1893
Amts- und Anzeigrblatt für den Areir Gieren
.51.,
chratisßeilage: Hießener Samisienölatter.
?e.
en mit der
apper.
um sie zutraulicher zu machen.
Inl.
Id.
e <<*'*
ach langem > Schwester
Id-
Id.
ihren- der Bruders,
Alle Lnnoncm-Bureaux de» In- und Kuilanbe« nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Uhr vm
M2
ten
[7559
M
S.
87.M 362.00 M M llH.86 iCftg 68.50
95.7«
Der fitlnttt >*|d<et «scheint täglich, wtt Aulnahme de» Montag».
Die Gießener fe*tn«eer4t(<r dem Anzeiger dreimal >eigelegt.
Annahme von Anzeigen zu bn Nachmittag» für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» vorm. IO Uhr.
vierteljähnger Agonneaoenlopret»» 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog«» 2 Mark 50 Pfg.
Nedaction, Lxpediti»» und Druckerei:
-chulßr-tz« Kr.R.
Fernsprecher &L
Wrttt it überaus [7571 enen.
Mett
^30jig
VermifcbUi.
* Marburg, 4. September. Todt aufgefunden Erde am Samstag Morgen in einer Zelle des hiesigen AmtsgerlchtSgefangnisses der unter dem Verdachte eineß <Siulichkeitsverbrechens in Unterfuchungshaft befindliche Lehrer T. auö Fronhaulen. Da Selbstmord gänzlich ausgeschlossen, | fo dürste der Tod eine Folge von Geisteskrankheit sein, an welcher der Verstorbene angesichts mehrfacher Tobsuchtsanfälle zweifellos gelitten. Derselbe hinterläßt eine Wittwe mit zwei Kindern.
Frankfurt a. M.. 4. September. Am Donnerstag starb hochbetagt ein hiesiger Einwohner in einem der feinsten Viertel der Stadt, der zu Lebzeiten eine ihm zustehcnde Jnvaliden- p ension bezog. Seine beiden Kinder ernährten den altersschwachen Mann. Die Ueberraschung war groß, als man entdeckie, daß der arme, gebrechliche Greis ein hypothekarisch sichergestelltes Vermögen von 600 000 Mk. hinterlaßt. Bei der Selbsteinfchätzung war davon nichts angegeben, so daß ein Steuerhinterziehungsverfahren bevorsteht.
♦ Aus Sachsen, 31. August. In bemerkenswerther Werse mehrt sich in diesem Sommer in Sachfen die Zahl der Vergiftungen durch Pilze. An den letzteren sind die sächsischen Wälder so reich, daß in manchen Gegenden Pilze fast täglich von der Bevölkerung allgemein gegessen werden, die keineswegs immer die giftigen von den eßbaren Pilzen zu unterscheiden weiß. Mehrfach sind in den letzten Wochen in Sachsen ganze Familien an Pilzvergiftung schwer erkrankt. Die Zahl der bereits eingetretenen Todesfälle erfährt jetzt
M. 210 Zweites Blatt. Donnerst«, de» 7. September
eine bedauernSwerthe Steigerung durch das furchtbare Geschick, dem zwei Familien in dem Doppelstädtchen Lichtenstein» | Callnberg zum Opfer gefallen sind. Dort hat man an einem Tage sämmtliche Glieder einer Weberfamilte, Vater, Mutter und drei Kinder, zu Grabe getragen, und von einer andern, gleichfalls aus fünf Köpfen bestehenden Familie, sind die Kinder heute bereits gestorben und auch für die Eltern soll keine Rettung möglich sein. Beide Familien hatten giftige Pilze — wie man vermuthet, den sogenannten Fliegenpilz — verzehrt.
♦ Berlin, 31. August. Einen überraschenden Erfolg hat der Gerichtschemiker Dr. Jeserich, wie die Morgenzeitungen melden, in Bezug auf die Wiederherstellung einer vernichteten Urkunde gehabt. Der Untersuchungsrichter beim Landgericht in Köln schickte ihm ein fast gänzlich mit Tinte übergoßenes Papier ein, das nach Ansicht der Behörde ein Schuldschein war und bei der Abtretung einer Erbschaft eine wichtige Rolle spielte. Auf chemischem Wege war es । nicht möglich, die Schriftzüge wieder zum Vorschein zu bringen. Dr. Jeserich wandte sich der Photographie zu und stellte zunächst fest, daß die Urkunde zu drei verschiedenen Zeit- punkten mit Tinte Übergoßen worden war. Dann stellte er fest, daß der Schein vom 22. August 1889 zwanzig Zeilen enthält, die auf dem Photogramm aus den grauen Tinten» Heren in tiefschwarzer Farbe hervortreten. Hierdurch ist öie Absicht, die Urkunde zu vernichten, vollständig vereitelt I worden.
