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zurück. Antisemitismus! Böckelismus! AhlwardtiSmus! sind drei ganz passende Steigerungsstufen- von der einen zur anderen ist immer nur ein kleiner Schritt. Herr Dr. Böckel giaubt indessen, das Schimpfen gehöre zur Wahlarbeit — und daher wird weiter „geweihräuchert" und „geschumpfen" biS zum guten Ende.
nn. Darmstadt, 9. Juni. Nachdem von Seiten der land« wirthschaftlichen Central-Genossenschaften des Deutschen Reichs schon vor einiger Zeit die Frage wegen Beschickung der Weitaus st ellung zu Chicago durch einen gemeinsamen Vertreter angeregt war, haben nunmehr die landwirthschaft- lichen und die Molkerei-Genosienschaften in Hessen einstimmig beschlossen, einen eigenen Vertreter dorthin zu entsenden. Herrn Molkerei-Jnstructor Siedel zu Offenbach wurde der ehrenvolle Auftrag zu Theil, diese Jnstructionsreise nach Chicago zu unternehmen und dort die wichtigsten Erfindungen und Neuerungen auf dem Gebiete des Molkereiwesens rc. kennen zu lernen, um diese event. später für unsere hessische Landwirthschaft zu verwerthen. Zur AuSsührung dieser Reise wurde dem Genannten eine Summe von 5000 Mk. bewilligt, wovon 4000 Mk. die landwirthschaftlichen und Molkerei. Genoffenschaslen und 1000 Mk. die Großh. Staatsregierung beitragen werden. Auch die Großh. Centralstelle für die Gewerbe hat bereits auf Regierungskosten einen Vertreter in der Person des SecretärS F. Reuter nach Chicago gesendet, während von der Großh. technischen Hochschule hier die Herren Geh. Baurath Prof. vr. E. Schmitt für Eisenbahnbau, Prof. Landsberg für Brückenbau, Prof. F. Lincke für Maschinenwesen und Geh. Hofrath Prof. E. Kittler für Electrotechnik mit RegierungSdotationen im Betrage von je I 8000 und 4000 Mk. sich in den großen Ferien ebenfalls zur Weltausstellung nach Chicago begeben werden.
Darmstadt, 9. Juni. Dem Ziegenzucht-Verein Pfungstadt wurden auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung zu München acht erste, sechs zweite und zwei dritte Preise zucrkannt.
Offenbach, 8. Juni. Im Stadt bade wurden im Vor- jrhre 89,883 Bäder, gegen 80,539 im Jahre 1891, abgegeben. Die letzte Jahresrechnung schließt mit einem Betriebs- I Ueberschuß von 5977,36 Mark ab.
△ TOflinj, 9. Juni. Ein Hauöeinstürz, bei welchem I wie durch ein Wunder kein Menschenleben verloren ging, ist I heute Abend hier erfolgt. Das im Umba. begriffene große Hau- der Schulz'schen Klavierfabrik auf der großen Bleiche I hier, ein ehemals dem Universitätsfonds gehöriges, sehr ausgedehnte- Gebäude, in welchem sich früher die Stadtbibliothek I befand, gerieth heute Abend, als eben die Arbeiter die Bau- I ffätte verlassen hatten, in seinem Obertheil ins Schwanken und stürzte vollständig ein. In dem Bau war zufälliger ।
DermiM»te#.
* Frankfurt a. M., 9. Juni. Rittmeister v. Reitzenstein, der Zweite in dem großen Dlstanzritt Berlin-Wien, wird am nächsten Sonntag im Großen Juni-Hurden- rennen Herrn W. Moessingers „Mutyi" reiten und sich auch in der Großen Steeple-Chase im Sattel befinden.
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ff enge Roheren Kaares
Temperatur der Lahn und Lust
nach Reaumur gemtflen am 10. Juni, Mittag» zwischen 11 und 12 Ub : Wasser 17, Luit 20 Grad.
Rübsamen'sche Badeanstalt.
