Ausgabe 
13.7.1893 Erstes Blatt
 
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je mehr Pferde ge> ib gewisser FleischMe 1 Francs bezahlt, was ut d r ärmere Beviilke- ^eS Jahres 1892 wurden 31 Pferde, 61 Maul­gens müssen unter bin schlachtet, tat Menge sem, denn das Durch- l 500 Pfund, wahrend :S Pferd 8001100 Pfd.

Zug, welcher aus Anlatz fiich zwischen NewHork a 28. Mai zum ersten Patent- und technische ,n 8. 0. Brürkenfttche Eröffnung der EolumbuS- ein Zug in AusM ge- 9 geographischen Meilen

Derselbe besteht aus : Gepäck-Wagen, ist mit mit einer Geschwindig- t Stunde. Sämmtliche in Dienst gestellt ^smd, prüft: darunter befindet r, 870, welche, einem trecke R°chester-Buffa"° zwei englischen Mecken Meile in 37 Secunden) einaefiihrle Empire Central und Hudson ,dt New-Vork-Buffallo untren iSZTto* «SS >en hiestgen

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Ein Handfahrrad. AuS Petersburg schreibt man: Die Erfindung eines Bauern deS Gouvernements Chersson hat in Jelisawetgrad kürzlich sehr viel Aufsehen erregt. Die Maschine ist ganz aus Holz gemacht, hat zwei kleine Räder vorne und ein sehr großes Rad hinten, ist also in dieser Beziehung eine Umkehr des sonst üblichen Velocipedes. Es wird jedoch nicht mit den Füßen, sondern mit den Händen in Bewegung gesetzt, zu welchem vorne zwei Hebelstangen angebracht sind, die durch einen Mechanismus das große Rad in Bewegung setzen. Die beiden Hebelslangen werden bei der Fahrt nach Art von Ruderstangen hin und her bewegt. Zum Lenken des Fahrzeugs dient die Axe der Vorderräder. Die Maschine ist leicht und solide gebaut und man kann auf ihr etwa 12 Kilometer in der Stunde machen, wenn Weg unb Wetter günstig sind. Der Erfinder will auf dem Fahr­rad eine Rundreise von Stadt zu Stadt unternehmen.

* Aus Italien wird berichtet, daß die diesjährige Seidenernte unzweifelhaft die größte ist, die Italien je erlebt hat.

* Die landwirthschaftlichen Zustände in Rußland sind traurig genug. Aus manchen Mittbeilungen und Andeutungen in russischen Blättern geht wenigstens das hervor: daß die russische Landwirthschaft sich im Sinken befindet bezw. die eigentlichen Träger derselben, der Bauernstand und der kleine Adel, je länger je ärmer und kraftloser werden. In den Gegenden Rußlands selbst, welche sich früher durch reiche Getreide- und Viehproduction auszeichneten, werden die Ernten je länger je geringer und der Viehstand hat in den letzten 20 Jahren wohl um die Hälfte abgenommen. Es ist aber die Kraft zu einer angemessenen Bestellung des Bodens von Jahr ,;u Jabr geringer geworden. Die unfähig und durch­aus unzuverlässige Verwaltung der russischen landw. Ange­legenheiten, sowie auch die geringe Rechtssicherh-it, welche der Stand der Landwirthe in Rußland genießt, trägt jedenfalls die Hauptschuld an dem bezeichneten dauernden Niedergange der russischen Landwirthschaft.

* Ein lebensfroher Sträfling. Der Räuber I t a l o Bartozzi, der auch des Mordes an drei Frauen über­führt worden ist, wurde vom Mailänder Gerichtstribunale zu dreißigjährigem Kerker verurtheilt. Bei seiner Abführung ri'f er dem Publikum zu: Auf Wiedersehen 1923!

* Japanische Schulen. Wie allgemein die Schulerziehung in Japan ist, geht wohl daraus hervor, daß die Elementar­schulen Tokios gegenwärtig von nicht weniger als 180,000 Schülern (120,000 Knaben und 60,000 Mädchen) besucht werden.

Citeratar und Arrnst.

