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Sultan Abdul Hamid mit 50; König Humbert I. von Italien mit 48; Kaiser Alexander von Rußland und König Georg I. von Griechenland mit je 47; Fürst Heinrich XII. Reuß ä. L. mit 46; König Wilhelm II. von Württemberg, König Otto I. von Bayern und Fürst Albert mit je 44; Grotzherzog Friedrich Franz III. von Mecklenburg-Schwerin mit 41; Fürst Günther von Schwarzburg-Rudolstadt mit 40 und Kaiser Wilhelm II. von Deutschland mit 33 zurückgelegten Lebensjahren. Noch im ersten Menschenalter stehen fünf europäische Herrscher: König Carlos von Portugal mit 29; Großherzog Ernst Ludwig von Hessen mit 24; König Alexander I. von Serbien mit 16; Königin Wilhelmine der Niederlande mit 12 und endlich König Alfons XIII. von Spanien mit 6 zurückgelegten Lebensjahren.
* Ein Liegnitzer Wurstfabrikant wollte auf der Weltausstellung in Chicago eine Wurstfabrik mit einem Verkauf von warmen Wienern etabliren. Als man ihm 200,000 Mk. Platzmiethe abforderte, kam er schleunigst von dem Gedanken wieder ab.
* Aus einem Hause in der Swindemünderstraße in Berlin sind nicht weniger als dreizehn Miethspartieen mit Einern Male aus gerückt. Als der Wirth erschien, hatte er das Nachsehen.
* Die Kraft der Bohne. Wenn die Anatomen die Schädelknochen aus denFugen bringen wollen, so schlagen sie sihon seit langer Zeit ein eigenthümliches Verfahren ein. Sie füllen die knochige Schale des Schädels mit kleinen Bohnen an und tauchen diese Schale in ein Gefäß mit Wasser. Nach einiger Zeit beginnen die Bohnen zu quellen, und der durch ihre Ausdehnung geübte Druck ist so groß, daß die Knochen sich voneinander lösen, ja hierbei sogar wöchige festgefügte Ränder abgebrochen werden. — Alle quellenden Bohnen richten mehr oder weniger Verheerungen an. Der Physiologe Grehant hat nun den durch Bohnen ausgeübten Druck gemessen. Er nahm einen jener Behälter, ui welchen man gewöhnlich Quecksilber aufbewahrt, that ein gehäuftes Liter Bohnen in ein solches drei Liter enthaltendes Gefäß, befestigte in der Mitte eine mit Wasser gefüllte Blase aus Kautschuk an eine dichte kupferne Röhre, welche mit einem Bourdon'schen Manometer in Verbindung gebracht war. Nun wurde abgewartet, bis die Bohnen feucht waren. Der auf die Kautschukblase ausgeführte Druck übertrug sich durch die Röhre auf das Manometer, dessen Nadel fünf Atmosphären anzeigte, also den durchschnittlichen Druck eines Dampfmaschinenkessels! Das ist die Kraft der Bohne.
* Ein köstlicher Fall wird aus der südlichen Oberpfalz gemeldet. Ein Kleinhäusler im Bayrischen Walde zeichnete zum Bau einer Localbahn 200 Mark. Man wunderte sich über seine Hochherzigkeit, da er nur gering bemittelt ist und ein Comitemitglied fragte ihn, ob er denn die gezeichnete Summe wirklich zahlen könne. „Zahlen kann ich sie freilich nicht", antwortete der Wackere, „aber absitzen will ich sie. Ich habe erst vorigen Monat eine Forststrafe von 20 Mark „abgesessen". So mach ich's auch diesmal." Sprach's und ließ den Kreis seiner Bewunderer enttäuscht stehen.
