Ausgabe 
8.8.1893 Erstes Blatt
 
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eine- katholischen Matrosen, sodann hielt der Marinepfarrer Bier die Gradrede. DaS gemeinsame Grab wurde mit un» zähligen Kränzen bedeckt.

Ausland.

Wie«. 5. August. Casati, der bekannte Afrikareisende und Freund Emin Paschas, erklärt die Nachricht von der Ermordung LminS durch die Araber für äußerst wahr- fcheinltch.

Seit Sonntag tagt in Zurich der schon längst an« gekündigt gewesene internationale Socialisten-Con- g r e ß. Die hervorragendsten Parteiführer aus der europäischen Socialdemokratie haben sich hierbei ein Stelldichein gegeben, speciell sind von hervorragenden Socialistenführern aus Deutsch­land die Herren Bebel, Liebknecht und Singer anwesend, wie Schippel-Chemnitz, Schmidt-Limbach usw. Angesichts der Tagesordnung des CongresieS sind auf demselben interessante und bewegte Debatten zu erwarten, aber welterschütternde Beschlüsse wird auch diese jüngste internationale Veranstaltung der Socialdemokratie gewiß nicht zeitigen!

Zurich, 5. August. Internationaler Metall- arbettercongreß. Die Berichte auS Deutschland, Belgien und der Schweiz sowie der Bericht aus Oesterreich, welcher die Uneinigkeit unter den Arbeitern beklagt, wurden entgegen« genommen.

Rom. 5. August. Wie amtlich versichert wird, wurde bis jetzt in Rom kein Fall von Cholera constatirt.

Paris. 5. August. Fünf russische Schiffe, die zur Bildung des MittelmeergeschwaderS auSersehen sind, werden für den 20. August in Toulon erwartet. Eine Abtheilung der russischen Matrosen besucht Paris.

Paris, 5. August. Admiral Humann besetzte den Hafen Chantaboon. Im Einverständniß des Generalgouver« neurs von Jndochina und der siamesischen Behörde besetzten die französischen Truppen ebenfalls die Stadt.

Ueber die Bl okade der siamesischen Küste durch die französischen Kriegsschiffe liegen einander direct widersprechende Nachrichten vor. WährendW. T. B." auS Bangkok unter dem 3. August berichtete, daß der Blokade« zustand aufgehoben worden sei, besagt eine Meldung der Times" auS der siamesischen Hauptstadt vom 4. August, daß er fortdauere- eine Erklärung dieses Widerspruches wäre dringend zu wünschen. Außerdem enthält die erwähnte TtmeS"«Meldung noch die Andeutung von einem zwischen dem französischen KanonenbooteLion" und dem britischen KreuzerPallaS" stattgehabten Rencontre, über welchen Borfall nähere Mittheilungen allerdings noch abzuwarten sind. Offenbar trägt aber der Commandant desLion" die Schuld an dem Vorgänge, denn er mußte auf Anweisung des Admirals Humann den Befehlshaber derPallaS", Capitän Macleod, rückhaltlos um Entschuldigung bitten. Es wird versichert, daß nur die Ruhe und Besonnenheit Macleods bei dieser Gelegenheit einen Conflict verhindert habe. Angesichts der Bedenklichkeit derartiger Zwischenfälle ist in der That zu wünschen, daß die Blokade SiamS endlich aufhört, zumal sie ja nunmehr überflüssig geworden ist.

London. 5. August. Die Besitzer der Kohlengruben in Northumberland lehnten eS ab, die von den Arbeitern ge­forderte'/^procentige Lohnerhöhung zu bewilligen. ES ist noch nicht gewiß, ob die Bergarbeiter in den Aus st and eintreten werden.

London. 5. August. Zwischen den Vertretern der Arbeiter und den Vertretern der Bergwerksbesitzer haben die Unter,- Handlungen begonnen, die für die ersten Tage eine B een di« gung deS AuSstandeS in Aussicht stellen.

London,5. August. Der Strtke der Bergarbeiter dehnt sich nun auch auf Lancashire auS. ES striken bis jetzt in Wales 35000 Mann.

