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Nr. 186.
Der Gkeßewer A,,ei«er «rschnnt täglich, erit Ausnahme bei Montags.
Die Gießener
werben dem Anzeiger wldtnitlht dreimal br-.qelegL
Erstes Blatt. Donnerstag den 10. August
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Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
vierteljähriger >8en*emenbpret»i 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post dezoßi» 2 Mark 50 Pf-.
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Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen.
Gratisbeilage: Gießener Kamitienbkätter
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den olgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Bureaux bei In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung,
betreffend die Maul- und Klauenseuche in Münster.
Nachdem in einem Gehöfte zu Münster die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist, haben wir die Sperre des betreffenden Gehöfts und weiter verfügt, daß Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine aus genannter Gemarkung bis auf Weitere» nur auf Grund eines thierärztlichen Gefund- heiisfcheins ausgeführt werden dürfen.
Gießen, den 8. August 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Dr. Melior.
Bekanntmachung, betreffend Anstellung eines Wasenmeisters für die Gemeinden Saasen und Lindenstruth.
Johannes Mangel von Saasen ist zum Wasen- meister der Gemeinden Saasen und Lindenstruth ernannt und in dieser Eigenschaft verpflichtet worden.
Gießen, den 8. August 1893.
Großhsrzogltches Kreisamt Gießen.
I. V.: Dr. Melior.
Deutscher Reich.
Berlin, 8. August. Die Garde-Jnfanterie-Re- gimen ter sind kürzlich mit Mannschaftszelten ausgerüstet worden, die zum ersten Male in diesem Manöver zur Verwendung kommen sollen. Jeder Mann trägt, um den Mantel gerollt, ein Stück wasserdichtes Zeltleinen und längs des Tornisters drei Stäbe, welche ineinander geschoben werden können- zu einem Zelt vereinigen sich immer mehrere Soldaten.
— Im Brennpunkte des politischen Tages- inreresseS für Deutschland steht bis auf Weiteres der seit DtenStag in Frankfurt a. M. versammelte Mini ster- congreß, der die Grundzüge einer Reform der Reichs- sinanzen festsetzen soll. Nicht nur die größeren Bundesstaaten, sondern auch die mittleren und kleineren Staaten sind neben dem Reiche selbst durch die Leiter ihrer Finanzen auf der Conferenz vertreten, die somit eine ungemein stattliche Anzahl von Theilnehmern aufweist. Die Hauptaufgabe der Conferenz
Feuilleton.
Geschichtsbilder aus Gietzen und Umgegend.
Die Stadt Gießen mit ihrer malerisch schönen Umgebung bietet in den verschiedensten Beziehungen allerlei Wissenswerthes dar. Wenn früher an anderen Stellen auch eine und die andere geschichtliche Thatsache aus unserer Gegend erzählt wurde, so ist damit das Erzählenswerthe keineswegs erschöpft, das kann überhaupt nie erschöpft werden. Wenn sich aber die nachkommenden Geschlechter in die Geschichte der früheren oder späteren Vergangenheit versenken, io hat das neben manchen anderen Vortheilen auch den, daß dadurch die Liebe zur Heimath gesteigert wird.
Die nachfolgenden Geschichtsbilder erheben nicht den Anspruch, das Ergebniß tiefer archivalischer Forschungen zu sein. Wenn sie aber den Leser unterhalten und erfreuen, so haben sie ihren Zweck erfüllt.
I. Das Augu stinerkloster Schiffenberg. 1129—1323.
Schon im zehnten Jahrhundert, also lange ehe auf dem Schiffenberg ein Gebäude errichtet wurde, erhob sich auf der Spitze des Gleiberg eine stattliche Burg. Das blühende Grafengeschlecht, das hier hauste, trat in die verschiedensten Beziehungen zu den alten deutschen Kaisern und dem Stammhause des alten welfischen Herrschergeschlechts bis zur Königin Victoria und ihren Nachkommen, also auch unserem Kaiserhaus. Der Nachweis dafür aber liegt außerhalb des Rahmens unserer heutigen Aufgabe.
Die Gräfin Cleme ntia von Gleiberg beschloß im Jahre 1125 drüben im Wiesecker Walde ein Kloster zu gründen. Daß sie gerade die alte Scephenburc, den Schiffenberg als Bauplatz wählte, war kein Zufall. Erkor man doch für solche Zwecke mit Vorliebe eine solche Stelle, die für das Volk von uraltersher geheiligt war als Opfer-, GerichtS- und Zufluchtsplatz in feindlichen und gefährlichen Zeiten. Denn gerade da fand das nur äußerlich und oberflächlich zum Christenthum bekehrte Volk eine sichere Zufluchtsstätte, um seine althergebrachten heidnischen Gebräuche, wenn auch heimlich,
ist klar vorgezeichnet,- es gilt einerseits, sozusagen das Knochengerüst für die erstrebte Reform der Reichsfinanzen aufzustellen, also die geeigneten Grundlagen für die nothwendig gewordene Neugestaltung deS Finanzwesens dcS Reiches aufzufinden, anderseits handelt es sich darum, eine Verständigung über die dem Reichstage zu diesem Behufe vorzuschlagenden neuen Steuern zu treffen, eine sehr schwierige Aufgabe. Zunächst werden allgemeine Vorerörterungen über die hauptsächlichsten Punkte der geplanten Reform an der den Delegirten der Bundesstaaten vorgelegten Denkschrift des preußischen Finanz- Ministers Dr. Miquel stattfinden, erst dann soll in speciellere Debatten eingetreten werden. Ort der Sitzungen der Mi- nisterconferenzen ist das ehemalige Palais deS Bundestages in der Eschenheimer Gasse, die Verhandlungen leitet der Staatssecrerär des Reichsschatzamtes, v. Maltzahn Gültz. Die Dauer derselben läßt sich durchaus noch nicht bestimmt angeben, schwerlich aber trifft die Annahme zu, daß die Frankfurter Ministerberathungen wahrscheinlich schon am nächsten Samstag zum Abschluffe kommen würden.
