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11/11/1893 Erstes Blatt
 
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Nr. 266

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täglich, ü 9 ulna^me txl Montags.

Dir Gießener

ritte«

-brn brat Anzeiger

i mol »ngelegt.

Erstes Blatt. Samstag den 11. November

1893

Gießener Anzeiger

Kenerak-Mnzeiger.

8ltrttlji>ngrt ZßomtementsPret», 2 Mark 20 Pf». «t vringerlohn. Durch die Post brzog« 2 Mark 50 PI-

Rtbachon, und Druderri:

Straf pttdiic 5L

Amts« und Anzeigeblatt für den Rreir Giefzen.

j chratisöeikage: chießener Kamitienbtätter

im welchem Locale.

Jost.

ringert würde.

2 000

158 000.

Annahme von Anzeigen zu bei Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Stummer bi» Bonn. 10 Uhr.

do. do. do.

Mais Hafer Roggen Mehl, Sack

Vereinigten Staaten Wochen endend, am

Weizen, Quarters

21. October 1893

182 000

155 000

17 000

1000

181000

22. October 1892

539 000

95 000

Die Abnahme der amerikanischen Getreidezufuhr.

Hechingen, 9. November. Se. Majestät der Kaiser ist heute Vormittag hier eingetroffen und vom Fürsten am Bahn- Hose empfangen worden. Unter den lebhaften Kundgebungen der Bevölkerung fuhren Se. Majestät und der Fürst von Hohenzollern Hechingen nach der Burg, woselbst um 12 Uhr Frühstückstasel stattfand. Um 3 Uhr erfolgte die Rückfahrt nach Bebenhausen. Das Wetter ist rauh.

Barcelona, 9. November. Das Bcgräbniß der durch die Explosion Getödteten hat heute auf Kosten der Municipalität stattgefunden. Sechzehn Leichenwagen waren in dem Zuge. Die Spitzen sämmtlicher Behörden wohnten dem Begräbnisse bei- trotz des Regenwetters begleitete eine zahlreiche Menschenmenge den Leichenzug.

London, 9. November. Eine Meldung des Bureau Reuter aus Fort Victoria in Maschonaland bestätigt die Nachrichten aus Buluwayo betreffs einer zweiten Niederlage der Ma tabe le am 1. d. M. 7000 Matabele wurden mit einem Verluste von 1000 Mann zurückgeschlagen. Die Engländer hatten drei Tobte und sieben Verwundete und zogen am 2. November in Buluwayo ein, das am 23. October von den Matabeles geräumt worden war. Vor dem Rückzüge hatten die Matabeles eine große Menge Patronen und Pulver zerstört. Die Matabeles werden als jvollständig besiegt be­trachtet.

Au-land.

Washington, 8. November. Bei den gestrigen Slaats- »vahlen sind im Staate Newyork für sämmtliche Staats- ümier die republikanischen Candidaten gewählt worden. Im Staate New-Jersey wurden die Demokraten ebenfalls ge- fchlagen. In Pensylvanien, Massachusetts und Iowa haben Lie Republikaner, in Virginien, Kentucky und Maryland da­gegen die Demokraten bei den Staatswahlen gesiegt.

Deutscher Reich.

Roßla, 8. November. Heute früh zehn Uhr verschied dtierselbst nach kurzem aber schweren Leiden Seine Durchlaucht b.er Fürst Botho zu Stolberg-Rohla, Mitglied des Preußischen Herrenhauses und der Ersten Kammer des Groß- iierzogthumS Heffen, Commendator der Sächsischen Provinzial- Genoffenschaft des Johanniter-Ordens, Major ä la suite der Armee im Alter von 43 Jahren.

