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Nr. 262
Dienstag den 7. November
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Der •tefewer A»»ei,er erscheint tiglid), aM luJnabme b<< Wontag».
Ti' diesen er >a«trt<eiritter t.’t • vm Inzeiger ch dreimal gelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
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Durch die Poft dezotzr» 2 Mark 50 P1^
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Lnnahme von Anzeigen zu btt Nachmittags für den salgendm tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr.
Alle Annoncen.Bureaur des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
2lmtlid?ev Theil.
Gießen, den 4. November 1893.
H etr.: Den Rundgang der Feldgeschworenen.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
m die Grsdh. BftrgermdfUteieii de- Kreise-.
Soweit Sie unserer Verfügung vom 3. October l. I. — Gießener Anzeiger Nr. 234 — nicht nachgekommen sind, kiiinnern wir Sie an Erledigung derselben binnen 14 Tagen.
______________v. Gagern.__________________
Bekanntmachung.
Behufs Erhebung einer Statistik über die Verhältnisse den in Gast- und Schankwirthschaften beschäftigten Personen | werden für alle mit Hülfe von Kellnern oder Kellnerinnen I betriebene Gast« und Schankwirthschaften hiesiger Stadt Frage« bt gen zur Beantwortung ausgegeben und zwar nach der alpha- baüschen Reihenfolge der Betriebsfirmen für die erste Hälfte an die Arbeitgeber (Wirths), für die zweite Hälfte an die Arbeitnehmer (Kellner, Kellnerinnen).
In Betrieben mit mehreren Kellnern (Kellnerinnen) haben latere sich darüber zu einigen, unter Ausschluß des Oberkellners, wer von ihnen den Fragebogen behufs Beantwortung in Empfang zu nehmen habe, andernfalls der Fragebogen berat schon am längsten im Betriebe beschäftigten Kellner (Kellnerin) ausgehändigt werden wird.
Die Fragebogen werden am Sonntag den 12. Novem- benr I. I., Vormittags wieder abgeholt werden und ersuchen wir daher die Jnteresienten, dieselben bis dahin mit größter Svrgfalt auszufüllen.
Wir bemerken noch, daß in Folge höherer Weisung aus bar durch den Inhalt der Fragebogen etwa erlangten Kennt- mfß von dem Vorkommen einer Uebertretung der Polizeistunde kirn Anlaß zum strafrechtlichen Einschreiten nicht entnommen werden wird.
Gießen, den 4. November 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 4. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute u. A. den Oberlandes- gerrichtsrath Holzapfel, den Landrichter Sandmann von Gießen, den Freiherrn Ludwig Riedesel zu Eisenbach, Mitglied der Ersten Kammer der Landstände.
Berlin, 4. November. Angesichts des herannahenden Mpunktes des Zusammentrittes des Reichsparlamentes 1
drängt sich die Frage nach dem Arbeitsprogramm des Reichstages mehr und mehr in den Vordergrund. Soweit nun bekannt, werden dem Reichstag neben dem Et«t die Steuervorlagen, die neuen Handelsverträge mit Spanien, Rumänien und Serbien, weiter Vorlagen über die Entschädigung unschuldig Verurtheilter und über die Berufung in Strafsachen, sowie gutem Vernehmen nach die in vorvoriger Session unerledigt gebliebenen Entwürfe eines Gesetzes über den Schutz von Waarenbezeichnungen, ferner eineß Reichsseuchengesetzes und wohl auch eines Gesetzes zur Regelung des Auswanderungswesens zugehen. Doch ist es noch nicht ganz gewiß, ob die beiden letzteren Vorlagen in der Thal erneut an den Reichstag gelangen, und was überhaupt von dem gesammten ziemlich umfangreichen Material, welches der aufgelöste Reichstag nicht mehr aufzuarbeiten vermochte, seinem Nachfolger wieder unterbreitet werden wird. Von ganz neuen Vorlagen werden dem Reichstage, abgesehen von den obengenannten Sachen, bestimmt noch die Novelle zum Viehseuchengesetz und die Novelle zur Gewerbeordnung, betr. den Handel mit Droguenwaaren und Chemikalien, zugehen. 93er» muthlich sind auch noch andere Gesetzentwürfe für den Reichstag entweder bereits in Vorbereitung oder doch geplant, wann und ob überhaupt dieselben dem Hause zugehen werden, dies ist jedoch noch völlig unbestimmt. Jedenfalls wird der Reichstag gleich von Anfang an durch die Generaldebatten über die Steuervorlagen, über den Etat und über die neuen Handelsverträge in zunächst auf Wochen hinaus genügender Weise in Anspruch genommen werden.
