daß die Abgeordneten der socialdemokrattschen Partei im Reichstage die einzigen seien, die sich der Unterbeamten annähmen.
Abg. Vollrath (bfr.): Seine frühere Popularität schien den EtaatssecretLr veranlaß! zu Haden, aus seinen Lorbeeren auszuruhen. Eine Revision des Postzkitungsgebührentaris» werde er freudig begrüßen, doch dürfe dabei keinerlei Rücksicht auf di« Tendenz der Zeitungen genommen werden. Redner hält im Uebrigen gegenüber Fern StaatSsecretSr seine gestrigen Angaben aufrecht. Irrig sei bk Angabe des StaalssecreiSrS, daß der Aisistenten-Derband ein Deficit gehabt und daß seine Mitgltederzahl zurückgehe. DaS Gegentheil sei der Fall.
Abg. Liebermann von Sonnenberg (Anttfemit) ist durchaus für DtSclpltn und meint auch. daß die Beamten als solche thellwetse in ihren staatsbürgerlichen Rechten beschränkt seien. Aber es gebe doch eine Grenze und über diese saAvtelfach seitens der Post- verwaltung hinauSgegangen worden. So^Habe man antisemitische Beamle strafversetzt. Der Post-Assistenten-Verband verstoße nicht gegen bk Gesetze und nicht gegen die Interessen des Dienstes. Er entbehre auch keineswegs der tdeakn Interessen. Wie rechtfertige fich da die Maßregelung der dem Verband angehörigen Beamten d Sogar daS Telegraphen- und das Brtesgeheimniß seien in der Verfolgung deS Verbandes verletzt worden. In Straßburg habe man dk abreffen ber Empfänger von Briefen festgestellt, um zu ermitteln, welche Beamte zu dem Verband gehören. Beamte seien unter Androhung der Dienstentlassung gezwungen worden, Angaben über Ver- dandSmitglieder iu machen. Peinlich müsse eS auch berühren, wenn gesagt werde, daß die verschuldeten Beamten die eifrigsten Mitglieder des Verbandes seien. Man müsse sich bei der seitens deS SlaatS- fecretärs erfolgten Verlesung eines ihm „in die HAnde gefallenen" Briefes unwillkürlich fragen, ob eS öfters vorkomme, daß der Postverwaltung Privatbriese „in die Hände fallen".
Direktor im Reichspostamt Fischer sagt Unterstützung der vom Vorredner erwähnten Specialfälle zu.
Abg. Stöcker (cons.i giebt den Postassistenteri im Allgemeinen daS Zeugniß, daß sie tüchtige Männer sind. Die Maßregelung des AssiftentenoerbandeS sei nur geeignet, die Leute unzufrieden zu machen. Er habe daS Gefühl, als fei die Postverwaltung dem Verbände gegenüber auf einen falschen Strang gerathrn. Um die DtSciplin )u sichern, gebe eS andere Mittel. DaS genossenschaftliche Zusammen- thun sollte man pflegen, anstatt es zu hindern. Redner desürwortet die Einstellung deS PoftdtensteS am Sonntag Rachmitlag.
Staatssekretär Dr. o. Stephan: Eine Ersetzung diese« Nach- mittag-dtensteS durch einen MtltagSdienst Boni 12 bis 1 Uhr werde erwogen. In dem Postasfisten tenonband seien sehr freche Aeußerungen gefallen, die wohl geeignet waren, die Autorität zu untergraben. Die Verwaltung werde deshalb ihr Verhalten gegenüber dem Verband nicht ändern. Der der Verwaltung vorgeworfene VertrauenS- mtßbrauch lasse sich nicht beweisen, wohl aber sei daS Vertrauen der Behörden mißbraucht worden. Von einem Kenner der Verhältnisse seien ihm die Führer deS Derbanbes theils als Zdraltsten, theilS als Egoisten unb Streber geschildert, deren Eitelkeit eS schmeichle, einmal eine Rede halten zu können, und die die jüngeren Collcgen zu übermäßigen Ausgaben verleiteten.
Auf eine Anregung deS Abg. Samhammer (frf.) giebt StaatS- secretär v. Stephan zu. daß das Vacketporto nach Amerika zu hoch fei. Einseitig könne aber Deutschland nichts daran ändern.
Nachdem noch Abg. Groeber (Centr.) für den Postasfistentenverband etngetreten, wird die Weiterberathung auf Montag vertagt.
CocaUs ttnö provinzielles.
Gießen, 6. März 1893.
