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| die dänische Bark „Hermann" das Wrack auf 39° 29' Nord- Breite und 22® 46' West-Länge in Sicht; dieselbe glaubte zuerst, es sti ein Dampfer, hielt aber endlich doch darauf zu und ! schickte ein Boot ab, das unter vielen Schwierigkeiten die halb ; wahnsinnigen Leute rettete. Das Wrack war voll Wasser mit ’ aufgesprungenem Deck. Die Leute erhielten, nachdem ; „Hermann" sie in Cuxhaven abgesetzt, vom skandinavischen | Consulat neue Kleidung; der Schwede, welcher noch nicht ■ wieder zurechnungsfähig war, wurde dem Cuxhavener Kranken- : hause übergeben. Höchstes Lob verdient das Verhalten des • Capitäns Andersen, der nicht nur mit riesiger Anstrengung s die Leute rettete, sondern sie auch an Bord des Schiffes ärztlich behandelte und den völlig erschöpften in vollem Sinne des Wortes das Leben und den Verstand zurückgab; als er sie aufnahm, konnten sie sich nicht bewegen und waren halb irrsinnig. Ueber das Schicksal der übrigen Mannschaft, die sich im Boot rettete, ist bis jetzt nichts bekannt geworden; anzunehmen ist wohl, daß sie umgekommen ist.
* Elberfeld, 3.Februar. Diegesammte Entschädigungs- summe für die bei der Feuersbrunst in der Hofauerstraße zerstörten Gegenstände beträgt 1,490,000 Mark, und zwar wurden vergütet für Maaren an Büren und Eisfeller 960,000, Fr. Seyd und Söhne 28,000, Uhlmann und Klußmann 210,000, für Gebäude an Büren und Eisfeller 240,000, Fr. Seyd und Söhne 62,000 Mark. Ueber die Entstehungsursache ist nicht der geringste Anhaltspunk ermittelt worden.
* Krähwinklerbrücke, 1. Februar. In der Wupper ertrank der Arbeiter Hermann Kötter. Wie das Lenneper Kreisblatt berichtet, wollte Kötter, der sehr kurzsichtig ist, zusammengetriebene Eisschollen überschreiten, um einen größeren Umweg abzuschneiden. Der Unglückliche fiel durch, wohl bis aus den Grund, blieb aber mit dem Kops über dem Eise. So mag der Unglückliche eine Viertelstunde in Todesangst geschwebt haben, als endlich auf das Hülfegeschrei Leute mit langen Stangen herbeieilten. Letztere konnte Kötter mit den erstarrten Händen nicht mehr halten, er biß sich daran fest; da setzte sich das Eis in Bewegung, stieß ben Kops von der Stange weg, und dnr Unglückliche wurde nicht wieder ge« sehen. Kötter hinterläßt eine Wittwe und zwei Kinder.
* Vilshofen (Niederbayern), 4. Februar. Im benachbarten Granitwerk Taserl brach gestern Mittag die Vilsbrücke, an der man Arbeiten vornahm, zusammen; 6 Arbeiter wurden unter den Trümmern der Brücke und unter dem Eise, welches gerade ins Treiben kam, begraben. Einer wurde sofort getödtet, ein anderer wird vermißt, von den 4 Verletzten ist einer bereits gestorben.
* Marseille, 3. Februar. Der Bäckerausstand ist beendet, nachdem der Stadtrath und die Bäcker ein Abkommen getroffen haben. Die offieielle Brodtaxe bleibt bestehen.
* Madrid, 3. Februar. In Do dar, Provinz Almeria, stürzte infolge einer Dynamitexplosion ein Haus ein. Es gab 10 Todte und mehrere Verwundete.
Verfcbr, Land- And volkswirthschaft.
©rünberfl, 4. ftebruätv Frachtpreise. Weizen ^4 1620. Korn x 14 00, (Äerfte x Ä.lo, Hafer X 14.00, Erbten x 16.00, Linsen JL 00.00, Wicken X Lein X---, Kartoffeln^-.-,
Samen X —
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-pirlplan der vereinen Zkarrksurter Ltadttheater
Opernhaus.
