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Nr. 162
Der Gtehnier Anzeiger erscheint täglich, eü LuSnahme drS Ttontagg.
Dir Gießener P«»ttt-»bkL1ter »erden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal detgelegl.
1893
Erstes Blatt. Donnerstag den 13. Juli
Gießener Anzeiger
Keneral-F<nzeiger.
vierteljähriger AöonnementspretLi 2 Mark 20 Pfg. mit Brinaerlohn.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Redaktion, Expedition und Druckerei:
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Zlints- und Anzeigeblutt füv den Ttveis Gieszen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den (ittXtfcoXXOY ^(TUIt fttttfifTHf 01* äae Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen
'olgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. UUSVC UUy C^UllUl irilVLUlltU Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Amtliche» Theil.
Ausfchreiben.
Wir verfolgen den Heinrich Böhm aus Caffel, seit- her auf der Arbeiter «Colonie Neu-Ulrichstein, wegen Unterschlagung. Wir bitten daher um Fahndung nach demselben, Festnahme im Betretungsfalle und Eilnachricht.
Gießen, den 10. Juli 1893.
Großh. Staatsanwaltschaft. Schilling-TrygophoruS.
Die Sonntagsruhe für Industrie und Handwerk.
Während das „Sonntagsruhegesetz" sich nunmehr bereits seit Jahr und Tag für die verschiedenen Categorien des Handelsgewerbes in Kraft befindet, harren Industrie und Handwerk noch immer des Zeitpunktes, der auch ihnen die Wohlthaten der reichSgesetzlichen Sonntagsruhe bringen soll. Wiederholt wurde allerdings dieser und jener Tag als Termin des Inkrafttretens der reichsgesetzlichen Bestimmungen über die Sonntagsruhe auch in den mannigfachen Betrieben der Industrie und im Handwerk genannt, aber schließlich zeigte es sich immer wieder, daß in dieser Beziehung noch durchaus nichts feststeht. Wenn indeffen die Reichsregierung in der bewußten Angelegenheit anscheinend nach dem Motto: „Eile mit Weile!" vorgeht, so kann man ihr in der bedächtigen Behandlung einer solchen wichtigen Sache kaum Unrecht geben. Bereits bei der praktischen Durchführung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe sind der unangenehmen Erfahrungen genug gemacht worden, nur zu oft zeigte es sich hierbei, daß die Erfordernisse des praktischen Lebens mit den Bestimmungen des Gesetzgebers nicht im Einklänge standen, und die Folgen davon waren ungemein zahlreiche Klagen über das neue Gesetz. Erst nachdem überall in den einzelnen Bundesstaaten die nothwendige Reform in den Vorschriften über die Handhabung des „Sonnlagsruhegesetz" vorgenommen worden, nachdem sich die hierbei zunächst zuständigen Behörden entschlossen hatten, das in seinen Zielen ja nur vollständig zu billigende Gesetz weniger vom bureaukratischen Stande und vielmehr vom Standpunkte der Praxis aus durchzuführen, befreundete man sich in den betheiltgten Streifen etwas mehr mit der Sonntagsruhe. Gegenwärtig steht die Sache so, daß im Großen und Ganzen die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe infolge der mancherlei Reformen und Einschränkungen in ihrer Handhabung Anerkennung findet, wenngleich es auch jetzt noch nicht an speciellen Wünschen hinsichtlich der weiteren Abänderung einzelner Bestimmungen fehlt.
