Ausgabe 
11.1.1893
 
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1893

Bikrkcljährigrr

Amt»« «nd Anzeigeblatt für den Urei» Gieren

chratisöeikage: chießmer Jamilienölätter

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Feuilleton

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Alle Annoncen-Bureaux des In« und Auslandes nehme« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

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begrüßte den Fürsten auf das

Der Kaiser ist Nachmittags Er wurde am Bahnhofe von

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Die Gießener

^«mitlendtLiter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Neueste NaehrkLehteu»

Wolffs telegraphisches Eorrespondenz-Bureau.

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Der

Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.

Mittwoch den 11. Januar

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' biliiger geworden und tlnt Sr- Der Rentemnackt Hal e Fonds bttät wegen der bevor- S,VmÄ Wkrthe wurden

die ostmeWch-mr^üschen

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Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.

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Die Musik intonirte bei der manische Hymne. König Karl Herzlichste.

Sigmaringen, 9. Januar.

Annahnne von Anzeigen zu der Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

In der Versammlung wurde die Befürchtung ausgedrückt, daß der Ausstand bald um sich greife.

Esten, 9. Januar. DerNhein.-Westf. Ztg." wird von maßgebender Seite aus Saarbrücken geschrieben: Die Berg­behörde beabsichtige nicht, den Ausständigen ein Ultimatum zu stellen, weil sie mit umfangreichen Arbeiterent- lassungen (man spreche von 8000, die allmälig entlassen werden sollen, vorgehen wolle. Die Bergbehörde betrachte diese Maßregel als einziges Mittel, die Ausständigen zum Bewußtsein zu bringen, daß auf den königlichen Gruben nicht der Wille der socialdemokratischen Arbeitsführer, sondern der­jenige der Bergbehörde maßgebend sei.

Breslau, 9. Januar. Dem Vernehmen nach ist auf der GrubeDeutschland" des Grafen Henckel von Donners­marck ein partieller Aus stand ausgebrochen. Die Tages­belegschaft ist nicht angefahren. DetMorgenzeitung" zufolge, sind zur Nachtschicht ein Drittel der Belegschaft, 137 Leute, angefahren. Man hofft, daß morgen mehr anfahren. Sonst ist im Bezirk alles ruhig.

Hamburg, 9. Januar. DerHamb. Börsenhalle" zufolge sollen die Besatzungen der im Hafen liegenden beiden spanischen DampferMurciano" undZuvia" nach der großen städtischen Logirhalle Concordia übergeführt werden, weil eine Besichtigung, namentlich auf demMurciano", unglaub­liche Schmutzzustände in den Mann schaftsräumen ergaben.

Kiel, 9. Januar. Geheimrath Profesfor v. Esmarch empfing an seinem heutigen 70. Geburtstage sehr zahlreiche Beweise der Theilnahme und Anerkennung. Unter den Glück­wünschenden befanden sich der Prinz und die Prinzessin Heinrich von Preußen und alle bekannteren Persönlichkeiten der Kieler Gesellschaft. Professor Petersen überreichte Namens der Schüler und Verehrer eine Festschrift. Die Stadt Kiel ent­sandte eine Deputation, mit Oberbürgermeister Fuß an der Spitze, die Glückwünsche der Universität überbrachte Professor Hänel, die studentischen Verbindungen waren durch Abord­nungen vertreten. Zahlreiche Telegramme und Beweise der Sympathie liefen von auswärts, besonders von Amerika ein.

Heilbronn, 8. Januar. Der Reichstagsabgeordnete Härle, ein Veteran der Volkspartei, ist schwer an Alters­brand erkrankt. Er wurde zur Vornahme einer Operation

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Unter heißen Thränen wurde der Brief geschrieben, dann ging das junge Mädchen zum Thee hinab. Fräulein von Waldstein saß schon an ihrem Platze mit bitterbösem Ge­sicht, sie erwiderte nur unmerklich den Gruß der Eintretenden und sagte spitz:

Wo warst Du die ganze Zeit, Isa? Mein Bruder frug nach Dir, aber ich konnte ihm nicht sagen, was Du vorhabest. Der Doctor .rühmte Deine aufopfernde Pflege so sehr, doch merkte ich nichts davon, denn Du hattest offen­bar irgend etwas vor, was Dich mehr als der Kranke in* teressirte."

