche, faule sie doch, einerlei, ob Sonntags oder an einem anderen Tage.
Herr Löber: Man habe nach Zustandekommen bev '
OrtSstatuts geglaubt, daß auch die mit demselben Unzusriedencn lassen, sondern den Zweck deS Gesetzes. Die klingende Münze
sei benutzt worden, um durch einen PetitionSstitrm daS ganze Gesetz illusorisch zu machen, richtiger wäre eS dann, daS Gesetz gänzlich auszuheben, wenn man den Verkauf bis 4 Uhr ge- statten wolle - er würde daraus binarbeiten, daß um 12 Uhr geschlossen würde, bezw. für gänzliche Sonntagsruhe eintreten; wer erst nach 4 Uhr über sich verfügen könne, der würde sich sagen, daß das Gesetz zwecklos sei. Der Schutz der Gehülsen müsse Allem vorangestellt werden, der Bedarf an Maaren werde doch gedeckt- nicht die Stunde, in welcher der Landmann kaufen könne, komme für diesen in Betracht, sondern für ihn fei maßgebend daS Geschäft, wo er gut und billig kaufe, dem Bauer komme eS nicht darauf an, ob er eine Stunde früher nach der Stadt gehen müsse. Er freue pch, daß Herr EmmeliuS sich nicht für ein Emfchneiden in die bisherigen Bestimmungen ausgesprochen. Der Zweck der Petition fei Beseitigung deS Gesetzes, durch den PetitionSsturm feien die Behörden dazu gekommen, Aenderungen zu gestatten, dieselben gingen weder vom Ministerium noch vom Kreisamt auS. ES scheine, als ob daS Unteinehmerthum das Gesetz ganz aufgehoben wünsche. Er müsse aber darauf bestehen, daß für den Schutz der Gehülsen eingetreten werde, dann seien die Unternehmer verpflichtet, das Gesetz einzuhalten. Auch in gesundheitlicher Beziehung fei eine Ausdehnung der Sonntags- ruhe erforderlich, im Interesse der Menschlichkeit mußten die Leute geschützt werden vor den Nachtheilen, die eine zu lange Thätigkeit im Laden mit sich bringe. Wenn da» Personal nur dadurch gehalten werden könne, daß man jährlich 50 stunden herauSknappere, so sei daS Geschäft nicht wie e- sein solle. Man solle sich hüten, schon wieder an einem Gesetze herurnzu- mäkeln, mit dessen Wirkung man sich noch im UebergangS- stadium befinde. — Herr Dr. Schäfer: ES denke Niemand daran, die Zeit der Ruhe herabzufetzen, sondern eS handle sich um spccielle Verhältnisse, um die Frage, ob man im In- tereffe der Landbewohner die Zeit etwas verlängern könne - der Verkehr Gießens mit den Nachbarorten würde sich mindern, wenn man die bisherige Verkaufszeit beibehalte, Gießen sei zu sehr auf die Landkundschast angewiesen. D.e Morgenstunde von 7V1—9 Uhr fei eine Belästigung für die Leute, der Schwerpunkt liege in den Nachmittagsstunden - die Gchülsen wären in Dortheil gegenüber dem jetzigen Zustande, eine Schädigung liege sonach nicht vor, umioiveniger, al» von den gesetzlich zulässigen fünf Stunden nur 4*/, Stunden verlangt würden. Bezüglich der Colonialwaarengeschäfte sei er für eine Morgenstunde, die Handlungsgehülsen würden dadurch nicht belästigt. — Herr Ern melius thcilt mit, c8 habe ihm eine Firma versichert und sie wolle dies durch Vorlage der Bücher beweisen, daß sie eine Einbuße nicht erlitten - die Kundschaft habe sich inzwischen gewöhnt, rascher zu wählen, er würde es mit Freude begrüßen, wenn die Stunde Bormitlagö wegfiele, im Uebrigen empfehle er gleichmäßigen Schluß aller Geschäfte. — Herr Scheel bezweifelt nicht, waSHerrEm- melius bezüglich der Firma, die er zu kennen