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Maier Löb von Wohnbach, Leopold, MoieS und August Seewald, letztere von Gambach, in etwa fünfzig Fällen Land- wirthe in den Orten Berstadt, Bellersheim, Melbach, Södel, Wölfer-Heim, Wohnbach u. s. w. dadurch in ihrem Vermögen geschädigt zu haben, daß sie unter der Vorspiegelung, reine Holländer Rasserinder zu verkaufen, solche verkauft hätten, die diese Eigenschaft nicht besessen hätten. Zum Prozeß wurden a s Sachverständige zugezogen die Herren Thierarzt Dr. Franz Kceuder von Lich, der frühere Landwirth und Ort-gerichl-- mann Helferich von Gießen, der Taxator der Oberhessiichen ViehoersicherungSanstalt Schlottner von Wohnbach, Müller und Landwirth Falck und Landwirth E. Preußer, beide von Friedberg. Die Anklage, die von der Strafkammer für die Provinz Oberhessen vor das hiesige Schöffengericht verwiesen war, wurde vertreten von Herrn Gerichtsassessor Neuenhagen i. V. des Amtsanwalts. Die Vertheidigung wurde gesührt von den Herren Justizrath Dr. B. Geyger von Frankfurt a M. und Rechtsanwalt Dr. Stein aus Gießen. Als Belastungszeugen waren 34 Personen, als Entlastungszeugen 26 geladen worden. Die Beweisaufnahme dauerte acht Stunden. Die Amtsanwaltschaft hatte, da in den meisten Fällen eine Vermögensschädigung nicht nachgewiesen werden konnte, Freisprechung für diese beantragt, während für den Rest der unter Anklage gestellten Fälle die Entscheidung dem Gericht anheimgegeben wurde. Die Vertheidigung beantragte in allen Fällen für alle Angeklagten Freisprechung und Verurtheilung oer Staatskasse in die Kosten deS Verfahrens und zur Erstattung der durch die Vertheidigung verursachten nothwendigen Ausgaben. DoS Urtheil, daS nach vierstündigem Plaidoyer gefällt wurde, lautete im Sinne der Dertheidignng auf Frei- iorechung. Es wurde dabei dargethan, daß mit Ausnahme von drei Fällen überhaupt keine strafrechtlich bedeutsame Jrnhumserregung stattgefunden Habe, und daß in diesen drei Fällen kein Causalzusammenhang zwischen Jrrthumserregung und Vermögensschädigung nachgewiesen sei
-i- Stammheim i. d. SB., 9. Juni. „Es geht doch nichts über eine regelrechte Ausschneiderei", sagte Schneider N. zu Wagner H. und gab ihm>en „Reichsherold" zu lesen. Steht da schwarz auf weiß gedruckt, welche Heldenthaten die Anti- i.miten in Echzell verübt haben wollen und ich war doch dabei, daß alles gerade dabei umgekehrt ging. Als die Versammlung auS war, bekamen die Helden solches Leibweh von ihren ' Thaten, daß sie schleunigst hierher nach Stammheim sandten, I um Dr. Böckel herbei zu holen. Sie ließen ihm sagen: I Gr möge schleunigst nach Echzell kommen, die Sache sei schief gegangen und es sei UebleS zu befürchten. Da machte sich I Dr. Böckel auf die Strümpfe und half retten, so gut es ging. I Die patriotischen Lieder, die in Echzell gesungen worden sein I sollen, sangen einige Bürschchen mit ihren Schätzen! „Du, | Du liegst mir im Herzen" — und ähnliche Dinge. Und wer | d>e Hunderte von Menschen hat hereinfluthen sehen, dem wird I es ganz wehe, wenn er daran denkt. Bekanntlich gab es I eme Anzahl von Geistlichen in unserer Provinz, die sich früher I ff'" den Antisemitismus interessirten. Nachdem dieser „Anti- I semitismuS" sich aber zu einem „Böckelismus" ausgebildet | batte, wollen die Pfarrer von der Bewegung nichts mehr | wissen. DaS ist dem Herrn Dr. Böckel ausdrückich gesagt I uad dazu bemerkt worden: das Beschimpfen der übrigen I Parteien schrecke alle verständigen Leute vor dem Antisemitismus I
Auszug aus -en Kirchenbüchern
der Stavt Bietzen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
JohanneSgemeinde.
