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08/09/1893 Erstes Blatt
 
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Vermittel.

Aus Anhalt, 3. September. Obgleich die Anhänger der Socialdemokratie Gegner von Religion und Kirche sind, hat es in dem Orte Deetz bei Zerbst ein solcher doch durch­gesetzt, daß er in den Gemeindekirchenrath gewählt worden ist. Auf hiergegen eingelegte Beschwerde hat das Herzogliche Consistoriurn entschieden, daß die Wahl eines Social- demokraren unzulässig und deshalb eine Neuwahl vor­zunehmen sei.

In Saasa bei Eisenberg ist in der vorigen Woche das SchulhauS nach und nach ein gestürzt. Die äußeren Mauern stehen zwar noch, doch zeigen sie auch breite Risse. Das Haus wär erst 1851 erbaut worden, doch ist seitdem so gut wie nichts daran gethan worben. Trotzdem ge­rade Unterricht gehalten wurde, sind keine Personen verletzt worden.

In Meiningen ist am 2. September das Bach'sche Dampfsägeroerk niedergebrannt. Inder darauffolgenden Nacht entstand Großfeuer in der Döü'schen Schneidemühle und dem Holzlager. Außer diesen wurden die Nebengebäude und Stallungen des städtischen Schlachthauses ein geäschert. Der Schaden ist groß. ES wird Brand st iftung ver- muthet.

Nürnberg, 5. September. Einer Meldung desFränk. .Sourier* zufolge mißhandelte in dem Kurorte Bern eck der Premierlieutenant von Burcktroff einen Knaben und feuerte gegen die eintretenden Kurgäste fünf Revolverschüffe ab, glücklicherweise ohne zu treffen.

Sin häßliches Sittengemälde aus Berlin entrollen die nachstehenden Zeilen. In die bildschöne Tochter einer im Südosten der Stadt wohnenden Wittwe verliebte sich ein «ältlicher junger Mann und der Standesbeamte buchte denn auch bald die Eheschließung des jungen Paares. Die Schwiegermutter, die nicht unvermögend war, bewilligte jeden Wunsch ihrer Kinder und Freude und Zufriedenheit walteten in dem Hause der Neuvermählten. Mehr und mehr über­schüttete die Mutter ihren Eidam mit Wohllhaten und die junge Gattin bemerkte bald, daß die ihrem Manne gezollten Aufmerksamkeiten eine tiefe Herzensneigung bargen. Als eines Morgens die Frau nach ihrem Manne rief, war dieser verschwunden und mit ihm die Schwiegermutter. DaS Paar flüchtete nach Amerika und lebte dort einige Wochen in Saus unb Braus. Eines Tages aber hatte auch der Schwieger« sohn die Wittwe verlassen und ihr ganzes Vermögen mitge­nommen. Aller Mittel entblößt, kam die leichtsinnige Frau »-ach Berlin zurück, um dort von ihrer Tochter Verzeihung 3N erflehen. Das Ende vom Liede dürften die nachstehenden Worte kurz erzählen:Am 8. August d. I. sprang eine unbekannte Frau in selbstmörderischer Absicht in den Land­wehrcanal. Noch lebend an das Land gezogen, starb sie kurz nach ihrer Einlieferung in einem Krankenhause." Es war die Schwiegermutter.

Die Metzer Bürgermeisterkette. Die der Stadt Metz romKaiser geschenkte goldene Bürgermeisterkette ist ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst. Sie ist nach einem Entwürfe ton Prof. Seder in Straßburg inderWerkstätte von PH. Heiden in München gefertigt. Die gothische Kette zeigt vorn als Hauptstück einen reichen Baldachin mir der Kaiserkrone und lern Reichsadler. An einer Art von Tabernakel ist hier eine Gemme mit dem Bildniß Kaiser Wilhelms II. angebracht. An diesem Theil hängt an verschiedenen Kettchen ein originelles Kleinod, darstellend die nie besiegte Jungfrau von Metz mit Schwert und Stadtwappen in reichem Lorbeergerank Das triedliche Figürchen ist bunt emaillirt. Ein Spruchband trägt tne InschriftSie ist in guten Händen." Die rückwärtige Schließe der Kette ist durch das Wappen von Lothringen gebildet. Die Kette selbst zeigt ein originelles Muster von goldenen Gliedern, Diamanten und emaillirten Blumen und ist reich mit Steinen besetzt.