bochieine Toiletteseise, von dem besten^Einflufie am
Engros-V^rkauf: Benner & Krumm, Giessen. l4oDD
sich nach dem bezeichneten Orte, und bald war das „Geschäft geschlossen. Es wurde eine förmliche Uebertragungsurkunde ausgefertigt, die man bei Karl Ferk vorfand. Damit war der Grund zu einem blühenden Geschäfte gelegt. Allein die beiden Ferk trachteten, das Gefchäst zu erweitern. Dies gelang denn auch. Im Dorfe Sredzne Ladanje bei Vtmca acquirirten sie auf bisher unbekannte Weise ein lOfahngeS Mädchen. Dieses Mädchen bietet einen mitleiderregenden Anblick. ES ist. körperlich aufs ärgste herabgekommen, aus dem verkümmerten Gesichte starren dem Beschauer die leeren Augenhöhlen entgegen. Man ist ärztlicherseits der Ansicht, daß dem Anschein nach vor nicht langer 3dt erst das unglückliche Wesen auf gewaltsame Weise deS Augenlichtes be- raubt wurde. Denn das Opfer thierischer Grausam eit und Habgier, das wie die übrigen Kinder sich jetzt in Spttalpflege befindet und Anfangs noch voll Furcht vor den Peinigern nicht mit der Sprache herauSrücken wollte, sagt nunmehr
I zagend aus: „Die Bettler haben mir die Augen auSgestochen l Gleich bejammernswerth sind die drei anderen Kinder. Wohl dürften sie von Geburt an verkrüppelt gewesen sein, aber die Verbrecher hatten der Natur „nachgeholsen. Die Aerzte erklärten, daß die Verkrüppelungen künstliche leien, denn em
I Wesen, das so zur Welt gekommen, könnte unmöglich daS I Alter dieser Kinder erreichen, es müßte vielmehr in den I ersten Lebenslagen sterben. Einem Knaben wurden an dem I einen Fuße künstliche offene Wunden erhalten, damit ihr An- I blick die Leute rühre und zu Gaben veranlasse. „ Das Kind I sagt aus: „Ich bin am Fuße gebrannt worden. Weiteres > ist aus ihm noch nicht herauszubekommen , denn alle die e I Mglückiich-N G-Ichöps- find beratt v°r,chuchi-rt durch dik I erlittenen Mißhandlungen, daß e8 langer Zeit bedürsen wird,
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Lanolin -ToÜaUe-Cream- Lanolin |
der Lanolintabrik, Martmikenfelde bei Berlin 1
Vorziiqlich i« saut-
” _ iur Reinhaltung und 83e» \k J]
Wnnziinlich bcdun« wunbcr SQUll|tU<n vorzugiivn unb munbnt. «^ecM^W
__ .. I - zur Erhaltung guter Saut, d<- ‘'«erSchtfi»*
Vorzüglich, onderS bei Neineu Madera.
„n . ehe_ ? zinntuben ä 40 Pf., in Blechdosen ä 20 u. 10 Pf.
In der ivirschapotheke, in der P»ttka«apoth»k» und
Drogerien 'vn Be««er * Krumm, von Emil Stich bach und von Otto «chaaf. L1'^
83.80
2130 iLlü
Maßnahmen gegen die Cholera.
Bekonder» «aßregeln, welch» a« den einttlnrn von der «dolera »»«drohten oder ergriffene« Orte« w tteffe« fttw.
Wo nicht bei eite dauernd GesundheUscommiffionm bestehen oder für den Fall drohender Choleragefahr vorgesehen sind, sind solche i tmtur^te^ ^or Ausbruch der Epidemie sind die Zustände deS Ortes I in Bezug auf die in vor. Nr. Abschnitt 11 bis 14 erwähnten Punkte «Inet genauen Untersuchung zu unterziehen und ist auf Beseitigung I der Vorgefundenen Mißstände unter besonderer Berücksichtigung der I früher vorzugsweise von Cholera betroffenen Oertlichketten, HMzu- wirken, sowie das sonst Erforderliche in die Wege zu leiten.
Sobald verdächtige Krankheit«- oder Todesfälle ooraekommen, sind geeignete Unterfuchungsobjecte in vorgeschriebener Verpackung mit jeder nur thuniichen Beschleunigung an die von den Landes- bebörden im Voraus zu bezeichnenden Stellen behufs bacteriologischer Feststellung zu senden. Es ist erwünscht, daß in dieser Weise bereits .vor Eintreffen de« beamteten ArzteS vom behandelnden Arzt vor- aeaangen wird.