Die Gefahr liegt nun nahe, daß die mißlichen Erfahrungen, welche mit der Sonntagsruhe schon im Handelsgewerbe gemacht worden sind, sich in der Industrie und im Handwerke wiederholen würden, falls die nöthigen vorbereitenden Schritte nicht mit Sorgfalt und Umsicht, nicht mit genauem Erwägen ihrer muthmaßlichen Wirkungen auf die einzelnen industriellen und handgewerblichen Betriebe zur Ausführung gelangen. Man kann nun wohl sagen, daß diese Vorerhebungen in erfolgversprechender Weise vorschreiten, und daß hierbei Alles geschieht, um den Wünschen und Bedürfnissen der verschiedenen industriellen Kreise nach Möglichkeit gerecht zu werden. Besondere Anerkennung verdient es, daß von der maßgebenden behördlichen Stelle eine Zusammenstellung der auf die Sonntagsruhe bezüglichen Wünsche aus der Mitte von Industrie und Handwerk vorgenommen worden ist, und zwar unter Gruppirung der einzelnen Berufszweige. Diese Zusammenstellung har man dann den Bundesregierungen zur Begutachtung übersandt und sind zur Stunde die gewünschten gutachtlichen Aeußerimgen sämmtlich an der Berliner Centralstelle eingegangen, wo sie gegenwärtig gesichtet und bearbeitet werden. Sobald diese Arbeit vollendet sein wird, sollen Conferenzen mit den Vertretern derjenigen Berufszweige stattfinden, deren Wünsche auf irgendwelche Bedenken gestoßen sind. Erst nach Beendigung der betreffenden Conferenzen, welche man in der Reihenfolge der für die Berufsstatistik gewählten Gruppirung abhalten will, und Bearbeitung des dabei genommenen Materials dürfte es sich ermöglichen laffen, dem Bundesrathe einen Entwurf zu Ausführungsvorschristen unterbreiten zu können. Nach der Beschlußfassung über letzteren Punkt ro:rb der Bundesrath an die Berathung der kaiserlichen Verordnung gehen, durch deren Erlaß gemäß der Gewerbeordnungs-Novelle die Sonntagsruhe-Bestimmungen für Industrie und Handwerk in Kraft gesetzt werden sollen.
Deutscher Reich.
Berlin, 11. Juli. Die Aussichten der Militär vor- läge haben mit den der Vorlage günstigen Erklärungen, welche von den Wortführern der Polen, der Freisinnigen Vereinigung und der Antisemiten bei der ersten Lesung abgegeben worden sind, mit einem Male eine wesentliche Klärung erfahren. Wenn nicht etwa noch ganz unerwartete Zwischenfälle eintreten, so kann die Annahme der Militärvorlage jetzt als gesichert gelten, da für sie die drei genannten Gruppen mit ihren 50 Stimmen den Ausschlag geben. Nur hinsichtlich der Größe der Mehrheit wird das Weitere noch abzuwarten sein- wie es heißt, finden hinter den Coulissen Verhandlungen zwischen dem Reichskanzler und Centrumsleuten statt, angeblich zu dem Zweck, die betreffenden Abgeordneten durch ein Entgegenkommen in der Deckungsirage für die Militärvorlage zu gewinnen. Sollte sich diese Nachricht bestätigen, so würde sich die vermutliche Reichstagsmehrheit für die Vorlage wohl noch bedeutender gestalten, als bislang vielfach angenommen wurde.
— Der Schluß des Reichstages wird für näch sten Dienstag, den 18. d. M., erwartet. Voraussetzung hierbei ist natürlich, daß die am Donnerstag beginnende Special- berathung der Militärvorlage bis spätestens Montag den 17. Juli zur Erledigung gelangt und daß auf die Berathung der verschiedenen im Reichstage cingebrachten Anträge, soweit sie nicht mit der Militärfrage zusammenhängen, verzichtet wird.
— Der Nachtragsetat und das Anleihegesetz, welche beiden Sachen mit der Militärvorlage in directem Zusammenhänge stehen, sind dem Bundesrathe zugegangen. Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine Summe von 48 Millionen Mark, welche als vorläufige Bedeckung der Kosten der Militärvorlage gefordert wird.
— Mit der Aera der Nachwahlen zum Reichstage beginnt jetzt für verschiedene Wahlkreise eine nochmalige Periode der Wahlaufregung. Die Neustettiner Nachwahl für Ahlwardt ist auf den 18. d. M. angesetzt worden, diejenige in Bingen- Alzey, für Träger, auf den 22. d. M. - vermuthlich werden auch die übrigen vier Nachwahlen noch im Laufe des jetzigen Monats vorgenommen werden.