I Dm 3. Juni. Paul Friedrich Richter. Buchbindermeister zu I Gießen, und Wilhelmine Luise Caroline Josephine Bepler, l achter I deS TapezterS Heinrich Bepler zu Gießen.
Getauft«.
MaithäuSgcmeinde.
Dm 4. Juni. Dem Taglöhner Jakob Renner HI. eine rochier, I Karoline Auguste, geboren den 18. April.
I Denselben Dem Maurer Andrea» Krug ein Sohn, Karl I Ludwig, gehören den 2. Mai.
I Denselben. Dem HilfSschutzmann Karl Sommerkorn eine Tochter.
I Elisabeth, geboren den 8. März.
MarkuSgemeinde.
Den 4. Juni. Dem Schlosser Ludwig Horn ein Sohn, WUhelm I Heinrich Otto, geboren den 10. Mai.
Denselben. Dem Bremser Crnst Heine eine Tochter, Johanna
I Marke Luise Karoline Wilhelmine, geboren dm 5. Mai.
Dmselbm. Dem HilfSheizer Heinrich Peter Gering ein Sohn, Karl Konrad Willy, geboren den 8. Mai.
Lukasgemeinde.
Dm 4. Juni. Dem HUssheizer Johanne- Michel ein Sohn, Ludwia, geboren den 10. Mai.
Denselben. Dem Fuhrmann Peter Trech-ler ein Sohn, Heinrich, | geboren den 5. Mai.
I Denselben. Dem Schaffner Karl Ludwig Walther eine Tochter, ! Frieda Veronika Käthchen, geboren den 14 Mai.
Denselben. Dem Locomotivheizer Wilhelm Kellner ein Sohn, August Willy, geboren den 4. April.
Denselben. Dem Foraer Johanne-Lemp ein Sohn, WUhelm, geboren dm 4. März.
Johanne-gemeinde.
Dm 4 Juni. Dem Dimstmann Heinrich Karpf ein Sohn, Gustav Adolf, geboren den 3. Mai.
Den 9. Juni. Dem Gymnastallehrer Dr. Georg (Stemm ein
Sohn, Ludwig Wilhelm Friedrich Han- Carl, geboren dm 4. Mai. veertzt-ta.
Matihäu» gemeinde.
Den 6. Juni. Elisabeth Hartmmn, Tochter de- Schneider- Georg Hartmann, alt 2% Jahre, starb den 4. Juni.
MarkuSgemeinde.
Den 6. Juni. Karl Friedrich Hedderich, Landwirth zu Zell, all 55 Jahre, starb zu Gießen den 4. Juni.
LukaSgemeinde.
Dm 4. Juni. Dietrich Heinrich Lohmann, Rentner, alt 71 Jahre, starb den 2. Juni.
Den 6. Juni. Margarethe Brömer, ledig, alt 64 Jahre, starb dm 4. Juni.
Dm 9. Juni. Elisabeth Bender, geb. Gräf, Wittwe de- Vereins« dimer- Philipp Bmder, alt 43 Jahre, starb dm 7. Juni.
JohanneSgemeinde.
Den 3. Juni. Margarethe Roß, geb. Dieffmbach, Willwe des Landwirth» Konrad Roß, all 72 Jahre, starb den 1. Juni.
Den 7. Juni. Ludwia Weicker, Hoßpitalst, ein Wittwer, all 75 Jahre, starb dm 4. Juni.
3V Die Standesamt» -rnchriLte» können «ach «ns zugegavgener «ittheUnng erst am Mittwoch veröffenUicht werde«.
Für die Abgebrannten in Zell bei Alsfeld stnd ferner bei UN- eingegangen: von L. H. 5 X, Frau Ha der kor» 3 X, G. S 2 X. Ungenannt 3 x Zusammen 13 X Jn-gr'amM 420 X
Hiermit schließen wir unsere Sammlung. 250 X wurde» bereit- am 19. Mai und der Rest mit 170 X heute an da- Ooaritt für die Brandbeschädigten in Zell übedanbt, worüber die Post- Quittungen zur Einsicht oorliegm Sllm Gebern hierdurch derzl'ch« Dank!