Ist die Cholera festgestellt, so sind:
1) die Cholerakranken von anderen, als dm zu ihrer Behandlung und Pflege destimmtm Personen ab zu sondern. Kranke, deren ungünstige häusliche Verhältnisse eine sachgemäße Pflege und Absonderung nicht gestattm, sind — falls der beamtete Arzt eS für unerläßlich und ohne ihre Schädigung für zuläfstg erklärt — in ein Krankenhaus ober in einen anderen geeigneten Unterkunftsraum ,U "^DerdächVig Ei krankte sind bis zur Beseitigung des Verdachtes wie Cholerakranke zu behandeln. ui _ e .
Unter Umständen kann eS sich empfehlen, die Kranken in der Wohnung zu belaßen und die Gesunden auS betreiben fortzufchaffen. E ne berartige Eoacuation kann nothwenbtg werben betreffs dei- -.entflen Häuser, welche siüher von der Cholera geltttm haben und ungünstige sanitäre Zustände (Uebersüllung, Unretnlichkeit und dergleichen) aufweisen. Zur Unterbringung der Eoacuirten eignen sich am besten Gebäude auf frei und höher gelegenen Orten und namentlich an solchen Stellen, welche in früheren Epidemien von der Seuche
* Pest, 26. August. Die Untersuchung in der Angelegenheit von BiSkupec in Kroatien, wo Bettler aufgegriffen wurden, welche, um ihr Gewerbe einträglicher zu gestalten, Kinder verstümmelten und diese zum „Handwerk verwandten, fördert gräßliche Einzelheiten zu Tage. Der Energie des Untersuchungsrichters Mikics und dem Elfer der Gendarmerie | ist eS, wie die „Agr. Zig." meldet, gelungen, sammtlicher Theilnehmer an diesem Verbrechen habhaft zu werden. In Hast befinden sich zwei Bettler, welche als die Häupter der Bande zu betrachten sind, und ein Weib, welches mit anderen Kindern im Maria Biftrica bettelte. Die zwei obenerwähnten Betiler sind aus Steiermark gebürtig, treiben sich aber schon seit langen Jahren in Zagorien umher. Wie einträglich das Geschäft war, bewnst der Umstand, daß die Einnahme der beiden Bettler beim Kirchweihfeste in Biskupec, also an einem Tage, nahezu 45 Gulden betrug, und zwar waren es, in einem Säckchen verwahrt, nahezu lauter einzelne Kreuzer, ein Beweis, daß die Liebesgaben für die Kinder aus den allerarmsten Händen flößen. Es ist da kein Wunder, wenn die Unternehmer dieses scheußlichen Menschenhandels herrlich und in Freuden lebten, während die armen Kinder darben wußten, i schon aus dem Grunde, um das Geschäft nicht zu verderben Die beiden Häupter der Bettlerbande heißen Karl und Anton Ferk. Ersterer hörte zu Anfang dieses Jahres von einem Weib bei Sv. Jvan-Zelina, im Dorfe Svecsencma, Namens Mariza Brlek, welche zwei krüppelhafte Kinder hatte, deren I sie sich gern entledigen wolle. Die beiden Bruder begaben
Cheviot und Loden ä Mk. 1.75 per Meter Velour u. Kammgarn ä „ 2.35 per Meter nadelseitig ca. 140 cm breit, versenden in einzelnen Metern dtrect an Jedermann . _
Erstes deutsches Tuchvsrss.dtgsschän Oettmger * Co., Frankfurt a. M., Fabrik Depot.
Diust er bei eil willigst franco ins Haus. fvduv
-urschont fleblieben sind.
2) Besonders wichtig ist eS, bei den ersten Fallen in einem Orte eingehende und umstchiige Nachforschungen anzu- I stellen, wo und rote sich die Kranken inficirt haben, um gegen Viesen Punkt die Maßregeln in erster Linie zu richten.
3) Die GesundheitScornmisstonen haben sich beständig durch | qortgesehte Besuche in den einzelnen Häusern der Ortschaft über den Ges und heil Szustan d der Bewohner in Kenntnitz zu erhalten, den santiären Zuständen derselben (Reinlichkeit des HaufeS im Allgemeinen, Beseitigung der HauShaUsabfälle und Schrnutz- «Lsser, Abtritte usw.) ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuroenden und auf die Abstillung von Mißständen hinzuwirken, namentlich auch die Schließung gefährlich erscheinender Brunnen zu veranlassen.
