Ausgabe 
7.5.1893 Erstes Blatt
 
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aber auch so wird daS Fractionstntereffe über da- Reichsinteresse Sesetz». Das ist nicht patriotisch. Eine Partei kann sehr wichtig für as Reich sein, es kommt aus die Motive ihrer Bestrebungen an, beim Centrum scheint jetzt das Demokratische zu Überwiegen und LaS fetzt seinen Werth tn den Augen der Regierung etwas herab. Br. Lieber sagt, es könne keine Garantie übernommen werden, daß nach Annahme der Vorlage die Reffen nicht nach Berlin kämen. Sein Soldat, der tn den Kampf geht, und wenn er auch der Stärkere ist, kann eine Garantie dafür geben, daß er siegen wird. Die Re­gierung hat diese Vorlage wahrlich nicht gern eingebracht, aber eS war nolbwendig. Bei der Ausstellung der Vorlage wurde mit größter Sparsamkeit umgegangen; nur daS Nothwendigste wurde ausgenommen. Der Antrag Preysing ist unannehmbar, er würde unsere Pofitlon nach jeder Richtung hin schwächen und verschlechtern. Dem Tadel werde ich mich nie aussetzen, einer Vorlage das Wort geredet zu haben, die ich für schädlich halte, wie der Antrag Preyfing. (Bei­fall recht-.)

Abg. v.Bennigsen (nl.): Meine Freunde werden ausnahms­los für den Antrag Huene stimmen. Die Erklärung deS Reichs­kanzlers zu Gunsten deS Antrags Huene war nothwendig, denn ohne diese Erklärung wurde diePosttton derRegterung und ihrer Freunde um sehr viel schwieriger gewesm sein. Der Antrag Huene enthält wesentliche Erleichterungen gegenüber der Vorlage. Ich habe in der Commission versucht, eine Vermittelung anzubahnen und bedauere, daß man daraus nicht eingegangen ist. Das Schauspiel, welches wir jetzt der Welt geben, wäre dann nicht nöthig geworden. DteVorlage hatte von vornherein unter der Art ihrer Vorbereitung und Ein­bringung und unt<r der Form der Deckung der Mittel zu leiden. An und für sich verdiente sie, abgesehen von den großm Zistern, die vollste Zustimmung der Station. Sie brachte die zweijährige Dienst­zeit, die schon so lange erstrebt worden. Sehr bald wurde die Stimmung der Vorlage gegenüber kühl. ES findet sich daS sehr häufig: eS werden theoretisch Ziele ausgestellt und Jahre lang ver­fochten. wenn eS aber zur Ausführung kommt, zeigt sich plötzlich Widerstand. ES muß daraus hingestrebt werden, daß die Doctrin den weiten Blick nicht überwuchere, daß an die Stelle einer einseitigen FractionSpolitik der Zusammenschluß mehrerer Parteien zu großen Zielen trete. Die zweijährige Dienstzeit bringt für jeden Einzelnen eine Erleichterung, um deren Willen sie erstrebt wurde. Jetzt wird dieser Standpunkt verschoben, indem man sagt, die Gesammtbelaftung werde aber durch die Vorlage eine höhere. Welche Präsenzztster die richiiz: ist, läßt sich gar nicht bestimmen: aber wenn wir erreichen, daß wir gegebenen Falls den Krieg nicht im Lande haben, nicht in Elsah» Loihrinaen oder am linkenRbetnuser, so ist das doch ein ungeheurer Vorihetl. In Frankreich ist jetzt zum ersten Male ein Deficit con- stattrt, während die Steuern dort kaum noch erhöht werden können. In Deutschland decken die Staatsbahnen, die Bergwerke, Domänen, Waldungen u. dergl. Staatsbesitz der Einzelstaaten die Schulden des Reichs und der Einzelstaaten zusammen. Deutschland bat bann ba5 I Uebergewicht an Bevölkerung. Wenn wir nicht entschlossen stnb, alle I unsere Hilfskräfte, sei es auS Ersparniß- ober anbeten Gründen, I bereit zu stellen, werben bte Franzosen ben Gebanken ber Revanche j nicht aufgeben, sie werben sich nicht an ben Gebanken gewöhnen baß / Deutschland wirklich entschlossen ist, bas Errungene mit allen Mitteln festzuhalten. Bedauerlich ist ber Mangel einer festen Mehrheit, bie mit entschlossenem Willen hanbeln kann. ES giebt nur Mehrheiten von heute zu morgen ohne inneren Zusammenhang. Wir müssen unS zu ber Auffassung aufraffen: erst bas Vaterland, bann erst bte Partei und zuletzt ich selbst. Wir können bie Verantwortung für bie Ablehnung ber Vorlage nicht übernehmen. Kämpfen Sie mit ber Regierung auf welchem Gebiet Sie wollen, aber nicht auf biefem; ein beuernber Kampf auf diesem würde zu unberechenbarem Schaden führen.