Die Expedition de- „Gießener Anzeiger".
Und dann die Behauptung: „Ein Volk in Waffen greise Rie- i wand an", weil ein VolkSheer für einen Angriffskrieg nicht da sei!!! Wir brauchen nur 23 Jahre zurück zu gehen, da sehen wir, wie das
I französische Volk Deutschland den Krieg erklärt. Jawohl, das Volk drängte den widerstrebenden Kaiser zum Krieg und nur 6 ober 8 Abgeordnete wollen den Krieg nicht, aber nicht etwa, weil sie den Krieg im Allgemeinen und den gegen Deutschland im Besonderen verabscheuen, sondern weil sie ihn noch nicht an der Zett halten. Weiter in der Zeit zurück liegt der 20. April 1792, an welchem Tage die gesetzgebende Versammlung in Pari- den Krieg gegen das deutsche Reich (Oesterreich) beschloß und den König zwang, an Oesterreich welchem Vreußm zur Seite stand, den Krieg zu erklären. Sind dies nicht zwei in schönster Art vom „Volk" erklärte und herbei- gesührte Krieges Wer aber nicht sehen will, sieht nicht»!
Nach der spielmdm Leichtigkeit, mit der Herr Liebknecht die schwersten Ausgabm der Politik, freilich vorerst nur auf dem Boden der Phantasie erledigt, wäre man verlangend gewesen, etwa» von Wesen und Gestattung deS ZukunstSstaaies zu hören, d ssen Verwirklichung ja als Universalmittel in allen socialdemokrattschm Versammlungen angepriefen wird. Die vorwitzige Frage aber erstirbt einem auf der Zunge, denn Herr Liebknecht erklärt ben Unvorsichtigen al» „reif für das JrrenhauS". In der Sicherheit de» Redner», der sich selber keine Fragen stellt, ober zu stellen braucht, erklärt er uns neugierigen Ungläubigen bann später noch, „der Zukunftsstaat sei kein Zwang»- unb Polizei-, fein Kasernenstaat, wie man bie Dummen glauben machen wollte, vielmehr von alledem da« gerade Gegm- thell, kurz eitel Friede, Wonne und Ergötzen.
Außer der „vernichtenden' Krikik der gegnerischen Parteien, wobei auf ben im Rabau concurtirenben AniisemttiSmu- als Neuling ber Löwenantheil siel, sei noch ber rührmbm Sorge erwähnt um daS allgemeine Wahlrecht, ba» bekanntlich zu ben Rechten und Freiheiten gehört, welche bem beutschen Volke verschafft zu haben, der „veraltete" Nattonalliberalismus behauptet: „Wir hätten, wäre diese Geeschlange nicht aufgetaucht, etwas vermißt."
Robe-pierre, ber Terrorist unb Tyrann, wirb verherrlicht und seine Blutherrschaft, während welcher er Tausende durch Köpfen I allerdings gründlich munbtobt machte, als herrlicher Bau gepriesen, j Wie lange stand denn dieser herrliche Bau ' Im Sommer 1794 fiel de» Baumeister« Haupt und wenige Jahre spä'er lag Frankreich zu Füßen eine» glücklichcn Soldaten!
Au» ber Geschichte scheint Herr Liebkuecht seine politischen Folgerungen nicht zu schöpsen: vielleicht hat er seine Weisheit von Herrn Glabstone selbst, benn er, Liebknecht, behauptet mit anerken- nenswerther Sicherheit: „Enal and wirb sofort mit einer Kriegserklärung kommen, wenn es Rußland wagen sollte, in Gemeinschaft ।
Cingefatidt
Gießen, 10. Juni 1893.
In der am 5. dieses Monats stattgehabten, von Socialdemokraten einberufenen Versammlung, in welcher Liebknecht sprach, befanden sich unzweifelhaft eine sehr große Anzahl von Zuhörern, die der socialbemokratischen Partei nicht angehörten, auch fiel es auf, daß unter den Anwesenden Diele anscheinend daS wahlfähige Alter noch nicht erreicht hatten. Nachdem wir die* vorausgeschickt, gehen wir zur Besprechung einzelner von Liebknecht berührter Punkte über, denn die von dem Redner behaupteten Ungeheuerlichkeiten, die Der, drehungen und Entstellungen, sowie die Widersprüche gegen geschichtliche Thatsachen fordern diese geradezu heraus.