DerReichsanzeiger" meldet: Dem Bundes- rath sind in den letzten Tagen folgende Vorlagen zugegangen : Der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Bekämpfung riemeingesährlicher Krankheiten-der Entwurf einesWeinsteuer- «esetzes - der Entwurf eines Gesetzes zum Schutz der Waarenbe- r,eichnungen - der Entwurf eines Gesetzes, betr. die Aenderung des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz und die Ergänzung des Strafgesetzbuchs: der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Feststellung eines dritten Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für 11893/94 - der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Fest- sstellung des Reichshaushalts - Etats sür das Etatsjahr 1894/95, nebst Anlagen und einer Denkschrift- der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Aufnahme einer Anleihe sür Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres, der Marine und der Reichs-Eisenbahnen- der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Feststellung des Haushalts-Etats sür die Schutzgebiete auf das Etatsjahr 1894/95, und der Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung des Gesetzes vom 23. Mai 1873, y be­ireffend die Gründung und Verwaltung des Reichs-Jn- walidenfonds.

Neueste Mad?rid>tcn.

Wolffs telegraphisches Korrespondenz-Bureau.

Berlin, 9. November. Die Stadtverordneten­versammlung hat den Antrag Hermes auf Einsetzung einer igemischten Deputation wegen der Stellung der Stadtbehörden der 1896 beabsichtigten Ausstellung angenommen. Bürgermeister Kirschner stellte die Theilnahme des Magistrats »an den Deputationsberathungen in Aussicht, da seit dem ab- llehnenden Beschluß des Magistrats Erscheinungen hervor- Zetreten seien, die die Annahme unterstützten, daß nicht eine Ilocale, sondern eine nationale deutsche Ausstellung beab- sstchtigl sei, und da die Stadtverordnetenversammlung ihr Jn- vereffe an einem Zustandekommen derselben heute durch ihren Beschluß documentirt habe.

Berlin, 9. November. Der vormalige Präsident des «vangellschen Oberkirchenraths, Hermes, ist heute Morgen og e st o r b e n.

totale» und provinziell«».

Hießen, den 10. November 1893.

** In Betreff der EinweihungSfeierlichkeiten der Johanne«- Kirche können wir^heute noch nachtragen: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog treffen Vormittag 10 Uhr hier ein-.Empfang durch die Spitzen der Behörden am Bahnhof- Fahrt zum Absteigquartier: Gasthofzum Einhorn". Nach der Ein- weihungsfeier, welche von 11 bis 1 Uhr dauern wird, Dejeuner in engerem Kreise imEinhorn" - nach demselben wird Se. Kgl. Hoheit Privat-Audienzen ertheilen und um 4 Uhr die Rückreise antreten. Außerdem findet noch ein allgemeines Festessen in einem noch nicht bezeichneten Locale statt.

* Fackelzug. Der von der hiesigen Studentenschaft zu Ehren des seitherigen Rectors der Universität Herrn Profeffor vr. Jörs geplante Fackelzug findet heute (Freitag) Abend 8 Uhr statt und zwar in folgender Ordnung: Aufstellung in der Alicestraße, Zug nach dem Hause Garienstraße 14, Ansprache, Rückzug über den Neuenweg, Seltersweg, Bahnhofstraße, Neustadt nach Oswalds Garten. Hier Schluß unter Ab­singen desGaudeamus igitur".

** Auf die Chrysanthemum-Ausstellung des Herrn Kunst­gärtner L. Becker in den Räumen der Turnhalle (Nord­anlage) sei an dieser Stelle aufmerksam gemacht. Nicht weniger als 24 Wagen beförderten die blüthenprächtigen Kinder Floras dorthin- es verspricht deshalb die Ausstellung außer ihrer Reichhaltigkeit eine äußerst intereffante zu werden.

Am 12., 13. und 14. dss. Mts. können bei klarem Wetter große Stenlschnuppeufälle beobachtet werden, welche vom Sternbtlde des Löwen ausgehe.i und die man Leoniden nennt. Dieselben ziehen strahlenförmig über den Himmel, erscheinen jedoch erst nach Mitternacht zahlreicher.