-d. Die geistliche Mufikanssührung des Evangelischen Kirchengefangvereios, welche am Abend des 3. Mürz in der überfüllten Stadtkirche vor sich ging, hat einen wohlgelungenen Verlaus genommen. Ein reiches Programm, obwohl den verschiedenartigsten Geschmacksrichtungen Rechnung tragend, erhielt doch bis zum Ende mit Ausschluß jeder Ermüdung die Hörer in einmütiger, dem Orte der Aufführung entsprechender Feierstimmung. Herr Lehrer Trautmann bot in dem Felix Mendelssohn'schen Orgelsatz über den Choral „Waö mein Gott will" (I. Sonate, 1. Satz), sowie in einem melodisch-gefälligen Pastorale von Krauß, bei sauberer und geschmackvoller Ausführung, von erheblicher Virtuosität zeugende Gaben dar. Wir geben nur im Allgemeinen zu bedenken, ob nicht ein« gar zu ausgedehnte Verwendung des Schwell- und Echowerkes, wie sie in der Aufführung zeitweilig zu Tage trat, ber schlichten, keuschen Würde der Orgel, welcher eigentliche Concerteffecte so sremd sind, leicht zu nahe treten kann. Der Marburger Concertsänger Ströbel hatte als erste Nummer die geistreiche, aber überaus schwierige Advent-Arie aus dem „Messias" (Das Volk, das im Finstern wandelt") gewählt, bet deren Wiedergabe nebenbei das Streichorchester kaum zu entbehren sein dürfte. ES folgte das Ferdinand Hiller'sche Lied „Herr, den ich tief im Herzen trage". Dasselbe gab dem Sänger Gelegenheit, sein sympathisches Organ bestens zu verwenden und dte Verehrer dieser bescheidenen religiösen Lyrik herzlich zu erfreuen. Recht zetgemäß im kirchlichen Sinne erschien die große Alt-Arie „Erbarme Dich" von Joh. Sebastian Bach (MatthäuS-Passion) von einer Angehörigen deS Vereins mit Geschick und Wärme vorgetragen. Die obligate Violin-Beglettung war freundlichst von Herrn Prof. Krüger übernommen, der hinterdrein auch durch den Vortrag deS unsterblichen „Air" (Orchester-Suite in D, 2. Satz) von I. S. Bach und der BachGounod'schen „Meditation", auf der Orgel begleitet vom Dirigenten, dem Abend besondere Reize verlieh. DaS letztgenannte Solo bildete für eine große Zahl der Anwesenden sichtlich den Gipfel des musikalischen Genusses- doch wer auch in der Eombination deS weltabgewandten CantorS mit dem eleganten Eomponisten von „Faust und Margarethe" nicht gerade die glücklichste Stil- Mischung erblickt, mußte die Ausführung bewundern. ES erübrigt, ber Leistungen deS Chores zu gedenken, mit deffen Gaben sich noch kleinere Soli verbanden. Der Choralsatz von Lützel „O Lamm Gottes" kam rein und ausdrucksvoll zur Geltung, und daS in die Süßigkeit und den Wohlklang einer Gastoldi'schen Weise (Baüeti, 1591) getauchte geistliche Volkslied „In Dir ist Freude" übte wohl auf Alle seine Zaubermacht. DaS größte aber und bedeutendste Erlebniß brachte unS ber Schluß: Albert BeckerS Motette über den Choral „Morgenglanz der Ewigkeit". In den Geist und die Eigen- art dieses Werkes waren die Leser unseres Blattes durch vorbereitende Mittheilungen bereits eingeführt worden. Becker, fett Kurzem an die ThomaSschule in Leipzig berufen, ist zweifellos der hervorragendste, jetzt lebende tttrchencomponist im Dienste der evangelischen Gemeinde. Wie erlesen sein und characteristisch ist gleich der Eingangöchoral, rote geistvoll unb fromm daS Duett — von den beiden Frauenstimmen recht gut gesungen. Die dritte Strophe in ihrem dramatischen Gegensatz zu jenem und ihrer kühnen Structur stellte den
Chor vor eine große und schwierige Aufgabe, welcher er fich aber vollkommen gewachsen zeigte. Auch baS Tenorsolo (Strophe 4), leider in den Programmen mit fehlerhaftem Tert versehen, dieses innige und glaubensvolle Gebet, gelang dem Sänger trefflich bis auf beinahe unmerkliche Schwankungen am Schluß. Die mit unerwarteter Lebhaftigkeit das Solo ablösende, fast mit Ungestüm nach dem Licht der Ewig- kett rufende, endlich schon von „süßer 'Sonne* trunkene letzte Strophe gab unS erst den ganzen Eindruck der contra« pünktlichen Meisterschaft dieses hochbegabten und, wie es fich jedem seinfühligen Ohre überzeugend aufbrängt, tieffrommen Eomponisten. Der cantue finnus würde, etwa durch Knabenstimmen verstärkt, noch siegreicher hervorgeklungen sein. DaS ganze Werk, eine vielversprechende Leistung deS Vereins, der ganze so genußreiche Abend verdankt in der Hauptsache seinen Erfolg der thatkrafttgen Leitung deS Herrn Professor» Baldenfperger, dem für seine unseres WiffenS erstmalige Directton ber aufrichtigste Dank deS Vereins wie der ge> fammten Kirchen- und Kunstgemeinde gebührt.