* Bremen, 4. September. Ein schweres Unglück ereignete sich heute im neuen Nordthurme des Domes. Für baß Gustav Adolf-Fest würben provisorisch Glocken ausgehängt. Bei ben Vorbereitungen stürzte ein Arbeiter aus der Nähe bc8 Glockenstuhles in die gähnende Tiefe. Die Verletzungen waren so schwer, daß schnell der Tod eintrat. Seine Frau, mit der er erst drei Wochen verheirathet ist, kam gerade, Um ihm das Mittagbrod zu bringen.

* Siegen, 31. August. Ueber die Persönlichkeit des am Kilimandscharo gefallenen Herrn Lieutenants Emil Ax sei Folgendes berichtet: Der Dahingeschiedene, ein Sohn des früher hier, jetzt in Osnabrück wohnenden Rentners Ax, war am 6. April 1863 zu Siegen geboren und legte hier im Jahre 1882 sein Abiturientenexamen ab. Rach einem ein- lährigen Aufenthalte in VervierS trat er 1882 beim 8. Rhein. Fußartillerie-Regiment als Avantageur ein, dem er, 1884 zum Secondelieutenant befördert, bis zum Jahre 1891 actio angehörte. Zu Anfang des genannten Jahres ging er nach Afrika, wo er am 6. April in Bagamoyo eintraf. Bald nach seiner Ankunft machte er unter Chef Johannes eine Expedition nach dem Kilimandscharo mit und wurde dann Chef der Station Massinde. Jrn April dieses Jahres wurde er zum Premierlieutenant befördert und beteiligte sich dann an der Strafexpedition gegen Sultan Meli, wobei er, wie bereits berichtet, am 12. d. MtS. den Heldentod fand. Der Ver­storbene erfreute sich bei Allen, die ihn kannten, einer großen Beliebtheit und war bei seinen Vorgesetzten als tüchtiger, diensteifriger Offizier geschätzt.

Brieftauben auf hoher See. Nach einer Zuschrift in den DresdenerBlättern für Geflügelzucht" ist der Verein Brieftaube" in Wismar durch das Kriegsministerium zu Berlin aufgefordert worden, seine Tauben in Flügen über See zu üben. Kanonenboote der Marine sollen in Wismar loben, um die Brieftauben abzuholen und auf hoher See fliegen zu lassen.

* Wien, 4. September. Hiesigen Blättermeldungen infolge ist der Verkauf des seit 1851 hier bestehenden Circus Rlenz beabsichtigt.

* Heidelberg, 4. September. Daß unter den Landwirthen noch Geld ist, bewies vorige Woche ein Hofbauer unserer Gegend. Er hatte feige Tochter nach Auswärts verheirathet und sich den Spaß gemacht, die Mitgift derselben in Thalern und Markstücken am Hochzeitstage auf die Tafel zu stellen; das Faß mit Inhalt wog über 230 Pfund. Es waren 20000 Mk. baar.

* Ein beklagenswertes Familiendrama erregt in Nordhausen das größte Aussehen. Dor einigen Tagen consuttirten zwei Frauen auf einem schwarzburgischen Orte, eine Mutter mit ihrer hübschen Tochter von 19 Jahren, einen Nordhausener Arzt. Derselbe constatirte bei der seit längerer Zeit erkrankten Tochter eine unheilbare Krankheit. Verzweifelt kehrten die beiden Frauen nach Hause zurück. In der folgenden Nacht verließen Beide still und unbemerkt ihre aus Ehemann und fünf Söhnen bestehenden Angehörigen, und alle Anzeichen, die sie hinterließen, kündeten ein schreckliches Ereigniß an. Vergeblich wurden durch das in der Gegend manövrirende Militär die umliegenden Forsten abgesucht. Am Mittwoch endlich zog man die Leichen der beiden unglücklichen Frauen, die sich noch im Tode fest umschlungen hielten, aus einem Strudel des Wipperfluffes.

*.Tahlhanfeu, 29. August. Vor einigen Tagen hatte der Gastwirth I. v. T. das Glück, in seiner gepachteten Fischerei in der Ruhr einen Hecht zu fangen, der in Bezug aus Größe und Schwere als eine Seltenheit gelten kann. Der Fisch hat eine Länge von 155 Zentimeter und ein Gewicht von 39 Pfund. Unten am Steiß befand sich ein an einem kupfernen Draht befestigtes Messingschildchen, auf welchem folgendes zu lesen war:

O Fischlein, o Fischlein, Wo magst du im nächsten Jahre sein? Wer ihn thuet sangen ein, Berichte mir das baldigst fein. Wohne in Wetter an der Ruhr, Heiße: Peter Wilhelm Gustav Schuhr.

Wetter an der Ruhr, 1859."

