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08/09/1893 Erstes Blatt
 
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* Bon der Universität. Professor Dr. HoIth ausen hier har einen Ruf an die neugegründete Universität Goten- burg In Schweden erhalten und angenommen. Er begiebr sich sofort dorthin. D. Ztg.

Militärisches. Heute Abend 9 Uhr 14 Minuten treffen Seine Ercellenz der commandirende General des elften Armee-Corps Herr General der Infanterie von Wittich und Seine Ercellenz der Commandeur der 25. Division Herr Generallieutenant von Bülow zur Besichtigung der 49. In- fanterie-Brigade hier ein. Die Herren nehmen im Hotel Kühne Wohnung. Die Besichtigung findet morgen (8. d. Mts.) Vormittags auf dem Exerzierplatz bei Steinbach statt. Am SamStag Morgen rückt unser Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm zum diesjährigen Manöver auS. Die Rückkehr er­folgt am 24. d. Mts. DaS Regiment bezieht während seiner Abwesenheit folgende Quartiere:

Am 9. und 10. September. Regimentsstab, Stab des 1. Bataillons, Leib- und 4. Compagnie, daS 2. Bataillon, der Stab des 3. Bataillons, die 9. und 12. Compagnie in Wetzlar, die 2. Compagnie in Münchholzhaufen, die 3. Com­pagnie in Garbenheim, die 10. und 11. Compagnie in Nauborn.

Am 11. September. Das ganze Regiment Diwack.

Am 12. September. Der Rcgimentsstab und die 10. Com­pagnie in Kirchgöns, der Stab des 1. Bataillons, die 2. und 3. Compagnie in Niedercleen, die Leib Compagnie in Lang­göns, die 4. Compagnie in Dornholzhausen, der Stab des 3. Bataillons und die 11. Compagnie in PohlgönS, die 9. und 12. Compagnie inObercleen; das 2. Bataillon bezieht Biwack.

Am 13. und 14. September. Der Regimentsstab in Butzbach, der Stab des 1. Bataillons, die Leib- und 4. Com­pagnie in Langgöns, die 2. und 3. Compagnie in Hochelheim, der Stab des 2. Bataillons, die 5. und 6. Compagnie in Großenlinden, die 7. und 8. Compagnie in Hörnsheim, der Stab des 3. Bataillons und die 10. Compagnie in Kirch- gönö, die 9. und 12. Compagnie in Niedercleen, die 11. Com­pagnie in PohlgönS.

Am 15. September. Der Regimentsstab in MUnzenberg, der Stab des 1. Bataillons, die 2. und 4. Compagnie in Eberstadt, die Leib-Compagnie in Muschenheim, die 3. Com­pagnie in Dorfgllll, der Stab des 2. Bataillons, die 7. und 8. Compagnie in Grüningen, die 5. und 6. Compagnie in Holzheim, der Stab des 3. Bataillons, die 9., 12. und halbe 11. Compagnie in Gambach, halbe 11. Compagnie in Ober- Hörgern, die 10. Compagnie in Holzheim.

Am 16. und 17. September. Der Regimentsstab und die 8. Compagnie in MUnzenberg, der Stab des 1. Bataillons, die 2. und 4. Compagnie in Eberstadt, die Letb Compagnie in Muschenheim, der Stab des 2. Bataillons, die 5., 6. und 8. Compagnie in Holzheim, der Stab des 3. Bataillons, die 9., halbe 11. und 7. Compagnie in Gambach, halbe 11. Compagnie in Ober-Hörgern, die 10. und 12. Compagnie in Griedel.

Am 18. und 19. September. Das ganze Regiment in enge Quartiere bezw. Biwack.

Am 20. und 21. September. Der Regimentsstab und das 1. Bataillon in Lich, der Stab des 2. Bataillons, die 5., halbe 6. und die 7. Compagnie in Grüningen, halbe 6. und die 8. Compagnie in Dorfgüll - der Stab des 3. Bataillons, die 9., 10. und 12. Compagnie in Watzenborn, die 11. Com­pagnie in Garbenteich.

Am 22. September. Das ganze Regiment im Biwack.