Berlin, 8. August. Die „Anregung" der als officiös geltenden „Berl. Pol. Nachr.", zur Stärkung der Reichsfinanzen das einheitliche 5 0 Pfennig-Packet-Porto aufzuheben und dafür das Porto auf 5 Kilo Packele für wettere Entfernungen stufenweise zu erhöhen, erfährt jetzt auch in der „Nordd. Allg. Ztg." eine kräftige Abwehr. Der fragliche Artikel, der dem Staatssecretär Dr. v. Stephan selber zuge- schrieben wird, weist in überzeugendster Weise nach, wie segensreich die Einführung des einheitlichen 50 Psennig- Packettarifs für unseren gesammten Verkehr, wie für die verschiedensten Richtungen unseres wirthschaftlichen Lebens geworden sei und daß daher das einheitliche Packetporto mit Recht als eine ungemein volksthümliche Einrichtung betrachtet werden könne.
— Die Blättermeldung, daß neue zollpolitische Verhandlungen zwischen Petersburg und Berlin eingeleitet worden seien, bestätigt sich nicht, vielmehr scheint der deutsch-russische Zollkrieg zunächst mit voller Schärfe weitergesührt werden zu sollen. Hierfür spricht die osficielle Ankündigung von der bevorstehenden Erhöhung auch deS finnländischen Zolltarifs gegen Deutschland, was man deutscherseits zweifellos durch Ausdehnung des fünfzigprocentigen Zollzuschlages auf die auS Finnland kommenden Maaren beantworten wird. — In der vielerörterten Frage, betreffend die Unanwendbarkeit der „höheren Gewalt" aus deutsch-russische Lieferungsverträge infolge des Zollkriege», soll sich die russische
Regierung dahin entschieden haben, daß alle derartigen Einzelfälle der Entscheidung durch die Eivilgerichte zu unterliegen hätten.
Frankfurt a. M„ 8. August. DaS Wechselmaklersyndicat veröffentlicht eine inofficielle Mittheilung, wonach der Finanzminister Dr. Miquel in einer heute Vormittag mehreren Herren vom Syndicat gewährten Audienz die Börsensteuer als unvermeidlich bezeichnet hat, da dieselbe die einzige populäre Steuer sei, ohne deren Einführung auf die Gewährung anderer Steuern nicht zu rechnen wäre. Eine Contingentirung der Steuer sei nicht geplant. Die Steuer würde in schonendster Weise erhoben werden.
Frankfurt a. M., 8. August. Gutem Vernehmen nach zeigte sich bei der heutigen Berathung der Vertreter der verbündeten Regierungen über die allgemeinen Grundlagen einer Reform deS finanziellen Verhältnisses deS Reiches zu den Einzelstaaten eine erfreuliche allseitige Uebereinstimmung. Die Berathungen knüpften sich dem Vernehmen nach an eine vom Reichsschatzamt vorgelegte Denkschrift. ES sand eine : eingehende Besprechung der bei den Vorlagen für den nächsten ; Winter zu erstrebenden Ziele statt.
Frankfurt a. M., 8. August. Nach Schluß der fjeuttyen Sitzung vereinigte ein Fest bin er im „Frankfurter Hof" die an der Conferenz theilnehmenden Vertreter der verbündeten Regierungen.
ncticfk Hadtrlcbteit.
WolffS telegraphisches Korrespondenz - Bureau.
Helgoland, 8. August. Der Kaiser ist Vormittags 9 Uhr an Bord der „Hohenzollern" eingetroffen. Um IO1/? Uhr betrat er die Landungsbrücke, von dem Commandanten und den Behörden der Insel empfangen und von den Bewohnern und den zahlreich versammelten Badegästen enthusiastisch begrüßt. Der Kaiser begab sich mit Gefolge zu Fuß nach dem Tunneleingang und von da zu Wagen nach dem Oberlande. Hier finden Schießübungen mit 21 Centimeter- und Revolverkanonen statt. Sämmtliche Straßen und die meisten Häuser und Boote sind mit Flaggen und Guirlanden geschmückt. Das Wetter ist prächtig.
