Ausgabe 
7.12.1893 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Rückblicke aus das 1893er Weinjahr.

R. Rheinhefien, Anfang December."

Nicht weniger alS 25 Jahre sind verflossen, seitdem Bacchus, der heitere Gott deS Weines, endlich wieder einmal ein Einsehen hatte und über uns das Füllhorn seiner unvergleichlichen Gaben ausgoß. Fünsundzwanztg Jahre, also netto ein Vterteljahrhundert, ist eine lange Zeit, die manchem wackeren Winzer schwere Wundm schlug; man bedenke einmal: Stets mußte man sich mit halben, Viertels-, Fünftels-, Achtels-Erträgen, in manchen Jahrgängen aber mit völligen Mißernten abfinden, während die Rebberge trotzdem mit größter Sorgfalt behackt, gefchnitten, gedüngt, geheftet werden muffen, wenn nicht alsbald Verwilderung etntreten foll. Es gab Jahrgänge, z. B. 1873, 1877 u. a., (wo die Trauben so hart waren, daß man Spatzen damit schießen konnte und sie in Säcken heimfuhr, weil man, auS Mangel an Brühe, keine Bottiche nöthig halte. Das waren die Trefferjahre für die Wetnfchmterer und Panscher, die im Stande sind, aus Zucker, Sprit und sauerem Traubeniast einen Stoff herzustellen, den sie Wein nannten; er brauchtenicht Hitze noch Sonnenschein; obS Jahr ist schlecht, obs Jahr ist gut, sie panschen vergnüglich das Traubenblut" wenn es gestaltet ist, das Lied vom .Grüneberger" ein wenig zu vartiren. An guten Jahrgängen dagegen ist nicht viel zu panschen und zu schmieren, es sei denn, daß die Herren etwas Trester- oder Drusenwein Herstellen, was auch vorzu­kommen pflegt.

Doch zu unserem 1893er zurück! Durch die harten Winter batte die edle Rebe viel gelitten. Manche Stöcke waren bis in die Wurzeln hinab erfroren und starben gänzlich ab. Die übrigen kümmerten und kränkelten zur Hälfte. Da kam das trockene, warme Fahr 1892 und half den Traubenstöckm wieder zu Kraft und Ge­sundheit. Im Herbste 1892 sah es aus, als hätten die Weinberge alle eine Badekur durchgemacht. Groß war der 1892er Ertraa nicht, aber fein und gut. Der Winter wurde gut überstanden und hoff­nungsvoll sah der Winzer dem 1893er Frühlinge entgegen. Er kam, sah und siegte! darf man in Bezug auf die Traubenblüthe fügen. Selbst bei Ihnen in Oberhessen, jenseits der Mainlinie, war an den Haustraubenstöcken wie uns die Zeitungen berichteten die Traubmblüthe reichlich um einen Monat früher eingetreten, als in gewöhnlichen Jahren. Dieser Vorsprung verblieb dem 1893er für den Sommer und für den Herbst.

Die Trauben entwickelten sich nach der fast ganz ungestört ver­laufenen Blüthe (einige leichte Frostnächte Anfangs Juni schadeten nur localster) in trefflichster Weise. Ende Juli gab es bereits reife Trauben; in der dritten Augustdekade erntete man die Frühsorten in Oberingelhetm und anderen Lagen. Reichlich um einen Monat früher als in gewöhnlichen Jahren trat der allgemeine Herbst ein. Die Mostgewichte, welche erzielt wurden, setzten in Erstaunen. Manche Winzer des Rbeingaues ließen die Crescenz bis in den Spätherbst hängen. Die Trauben platzten zum Theil auf und eine nicht geringe Menge Saft fiel zu Boden; aber was blieb, zeigte eine solch grandiöse Qualität, wie sie bis jetzt noch niemals beobachtet oder ausgeschrieben worden ist. Die feinsten und ersten Weine des 19. Jahrhunderts wuchsen in den Jahren 1811, 1834, 1846, 1857-1859, 1865 und 1868; der 1893er ist diesen Jahrgängen in Oer Blüthe und der Reife vorangegangen, er wird sie auch in der Qualität übertreffen, er ist wahrscheinlich der König unter den Weinen deS 19. Jahrhunderts.

