5,,bin0er. iS2jegi9i ’ Öiitttbttgtt suchen
^Abavi, _Mausburgi< äTon^ " (■Lichte J? S dsg. W gfr Brogtn-Mdiuii^ tiul-
•iften
n Briefmarken-Albiei ohenk-Llteratur in ä »gen empfiehlt
Krebs,
Abhandlung, lenatrasse ÄTr. ir’schen Hanse, '
iltintatata und ildspiele: r brech er tödter ether ett. ättüg in der sehen Buchhandl.. idanlage 5. [9894
gß^L
er’s redische Heil .-Kuren
* % Am*
Mn- w^,/-u6t: olung y$0»
StzZr
jte Dzeigm, »tttanlvonWM- . löbUn vvd haMal- gegtvYLvdt»Iü»m! , Ztitungm, «rtatki ld« und Lilbtt-tgw chgolv, alün 8R6n)tt Difdien Porzellan bcu,aumetw s. W. u [• D- .
M MM litt» «oh Kaakttt.
iS RothwWL
.um rchi-ch'» mSt.
.taJloW^L
Nr. 291 Erstes Blatt. Sonntag den 10- December
1893
•m
Wch' " «ßch«tm täglich, Ml blnahmi btf ttontefl
W* Wttmn
■Mai btei ÄRHtt» MchMllch bv«4 g?«l
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Biert*UbttQir
|lmmn
2 Mark 20 Psg. «5 vringerlohn
Durch die Po« be|^« 9 Kar! 60 W
Wrtartttn, asb Druckerei
>4e(|ltei< VkX
M
2lmts» und Anzeigedlutt für den Ureis <fiiefjetv
■■ea|et tos la|H|te |B ba »achmitta,» ffc ba» Wfpebni lag rr1<6rtnm*m WnmoKt bil Bern. 10 llha. WIJUUU.IM.J '■■■■ ' 1 EMWM-M
1 ■IlF'W—j ____-______-7- " ««- - > W»^
Gratisbeilage-. Gießener Kamilieubkätter.
Alle emtestttvButtasi: M Is- anb ÄoÄasbd schm« «uj.lg'n für den „Girßesrr Lm»ri,a^ en»,«,«.
Amtlicher Theil.
Gefunden: 1 Taschenmesser, 1 gold. Ohrring, 1 Paar Handschuhe, 1 Schleier, 1 Muff, 2 Halstücher, 1 Regen» schirm, 1 Geldtäschchen mit Inhalt, 1 Paar Strümpfe, 1 Thürdrücker, 2 Peiischen, 1 Schulheft, 1 Wagenkapsel und 1 Petroleumkanne.
Gießen, den 9. December 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius.
Deutscher Reich.
Berlin, 8. December. Zwischen dem Kaiser und dem König von Württemberg hat letzter Tage ein Briefwechsel stattgefunden, wie wenigstens eine Stuttgarter Meldung versichert. Sollte dem wirklich so sein, so könnte der Borgang wohl als eine Bestätigung der Gerüchte über angebliche Verstimmungen zwischen Preußen und Württemberg betrachtet werden. Zugleich würde man aber aus dem stattgehabten Meinungsaustausch zwischen den beiden Souveränen alsdann den Schluß ziehen können, daß diese Differenzen nunmehr wieder auf dem Wege des Ausgleiches sind.
— AuS Deutsch-Südwestafrika sind ungünstige Nachrichten über die neue Expedition des Majors v. Francois gegen den unbotmäßigen Häuptling Wittboi eingegangen. Denselben zufolge soll die Expedition so gut wie gescheitert sein und wissen sie zu melden, daß Wittboi sein räuberisches Unwesen in einem beträchtlichen Theile des deutschen Schutzgebiet- im südwestlichen ^srrka kräftig weitertreibe. Indessen sind diese Nachrichten zunächst noch mit Vorsicht aufzunehmen, da sie auS englischer Quelle stammen, und englische Berichte über deutsche Colonialangelegenheiten haben sich ja schon häufig als tendenziös dunkel gefärbt erwiesen.
— Die bayerische Abgeordnetenkammer genehmigte am Donnerstag das Creditgesetz, welches 30,494,200 Mk. für weitere Doppelgeleise und zur Beschaffung von Etsenbahnfahrmaterial verlangt.