Am 23. September. Der Regimentsstab und daS 1. Ba­taillon in Butzbach, der Stab des 2. Bataillons, die 6. und 8. Compagnie in Niederweisel, die 5. und 7. Compagnie In Griedel, der Stab des 3. Bataillons, die 10. und 11. Com- pagnie in Münzenberg, die 9. Compagnie in Oppershofen, die 12. Compagnie in Rockenberg.

Ueber das Altarbild für die hiesige Zohanueskirche wird demF. I." berichtet: Für die neue JohanneSkirche in Gießen hat Bildhauer Brütt im Auftrage des Architecten Grisebach ein eigenartiges Altarbild auSgeführt, das in den nächsten Tagen versandt werden wird. ES ist dabei der Versuch gemacht worden, eine alte Technik, die schon im 16. und 17. Jahrhundert bei zahlreichen Altartafeln ange­wendet wurde, wieder zu beleben; sie besteht in der birecien Modellirung figürlicher Darstellungen in Stuck, wodurch eine unmittelbare Wiedergabe erzielt wird. Das über dem Altar auf einer starken Cementplatie über Mörtelputz angelragene Bild ist bei der ansehnlichen Länge von nahezu vier Metern verhältnißmäßig rasch entstanden, da auf Grund eines kleinen Modells alles in feuchtem Zustande ausgearbeitet werden muß. DaS Werk, welches daS Abendmahl darstellt und durch characteristifche Formung und Gruppirung der Personen sich auSzeichnet, würde bei der Wiedergabe in Sandstein durch weniger geübte Kräfte in feinem künstlerischen Werthe leicht eine Beeinträchtigung erleiden, während die ganze Arbeit jetzt bleibt, wie sie aus der Hand deS Bildners hervor­gegangen ist.

Zur SouutagSruhe im Handelsgewerbe. Nachdem die in der Sitzung der Stadtverordneten vom 14. August d. I. beschlossene Aenderung des bisherigen OrtSstatutS genehmigt worden ist, können vom nächsten Sonntag den 10. d. M. ab die Läden bereits um 11 Uhr geöffnet, sie müssen dagegen um 3 Uhr geschlossen werden.

Gast- und Schankwirthfchafleu in Sieben. Daß die WirthschaftSverhältnisse in der Stadt Gießen mit der Ent- Wickelung der Stadt gleichen Schritt gehalten haben, dürften nachfolgende Zahlen beweisen: Am 1. Januar 1879 waren 25 Gast- und 65 Schankwirthschasten, sowie 20 Branntwein- Kleinhandlungen vorhanden, während diese Ziffern bis zum 1. Januar 1893 aus 40 Gast- und 122 Schankwirthichaften und 44 Branntwein - Kleinhandlungen gestiegen sind im Ganzen sind im Vergleich zum Jahre 1879 bis jetzt 96 Schank- stellen mehr vorhanden.

* * Die Wetterbeobachtungen für den September besagen: Er ist ein gemäßigter Monat, doch noch im Allgemeinen wärmer al- der Mai; er bringt nur ausnahmsweise am Ende schon

Fröste, die aber nicht tm Entferntesten so schadenbringend sind wie die Maifröste für daS junge, neuanffproffenbe, zarte Grün. Im Ganzen ist er der wetterbeständigste Monat mir meistens noch warmen Nächten und vorzüglich Heller, klarer Luft und ein trockener Monat. Lungenkrankheiten ist er günstig, dafür bringt er aber leicht durch den Genuß rohen LbsteS Verdauungsstörungen. Die Sonne tritt am 22. m das Zeichen der Waage. Die VenuS ist eine halbe Stunde als Abendstern sichtbar und der Jupiter und der Mars haben den 4. einen Sonnendurchgang. Die Tageslänge geht von 13 Stunden 20 Minuten auf 11 Stunden 41 Min. zurück. Der 25. und 10. sind nach Falb kritische Tage erster Ord- nung, jener fällt mit dem Vollmond und dieser mit dem Neumond zusammen, find also sehr geeignet za elementaren Ereignissen.

Postpersoaalnachrichten. Der Postanwärter Bogel in Lindenfels ist als Postverwalter angestellt worden, der Postmeister Obermayer in Heppenheim (Bergstraße) ist gestorben.