Abg. Payer (Vp.): All die Befürchtungen, welche der Reichs­kanzler an die Ablehnung der Vorlage knüpft, weiden sich nicht er- süllen. Dagegen wird sich im Fall der Annahme der Vorlage ein wahnsinniger Wettlauf zwischen den Rationen hinsichtlich der Rüstungen entwickeln. Es werden immer weitere Milttärvorlagen folgen. Die Sicherheit deS Landes ist nicht bedroht. In der Frage ber zwei­jährigen Dienstzeit hat ber Latenverstanb ben Sieg über bie militäri­schen Autoritäten bavongetragen; man kann nicht verlangen, baß fich der Late in jeder Beziehung dem militärischen Urthetl unterwerfe. Die Deckung der Kosten, welche die Vorlage beansprucht, würde die jetzige Steuer Politik noch verschärfen, eine Steuerpolitik, die so großen Anthetl an dem Uebergange des Mittelstandes tn das Proletariat hat. Die Regierung wußte, daß sie in diesem Reichstage keine Mehrheit sür die Vorlage finden würde, obgleich dieselbe doch nicht renitent ist. Die von Bennigsen gewünschte Mehrheit war da, als die Wationalltbcralen das Heft in der Hand hatten, aber jene Mehr­heit wußte die Rechte des Volke- nicht zu wahren und mußte deshalb weichen. Die Regierung hat sich allen Bitten und Mahnungen des Reichstag» um Reform auf militärischem Gebiet gegenüber ablehnend verhalten, jetzt kommt sie mit der zwetjährigm Dtenftzeit entgegen, beschwert sie aber bis zur Unannehmbarkeit: und da sie auf Wider­stand stößt, will sie die Annahme der Vorlage erzwingen. Die süd­deutsche Wählerschasl nimmt den ihr hingeworfenen Fehdehandschuh im Bewußtsein ihrer völligen Verantwortlichkeit auf. (Beifall links.)

Abg. v.KomierowSki (Pole) stimmt mit seinen Freunden sür denAntrag Huene, weil sie die Landesgrenzen schützen, die socialpolttische Entlastung, welche bte Vorlage bringt, der Bevölkerung zu Theil werben lassen unb einen Eonflict mit ber preußischen Regierung ver­meiden wollen. (Beifall recht«.)

Adg. v. d. Decken (Welse) verkennt nicht den Ernst der Situa­tion. mit dieser Vorlage werbe aber nicht erreicht, was man bezwecke, weshalb er betreiben nicht zustimne.

Abg. Winterer erklärt Warnen« ber Elsässer, baß biefelben ihrer lleberzeugung solgenb mit ber Mehrheit (Heiterkeit) gegen bie Vorlage stimmen.

Hieraus wirb Vertagung beschlossen.

Morgen: Wahlprüfung, MilitärpmsionSgesetznovelle, Militär« Vorlage.

Neueste

ÄolffS telegraphische« Korrespondenz-Bureau.

Berlin, 5. Mai. Der als Anarchist auSgewiefcne italienische Arbeiter Zirolya reiste heute nach Argentinien ab. Dreihundert Anarchisten, Männer und Frauen, bemon- firirten auf dem Bahnhose mit den Rufen:Hoch die Anarchie1*

Rom, 5. Mai. DerEsercito Jtaliano" vernimmt, daS 4., 8. und 9. Armeecorps erhielten die Anweisung, zu be­stimmen, wie viel und welche Offiziere der Cavallerie und Artillerie sich mit dem Grafen von Turin zur Theilnahme an den großen Manövern in Deutschland begeben sollen.

Depeschen bei Bureau .Herold".

Berlin, 5. Mai. Im Ministerium find die Vorarbeiten sür die Reichstag« » Neuwahlen bereits fertiggestellt. Sämrntliche Depeschen an dir Landräthe und Oberbürgermeister derjenigen Städte, die selbstständige Kreise bilden, liege» zum Absenden bereit.