Hcuefie Nachrichten.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 8. December. Das führende Organ der Nationalliberalen, die „Nationalzeitung", widmet der Jungfernrede deS Abgeordneten Hahn einen sehr scharf gehaltenen Artikel. ES sei ihr unbegreiflich, wie Hahn als Hospitant der nationalliberalen Partei sich herausnehmen könne, als deren Redner aufzutreten. Die nationalliberale Partei verwahre sich gegen eine Solidarität mit Hahn, der große Unreife in sachlichem Urtheil mit hoher Anmaßung verbinde. Von der Börse, in welcher neben vereinzelten unlauteren Elementen unser ehren- werther Kausmannsstand vertreten ist, dürfe nicht mit so faden Witzeleien gesprochen werden, wie Hahn es gethan habe. Dazu sei der Gegenstand zu ernst.
Berlin, 8. December. DaS zweite Petit ions- verzeichniß ist heute im Reichstage ausgegeben worden. Gegen die Tabaksteuer und das Stempelabgabengesetz ist eine lange Reihe von Petitionen eingegangen. Für und wider die Handelsverträge liegen sechs wirtschaftliche Eingaben von Corporationen vor. Wiederholt ist petitionirt um Aufhebung deS Impfzwanges und um Ablehnung des Entwurfs, betr. die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten. In parlamentarischen Kreisen behauptet man, aus der Debatte über das Reichsstempelabgabegesetz sei ersichtlich, daß die Wein- und Tabaksteuer scheitern werden. Man plane bereits eine Um- Wandlung der letzteren in eine Rohtabakwerthsteuer.
Berlin, 8. December. CultuSminister Bosse ist soweit wieder hergestellr, daß er das Bett verläßt. Er muß jedoch daS Zimmer hüten.
Berlin, 8. December. Die Reichstagscommission zur Borberathung der Handelsverträge tritt morgen zur Feststellung des vom Abgeordneten Paasche verfaßten Berichtes zusammen.
Berlin, 9. December. Dem Reichstage ging heute ein Uebereinkunstsprotokoll zum Schutze der öffent- lichen Gesundheit in Zeiten epidemischen Auftretens der Cholera zu, welches Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Holland, Montenegro, Rußland und die Schweiz getroffen haben.
Nürnberg, 8. December. Den bisherigen Eingängen der Garantiefondsbeiträge nach zu schließen, ist die bayerische Landesausstellung für 1 896 als gesichert zu betrachten. Von der Handelskammer wurden 35,000 Mk.
gezeichnet - der Gewerbeverein stiftete 20,000, von Privaten gingen 15,000 Mk. ein.
Stockholm, 8. December. König Oscar hat zu einer Abblldung von Alfred Nyströms Statue „Alles für das Vaterland" im Volkskalender „Svea" unter dem Titel: „Auf der Wacht für das Vaterland" ein patriotisches Gedicht geschrieben.
London, 9. December. Die Times melden aus Rio de Janeiro vom 5. dss. Mts.: Peixoto ertheilte dem Admiral GonzalveS den Abschied. Admiral Gama erließ ein Manifest, worin er Denjenigen Lob spendet, welche tapfer für die Befreiung des Vaterlandes vom Militär- deSpotismus, der Unterjochung und Anarchie, sowie für Wiederherstellung der am 15. November 1889 durch militärische Verschwörung gestürzten Regierung kämpften. Das Volk werde über die Form der zukünftigen Regierung befragt werden.
totales rrird provinzielles.
Bietzen, 9. December 1898.
•* Die Sectio» Gießen deS deutschen und österreichischen AlpeuvereiuS feierte gestern ihr 7. Stiftungsfest. Die Zahl der Mitglieder ist zwar nicht groß, 45, allein es wird von ihnen viel geleistet. Der Großglockner, der Venediger, das Zuckerhütel, der wilde Pfaff, der Simtlaun, der Ortler, die Marmolata sind in diesen Jahren von Mitgliedern erstiegen worden, abgesehen von den zahlreichen müheloseren Bergtouren. Stoff zu lehrreichen Vorträgen ist somit immer vorhanden und auch gestern wurden, unter Vorzeigung prachtvoller Photographien, wieder namhafte Hochtouren geschildert. Ein festliches Mahl vereinte die Mitglieder bis zu später Stunde. Um die Glieder nicht rasten zu lassen, veranstaltet die Section am Sonntag einen Ausflug auf den Dünsberg. Abmarsch früh 8 Uhr 30 Min. von dec Lahnbrücke. Auch Nichtvereinsmitglieder sind stets willkommen. In jedem Monat wird ein Ausflug unternommen.