— Der Bundesrath hat in seiner Plenarsitzung vom 2. d. Mts. eine ganze Reihe von Gesetzentwürfen theils genehmigt, thcils den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Unter den angenommenen Vorlagen befanden sich die Gesetzentwürfe über die Controle des Reichshaushaltsetats, des elsaß-lothringischen Etats und des Etats für die Schutzgebiete. Was die den Ausschüssen überwiesenen Sachen anbelangt, so gehörten hierzu u. A. die Handelsverträge mit Spanien und Rumänien, der umgearbeitete Entwurf eines Neichsseuchengesetzes, die. Vorlage über den Schutz von Waarenbezeichnungen, die Novelle zum Unter st ützungswohnsitzgesetz und weiter die Novelle zum Strafgesetzbuche, die Vorlage betreffend die Neuregelung des Finanzwesens des Reiches usw.
— Die angekündigten kaiserlichen Entschließungen zur Steuerung der Spielwulh im Offiziercorps, die eine Folge der Enthüllungen im Hannoverschen Proceß sein sollen, sollen schon nächster Tage ergehen. Man muthmaßt, daß in der am Freitag stattgehabten Audienz des Kriegsministers Bronsart v. Schellendorf beim Kaiser die betreffenden Anordnungen zum Abschluß gebracht worden sind.
— Die commissarischen Verhandlungen über den
Handelsvertrag mit Rußland haben gestern nach etwa 14tägiger Unterbrechung wieder begonnen. AuS der kurzen Dauer der gestrigen Sitzung wird geschloffen, daß von deutscher Seite nur die unter Mitwirkung deö ZollbeirathS formulirten Forderungen den russischen Delcgirten mitgetheilt worden sind. Man hat anscheinend deutscherseits auf eine Reihe früher aufgestellter Forderungen verzichtet, dagegen für eine geringe Zahl wichtiger Artikel Zugeständnisse beansprucht, welche über diejenigen bisher von russischer Seite angebotenen hinauS- gehen. Voraussichtlich werden die russischen Bevollmächtigten weitere Instructionen einholen, ehe sie sich über Annehmbarkeit ober Unannehmbarkeit der deutschen Vorschläge äußern.
Berlin, 4. November. Der dem BundeSrathe zugegangene Gesetzentwurf, betreffend die anderweitige Ordnung des Finanzwesens, hat folgenden Wortlaut: § 1. Matrikularbeiträge, ausschließlich der von einzelnen Bundesstaaten zur Reichskaffe zu zahlenden besonderen Aus- gleichungSbeträge, sind für jedes Etatsjahr nur in einer Höhe in den Reichshaushaltetat einzustellen, welche mindestens um 40 Millionen Mark hinter dem Gesammtbetrage der den Bundesstaaten nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zustehen, den Ueberweisungen aus den Erträgen der Zölle, der Tabaksteuer, der Reichsstempelabgaben und der Verbrauchsabgabe für Branntwein, sowie des Zuschlags zu derselben, zurückbleibt. — Ergibt sich nach der Rechnung für ein Etatsjahr eine höhere als die nach der Bestimmung im ersten Absatz in dem ReichShauShaltetat festgesetzte Differenz zwischen den Matrikularbeiträgen und den Ueberweisungen, so verbleibt der Mehrertrag dem Reiche und es sind die den Bundesstaaten aus dem Ertrage der Zölle und der Tabaksteuer zu überweisenden Beträge nach dem Verhältniffe der Bevölkerung, welche der Vertheilung ihres veranschlagten Betrages unter die einzelnen Bundesstaaten zu Grunde gelegt war, entsprechend zu kürzen.