Ich schrieb einen Brief, doch will ich gleich hinübergehen und dem lieben armen Onkel gute Nacht sagen."

Derliebe, arme" Onkel schläft jetzt," entgegnete die Dame höhnisch,bitte, störe ihn jetzt nicht, sondern trinke ruhig Deinen Thee."

Mit aller Macht mußte Isa die Thränen zurückdrängen, der Bissen quoll ihr beinahe im Halse und sie athmete erst erleichtert auf, als Fräulein Sophie sich erhob- nun aber eilte sie so rasch als möglich zu dem Kranken hinüber, welcher schon in tiefem Schlafe lag. Ein Wink von ihr hieß den Diener sich zurückziehen, sie kniete am Bette und küßte leise, aber innig die Decke, auf der Waldsteins Hände ruhten, dann schob sie den Brief in die Falten des seidenen Ueberzuges.

Lebe wohl, mein theurer Onkel! Ich weiß, Du wirst mich nicht verdammen, Du wirst mich lieb behalten, Du bist der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der mich liebt und ich danke Dir viel tausendmal dafür. Gott vergelte es Dir?"

Langsam, zögernd erhob sie sich, noch ein langer, inniger Blick auf des Schlummernden unschönes und doch so geliebtes Gesicht wann und wie würde sie ihn Wiedersehen! dann wandte sie sichunb schritt gesenkten Hauptes hinaus. Hinter der geschlossenen Thür blieb sie nochmals hoch auf- athmend stehen: der Würfel war gefallen, die Kunstreiterin

zum Schlosse-

Sigmaringen, 9. Januar. Der Kaiser machte im Laufe des Nachmittags mit der Herzogin von Edinburg und »em Brautpaar eine Fahrt zu Wagen um die Stadt.

Bochum, 9. Januar. Ein Abends verbreitetes Extrablatt >cr Bergarbeiter-Zeitung" meldet, daß 15 Gruben aus­ständig sind. Das Blatt gibt die Parole aus: Entweder weiter arbeiten unter stetigem Elend oder Generalstrike und Sieg! Zugleich werden mehrere Versammlungen der Strikenden einberufen.

Gelsenkirchen, 9. Januar. Ein Extrablatt der sociqliftischen Bergarbeiter-Zeitung" fordert zur a l l g e m ei n e n Arbeits­einstellung auf, kündigt das Erscheinen täglicher Berichte an und ladet zur Wahl des Central-Strike-Cömit4s auf morgen Nachmittag 3 Uhr ein.

Essen, 9. Januar. DerNhein.-Westf. Ztg." zufolge war heute Nachmittag eine Sitzung des Vorstandes des Bergbau-Vereins, an die sich eine allgemeine Sitzung anschloß. In beiden Sitzungen wurde bezüglich des Berg­arbeiter-Ausstandes beschlossen, den Zechen zu empfehlen, gemäß der Arbeitsordnung alle mehr als drei Tage ohne Grund von der Arbeit sortbleibenden Bergleute abzulegen.

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Prinzessin Margarethe nach Berlin begeben.

Köln, 9. Januar. Die Zechen Pluto, Unser Fritz, Hibernia und Wilhelmine striken vollständig, Consolidation

Stuttgart verbracht.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 9. Januar. DieKreuzzeitung" meldet aus Petersburg, der Großfürst-Thronfolger werde zur Theilnahme' an der Vermählungsfeier der

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2.12 Uhr hier eingetroffen.

dem Fürsten von Hohenzollern und dem Thronfolger von Rumänien, der die Uniform des ersten Garderegiments an­gelegt hatte, sowie den übrigen Prinzen auf das Herzlichste empfangen- Der Kaiser begrüßte den Fürsten durch Um­armung. Bor dem Bahnhofe waren alle Kriegervereive und eine zahlreiche Menschenmenge versammelt. Vom Bahnhofe begab sich der Kaiser mit dem Fürsten im offenen Wagen

theilweise. Der Aufruf zum Strike ist allgemein verbreitet. Morgen findet in Gelsenkirchen die Wahl eines Centralstrike- comites statt.