** Au deu nächste« drei Sonntagen (am 10., 17. und 24. December) dürfen die Ladengeschäfte bis 7 Uhr Abends offengehalten werden.
** Neues Theater. Ein interessanter Kunstgenuß steht dem Gießener Theaterpublikum am nächsten Montag in Aussicht. Die Direction hat für diesen Abend Fritz Reuters unsterbliches Werk „Jnspector Bräsig" auf den Spielplan gesetzt. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man auch nur noch ein Wort des Lobes über dies Stück sagen, wo alle Welt des Preisens voll darüber ist. Ist der Besuch der Vorstellung schon aus diesem Grunde anzurathen, so kommt noch hinzu, daß der vom Publikum und der Kritik jederzeit ausgezeichnete Regisseur, Herr Niemeier, sich das Stück zu seinem Benefiz erwählt hat. Neben der Aussicht auf einen vergnügten Abend dürfte also die Pflicht des Dankes hervorragender Beweggrund sein, der Aufführung recht zahlreich beizuwohnen.
•* Neues Theater, lieber das morgen Sonntag von dem hiesigen Neuen Theater zur ersten Aufführung erworbene Schauspiel „Die Brüder" entnehmen wir aus auswärtigen Blättern, daß die Fabel ein Nachtstück aus dem Leben der modernen Gesellschaft behandelt. Theils in scharfen, realistischen Strichen, theils in weichen, farbensatten Conturen entwickelt sich vor unseren Augen das kleine, packende Genrebild, auf das eine offene, unheilbare, sociale Wunde als bluthig-rothe Sonne ihre gelben Strahlen niedersenkt. — Auch wird der Vertreter einer auswärtigen Bühne der Vorstellung beiwohnen. Das Neue Theater bringt das Stück eher als das Berliner Residenztheater.
** Die Experimental Soiröe des Herrn Charles Wolton über Suggestion, Willensbeeinflussung u. s. w. sand gestern Abend in „Steins Garten" statt. Herr Wolton schilderte zuerst die wichtigsten Punkte der Suggestion. Allgemeines Staunen und Bewunderung erregte es, als Herr Wolton mehrere Herren, welche sich aus dem Zuschauerraum freiwillig meldeten, einschläferte und sie ganz unter seinen Willen stellte. U. A. trank er mit einem der Herren ein Glas Bier, stieß mit ihm an und der betr. Herr konnte wider seinen Willen den Arm nicht bewegen und stand wie gelähmt da, sodann mußte er, ohne daß er es wollte, das ganze Glas leeren. Ein anderer Herr wurde eingeschläfert und mußte auf Com- mando schlafend durch den Saal spazieren. Dann suggerirte er einem Herrn, er wäre ein junges Mädchen und gehe in einem Garten spazieren, pflückte Blumen u. s. w. und schließlich ging er mit ihm auf die Löwenjagd, ließ ihn auf einem Stuhle reiten, ein ins Wasser gefallenes Kind er
retten u. f. w. Herr Wolton gibt morgen (Sonntag) Abend noch eine Vorstellung.
Eisverein. Begünstigt durch die anhaltend kalte Witterung wird heute die Eisbahn eröfsnet.