Kola, 8. August. Die „Köln. Ztg." veröffentlicht eine Depesche, welche ein hiesiges Getreidehaus vom Finanzministerium in Berlin empfing. Nach derselben wird vor dem 31. Juli aus Rußland ausgesührtes Getreide, auch wenn eS für ausländische Rechnung angekauft
weiter auszuüben. Dem konnte aber nicht wirksamer entgegengetreten werden, als wenn das Christenthum solche Stellen sich selbst unterwarf und dienstbar machte. Das geschah aber am sichersten durch Errichten einer christlichen Kirche oder gar eines Klosters.
Mit Dank und Freude empfing der Erzbischof M e g i n h e r von Trier das Anerbieten Clementias, die ausgedehnten, um den Schiffenberg Herumliegenden Besitzungen der Domkirche zu St. Peter in Trier zu widmen.
Um den Bau des Klosters nach Kräften zu beschleunigen, schickte Megieser von Trier aus Bauleute und Handwerker in den Wald, die Bauern der umliegenden Dorfschaften, die unterdeß z. T. wieder verschwunden sind, wie Conradsrod am Fuße des Schifferbergs und Milbach an einer anderen Stelle jetzt mitten im Schiffenberger Walde, mußten beim Bau hilfreiche Hand leisten. Der sonst so stille Wald hallte wider von den Axtschlägen der Baumfäller, an anderer Stelle wurden die Bausteine gebrochen und in kurzer Zeit war da» Aussehen des alten heidnischen Heiligthums so vollständig verändert, daß seine Anhänger scheu davor zurückwichen.
Schon nach vier Jahren war die dreischiffige romanische Kirche mit ihren zwei Chören, waren auch die Klostergebäude errichtet und das Ganze mit einer starken Mauer umgeben, und so konnten 1129 die Vorbereitungen zu einer festlichen Einweihung des neuen Augustinerklosters auf dem Schiffenberg getroffen werden.
Nie hatten die sonst so stillen Wälder einen so großartig festlichen Aufzug gesehen, wie an jenem schönen Sommertage dem 17. Juni 1129. Schon früh hatten sich die Festgenoffen vom Gleiberg aufgemacht, um rechtzeitig auf dem Schiffenberg anzukommen. An der Spitze deS Zuges ritt der wappengeschmückte Herold und gleich hinter diesem die Gräfin Clementia und an ihrer Seite der Erzbischof Meginher von Trier in stolzem farbenprächtigen Festgewand, dann kamen der Graf von Geldern, der Gemahl Clementias mit seinen Neffen Otto und Wilhelm, in ihrer Mitte die Pfalzgräfin Gertrud, die Grafen von Vianden und Meinhard von Sponheim folgten dann. Im glänzenden Zuge fehlten nicht die
Edlen Hartrad von Merenberg, Eckhard von Utphe, Mar- quard von Solms, Wetzel, Wolf und Kraft von Bilstein und andere Verwandte des Gleiberger Hauses.
Auch der Erzbischof von Trier hatte ein stattliches Gefolge mitgebracht, den Domprobst Godefried, den Archidtakvn Arnold, den Kantor Eberhard, den Abt Richard und eine Anzahl von Priestern und Mönchen.
Nicht minder zahlreich war die Zahl der Beamten des gräflichen Hauses Gleiberg. Da war Heinrich der Mundschenk, die Kämmerer Hermann und Ortwin, Hermann der Kanzler, auch der Truchseß, der Marschall u. A. fehlten nicht. Unter den zahlreichen Vasallen des Hauses waren im Zuge vertreten Siegfried von Hagen im Busecker Thal mit seinen Söhnen, Baldewin von Cleen und sein Bruder Guntram, Reimar von Linden und sein Bruder, Bernhard von GönS, Hezechin von Garbenheim, Gerhard und Lupold von Selters, Ruthard und Gebhard von Wismar, dann die Herren von Hagen, von Selters u. A. m., Alle mit ihrem bewaffneten Gefolge, denn bei der weiten Reise von Gleiberg nach Schiffenberg mußte die Sicherheit des Festzuges vor feindlichen Uebersällen gewährleistet sein. Deshalb waren auch die Männer in Eisenpanzern und in voller Bewaffnung, wähirend die Frauen in kostbaren, buntgewirkten Kleidern prangten. Der stattliche Haufen von etwa dreihundert Rossen war umschwärmt und gefolgt von dem Troß zu Fuß, der mit Lanzen, Pfeilen und Bogen und mit der Armbrust bewaffnet war. Damals stand von Gießen noch kein Stein, keine Brücke führte über die Lahn; so mußte der Zug eine Furt benutzen, um auf die linke Seite zu kommen.
Um die Mittagszeit kam der Zug auf dem Schiffenberge an, wo sich zahlloses Volk ringsum aus den Walddörfern versammelt hatte und eine Pracht anstaunte, von der es keine Ahnung gehabt hatte. Aber mehr noch als diese fesselte alle Blicke der greise Propst Gerl ach in der Mitte seiner schwarzbekutteten Mönche, der von nun an ihr geistlicher Vater sein sollte.
Die Einweihungsfestlichkeiten, der feierliche Gottesdienst, die Gesänge aus rauhen Kehlen und all' die glänzenden Cere-