Verli«, 5. Mai. Die Fraktionen haben vtteinbart, morgen vor der Fortsetzung der Militärvorlage die zweite und dritte Lesung deS Militärpensionsgesetz es zu er­ledigen. Sinnesänderungen der Fraclionen für die Militär- Vorlage sind demnach auSgeschlosien.

Berlin, 6. Mai. DieBosfische Zeitung" meldet auS Rom, der vaticauischeMoniteur de Rome" bespreche an hervorragender Stelle die Reise deS Deutschen Kaiser- al- glänzenden Erfolg des PapstthumS.

Berlin, 6. Mai. In einer gestern stattgehabten anti­semitischen Versammlung wiederholte Schwennhagen die Beschuldigungen gegen Miquel, welche größtenthetlS Ahl- wardt in den verschiedenen Reichstagssitzungen vorgebracht habe. Der Staat und das deutsche Volk seien bei der Grün­dung der braunschweigischen, rumänischen und Gotthardbahn durch die Schuld Miquel- um große Summen geschädigt worden.

Leipzig, 5. Mai. Der zurückgekehrte Asrikareisende Dr. Carl Peter- theilte dem hiesigen Verein für Handels« geographie und Colonialpolitik mit, er beabsichtige, sich um ein ReichStag-mandat zu bewerben.

Pari», 5. Mai. Der Untersuchungsrichter eröffnete gestern den Gelbschrank ber flüchtigen Directoren des Comptoir Parisien. Die Kaffe enthielt nur 30 Francs und 104 Centime-stücke.

totales und Provinzielles.

Gießen, 6. Mai 1893.

Zur Sonntagsruhe. Nach den für ben Kreis Gießen bestehenden Bestimmungen über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe ist für bie beiben Sonntage vor Pfingsten (also für morgen unb nächsten Sonntag) eine längere BeschäftigungS- unb Verkaufszeit zulässig. Dieselbe erstreckt sich in ben Orten Gießen, Grünberg, Hungen unb Lich bis 7 Uhr, in den übrigen Landgemeinden bis 6 Uhr Abend-.

* Neues Theater. Die gestrige Wiederholung des neuesten Schwankes von Schönthan-Kadelburg zeigte tn den Hauptrollen die alte Besetzung. Gespielt wurde durchweg recht tüchtig und das Zusammenspiel klappte tadellos. Leider war das Haus nicht so besetzt, wie wir bei der Be­liebtheit des Stückes erwartet und int Interesse btß Publikums unb ber Direktion gewünscht hätten.

- r.- Theater in Stein« Garten. Heute gastiert unsere Gesellschaft in Steins Etablissement unb zwar ist Nachmittags Der Bettelstudent"- in obiger Nachmittags-Vorstellung wirkt das gesammte Personal mit und ist die Operette eine vorzügliche Leistung unserer Gesellschaft. Die Abend-Vor­stellung bringt bie anerkannt beste Operette, die geschrieben worden ist,Die Fledermaus" von Johann Strauß. Es existirt wohl kein Componist, ber bis jetzt dem lustigen Walzerkönig Strauß den Rang abgelaufen hätte, unb seine Fledermaus" gehört zu ben Stücken, die stets von Erfolg gekrönt unb ein volles Haus erzielen. Hoffentlich ist bieses auch heute ber Fall.

Die hiesige RegimentS-Copelle ist heute Nacht zu dreiwöchentlichem Concertgeben in Hamburg abgereist.

* Verhaftet wurde ein Dienstmädchen wegen mehrerer zum Nachtheil seiner Dienstherrschaft begangener Diebstähle.

* * Groß Feuer. Nach hierher gelangten Mittheilungen ist gestern die Gemeinde Zell (Station Zell - Romrod der Bahnlinie Gießen-Fulda) bis auf wenige Gebäude nieder- gebrannt. Das Feuer brach gegen Mittag aus unb ver­breitete sich rasch über ben ganzen Ort, so baß betreibe gegen Abenb einem einzigen großen Feuerherde glich. Nach Schluß ber Redaktion gingen uns folgende Nachrichten zu:

§ Zell (Kreis Alsfeld), 5. Mai. Ein furchtbares Brandnnglück hat heute Nachmittag unseren Ort heim- gesucht. Der Brand entstand in der Hofraithe des Bürger­meisters. Kinder hatten dort einen Reisighaufen angezündet. Durch ben starken Wind verbreitete sich daS Feuer rasend schnell. 45 Hofraithen mit ca. 130 Gebäuden sind völlig in Asche gesunken. Mehrere Stück Vieh sind verbrannt, Menschenleben aber nicht zu beklagen. Unbeschreiblich ist der Jammer der Abgebrannten.