Die angekündigte Hilfsaction der festländischen Bergleute zu Gunsten ihrer strtkenden englischen Kameraden beginnt. Am Freitag waren in Parts Delegirte der deutschen, französischen, österreichiichen und belgischen ^Bergleute ver« sammelt, welche über den BergmannSstrike in England ver­handelten. Die Versammlung faßte einmüthig den Beschluß, mit allen in ihrer Macht stehenden Mitteln die Ausfuhr von Kohlen nach England zu verhindern.

PortSmouth. 5. August. Der deutsche Kaiser be« sichtigte heule mit dem Herzog von Dort daS hiesige Arsenal. Zum Empfange waren der Herzog von Connaught und bet commandirende Admiral Lord Clanwilltam anwesend. Seine Majestät inspicirte sodann mit den Herzogen die beiden im Bau befindlichen KriegsschiffeRamillies" undCreScent" und fuhr darauf mit Extrazug nach Wahle Island, dem Hauptquartier der Schießschule. Nach der Rückkehr nach Portsmouth nahm Se. Majestät mit den Herzogen das Früh« stück bei dem Admiral Clanwilltam ein.

Neueste Tlad>rid»tcn»

Wolssü telegraphische» (5 orrespondeoz - Bureau.

Coburg. 6. August. DaS am 5. d. MtS. Nachmittags über das Befinden des Herzogs Ernst ausgegebene, von Profeffor Gerhardt und den Medictnalrathen Florschütz und Schwerdt unterzeichnete Bulletin constatirt, daß auch im weiteren Verlaufe des SamStag verschiedene Zeichen fort» schreitender Besserung eingetreten sind. Der Herzog konnte bereits für kurze Zeit daS Bett verlaffen. Heute wurde kein Bulletin ausgegeben.

Bangkok. 6. August. Meldung des Reuter'schen BureauS. Die französische Flagge ist wieder auf der Insel Kohsichang gehifft worden. Den siamesischen Zollbeamten daselbst wurde gestattet, ihre Posten wieder einzunchmen. Der französische KreuzerForfait" liegt im Hasen von Chautaboun vor Anker. Zwischen dem siamesischen Hofe und der Insel Kohsichang, wo sich der Admiral Humann aufhält, findet ein lebhafter Austausch von Mittheilungen statt.

Depeschen deS Bureaufcerott*.

Petersburg. 7. August. Sin Courier, welcher die A nt- wort Rußlands auf die deutschen Vorschläge überbringt, ist bereit« nach Berlin unterwegs. ES verlautet, die Erhöhung des finnl ändisch en Zolltarifs werd« in den nächsten Tagen erfolgen.

CocaUs und LrsVinzrelles,

Gieße«. 7. August 1893.

* Militardieustuachrichte«. Beyer, Lazarech-Verwalt.« Jnfp. in Gießen, auf seinen Antrag mit Pension in den Ruhestand versetzt, Kury, Lazareth Jnsp. beim Garn.-Lazareth Berlin I, nach Gießen versetzt.

Vermißt. Ein seither hier bediensteter älterer Mann auS Rödgen, der sich am vergangenen Donnerstag des Ver­brechens gegen § 176 pos. 3 deS R.-Str.-G.-B. schuldig gemacht, ist seit dieser Zeit flüchtig bezw. wird vermuthet, daß er sich ein Leid angethan.

* Verhaftet. Gestern Abend mußte ein betrunkenes Frauenzimmer, welches in der Licherftraße Scandal ver­übte, zur Haft gebracht werden.

Folgenschwerer Spaß. Am SamStag Dormiltag beim Frühstück an der Arbeitsstelle im Freien forderte ein Arbeiter feine Kameraden zum sog. französischen Duell auf und als auf mehrmaliges Auffordern einer derselben den Faustkampf mit dem Helden aufnahm, wurde der Herausforderer von seinem Gegner zu Boden geworfen, wobei er einen Knöchel­bruch am rechten Bein erlitt, so daß er in die Klinik ver­bracht werden mußte.