Dieser Mustertropfen und Klassiker höchsten Ranges unter allen Getränken Hal nun zum ersten Male im Fasse ausgetobt, er fängt an sich zu klären. Als Most klebte er wie Dextrin, als Federweißer stellte er mit seinen eifrigen Verehrern die tollsten Dinge an, denn er warf den tapfersten Weintrinker spielend auf die Rase, so gewaltig ist feine Stärke. Infolge seines hohen Zuckergehaltes producirte er eine Masse Kohlensäure, die mitunter Denjenigen gefährlich wurde, welche die Keller unvorsichtig betraten. Trotzalledem ist er billig und das ging fo zu: Die Trauben waren alle sehr vollkommen und wurden ungemein brühig und dünnhäutig; sie lieferten daher eine größere Menge Saft, als sich die Winzer rechneten. (Bei der dies­jährigen Obsternte konnte man ähnliche Erfahrungen machen.) Daher kam es. daß sich die Preise im Verhältniß zu der trefflichen Qualität niedrig hielten und es empfiehlt sich daher heute noch für Diejenigen, welche einige passende Fässer und genügende Kellen äumlichkeiten be­sitzen, sich mit dem trefflichen, gegenwärtig noch billigen Stoffe zu versehen. So, wie er 1893 gedieh, erscheint er alle hundert Jahre nur einmal und darum wird er in Zukunft auf Hochzeiten, Kind­taufen, Geburts- und anderen Festtagen eine beneidenswerthe Rolle spielen.

Was die älteren Jahrgänge betrifft, so ist mit diesen bedeutend aufgeräumt worden, was sich dadurch erklärt, daß seit 25 Jahren keine volle Ernte mehr vorgekommen ist. Die Producenten haben fast nichts mehr von früheren Jahrgängen, sie befinden sich meistens bei den Händlern. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß die Reife des RebholzeS auch In diesem Herbste sehr schön vor sich gegangen ist. Bierdurch ergibt sich auch für 1894 Hoffnung zu einem guten Ertrage, n den Jahren 1857 bis 1859 folgten auch drei gute Weinjahre auseinander. Dem 1834er folgte 1835 mit einem sehr brauchbaren Gewächse, das nur deshalb nicht zur vollen Geltung kam, weil der Vorgänger ein zu gewaltiger war, welcher jeden Vergleich illusorisch machte

Auch über die Weinsteuer mögen schließlich noch einige Worte folgen. Unsere Winzer stehen ihr sehr unsympathisch gegen­über, aber nicht aus Abneigung gegen Steuer überhaupt. DieRhein- userbewohner von der Pfalz bis hinab zur Mosel zahlen gerne Steuer, wenn es sich um des Vaterlandes Größe und Sicherheit handelt, denn sie wissen, welche Qualm ihren Provinzen der Franz­mann seit 300 Jahren zufügte. DaS was die Weinsteuer so un­sympathisch erscheinen läßt, sind die Plackereien, die sie Im Gefolge haben wird, die Wahrscheinlichkeit, daß die Schmierer und Panscher das Gesetz zu umgehen werden wissen, daß der reelle Handel darunter leidet und daß die Steuer schließlich doch auf dem geplagten Winzer hängen bleibt. Wollen das Beste hoffen.

Verkehr, £anO>* und Volk-rvirthschast.

Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 4. December. Auf den heutigen hiesigm Markt wurdm gebracht: 335 Ochfm, Kühe und Rinder und 310 Schweine. Der nächste Markt ist am 22. Januar 1894.

Äann die deutsche Landwirthschast da- deutsche Volk ernährend Der Geheime Ober-Regierungsrath im Königl. Preußischen Ministerium, Herr Dr. H. Thiel, beantwortet diese Frage dahin, daß die dmtsche Landwirthschast in der That fähig wäre, durch eine Steigerung ihrer Erträge dm Mehrbedarf des dmtfchen Volkes an Nahrungsmitteln ohne übergroße Anstrmgung zu Iberfen. Aus einer ziffernmäßigen Aufftellung, welche sich über 10 Jahre erstreckt,, beweist Herr Dr. Thiel, daß wir schon jetzt an Kartoffeln einen reich­lichen Ueberfluß haben, währmd wir zur Deckung des jetzigm Fehl­betrages noch mehr ernten müssen

an Roggen 8 Millionen Doppel-Centner,

" Seilen $ "

Gerste 5

Hafer 2

Erbsen 246 000

Außerdem müssen wir noch mehr züchten:

64 000 Pferde,

30 000 Stück Rindvieh,

350 000 Schweine und

145 000 Spanferkel.

Schafe werden bereits mehr ausgeführt als eingeführt, allein die Rehrausfuhr ist in den letzten drei Jahren fehr zurückgegangen An Butter zeigte eine zehnjährige Ueberficht durchschnittlich eine Mehr- ausfuhr von 50000 Doppel-Cmtnern; indeß hat sich auch hier in dm letztm drei Jahrm die Mehrausfuhr in eine Mehreinsuhr oer- 1

wandelt. An Käse beziehm wir im Durchschnitt mehr jährlich 27 000 Doppel-Eentner, als wir ausführm. Auch in Eiern haben wir eine ungemein große Mehreinfuhr.