Alle Gartenfreunde, welche sich Raths erholen wollen, seien auf die Zeitschrift »Natur und Haus* hingewiesen, deren vier neuesten Hefte eine Reibe von trefflichen Anleitungen und Rathschlägen auf dem Gebiete der Blumenzucht und des Gartenbaus enthalten, welche aus der Feder deS sachkundigen Herausgebers Max Hesdörffer stammen und mit prächtigen Abbildungen geschmückt '.sind. Ganz

besonders seien die Kakteenfreuvde auf einen reich illustrirten, höchst interessanten Artikel des letzten Heftes aufmerksam gemacht. In dem gleichen Hefte beginnt die neu eingerichtete RubrikHimmelskunde", in welcher der Naturfreund in äußerst anregender Weise mit den Vorgängen am Himmelszelt vertraut gemacht wird. Die Leitung dieser Rubrik bat Herr Astronom Archenhold übernommen. Aber aud)_ alle anderen Naturltebhabereten finden in ausgibigfter Weise Berücksichtigung in Wort und Bild. Wir nennen hier von den ver­schiedenen Aufsätzen u. a.: Die schwarzköpfige und die graue Gras­mücke. Von Kebr. Karl und Adolf Müller. Schmetterlings-Zucht und -Fang. Von Pfarrer Krieghoff. Die Anlage eines kleinen Bienenstandes. Von H. Theen. Der Leguan im Terrarium. Von I. Berg. Die Nymphe. Von Professor Heß. Künstliche Fischzucht. Von E. Wendisch. Sagenumrauschte Bäume. Von E. Kreowski, sowie noch eine Reihe von interessanten Mittheilungen, einen Monatskalender u. a. m. Ein Jeder, der Luft unb Liebe zur Natur empfindet, sollte sichNatur und Haus" an schaffen. Für den billigen Preis von 1.50 Mk. erhält man vierteljährlich sechs reiche Hefte. Probehefte liefert der Verlag Berlin SW. 46.

Paris in den schönen Tagen des Frühlings und Sommers zu schildern ist eine Aufgabe, der sich die Künstler stets mit Ver­gnügen unterziehen werden. Denn ftä ter noch als in anderen Großstädten ist in Parts das Zusammenströmen aller eleganten Elemente, farbenreicher, pittoresker das Bild, das die Promenaden, die Boulevards und Parks aewähren. Die neuesten Moden erscheinen im Frühling auf dem grünen Rasen der Rennplätze und in dem duftigen Gewoge der Blumenschlachten, die Pariserin selbst zeigt eine V rjüngung, die mit der 9talur gleichen Schritt hält. So ist das Paris der Mai-und Juni-Monate mit einer glänzenden Reunion zu vergleichen, die Alles umfaßt, was Kunst und Natur an Wunder­werken hervorbringt. Ein reizvolles Bild des heutigen Pariser Lebens bringt die neueste Nummer der »Modernen Äuttfi* (Berlin W. 57, Verlag von Rich. Bong), aus der Feder F. Hermanns, wohl deS ältesten und erfahrensten Mitgliedes der Zunft der deutschen Parlsschilderer. Künstler von eminentem Geschick wie Marold, Bsraud, Will'am Pape haben die interessanten Darstellungen des Feuilletonisten mit reizvollen Arabesken versehen, von denen etliche durch die elegante Colorirung noch lebensvoller sich gestalten. Neben diesem interessanten Artikel finden wir in dem neuesten, sowie in dem vorhergehenden Hefte derModernen Kunst" eine Anzahl aus­gezeichneter Beiträge, sowohl was literarischen Werth, als künstlerische Erscheinung betrifft. Eine wahre Perle ist u. a. der Aufsatz über Luzern, mit Illustrationen von Paul Hey und Text von Alfred Beetschen. Die Vielseitigkeit derModernen Kunst" ist schon oft von uns rühmend bervorgehoben worden, namentlich die Einschaltung des originellen Zick-Zack-Bogrns gestaltet die Wiedergabe aller Er­eignisse in Kunst, Highlife, Sport rc. Dem Liebhaber einer spannenden Lectüre wird in W. Wolters RomanSterbliche Götter" eine will­kommene Gabe geboten. Der Preis des Heftes beträgt nur 60Pfg.; zu demselben Preise wird auch den Abonnenten die Sommernummer derModernen Kunst" geboten.

Verkehr, £and« unö Volksrvirthsehaft.