Effen, 9. Januar. Zur heutigen Morgenschrcht sind auf den Zecken Neuköln, Wolfsbank und Wilhelmine-Victoria von 1604 Mann unter Tage nur 485 angefahren, von 527 über Tage fahren 469 an; sonst arbeitet Alles. Das rheinisch- westfälische Revier zählt ca. 140000 Bergleute.

Saarbrücken, 9. Januar. Heute sind 987 3 Berg­leute angefahren, 1089 mehr als Samstag. Eine Deputation von drei abgelegten Bergleuten wurde von dem hier anwesenden Oberberghauptmann Freund nicht angehört, weil dieselben nicht als Vertreter der Bergleute betrachtet werden könnten. Gestern fanden viele Versammlungen statt.

Saarlouis, 9. Januar. Die nach Bonn gereiste De­putation Bergleute erhielt vom Oberbergamtfolgenden Bescheid :Erst anfahren, dann verhandeln." Auf Jnspection I ist heute eine größere Zahl Bergleute angefahren, trotz des gestrigen Beschlusses:Weiter striken."

Hamburg, 10. Januar. Die Eisverhältnisse sind auf der unteren Elbe sehr bedrohlich. Sechs große. Seeschiffe sitzen bei Cuxhafen fest.

Hamburg. 9. Januar. Heute erfolgte eine Er­krankung an der Cholera.

Kiel, 9. Januar. Zu dem heutigen 70. Geburtstag von Professor Esmarch fand in der Klinik eine Feier statt, an welcher auch zahlreiche auswärtige Aerzte theil- nahmen. Es wurde eine Festschrift üherreicht.

Posen, 10. Januar. Betreffs des polnischen Privat- Sprechunterrichts verfügte der Kreisschulinspector, daß die Ercheilung des Unterrichts eingeschränkt werde, weil con* statirt sei, daß die jetzige Einrichtung des Unterrichts zu Mißbräuchen geführt habe und daß Zucht, Ordnung und Erreichung der vorgeschriebenen Ziele in den Schulen ernstlich gefährdet seien.

Paris, 9. Januar. DerFigaro" meldet die bevor­stehende Verheirathung des Zarewitsch mit der Prinzessin Marguerite von Orleans, der Tochter des Herzogs von Chartres. Der Papst habe den Uebertritt der Prinzessin zu der Orthodoxie genehmigt.

Paris, 10. Januar. Die Konfrontation Baihauts mit LessepS, Fontane und Blondin führte lebhafte Scenen herbei. Baihaut leugnete entrüstet- Blondin wies nach, daß Baihaut 500,000 Francs erhalten habe. Baihaut wurde um 10 Uhr Abends verhaftet und nach dem Gefängniß Mazas überführt. Lesseps verweigerte jede Auskunft, Fontane ver­spricht, Enthüllungen in der öffentlichen Sitzung zu machen, wehhalb die Vertagung des Panama-Prozesses nach der heu­tigen Sitzung angekündigt werden und eine neue Untersuchung erfolgen soll.

Berlin, 9. Januar. Die Nachricht derFranks. Ztg.", wonach das Reich spoff amt vom Reichsschatzamt auf­gefordert worden sei, sich mit dem System der Dienst- alrerszulagen eingehend zu beschäftigen und es in seinem Ressort einzuführen, ist unrichtig.

Sigmaringen, 9. Januar. Der König von Ru­mänien ist Mittags l2«/2 Uhr mit den Ministern Catargi und Lahovary, sowie mit den Präsidenten des Senats und der Kammer und den übrigen Herren der Begleitung hier eingetroffen. Er wurde am Bahnhofe von dem Fürsten, den Prinzen und den Mitgliedern des Fürstenhauses, den fürst­lichen Gästen, den Spitzen der Behörden rc. empfangen.