Ciieraitir und Attnft.

Lessing im UrtheUe seiner Zeitgenossen. Zeitungs­kritiken, Berichte, Notizen, Lessing und seine Werke betrrffenb, aus den Jahren 17471781, gesammelt und herausgegeben von Julius W. Braun. In zwei Bänden. Zweiter Band 1773-1781. Berlin, Verlag von Friedrich Stahn. Dem Literatursteund sind die Braun'schen Werke bekannt und wir wollen uns über das Wesen derselben nicht weiter auslassen. Es ist klar, daß die Art der Anordnung des Inhaltes eben so sein mußte als in dm stüherm Bänden. Doch verspricht der Verfasser, noch einen Nachttagsband folgen zu lassen; derselbe soll enthalten: die deutschen Kritiken, die er nachträglich noch gesunden, eine Anzahl französischer Kritiken, Anmerkungen über die Autoren, die benutzten Rettungen u. s. w. und ein ausführliches Personen- und Sachregister. Den breitesten Raum in diesem Band nehmen natürlich die Besprechungen der Wolffenbütteler Fragmente" ein. Ein Laie, ein Jurist seines Zeichens, Albrecht Wittenbergzu Hamburg, verlangt, daß man die Grund­gesetze des heiligen römischen Reiches gegen Lessing zur Anwendung bringe, denen der Herr Hofrath schnurgerade entgegengehandelt habe. Im Osnabrückischen Friedensinstrument steht es mit dürren Worten klar geschrieben, daß dergleichen Bücher (wie die Lessing'schen)ohne einige Nachsicht durch jedes Ortes Obrigkeit oder kaiserliche Bücher- commission confiscirt daß nicht allein die Urheber, Schreiber ober Drucker, sondern auch wer sie ausbreitet als Herausgeber nach Be­schaffenheit der Umstände an Ehre, Leib und Gut und Blut ohn- nachlässtg gestraft werden sollen." Ein Gesinnungsgenosse Lessings, Friedrich Lüdke, Prediger an der Nicolaikirche zu Berlin, schrieb darauf:Alfo, die Bücher sollen confiscirt, die Herausgeber beim Kopfe genommen werden! Schön! So wäre der Proceß kurz und erbaulich beendet! Also soll den Christen nach der Reformation alles weitere Selbstdenken über die Religion verboten fein? Luther solle der erste und der letzte gewesen sein, dem es frei stand, öffent­lich zu sagen, daß und warum er nicht glaube, was die Kirche glaubt? Der Braun'sche Lessing ist ein fesselndes Werk, das jedem Leser eine Fülle des Genusses und der Anregung bietet. Möge sich jeder namentlich aus dem polemisch-theologischen Theil die Lehren ziehen, die ihm belieben, je nach seinem Parteistandpunkt. In der Zeit unserer aufs Neue regeren religiösen Bewegung kommt dies Buch gerade recht. Jedenfalls wird es das Verständniß der Schriften Lessings ungemein fördern. Und insofern darf der Verfasser dies Buch in der That als eine Ergänzung zu allen Ausgaben von Lessings Werken bezeichnen.

Zum vierten Male erscheint soebm im Verlage der Jos. Köfel'schen Buchhandlung in Kempten der beliebte und bekannte Kneipp-Kalender (Preis 50 Pfg., incL Porto 60 Pfg).

..Die vitdung des GemÜthS. Ein Festgeschmk für die reifere Jugend beiderlei Geschlechts. Von Prof. Dr. Hch. Kratz. Ein gediegen ausgestatteter Band in Kleinoctav. Preis geh. 2.40 Mk., in Orig.-Leinm geb. mit Farbmprefsung 3.50 Mk. Verlag von Levy & Müller in Stuttgart.