— Marineausgaben. Die „B. B.-Ztg." erfährt: In Negierungskreisen hegt man die feste Zuversicht, daß die Ausgaben der Marineverwaltung, ordentliche wie außerordentliche, eine Beanstandung nicht finden würden, weil die Steigerung derselben sich in den Grenzen bewegt, die durch Ausgestaltung des FlottengründungsplaneS geboten sind.
Berlin, 4. November. Einführung von Land« wirthschastskammern. Die nächste Session des prcußi- : schen Landtages soll mit einem Gesetzentwurf, betreffend die Einführung von Landwirthschaftskammern, befaßt werden. Zur Zeit ist man innerhalb der Staatsregierung beschäftigt, durch commiffarische Berathungen zwischen den beteiligten Ressorts die Gesetzesvorlage vorzubereiten. Dabei gilt es zunächst, die Frage zu erledigen, ob die Einrichtung facultatiü ober obligatorisch in Aussicht zu nehmen ist. Demnächst werden auch die Fragen des BesteuerungS- und des Wahl-
Ferrilleton.
Die Wüste.
Novellette von Eduard Wilde.
(Nachdruck verboten.)
Nichts Altjüngferliches, nichts Gouvernantenhaftes, keine Pedanterie, keine Launen, — nicht die Spur von jener halb- derschleierten, geheimnißvollen Resignation, jener koketten •rjtauer, welche von Jungfrauen ihres Alters gern zur Schau getragen wird, um die Welt glauben zu machen, man hätte gekonnt, wenn man nur gewollt hätte, ober man hätte gelärmt, wenn er nicht gestorben wäre. Im Gegentheil, sie it»ar bie Heiterkeit, bie sonnige Zufriebenheit selber. Nie hatte man bei ihr ein wehmüthiges, verdüstertes ober auch nur empfinbliches Gesicht wahrgenommen- es schien sogar, cte könne ihr seelisches Gleichgewicht in ihrer ewigen Heiter- leitßbatance gar nicht gestört werben. Dazu ein AeußereS — nein, eine junonische Erscheinung war sie nicht, — aber fit hatte etwas an sich, was nicht übersehen werden konnte, obmc gerade in bie Augen zu stechen. Dieses Aeußere ge- tonn daher bei öfterem Sehen, es strömte langsam und all- nützlich eine ruhig feffelnbe Sympathie aus. Wenn wir nun rod) in Betracht ziehen, daß Fräulein Alice v. Hermsborff le mittelt war, über ein runbes Baarvermögen unb eine hüidsche Jahresrente verfügte, so ftnb wir bei dem Räthsel cragelangt, mit dessen Lösung der Bekanntenkreis Fräulein d. Hermsdorffs seit Jahren sich abmühte. Man wußte die F,age nicht zu beantworten, wie es möglich sein konnte, daß .IsseS, allen billigen Ansprüchen vollauf genügende Mädchen in die Dreißiger hinaufgerückt war, ohne auf ihrem Lebens- Pfoabe einem gleich ihr einsamen Wanderer begegnet zu fein, len sie angehalten unb zu feiner Gefährtin gebungen hatte.
Nein, sie war nicht angehalten unb befragt worben von keinem ber ihr begegnenben ober neben ihr hergehenben männlichen Erbenpilger. Sie leugnete bas gar nicht, sie suchte nicht bie minbefte „Vergangenheit" zu simuliren, um eine Entschulbigung für ihr Mißgeschick zu haben. Ja, uub so blieb es ein Räthsel, — es war eben einer dieser Beweise von der Existenz der „Bestimmung", des Fatums, wie solches gerade beim sogenannten Sitzenbleiben ber Mäbchen sich nur zu häufig kundgibt. Also Schicksalstücke.
