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Dienstag den 9. Mai
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Amts- und Anzeigeblutt für den Aveis Gieren.
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betreffend die Wahlen zum Reichstag. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser,
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucklem Kaiserlichen Jnsiegel.
Gegeben Berlin, den 6. Mai 1893.
(L. 8.) Wilhelm I. R.
v von Caprivi.
f°lßt Die Wahlen zum Reichstag sind am 15. Juni 1893
Zweite Kammer der hessischen Stände.
nn. Darmstadt, 5. Mai 1893.
König von Preußen rc. „
verordnen auf Grund der Bestimmung im § 14 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869, im Namen des Reichs, waS
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die Kammer einstimmig, auf dem früheren Beschluß zu beharren, desgleichen bezüglich der Rückäußerung der Ersten Kammer wegen des Antrags Jöckel, betr. das Verbot des Besuchs der Wirthshäuser und Tanzbelustigungen Seitens der Schüler der Volks- und Fortbildungsschulen. — Em dringlicher Antrag des Abgeordneten Christ und Genossen auf Neuregelung der Entschädigungsansprüche der durch Vernichtung von Reb- pflanzungen in der Gemarkung Schimsheim betroffenen Weinbergsbesitzer gelangt nunmehr zur Berathung. Die Regierung hat es abgelehnt, eine anderweite Festsetzung der in Rede stehenden Entschädigungen eintreten zu laffen. Auch im Ausschuß war man der Ansicht, daß von Vornahme einer neuen Taxation keine Rede sei und daher dem Antrag nickt ta,uau|„HUV|.h. ö~.~,------------ f
entsprochen werden könne. Dagegen beantragt der Ausschuß, bie Höchsten Herrschaften noch eine Gondelfahrt aus
Großh. Regierung zu ersuchen, in künftigen Fällen des Vor- I , ~ * "• ....... 1 Vormittaas.
kommens der Reblaus bei Zusammensetzung der Schätzungs- , commission den Betheiligten die Entsendung eines Vertreters einzuräumen. Von drei Mitgliedern (Haas, Oriola und Schröder) wird beantragt, eine nochmalige Prüfung des Resultats der AbschützungS-Commission vorzunehmen und bei geeignetem Befund eine Erhöhung der Entschädigung eintreten I zu lassen. Beide Anträge finden die Annahme des Hauses. —
। Bezüglich des gestern zurückoerwiesenen Antrags des Abge- I ordneten Schönberger und Genossen wegen U e b e r n a h m e der Tagegelder und Reisekosten der Kreisveterinärärzte in Sachen der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche durch Polizeimaßregeln auf die Staatskasse, beschließt die Kammer einstiuimig entgegen dem Antrag des Ausschusses, der die Ablehnung derselben empfiehlt, den Antrag Haas anzunehmen dahingehend: 1. Großh. Regierung I zu ersuchen in Erweiterung des Ministerial - Erlasses von I 1883 Anordnungen dahin zu treffen, daß bei Ausbruch der Maul- und Klauenseuche es den Kreisthierärzten gestattet sein soll, nicht nur einmal in der Woche, sondern mehrere Ma