* Kirchliche Dienstuachrichte». Dem zweiten Pfarrer zu Beerfelden Ludwig Appel wurde die erste Pfarrstelleldaselbst, dem Pfarrverwalter Ludwig Hein zu Trais-Horloff, Decanat Hungen, die evangelische Pfarrstelle daselbst, dem Pfarr­assistenten Otto Walther zu Bingen die evangelische Pfarr­stelle zu Eschollbrücken, Decanat Eberstadt, übertragen.

* Der 32. Berbaudtztag der hessischen landwirthschaftlichen Genosieuschafteu findet Donnerstag den 16. November 1893, Vormittags 10 Uhr beginnend, zu Darmstadt im Saalbau statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Verbandsdnectors. 2. Vorlage und Entlastung der Jahresrechnung sür 1892. 3. Generalrevisionsbericht. 4. Die Mitwirkung der land- wirthschaftlichen Genossenschaften bei Bekämpfung des Norh- standes und ihre diesbezügliche Aufgabe tm künftigen Jahre. 5. Bericht des Verbandsmolkerei - Jnstructors über seine

Alle Annoncen-Lureaus befl In- und Auslande» nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgegen.

Depeschen deS BureauHerold".

Berlin, 9. November. Sicherem Vernehmen nach wird der Kaiser den Reichstag persönlich im Weißen Saale des Berliner Schlosses eröffnen. Nach der Eröffnung findet sofort die erste Plenarsitzung statt. Die Wiederwahl des bisherigen Präsidiums ist zweifellos.

Berlin, 9. November. Unter dem Vorsitz des ReichS- bankpräsident-n Koch trat heute Vormittag die Börsen- enquetecommission zusammen. Morgen wird das Plenum den Bericht der Redactoren entgegennehmen und be­gutachten.

Berlin, 9. November. DieNordd. Allg. Ztg." stellt j osficiöser Weise den Grenzvorsall im Forstbezirk! Schirm eck richtig, wo bekanntlich von dem deutschen Förster Reiß in der Nothwehr zwei französische Wilddiebe erschaffen wurden. Gegenüber dem anders lautenden Bericht deS officiösen Temps" in Paris wird bewiesen, daß Reiß wirklich aus Nothwehr handelte. DieNordd. Allg. Ztg." kündigt die derzeitige Mittheilung des Ergebnisses der gerichtlichen Unter­suchung an.

Berlin, 9. November. DerReichsanzeiger" meldet aus Stettin, Gartz und Göritz je einen Cholera fall, aus Wollin acht, davon zwei tödtlich- aus Altona und Harburg je einen Todesfall infolge Cholera.

Frankfurt a. M., 9. November. Nach einem Telegramm derFranks. Ztg." aus Santander sand man im Boden des SchiffesCabo Machichago" noch 40 Kisten Dynamit intact vor. Als die Behörden dieselben in Sicherheit bringen wollten, bemächtigte sich eine Panik der Bevölkerung; 20000 Menschen flüchteten ins Freie, während andere die abfahrenden Eisenbahnzüge stürmten. Beim Herumstoßen kamen zahlreiche i Verwundungen vor.

Mailand, 9. November. Hier hat sich ein Gönnte ge­bildet, um dem Marschall Mac Mahon auf dem Schlacht- selbe von Magenta ein Denkmal zu errichten.

Barcelona, 9. November. Der beim Dynamit- Attentat umgekommene Deutsche heißt Vlinsky. Bisher sind zehn Anarchisten verhaftet worden. Im Theater wurden zwei weitere Orsinibomben, welche zum Glück nicht explodirt sind, vorgefunden. Sie gleichen den ersteren Bomben und haben etwa Apfelsinengröße. Von der Königin trafen an die Familien, welche durch das Attentat betroffen wurden, Beileids­telegramme ein.