Nach einer ganz schiefen Darstellung der Entstehung der Vor- I läge geht er zu deren Bekämpfung über; zunächst sucht er die Macht | ber Feinde Deutschlands, besonders ber Russen, für möglichst gering auszugeben, preist baS schweizerische Heersystem unb verquickt bie» mit ber Bemerkung, baß Frankreich gar nicht an ben Krieg benke! Ist dies nicht eine Behauptung, die man nur Leuten bieten darf, die von der Vergangenheit unb ber Gegenwart so viel wissen, wie bie Kuh vom Sonntag!
Mit der größten Unverfrorenheit behauptet er, von der angegebenen Zahl der russischen Soldaten stünden die Hälste auf dem Papier und ihre Qualität sei gleich Null. Woher weiß er ba8v Hat er selbst Rußland bereift und sich dort seine Kenntniß gefreit? Die Nachrichten, die wir ßeuten verdanken, welche Rußland in ben letzten Jahren bereist unb sich Monate lang bort aufgehalten haben, lauten ganz ander-.
Rußland hat eine kolossale Armee sehr gut geschulter Soldaten auf den Seinen, von welchen ein sehr großer Procentsatz so nahe an bie beutsche Grenze geschoben ist, wie nur angängig Dabei ist ber Rüste ein tapferer Solbat, gebulbig im Ertragen von Mühseligkeiten und mit noch anberen soldatischen Vorzügen versehen; gut geführt leistet er Erstaunliches, wie er auf vielen Schlachtfeldern gezeigt, wie besonders der Feldzug von Suwarow in Italien im Jahre 1799 bewiesen. Wer aber aus ber Geschichte nichts lernen will, ber lernt eben nichts. Es ist immer gefährlich seinen Feinb gering zu schätzen, unb wer bies gelhan, ist noch allemal buich empfindliche Niederlagen unb beten Folgen bestraft worben. — Sonderbar ist bie Begrünbung für bas Verlangen eines „Volksheeres" nach dem Muster- I bilb ber schweizerischen Miliz. Sonberbar beshalb, weil wir unser Heer, welche« boch ein „VolkSheer" ist unb nicht etwa auS angeworbenem Gesinbel besteht, wie eS anderwärts zu finben ist, absolut verschlechterten, wenn eS nach bem schweizerischen System eingerichtet würbe. Weiß eS .Herr Liebknecht nicht, daß schweizerische Offiziere über bas System anberß benlm, unb daß vor Kurzem ein schweizerischer Stabsoffizier, ber bie Leistungen seiner waffentragenben Lanbs- leute mit ben Leistungen ber Truppn ber Nachbarstaaten verglichen hat, bas Heer seines LanbeS wegen ber mangelhaften, weil zu I kurzen Ausbilbung für gänzlich außer Staube hält, den wohl unb | gründlich auSgebilbeten Heeren irgenb eines ber Nachbarstaaten seines | Vaterlandes mit Erfolg Wiberstanb iu leisten?
Briefkasten.
— Stud. 8. R. hier. Sie haben bie Briefkasten-Rott» nicht richtig aufgefaßt: ber Herr will nicht nach Frankfurt rnarschiren, fonbern viel weiter. Wenn Ihnen an einem Nachtmarsch Gießen- Frankfurt gelegen, rathen wir Ihnen, durch ein kleine» Jnferat zur Beiheiligung einzuladen. Red.
Verkehr, CattO, ttttö Volkrwirthschast.