Todesfall. Der am 3. d. Mts. plötzlich nach dem Genuß von Wurst erkrankte und alSbald darauf in hiesiger Klinik verstorbene Schreinergeselle Albert Alsleben, seither hier beschäftigt gewesen, ist nicht, wie sich fälschlich Gerüchte verbreitet haben, an den Folgen des GenuffeS von Wurst gestorben, sondern, nach Befund der Leichen - Section, an Rückenmarklähmung und anderen hinzu getretenen Krank- heitSerscheinungen.

Zn Amerika verstorbene Heffe«. New-Aork City: Wilhelm Nusbickel, 54 Jahre alt, aus Volxheim (Kreis Alzey). Gustav Cellarius, 33 Jahre alt, Sohn deS Ferdinand CellariuS aus Schotten. Ellen, Frau von Conrad Waldeck, 61 Jahre alt, auS Alsfeld. Jacob Effelborn, 37 Jahre alt, auS Esselborn. Baltimore, Md.: Carl Dittert, 69 Jahre alt, aus Ortenberg. Carl Eckhardt, 72 Jahre alt, aus Nidda. Brooklyn, N. A.: Georg Platt, 85 Jahre alt, aus Beer­felden.

* In einer Abhandlung der Rivista militare italiana wird die Sterblichkeit in den verschiedenen Heeren Europas wie folgt angegeben: Spanten 13 auf 1000, Oesterreich 12,27, Italien 11,1, Frankreich 9,2, Rußland 9, Deutschland 5,3. Die Abhandlung beschäftigt sich hauptsächlich mit Betrachtung der in den Kasernen gebräuchlichen Desinfektionsmittel und kommt, unter besonderer Anerkennung der Verdienste deS Generalarztes der Armee, Dr. v. (Soler, zu dem Ergeb« niß, daß Deutschlands Einrichtungen in dieser Hinsicht die besten seien. ______________

Butzbach, 5. August. Im Juli wurden auS dem Landes­zuchthause zwölf Verbrecher entlassen, welche ihre Strafe daselbst verbüßt haben. Dieses Dutzend hat zusammen 33 Jahre im Zuchthause zugebracht.

Bad-Nauheim, 4. August. Nach der neuesten Gurlifte sind in der letzten Woche 465 Fremde hier angekommen, inSgesammt seit Beginn der Saison bis jetzt 7804 Personen.

x Friedberg, 4. August. Die Vorbereitungen für die im October d. I. stattfindende Feier deS 350jährigen Jubiläums der Realschule und deS Progymnasiums, der ehemaligen Latein- oder Augustinerschule, sind in vollem Gange. Wie wir hören, ist von dem Comit6, in welchem alle Kreise der hiesigen Bürgerschaft vertreten sind, vorläufig folgendes Programm aufgestellt worden: Am 16. October Abends gesellige Vereinigung mit Festspiel, Vocal- und Jnstrumentalvorträgen, am 17. October Festzug, Schulactus und Festeffen, Abends gesellige Vereinigung, am 18. October Schulspaziergang unter Betheiligung der Eltern und Festgäste. Sicheren Nachrichten zufolge darf einer starken Betheiligung früherer Lehrer und Schüler der Anstalt ent- gegengesehen werden.

Friedberg, 4. August. Ein interessanter Prozeß kam unlängst vor dem hiesigen Gericht zur Entscheidung. Die Pächter der Fischerei in dem Usa> und dem Wetterfluß hatten gegen die hiesige Zuckerfabrik Klage erhoben, weil durch die in den Abwässern des Etablissements enthaltenden ätzenden Bestandtheile die Fische in der Usa und der Wetter, wohin die Abwässer geleitet werden, getödtet würden. Der Vor­stand der beklagten Fabrik machte dagegen geltend, daß daS allerdings in Masse vorgekommene Absterben der Flußbewohner nicht in den Wirkungen der Fabrikabflüsse seinen Grund habe, vielmehr auf den hohen Salzgehalt des UsawasserS zurückzu- führen sei. In der That wurde auch durch Sachverständige bekundet, daß daS salzreiche Usawasser im Sommer durch die Verdunstung derart mit Salz gesättigt werde, daß ein Süßwasserfisch darin nicht mehr leben könne. Infolgedessen wurden die Kläger abgewiesen.