* Ein Kronleuchter für den Reichstagsbau. Der Sitzungs« faal des neuen Reichstags g e b äude s wird einen Kron­leuchter erhalten, der zu ben schönsten und größten seiner Art zählen wird. Er übertrifft den berühmten Barbarossa« läster zu Aachen fast um 31/2 Meter, denn fein Durchmesser wird acht Meter, gleich 28 Fuß, betragen. 12 Bogen- und 250 Glühlampen werden an ihm ihr Licht auf den Wandel- gang herniederfenden, über dem der große Kuppelbau sich wölbt. Die Form dieses coloffalen Kronleuchters ist die eines Reifens. Der Reifen ist mit Wappen und Figuren besetzt und unter letzteren befinden sich die Statuen berühmter Männer und Helden aus der alten und neuen Geschichte unseres Vaterlandes. Der Mechanismus, an welchem der ungeheure Lichtspender am Gebälk der Kuppel befestigt ist, zeigt die Form der alten Stammburg der Hohenzollern, überragt von der deutschen Kaiserkrone. Nach demGas­journal, ist dieser gewaltigste Kronleuchter der Welt auS der Bronzewaaren'Fabrik der Firma L. A. Riedinger hervor- gegangen.

* Weibliche Stenographen. In dem stenographischen Bureau des norwegischen Slorthing ist versuchsweise eine Dame, Frl. Louise Sparre, angestellt. Der Versuch soll zwei Monate dauern. Frl. Sparre hat mit Erfolg an dem Unterricht theilgenommen, der zur Ausübung von Kammer­stenographen veranstaltet wurde. Auch in dem dänischen Stenographenbureau ist eine Dame amtlich angcstellt, und verwenden diese weiblichenStenographinnen" die Ueber- tragung der Gabelsberger'schen Stenographie. Bemerkens­werth dürfte auch die Thatsache für weibliche Kreise fein, daß nach Statistiken, welche für die Weltausstellung in Chicago angefertigt worden sind, die weiblichen Steno­graphen in einem Jahre in Amerika mehr als 60 Millionen Dollars, also über 2 4 0 Millionen Mark, verdient haben. ________________________________

Urrirxrfttät- - Nachrichten.

Die schwedische Universität Upsala beging am Dienstag ihr Jubelfest unter zahlreicher Betheiltgung weiter Be­völkerungskreise. An der Spitze der Ehrengäste befanden sich König Oscar nebst den fchwedischen Prinzen, sowie der Großherzog von Weimar, der Kronprinz von Dänemark unb Prinz Friedrich Leopold vonPreuhen, letzterer als Vertreter des Kaisers.

Geh. Obermedicinalrath Professor Adolf von Barde- leben in Berlin blickt auf eine 25jährige reich gesegnete Wirksam­keit als ordentlicher Professor der Universität Berlin zurück. Am 4. September 1868 wurde der treffliche Chirurg von Greisswald nach Berlin berufen. An der pommerschen Hochschule hatte er zwei Jahrzehnte als Ordinarius gewirkt. Bardeleben, der gegenwärtig im 75. Lebensjahre steht, gedachte zuerst der Frauenheilkunde sich zu widmen und war als junger Arzt Assistent des Heidelberger Gynäkologen Nagele. In Gießen aber, wohin das neu erwachte naturwissenschaftliche Leden zog, wurde er als Profector von Theodor Bischoff zum Chirurgen. Vor gerade 50 Jahren begann Bardeleben dort seine Lehrtätigkeit, nach vier Jahren wurde er außerordentlicher Professor. Sein großer Ruf als Operateur batirt von den fünfziger Jahren an. Heroorzuheben sind die Verdienste, welche sich Barde- leben in den drei Kriegen erwarb. In Berlin ist er als Nachfolger von Jüngken Direcwr der chirurgifchen Charitö,Klinik. Er gehört zu den beliebtesten Lehrern, zumal er seine Vorträge durch frischen Humor zu beleben weiß. Vor zwei Jahren wurde ihm anläßlich seines 50jährigen Doctorjubiläums der erbliche Adel verliehen.

Schiffsnachrichten.

Der PostdampserFriesland" derRed Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 4. September wohlbehalten in Rewyork angekommen. t ,

Der PostdampferSwitzerland" derRed Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 5. September wohlbehalten in Philadelphia angekommen.

Verkehr, Land- nnd Dolfs wirtschaft.