Dienstag den 7. Februare Basttcn und Basttenne. Der Bajazzo (Pagltacct). Excels2or 1. Act. Mittwoch den 8 Februar: Galeano. Donnerstag ben 9 Februarr ^uperture ja b?n„£ebtibtn". Loreley Der Bajazzo (Pagltajct). ÄZiener Walzer. Freitag den 10 Februar geschloffen. SainSPa den 11 -Februarkl T ann Häuser. Sonntag den 12. FebnW^ Vlawmtttä-d Ä/, Ubr: Fattnttza. Bastien und Basttenne. Der Bajazzo (Pualiatci). Wiener Walzer. Montag den 13. {
Schauspielhaus. 1 1
Dienstag den 7. Febiuar: Zwei glückliche Tä^e. Dtittpoch den 8. Februar: Minna von Barnhelm. Donnerstag den 9. Februar: Iphigenie auf Tauris. Freitag den 10. Februar: Zwei glückliche Tage. Samstag den 11. Februari Heim-ath. Sonntag den 12. Februar, Nachmittags 3*/r Uhr: Qrtentretfe. Abends 7 Ubr: Hetmatb.
Airchlicherlnzeigen der evang. Gemeimde.
Btbelstunde am Montag den 6. Februar, Abend« 8 Ubr, in der Kleinkinderschule; Marcus Cap. 4, Vers 21: Allerlei Gleichnisse vom Reich Gottes. Pfarrer vr. Naumann- rraDo
Eingesandt. u
Grünberg, den 3. Februar.
Der Unterzeichnete erklärt, daß das tn Nr. 30 d. Bl. enthaltene mit „B" unterzeichnete Eingesandt „über Zustände in der Stadt Grünberg" nicht von ihm verfaßt ist und er der Einsendung vollständig fern steht.
Bähr, Großh. Steuer-Commiffär.
Grünberg, den 5. Februar.
In der Sitzung vom 3. Februar hat sich der Stadtoorstand in nachstehende Commissionen etngethetlt:
1) Mtlttärangelegenheiten mit Einquartierungen die Herren Gg. Schmidt und K. Kullmann, 2) Straßenbeleuchtung die Herren H. Sehrt und Chr. Frank, 3) Obstbau die Herren K. Kullmann, K. Ritter, H. Z'mmer, 4) Feldwege die Herren K. Ritter, Gg. Kell, I. Feldmann, 5) Wege tn der Stadt und Gebäude die Herren Gg. Schmidt, A. Stammler, K. Jöckel V., 6) Wasserversorgung die Herren H. Sehrt, Gg. Keil, Chr. Frank, K. Ritter, 7) Städtisches Gelände die Herren K. Ritter, K- Jöckel V., H. Zimmer, 8) Schäferei die Herren Chr. Frank, K. Jöckel V., K. Kullmann, 9) Märkte die Herren H. Zimmer, Chr. Frank, K. Jöckel V., 10) Faseloteh die Herren Gg. Keil, K. Ritter, K. Jockel V., I. Feldmann.
Da sich mit Sicherheit annehmen läßt, daß jeder dieser Herren seinem speciellen Fach ganz besondere Aufmerksamkeit zuwenden wird, so dürste diese Einrichtung, welche sich seither tn anderen Städten sehr gut bewährt hat, für die städtischen Interessen von großem Segen sein, auch ist hierdurch der Einwohnerschaft die Stelle bezeichnet, wo allensallsige besondere Wünsche vorgebracht werden können- Das lesende Publikum wird aber auch bann sofort im Klaren sein, gegen wen die gehässigen Artikel gerichtet sind, wie solche Proben tn jüngster Zeit in verschiedenen Blättern zu lesen waren.
daß einzelne Mitglieder, welche großentheils zur Miethe wohnen, aus einer Gemeinde in die andere umziehen. So oft dies geschieht, treten diese Umziehenden ohne Weiteres aus ihrer seitherigen Gemeinde aus, folglich auch aus deren Gemeindevertretung. Es ist doch nicht wünschenwerth und gesetzlich kaum thunlich, daß in solchen Fällen die Umziehenden, um sich die Mitgliedschaft in der Gemeindevertretung zu wahren, aus der Gemeinde ihres neuen Wohnsitzes sich aus- pfarren und wieder in ihre seitherige Gemeinde einpfarren lassen. Denn sobald sie umgezogen sind, gehören sie nicht mehr in die Gemeindevertretung, und wenn sie zurückgehen, müssen sie auch erst wieder neu in dieselbe gewählt werden; und bann würde durch häufige, derartige Umpfarrung die ganze Theilung der Gemeinde nach Straßen u. s. w. allzusehr in Unordnung gerathen.
