1893
Freitag den 8. December
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Amt»- und Anzeigeblutt für den "Kreis Gießen
Hratisöeikage: Gießener Ilamitt-nblätt-r.
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würde irotzdem doch angezeigt
An den in Aussicht genommenen sämmtliche Truppentheile der
Innahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für bcn felgenltn Lag erscheinenden Nummer bti Barm. 10 Uhr.
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europäischen Mächte gegen gesellschaft der Anarchisten bleiben.
Berlin, 6. December.
satten dem Anzeiger «Schnttlich dreimal d «gelegt.
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§ 37 bei Kranken- ;nb Wahl bei Aus- ahres, sowie Ersatz»
Der
tzhchener Anzeiger crtor.nt täglich, ■flü Lu»nahme deS Montags.
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on erledigen lafjen, « berfyiebeti, ll wird und auf Hnet werden kann.
an derselben Therl beitet, welche oott« \W ^Vorstand.
vollständigen Erledigung zu bringen haben wird, was allerdings auch schon durch den Umstand geboten erscheint, daß die provisorischen Handelsabkommen Deutschlands mit Spanien, Rumänien und Serbien am 1. Januar 1894 außer Kraft treten. Auf die Generaldebatte über die Stempelsteuer.Vor- lage waren die drei Sitzungen vom Dienstag bis Donnerstag gerechnet, am Freitag findet wegen des katholischen Feiertages keine Sitzung statt, am Samstag sollen Anträge, am nächsten Montag kleinere Vorlagen berathen werden. Demnach würden die neuen Handelsverträge vom kommenden Dienstag ab zur weiteren Behandlung im Plenum gelangen können, so daß die Generaldebatten über die Tabak- und über die Weinsteuer-Vorlagen wohl erst im neuen Jahre in Scene gehen werden.
— Das Schicksal der neuen Handelsverträge darf übrigens jetzt als ziemlich gesichert gelten. In der Dienstags-Sitzung der betreffenden Reichstags - Commission gab der Centrumssührer Dr. Lieber bei der fortgesetzten Be- rathung des rumänischen Vertrages die Erklärung ab, daß die Mehrheit seiner Parteigenossen sich nunmehr nach reiflicher Prüfung der vorliegenden Verträge entschlossen habe, für dieselben einzutreten. Wenn diese Stellungnahme des Centrums nicht noch in letzter Stunde eine Abänderung erfährt, so ist also die Annahme der Verträge mit Spanten, Rumänien und Serbien im Reichstage keinem Zweifel mehr unterworfen.
— Die deutsche Reichsregierung soll keineswegs beab-
von den deutschen Börsen ausichlteße. Das Arbttragegeschäst solle man schützen, wenn daffelbe ein Kommissionsgeschäft darstelle. Redner ist nicht der Ansicht, datz die Quittungssteuer den Mittelstand ungerecht belaste, es fei vielleicht zu empfehlen, daß man die Minimalgrenze für die Qutttungssteuer erhöbe.
Abg. Alexander Meyer (Frf. Verein.) tritt für die-Beseitigung der Liebesgabe an die Agrarier ein. Die Durchführung der Retchsetnkommensteuer erscheint Redner nicht so schwierig, wie es vom Bundesrathsttsche aus dargestellt sei. Wenn er auch ein Freund der Einkommensteuer sei, so spreche er den Umsatzsteuern doch nicht, wie Richter, jede Berechtigung ab. Die Börsensteuer wie dm Chekftempel weise er nicht kurzer Hand zurück.
Finanzmtntster Miquel verthetdtgt die Regierungsvorlagen. Der Vorwurf, daß er die tndtrectm Steuern bevorzuge, sei unberechtigt.
Morgen Fortsetzung. Freitag keine Sitzung.
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i Oel und Kreide hule.
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Hinterhaus.