♦♦ Bei Vergleichung der Eteuerverhältttisie nuferer hessischen Städte werden vielfach nur die logen. AuSschlagS- coefffcienten (d. h. die auf eine Mark Normalsteuercapital erhobenen Pfennige btrecter Gemeindesteuer) inS Auge gefaßt, die Verschiedenartigkeit der Leistungen an indirekter Steuer (Octroi) aber nicht genügend gewürdigt. Beide Ouellen des städtischen Einkommens sind für daS Jahr 1892/93 in einer Berechnung zusammengefaßt, welche unsere Bürgermeisterei den Mitgliedern der Stadtverordneten-Ver- sammlung bei Berathung des Gemeindevoranschlages für 1893/94 mitgethcilt hat- dieselbe enthält einerseits die wirklichen AusschlagscoLffieienten, anderseits diejenigen Coösfi- cientcn, welche sich ergeben würden, wenn die veranschlagten Reineinnahmen aus Octroi gleichfalls durch direkte Steuern gedeckt werden müßten. Mit Berücksichtigung eines besonderen Ausschlages auf die Grundsteuer der in Worms an die Canalisation angeschlossenen Grundstücke stellt sich jener Vergleich für 1892/93 rote folgt:
Wirklicher:
Berechneter Coösficient
AusschlagS-
(wenn die Octroieinnahme
Coesffcient:
gleichfalls auS directer
Steuer gedeckt würde):
Mainz
29,40 Psg.
30,09 Pfg.
Darmstadt
25,00 „ 25,74 ,
36,49 „
Offenbach
36,36 „
WormS
25,10 „
34,83 „
Gießen
26,40 „
33,29 u
•* Panorama. „Fest steht und treu die Wacht am Rhein!" Mit wie großen Mühen und Anstrengungen die Sicherung der „heiligen Landesmark" hat errungen werden müssen, daS führt uns das Panorama in der hochbedeutsamen Serie „Erinnerungen an den Feldzug 1870 71" ergreifend und mit überwältigender Wahrheitstreue vor Augen. Wir sehen Kaiser Wilhelm I. vor Sedan, die Gefangennahme Napoleons, den furchtbaren Straßenkampf in Le Bourget, den Kampf unserer Braven gegen nichtswürdige Franktireurs bei Champigny und so manches Andere, welches Alle, „die mit dabei gewesen", das Herz in gerechtem Stolze höher schlagen laßt, und Denen, für welche Jene Gesundheit und Leben aufs blutige Kriegsspiel setzten, eine richtige Vorstellung vermittelt von den großartigen Leistungen unserer Heldensöhne. Sehr interessant ist auch die Vorführung der verschiedenen Berschanzungsarbeiten (Laufgräben, Brücken rc.), sowie der zerstörenden Wirkung unserer Riesengeschosse. Da der Besuch diese Woche sehr stark war, so hat der Besitzer des Panoramas die Deranlassur.g genommen, die Serie noch acht Tage stehen zu-lassen- es ist also Jedem die Gelegenheit geboten, dieselbe in Augenschein zu nehmen.
** Verhaftet wurde gestern ein wegen seiner vielen Zechprellereien berüchtigter Arbeiter von Steinberg, der, erst kürz- lief) aus dem Gefängniß entlassen, schon wieder Betrügereien und sogar eine Urkundenfälschung begangen hat. Außerdem wurde ein Brödchendieb abgefaßt und in Haft gebracht.