kompetente Frauenkenner behaupteten nun allerdings, die Sache hätte doch ein greifbares Häkchen: Fräulein v. HermSdorff gehöre zu denjenigen Mädchennaturen, deren Seele eihe Wüste bilde, eine sonnige, lichtdurchfluthete Wüste, aber immerhin eine Wüste, — öde, eintönig, unfruchtbar - es sei darin absolut kein Erdreich vorhanden, um auch nur einer spärlichen Liebessaat das Aufsprießen zu ermöglichen. Ihre ewige Heiterkeit, die monotone Freundlichkeit, der sich nie verdüsternde Sonnenschein über ihrem Wesen wirke bei längerem Verkehr geradezu ermüdend, einschläfernd. So lautete die Erklärung der „Sachverständigen", es wurde daran ge« glaubt und das arme, heitere, unfruchtbar beseelte Fräulein erhielt den Zunamen die „Wüste".
Da tauchte in der Stadt ein Mann auf, der sich jener Erklärung gegenüber von vornherein skeptisch verhielt. Das war ein Fachmann, ein alterfahrener Ackerbauer auf dem Felde der Liebe, ein glücklicher Säemann, der feine Saat so oft saftig unb duftig hatte aufgehen sehen, wobei er freilich bislang erntelos ausgegangen war, denn er war Hagestolz, auf bie Ernte hatte er wohl verzichtet ober aus äußeren Grünben verzichten müffen. Arthur Lösewitz, Militäringenieur, kürzlich nach ber hiesigen Stabt versetzt, machte bie Bekanntschaft Fräulein v. Hermsborffs, würbe auf baß Räthsel ihrer Ledigkeit aufmerksam gemacht, ließ sich die geistreiche, psycho
logische Erklärung auftischen unb faßte schlankweg seinen Entschluß. Er wollte einen Versuch wagen, „ber Sache" auf den Grunb zu kommen. Es hatte einen um so größeren Reiz für ihn, als er in Fräulein v. Hermsborff ein hoch- begabtes Mäbchen von gebiegener Silbung unb tiefem Wissen kennen lernte. Sein Versuch verlor ben anfänglich etwas frevlen Character, je eifriger er sich bem Stubium biefer Frauenseele hingab, je ernster er mit bem Gebanken über günstige Resultate sich beschäftigte. Er sagte sich schon nach kürzester Zeit: „gelingt es nicht — nun, wir sterben nicht baran; gelingt« aber — na, bann vorwärts, es ist Zeit, baß wir einmal ins Netz gehen." Da Herr Lösewitz völlig vermögenslos war, zubem eilenden Schrittes dem „ganz reifen" Mannesalter entgegenstrebte, so ebnete sich fein Weg zu Fräulein v. Hermsborff von selber, bereu Vermögensverhältnisse ihm natürlich bekannt geworben waren. ES staub eine solide, vernünftige Heirath in Aussicht, wenn der Herr „Probe- liebhaber" sich nicht „ermüden" und „einschläfern" ließ.
Nein, das that er nicht, er sah nicht rechts, nicht links, er strebte vorwärts. Er säete unb harrte bes Ausgehens der Saat. Selbstverständlich war er mit aller Vorsicht unb Behutsamkeit, mit chevalereskem Zartsinu unb Tactgefühl beim Werk. Keine noch so leise Ahnung durste bei ihr aufkommen, daß er nach vorgeschrtebenem Plane handelte, eine gewissermaßen gebundene Marschroute hatte. Fräulein v. Hermsdorff wohnte im Hause ihrer verwittweten Tante, die Einführung in deren HauS ließ sich durch Freunde hindernißloS bewerkstelligen.
Die Zeit verstrich. Herr Lösewitz durfte nicht behaupten, daß er etwas Sichtbares von seiner Saat wahrnehme. Ihre Freundschaft, ihr Vertrauen schien er in erfreulichem Maße gewonnen zu haben — darüber ging eß aber nicht und auch das hatte, wie er sich sagte, einen „flauen, schwesterhaftetr