Winterübungen solle»
Garde theilnehmen. Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei den Genietruppen, in erster Linie den Pionieren und auch dem Garderrain zugewendet werden. Da der Brückentrain sicherem Vernehmen nach mit in die bevorstehende Winterübung rückt, scheint ein Flußübergang über die Havel in der Nähe von Brandenburg geplant zu sein unter der Annahme,
daß dort keine festen Brücken vorhanden seien.
Berlin, 6. December. Vom Bundesrath. Die vereinigten Ausschüsse des Bundesralhs für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr hielten heute eine Sitzung. Auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung des Bundesraths stehen die Denkschriften über das Patentgesetz und über das Gesetz, betreffend den Schutz von Gebrauchsmustern, ferner über Anwendung des Militärtarifs für Eisenbahnen bei der Beförderung von Kriegsbedürfnissen- die Neuwahlen von fünf Mitgliedern der Commission für Arbeiterstatistik, sowie Ausschußberichte, darunter über den Entwurf von Bestimmungen wegen der Nachmittagspausen der in Spinnereien beschäftigten jugendlichen Arbeiter und Eingaben.
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Bekanntmachung.
In Folge anderweiter Verwendung des Großh. Steuer- Affeffors Jäger ist der Großh. Steuer-Affeffor Feick, durch Verfügung Großh. Ministeriums der Finanzen, Abth. für Steuermesen vom 4. December l. I. zur Nr. F. M. St. 29722, mit der interimistischen Verwaltung des Großh. Steuer« Kommissariats Gießen bis auf Weiteres beauftragt worden.
Gießen, den 6. December 1893.
Großh. Steuer-Commissariat Gießen.
S ü f f e r t.
Alle Annoncen-Bureaux befl In. und Au-lande« nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
sichtigen, anläßlich her kürzlichen verbrecherischen Anschläge gegen Kaiser und Kanzler ein internationales Vorgehen gegen die Anarchist en herbeizuführen, obwohl sie einem Anschlüsse an ein solches Unternehmen nicht abgeneigt sein würde. Es wird vielmehr versichert, daß mau sich in Berliner Regierungskreisen stark genug sühle, auch allein dem anarchistischen Treiben eutgegenzutreten. — Diese Zuversicht ist gewiß sehr schön, aber ein Zusammenschluß der die internationale Verschwörer-
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Deutscher Reichstag.
14. Sitzung. Mittwoch den 6. December 1893.
Fortsetzung der ersten Lesung des Stempelabgabengesetzes.
Abg. o. Buol (Etr.) erklärt, daß er der Vorlage princtpiell sympathisch gegenüberstehe. Die Börse sei eigentlich noch höher zu besteuern, jedenfalls sollten die Differenzgeschäste mehr belastet werden. Man übertreibe vielfach die Folgen einer höheren Besteuerung. Das Centrum trete für eine Erhöhung des Lotteriestempels ein, wahrend die Qutttungssteuer bet seinen Freunden nur wenig Sympathie ^^^Abg. Singer (Soc.) spricht sein Bedenken darüber aus, daß Finanzmtntster Rtedel gestern die Anschauungen der großen Mehrheit der bayerischen Bevölkerung wtedergegeben habe. Die Ausführungen desselben würden jedenfalls im bayerischen Landtag zur Dtscusston gelangen. Auch der bayerische Ftnanzmtnister könne ntcht'garanttren, daß die Tabakfabrtkatsteuer die erhofften Erträge abwerfen würde. Die Börse fei unentbehrlich und gebe mit ihren Auswuchsen ein getreues Spiegelbild der modernen Gesellschaft. Die Socialdemokraten würden gegen die Börsensteuer stimmen, weil sie grundsätzlich alle DeckungSmittel für den Mllttartsmus verweigerten. Redner empstehlt die Retchsetnkommensteuer, in welche die regierenden deutschen Fürsten einzuschließen seien.
Bayrischer Finanzmtntster v. Riedel verwahrt sich gegen die Vorwürfe Singers und sührt aus, daß der bayerische Landtag mit geringen Ausnahmen mit ihm darüber einig gehe, daß d e Kosten für die Mtlitäroorlage gedeckt werden mußtm und zwar thunltchst ohne Erhöhung der directen Steuer. . . _
Abg. Gamp (Reichspartei) befürwortet ole Vorlage, wurde es jedoch gerne sehm, wenn man ausländische Obligationen möglichst
Deutsches Reich.