— Die Secretäre der deutschen Handelskammern hielten am 6. Juli ihre alle zwei Jahre wteder- kehrende Versammlung in Kiel ab. Am Sonntag wurde eine größere Anzahl von Theilnehmern an dieser Versammlung vom Fürsten Bismarck in Friedrichsruh empfangen.
Neueste Had?rid?ictt.
Dolffs telegraphisches Corrcspondenz-Bureau.
Berlin, 11. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des Landwirthfchaftsministers, welcher sämmrliche königliche Regierungen, Aurich und Sigmaringen ausgenommen, ermächtige, soweit die Taxen für die forstlichen Neben- nutzungen mit Rücksicht auf die Futter- und Streunoth zu hoch sind, diese Taxen für das laufende Eratsjahr entsprechend selbstständig herabzusetzen.
Potsdam, 11. Juli. Der russische Groß für st - Thronfolger traf um 8 Uhr 35 Min. auf der Wildparkstation ein und wurde vom Kaiser empfangen und nach herzlicher Begrüßung nach dem Neuen Palais geleitet, bis wohin das Lehr-Jnfanteriebataillon Spalier bildete.
Berlin, 11. Juli. Zu dem Diner zu Ehren des Großfürsten-Throufolgers waren ungefähr 24 Einladungen ergangen. Außer den Hofstaaten und dem Gefolge war auch Staatssecretär Freiherr v. Marschall anwesend. Der Großfürst saß zur Rechten der Kaiserin, zur Rechten des Kaisers saß der Botschafter Graf Schuwalow, zur Linken Admiral Kremer. Auf der Fahrt nach Berlin verweilte der Kaiser mit dem Großfürsten allein im kaiserlichen Salon- wagen. Nachdem der Kaiser auf dem Bahnhofe Friedrichs- straße von dem Großfürsten sich aufs Herzlichste verabschiedet, trat der Großfürst um 11 Uhr 25 Minuten die Weiterreise nach Petersburg an. Der Kaiser kehrte nach der Wildparkstation zurück.
Hamburg, 11. Juli. Zur Unterstützung der von den deutschen Behörden zur Fernhaltung russischer Auswanderer getroffenen Maßnahmen hat die Hamburg. Amerikanische Packetsahrt - Actien - Gesellschaft die Passageagenturen in den Grenzdistricten bis aus Weiteres geschloffen.
Innsbruck, 11. Juli. In Brixlegg, Kun dl und Wo er gl haben in der letzten Nacht Wolkenbrüche starke Verwüstungen angerichtet. Ein Thcil von Brixlegg ist verschüttet. Mehrere Personen werden vermißt. Auch das Zillerthal ist überschwemmt und der Verkehr daselbst unterbrochen.
Petersburg, 11. Juli. Durch einen heute veröffentlichten kaiserlichen Ukas an den Senat werden den Einwohnern der Gouvernements, welche 1891 und 1892 von Mißernten betroffen wurden, außerordentliche Erleichterungen hinsichtlich der Zahlung der Verpflegungsanleihen bewilligt. Nach einer ungefähren Berechnung sind die Erleichterungen derart, daß von 185 Millionen, welche für jene Zwecke ausgegeben wurden, der Reichsschatz auf 70 Millionen verzichtet.
Depeschen frei Bureau „Herold*.
Berlin, 11. Juli. Der „Börsenzeitung" zufolge ist Graf Herbert Bismarck, von dem es hieß, er werde seinen Vater nach Kissingcn begleiten und der Abstimmung über die Militärvorlage fernbleiben, in den letzten Tagen vergeblich bemüht gewesen, Unterschriften für einen Antrag zu sammeln, wonach die Militärvorlage nur gleichzeitig mit einer befriedigenden Lösung der Deckungsfrage bewilligt werden soll.