4) In Häusern, wo Cholerasälle vorkommen, hat die -Commission die erforderlichen Maßnahmen wegen DeSinfection der Abgänge, sowie der Umgebung des Kranken oder Gestorbenen in die Wege zu leiten und die Ausführung zu überwachen. Ganz besondere Aufmerksamkeit ist der DeSinficlion der Betten und der Leibwäsche deS Kranken oder Gestorbenen zu widmen. Um der Verheimlichung iiifictrter Gegenstände oorzubeugen, ist es nöthig, daß eine Entschädigung für vernichtete Gegenstände gewährt werde.
5) Alle Personen, welche vermöge ihrer Beschäftigung mit Eholerakranken, deren Effecten oder Entleerungen in Berührung kommen (Krankenwärter, Desinfectoren, WLscherinnen usw.), find auf die Befolgung der Desinsectionsvorschristen (Anl.Ill) besonders binzuweisen. £13 _ snn.«.-
6) Der Bedarf an Unterkunftsraumen, Pflegepersonal, ärztlicher Hülse, Arznei-, DeSinfectionS- und Transportmitteln ist bei Zeiten sicher zu stellen. Desgleichen ist ein Raum zur Unterbringung von Leichen bereit zu halten.
* eine hübsche Erinnerung an den verstorbenen Herzog I von Kobnrg-Sotha wird aus den thüringischen Landen mitgetheilt. Der Herzog fuhr einst zu einem Bauer, der im Gotha,scheu am Thüringer Wald wohnte, um sich von ihm einen Schimmel zu kaufen, da ihm von seinem bekannten prächtigen Schimms gewann ein Thier eingegangen war. Der Herzog ließ sich von dem Bauern, dem er sich nicht zu erkennen gab, das Thier vorführen und nachdem er es geprüft und den Preis nicht zu hoch gefunden hatte, wurden Beide handelseinig. Nach alter Sitte ist nun auf dem Thüringer Walde ein Pferdekauf stets mit einem Imbiß und guten Trank zu be- schl'eßen, und so nahm auch der hohe Herr die Einladung des Bauern freundlich an. Das kräftige Brot und e frische Butter und der saftige Sch'nken schmeckten vorzüglich, und so sprach ihnen der Herzog tüchtig zu. Nach dem Frühstück verabschiedete er sich sodann, jedoch ohne dem Bauern Zahlung zu leisten. Er gab ihm vielmehr te Weisung, den Gaul nach Gotha zum Herrn von Soundso zu i bringen und den Betrag dort in Empfang zu nehmen, da er jetzt kein Geld bei sich habe. Das Bäuerlein war aber mit diesem Vorschlag durchaus nicht einverstanden und sagte. „Na, so dumm bin ich nicht, ich werde doch meinen Schimmel nicht so nach Golha bringen. Erst will ich's Geld haben. „Was", rief der Fürst, „hab' ich dann in meinem eigenen Lande nicht einmal so viel Credit?" „Na, wer sind Sie denn?" fragte der Bauer. „Ich bin der Herzog von Gotha.
So", erwiederte der Bauer und machte em pfiffiges Gesicht, I "das hab' ick mir vorhin doch beinahe gedacht, als Sie die I Bulter so dick auf's Brot schmierten." Sprachs und gab I seinem Landesherrn den erbetenen Credit.
Literatur unb ICuttft
qn.iA, Mnfoebetuttfleti ttWtt ittr »itt»
• «ttnrichturrg stell»«?* Eine gute Einrichtung mufc{ baS Bad* ohne lästige, zeitraubende Vorarbeiten toller Wünsch Temperatur möglichst rasch fertig stellen: je weniger Zelt es zur srsisawi:
gn-r.-.y c.ißft keinerlei schädliche Beimischung erhält. L)en voryer
Attesten von Fach-Autoritäten und Privaten geht zweifellos hervor, schaffung des hier besprochenen, bequemen praeufdjen unb boeb roo^U feilen Osens überzugehen unb sich Lur ^nfmmttung Pr sp cte von dem Fabrikanten I. G. Hauben Sohn Carl in Aacyen g i kommenzulassen.——======================5’
erötftUc §
Löwengch 30. teider. heiter MA , vehrtat. Htzreinek-M M tzksucht bei 8.
Commis, mit nptoir-Arbei 1, Letober
P P 5640 peb. b. 91»
tn hMsb. Nah-
ÄtTW Cctober u Dr. Baa^_ ortirerttm.,. iftigung M Vj» MhoMabel. den gut« u. freu* je Ausnahme.
eiUtrsivt-s.