♦♦ Die Frage wegen Errichtung von Gewerbe- ober tzandwerkerkammern im Großherzogthum Hesieu scheint nunmehr greifbare Gestalt anzunehmen. Nachdem vor einiger Zeit der OrtSgewerbeverein Darmstadt gelegentlich eines Vortrags des Präsidenten der Großh. Centralstelle für Gewerbe, Regierungraths Dr. Hesse, über „Industrie und Gewerbe in Hessen" von demselben aufgefordert worden war, dieser Frage einmal näher zu treten, hat ber Verein eine Commission auS Gewerbetreibenden gebildet, an deren Spitze Landtagsabgeordneter Or. Schröder steht. Diese Commission hielt vor einigen Tagen in Gemeinschaft mit dem engeren Ausschuß des Landesgewerbevereins eine gemeinschaftliche Sitzung ab, in welcher dieser Gegenstand eingehend erörtert und ein diesbezüglicher Entwurf eines Status des König!. Preuß. Ministers für Handel, Gewerbe und Industrie, von Berlepsch, vorgelegr wurde. Allgemein war man der Ansicht, daß die in unserem Lande mit großem Erfolge und segensreich wirkenden Gewerbevereine mit ihren ausgezeichneten Schulverhältnissen, sowie die organische Verbindung der Vereine mit der Großh. Centralstelle für die Gewerbe und dem LandeSgewerbeverein sehr gut als ein Ersatz für die in anderen deutschen Staaten bestehenden Gewerbekammern angesehen werden könnten und daher in Hessen von der Errichtung solcher abzusehen sei. In der gleichen Frage hat sich Herr Regierungörath Dr. Hesse gestern zu einer Sitzung des Verbandes Deutscher Gewerbevereine nach Köln begeben und auch im Gewerbeverein Darmstadt wirb bieser Gegenstanb eine Besprechung ersahren. ES steht zu er- warten, baß bann auch noch andere größere Gewerbevereine deS Landes gehört werden. DaS Resultat dieser Erhebung wirb bann an bie Großh. Regierung gelangen.
nn. Darmstadt. 4. März. Der zu Wersau im Oben- roalbe auögebrodjene s. g. Lehrerstrike, von dem ich Ihnen s. Z. berichtet habe, ist burch bie Intervention ber
Großb. KreiSschulcotrmijfion dahier beigelegt worben. Bon zuständiger Seite wird mir darüber daS Folgende geschrieben: 3n Dersau war eS herkömmlich, daß ein jeder Lehrer für Heizungsvergütung seines Schullocal» 68,57 Mark jährlich erhielt. Da nun die neuen Schulsäle mehr als doppelt so groß als die früheren sind, so wandten fich die Herren Lehrer an den Gemeindevorftand um Erhöhung ber Vergütung für bie Feuerung ober um anbcrroeiie Vergebung. Dieses Gesuch wurde abgelehnt, worauf die Lehrer erklärten, vom 19. Januar an bie Feuerung nicht weiter zu übernehmen. Bon Großh. KreiSfchulcommission ging nun dem Gemeinbevorstand die Verfügung zu, baß bie Gemeinde gesetzlich verpstichtet fei, für bie Heizung ber Schullocale zu sorgen. Diese Verfügung blieb auch unberücksichttgt unb mußte ber Unterricht am 19. unb 20. Januar ausgesetzt werben. Am 20. Januar wurde von Großh. KreiSschulcommtsfion bie Sache bahin entschieden, daß die Lehrer statt ber seitherigen HeizungSver- gütung von nun an eine solche von 85,71 Mark;u erhalten hätten. Da ber Gemeinberath fein Recht erhielt, machte sich in Wersau eine allgemeine Erregung bemerkbar, welche gelegentlich einer Fastnachtsitzung burch Persiflage beS Gegenstandes zum Ausdruck kam und viel bebauen, aber auch viel belacht würbe.
Dermifdttc*.