Limburg, 6. ©tptembtr Fruchtmarkt. Rother Weizen X 13.05, weißer Weizen XKorn X 10.50, Gerste X 9.3o, Hafer (alter) X 9.20, neuer X 7.30, Erbsen X

S Ulrichstein, 6. September. Unser gestriger und heutiger Michaelimarkt" nahm einen recht guten Verlaus, namentlich be­günstigte den gestrigen Viehmarkt ein prächtiger Sommertag. Der Austrieb an Rindvieh und Schweinen war über die Maßen stark

und übertraf benjcnlflen deS zweitägigen Jacobimarktes bei Weitem- Tie Handelsleute waren ebenfalls zahlreich erschienen und der Handel zeigte Fluß: aber weil daß Angebot die Nachfrage übertrat, gingen die Preise beim Rindvieh bemerkenswerth herab. Durchschnittlich kann diese Preisdinerenz zu der seitherigen Preislage auf 10 bis 15 Mk. per Stück veranschlagt werden. Es wurden zweijährige Stiere verkauft daß Paar zu 270 Mk., die vorher im Preise von 300 Mk. standen. In der Hoffnung, bessere Preise zu erzielen, batten eben zu viele Derkäuser mit dem Absehen ihres DieheS bis aus diesen Markt »urückaehalten, um allerdings hier unangenehm enttäuscht zu werde«. Auch die Preise für die Ferkel standen nicht mehr auf der Hohe^ der feitberigen Märkte. Man bezahlte für daS Paar gewöhnlichere Sorte durchschnittlich 30 bis 40 Mk., bessere Sorte 40 bitz 50 unb 50 bis 60 Mk. Viel beffere Preise erzielten dagegen die jungen Einlege- schweine, sogenannte Läufer, die per Paar 110 bis 120 und 120 bis 130 Mk. kosteten.

Nidda, 4. September. Der diesjährige Herbstmarkt vom Heutigen war mit ungefähr 450 Stück Rindvieh unb 500 Stück Schweinen von allen Größen befahren. Ersteres zeigte mit Aus­nahme der zum Verkaufe gestellten Zuchtbullen durchgehends kein sehr vortbeilhastes Aussehen; der Futtermangel schaute auS ihm heraus. Der Handel war bezüglich des Rindviehs flau. Bei ben abgeschlossenen Käufen kam ein Rind von etwa 4 Monaten, daS früher nach 4 Wochen 40 Mk. gegolten, auf 45 bis 48 Mk. Frische Kühe wurden mit 200 biS 220 Mk. bezahlt, je nach dem Alter. Simmen- thaler Zuchtbullen dagegen standen hoch im Preise. So wurde ein einjähriger Stmmentbaler Zuchtbulle von einer Gemeinde für 400 Mk. erstanden. Der Handel in Schweinen, vorzüglich solchen zum Einlegen, war sehr lebhaft, die Preise waren sehr hoch. ES wurde für ein Paar Ferkel von 4 bis 6 Wochen 45 Mk., für ein Paar Schweine von 11 bis 12 Wochen 65 bis 70 Mk., für solche von 13 bis 15 Wochen (Hannoveraner Rasse) 80 biS 85 Mk. bezahlt; gewöhnliche Rasse etwas billiger. Im Anschluß an den Markt wurde ein Prämiirung von Bullen und Kalbinnen abgehalten.

dankbar begrüßt.

Achtungsvoll K.

Eingesandt.

Gießen, 8. September 1893.

Seit kurzer Zeit in Gießen wohnhaft, vermiffe ich am hiesigen Orte eine Einrichtung, welche den Bewohnern vieler anderer Stabte zum großen Segen gereicht.

Am hiesigen Ort befinden sich zwei Spar «Anstalten, aber wer bei denselben Geld anlegen will, muß eS hin besorgen, und da man nicht jede Woche um Wenigerwillen hingehen will oder rann (beispielsweise der Büreaustunben wegen), so unterlassen es Viele, diese Anstalten zu benutzen

In vielen anderen Städten besteht nun die Einrichtung, daß die Spar-Anstalten allwöchentlich Boten aussenden, welche bei den Sparenden das was sie zurückzulegen in der Lage sind, abholen, seien es nun 50 Pf., eine ober mehrere Mark.

(rin Blick auf den Umsatz derjenigen Sparkassen, welche auf diese Weise betrieben werden unb den der hiesigen Institute wird mehr sagen, als lange Abhandlungen es zu thun vermögen.

Es würde den Einsender freuen, wenn dieser Vorschlag an maßgebender Stelle erwogen würde und zur Einführung dieser segensreichen Einrichtung führte. Gewiß würde es von Vielen

Literatur utifc Nrrnft.