I zu revidiren und daß dann Tage- und Transportgelder auf I I die Staatskasse übernommen werden- 2. zu gestatten, daß I die Gesundheitsscheine unter der gleichen Voraussetzung wie I bei I. auch von anderen Thierärzten ausgestellt werden können, I unter Beidrückung des Bürgermeistereisiegels- 3. daß unter I Beseitigung der Gebührenordnung, die Gehälter der Kreis- I I Veterinärärzte in entsprechender Weise zu erhöhen oder sür I deren Ausfall auf anderer Art zu sorgen sei- 4. eine Revision I der Gesetze, Vorschriften über die Maul- und Klauenseuche I I auf dem nächsten Landtag herbeizuführen. — Eine Vorstellung I des Steuerraths i. P. Fröhlich betr. die Regulirung seiner Pension wird zur Zeit für erledigt erklärt, ebenso
I eine Eingabe von Beamten, welche vor dem 1. April 1891 in I den Ruhestand getreten sind. — Zu einem Antrag des Abgeordneten Zinßer, betr. die Herstellung und Unterhaltung eines erhöhten Straßenbanketts sür den Fußgänger-Verkehr an der
I Staatsstraße. Lauterbach -H ersfeld beantragt der I I Ausschuß, dem Antrag aus Gründen der Consequenz keine Folge zu geben. Abgeordneter Zinßer verteidigt seinen Antrag in eingehender Weise und hebt die Unzuträglichetten des jetzigen Zustandes hervor. Für den Antrag sprechen noch die Abgeordneten Schade, Jöckel, Hechler und beschließt d e Kammer mit großer Majorität im Sinne des Antrag- | stellerö. — Bezüglich der Rückäußerung Erster Kammer betr. die Regierungs-Vorlage wegen Erhöhung und V e r- | st ärkung der Landdämme und Erweiterung des Hoch- | 1 wasserprofils des Rheins entspinnt sich nochmals eine lebhafte Debatte zwischen dem Regierungs-Vertreter und dem Referent des Ausschusses, welcher Beharren auf dem früheren Beschluß empfiehlt. Ministerialrath Schäffer weist nochmals darauf hm, wie die Vorlage nur als ein Ganzes, nur nicht als em Stückwerk zur Ausführung gebracht werden könne. Seme größte Sorge sei sür immer die gewesen, das Riedgebiet vor Hochwassergefahren zu schützen. Nehme das Haus die Regierungs-Vorlage nicht an, wie sie aus Erster Kammer hervorgegangen, so lehne er später jede Verantwortung im Falle eines Unglücks von sich ab. Trotz alledem beharrt das Laus auch heute fast einstimmig auf seinem früher gefaßten Beschluß, wonach nur 1,480,000 Mark bewilligt werden. — Die Vorlage der Regierung betr. Zustimmung zur Inangriffnahme von Nebenbahntheilstrecken wird dahm genehmigt, 30% mehr auf die ganze Linie Worms-Bodenheim zu bewilligen. — Bezüglich der Rückäußerung Erster Kammer, betr die Abänderung des Einkommensteuer-Gesetzes beharrt das Haus aus den früheren Beschlüssen. - Einem Antrag der Großh. Regierung auf Aufnahme der Nebenbahn Bickenbach- Jugenheim-Seeheim in das Special-Gesetz für Nebenbahnen wird nicht die Genehmigung ertheilt. Hiermit sind die Berathungen um %3 Uhr geschlossen und vertagt sich die Kammer bis zum Dienstag Vormittag 11 Uhr. Am Mittwoch nach Schluß des Landtages findet im Großh.
Die Berathungen der Zweiten Kammer werden heute fortgesetzt mit der Rückäußerung Erster Kammer, betr. den Antrag Metz, den Kleinhandel mit Branntwein und Spiritus und den Betrieb von Wirthschasten. Die Erste Kammer sprach sich gegen die Aufhebung der Verordnung von 10. November 1886 aus. Heute beschließt
Steckbrief.
Gegen den unten beschriebenen Zender, Wilhelm, Buchbindergeselle aus Creseld, seither zu Gießen, welcher ffüchtiq ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt ES wird um Fahndung, Verhaftung und Nachricht vor Zuführung ersucht.
Gießen, der 4. Mar 1893.
Großherzogliche Staatsanwaltschaft.
Schilling «Tr.