* Ein fünfzehnjähriger „Räuberhanptmaan". Großes Aufsehen erregte in Lucken w al b e bie Verhaftung eine» fünfzehnjährigen Burschen, ber ber Sohn anstänbiger unb wohlhabender Eltern ist und am Sonntag Mittag auf ber Lanbstraße nach Berkenbrück einen wohlgelungenen Straßenraub auSgesühn hat. Zwei Maurer ließen sich durch den Revolver bei Burschen so einschüchtern, daß sie Geld und Uhr bereitwilligst hergaben. Die Beiden hatten am Sonntag Lohn au-gezahlt erhalten, hatten in einer Wirthschaft gefrühstückt unb begaben sich dann auf ben Heimweg. In ber Wirthschaft hatten sie noch einmal ihre Baarschaft überzählt, waS ber Straßenräuber gesehen, ber sich gleich entfernte. Kaum fünf Minuten hinter ben letzten Hausern ist eine kleine Kiesemschonung. Dort verbarg sich ber jugendliche Unhold, unb als bie beiben ahnungslos vorbeikamen, sprang er mit ben Worten: „Geld und Uhren her!" mit vorgestrecktem Revolver auf sie zu. Die Maurer waren so verblüfft, baß sie deibeS binlegten. Dann fragte baS vielversprechende Bürschlein noch: „Ist bai auch alles?" unb auf bie bejahenbe Antwort commanbirte der zukünftige Räuberhauptmann: „Nun macht, baß ihr weg- kommt, ich zähle bis zehn, unb trenn ich noch einen von euch sehe, schieß' ich ihn nieber!" Das ließen sich bie beiden gesagt sein, blickten sich aber noch einmal um und sahen, baß Räuber unb Raub im nahen Dickicht verschwunben waren. Nun stieg in ihnen ber Muth wieder auf. Sie verfolgten letzt den Straßenräuber, wobei sich ein in der Nähe wohnender Müller beteiligte. Bald hatte man ihn aufgefunden und festgenommen, ohne daß der Bursche von feinem scharfgeladenen 7 Millimeter-Revolver und einem mächtigen Schlächtermesser Gebrauch machen konnte. Wie erstaunt war aber erst der Müller, als er in dem jugendlichen Straßenräuber ben Sohn einer befreunbeten Familie erkannte! Der Raub würbe dem jungen Menschen abgenommen unb er selbst ber Polizei übergeben.
• Eine seltene Familienfeier wirb dieser Tage Gut»- besitzer Petermann in NieberschinbmaaS bei Zwickau begehen: bie Confirmation von Drillingen, drei allerliebsten Mäbchen, die ihm neben noch zehn anderen Kindern bescheert wurden, und die nun zur Freude ihrer Eltern gesund und munter herangewachsen sind.
* In Monte Carlo erschossen sich ein Deutscher, W. Pctzold, ein Russe und eine junge Wittwe, nachdem sie ihre Vermögen verloren hatten.
Spitlpüm der vereinigten frankfurter Ltadttheatn-
Dienstag den 7. Mär»: Der Bajazzo. Vorher: Gringoire. Mittwoch den 8. März: Lohengrtn. Donnerstag ben 3 März: Dte Za übers löte. Freitag ben 10 März geschloffen. Samstag ben 11. März: Der Bajazzo. iBaftien unb Bastienne. Wiener Walzer. Sonntag den 12. März: Undine.
ScharrkdiettzMA».
Dienstag ben 7. März: £ bette. Mittwoch ben 8. Märzr Großfiabtluft. Donnerstag ben 9. Mär, geschlossen. Freitag ben 10. März: Die Lanbparthie nach Köniastein. Der alte Bürgercapitain. Samstag den 11 März: Odette. Sonntag den 12. März, Nachmittags 3‘/t Udr: Die tanb» p arthie nach Königstein. Der alte Bürgercapitain ÜCbenbe 7 Uhr: Heimath.
5cbiff»nacbrid>tcn»
Bremen, 8. März Der Schnelldampfer Aller, Capitän H. Christoffer», vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Februar von Bremen unb am 22. Februar von Southampton abgeganaen war, ist gestern 8 Uhr Nachmittag» wohlbehalten in Newyork angekommen.
— Der Postdampser .WaeÄland' der .Red Star Linie" tn Antwerpen ist laut Telegramm am 3. März wohlbehalten tn Raoyork angekommen.
Verkehr, Land- nnd VoUswirthschaft.
Geünbep«, 4 März. Fruchtpresse, weizen X Ifc®, Lorn X 1410, Gerste X 14.00, Hafer X 14.00. Erbsen X OMO, Linsen X 00.00, Wicken X 00—. Lein X ——, Kartoffeln X 3JL, Samen X
Kirchliche Anzeigen -er evang. Gemein»«.
Bibelstunde am Montag ben 6 Märi. Abend» S Uhr, in der Kleinkinderschule; Marcu» Cap 6, Hinderniffe bei Äufnobme bet Herrn; erster Dienst ber Apostel am Reiche Gotte». Pfarrer Dr. Naumann-
4. Paff ton »anbacht am Mittwoch den & März Abend» 6 Uhr PsarrverwoUer Dr. Gretn.