Berlin, 12. Juli. Der „Narionalztg." zufolge ist der Reichskanzler an einer Venenentzündung erkrankt - man hofft jedoch, daß er am Donnerstag der zweiten Lesung der Militärvorlage im Reichstage wird beiwohnen können.
Berlin, 12. Juli. Seit heute Nacht 12 Uhr wüthet im Fabrikgebäude der Firma Ems & Comp., Burgstraße 29, ein heftiges Feuer. Die gesammte Löschmannschaft Berlins ist in Thätigkett.
Berlin, 12. Juli. Anläßlich des Todestags Ravachols hielten gestern Abend die Anarchisten eine stark ^besuchte Volksversammlung ab, welche wegen einer aufreizenden Rede der Socialistin Wabnitz aufgelöst wurde. Unter Hochrufen auf die Anarchie und Socialdemokratie ging die Menge auseinander.
Paris, 12. Juli. Vaillant und Genossen fahren fort, die Pariser gegen das Nationalfest aufzureizen und verbreiten ein Manifest, worin sie auffordern, die Häu,er nicht zu beflaggen, da nur schwarze Fahnen an einem solchen Trauertage am Platze seien.
Paris, 12. Juli. In Saint Denis forderte der Muni- cipalrath die Festunternehmer auf, die bereits begonnenen Vorbereitungen zu unterlassen und die Fahnen zu entfernen, was letztere verweigerten. Mehreren Wirthen wurde die Erlaubniß, am 14. Juli Bälle abzuhalten, nicht enheilt.
Paris, 12. Juli. Die Polizei verhaftete ein Individuum, als es im Begriff stand, eine der Holzbuden auf dem Boulevard Richard Lenoir anzustecken.
Loudon, 11. Juli. 3000 Kohlenarbeiter aus Forest of Dean durchziehen drohend die Ortschaften, indem sie gegen die Fabrikbesitzer m anif est ir e n. Zusammenstöße mit der Polizei fanden bereits statt, wobei zahlreiche Verhaftungen vorgenommen wurden. Es werden ernste Unruhen befürchtet, da die Arbeiter von Nottingham für heute ebenfalls einen Ausstand ankündigten.
London. 11. Juli. Den neuesten Nachrichten aus Buenos- Ayres zufolge ist in Rio Grande do Sul wieder eine Revolte ausgebrochen. Die Insurgenten, unter dem Befehl Sarawas, belagern die Stadt. Die Eisenbahnverbindungen sind unterbrochen. Hundert bewaffnete Passagiere eroberten das aus Buenos-Ayres abgegangene Sch>ff „Jupiter" und brachten es nach Rio Grande do Sul.
Chicago, 11. Juli. Eine Niederlage von Maaren aus Holland für die Ausstellung brannte ab. Auf dem Thurm des Hauses standen 30 Feuerwehrleute, als dasselbe zusammenstürzte alle wurden getödtet und außerdem fünfzig schwer verletzt. Die Maaren wurden sämmtlich vernichtet.
Cocains und provinzielles.
Sieben, 12. Juli 1893.
** Aus dem Zustizdienst. Durch Entschließung Großh. Ministeriums dks Innern und der Justiz wurden ernannt: 1) zu Gerichtsassessoren die Gerichtsaccessisten Dr. Robert Braden in Mainz, Friedrich Bramm in Gießen, Wilhelm Glässing daselbst, HermannMendelsohn daselbst, Philipp Ruhland in Darmstadt, Heinrich Schul daselbst, Georg Friedrich S c r i d a daselbst, Friedrich Zimmermann in Gießen- 2) zu Regierungsassessoren die Gerichtsaccessisten Friedrich v. Bechtold in Bensheim, Dr. Erich Jung in Mainz und Hans Wolff in Gießen.
** Die Oberheffische Gesellschaft für Natur-und Heilkunde, deren 29. Bericht jüngst als stattlicher Band wissenschaftlicher Mittheilungen erschienen ist, wird nächsten Samstag Nachmittag ihre Sommergeneralversammlung in Friedberg