Der Unterschied gegen das Vorjahr ist enorm, und diesen vermag auch der erhöhte russische Vermndt nicht auszugleichen. Rechnet man die gekämmten diesmaligen Wochenleistungen der Vereinigten Staaten, Canadas, Rußlands, Indiens, Australiens und Argentiniens an Weizen zusammen, so ergiebt sich nicht sehr viel über 700 000 Quarters gegenüber 1060000 Quarters zur selben Zeit im Vorjahre. Man darf aber nicht vergeffen, daß der Weltmarkt gerade an diesen vorjährigen übermäßigen amerikanischen Leistungen immer noch laborirt, daß enorme Mengen vergeblich der Verwendung harren und daher das verhältnißmäßig kleinere Ausfuhrquantum nicht minder auf die Getreidcpreise drückt, als im Vorjahre daS so erheblich größere. Auch die Ablieferungen der amerikanischen Farmer bleiben fortgesetzt hinter denen der beiden Vorjahre bedeutend zurück, aber sie sind doch im Vergleich zu früheren Jahren so groß, daß beffere Stimmung im dortigen Getreidegefchaft sich immer nur durch Anregungen, welche außerhalb des Weizenhandels liegen, bisher einzustellen vermochte.

Bemerkeußwerth ist übrigens auch, daß die für Europa unterwegs befindlichen Mengen von Weizen und Weizenmehl sich, soweit sie für England bestimmt sind, um 66000 Quarters verringert haben, für den Kontinent um 30 000 Quarter« vermehrt, im Ganzen also um 36000 QuarterS abgenommen, während sie in derselben Woche des Vorjahres um 279 000 gestiegen waren. Die hauptsächlichste Ursache des Rückganges der amerikanischen Getreideausfuhr besteht nun offenbar in den niedrigen Getreidepreisen, welche gegenwärtig m Europa herrschen und welche das amerikanische Getreidegefchaft nach unserem Erdtheile als sehr wenig verlockend erscheinen lassen. Es ist sogar nicht unwahrscheinlich, daß die amerikanische Getreideausfuhr für längere Zeit lahm gelegt wird, wenn die Getreidepreise in Europa bis zum nächsten Frühjahr niedrig bleiben oder nur wenig steigen. Ein kleiner Vor- theil könnte sich daraus für die deutsche Landwirthschaft schon entwickeln, indem dadurch das übermäßige Angebot ver-

In Bezug auf die amerikanische Getreideausfuhr ist die wichtige Thatlache zu verzeichnen, daß der Export der Ver­einigten Staaten Amerikas in.diesem Jahre einen enormen Rückgang gegen das Vorjahr anfweist. Bekanntlich findet die stärkste Ausfuhr gewöhnlich im October statt, und hatten die Amerikas folgende Ausfuhr, in den

Amtliche* Theil.

Gießen, den 8. November 1893.

Betr.: Abhaltung landwirthschaftlicher Vorträge.

Der Director des landwirthschastl. Bezirks- Vereins Gießen

tu die Grohh. Bürgermeistereien und die Vorstände der land- wirthschaftlichen Loealvereioe.

In dem Voranschläge des landwirthschaftlichen Bezirks- r.ereins sind pro 1893/94 200 Mark zur Bestreitung der .«osten der landwirthschaftlichen Vorträge in den einzelnen Gemeinden des Kreises in Ausgabe vorgesehen. .

Die Diäten und Kosten des Transportes der betreffen- len Herren Landwirthfchaftslehrer per Bahn werden auf die Bezirksvereinskasse übernommen.

Gemeinden, welche nicht an der Eisenbahn liegen, haben cuf ihre Kosten den Herrn LandmirkhschaftSlehrer von der nächsten Bahnstation per Wagen abholen und dahin zurück- kringen zu lassen.

Ich ersuche Sie um baldgefällige Mittheilung, ob Sie wünschen, daß in Ihren Gemeinden landwirthschaftliche Vor- tiräge abgehalten werden und über welches Thema und von welchem Landwirthfchaftslehrer und an welchen Togen und