Führer durch den DogelSderg, herausgegeben im Auf­trag und mit Unterstützung des Vogelsberger Höhenclubs von Professor Dr. Otto Buchner. Verfasser desLahnthalsührers", deS Führers durch Gießen und Umgebung",Gießen vor 100 Jahren" undAus Gießens Vergangenheit". Klein- octavformat in gediegener Ausstattung mit Specialkarten, großer Uebersichtskarte und einer Eisenbahnkarte, gebunden in Bädekerbanb mit Kartentasche, Preis 1.60 Mk. Verlag von Emil Roth in Gießen.Willst du immer weiter schweifen, sieh' das Gute liegt so nah'!" möchten wir bei der Einsichtnahme des in neuer 3. Auflage vorliegenden, längst rühmlich bekanntenFührers durch den Vogelsberg" jedem Reiselustigen entgegenrufen, der vor lauter Wahl zu keinem Reiseentschluß gelangen kann. Greift nur hinein in Otto Buchners Buch, wo ihrs auch aufschlagt, auf jeder Seite wird es euch auf irgend eine reizende landschaftliche Stelle, an einen historischen Punkt, an eine topographische Eigenthümlichkeit, oder was auch immer euer ästhetisches, geschichtliches, wissenschaftliches Interesse erregen kann, verweisen. So viel Schöne- und Merk­würdiges deckt unser Führer durch den Vogelsberg auf, daß ein sinniges Gemüth in letzterem wochenlang verweilen kann, ohne die geringste Langeweile zu empfinden. Nicht arm an Naturretz ist der Vogelsberg, wie gar Mancher, der ihn gar nicht kennt, oberflächlich urteilen möchte, vielmehr ist er reich an überraschend lieblichen Partieen; schon die Thatsache, daß er eine der ältesten christlichm Culturstätten auf germanischem Boden ist, weist darauf hin, daß seine landschafUiche Schönheit für seine Urbevölkerung mitbestimmend war, ihn als Wohnplatz zu wählen. Ein reicher historischer Hinter­grund giebt daher der ganzen Landschaft eine noch ganz besondere Weihe, die sich jedem Touristen aufdrängen wird, der mit Otto Buchners Buch in der Hand den Vogelsberg durchwandert. Aber auch solchen, die nicht gerade von der Wanderlust ergriffen sind, aber dennoch dem Vogelsberge seiner mannigfachm Eigenarten wegen ihre Sympathieen schenken, oder solchen, die einen Theil ihres Lebens dort verbracht und gerne in der Erinnerung an manche liebgewordene Stätte verweilen, auch denen sei der Führer bestens empfohlen. Der in der Touristenwelt wohlbekannte und beliebte Verfasser bat die neue Auflage seines Merkchens wesentlich verbessert; kleine Un­richtigkeiten der älteren Ausgaben sind berichtigt, neuere historische Funde berücksichtigt. Auch die Verlagsbuchhandlung hat für die Ausstattung des Merkchens ihr Möglichste gethan. Die reiche Bei­gabe von Karten ist schon allein des Guten so viel, daß der Preis von 1.60 Mk. für das Buch ein mäßiger genannt werden muß. Wir wünschen daher demFührer durch den Vogelsberg" die weit­gehendste Verbreitung. "k-

«otte-diruft der israelitischen Keiigimrgesellschaft.

»Abend 6-- Uhr, Samstag Vormittag 8« Uhr, Samstag 00 Uhr, Samstag Abend 7°° Uhr.

Neujahr: Montag den 11. und Dienstag den 12. September:

Vorabend 6^ Uhr, Montag Vormittag 7^ Uhr, Montag Nach­mittag 40j Uhr, Montag Abend 7", Dienstag Vormittag 700 Uhr, Dienstag Nachmittag 400 Uhr, Dienstag Abend 7M Uhr-

Barometer:

+ 14°R

+ 100R.

Witterungsaussichten

Wetterhäuschen, Südanlage.

Tbermometer: 4-10°R. + 14°R + v°«.

Hygromeierstand: Neigung f. nasses Wett Sehr feucht. Regen. Mittlerer Barometerstand bei 0° R. = 744,7 mm.

DTSeptbr., Mitt. 12 gbFT?. Septdr., Morg.d Uhr min 745 mm, max.748 mm min. 743 mm, max. 744 mm ---- ---- + 80R. 4-130R.

Temperatur der Lahn und Luft

nach Reaumur gemeffen am 7. Septdr, Mittags zwischen 11 und 12Uhr:

Waffer 13 Lust 15 Grad.

Rüdsamen'sche Badeanstalt.