0. AuS der südöstliche« Wetterau, 6. August. Wenn man mit einem solch kritischen Jahre erster Ord­nung um mit Falb zu reden wie eS anno 1893 bis dato gewesen, zu kämpfen hat und wobei viele Klagen und Verluste auf der Tagesordnung stehen, dann ist eS dem land- wirthschaftlichen Berichterstatter doppelt erfreulich, sobald er über etwas Gutes und Gelungene- referiren kann. Dies trifft für die Rübenzuckercultur im Kreise Bü­dingen und die Erfolge der Actienrübenzuckerfabrik Büdingen in Stockheim (Wetterau) zu, über welche nachstehende, möglichst summarisch zusammengesaßte Punkte

folgen mögen: DaS Jahr 1892 war heiß und sonnig, somit brachten die Rüben gute Qualitäten mit, sie lieferten durch­schnittlich 11% Zucker bei 13% Füllnässe. Mit Verarbeitung der Rüben wurde am 20. September der Anfang gemacht und am 19. December geschlossen. Die RübenzerkleinerungS- campagne hat also genau ein Vierteljahr gedauert. DaS Areal, welches für die Fabrik mit Zuckerrüben pro 1892/93 bestellt war, betrug 3130 Morgen (wir bringen nur runde | Zahlen). Der Morgen ertrug rund: 160 Gentner Rüden- ! für Kaufrüben wurden 1 Mk. pro Gentner gezahlt- soviel I auch anfangs für selbstgewonnenes Product. Vorn 1. No- j vember zahlte die Fabrik 1.05 Mk., vom 16. November 1.10 Mk. pro Gentner an die Aktionäre. An Rohzucker 1 wurde probucirt erstes Probuct: 50,650 Gentner zu einem * Preise von 30 Mk., zweites Probuct: 5894 Gentner ä 29.20 Mk.- britteS Probuct: 1534 Gentner & 31 Mk: eS folgt hieraus, baß baS brüte Probuct, da die Preise gestiegen waren, höher bezahlt wurde, als das erste. AIS Dividende wurden gewähtt: 51 Mark pro Actie, die Herren beziehen gegenwärtig die Dividenden, waS 8%% beträgt. Daß man bei den jetzig« Zeiten mit einem solchen Procentsatze recht zufrieden sein kann, ist selbstverständlich. Diese Zufriedenheit bewirkt, baß bie Voreingenommenheit gegen baS Unternehmen immer mehr schwinbet. Die Verwaltung ist unablässig bemüht, den Anforberungen ber Neuzeit entgegen zu kommen. DaS zeigt ' sich bei ben Fortschritten hinsichtlich der Fabrikmaschinen, bei ber Neueinrichtung betreffs ber Heizung Rinbenbügener Braunkohlen unb jetzt durch bie Anlage einer Trockenanstalt für bie Rübenschnitzel. Die Anlage ist mit 45000 Mark veranschlagt, wirb aber, bis sie fix unb fertig ist, auf 50000 Mk. zu stehen kommen. Den Actionären ist bie Herstellung von getrockneten Schnitzeln in dem laufenben futterarmen Jahre ein großer Dortheil. WaS bie Aussichten für bas laufenbe Jahr hinsichtlich ber Zuckerrüben betrifft, so kann bemerkt werden, baß sich biefe seit bem 11. Juli, an welchem Tage bie feuchte Witterung auftrat, wesentlich gebessert haben. Am schönsten sehen selbstverstänblich biejenlgen Rübenflächen auS, welche zeitig untergebracht unb gut aufge­gangen sinb. Aber auch bie später gesäten, ober noch einmal aufgelegten Rüben haben sich gut herauSgemacht unb können bie Einbuße bis Mitte September ziemlich beibringen, wenn bie Witterung einigermaßen günstig bleibt. Ueber bie Arbeitslöhne, welche bie Fabrik zahlt, ist zu bemerken, baß sie sich in ben letzten Jahren gleich blieben, ober nur geringe Schwankungen erlitten. Der Einfluß beS Rübenbaues auf bie Grunbstücke Wirb immer mehr als ein sehr günstiger bezeichnet. Der Boben bessert sich burch ben tiefgrtinbigen Bau, bie kräftige Düngung unb daS fleißige Behacken. Die nachfolgenden Halmgetreibeculturen liefern quantitativ und qualitativ bessere Ernten, als Grundstücke ohne Rübenproduction. Schließlich ist zu bemerken, daß erst Ende Juli die Auf­arbeitung des dritten Produktes vollendet werden konnte. Mit bem 1. August beginnt bie Campagne 1893/94; bie nächsten sechs Wochen werben zur Reinigung ber Maschinen unb Geräthen, sowie zur Jnspicirung der Rübenfelder benutzt. Daß daö Unternehmen mit Zuversicht in bie Zukunft bückt, ist, ba bie Lehrjahre glänzenb bestanden wurden, selbstver­ständlich. Wir freuen unS aufrichtig, daß sich da- durch Selbsthülfe entstandene Etablissement so trefflich bewährt unb hoffen, baß eS Vielen ein Sporn zum Mitwirken sein unb bleiben soll.