K. Alsfeld, 5. Mai. In dem eine Stunde von hier entfernten, an der Bahn belegenen Dorfe Zell ist heute Mittag ein großer Brand auSgebrochen, der heute Abend noch fortwüthet. Nach den eingetroffenen Nachrichten ist be­reits ein großer Theil des von meist wohlhabenden Bauern bewohnten OrteS in Asche gelegt. Zur Hilfeleistung sind außer den für solche Fälle vorgesehenen Mannschasten der Pflichtfeuerwehr auch ein großer Theil der freiwilligen Feuer­wehr bereits kurz nach Bckanntwerden des Brandes ab­gegangen, außerdem aber sind noch eine große Anzahl hiesiger Einwohner ben Bebrängten zur Hilfe geeilt.

♦♦ Eine Versammlung der Katholikeu LberhessenS findet morgen Sonntag Nachmittag halb 4 Uhr im Saalbau zu Friedberg statt. Von auswärtigen Rednern werden sprechen der ReichStagsabgeordnete Profeffor Dr. Schädler aus Landau, Rechtsanwalt Dr. Schmitt aus Mainz und Pfarrer Schäfer aus Ober-Ingelheim.

* * Bei der am Donnerstag begonnenen Ziehung der Darmstadter Lotterie fielen die ersten zwölf Hauptgewinne auf folgende Nummern: 114,476 (20,000 Mark), 87,891 (10,000 Mk>), 116,068 (5000 Mk.), 120,061, 44,123, 92,034 je 1000 Mk., 74,371, 119,570, 113,121, 29,036, 34,675, 16,149 je 500 Mk.

Verlegung de« Hessen Denkmals bei Metz. Man schreibt demN. Mzr. Azgr.": Da da- Denkmal für die im Feldzug 1870/71 gefallenen hessischen Krieger am bois de la Gusse auf französischem Gebiet, umgeben von angebauten Feldern liegt, glaubte die deutsche Regierung einen zwei Meter breiten Weg dorthin bauen zu sollen. Die Sigenthümer der detr. Grundstücke bestchen aber darauf, daß dieser Weg mindestens vier Meter breit angelegt werden müsse, damit Fuhrwerke sich auSweichen kSnnen. Diese Wegverbreiterung wäre jedoch mit so bedeutenden Kosten verbunden, daß nunmehr die deutsche Regierung beabsichtigt, das Denkmal auf deutschen Boden zu verlegen. SS müßte

diese Absicht lebhaft bedauert werden, da das Hessen-Denkmal eben an der Stelle steht, wo die hessische Division im heftigsten Feuer stand und dort fast alle am 18. August 1870 ge­fallenen Hessen ihre letzte Ruhestätte fanden. Durch die Verlegung auf deutsches Terrain würde daS Denkmal jebtn historischen Werth verlieren.

* Die JnbilanmSgaben zu der im Anfang Juli d. I. stattfindenden Feier deS fünfzigjährigen Bestehen» >eS hessischen Gustav - Ad olf «Verein- mehren snb unausgesetzt. Außer den früher erwähnten find eingelaufen Z von der Kirchenkasse in Stockstadt 25 M., von der Kirchenkasse in Bauschheim 20 M., von Justizrath Dr. Geyer in Assendeim 10 M., von Kaufmann Joh. Eduard Müller, Darmstadt 3M., von DecanMüller in Al-feld 3M., zusammen 61 M., hierzu )ie früheren 180 M 241 M. Pfarrer Kromm :n Wixhausen hat feit einer Reihe von Jahren mit seinen An­gehörigen alte Münzen gesammelt, um solche zum Einschmelzen ür Glocken u. s. w. zu verwerlhen, diese Münzen hat ersetzt )em Hauptverein für eine DiaSporagemeinde bei der Jubel­eier zur Verfügung gestellt.

* * Rege» fiel in ganz Oesterreich und Ungarn in reich« icher Menge,- auch auS Bayern, vom Harz und anderen Gegenden Deutschland- wird von Niederschlägen berlebtet. Don hier können wir leider noch nicht dergleichen berichten- trotzdem in den letzten Tagen der Himmel öfter schwer be­wölkt war, fielen gestern Morgen nur einige Tropfen de» ersehnten Nasses.