Darmstadt, 6. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Amtsrichter Röm Held von Ortenberg, den Steuerrath Deibel von Friedberg, den Fabrikbesitzer Buderus aus Lollar.
Darmstadt, 6. December. Auf Schloß Philipps ruh, wohin der Landgraf von Heffen zurückgekehrt ist, wird der Besuch Kaiser Wilhelms behufs Theilnahme an den Fasanenjagden erwartet.
Berlin, 6. December. Ueber den weiteren Arbeitsplan des Reichstages bis zum Eintritt der Weihnachtsferien, welche spätestens am Samstag den 16. December beginnen sollen, liegen widersprechende Meldungen vor. Am meisten Wahrscheinlichkeit dürfte diejenige Angabe in sich schließen, wonach der Reichstag unter allen Umständen die Handelsverträge noch im gegenwärtigen Sessionsabschnitte zur
Mr. 289 Erstes Blatt.
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Gießen, den 6. December 1893. Betr.: Die Festsetzung des durchschnittlichen Jahresarbeits- Verdienstes der in land- und forstwirthschaftltchen Betrieben beschäftigten Personen.
DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen
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In Gemäßheit des § 3 Abs. 3 der Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 30. September 1890 (Regbl. Nr. 40) hat eine Erneuerung der Festsetzungen des durchschnittlichen Jahresarbeits- Verdienstes der in land- und forstwirthschaftltchen Betrieben beschäftigten Perfonen im Jahre 1893 stattzufinden.
Wir verweisen Sie zunächst auf unsere Bekanntmachung vom 22. Januar 1889 (Gießener Anzeiger Nr. 23) und beauftragen Sie, nach Anhörung des Gemeinderathes, binnen S Tagen an uns zu berichten, ob die in letztgenannter Bekanntmachung für Ihre Gemeinden festgesetzten durchschnitt- lichen Jahresarbeitsverdienste eine Veränderung in der Zwischenzeit erfahren haben, in welchem Falle eine neue Berechnung mit dem Gemeinderath aufzustellen und uns vorzulegen wäre.
Bei Ihrer Berichterstattung sind selbstredend alle vier Klaffen von Arbeitern, wie dieselben in unserer vorgenannten Bekanntmachung angeführt sind, zu berücksichtigen.
v. Gagern.
Neueste Nachrichten.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 6. December. Die Budgetcommission hat heute das Gesetz betreffend Gewährung von Unterstützungen an Invaliden aus Kriegen vor 1870 und deren Hinterbliebene berathen. Die Vorlage wurde angenommen, nachdem auf Antrag Singers im § 6 Absatz 2 eine kleine Abänderung vorgenommen worden. Das Gesetz wird noch vor Weihnachten erledigt.
Berlin, 6. December. Die Delegirten Frankreichs zu den demnächst in Berlin stattfindenden Conferenzen betreffs der deutsch-französischen Grenzfrage in Kamerun sind aus Paris hier eingetroffen.
Berlin, 6. December. In einer Polemik gegen ötc „Kölnische Zeitung" sucht hie „Kreuzzeitung" zu beweisen, haß die Tabakfabrikatsteuer einen erheblichen Confum- rückgang und dadurch eine umfangreiche Arbeiterentlassung verursachen werde. Die nachtheilige Wirkung dieses letzteren Umstandes würbe in socialpolitlfcher Beziehung den ganzen moralischen Erfolg vernichten, welchen die socialpolitische Gesetzgebung seit mehr als einem Jahrzehnt im Sinne der Versöhnung erweckt und erreicht hat.
Berlin, 6. December. Die Handelsvertrags commission nahm heute Vormittag den Handelsvertrag mit Rumänien mit 12 gegen 8 Stimmen an, ebenso den mit Serbien mit 13 gegen 7 Stimmen. Gleichfalls wurde das Abkommen mit Serbien, betreffend den gegenseitigen Muster und Markenschutz angenommen.