Frankfurt a. M., 11. Juli. Auf dem gestrigen Viehmarskt bezifferte sich die Zufuhr von Hornvieh auf 2497 Stück, während des Marktes wurden noch 10 Kühe ausgetrieben. Eine solche Zahl war an einem Markte nicht abzusetzen, wenngleich, angerect durch die fabelhaft billigen Preise der geringen Sorten, ziemlich auf Vor- rath gekauft wurde, auch wieder viele Händler aus Rheinland und Westfalen rc. zum Einkäufen gekommen waren. Es verblieb am Schlüsse ein unverkaufter Rest von nahe an 200 Stück; außerdem wurden ca. 50 Stück nach auswärtigen Märkten zurückoer laden. Die Viehhofverwaltung sucht beim Antrieb solcher Massen die Ordnung so gut es geht, aufrecht zu erhalten; wo es aber an ausreichendem

Raum gebricht, da hört schließlich die Ordnung aus und es ist kaum übertrieben, wenn man behauptet, daß der Verkehr im Viehhof gestern nicht gefahrlos war. ES ist nun erfreulich, daß bei diesen Verhältnissen kein Unfall vorgekommen. Daß es hier und da wegen der Standplätze zu Handgreiflichkeiten kam, sei nur nebenbei erwähnt. Eine solche Heberfluthung des Marktes konnte natürlich auch auf die Preise der anderen Viehsorten nicht ohne Einfluß bleiben und so gingen Schweine im Preise herab, obgleich die auswärtigen Märkte hoch notiren, und Kälber bis zu 40 Pf. per Pfund. Von aus­ländischem Vieh standen 40 Ockien aus Oestereich s.parat am Markt, im Gegensatz zu dem großen Theil des übrigen Zutriebs nur aus- erwählte hochfeine Qualität.

Frankfurter Stadttheater.

Für die kommenden Samstag den 15. Juli im Frankfurter Opernhause beginnenden Aufführungen vonFlick und Flock" und Amor" ist von der Theaterlettung die Einrichtung getroffen worden, daß die auswärtigen Besucher schon jetzt für bestimmte Abende ihre Plätze an der Casse des Omrnhauscs und bei den üblichen Verkaufsstellen bestellen können. Hierdurch ist dem fremden Publikum die Möglichkeit geboten, seine Wünsche in Bezug auf die gewählten Plätze zur Geltung zu bringen. Sämmtliche Aufführungen von Flick und Flock" undAmor" während des Monats Juli finden außer Abonnement statt und ist die Theaterleitung deßhalb in der Lage, allen Bestellungen nachzukommen.

kirchlicheAnzeigen der evang. Gemeinde.

Die Vorbereitung zur Ktnderkirche wird am Freitag gehalten.

Eingesandt.

«letzen, 12. Juli 1893.

Unsere städtischen Uhren auf dem Stadtkirchthurm und dem Rathhaus scheinen mit dem Vorrücken vom 1. April d. I. mit 25 Min. noch nicht zufrieden zu sein, denn dieselben gingen seither 4, 5 und gestern sogar 6 Min. gegen die Bahnuhr vor. Hoffentlich genügt dieser Hinweis, um endlich bet unseren öffentlichen Uhren eine ge­wisse Regelmäßigkeit herbeizuführen.

sie Seiden-Fabrik 6. Henneberg (Luxhoa.),Zürich sendet direct an Private: schwarze, weitze u. farbige Seiden­stoffe von 75 Pf. bis Mk. 18.65 p. Meter glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch Qual. u. 2000 versch. Farben, DesstnS rc ) porlo- und zollfrei. Muster umgehend. [492

Barometer:

Thermometer:

+ ICO R. + 21WR. Neigung f. nasse Witt.

4- lU/s° R. +15° R

Witterungsaussichten

Wetterhäuschen, Südanlage.

Hygr?meterstand: Neigung f. nasse Witt.

Mittlerer Barometerstand bei 0« -R. 744,7 mm.

12. Juli, Morgens b Udr 111. Juli, Mittags 12Uhr min.741 mm, max. 742mm min. 741mm, max. 744mm

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemessen am 12. Juli, Mittags zwischen 11 mtflfe U

Wasser 18, Lust 18 Grad. w

Rübsamen'sche BadeagPqPjn

Frau Anna Zinsser

6183

Verwandten und Freunden hiermit die schmerzliche Mittheilung, dass unsere liebe Gattin, Mutter, Tochter, Schwester, Tante, Schwägerin und Schwiegertochter

Die Beerdigung findet statt Donnerstag den 13. Juli, Vormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofs aus.

gestern Abend 10 Uhr nach kurzem, schweren Leiden sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten

Familie Dr. Heinrich Zinsser.

Familie C. W. Nowack.

Giessen, den 11. Juli 1893.