* Eine Schlaumeierin. Dem „Elsässer" erzählt man folgendes hübsche Stückchen: Letzte Woche, als ich von M. nach Z. fuhr, war ich mit vier Herren, von welchen jeder eine Cigarre rauchte, in ein und demselben Wagentheil. Auf einer Zwischenstation stieg eine Frau ein. Ich, der erste an
der Thür, wollte ihr behilflich sein und nahm ihr das Körbchen, daß sie trug, ab. „Gerne Se acht", sagte die Frau, „ich „hab sechs Pfund Dynamit im Korb, de mueß i mimm Mann i d'Steingrueb brenga". Schnell wie der Blitz flogen die Cigarren zum Wagenfenster hinaus, und scheu rückte jeder von der Frau ab. Diese aber setzte sich bequem hin und behielt ruhig den Korb auf den Knieen. Und wenn sie, was nicht selten geschah, zu husten anfing, fuhr ich jedesmal ängstlich zusammen, und das zertrümmerte „Restaurant Verh" in Paris stand lebhaft vor meiner Seele. „Station O-", rief der Schaffner. Die Frau erhob sich. „Gott sei Dank!" murmelten alle. Jcks zitterte wie Espenlaub, als ich ihr das Körbchen mit dem gefährlichen Inhalt hinausreichte. „Merci", sagte das verschmitzte Weib, als sie draußen war, „merci, s'esch nit so g'fährli, i ha nur Krumbeeresupp und Käs dodrin. Awer, wil i d'Bruschtsucht so stark hab un 's Rauche net vertrage kann, so haw i g'sagt, i hätt Dynamit brenne" — Sagts und verschwand. O diese Weiber!
* Zweierlei Standpunkt. Sie: „Alle Bekannte sind des Rühmens voll, wie vortheilhaft mir das neue Costüm steht — Du allein verlierst kein Wort darüber!" — Er: „Ja sieh' liebes Kind, die anderen Leute verlieren eben nur Worte — ich aber 's Geld!"
Verkehr, Land- nnd volkswirthschaft.
Grünberg, 7. Januar. Fruchtpreise. Weizen JL 16.60, Korn JL 1400, Gerste JL 13.80, Hafer JL 13.80, Erbsen 16.00, Linsen v* 00.00. Wicken JC 00.—, Lein X —Kartoffeln^. —, Samen JL —.—.
— Trottoire arrS Mouier-Eement. In Landau in der Pfalz sind in den tetzlen Jahren Versuche gemacht worden, die Bürgersteige nach dem System Monier herzustellen. Es wurde zu diesem Behufe auf dem geebneten Boden zuerst eine dünne Schicht Beton aufgebracht, darüber legte man ein starkes, weitmaschiges Drahtgewebe, und nun wurde eine stärkere, das Drahtgewebe umhüllende Schicht Beton aufgelegt, die sich mit der unteren Schicht verband. Derartig hergestellte Bürgersteige haben sich sehr gut bewährt, namentlich auf hohen Neuausschüttungen.
- Der Düngewerth von Straßen- und HauSkehricht. Kürzlich nahm Doctor Vogel in den „Mtttheilungen der deutschen Landw.-Gesellschaft" Gelegenheit, entgegen der in praktischen Kreisen vielfach verbreiteten Ansicht, daß dem Haus- und Straßenkehricht ein erheblicher Düngewerth nicht innewohnt, auf das Jrrthümliche dieser Meinung hinzuwetfen. Nach Analysen, welche Dr. Vogel hatte anfertigen lassen, betrug der Gehalt des Straßenkehrichts an Pflanzen- näbrstoffen ungefähr 0,5 Proc Stickstoff, 0,4 Proc. Phosphorsäure, 0,37 Proc. Kalt, 0,19 Proc. Kalk. Im Hauskehrtcht waren enthalten 0 24 Proc. Stickstoff, 0,35 Proc. Phosphorsäure, 0,13 Proc. Kali, 5'34 Proc. Kalk. Um auch an einem praktischen Beispiel zu zeigen, wie gut sich Düngung mit Kehricht verlohnt, wandte sich Dr. Vogel an den Abfuhrunternehmer, Herrn Nauck-Berlin, von welchem ihm bekannt war, daß er große Mengen von Straßen- und Hauskehricht in letzterer Zeit zum Düngen seiner in der Berliner Feldmark (Norden) gelegenen Pachtfelder in Benutzung nimmt, und stellte Versuche mit den Wirkungen des Straßen- und Hauskehrichts als Dünger an und fand dabei das überraschende Resultat, daß der Straßen- und Hauskehricht ein ganz vorzügliches Düngemittel für Rüben ist, und deshalb den Landwirthen empfohlen werden kann, den Straßen- und Hauskehricht als eine Art Composthaufen zu sammeln und im Frühjahre die Rübenfelder damit zu düngen.
Hniverfiiäfs - Nachrichten.
— Professor Dr. jur. C. Gareis in Königsberg i. Pr. hat die an ihn ergangene Berufung an die Universität Erlangen abgelehnt.
0 l— Dr. med. R. A. Fick, bisher Profector in Würzburg, ist nach Leipzig berufen worden. Unter gleichzeitiger Ernennung zum autzkrordentlichen Proseffor übernimmt er zugleich mit Prof. Altmann die Profectur.
kirchliche Anzeigen -er evnng. Gemeinde.