Wien, 6. December. Wintermanöver von drei Corps werden im Januar in Galizien und Schlesien abgehalten werden.
London, 6. December. Der Anarchist Schneider, in dessen Wohnung eine große Masse Dynamit gesunden wurde, soll einer Uber ganz England und Nordamerika verbreiteten anarchistischen Bande angehören, auf deren Gefährlichkeit die Polizei schon vor längerer Zeit aufmerksam gemacht wurde.
London, 6. December. Nach einer soeben eingetroffenen Meldung enthält der in Schneiders Wohnung gefundene Behälter zwölf Pfund eines im hohen Grade gefährlichen Dy namitsto f f es. Schneider stammt aus Holland und wohnte seit einem Vierteljahr mit einem jungen Mädchen und einem älteren Herrn in Hampstead, wo er sich für den Director einer amerikanischen Dhnamitsabrik ausgab. Kurz vor der Entdeckung flüchtete Schneider, ebenso die beiden anderen Inhaber der Wohnung. Die Polizei sucht die Angelegenheit als sehr unbedeutend hinzustellen.
Kopenhagen, 6. December. Die deutsche Reichsregierung hat die Einfuhr von lebenden Schafen aus Island nach Deutschland unter gewissen Bedingungen gestattet.
Sofia, 6. December. Die Blätter beschäftigen sich noch immer eingehend mit dem Attentat. Dasselbe sollte aus- geführt werden, während der Sarg des verstorbenen Fürsten Alexander aus dem Eisenbahnwagen gehoben wurde. Der bei dem Attentäter Iwanow gefundene Dolch, mit dem Fürst Ferdinand ermordet werden sollte, war vergiftet.
Eine chinesische Kritik europäischer Verhältnisse.
Der jüngst eingetroffene „Ostasiatische Lloyd" bringt eine interessante Beleuchtung der europäischen Verhäitnisf-: aus der in Shanghai erscheinenden chinesischen Zeitung „Shen Pao". Der chinesische Kritiker Europas, den „Shen Pao" als einen kürzlich von Europa nach der Heimath zurückgekehrten bekannten Herrn einsührt, sagt darin u. A.: ,/Vier Großstaaten sind es, welche augenblicklich in Europa um den Vorrang streiten und etwa gleiches Ansehen genießen England, Frankreich, Deutschland und Rußlands Jedes dieser Reiche strebt nach Vergrößerung seines Wohlstandes unö feiner Macht und ist stolz auf feine Blüthe, Größe und
Das Gr. Steuer-Commissariat Gießen an die Großh. Ortsgerichtsvorsteher in Albach, Mendorf a. d. Lahn, Alten Buseck, Burkhardsfelden, Gießen, Großen Linden, Hausen, Langgöns, Mainzlar, Rödgen, Staufenberg, Trohe und Wieseck.
Wir ersuchen Sie, die Ihnen dieser Tage zugesandten Bau- und Cultur-Veränderungs-Verzeichniffe 4 Wochen lang offen zu legen und sodann, mit der, am Schluffe derselben zu erteilenden, Bescheinigung versehen, anher zurückzusenden. Gießen, den 6. December 1893.
I. V.:
____________Feick, Großh. Steuer-Affeffor._______________
" Bekanntmachung.
In Bezug auf die Geschäftsordnung des unterzeichneten Gerichts ist Folgendes bestimmt:
1. Allgemeiner Amtstag, an welchem Jedermann, ohne vorgeladen zu fein, den Richter sprechen kann, ist Donnerstags von 9 bis 12 Uhr Vormittags und von 2 bis 5 Uhr Nachmittags.
2. Die Sprechstunden des Gerichtsschreibers sind jeden Werktag von 10 bis 12 Uhr Vormittags.
Lich, den 5. December 1893.
Großherzogliches Amtsgericht. Wehner.