_ CI ~ -Reneste Erfindungen und Erfahrungen* auf den Gebieten der practischen Technik, Electrotechnik, der Gewerbe, In­dustrie, Chemie, bei Land- und Hauswirthschaft rc. (A. Hartlebens Verlag in Wim). Pränumerationspreis ganzjährig für 13 Hefte franco 7.50 Mark. Einzelne Hefte für 60 Pfg. in Briefmarken. Diese gewerblich-technische Zeitschrift, welche bereits im zwanzigsten Jahrgange erscheint, verfolgt nur rein prattische Zwecke. Die Mit­arbeiter sind nur Männer der Praxis, welche am besten die wirklichen Bedürfnisse der Techniker und Industriellen zu ermessen verstehm. Die Zeitschrift, reich an Originalbeitragen und constructivm Ab- bilbungen, bietet einen vollständigen UeberbÜrf über alle Fortschritte tm gewerblichen Leben. Besonders werthvoll erscheint es, daß in dieser Zeitschrift immer practifche Wege zu neuen Erwerbsarten, verbesserte Arbeitseinrichtungen und practische Anleitungen zur Er­höhung der Concurrenzfähigkeit gegeben werden. Dadurch empfiehlt sich dieselbe von selbst für jeden Vorwärtsstrebendm.

m . - -Wie schreibe ich meine BriefeVon der Kunst des Briefschreibens. Ein Handbuch mit Musterdriefen usw. für die oer- schiedmstm Anlässe und Vorkomwniffe zum Gebrauche für Jeder­mann, insbesondere für junge Mädchen. Nebst einer Auslese von hundert der schönsten und neuesten Stammbuch- und Albumoerse Von Constanze von Franken. Ein stattlicher Band in Groß- octao. Preis geh. 3 50 Mk., in prachtvollem Original-Leineneinband mit Farbenpressung 4.50 Mk. Verlag von Levy L Müller in Stuttgart.

Bekanntmachung.

Aufschrift der Postsendungen.

i3** Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der vostsmduugm rnüssm auf denselben Empfänger und Bestimmungs­ort so genau bezeichnet sein, daßJeder Ungewißhett »orgebeugt wird. Dabei find namenllich folgende Punkte zu beachten:

1. Bei Postsmdungm nach größerm Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittelbar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge.

2. Auf dm nach Berlin bestimmtm Smdungm ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Postbezirk (0., NO. rc.), ta welchem die Wohnung fich befindet, hinter der Ortsbe- zeichmmg »Berlin" zu oermerfen.

3. Gibt eS mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, fo ist dem Ortsnamen eine zusätzliche »ejd(bnung betzufügm. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzufehm find, ergibt sich au8 demVerzeichniß gleichnamiger ober ähnlich lautender Post- orte", das zum Preise von 10 Pf. durch Vermittlung jeder ReichS-Postanstalt bezogm werdm kann.

4. Wmn der im Reichs-Postgebiet belegen« Bestimmungsort zwar mtt einer Postanstalt verfehen, deffmungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es fich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Senkung noch deS Näheren zu bezeichnen. Zu berartigen Bezeichnungen eignet fich die Angabe beS Staates und bei größerm Staaten deS politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestimmungsort belegen ist, ober auch bie Angabe von größerm Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) re.), ober von Gebirgen l(Harz), (Riesmaebirge) jc.] Nicht minder ftnb zusätzliche Bezeichnungen, wie s(Thüringm), (Altmark), (Lausitz) ic.1 für ben Zweck geeignet

0. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer bem eigentttchm Bestimmungsorte noch biejenige Post- «nstalt anzugebm, von welcher aus bie Bestellung bet ©enbung an ben Empfänger bewirkt werben bez. bie Abholung erfolgen fott. Wenn ber Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnm ist, so ist außer dem Ortsnamen noch daS betreffeno« Land bez. bet Landesthell auf der Sendung anzugebm.

fJ., Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer fchlemiigm lleberkunft der Sendungm an den Empfänger wesmtttch bettrosen, und eS liegt daher im eigenen Interesse der Absender, die Aufschriftm der Smdungm hiernach genau anzufertigen.

WSchmtttche Ueberficht der Todesfälle in Gießen.

48. Woche. Vom 26. November bis 2. Dccember 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 27,10°/« bezw. 22,18 nach AuSschl. der Ortsfremden.

Kinder

Es ftarben an: Zusammen: Erwachsene: tm

vom

2.-15. Jahr

1.Lebensjahr:

Scharlach

2

2

Lungentuberkulose

Tuberculose anberer

1

1

Organe

1

1

ßungenenhünbung

2

1

1

Chron. Herzkrankheiten 2

Angeborene Lebens-

2

schwäche

Sonstige benannte

1 (1)

1 (1)

Krankheiten

2 (1)

1 (1)

1

Summa:

11 (2)

4 (1)

3 (1)

4

A n m. Die in Klammern gesetzlm Ziffem geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommm.

Kirchliche Anzeigen der evnng. Gemeinde.

Donnerstag ben 7. December, AbenbS 8 Uhr: Bibel stunde tm Turnsaale ber Stabtknabmschule (Kirchstr.) Pfarrer Schlosser. (Bilber aus dem Leben Jesu, 2. Die Versuchung)

Verfälschte schwarze Seide.