Ankunft des Königs die ru-

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Hichmer Anzeiger""

Keneral-Ftnzeiger.

Loose-

Irrwege.

Novelle von F. von Pückler.

(7. Fortsetzung.)

Auf und nieder gingen die Beiden auf dem sonnigen Kieswege- immer eifriger redete der Kunstreiter in das junge Mädchen ein, immer schwächer ward ihr Widerstand und end­lich blieb sie aufathmend stehen.

Nun gut, ich will, mein Vater! Du hast recht, ich muß als Deine Tochter Dir gehorchen. Heute Abend um zehn Uhr, wenn alles schläft hole mich von hier auS- ab wir wollen in die Stadt"

Mein theures Kind," rief Volkert entzückt,Du bist so gut wie Deine Mutter einstmals. Und denke an mich, Du wirst es mir einst noch danken, daß ich Dich zu Ruhm und Glanz geführt. Vielleicht machst Du auch Dein Glück in der Manege; haha, es wäre nicht die erste Reiterin, die eine vornehme Partie einginge."

Das zieht mich nicht, Vater," entgegnete das bleiche Mädchen stolz,aber ich muß mein Leben unterhalten, ich habe keine Heimath und will Onkel Alfred nicht länger zur Last fallen. Lebe wohl, auf Wiedersehen, heute Abend!"

Wo ist das gnädige Fräulein?" frug b*e Köchin den Diener und dieser den Kutscher,der gnädige Herr hat schon wiederholt nach ihr verlangt."

In ihrem Zimmer," antwortete das Stubenmädchen, sie ging die Treppe hinauf, als sei sie krank, so langsam. Das gnädige Fräulein mag wieder gescholten haben."

Wenn nur erst der Herr gesund ist, dann wirds schon beffer werden- aber ich will den Thee besorgen, es ist Zeit Lazu geworden."

Droben in ihrem eleganten Stübchen saß zum letzten | Male die arme Isa und schrieb einen Brief an Onkel Alfred- I ihre Augen standen von Thränen, ihre Hände zitterten merk­lich und das Herz war ihr zum Zerspringen voll.

Der Brief hatte folgenden Inhalt:

Mein lieber, theurer Onkel!

Wie ändert sich das ganze Leben und Schicksal doch oft in einigen Tagen! Neulich früh, an meinem Geburtstage, als wir so fröhlich miteinander durch den Buchenwald ritten, dachte ich nicht, daß ich mich so bald von Dir trennen sollte. Und nun kommt es doch dazu! Ich gehe heimlich in tiefster Nacht fort, denn ich fühle es ich kann Dir nicht Aug in Aug gegenüberstehen, um Lebewohl zu sagen. Mein Vater kommt mich holen, ich soll ihm folgen als Kunstreiterin in die Manege, soll mich vom Publikum an­starren und applaudiren taffen! Noch graut mir davor, wenn ich es überlege, aber er hat Recht ich muß ihm gehorchen, es ist Kindespflicht- denn wenn ich nicht mitkäme und er ginge unter im Elend, so könnte ich dereinst nicht ruhig vor mein Mütterlein treten, die ihm doch auch einst alles geopfert. Zudem nagt ein Wurm an meinem armen zerrissenen Herzen! Tante Sophie frug mich neulich, ob ich eine Stellung suchen oder mein ganzes Leben lang Deine Wohlthaten annehmen wolle! Nein, nein! Du geliebter Onkel, Du väterlicher Freund, das kann und will ich nicht, deßhalb lasse mich ziehen und zürne mir nicht! Sie werden mtch schlecht und undankbar nennen, Tante Sophie zu allererst aber ich bin es nicht, ich liebe Dich mehr und kindlich treuer denn je, und wenn ich einstmals in Verzweiflung und Schmerz geraden sollte, nicht wahr, Onkel Alfred, dann darf ich an Dein Herz flüchten, dann wirst Du mich nicht von Dir stoßen? Vergiß mich nicht, vergieb mir unb behalte lieb

Deine arme, unglückliche Isa."

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