Warten wir es ab, welche Erscheinungen in dieser Hinsicht die Entwicklung der Gemeindevertretungen künftighin bringen wird!
Dermitotes.
*11 Cassel, 5. Februar. Eine schwere Blutthat ist auf dem benachbarten Rittergute Windhausen bei Ober- faufungen verübt worden. Zwei Dienstknechte grciethen beim Füttern des Viehes geringfügiger Ursache halber in heftigen Streit, bei welchem der eine, ein verheirateter Mann, plötzlich dermaßen in Wuth gerieth, daß er das Wasserjoch (Tragholz) ergriff und seinem Gegner einen solch wuchtigen Hieb über den Kopf versetzte, daß er sofort tobt niederstürzte. Der Verbrecher wurde sofort verhaftet und ins Gefängniß abgeführt.
* Hamburg, 2. Februar. Aus Cuxhaven wird dieVer- h a f t u n g von drei Matrosen des untergegangenen norwegischen Schiffes „Thekla" wegen „Verübung von Kanibalismus" gemeldet. Den diesem Vorgänge zu Grunde liegenden schauerlichen Thatbestand schildert das „Cuxh. Tagbl." wie folgt: „Grausige Tage haben drei Matrosen des untergegangenen norwegischen Vollschiffs „Thekla" aus Tönberg hinter sich, die an Bord der dänischen Bark „Hermann", Capt. Andersen, in Cuxhaven eintrafen. Diese drei Matrosen: Ole Andersen aus Tönsberg, Christian Hjalmar Jacobsen aus Christiansund und Alexander Johansson aus Fiskerbekskilde berichten: „Thekla" befand sich auf der Reise von Philadelphia nach Havre mit einer Ladung Petroleum. Das Schiff wurde durch starke Stürme schwer leck, so daß die Mannschaft sich entschließen mußte es zu verlassen. Dem Capitän und acht Mann gelang es, das Schiff im Boote zu verlassen: die anderen Böte wurden beim Aussetzen zertrümmert, so daß neun Mann an Bord blieben, die sich in den Fockmast retteten. Besahn- und Großmast waren gekappt worden. Nahrungsmittel hatten sie nicht; das Schiff trieb fortwährend unter Wasser. Fünf Matrosen sprangen nach und nach im Wahnsinn über Bord; vier Leute blieben noch übrig; der vierte war ein Holländer. Diese hielten sich vom 22. December bis zum 7. Januar ohne weitere Nahrung als den Thau, der sich auf ben Raaen und an dem Mast ansammelte und den sie ableckten. Am 13. Tage erbot sich der Holländer, sein Leben für die anderen zu lassen. Dies wollten die anderen nicht annehmen, eS sollte vielmehr das Loos geworfen werden; seltsamerweise traf es den Holländer. Nun wurde dieser getödtet und sein Blut aufgefangen; davon haben sich die drei Ueberlebenben , p.enährt. Inzwischen waren den Unklücklichen schon vier Schiffe begegnet, ohne sie zu bemerken. Am 7. Januar bekam I
Universität- - Nachrichten.
Würzburg, 3 Februar. Professor Semper, hervorragender Zoologe, liest wegen dauernder Kiankhelt nicht mehr, sodaß eine zweite Proseffur für dieies Fach errichtet wirb.
Schisfsnachrichten.
, — Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 4. Februar wohlbehalten in Newyork angekommen.
Wichtig für Hausfrauen.
Beruh. Curt Pechstein, Wollwaarenfabr. in Mühlhausen i. LH., fertigt aus Wolle, alten gestrickten, gewebten und anderen reinwollenen Sachen und Abfällen haltbare und gediegene Stosse für Damen, Herren und Kinder, sowie Stoffe zu Portieren in den modernsten Mustern bei billigster Preis- stellung und schnellster Bedienung.