Eisenbahnwesen. Am 1. October dss. IS. wird auf mehreren Hauptlinien unserer Staatsbahnen die bisherige Art der Controlle der Fahrtausweise dahin abgeändert, daß die Prüfung und Durchlochung derselben und die Ab­nahme der auSgenutzten Fahrtausweise nicht mehr an bezw. auf den Zügen durch die Zugbeamten, sondern an den Ein- und AuSgängen der Stationen durch besonders bestellte Bahn­steigschaffner erfolgt. Soweit auf den betreffenden Strecken noch eine Controle der Züge durch die^Zugbeamten ausgeübt wird, bezweckt dieselbe, darüber zu wachen, daß die Reisenden überhaupt im Besitze giltiger Fahrkarten sind und die be­treffende Wagenklasse benutzen.

* * Die am 4. und 5. d. Mts in Offenbach abge­haltene zehnte Versammlung des ForstvereinS für das Groß- herzogthum Heffen war von etwa 70 Forstleuten, worunter von Gießen die Professoren Heß und Wimmenauer, be­sucht. Die am ersten Versammlungstage in die Reviere Offenbach und Sprendlingen der Fürstlich Asenburgischen Waldungen unternommene Excursion führte den Theilnehmern u. a. im Lichtungsbetrieb mit Unterbau behandelte Kiefern­bestände in verschiedenen Eutwickelungsstadien, natürliche Kiefernverjüngungen und Borggreve'sche Plenterdurchforstungen vor Augen. Es fand sich hierbei auch Gelegenheit, den I Zehnpfund'schen Steigapparat in seiner Anwendung zu zeigen. I An dem für die Sitzung bestimmten Tage sprach der Fürstlich Mnburgsche Forstmeister Reiß unter Hinweis auf die gelegentlich der Excursion besichtigten Bestände über das Thema:Welche Bewirthschaftungs- und Verjüngungsweise der Kiefernbestände im unteren Mainthal empfiehlt sich mit Rücksicht auf bestmögliche Ausnutzung des LichtungSzuwachses?" In die sich an den Vortrag anschließende Debatte griffen die Herren Borggreve, Fürst, Wagener, Ulrich und Muhl ein. Herr Oberförster Klump berichtete über die EngerlingS- calamität in der Oberförsterei Langen. Herr Profeffor Dr. Wimmena uer legte der VersammlungErtragStafeln für Buchenhochwald in Oberheffen" vor und erläuterte die von ihm f. Z. in Vorschlag gebrachten Aenderungen an der hessischen Betriebsregulierungsmethode an einem praktischen Beispiel. Was die behandelten Vereinsangelegenheiten anlangt, so wählte die Versammlung Herrn Ministerialrath Muhl wiederum einstimmig zum Präsidenten und Forstmeister Ulrich zum Vicepräsidenten. Zum Versammlungsort für 1895 wurde Schotten bestimmt.

* Wie die Briefe adreffirt werden müssen. Eine halbe Million Briefe werden jährlich im deutschen Reiche vernichtet wegen undeutlicher Adressen. Wie leichtfertig werden mitunter die Briefe, welche mit der Post befördert werden sollen, adressirt! Da wird schnell der mit großer Sorgfalt angefertigte Brief in den Umschlag gesteckt und die Adreffe nun, man schreibt gleichgiltig ein paar Worte hin und der Brief muß fort, damit er mit dem nächsten Zuge noch fortgeht. Und doch, könnten alle Briefschreiber einmal zu­gegen fein bei der in jedem Monat bei den kaiserlichen Ober- Postdirectionen stattfindenden Verbrennung der unanbringlichen Briese, wahrlich, kein Brief würde mehr zur Post gegeben werden, ohne daß ihn der Absender nicht nur noch einmal, nein, zweimal und dreimal nach der Richtigkeit und Voll­ständigkeit der Adresse und nach der Hinlänglichkeit der Marken prüfen würde. Alljährlich wird sicherlich eine halbe Million Briefsendungen im deutschen Reiche deßhalb ver­nichtet, weil sie nicht anbringlich waren. Die Ursachen der Unanbringlichkeit der Briefsendungen sind zunächst die unvoll­ständige und unrichtige Adressirung derselben. Hier wird der Vorname oder Titel deS Empfängers weggelassen und der Brief kann nicht bestellt werden, weil der Eigenname in dem­selben Orte mehrfach vorkommt; dort wird, waS in größeren Städten doch meistens nothwendig ist, die Straße und Nummer nicht hinzugesetzt. Andere schreiben alles: Namen, Straße und Nummer, aber die Hauptsache der Bestimmungsort fehlt. Die letztere Unterlassung kommt sehr häufig vor. Ihr kommt nun eine Einrichtung der Postverwaltung zu gute, nämlich die häufigere Versetzung der Postbeamten und die da­durch von denselben gewonnene Kenntniß der Straßennamen auch in anderen Städten. Diele Briefe werden dadurch ge­rettet, daß der Postbeamte dem Briefschreiber nachhilft, indem er den Bestimmungsort hinzufügt.