Offenbach, 4. August. Mit gutem Humor theilt bie Offenb. Ztg." mit, man habe hier bie Gründung eine- Anti -Corsett - Vereins in Aussicht genommen , zu welchem insbesondere heirathsfähige junge Männer heran« gezogen werben sollen. Um auf bie junge Damenwelt einen Zwang auszuüben, sollen bie Mitglieber beS Vereins ver­pflichtet werben, sich um kein junges Mäbchen zu bewerben, das nicht dem scheußlichen Fischbein» bezw. Stahlpanzer ab­geschworen habe- junge Damen mit GorsettS sollen Überhaupt nicht berücksichtigt werben. Im Lause ber Wintersaison sollen einigecorsettlose" Bälle veranstaltet unb Miquel soll um bie Einführung einer ReichScorfettsteuer angegangen werben.

Mainz, 4. August. Zur Ausstellung in Chicago hatten bekanntlich eine Anzahl Kellnerinnen, Kellner unb sonstige Personen Stellungen angenommen, in ber Hoffnung, im Lanbe beS Dollars ihr Glück zu machen. Alle biefe Leute ober sinb bitter enttäuscht worben, was aus Briefen hervor­geht, Welche biefelben an ihre Angehörigen gerichtet haben - bie Mäbchen namentlich sollen schrecklich batüber jammern, baß sie sich bethören ließen, biesen Schritt zu thun. Einer ber Engagierten ist vor einigen Tagen wieber zurück- gekehrt - anbere folgen bemnächst, wenn sie in berselben glück­lichen Lage sinb, b. h. baS Gelb zur Reise zusammengebracht haben.

Oppenheim, 4. August. Eine Racheact der gemeinsten Art wurde in ben Gärten beS Feldschützen Uhrig unb beS SchuhmackermeisterS Stephan Jochem au-geführt, inbem dem ersteren 52 und dem anderen 35 Stück der schönsten Reb­stöcke, theilS über ber Erb«, theilS in ber Mine vollstänbig abgeschnitten würben. Die Anzeige würbe sofort erstattet. Der Schaben von ca. 230 Mk. wirb ben Beschäbigten auS ber Gemeinbekasse bezahlt.

Som Mai«, 3. August. Einem kleinen Schulmäbchen in einem linkSmainischen Stäbtchen würbe gestern wegen Nicht- auSführung feiner häuslichen Schulaufgaben von feiner Lehrerin Vorhalt gemacht. Unter heftigem Schluchzen be- theuerte naiv bie Kleine, das Schwein habe feine Auf­gabe gefressen. Die näheren Nachforschungen über biesen komischen Entschulbigung-grunb führten zu bem Ergebniß, baß da- gewissenhafte Kind bie ,hm als Hausarbeit gegebenen Rechenaufgaben im Hofe auf ber Schiefertafel mit vieler Muhe gelöst hatte. AIS es sich auf einige Augenblick« unter Zurücklassung der Tafel entfernte, kam baS im Hofe umberlaufenbe Schwein herzu, beschnüffelte bie Tafel

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