Annahme und Mufterlager in Gießen bei [192
L«. Mühlhausen, Bismarckstraste 10.
Submifston.
Für die chirurgisch-ophthal- mologische Universitäts-Klinik sollen für 1893/94 auf dem Wege der Submission vergeben werden:
1. Die Lieferung von: Backwaaren, Fleischwaaren, Specereiwaaren,
Concursverfahren.
Ueber das Vermögen der Firma
Drebes Wallenfels zu
Gießen wird heute am 4. Februar 1893, Vormittags J/212 Uhr, das Concursverfahren eröffnet.
Der Kaufmann F. Hoffmann zu Gießen wird zum Concursver- walter ernannt.
für
der
Wäsche
für
der
Oefen und
der
an den Gemeinschuldner zu verabfolgen
Bose.
sogen. Verbrauchsgegenständen (Bürstenwaaren,Putzlumpen-
die Kranken;
4. das Reinigen Herde,
5. das Reinigen
Zeug 2c.), Milch, Butter und Eier, Bier, Eis und Schreibmaterialien;
2. das Reinigen der Wäsche
6. die Abgabe von Knochen und Gespül;
Concursforderungen sind bis zum 2. März 1893 bei dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beschlußfaffung über die Wahl eines anderen Vewalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bigerausschuffes und eintretenden Falls über die in § 120 der Concursord- nung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf
Donnerstag b. 9. März 1893,
Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt.
Allen Personen, welche eine zur Concursmasse gehörige Sache in Besitz haben ober zur Concursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts
Senkgruben und das Fortschaffen des Kehrichts rc.;
das Dienstpersonal;
3. das Reinigen
m Schellfische
VossruS. [1137 frisch und billig im »Rebstock*. [1151
7. die Abgabe von teeren Flaschen
8. die Unterhaltung des Gartens.
Die Bedingungen liegen an den! «u leisten auch die Verpflichtung Wochentagen, Nachmittags von 3 bis ^^rlegt, von dem Besitze der Sache 5 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau und °°n den Forderungen für welche offen . >le aus der Sache abgesonderte Be-
Offerten sind versiegelt und mit Neigung in Anspruch nehmen, dem entsprechender Aufschrift versehen, bis 7^sverwalter bis zum 2. Marz zum 17. b. Mts., Mittags 12 Uhr, 18^3^n^l9e ma^en- fluf dem erwähnten Bureau abzugeben.' Amtsgericht zu Gießen.
Gießen, den 4. Februar 1893. Gebhardt. 1140
Großh. Verwaltungs-Direction ber chirurg.-ophthalm. Univ.-Klinik.
Autzkbotsvkchhrell.
Auf Antrag des Bankhauses Bücking Sf Langsborf zu Alsfeld werden die Inhaber der ohne Zinsschein abhanden gekommenen Obligationen C 215 über 500 Mark, D 155 über 200 Mark des Anlehens der Stadt Gießen von 1881 aufgefordert,
Mittwoch ben 26. April 1893,
Vormittags 9 Uhr, ihre Rechte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls dieselben für kraftlos erklärt werden.
Gießen, 31. Januar 1893.
Großherzogliches Amtsgericht. _________Gebhardt. 1139
Bekanntmachung.
Freitag ben 10. b. Mts., Vormittags 9 Uhr, wird im Main- Weser-Bahnhofe dahier eine Grube Dünger öffentlich meistbietend versteigert.
Gießen, 6. Febmar 1893. 1163] Königliche Eisenbahn-Station.
Versteigerung
Montag den 13. dS. Mts., Nachmittags 3 Uhr, versteigere ich im Pfand- local gegen Baarzahlung: Commode, Kleiderschränke, Sophas, Küchenschränke, 1 Standuhr, 1 Regulateur und ein fast neues Flaschenbierwägelchen. Versteigerung theilweise bestimmt.
Gießen, den 6. Februar 1893.
1154 Mulch, Pfandmeister.
Ieikgeöotenes.
527] Täglich frische Schellfische, Hechte, grüne Häringe und dergleichen-
15. Dort, Wallthorstraße 45.
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