** Der Durst nach dem veuuß von Obst wird am besten dadurch vermieden, daß man mit dem Obst zugleich Brod mit ober ohne Butter genießt. Einer schreibt imRathgeber für Obst- und Gartenbau":Will man Kinder vor allerlei Unterleibsbeschwerden bewahren, so gestatte man ihnen niemals, daß sic Obst ohne Brod genießen. Wenn Eltern ihre Kinder gesund erhalten, besonders vor Durchfall, Diarrhöe bewahren wollen, so sei ihnen dringend empfohlen, sie von Kein auf daran zu gewöhnen, Obst nur mit Brod zu essen.

** Tie Hauptversammlung bei Deutschen Vereins für den Schutz des gewerblichen EigeuthumS wird am 16. und

117. October zu Nürnberg stattfinden (die Sitzungen werden in dem Saale des Bayrischen Gewerbe-Museums gehalten). Eine Reihe interessanter Bortrage wird gehalten werden (Fngeuieur Pieper-Berlin über die Staatenunion, Professor Kohler-Berlin über die Entwicklung deS gewerblich« Rechtsschutzes in den letzten Jahren, HandelSkammersecretär Wunder- Nürnberg über den Waarenzeichengesetzentwurf, Handelskammerfeeretär Herrl - Chemnitz über Musterschutz». Am Abend deS 16. October wird die Versammlung einer Einladung der Frerherrlich Tucher'schen Brauerei zu einem Kellerseft in der Wachsbleiche folgen.

-1- Hausen. 6. September. Heute Nachmittag nach 2 Uhr, als saft sämmtliche Dorfbewohner mit Grummetmachen und anderen ländlichen Arbeiten außerhalb beschäftigt waren, brach in der von Erntevorrathen gefüllten Scheune des Johannes Harnisch an der Gießener Straße auf bis jetzt noch unausgeklärte Weife Feuer aus, das rasend schnell um ft4 griff. Thurmhoch lodenen die Flammen empor, Feuer- brande über daS Dorf hin verbreitend. Da ein frischer Süd west gerade von der Brandstätte nach dem Dorf hin wehte, fast sämmtliche Feuerwehrleute abwesend waren, so lag eine augenscheinliche und große Gefahr für daS Dorf nahe. Da wurde unsere Einquartierung unser Roth- heiser. Seit vergangenen Freitag ist die 1. Compagnie (Leib-Compagnie) deS 115. Jnsanterie-RegiMentS (Darmstadt) hier im Quartier. Im Nu war sie aflannirt und zur Stelle. Unter dem Commando ihres vortrefflichen Haupt­mannes und Compagniechefs v. Stczemiezny und unter wackerer Mithilfe der Herren Lieutenants Freiherr v. Schenk zu Schweinsberg und Schill wurden unsere tapferen Krieger bald des Feuers Herr und die Gefahr war beseitigt, wenn auch die Scheune nebst Inhalt nicht zu retten war. Wir halten es für unsere Pflicht, den genannten Herren Offizieren und ihren Mannschaften hiermit für ihre edle That öffentlich unsere Anerkennung anszusprechen und unseren herzlichen Dank zu sagen! ES mag noch bemerkt werden, daß auch die in Garbenteich liegende 4. Compapnie deS 115. In­fanterie-Regiments hilfsbereit auf der Brandstätte erschien.