Bibelstunde am Montag den 9. Januar, Abends 8 Ubr, in der Kleinkinderschule; Marcus Cap. 2, Vers 23: der Pharisäer Anstoß am Wandel der Jünger; Jesu Recht am Sabbath. Pfarrer Dr. Naumann.
Lpirlpiarr -er vereinigten Frankfurt« Lta-ttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 10. Januar: Gringoire. Hierauf: Ballet. Zum Schluß: Cavalleria rusticana. Mittwoch den 11. Januar, Nachmittags 31/« Uhr: Sneewittchen. Donnerstag den 12. Januar: Goto. Freitag den 13. Januar geschlossen. Samstag den 14 Januar, Nachmittags 3Vr Uhr: Sneewittchen. Abends 7 Uhr: Troubadour. Sonntag den 15. Januar, Nachmittags 3'/r Uhr: Sneewittchen. Abends 7 Uhr: Norma.
Schauspielhaus.
Dienstag den 10. Januar: Der Hüttenbesitzer. Mittwoch den 11. Januar: Die arme Löwin. Donnerstag den 12. Januar geschlossen. Freitag den 13. Januar: Mario Stuart. Samstag den 14. Januar: Die Journalisten. Sonntag den 15. Januar: Weh dem, der lügt. Monlaa den 16. Januar: Galvano.
Bekanntmachung.
Aufschrift der Postsendungen.
Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen müffen auf denselben Empfänger und BestimmungS» ort so genau bezeichnet fein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wird. Dabei sind namentlich folgende Punkte zu beachten:
1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stet- an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge.
2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Poftbezirk (0., NO. k.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbezeichnung „Berlin" zu vermerken.
3. Gibt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzufehen sind, ergibt sich au8 dem „Verzeichniß gleichnamiger ober ähnlich lautender Postorte", das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder Reichs-Postanstalt bezogen werden kann.
4. Wenn der im Reichs Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. f. w.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, ober auch die Angabe von größeren Flüssen s(Oder), (Elbe), (Rhein), (Main) :c.], ober von Gebirgen s(Harz), (Riesengebirge) ic.J Nicht minder sind zusätzliche Bezeichnungen, rote s(Thüringen), (Altmark), (Lausitz) re.) für den Zweck geeignet.
5. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige Post- anstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll.
6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffende Land bez. der Landestbeil auf der Sendung anzugeben.
Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleunigen Ueberfunft der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und es liegt daher im eigenen Interesse der Absender, die Aufschriften der Sendungen hiernach genau anzufertigen.
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Gießen, den 9. Januar 1893.
Großh. Ortsgericht Gießen.
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Nachstehende Arbeiten und Lieferungen werden im Submissionswege vergeben und sind Angebote hierfür bis
Dienstag den 17. Januar, Vormittags 11 Uhr, im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst die Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht aufliegen, abzugeben.
1. An der Kreisstraße Gietzen-
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zusammen 330 Stück. Gießen, am 7. Januar 1893.
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Freitag den 13. Januar 1893,
Nachmittags 2'/r Uhr,
soll auf dem hiesigen Ortsgertcht die der Jacob Noll dritter Wittwe in Gießen gehörige Hofrairhe:
Flur 34 Nr. 581«/10O — 463 Meter zwischen dem Wäldchen und dem Schießhaus
^öffentlich meistbietend versteigert werden.
Gießen, 29 December 1892.
frnnhfurt a. M.—MerhelMer Güterverkehr, gä
Am 10. d. M. wird der Nachtrag IV. zum Tarif für den vorbezeichneten Güterverkehr eingeführt, über dessen Inhalt die Güterabfeitigungen Auskunft ertheilen.
Gießen, den 5. Januar 1893.
Großh. Dtrection [391 der Oberhessischen Eisenbahnen-____ .
-Main-Neckar—ObklhtsMer Güterverkehr.
Am 10. d. M. tritt der Nachttag IV. zum Gütertarif für den vorbezeichneten Verkehr in Kraft, über dessen Inhalt die Güterabfertigungen Auskunft ertheilen-
Gießen, den 5. Januar 1893.
Großb Direktion [391 der Oberhessischen Eisenbahnen.
Dienstag, 17. Januar 1893,
160,09
68,101
2. An dec Kreisstraße Watzenborn-1
Nachmittags 2Vz Uhr,
sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den . , Heinrich Kinkel Eheleuten in Gießen
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