glaube, dar gelegt; diese Firma habe indeß weniger mit Landkundschast zu rechnen. Die Einnahmen in den Wochentagen seien dieselben geblieben, was beweise, daß der EinnahmeauSsall an den Sonntagen nicht auö allgemein, schwächerem GeichästSgang herrühre. Herrn Orbig zu belehren wolle er unterlassen, da derselbe Zweifel in seine Eigenschast als Geschäftsmann gelegt- Herr Orbig könne aber seine Fürsorge für daS Wohl der Gehülsen dadurch betätigen, daß er für Verminderung der Geschäftszeit in den Colonialwaarengeschästen einirete, woselbst die Gehülsen nicht nur biß 10 Uhr thäiig sein müßten, sondern auch Morgens zwei Stunden früher anfingeu als in den Manufacturwaarengeschäften (Herr Orbig erklärt sein E'N verständniß damit)- auch der Kellner möge sich Herr Orbig annehmen, die über Mitternacht hinaus beschäftigt würden (Herr Orbig ist auch damit einverstanden). — Herr Heyl 1 gelist a e d t beantragt, die ganze Sache an die Commission zurückzuverweisen. Sein Standpunkt sei noch der alte, nämlich der, daß allgemein um 2 Uhr geschlossen werde; er müsse seiner Verwunderung darüber Ausdruck geben, daß die Behörde so schnell dem PetitionSsturm gegenüber Nachgiebigkeit gezeigt habe, wo die Sache noch neu sei. — Herr Beigeordneter Georgi bezeichnet die Einführung der mitteleuropäischen Zeit als unwesentlich für die Behandlung der vorliegenden Frage. Man solle die Sache nicht hinauöschieben, da sonst die Geschäfte noch mehr geschädigt würden; die Gehülsen würden nicht geschädigt. — Herr Hornberger empfiehlt nochmal» rasche Aenderung, fall» sie beabsichtigt fei; die Anforderungen an die Arbeitnehmer feien nicht groß, sie feien gesetzmäßig; cZ fei ErholimgSzeit genug, Morgens und Nachmittags von 4 Uhr ab. — Herr Löb er bezeichnet al» Wunsch der Bürgerschaft den einheitlichen GeschäftSfchluß und Annahme bei auf Zurückverweisung der Sache lautenden Anträge» deS Herrn Heyligenstaedt; man solle eine Einigung zu erzielen suchen, weil sonst da» KreiSamt der Petition der Manusacturssten ftattgeben würde. — Herr Dr. Ploch ist für einheitlichen GeschästSschluß, schon de» andernsallS eintretenben Spitzel- system» wegen, aber über 3 Uhr möge man nicht hinauS- gehen, derjenigen wegen, die die Annehmlichkeit der Sonntagsruhe bisher kennen gelernt haben. — Herr Grünewald hält die Zurückverweisung an die Commission für überflüssig, weil andere Einwände als die wegen der gemischte»; Geschäfte nicht seitens der Colonialwaarenhändler vorgebracht worden seien; er wolle den Antrag der MinoritätS-Commission ausrecht erhalten bezw. stelle er den Eventualantrag, daß, wenn die Colonialwaarenhändler auf die DormittagSstunde verzichteten, die gelammte Arbeitszeit auf die Stunden von 11 biS 3*/# ober schon 3 Uhr zu fairen fei. — Herr Oberbürgermeister Gnauth glaubt, daß die Stimmenverhältnisse in der Som- Mission anders liegen würden als im Plenum und ist für Zurückverweisung an die Commission, auch hätten die Mit glieder derselben ihre Ansicht wohl etwas geändert. Er müsse sich aber dagegen auSsprcchen, daß die Ausführung der Be- mmmungen be» Gesetzes den Verwaltungsbehörden Überlassen werden sollen. Was man thun könne, baß solle man thun, ' daS selbst gethane, und sei eß auch nur Flickarbeit, fei immer ' besser. Den Verwaltungsbehörden die Ausführung der Einzel-