Man verbrenne ein MÜsterchen bes Stoffes, von bem man kaufen will, unb bie etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinter­läßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. Verfälschte Seide (bie leicht speckig wirb unb bricht) brennt langsam fort, nament­lich glimmen bieSchußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff er­schwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, bie im Gegen­satz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man bie Asche ber ächten Seide, so zerstäubt sie, die ber verfälschten nicht. Die «eidenfabrik G. Henneberg (k. u.k. Hoflieferant) Zürich oerfenbet gern Muster von ihren echten Seibenstoffen an Jebermann unb liefert einzelne Roben unb ganze Stücke vorto- unb zollfrei ins Haus.__________________________________________

Bedeutende Beiriedsersparnisse£rX m maschinellen Anlage ber Großinbustrie, bes Kleingewerbes ober ber Lanbwirthschast durch Aufstellung einer Wölfischen Locomobile als Betriebsmaschine erzielt. Die von ber rühmlichst bekannten Maschinen­fabrik von R. Wolf in Magdeburg-Buckav seit mehr als 30 Jahren als Specialität gebauten halbstationären unb fahrbaren 2oco mobil en mit ausziehbaren Röhrenkesseln übertreffen an Sparsam­keit bes Brenn material Verbrauchs, Dauerhasttgkeit und Lei­stungsfähigkeit jegliche Motoren anberen Ursprungs u- haben auf allen beutschen ^ocsmobil-Concurrevzen ben Sieg bavongetragen. [4276 aller genehmigten Lotterien stets oorräthig. Prompt. lieber» send.d.Gewinnt. Albin Gretfcher,Gießen,Walltborstr.2. s°«,

Allen an Influenza Erkrankten, die sich Erleichterung und Linderung verschaffm wollen, seien angelegentlichst AayS ächte Sodener Mineral-Pastillen empfohlen. Je 5 bis 6 Pastillen in heißer Milch aufgelöst, unb in wiederholten Gaben beiß getrunken, üben einen wohlthätigen Einfluß auf bie, catanhalisch afficirtm Organe aus, bewerkstelligen eine leichte Schleimabsonberung und lindern somit die Heftigkeit und die Beschwerden des CatarrhS. AayS ächte Sodener Mineral-Pastille« sind in allen Apotheken, Droguen- und Mineralwosserhandlungen ä 85 Pf. per Schachtel zu haben. [9195

Die süddeutsche Berficheruugsbank für Mtlitärdtenst- «nd TöchterauSsteuer «arlSruhe, welche feit Beginn dieses Jahres neu organisirt wurde, hat seit dieser Zeit ganz bedeutende Fortschritte gemacht. Der Versicherungsbestanb hat fich von 2379 450Mk. auf 4 076 842 Mk., die Prämieneinnahme von 86 734 Mk. 16 Pf. auf 149 663 Mk. 73 Pf. gehoben, dagegen haben sich die Betriebsspesen im Verhältniß zum Zuwachs bedeutend verringert, trotzdem in den abgelaufenen 10 Monaten dieses Jahres schon mehr als dreimal soviel an ReinzuwachS der Prämieneinnahmen erzielt wurde, als in dem ganzen abgelaufenen Vorjahre. Diese er­freulichen Erfolge sind, wie wir denAnnalen des gefammten Ver­sicherungswesens" entnehmen, seit ber Zeit eingetreten, wo ein energischer Fachmann an ber Spitze bes Unternehmens steht.

in Gießen.

er seine Angehörigen, Freunbin- nen, Untergebenen ?c. anaenehm überraschenwill,kaufealsZugabe

zu benBescheerungsgegennänben

0 einen Carton Doering» Seife mit der

Eule Mit bieser Gabe wird 9itemanb Q einen Fehlgriff thun, weil Doerings Seife Omlt der Eule für bie bessere Toilelette ge-

rabezu unentbehrlich unb zu je 3 Stück in

mit der Eule in elegantem

Wkihllchtstarton. IAI.................. i---...

_______ Q prachtvollen unb elegant ausgestatteten 0! Cartons eingelegt ist, so baß ein Weih- nachtscarton mit Doerings Seife mit der sc lange der Vorrath 0 Eule ein ebenso nützlich,S wie reprSIen- a tables Geschenk bilber. [100o3

reicht. v EngroS'Verkauf r Benner äk Krumm

Buchdruck-Arbeiten

JIIIIIIWIIIHIllllllllllllllliillluiunHumtuUHMHIII L i Zur Anfertigung ! E aller kn Geschäfts- und = Privat-Verkehr gebräuchlichen 1