Gtetze», 10 Juni. Marktbericht, flut bem heutigen Wochenmarkt kostete. Sutter pr M X 0,85-1,00, Hühnereier per Stück6- A. 2 Stück 11- Käse pr. 6t. 5-8 4, Käsematte pr. 6t 8 A, Erbsen vr. Liter 18 A, Linsen pr. Utter 28 A. Tauben pr Bear X 0,70-0,90, Hühner pr. Stück X 1,10-1,60, Hahnen pr. St X 1,70-2,00, Enten pr. St X 1,80 bi- 2,00, Ochfensteisch pr.Md 6r-72Z.Kuh, unb Rindfleisch pr. Pfd.45-54 A, Schweine, Hei (fr pr. Pfd. 60-70 A. Kalbfleisch pr Pfd. 40-46 A. Hammel, Heisch pr. Psb. 40 -70 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00-7,00 X, Weißkraut pr Stück 5-12 A, Zwiebeln pr. Lenin er 12,00—00.00 X. Milch PT Liter 12 18 A, Enteneier pr. St 6- A. Gänseeier 11—12 A, Kirschen pr. Psb. 14-18 H.
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mit Frankreich auch Deutschland anzugreifen.* Dir glauben vor, läufig, daß es England macht wie immer und sich um bie Vorgänge auf dem Eontinent nur so weit kümmert, al- e» dabei ohne erheb, liche Anstrengung etwa- verdient. Wir brauchen zu dieser Ansicht noch nicht einmal an die Erklärungen einiger jetzt lebenden Lenker der englrschen Politik zu denken, uns genügen die Erfahrungen der ergangenbett. Frankreich soll nach Liebknecht gar nicht an den Krieg denken! Bedarf diese Befrauptung auch nur eine» Worte» zur'Wider- Ifflung? Wir glauben: nein.
Die Allianz ober Verstänbigung mit Rußland sei für Frank reich kein Vortheil, Rußland sei nicht» al» ein Stein, der Frankreich in die Tiefe ziehe. Ob sich die französischen Staatsmänner, wenn sie solche Weishett frören, nicht an die Stirne «üblen i* Leider kommt e» augenblicklich rooriger darauf an, wie Liebknecht die Sache »nstebt, al» darauf, welche Bedeutung und welchen Rückfralt die Franzosen in einer Allianz ober einer Verständigung mit Rußland finden und um« ßefebrt. Aber angenehm mögen dm Franzosm derartige Aeußerungen immer klingen.
Auch die von Bismarck „gefälschte" Emfer Depesche mußte wieder berhalten. Nun, e» gibt Menschen, die glauben ben Versicherungm Moltkes unb Roon» unb deren Namen, sie glaudm auch dm amt» lichm Veröffentlichungen de» Reichskanzler» Eaprioi, des,'m Politik Herr Liebknecht al» die Politik der Ehrlichkeit characterisirt, wie auch wir, und ben wir nicht im Verbacht einer besonberm Vorttebe für seinen Amt-vorgänger halten, sie alauben ihnen in bietet Hinsicht mehr, wie Herr Liebknecht, unb zu bieten Leuten gehörm auch wir unb hoffentlich bie meisten unserer Mitbürger.
j Weise Niemand mehr anwesend unb auch auf der sonst sehr | frequenten Straße waren in dem kritischen Moment keine
Passanten, sobaß, wie schon bemerkt, kein Menschenleben gefährdet wurde. Der Einsturz erfolgte durch Ueberlaftung üeS Mauerwerks. Unter dem Schutt sind die Trümmer eine- großen KlavierlagerS begraben.
△ Mainz, 9. Juni. Der durch die große Trockenheit hervorgerufene Futtermangel hat jetzt zu einer großen Zufuhr auswärtiger Futterstoffe geführt und treffen jetzt täglich aus Böhmen, Tyrol und Niederbayern per Bahn und per Schiff große HeutranSporte hier ein. Trotz der hohen Transportkosten stellc sich daS auswärtige Futter im Preise immer noch bedeutend billiger als daS hiesige.
WormS, 8. Juni. Bei dem gegenwärtigen nied ren Wassersiand wurde im Strombett deS Rheines unweit der Hafenanlagen ein Eich stamm aufgefunden, der viele hundert Jahre dort gelagert haben mag und nach feinen gewaltige Dimensionen auf die respectablen Bestände der Rheinwälder in der Vorzeit schließen läßt. Der mit vieler Mühe gehobene Stamm mißt im Durchmesser 87 Ctm. und hat eine Länge von 17 Metern. (W. Ztg.)
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