*• In der gestrigen Volksversammlung auf dem Lahustei» sprach der Predigiamts Candidat Th. v. Wächter auS Stuttgart über „Die Socialdemokratie und die geistige Arbeit". Der Redner stellte zunächst das Streben der Arbeiter, auch an den geistigen Gütern theilnehmen zu können, als berechtigt hin, legte aber durch Schilderung der Verhältnisse der Arbeiter gegenüber den heutigen wtrthschastlichen dar, daß dies unmöglich sei, bezw. erschwert werde durch die durchschnittlich zu lange tägliche Arbeitszeit, besonders in den Kleinbetrieben; infolge dieser langen Arbeitszeit sei es dem arbeitenden Volke unmöglich gemacht, sich geistig weiter zu entwickeln. Im geistigen, religiösen, wie im wirthschaftlichen Gebiete wandte sich Redner gegen den Autoritätsglauben, weil dieser der freien Entwicklung des Menschengeschlechts hinderlich sei. Alles, was heute als mißständig bezeichnet werde, die Geldherrschaft, die Groß- und Ueberproduction seien nothwendig gewesen, weil sie zur Erkenntniß der Lage des Volkes und dahin führen müßten, daß das gesammte Wirthschaftsleden in die Hände des Volkes gelegt werde,- danach werde erst daS Geistesleben in die richtigen Bahnen gelangen. Unter den heutigen Zuständen sei eine Verallgemeinerung und Freiheit des Wissens unmöglich, weil der gesammte Lehrstand abhängig sei und nicht das lehren dürfe, was das Volk zu freiem Denken und Handeln anrege; unter derselben Abhängigkeit wie die Arbeiter stünden auch die Beamten bis zum höchsten hinauf, sie würden von der Geldherrschaft, der sie ihrer Ernährung wegen dienen müßten, verhindert, sich frei zu bewegen. Der heutige Militarismus sei auch ein Auswuchs der Geldherrschaft, denn der internationale Handel, das Bestrebe», im Lande erzeugte Producte im Auslande abzusetzen, die Concurrenz großer Länder führte zum wirthschaftlichen, handelspolitischen Kriege und dieser könne zu einem Völkerkriege ausarten; Beispiel hierfür böten Rußland und England, von denen jedes in Asien die Herrschaft führen wolle, weil es sich wirthschaftlich große Vortheile davon verspreche. Was die Religion betreffe, so stehe auch diese unter der Geldherrschaft, denn in ihr dürfe nur das gelehrt werden, was von oben vorgeschrieben sei, wer als Religionsdiener gegen diese Vorschriften verstoße, werde seines Amtes entsetzt; jeder Religionszwang sei Tyrannei, deshalb betrachte die Socialdemokratte die Religion als Privatsache; im künftigen Vvlksstaat sollen alle Religionsgemeinschaften Privatgemeinschasten sein, deren Glied zu werden Niemand verhindert werden könne. Die Nächstenliebe, wie sie gepredigt werde, sei auch unter den heutigen, von der Geldherrschaft hervorgerufenen Umständen nicht ausführbar; es liege ein arger Widerspruch im Christenthum, das unter Aufwand von Millionen prachtoolle Kirchen und Dome baue und Tausende armer Arbeiter in Wohnungen Hausen lasse, die aller Menschlichkeit Hohn sprächen. Gott könne unmöglich wollen, daß er in prächtigen Gebäuden angebetet wertze, so lange noch so viele Menschen in elenden Hütten zusammengepfercht wären, große Paläste und Villen leer stünden. Die Socialdemokratie strebe danach, das Volk nicht nur wirthschaftlich, sondern auch geistig frei zu machen, sie verfolge ihre Ziele Schritt für Schritt, bis sie die Mehrheit im Staate habe, bann werde sie dem Volke geben, was ihm gehöre: Freiheit im Wirthschafts- und Geistesleben. Daß es zum Endkampf kommen müsse, daran sei wohl nicht zu zweifeln, aber welchen großen Reformen gingen nicht harte Kämpfe voraus? Sogar das von den friedlichsten Elementen ersehnte Deutsche Reich mußte mit Blut und Eisen errichtet werden. Redner schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung an die Anwesenden, sich der Socialdemokratie anzuschließen, sie sei die einzige Partei, die dem Volke Freiheit des Handelns und Denkens verschaffen werde. — Eine Discussion fand trotz der Anwesenheit vieler Nichtsocialdemokraten aus allen Beruss- kreisen nicht statt.
** Militärisches. Das General - Commando für das 11. Armee - Corps In Cassel hat am 30. November 1893 angeorbnet, baß für bte Garnison Darmstabt bte beiden Einstellungstermine für Einjährig - Freiwillige am 1. April und 1. October bis auf Weiteres bestehen bleiben.
♦* Der Getreibemarkt. Die kleine Preissteigerung, welche sich kürzlich auf dem beutschen Getreibemarkte im Roggen- wte im Weizenverkehr zeigte, hat bereits toieber einer matteren Stimmung Platz gemacht. Denn in Roggen tote in Weizen fanb an ben meisten Plätzen ein Preisabschlag im Vergleiche zu ber vorangegangenen Woche statt; ber Umsatz bewegte sich namentlich in ersterem Arttkel in sehr engen Grenzen. Auch Hafer, ber ursprünglich auf laufenben Monat etwas besser