Groß Felda. 5. Mai. Ein erschütternder Unglü cks- fall ereignete sich gestern Nachmittag auf dem hiesigen Dampfcirkelsägewerk. Der Besitzer desselben, Herr Römer, war mit dem Lägen an der Cirkelsäge beschäftigt, plötzlich löste sich ein Stück Holz ab und wurde ihm mit solcher Vehemenz an den Kops geschleudert, daß er tobt auf dem Platze blieb. Allgemein bedauert man da- Schicksal de» leißigen Manne-, ber sich erst anfangs der 50er Jahre befand.

§ Klein Eichen. 5. Mai. Dem 23jährigen Sohn des hiesigen CirkelfägebesitzerS Horst gerieth gestern beim Sägen mit der Kreissäge die rechte Hand in die Säge und wurde hm der Daumen glatt von der Hand abgesägt.

§ Ulrichstein. 5. Mai. In einer alten Mauer sanden hiesige Kinder neben zwei alten Hufeisen zwei Münzen, von denen die eine in der Größe eine» Fünfmarkstückes die Jahreszahl 1462 und die andere in der Größe eine-Tbaler» die Jahreszahl 1592 aufweist.

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verrnffch-c».

Frankfurt a. M.. 4. Mai. In eine Scheidungs­klage, die ein Ehepaar nach 23jähriger Ehe angestrengt hatte, hat gestern ber Tob cingegriffcn. Der Mann wurde, als er auS dem fruchtlos verlaufenen Sühnetermin beimfebrtt, von einem töbtlichen Schlaganfall getroffen. Da die Ehe kinderlos war, erbt die Frau, wie dasInt.-Bl." bemerkt, daS nicht unbeträchtliche Vermögen. Die Flucht eine» Wachtmeisters wird aus Bockenheim gemeldet. Der dortige Wachtmeister Schankweiler vom 13. Hufaren-Regiment hat 2000 Mark amtlicher Gelder unterschlagen und ist bann burchgegangen. ES besteht bie begründete Der« muthung, daß er sich auf ber Flucht den Namen Otto Schröder beilegen werde, weil er auf diesen Namen lautende Ausweis- papiere mitführt.

Altenkirchen. 5. Mai. Die Frau de» Kaufmann» Simon ist wegen Brandstiftung verhaftet worden.

Herborn, 3. Mai. Die Arbeiten ber Cafteller Pioniere an den Brandstätten in Hörbach unb StraßeberSbach sind beendet. In Hörbach sind fünf Baracken für je drei bis vier Familien, ein Schuppen für Nahrungsmittel unb mehrere Ställe errichtet worden. Trotz der bisher beroieienen öffentlichen unb privaten Mildthätigkeit herrscht unter den abgebrannten Einwohnern, die mit wenigen Ausnahmen der unbemittelten Klasse angehören, noch große Noth.

Freiburg i. B., 5. Mai. Der Kaufmann Willma nu in Riegel erschoß seine vierzehnjährige Tochter und dann sich selbst.

* München, 5. Mai. DaS Schwurgericht oeruitbeilte Therese Granawetvogel von Schöffau wegen Er­mordung des Bauern Joseph Walch zum Tode und ihre Schwester wegen Beihilse zu zehn Jahren Zuchthaus.

Bitte.

Jubelnd begrüßt, Herzinnig küßt Natur den sanften Regen.

Den zu Gemüth Führt Blatt und Blüth Lechzend als Himmels Segen.

O Sonnenstrahl! Nimm eS nicht schal, So wir zu Gott un» wenden. Daß Wolkenschaar Dein Augenpaar

Mag einge Zeit noch blenden.

Gar wunderschön Ist fein Ersteh'n Du holder Frühlingsknabe.

Allmächtiger!

Allgütiger 1

Schütz ihn vor ftost gern Grabe.

M.

* til Parlamentssitz |» »edeefee! At^ Dresden schreibt man derVoss. Ztg.':Die Fideicornnnßgitter »SntgsbrÜck und Steinborn de- Grafen D'ldtng von »Snig»brück, der wegen feiner maßlosen Verschwendungssucht unter vor« mundschast gestellt worden ist, werden gegenwärtig zum Kauf