Beschreibung: Alter: 20 Jahre, Größe: 1 m 64 cm, Statur: schlank, Haare: dunkel, Stirn: frei, Augenbrauen: dunkel, Nase: gewöhnlich, Zähne: gut, Gesicht: oval, Augen : blau, Mund: gewöhnlich, Kinn: spitz, Gesichtsfarbe: gesund.
o. Helldorf (conf.): Wir wollen froh fein, bei der gegenwärtigen Situation einen in militärischen Dingen so fachver- ständtgen Reichskanzler zu haben. Bismarck habe eine noch viel wettergehende Voi läge für nothig gehalten. Mit den letzten Vor- tagen sei mehr eine Armee auf dem Papier geschaffen “ot.br ,n.’r. olle einmal reine Arbeit gemacht werden. Wir seien in militärischer Beziehung zurückgeblieben. Werde diese Vorlage angenommen, so werde uns Frankreich wahrscheinlich nicht mehr angreifen können. Dr. Lieber habe gestern seine Aschaffenburger Rede zu vertheidtgen versucht; in einer Kölner Versammlung habe aber fcerr Lieber eine Gedanken noch schärfer zum Ausdruck gebracht; er habe da gesagt. Selbst wenn der Fortbestand und die Sicherheit beS ^elieS oon bem Zustandekommen der Vorlage abhange, somußte der Fortbestand der Centrumspartei doch höher sieben. (Hört! hort.) Lieber fage, der Reichskanzler habe seine AschaNenburger Rede ns Bismarck,che übersetzt. Bismarck habe aber noch in letzterir« aeiünbet Bismarck sei bie Verkörperung bes Reichsgedankens. x>er Reichskanzler habe in bieser Vorlage echt Bismarcklsch gesprochar und werde damit auch in Süddeutschland wohl verstanden werden..
Gießener Anzeiger
Heimat-Anzeiger.
Darmstadt, 5. Mai. Nach aus Venedig elnßeltoffenen Nachrichten unternahmen Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Großherzogliche Hoheit die Prinzessin Alix mit Gefolge am 30. April im Laufe des Nachmittags eine Gondelfahrt nach Quattro Fontane, wo im Freien der Thee genommen wurde, der mitgebracht worden war. Auf der Rückfahrt wurde auf der Insel San Lazzaro, die dreiviertel Stunden südlich von Venedig liegt, das armenische Mechitaristenkloster gleichen Namens besucht. Nach dem Diner
dem Canal Grande. Montag den 1. Mai, Dormittags, wurde bei einer Fahrt auf dem Canal Grande die Kirche Santa Maria della Salute besichtigt und herauf die ehemalige Franziskanerkirche Jl Reductore auf der Insel La Gm- decca Nach der Rückfahrt wurde noch die Spitzenfabrik von M Jesurum besucht. Nachmittags fuhren die Höchsten Herrschaften nach der südwestlich gelegenen Insel San Giorgia in Alqa, wo der Thee eingenommen wurde. Am Abend wurde wieder eine Gondelfahrt auf dem Canal Grande gemacht. Am Vormittag des 2. Mai fuhren die Höchsten Herrschaften nach der kleinen Insel San Giorgio Maggiore, etwa 450 Meter südlich gegenüber der Piazzetta, um daselbst bie schöne Kuppelkirche San Giorgio Maggiore zu besichtigen, dann wieder zurück zum Besuche der beiden Kirchen -an Zaccaria und San Giorgio degli Schiavoni, sowie des Arsenals mit seinem Museum und den großen Docks sür d,e Marine.
Berlin, 6. Mai. Der „Reichsanzeiger" enthält folgende Verordnung",
Amtlicher Theil.
Nr. 16 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 6. d. Mts., enthalt:
(Nr. 2097.) Verordnung, betreffend die Auflösung des Reichstags. Vom 6. Mai 1893.
(Nr. 2098.) Verordnung, betreffend die Wahlen zum Reichstag. Vom 6. Mak 1893.
Gießen, den 8. Mai 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
tß «ba. Wifser (wild-liberal) begründet seinen Antrag aus Aus. nähme der Bestimmung in die Verfassung, daß vom 31- Marz 1899 ab die Dienstzeit bei dm Fußtruppen zwei Jahre betragen soll, ferner soll vom 1. Januar 1899 ab der Gesammtetat des deutschen Heeres wie alle übrigen Posten des Retchshaushaltsetats jährlich festgestellt
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Bekanntmachung.
es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 Über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden I ermittelten Durchfchnittsmarktpreife, einschließlich eines Auf- I fchlags von Fünf vom Hundert, pro Monat April 1893 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen;
Hafer JL 16.50, Heu JL 10.80, Stroh JL 5.80.