Kloster Arnsburg, 4. September. Heute Morgen wurde von Seiten ter Reichs - Limes - Commission die Untersuchung des Castelles Altenburg bei dem Kloster Arnsburg begonnen. ES glückte dem Streckencommissär Herrn Ko fier, die Castellmauer sofort aufzufinden und wurden bis zum Abend etwa 6070 Meter der Südfront feftgelegt und auch ein Theil der Ostmauer gesunden. Da sich auf der Stelle des Castells früher daS Kloster Aldinburg befand, daS später nach Arnsburg verlegt wurde und also römische und mittelalterliche Bauten zusammenkommen, so dürfte sich die Ausgrabung, wie schon jetzt wahrgenommen werden kann, als eine höchst schwierige gestalten.

A AuS dem Ohmthale, 6. September. In den Wiesen­gründen deS OhmthaleS ist die Grummeternte in vollem Gange, aber das Wetter ist ihr nichts weniger als günstig. Wenn auch der gestrige heitere Tag ermöglichte, daß viele-, schon in voriger Woche gemähte Grummet endlich m die Scheune gebracht werden konnte, so ist doch noch der größte Theil Grummet auf den Wiesen. Eben weil der Futtermangel so wenig oder fast gar keinen Heuvorrath in die Scheune kommen ließ, wäre eine schlechte Grummeternte in qualitativer Hinsicht um so schlimmer für den Landwirth. Quantitativ liefert die Grummeternte einen recht guten Ertrag, der den der Heuernte bei Weitem übertrifft. Bei den gegenwärtig stattfindenden GrummetgraSversteigerungcn auf den ttommunol« und Dornanialwiesen werden ganz erstaunlich hohe Preise für daS Grummet bezahlt. Dieselben übertreffen die Höhe der Heugraspreise in normalen Jahren. Sehr oft stellt sich der Gentner Grummet auf der Wiese im Durchschnitt auf 5 bis 6 Mark. Man kann sich nicht entsinnen, daß >emalS solch hohe Preise für GrummetgraS bezahlt worden sind. Der wenige Futtervorrath für den kommenden Winter ver­ursacht diese ungewöhnliche Preissteigerung.

Lißberg, Anfang September. Gleich wie in früheren Jahren, fo war auch in diesem Sommer wieder, und zwar während der Zeit vom 3. bis 27. Juli, eine Ferien- colonie schwächlicher Schulkinder, bestehend aus 21 Mäd­chen im Alter von 9 bis 13Jahren aus Frankfurt a. M. unter Führung der Lehrerin Fräulein Wedemann zu Ver­pflegung in der Wirthfchaft des Reinhard Nie- hier unter­gebracht. Die gesunde Luft und tüchtige Verpflegung be­wirkten, daß die Kinder von hier wesentlich gekräftigt nach Hause zurückkehren konnten. D. Ztg.

§ AuS Oberheffen. 4. September. Die im vorigen Jahre abgebrochenen DermessungSarbeiten der geplanten Nebenbahn­linie Gedern-Lauterbach sind fett einigen Tagen wieder ausgenommen worden, und zwar bei dem Dorfe-bert-. Man hofft danach, daß in nicht allzuferner Zeit der Bau in Angriff genommen wird. Damit würde auch der bi-ber ver­schlossene Vogelsberg dem Verkehr geöffnet. Im Allgemeinen stehen die Bewohner deS Vogelsberg- dem Bohnba. selbst ziemlich kühl gegenüber, da sie von der Bahn nichts besonders Gute- erwarten. Unter Anderem wird befürchtet, daß durch die mit der Bahn ermöglichte Verkehr-erleichterug da- Holz im Oberwald so erheblichen Abgang finden wird, daß eine erhebliche Preissteigerung und damit eine Verthenerung des genannter Brennmaterials die Folge ist. Jndeß wird sich auch hier etwa- finden, was befürchtete Nachtheile mit nicht zu verkennenden Bortheilen au-gleicht. Zu letzteren wäre vor der Hand die vielen im Winter brach liegenden Arbeits­kräften gegebene Möglichkeit zu rechnen, etwas Verdienst beim Bahnbau zu finden. Dem Vernehmen nach hat die preußische Regierung eine Nebenbahn von Wächtersbach (Frankfurt- Bebra) nach Birstein genehmigt. Diese Linie soll dann eben­falls nach dem höheren Vogelsberg geführt werden und zwischen den Orten Bermuthshain und Völzberg (Kreis Gelnhausen) einschneiden in die geplante Strecke Gedern- Lauterbach. __

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