Gießen, den 6. Mai 1893. I
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern. I
Bekanntmachung,
betreffend Maul- und Klauenseuche zu Albach.
Nachdem die in einem Gehöft zu Albach ausgebrochen gewesene Maul- und Klauenseuche erloschen ist, haben wir die angeordneten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben. Zur Ausführung von Rindvieh, Schafen, Ziegen und Schweinen aus der Gemarkung Albach, sofern die Thiere nicht sofort abgeschlachtet werden, ist indeß bis aus weiteres noch der Besitz tliierärztlicher Gesundheitsscheine erforderlich.
Gießen, den 6. Mai 1893.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
______v. Gagern.___________________
Bekanntmachung,
betreffend Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach.
In der Zeit vom IO. bis einschließlich 2». Mar d. I. in den Stunden von Bormittags 9—12 Uhr und von Nachmittags 2—5 Uhr liegen auf dem Rathhaus »u Steinbach die Arbeiten des ersten Hauptabschnitts des I. und III. Bereinigungsbezirks (Felder zwischen der Staatsstraße nach Lich und der Kreisstraße nach Garbenteich, sowie zwischen dem alten Anaerober Weg und der Staatsstraße nach Lich) nämlich: die allgemeinen Meliora- ttonspläne mit Erläuterungsberichten nebst den dazu er- qangenen Beschlüffen der Vollzugscommission und den Protocollen über die Prüsung dieser Arbeiten zu Jedermanns Einsicht offen. .
Termin zur Entgegennahme von Einwendungen gegen diese Arbeiten habe ich auf Mittwoch den 24. Vlai l Nachmittags von 3—5 Uhr in das Rath haus zu Steinbach anberaumt. Die in diesem Termin nicht Erscheinenden sind mit Einwendungen ausgeschlossen.
Gießen, den 6. Mai 1893.
Der Vollzugscornrniffär: Nebel, Amtmann.__
Ausland.
Chicago, 6. Mai. Es ist beschloffen worden, daß die Ausstellung auch Sonntags geöffnet sein soll- die Maschinen sollen jedoch Sonntags nicht in Bewegung gesetzt werden. ————?.
Dentscher NeichstaA.
91. Sitzung. Samstag, 6. Mai 1893.
Die Wahl des Abg. v. Reden (conf.) tm 9. hannoverschen Wahlkreise wirb mit 188 gegen 167 Stimmen für ungültig erflärt. um Mtlitürpensionsgesetz wirb in zweiter
Lesung nach den Beschlüssen der Commifsion (Referent Abg. Hahn) einstimmig en bloc endgültig angenommen. . , , . w h
P Auf Antrag des Abgo.Huene (Ctr.) wird sofort in die dritte Lesung dieses Gesetzentwurfs eingetreten und derselbe, gleichfalls en bioo und einstimmig, angenommen. nn<.
Sodann wird die zweite Berathung der Mtlitärvorlage
| Gratisbeilage: Hießen« Kamikienbkätter.
Residenzschloß eine Galatasel statt, wozu sämmtliche Mitglieder der Kammer eingeladen werden.
nigtt Vertreter Htm Hypotheken» mittele ich die Beleihe >ilien zu gim-igei ;en. 2T llStelo.SchiWr.^ »n itft ab wotyit esiratze 6.
IU Brunnenmacher lemeiniger, ioroie zur von Erdarbeiter, emM Heinrich Keßler, SBuM-______
Irenes KneipUejü ,rr Stadt an stuventM n avrugtden. 4226 InderSrptd-d __
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Mörder ^"sehr braven, ie-t con*
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